Second Unit #231 – Harry Potter und der Halbblutprinz (Gäste: Daniel vom Spätfilm & Tamino)

“Expecto Patronum!” Einmal ausgesprochen und – Zack! – erscheinen gleich zwei Harry-Potter-Experten in diesem Podcast! Daniel aus dem Hause Spätfilm und Tamino sind dieses Mal dabei. Es geht natürlich um Harry Potter und der Halbblutprinz (Amazon-Link*). 

Daniel berichtet natürlich auch in dieser Ausgabe über seine väterlichen Erfahrungen mit dem sechsten Potter-Buch sowie -Film. Könnt ihr in seinem Blog nachlesen.

[YouTube Direktlink]

Wir machen mal wieder Überstunden in dieser Ausgabe. Dabei geht es uns um die Inszenierung, die pubertären Liebesbeziehungen, Harrys Heldenreise und wie seine Gegenspieler dabei funktionieren und natürlich müssen wir auch wieder ein wenig nitpicken und doofe Fragen klären.

In der nächsten Ausgabe verlassen wir die magische Welt von Hogwarts dann erstmal wieder. Dann geht es nämlich mit dem Serienjunkie Anne-Katrin Kiewitt und Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren (Amazon-Link*) weiter.

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[Teaser-Bild: cc by 2.0 Karen Roe]

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  • http://xn--archivtne-67a.de/ Kamil L.

    Immer wieder ein Genuss diese HP-Folgen! Danke dafür! :)

    Ein paar lose Gedanken meinerseits zum Film, die teilweise auch eure Meinungen kommentieren:

    - sorry Tamino, der dümmste inhaltliche Moment der HP-Filmsaga findet sich definitiv nicht in diesem Film, sondern erst in Teil 8 – mich schaudert’s jetzt schon, aber dazu in zwei Folgen mehr ;)

    - bleiben wir ruhig mal bei Dumbledore: ich finde, gerade in diesem Teil zeigt sich letztlich dann doch, was für eine gute Idee es war, Gambon als Dumbledore-Nachfolger zu besetzen. Gerade in der finalen Höhlen-Szene hätte ich mir in den aufeinanderfolgenden Sequenzen der verletzlichen Gebrochenheit und dann aber diesem triumphalen Ausbruch einen Richard Harris in dieser Rolle nicht mehr vorstellen können. Ganz großartig aufgespielt!

    - Zum Coming of Age-Teenager Kram: also ich schwanke in diesem Film irgendwo zwischen euren Meinungen. An sich mag ich das Rumgeknutsche ganz gerne ( ;-) ), vor allem, weil ich zum Erscheinen des Buchs damals mit den Charakteren eben selbst groß geworden und ins Teenage-Alter eingestiegen bin und sie mir daher eine ziemlich große Projektions-Fläche geboten hatten, um mich mit ihnen zu identifizieren. Was mir in diesem Film jedoch nicht gefällt, ist die Art und Weise der Vernetzung dieser düsteren Ausgangslage der Welt und eben dem Teenie-Kram darin. Alles wirkt tonal total schief und einfach nur nebeneinanderstehend, was spätestens dann kumuliert, als der Fuchsbau angegriffen wird und wir im nächsten Schnitt direkt wieder bei den „unbedeutenden“ Teenie-Dramen landen.

    Alles, was ich jetzt noch zu schreiben habe, bezieht sich mehr oder weniger auf das Thema Horkruxe und Voldemort:

    - ich kann zwar nach diesem Film auf gewisse Art und Weise nachvollziehen, warum Christian hier mit der Geschichte Voldemorts und den Horkruxen eine Art Bremse in der Geschichte sieht (vor allem, weil – wie die beiden anderen es ja auch erklärt haben – das im Film nur verdammt oberflächlich erfolgt), aber ich würde mit Blick auf die Aussagekraft dieser gesamten Geschichte da heftigst widersprechen: zunächst symbolisieren die Horkruxe einen Aspekt der Geschichte, der in der gesamten HP-Saga ziemlich breit nicht bloß im Subtext sondern auch inhaltlich ganz explizit in einigen Dialogen verhandelt wird, den ihr aber in dieser Folge nicht sonderlich angesprochen hattet: der Umgang mit dem Tod – etwas, was unter anderem stark aus Rowlings eigener Biographie hervorgeht. Was bedeutet der Tod? Wie sollte der richtige Umgang damit aussehen? Gibt es möglicherweise etwas schlimmeres als den Tod? Das sind ja zentrale Eckpfeiler der gesamten Saga, welche durch die Horkruxe, und ihrer Macht eine gewisse Unsterblichkeit herzustellen, weiter angereichert werden. Und in genau die gleiche Kerbe fällt ja auch Voldemort als Person, dessen größte Angst die eigene Sterblichkeit darstellt – etwas, was (zumindest im Buch – im Film kann man sich da gut drüber streiten) – als Pay off-Moment der finalen Schlacht wunderbar thematisiert und ausgespielt wird. Daher ist es meiner Meinung nach eben doch wichtig, genau diese Aspekte, diese menschliche Seite in ihm, auf der Suche nach Voldemorts Vergangenheit herauszuarbeiten – etwas, was der Film hier leider nur bedingt schafft, in den Büchern aber – und da gebe ich Daniel Recht – unfassbar gut funktioniert. Daher war ich auch extrem darüber erstaunt, als Daniel meinte, dass David Yates bewusst all die Flashbacks herausgestrichen hatte, um die Figur Voldemorts nicht weiter zu entmystifizieren. BITTE?! THAT’S THE FUCKIN’ POINT! Ein Zeichen dafür, dass dieser Mensch die Figuren offenbar nicht wirklich verstanden hat – etwas, was sich in Teil 8 weiter fortsetzen wird, aber dazu melde ich mich dann in zwei Folgen wieder.

