Second Unit #211 – Rogue One: A Star Wars Story

Star Wars ist zurück! Und so langsam entwickelt es sich zu einer Weihnachtstradition! Unsere Runde ist dieses Mal so voll wie nie: Neben Tamino sind auch noch Thomas und Sabine von der Wundertüte dabei. Es geht ausführlich um Rogue One: A Star Wars Story (Amazon-Link*).  Also: Spoiler!

Die Kurzfassung ohne Spoiler gab es neulich ja schon, jetzt geht’s so richtig ans Eingemachte!

[YouTube Direktlink]

Regie hat Gareth Edwards übernommen, zumindest steht es so geschrieben. Hinter den Kulissen gab es wohl einen Haufen Nachdrehs, die ihr ganz gut an den unterschiedlichen Trailern erahnen könnt.

Der Cast ist lang: Felicity Jones als Jyn Erso, Diego Luna als Cassian Andor, Alan Tudyk als K-2SO, Donnie Yen als Chirrut Îmwe, Wen Jiang als Baze Malbus, Ben Mendelsohn als Orson Krennic, Forest Whitaker als Saw Gerrera, Riz Ahmed als Bodhi Rook und Mads Mikkelsen als Galen Erso.

Unser Podcast ist ebenfalls lang. Wir arbeiten sehr ausführlich die fehlende Tiefe der Figuren heraus, ergötzen uns an den eindrucksvollen Bildern und der beeindruckenden Action. Beim Einsatz der CGI gehen die Meinungen eher auseinander. Zum Schluss versuchen wir zu beantworten, was Star Wars eigentlich ist und sein kann.

In der nächsten Ausgabe schließen wir das Jahr 2016 filmisch ab. Dann steht wieder unser Holiday Special auf dem Programm. Anders als in den letzten Jahren sogar als eine Trilogie: Im ersten Teil mit Arne von Enough Talk! zu unserem persönlichen Filmjahr 2016, im zweiten Teil mit Jan von der CineCouch zum Deutschen Kinojahr 2016 und abschließend mit Tamino zu seinem Anti-Jahresrückblick. Zu guter Letzt starten wir hier das neue Jahr mit einer State of the Unit, die noch einmal auf das Jahr 2016 aus der Sicht des Podcasts zurückblickt. Ihr habt also trotz Feiertagen keine Flaute im Podcatcher!

Und wen ihr bis dahin noch nicht genug zu Star Wars bekommen habt, dann hört euch gerne durch den Lichtspielcast und die CineCouch, die ebenfalls eigene Folgen zu Rogue One abgeliefert haben. Oder ihr hört klickt euch unser Star Wars Podcast Album für einen schlanken Preis und unterstützt so auch noch den Podcast. Das perfekte Weihnachtsgeschenk für euch und uns!

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[Download | Länge: 02:39:06 | Größe: 76,6 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes | Unterstützt uns bei Patreon!]

[Teaser-Bild: cc by 2.0 KillamarshianUK]

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  • http://roempke.me/ Niklas

    Hehe sehr interessant euch beim stochern in den Charakteren zuzuhören. Ich hab mittlerweile durch die Bücher rund um Rogue One so viel Hintergrundwissen, das mir gerade Galen Erso (der Vadder von Jyn) und Krennic (der “Böse”) total vertraut sind

  • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

    Schöne Folge, nette Gäste, gerne nächstes Jahr wieder!

    Alexandre Desplat war als der ursprüngliche Komponist vorgesehen. Desplat konnte als Komponist von ‘Godzilla’ und vielen Wes-Anderson-Filmen bereits sein Können zeigen (die wunderbare Trailer-Musik bei ‘Godzilla’ war aber nicht von ihm, sondern von György Ligeti). Den Score zu ‘Godzilla’ fand ich gut, aber nicht herausragend. Die Wes-Anderson-Film-Scores sind sehr verspielt, was natürlich zu den Filmen passt. Als Desplat angekündigt wurde, fand ich das interessant, aber nicht begeisternd.

    Dann kam wenige Monate vor Filmstart die Meldung, dass Giacchino übernimmt. Dieser hatte mit ‘Star Trek 11′, ‘Mission Impossible: Phantom Protocol’ und ‘Star Trek Beyond’ wunderbare Scores zu lange etablierten Franchises vorgelegt, die Traditionelles aufnahmen, aber auch viel Neues mit ins Spiel brachten. Die Meldung über Giacchino hat mich begeistert, aber ich machte mir auch Sorgen aufgrund der knappen Zeit.

