Second Unit #45 (Hana-Bi)

Diese Woche schließen wir die DVD-Einsendung von ben_ aus dem letzten Jahr endgültig ab. Hana-bi (Amazon-Link*) steht auf seiner Bestenliste ganz oben, konnte uns beide aber leider nicht überzeugen.

Zu Beginn sagen wir mal wieder Dankeschön für die ganzen flattr-Spenden der letzten Tage. So macht das Podcasten Spaß! Es gibt auch ein Update zum Hörervorschlag für diesen Monat, denn wir haben mal wieder eine Vorauswahl getroffen. Ihr habt die Wahl zwischen (hoffentlich) Trash-Perlen wie The FP, Daniel der Zauberer und Doghouse.

Hier geht es zur Abstimmung!

Das Getränk für diese Woche ist mal wieder ein Tee, passend zum japanischen Motto. Tamino hat uns Zitrone-Physalis mitgebracht.

Hana-bi steht und fällt mit einem Namen: Takeshi Kitano. Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Cutter. Der Film Brother, ebenfalls ein Kitano, ist mir ebenfalls im Gedächtnis, wenn auch nur sehr blass.

Wir versuchen unsere Verwirrung mit dem Film natürlich zu begründen. Dazu stürzen wir uns auf den Plot und die Inszenierung. Zum Schluss streifen wir auch das Problem der kulturellen Unterschiede für uns Europäer bei der Rezeption, versuchen ein wenig mit anderen uns bekannten Filmen aus Asien zu vergleichen (Infernal Affairs, Oldboy und Lady Vengeance). Mir ist der Arthaus-Aufkleber auf der DVD-Hülle aufgefallen, zuletzt auch schon bei Das Fest und Ghost Dog. Deshalb sprechen wir auch ein wenig über dieses Film-Label.

Nächste Woche gibt es mal wieder einen Zeitreise-Film, nämlich Primer (Amazon-Link*), der uns bei einem vergangenen Hörervorschlag ins Auge sprang.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 01:03:50 | Größe: 29,4 MB| @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: cc by zigazou76]

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  • Heike

    Schrottwochen im Februar? Erst dieser Veriss, dann der wohl ziemlich schlechte Primer (Bisher habe ich nur schlechtes darüber gehört) und zum Abschluss noch ein Trashfestival. Die Hörerschaft wird trotzdem treu bleiben ;-)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Also meine Hoffnungen an Hana-Bi waren groß. Das war kein Verriss mit Anlauf. Und für diese Woche habe ich eigentlich auch große Erwartungen. Schrottwochen dann höchstens ungewollt und im Rückblick :D

  • Jan

    Musikantenstadl :D zur Gewinnung von Rentnern!

  • Pingback: Second Unit #53 (Birthday Special) | Second Unit

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  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Hana-Bi

    Schade, dass ihr beide dem Film nicht so wirklich etwas abgewinnen konntet :(
    Ich finde den unheimlich schön und gerade der starke Kontrast von absoluter Kälte (die auch völlig typisch für Kitano ist) zu einer sehr tragisch-emotionalen Geschichte hR mich voll getroffen!
    Aber ich verstehe, dass es schwer fällt den Zugang zu finden, mir wäre es fast genauso gegangen!

    Hab an anderer Stelle mal folgendes zu dem Film geschrieben:
    ” “Hana-Bi – Feuerblume” ist eine ganz knappe Gratwanderung zwischen eisiger Kälte und herzerwärmender Emotionalität, ganz bewusst kippt der Film im Wechsel ins eine und abrupt wieder ins andere Extrem, Zuneigung und Gewalt im direkten Kontrast.
    Die erste Hälfte hat mich trotz handwerklich beeindruckender Inszenierung und teils sehr krassen Szenen seltsam unberührt belassen. Mir jeder weiteren Minute verwandelte sich dieses Empfinden dann ins Gegenteil! Das mag daran liegen, dass man “Hana-Bi” mehr als unbeteiligter Dritter betrachtet als in ihn einzutauchen.
    Getragen von erstklassigen Bildern und kleineren, erinnerungsartigen Zeitsprüngen zeichnet sich sehr langsam ein Bild vom Schicksal und Leid der zentralen Charaktere Nishi und Horebe.
    Fast dokumentarisch und emotionslos (auch auf Grund Nishis fassadenhafter Gesichtszüge und den mehr schweigenden Zusammenkünften der Zwei) wird deren Werdegang gezeigt, die Tragik zu erkennen liegt am Betrachter, die Charaktere einzuschätzen auch. Hier wird wenig serviert, eher hingewiesen.
    Ein ruhiger Film der auffordert sich seine eigenen Gedanken zu machen undwenn man erst mal Zugang hat durch tolle Bildsprache und eine tieftraurige Geschichte überzeugt!”