    - Die Horkruxe bringen mich allerdings auch noch zu meinem letzten Punkt: das Ende! Was für eine verpasste Gelegenheit! Tamino hatte es wunderbar beschrieben: Teil 6 zeichnete sich eben durch dieses fast schon Cliffhanger-artig gestaltete Ende aus, eben durch die Ankündigung, dass man nicht mehr nach Hogwarts zurückkehren würde und zusätzlich mit dem Tod Dumbledores hatte ich beim Lesen des Endes solch eine beklemmende Ungewissheit und Hoffnungslosigkeit verspürt, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Und genau DA spielen die Horkruxe als MacGuffins nochmal rein, die dieses Gefühl für mich persönlich NOCH WEITER gesteigert und intensiviert haben. Denn man weiß eben, dass die drei sich nochmals auf die Suche begeben müssen und dieses Mal wirklich komplett auf sich alleine gestellt sind. Aber nicht nur dass die Beschaffenheit der Horkruxe in diesem Film kaum Erwähnung finden und aufgebaut werden (ich kann bis heute nicht fassen, dass es Film 7 und 8 trotz der unfassbar schlechten Vorbereitung in Film 6 irgendwie ganz gut schaffen, die Horkrux-Geschichte zu Ende zu erzählen), so ist dieses Ende im Film einfach so verdammt gewöhnlich. Ein langweiliger Dialog und das war’s. Ich kann beispielsweise die Schlusszene aus Teil 4 und 6 nie auseinanderhalten, weil sie inhaltlich das gleiche aussagen, man hier aber eigentlich die pure Verzweiflung innerhalb dieses Trios hätte spüren müssen. Vielleicht hätte man doch noch Dumbledores Beerdigung mit in den Film aufnehmen müssen.

    So, das war’s jetzt aber! Ich freue mich ziemlich auf die nächste HP-Folge von euch, denn HP und die Heiligtümer des Todes Part 1 ist für mich nicht bloß der beste Film der Reihe, es ist auch gleichzeitig, die rundeste, stimmigste, adäquateste und dabei gleichzeitig doch eigenständigste Buchadaption der gesamten Reihe geworden! Ich bitte das berücksichtigen! ;-) Oh, und ich bitte doch sehr, in der nächsten Besprechung gesondert auf die kontrovers diskutierte Tanz-Szene einzugehen, weil ich da ziemlich auf eure Meinung gespannt bin! :)

    • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

      “BITTE?! THAT’S THE FUCKIN’ POINT!”

      https://media0.giphy.com/media/bVFrckLb2wsFy/giphy.gif

      Die Tanzszene ist großartig! Da kann es keine Diskussion geben. ;)

      • http://xn--archivtne-67a.de/ Kamil L.

        Kuss zurück! Ich merke schon, du stehst auf der richtigen Seite der Macht! ;)

    • SecondUnitTamino

      Oh, auf den kommenden dümmsten Moment-Kanditaten freue ich mich schon. Wir reden dann nochmal drüber, könnte knapp werden ;-)

      Keiner der Dumbledores kam für mich jemals an das ran, was die Figur in den Büchern ausstrahlt. Das ist auch für mich persönlich das große Problem mit der ganzen Filmreihe: die beiden wichtigsten Figuren, Harry und Dumbledore, gefallen mir vom Casting her einfach überhaupt nicht und verkörpern leider nie das, was sie für mich in den Büchern auszeichnen. Keine von beiden liegt mir in den Filmen jemals am Herzen, und das ist schon ein wirkliches Problem für das Drama. Anscheinend sehen das viele nicht so krass so, aber für mich ist das auch hier im 6. Teil kein großer Unterschied. Dumbledore ist zwar etwas besser gespielt als vorher, aber immer noch weit, weit weg von dem, was ich mir gewünscht hätte.