    Bisher waren die ‘Star Wars’-Komponisten jenseits von John Williams (Peter Bernstein bei ‘Ewoks – Die Karawane der Tapferen’ und ‘Ewoks – Kampf um Endor’, Joel McNeely bei ‘Star Wars: Shadows of the Empire’, Mark Grisgey bei ‘Star Wars: The Force Unleashed’ und Kevin Kiner bei Film und Serie ‘Star Wars: The Clone Wars’) immer großen Beschränkungen ausgesetzt – entweder war das Budget zu gering (da es Scores für Videospiele waren) oder sie bekamen die Einschränkung, nichts von Williams zu verwenden (so geschehen bei ‘Star Wars: The Clone Wars’). Es wäre einfach wunderbar gewesen, Giacchino mit genug Zeit und ohne größere Beschränkungen zu erleben, aber so wie der Score nun ist, finde ich ihn gut, aber nicht mehr. Hoffentlich erhält Giacchino noch einmal die Chance, für einen Film zu komponieren.

    Übrigens war das nicht der erste Kontakt von ihm mit ‘Star Wars’: 2011 hat er knapp fünf Minuten für ‘Star Tours: The Adventure Continues’ komponiert.

    Das Ende finde ich eindeutig, auch wenn ich die Animation in den letzten Sekunden nicht die als beste empfand. Ich war aber auch noch nie bei solch einer Situation dabei.

    Die “Guardians of the Whills” finde ich eine wunderbare und sinnvolle Ergänzung des bisher etablierten Universums und ich würde sehr gerne einen Film mit Baze und Chirrut sehen.

    Tamino, in ‘Star Wars: The Clone Wars’ gibt es einen Mehrteiler mit einem jungen Ackbar, in welchem wir die Welt der Mon Calamari kennenlernen. Nicht die besten Folgen, aber auch nicht die schlechtesten.

    https://youtu.be/Nxc-jRSBFrM

  • Familienpapa

    Gut, Film nun über die Feiertage doch gesehen. Es tut mir fast ein bisschen leid, dass mein Kommentar vermutlich etwas pessimistisch wirkt und vielleicht sogar so, als hätte ich dem Film keine wirkliche Chance gegeben, aber das muss jetzt einfach raus: Es liegt mir wirklich fern, den Film niederzumachen, aber er hat für mich auf voller Linie versagt. Abgesehen von Ben Mendelsohns Performance und Figur gibt es leider absolut gar nichts, was ich positiv hervorheben kann.

    Christian: Hast du dir diese Gedanken beim Stockmönch tatsächlich während des Films gemacht? Also “Da ist etwas neues und interessantes. Ich frage mich, wie das mit der Macht genau zusammenhängt (etc., genau kriege ich es jetzt gerade nicht mehr hin)”? Ich fand seinen Auftritt mehr peinlich als interessant (zur Erinnerung: Er schleudert einem Storm-Trooper mit Kampfhelm etwas Sand ins Gesicht, worauf dieser umfällt und nicht mehr kampffähig ist) und auch abgesehen davon habe ich mir nur gedacht “aha, der ist jetzt also dafür drin, dass der Film in China ordentlich Kasse macht, genau wie Bingbing Fan im letzten X-Men”. Hat der Charakter bei dir ernsthaft solche tiefergehenden Fragen impliziert? Warum? Gerade in Anbetracht der momentanen Umstände, also dass das Kino voll von Superhelden und Figuren mit übermenschlichen Fertigkeiten ist, ist man doch inzwischen kaum mehr dazu geneigt, solche Figuren noch weiter zu ergründen.
    Vermutlich fehlt mir da einfach auch ein gewisser Sinn für Kinomagie, denn ich denke über solche Dinge meistens nicht nach. Auch kann ich beispielsweise überhaupt nicht nachvollziehen, dass man sich über einen Auftritt von C3PO und R2D2 freuen könnte, weil diese früher einmal in irgendeinem Film waren, den man mochte. Vermutlich geht damit auch irgendwie eine Verbundenheit zu Kino an sich einher – für mich war das Kino nämlich noch nie ein sonderlich magischer Ort und ich frage mich bis heute, warum viele (wie du sagtest) “noch einmal Darth Vader im Kino erleben” wollen. Was genau ist daran ein Erlebnis und warum geht das zuhause nicht? So ganz kühl betrachtet ist doch im Kino nichts anders wie daheim im Sessel, außer dass eben die Effekte dank größerer Leinwand und Soundsystem deutlich eindrucksvoller wirken (und eventuell ein Gemeinschaftsgefühl im Saal schwingt, wenn man sich zu den wirklichen Fans zählt). Nur sind die Effekte eben das, was mich am allerwenigsten interessiert an Filmen. Das führt mich auch schon zum nächsten Punkt:

    Der Punkt, den Tamino genannt hat, dass viele Leute SW mögen, aber eben unterschiedliche Aspekte daran, ist auch meiner Meinung nach der zentrale Punkt in dieser Diskussion, auf den ich gerne näher eingehen würde. Ich merke jedenfalls gerade, dass mich das Star Wars Universum langsam gewaltig nervt: Das Imperium ist und bleibt einfach der inkompetenteste Gegenspieler, den ich je in einem Filmuniversum gesehen habe. Diese trotteligen Trooper treffen nie irgendetwas, machen ständig alles falsch und sind nie erfolgreich – außer vielleicht im Töten von entbehrlichen Statisten, um eine nicht vorhandene Bedrohung zu simulieren. Von den Schlachten im SW-Universum aber geht nie auch nur ein Funken Bedrohlichkeit oder Spannung aus, weil immer klar ist, dass die weißen Ritter des Imperiums nichts reißen werden. Auch die immer gleichen Motive von auserkorenen Helden, die (auch immer gleich) die ganze Galaxis retten müssen und (auch immer gleich) mit wichtigen Personen verwandt sind. Je mehr Filme es zu diesem ganzen Universum gibt, desto mehr stört mich das alles in seiner Redundanz und den repetitiven Elementen. Anstatt neue Gewürze auszuprobieren und auf neue Rezepte zu setzen, werden einfach wieder die bewährten Dosenravioli in die Mikrowelle gestellt. Dass einmal nicht die Jedi im Mittelpunkt stehen, ist dabei ein guter Ansatz, aber wenn dadurch sofort alle Figuren blass und egal werden, kann das auch nicht der richtige Weg sein. Egal, zurück zum Thema:
    Jeder zieht ja aus SW unterschiedliche Sachen und bei mir hat sich nun mittlerweile ganz klar herauskristallisiert, dass ich gerne den coolen Schurken Han Solo sehe, gerne von der eitlen aber gutherzigen Leia und von dem gesamten Trio rund um Luke erfahre. Also sehen möchte, wie sich ihre Freundschaften bilden, wie sie Familie werden und sich für einander opfern. Vielleicht auch mehr vom rätselhaften Ben Kenobi aus den alten Teilen oder von Vaders Beziehung zu Luke und dann ab und zu eine abgefahrene Kreatur wie Jabba oder das Müllschacht-Monster. Insgesamt jedenfalls weitaus weniger (eigentlich gar nicht) interessiert bin ich an Raumschlachten, AT-ATs, Lichtschwertern, X-Wings, piependen Droiden und den ganzen Sci-Fi-Elementen, die für viele Star Wars scheinbar sogar ausmachen. Klar gehört das mit dazu, aber es sind für mich nur kleine und nebensächliche Elemente im World-Building, während die ursprüngliche Triologie auf ganz anderen Ebenen operiert. Und genau das ist vermutlich das, was Disney anders sieht. Zumindest tendenziell – und das Schlimme daran ist, dass sie genau diese Elemente aber nicht weiterentwickeln. Die ursprüngliche Trilogie hat vor fast 40 Jahren eine Vielfalt kreativer Grundbausteine gelegt, an denen man sich nun Jahr für Jahr wieder bedient und jedes Mal scheinbar wieder einen Applaus für das x-te Einbauen eines Tie-Fighters oder Todessterns erwartet. Genau wie Thomas vermisse ich hingegen schmerzlich die großen Charaktermomente (die in TFA zwar in Ansätzen vorhanden waren aber noch etwas gezwungen wirkten), in denen R1 sang- und klanglos versagt. Ich war regelrecht entsetzt, wie wenig ich mich für die Figuren interessiere und ich konnte nach dem Film außer Dschinn und Kastanie keine mehr beim Namen nennen… Ne moment, der hieß ja Kästchen.

    Tamino: Zu dem Punkt, dass du es in Sachen Fanservice sinnvoll findest, dass das Imperium die AT-ATs auf der Insel einsetzt. Also für mich ergibt es keinerlei Sinn, dass das Imperium diese unfassbar unpraktischen Dinger überhaupt irgendwo einsetzt ;). Als corny 70er Entwurf gehen die durch, aber in so einem ernsten Film wie R1 sind diese wandelnden Fehlkonstruktionen, die ständig umkippen und explodieren, völlig inakzeptabel. Genauso inakzeptabel wie der furchtbar konstruierte dritte Akt. Ja, die Action war kompetent inszeniert, aber steril wie eine Spritze. Und alles andere ergab keinen Sinn. Hier erneut natürlich der Punkt der Inkompetenz des Imperiums, insbesondere der Trooper – schlimmer als die Battle Droids aus den Prequels. Nichts wird getroffen und eine Handvoll Rebellen können eine gesamte, hochmoderne und bestens ausgerüstete Militärbasis des Imperiums lahmlegen. Schon alleine die Landeerlaubnis im Kernpunkt der gesamten strategischen Ausrichtung ohne größere Sicherheitsmaßnahmen zu erteilen, geht mir nicht in den Kopf. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Pläne des Todessterns auf einer dicken Diskette in irgendeinem unbewachten Turm untergebracht werden und dass man diese Pläne erst noch 50 Meter hoch auf die Spitze einer Riesenantenne tragen und in das passende Diskettenlaufwerk eingeben muss, um sie dann raus ins All übertragen zu können, wo sie dann auch nur ein einziges Mal auf einer anderen Diskette abgespeichert werden, anstatt sie sofort an alle Schiffe zu verteilen und in verschiedene Raumrichtungen abzuhauen mit Lichtgeschwindigkeit. Man sollte meinen, dass in einer Ära von Todessternen, Kraftfeldern, die ganze Planeten umschließen und Lichtgeschwindigkeit-Raumschiffen keine Daten mehr in einem Kästchen von A nach B getragen werden müssten. Ich könnte das noch weiter ausführen, will diesen Kommentar aber nicht zu sehr in einen Rant umschlagen lassen. Was ich meine, ist im Prinzip folgendes: R1 will ernst und düster sein, ist aber inkonsistent und nicht gut durchdacht und diese beiden Dinge gehen für mich nicht zusammen, daher stören mich solche vermeintlichen Kleinigkeiten im Gesamtkontext dann doch sehr. Ähnlich wie bei Gravity oder Interstellar. Zusammen mit der Tatsache, dass ich (wie gesagt) eigentlich nur Ben Mendelsohn loben kann, bleibt da nicht mehr viel. Auch denke ich, dass sich in einem Jahr kaum mehr jemand wirklich an diesen Film erinnern wird. Welche denkwürdigen Momente gab es denn? Worauf wird man zurückblicken? Auf “den einen Asiaten da mit der Gatling-Gun”?