    Ich weiß nicht ob diese distanzierte Art nur Kitano, oder eine generelle japanische Tendenz ist (bei shion sono findet man das z.b. nicht). Egal wie, wahrscheinlich muss man sich als westlich denkender da lange drauf einsehen. Vielleicht ist Kitano aber auch der Jarmusch des fernen Ostens :D

    Zu den Labels:
    Hab mir das Sortiment von Fox Searchlight mal angesehen, die sind ja tatsächlich 90% Qualitätsgarant! In Deutschland hatte ich als labels bewusst nur CINE PROJECT auf dem schirm. Witzigerweise besteht deren Sortiment zu 50% aus Fox Searchlight Titeln :)

    • SecondUnitTamino

      Ich empfinde bei emotionalen Dramen eigentlich nur etwas, wenn ich das Gefühl habe, die Charaktere auch zu kennen. Bei Hana-Bi war mir inhaltlich alles viel zu minimalistisch als dass ich von ihren Schicksalen hätte berührt werden können. Einige stimmungsvolle Momente gab es zwar, aber das für mich bei weitem nicht ausgereicht, um den Film zu retten.

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Das ist bei mir wohl etwas anders. Auch wenn ich das Gefühl habe überhaupt keinen Zugang zu den Figuren zu finden, ist es trotzdem möglich (wie hier), dass die Umstände in denen sie sich befinden mich total bewegen. Beispiel: Die Krankheit der Frau. Natürlich kennt man sie nicht und erfährt fast gar nichts über sie. Trotzdem fühle ich mit ihr, einfach weil sie in dieser Situation ist.
        Und auch das Handeln ihres Mannes hat mich völlig bewegt, denn obwohl wenn er keine Emotionen zeigt, oder verbal ausdrückt, so sprechen die Taten doch für sich. Das geht ja bis zur völligen Selbstaufgabe. Und das nur für sie. Aus Liebe.

        Ich kann dich verstehen, wenn du sagst: ‘Ich kenne ihn ja kaum und schon deswegen erscheint mir das alles nicht plausibel’. Aber mir reicht es voll. HANA-BI ist für mich auch ohne Frage ein (unkonventioneller) Liebesfilm!

  • http://nein.com Akmo Schmako

    Hab mir die alte Folge mal angehört. Erst mal Takeshis Castle? Nie gehört? Ist der selbe Takeshi und Takeshis Castle ist besser als GoT.
    Ich habe den Film früher abgefeiert, finde aber er hat deutlich nachgelassen beim wiederholten Ansehen. Mein Senf:
    1.) Ich finde den Film sowohl sehr distanziert gegenüber den Figuren und gleichzeitig durch die Musik sehr melodramatisch. Das hat mich sehr gestört beim Neuansehen. Der Kontrast hat nicht funktioniert.
    2.) Man kauft Takeshi Kitano die Rolle nicht ab. Beim Driver merkt man das es er kurz vor dem Ausbruch steht. Daran sieht man auch wie schwer zurückhaltendes Spiel ist.
    3.) Dieses zurückhaltende Spiel ist nicht typisch japanisch. Ihr habt ja z.B. Seven Samurai besprochen und da ist das Schauspiel sehr expressiv, wie so oft im asiatischen Kino.
    4.) Das japanische Kino ist voller grotesker und gewalttätiger Filme. Mein Liebling ist ja House (Hausu): https://www.youtube.com/watch?v=WQ_Yo06kIIA (Ja, eine Frau wird von einem Klavier gefressen)

    5.) Im Nachhinein gefällt mir auch ein älterer Film von Kitano besser: Violent Cop. Kein Kitsch. Äußerst gewalttätig. Kitano ist dort auch Polizist, aber eher so wie Dirty Harry.

    Viel Spaß beim Podcasten