  • TheMiddlist

    Wieder mal ein toller podcast <3<3 – leider ist die Reihe ja fast vorbei. Es ist tatsächlich auch so dass es schwer ist etwas über den 6. Band zu sagen ohne über den 7. zu sprechen. Ich finde im 6. Band funktioniert die Balance zwischen den Liebesgeschichten und den beiden Mysteries (Halbblutprinz und Was macht Malfoy) nicht so richtig aber ich mag eigentlich beides. Für mich steht es sowohl im Buch als auch im Film irgendwie nebeneinander und nicht zusammen aber das ist kein großer Kritikpunkt. Was ich an den Beziehung ganz gut finde ist dass es nicht so ist wie in Twilight/Rubinrot/Hunger Games etc wo von Anfang an klar ist es gibt entweder den einen oder vielleicht noch den anderen aber keiner hat mal eine Beziehung mit mehreren Leuten, die man erst später kennenlernt oder es scheitert mal eine Beziehung die geführt wurde.
    Ich mag die Horcruxe auch gar nicht – ich mag "Wir müssen erst X Dinge sammeln/zerstören um dann Y zu töten" eigentlich nie, das endet immer in einer Kombi aus Computerspiel und Roadmovie und ist immer irgendwie redundant.
    Ich finde tatsächlich dass die reduzierte Backstory von Voldemort im Film etwas besser ist. Im Buch finde ich ist die Backstory sehr "Show don't tell" und dann erklärt Dumbledore immer noch mal was wir grade gesehen haben. Ich finde tatsächlich es wird zuviel erklärt und ich hatte hinterher trotzdem nicht das Gefühl, dass ich Voldemort in irgendeiner Form näher gekommen bin. Ich finde er bleibt bei allem was man über ihn erfährt sehr unmenschlich und dämonisch und anscheinend war er schon als Kind ein genialer Sadist und Manipulator. Meiner Meinung nach entwickelt er sich davon nur insofern weg als dass er mehr Macht bekommt und anscheinend irgendwann anfängt sich vor dem Tod zu fürchten (was man aber nie sieht). Naja, ist vermutlich Geschmackssache.
    Ich freu mich schon sehr auf 7-1 und 7-2 :)

    • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

      Ich finde die Horkruxe eine elegante Lösung dafür, dass Harry Voldi (möglicherweise – um nicht zu spoilern ;) ) besiegen kann, obwohl Voldi so viel mächtiger ist. Die Alternative wäre, dass der Held irgendeine neue Superkraft lernt oder irgendeinen neuen supermagischen Gegenstand erwirbt und das finde ich den viel ausgelutschteren Trope …

      • TheMiddlist

        Ja wobei ja Voldemorts Macht davon gar nicht direkt betroffen ist – und am Ende besiegt Harry ihn ja mit einem mächtigen magischen Gegenstand und aufgrund eines etwas sehr ausgedehnten Nerdgames

        • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

          Stimmt auch wieder, aber: Pssst, nix verraten! ;)

          • TheMiddlist

            Habe es geändert :)

      • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

        Moment, die Horkruxe sind KEINE “irgendeine neue supermagische Gegenstände”? Jaja, ich muss erst noch das Ende abwarten und bla und blubb, aber GENAU SO werden sie hier eingeführt. Und, ganz ehrlich: Harry ist Voldi doch jetzt schon überlegen! Mit der magischen Kombination aus Liebe, Freundschaft und Mitleid für seinen Erzfeind, kombiniert mit eben seinen Freunden ist der Boy doch jetzt schon sowas von superheldig unterwegs! Da kann der böse Lord mit seiner Herrschaft aus ängstlichen Möchtegernschurken, seinen billigen Einschüchterungstaktiken und eben jeglicher Abstinenz von Liebe und Freundschaft einpacken. Also wozu brauchen wir da noch 6 oder 7 McGuffins? Let’s get to the showdown!

        • TheMiddlist

          ich bin so gespannt auf die Teile 7 xD. Ich lese das grade und denke so, OMG wie wird Christian das finden was noch passiert :O

  • http://nein.com Akmo Schmako

    Schöne Folge wie immer, besonders mit Tamino ^_^. Ich hoffe ihr geht noch auf die Heldwerdung nicht nur von Malfroy sondern auch von Neville ein.

    • SecondUnitTamino

      Das kommt sicher zur Sprache, da Daniel meines Wissens großer Neville-Fan ist.

  • namipia

    Um das Geheimnis um das Glas aufzulösen: Dort sind alle Zaubersprüche enthalten, die in den Büchern, den Filmen und den Playstation/PC Spielen vorkommen. Original in Harry Potter Schrift übrigens.
    Und genau wie Harry Potter musst auch du lernen, Christian, was welcher Spruch bedeutet. Das Leben ist schließlich kein Einhornhof.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Ha! Danke für die Ergänzung! ;-)