    Ich hatte ja bisher gedacht, dass wir da ähnlich denken, aber anscheinend ist das doch nicht der Fall und ihr seid auch nur recht kurz auf diesen spannenden Punkt eingegangen, daher: Was ist denn für euch nun letzten Ende Star Wars? Versetzen euch X-Wings wirklich schon in leichte Euphorie? Oder lässt sich das vielleicht sogar gar nicht getrennt betrachten für euch? Das würde mich wirklich sehr interessieren.

    • SecondUnitTamino

      Als wir in Berlin geplaudert haben, dachte ich auch, dass wir filmisch sehr ähnlich ticken, aber vermutlich bezieht sich das eher – in Ermangelung eines besseren Ausdrucks – auf “als gehaltvoll angelegte” Filme.

      Viele Arten der Kritik die du hier ansprichst könnte man doch wirklich gegenüber so gut wie allen Filmen in der Art von Blockbustern, Actionern oder “Unterhaltungsfilmen” äußern. Wieso können zwei Hobbits das mächtigste Wesen in Mittelerde quasi im Alleingang stürzen? Wieso hat Mount Doom überhaupt einen Eingang (und dazu noch unbewacht)? Die gesamte Macht von Sauron hängt davon ab, dass niemand den im Grunde unzerstörbaren Ring in dieses eine Feuer wirft, das sich NUR hier an diesem einen Ort befindet, gleich neben Sauron selbst. Dass überhaupt irgendjemand dahin gelangen sollte, noch dazu zwei luschige Halblinge, sollte per se ausgeschlossen sein. Finde ich das toll? Nein. Wünsche ich mir, dass das besser durchdacht wäre? Ja. Aber halte ich deswegen den ganzen Film mit seinen tollen Figuren, dem großartigen World-Building, den aufwändigen Kostümen und Sets etc. für Mist? Noch viel weniger. Das knüpft jetzt vielleicht an unsere Diskussion zu ENEMY an: muss jeder Film eine ausgeklügelte Geschichte haben? Ist das der Kern eines jedweden Werkes, völlig Genre-unabhängig? Ich würde sagen: nein. Wünschenswert ist eine solche sicherlich in den allermeisten Fällen, aber wenn ich jeden Film sofort mit einer Handbewegung wegwische, der dies nicht hat, dann würde sich die Auswahl an prinzipiell anschaubaren Filmen vermutlich um mehr als 80% verringern.

      Ich stelle mir inzwischen die Frage (auch da ich ja noch deine Aussagen zu JURASSIC PARK im Kopf habe), welche Blockbuster(-ähnliche) Filme dir denn überhaupt etwas geben. Für die alte Star Wars Trilogie scheinst du ja etwas übrig zu haben, aber die hat doch genau so viele Plotholes und inhaltliche Ungereimtheiten wie ROGUE ONE. Nur weil ROGUE ONE jetzt etwas ernster im Ton ist, sehe ich nicht, warum mich plötzlich die gleichen Kritikpunkte so viel mehr stören sollten, dass ich den ganzen Film einfach nur mies finde. EPISODE IV und VI haben für meinen Geschmack sogar viel haarsträubendere Plotholes als ROGUE ONE. In ersterem führen unsere idiotischen Helden den Todesstern mal eben zu ihrer geheimen Rebellenbasis und in letzterem wird das Imperium von mit Stöcken und Steinen “bewaffneten” Teddybären besiegt. Unglaubwürdiger als das wird es doch wohl kaum. Und das ist dort völlig ok, weil der Tone weniger ernst ist? Hmm. Es ist ja nun nicht so, dass die alten Filme quasi auf einer Ebene wie NAKED GUN operierten und ROGUE ONE so Ernst wie DIE JAGD ist. Was die Prequels genremäßig sind, kann ich zwar nicht wirklich sagen, aber alle anderen Star Wars Werke sollten sich recht klar als Space Adventure Filme klassifizieren lassen. Nur weil in ROGUE ONE mehr und ernster gekämpft wird, ist er nicht gleich PLATOON oder FULL METAL JACKET. Außerdem gab es in der alten Trilogie doch auch zig ernste oder gewichtige Momente. Gehen die alle durch Plotholes in einem – wie man nicht vergessen sollte – Space Opera- bis hin zu Fantasy-Film verloren, obwohl sie bisher in jedem einzelnen Werk dieser Gattung zu finden waren?

      “Insgesamt jedenfalls weitaus weniger (eigentlich gar nicht) interessiert bin ich an Raumschlachten, AT-ATs, Lichtschwertern, X-Wings, piependen Droiden und den ganzen Sci-Fi-Elementen, die für viele Star Wars scheinbar sogar ausmachen. Klar gehört das mit dazu, aber es sind für mich nur kleine und nebensächliche Elemente im World-Building, während die ursprüngliche Triologie auf ganz anderen Ebenen operiert. ”

      Also ich steh ja voll auf DIRTY DANCING, aber dieses Getanze hat mich nie am Film interessiert. JURASSIC PARK fand ich auch immer cool, aber was da andauernd diese öden Saurier sollen, gähn. THE FAST AND THE FURIOUS hat so eine spannende Geschichte, aber warum werden da immer diese Autorennen mit fetzig getunten Fahrzeugen gezeigt? Und warum muss eigentlich in diesen ganzen Schwarzenegger-Filmen permanent geballert werden? Für mich “operieren die alle auf einer anderen Ebene”. Nein ernsthaft, ich mag ja auch die Figuren und deren sich entwickelte Freundschaft in der alten Trilogie, aber bitte, das ist doch nicht der alleinige Kern der Filme und die ganzen ikonoischen Elemente, die Star Wars zeitlos gemacht haben, sind doch nicht nur unbedeutendes oder beliebig austauschbares Beiwerk. Die Geschichte und die Figuren von EPISODE IV-VI sind jetzt nicht gerade eine Revulotion des Kinos. Der junge und unerfahrene Held begibt sich auf ein großes Abenteuer, auf dem er erwachsen wird, weil er durch die Hilfe verschiedener Mentorfiguren schließlich über sich hinaus wächst und den großen, bösen und tiefschwarzen Villain besiegt. Gut gegen Böse, Blau gegen Rot (Lichtschwerter). Dabei triff er eine Figur, die erst ein egoistischer Idiot ist, aber dann der engste Freund des Helden wird. Das ist doch Screenwriting 101, was man vorher und nachher zig Male gesehen hat bzw. noch sehen wird. Klar gibt es auch inhaltlich innovative Aspekte in Star Wars wie die Figur Leia als zur Abwechslung mal toughe Prinzessin oder den Arc, den die Figur des Darth Vader in V und VI bekommt, aber das was Star Wars zu Star Wars gemacht hat, ist doch (nicht offensichtlich?) das World-Building bzw. sein Universum. Die Modelle bzw. Special Effects, die creature- und ship-designs, der Transfer bekannter Aspekte in ein neues Gewand wie z. B. Idee der Jedi, der mystischen “Space Knights”, kombiniert mit Bildern von modern warfare ala WW2. Wenn einen das alles überhaupt nicht interessiert, warum zum Teufel schaut man dann einen Star Wars Film?

      Ich bin niemand, der gleich feucht wird, wenn er einen X-Wing sieht, aber gleichzeitig würde ich niemals sagen, dass es bei Star Wars überhaupt nicht um all die Dinge geht, die dich anscheinend überhaupt nicht interessieren. Es geht natürlich letztendlich darum, dass die einzelnen Elemente des wundervollen Star Wars Universum vernünftig und ergiebig eingesetzt bzw. verarbeitet werden. ROGUE ONE ist – wie ich auch in der Episode gesagt habe – weit entfernt von einem fehlerlosen Film

      Als letzte Randnotiz: Warum du und Christian Ben Mendelssohn so loben, verstehe ich übrigens gar nicht. Oder genauer gesagt: GAR NICHT. Ich kenne ihn soweit ich mich erinnere nicht aus anderen Filmen – kann also nichts über ihn als Darsteller an sich sagen – aber sein Charakter hat mir im Film überhaupt nicht gefallen, weswegen ich auch schon einmal nur schwer sein Schauspiel loben könnte. Wenn man eine in JEDER Szene übertrieben böse Figur darstellen soll, dann war das vielleicht angemessen? Das kann allerdings jeder halbwegs begabte Schauspieler. Vielschichtigkeit oder Eigenschaften einer Figur wie eine eigenwillige Verschrobenheit o. Ä. zu spielen ist schwierig, aber eine simple und AUSSCHLIEßLICH böse Figur wie die hier? Wo war hier eine besondere Leistung? Das soll jetzt kein Vorwurf gegenüber dem Darsteller sein, sondern einfach die Feststellung, dass man so eine Figur einfach nicht besonders gut spielen kann. Für gutes Spiel liefert sie überhaupt keinen Nährboden. Ehrlich gesagt war diese Figur das einzige, was mich bei der Sichtung genervt hat. Vor allem die Szene, als sie die ganzen Wissenschaftler erschießen lässt. Ich dachte die ganze Zeit nur: “bitte, bitte jetzt nicht dieses Überklischee bringen…”

      • Familienpapa

        “Aber halte ich deswegen den ganzen Film mit seinen tollen Figuren, dem großartigen World-Building, den aufwändigen Kostümen und Sets etc. für Mist?”

        Wie du schon sagst, sind in HdR die Figuren toll, das World-Building großartig und die Kostüme und Sets aufwändig. Diese Vorteile kann ich in R1 allerdings nicht ausmachen. Über Kostüme und Sets ließe sich vermutlich streiten, obwohl ich mich wiederholen und sagen muss, dass mir die Welt in R1 zu sehr nach poliertem Plastik und glänzender Sterilität aussieht, aufwändig hin oder her. Das World-Building ist katastrophal unkreativ und belanglos. Lediglich vom Insel-Setting ging eine gewisse Frische aus, der Rest ist Copy&Paste der anderen Teile, wobei manche Trooper halt mal Schwarz statt Weiß sind. Man verweilt an den einzelnen Schauplätzen auch viel zu kurz, als dass man irgendwie von einer Immersion reden könnte (Über die Figuren wurde ja inzwischen schon genug gesagt).
        Und um an die Enemy-Diskussion anzuknüpfen: Dort stellte ich dir diese Fragen eigentlich eher, weil du die Form des Films quasi nicht akzeptierst als Konzept. Hier verhält es sich ein klein wenig anders, da ich R1 definitiv als Film anerkenne, nur eben als hässliches, fünftes Rad an einem sonst funktionstüchtigen Auto. Wäre es wenigstens ein schönes fünftes Rad, wäre es zwar immer noch sinnlos, aber wenigstens hübsch anzusehen – so wie TFA ungefähr.

        “Nur weil ROGUE ONE jetzt etwas ernster im Ton ist, sehe ich nicht, warum mich plötzlich die gleichen Kritikpunkte so viel mehr stören sollten, dass ich den ganzen Film einfach nur mies finde.”

        Da ist sicherlich etwas dran. Und ich kann dir eine Begründung auch nur aus meiner höchst subjektiven Sichtweise schildern. Es verhält sich etwa so: In Star Wars machen Tie-Fighter komische Brüll-Geräusche, wenn sie durch das All düsen – stört mich nicht, da es nicht darum geht. In Gravity klopfen sich die Macher alle ganz selbsttrunken auf die Schulter, wenn sie gleich zu Beginn verlauten lassen, dass es ja im All kein schwingendes Medium und somit auch keinen Schall gibt. Etwa 20 Minuten später verletzen sie aber sämtliche Gesetze der Impulserhaltung und Sandra Bullock steuert mit einem Feuerlöscher von Raumschiff zu Raumschiff – stört mich, da es darum ja gerade geht. Auf SW übertragen würde ich das nun so formulieren: Die ursprünglichen Filme entstanden in anderen Zeiten und hatten gänzlich andere Ansprüche als es Filme im Jahr 2016 haben. Filmkultur und Publikum haben sich verändert. Auch lagen dem Projekt mit dem Dreh in der Wüste und den Geldern schon genug andere Steine im Weg, sodass ich sehr glücklich darüber sein kann, was für ein charmantes Abenteuer mit liebenswerten Figuren daraus erwachsen ist. Springen wir aber 40 Jahre nach vorne, so ist Star Wars ein Riesen-Franchise und in den Händen vom wohl größten und einflussreichsten Filmkonzern der Gegenwart. Tausende Fachkräfte arbeiten sehr lange und sehr geplant, bis so ein Film letztlich in die Kinos gelangt, jede Entscheidung wird auf die Goldwaage gelegt. Das Resultat ist dennoch ein von Plotholes und langweiligen Figuren durchzogenes Plagiat der alten Filme – ich muss hier also mit zweierlei Maß messen und sagen, dass ich das in dieser Situation nicht einfach akzeptieren kann. Erst recht nicht, wenn die große Nachricht und vermeintliche Daseinsberechtigung von R1 ist, dass ein komplett anderer Ansatz über einen düstereren und realistischer gehaltenen Film gewählt wurde. Wenn dann nämlich immer noch Trooper ständig daneben schießen, ist das einfach nicht mehr corny und “irgendwie ganz nett”, sondern lästig und zum Augen verdrehen. Wenn K2S0 die Schleusen zur Datenkammer versperrt und 30 Sekunden lang seine letzte Abschiedsrede hält (an der vermutlich mehrere Drehbuchautoren geschrieben haben und die wahrscheinlich mehrmals vor einem Testpublikum lief, um maximale emotionale Wirkung zu erzielen), während unentwegt aus 5m Entfernung etwa 30 Trooper auf ihn einschießen, kann ich einfach nicht mehr in das Geschehen involviert sein, sondern muss mich fragen, was das da gerade soll.
        Der Fairness halber will ich hier aber erwähnen, dass ich auch R2D2 und C3PO schon immer nervtötend fand, ebenso wie die von dir völlig zurecht erwähnten Plüsch-Bären aus Teil 6 (den ich genau deswegen auch nur “okay” finde). Die Frage bleibt letztlich, wie sehr man bereit ist, gewisse Makel zu akzeptieren und wo man für sich die Grenze zieht. Nur liegt diese Grenze ja bei jedem Film an anderer Stelle, daher kann man vermutlich nicht sonderlich allgemein darüber diskutieren. Deshalb abschließend die etwas unbefriedigende Antwort, dass R1 diese Grenze bei mir deutlich überschritten hat.

        Sicherlich hast du recht und damals vor 40 Jahren sind die Leute ausgeflippt ob der ganzen tollen und neuartigen Sci-Fi-Elemente in Star Wars und sicherlich sind es auch diese Elemente, die diese Filme noch bis in die Gegenwart scheinen lassen. Es muss ja schließlich einen Grund dafür geben, warum jeder einzelne Star Wars Film/Comic/etc. nach Ep6 diese Elemente wieder verwendet hat. Ich weiß nicht, welche Beweggründe (außer Admiral Ackbar ;) du hast, dir die alte Trilogie wieder anzusehen, aber sind es tatsächlich Todessterne und AT-STs? Irgendwann war das alles mal toll, ja. Dennoch: Man kommt wegen der neuen Sci-Fi-Elemente, bleiben tut man aber wegen der Figuren und des Plots. Was mich betrifft, kann ich zumindest sagen, dass die ganze Spielzeug-Industrie und all das Franchising rund um SW einem die X-Wings so tief in die Augen gebohrt hat, dass ich das alles nicht mehr sehen mag. Kennst du zufällig die österreichische Dokumentation “Tierische Liebe” von Ulrich Seidl? Dort wird ein Hund so lange penetrant gestreichelt, bis er nach seinem Herrchen schnappt. So oder so ähnlich fühle ich mich in Sachen SW inzwischen. All die penetranten X-Wing-Zahnbürsten, Tie-Fighter-Strümpfe und was es nicht alles gibt, nehmen einem doch die Lust, diese Dinge zu würdigen. Auch mit dem Gekreische der Youtuber, die Tränenausbrüche bekommen, wenn man im Trailer Darth Vader sieht, kann man sich doch unmöglich mehr identifizieren wollen. Ich glaube, Christian hatte es in eurem Cast ja auch erwähnt: Die Diskussionen im Internet werden immer absurder. Es gibt keine Graustufen mehr, es wird nur noch gehasst oder geliebt, beides relativ rücksichtslos. Und diese völlig hemmungslos übertriebene Euphorie gegenüber sämtlichen SW-Elementen hat vermutlich irgendeine Illusion geschaffen, die suggeriert, die alte Trilogie bestünde nur aus diesen Sachen und all der Kleber (eben Figuren, Handlung, Charme etc.) dazwischen wird verwechselt mit Nebensächlichkeiten, die die Trilogie noch zusätzlich in der Qualität anhob. Für mich ist es jedenfalls genau andersherum. Für mich ist ein AT-AT ein Kleber und diesbezüglich war der neue Film einfach zu klebrig. RLM hatten da recht gut ausgedrückt, was ich an den alten Teilen schätze: “There is a charming simplicity to it”. Zwar bezogen auf das Spielzeug, aber auf die Filme lässt sich das meiner Meinung nach genauso gut projizieren.

        Dein Anti-Beispiel finde ich übrigens gar nicht so abwegig. Der Kritkpunkt, dass einem in der Fast&Furious-Reihe zu viele Auto-Action-Szenen enthalten sind, ist doch völlig legitim, selbst wenn man ein Fan eben dieser ist. Nach 8 Filmen (oder wie weit die mittlerweile sind) zu einer Reihe langt es irgendwann nicht mehr, die alt bewährten Sachen zu präsentieren. Es muss weiterentwickelt werden, wofür in vorangegangenen Teilen das Fundament gelegt wurde, ansonsten ist eine Fortsetzung redundant. Und das meine ich auch im Hinblick auf SW. Die Reihe an sich nur als Vehikel für einen neuen Weltraum-Actioner zu verwenden, genügt mir nicht. Und mehr als gut inszenierte Action bietet R1 nicht. TFA hat sicher noch weniger eine Daseinsberechtigung, da magst du recht haben, aber er funktioniert als Film einfach besser. Mögen muss man ihn deshalb nicht (und ich bin mir auch selbst gar nicht sicher, ob ich ihn mag), aber man kann ihm gewisse Stärken schon attestieren, wo man bei R1 wirklich mit der Lupe suchen muss. Wie dich die Figuren berühren konnten, kann ich nicht verstehen. So gar nicht. Aber deine Emotionen soll eh mal einer verstehen :D Ich habe es bei IB ja inzwischen aufgegeben. Jedenfalls habe ich keine Lust, jedes Jahr ab jetzt X-Wings beklatschen zu müssen oder irgendeine Verwandschaftsgeschichte zu erdulden. Falls sich da also nicht schleunigst etwas ändert, werde ich dieses Universum fortan so ignorieren, wie ich mich bei Marvel und DC dazu gezwungen sehe.

        ” Es geht natürlich letztendlich darum, dass die einzelnen Elemente des wundervollen Star Wars Universum vernünftig und ergiebig eingesetzt bzw. verarbeitet werden.”

        Genau. Vielleicht sollte ich abschließend noch kurz erwähnen, dass ich mit “nicht interessieren” gemeint habe, dass diese Elemente nicht der Grund für einen Kinobesuch sein können. Als ich damals von Ep7 erfahren habe, habe ich nicht gedacht “Juhu, endlich wieder X-Wings, wann geht’s los?”, sondern “Oha, da bin ich mal gespannt, was sie mit Luke und seiner Geschichte machen werden”. Wenn das zweite aber (wie im Falle von R1) eigentlich nur der Action untergeordnet wird, kann ich damit nicht viel anfangen, denn vom ersten hat man doch inzwischen genug gesehen. Vielleicht kannst du mit der Aussage jetzt mehr anfangen.

        • Weltraumhirsch

          “Aber halte ich deswegen den ganzen Film mit seinen tollen Figuren, dem großartigen World-Building, den aufwändigen Kostümen und Sets etc. für Mist”

          Kann man auch auf Star Trek Into Darkness anwenden.
          Mir scheint, hier wird mit ganz zweierlei Maß gemessen. Wenn ich schon ankomme mit “was soll man von einem Blockbuster erwarten”, dann muss man entweder alle gleichermaßen kritisieren oder keinen. Da ist der ein oder andere in seiner über die Zeit formulierten Kritik aber hochgradig inkonsequent.

          Wenn es sowas wie objektive Filmkritik gibt, was ich mit jeder Faser verneine, dann ist R1 kein guter Film, weil er die genau gleichen Fehler begeht, wie sie auch schon etliche Male hier im Podcast bezogen auf andere Filme festgestellt wurden.

          • SecondUnitTamino

            Ich glaube deine gesamten Posts in den letzten zwei Jahren hier könnte man alle übereinander legen und man würde sie immer noch lesen können.

            Ganz ohne Feindschaft und einfach als ehrliche Frage: warum postest du hier überhaupt noch? Du gehst NIE konkret auf etwas ein was ich im Podcast gesagt oder hier in den Kommentaren geschrieben habe. Du sagst JEDES Mal nur, dass es keine objektive Kritik gäbe und dass ich jeden Film mit zweierlei Maßen messen würde. Willst du hier diskutieren oder mir immer wieder die gleichen Vorwürfe machen ohne auf meine Ausführungen zu dem einzugehen, was ich “objektive Kritik” nenne? Hast du diese Folge hier überhaupt gehört, in der ich das am Ende recht deutlich ausgeführt habe? Denkst du eigentlich über eine andere Meinung nach, bevor du sie als den dümmsten Schwachsinn ever abtust?

            Zu INTO DARKNESS: es gibt einen gewaltigen Unterschied von gewöhnlichen Plot-Holes zu einer Story, die hinten und vorne keinen Sinn ergibt, bekannte Figuren pervertiert (mit dem Highlight dass Spok zu Bud Spencer wirft), einen alten Stark Trek Film auf stumpfsinnige Weise mirrort und Menschen mit Tribble-Blut von den Toten auferstehen oder seine Figuren voreinander strippen lässt. Plotholes waren da mein geringstes Problem. INTO DARKNESS ist ein Film, der mich dazu veranlasst, meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen – immer und immer wieder. In ROGUE ONE treffen die Stormtrooper nicht und es macht keinen Sinn, dass sie die Übertragung nur oben auf der Antenne abschicken kann. Exakt das gleiche. Sigh…

          • Weltraumhirsch

            Hm? Ich habe dich sogar zitiert und mich explizit darauf bezogen? Wie du jetzt zu der Aussage kommst, ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar.
            Für mich sind genau die angesprochenen Dinge schlagende Beispiele dafür, wie austauschbar eine Bewertung letztlich ist, weil sie weniger von objektiv messbaren Tatsachen determiniert wird, sondern eher die Summe einer überzeugenden Argumentationskette und damit nicht vom Film, sondern Rezipienten ausgeht.
            Das ist auch gar kein Grund unsachlich und persönlich werden zu müssen.

        • SecondUnitTamino

          Den Vergleich mit LotR habe ich nicht ganz so spezifisch gemeint, wie du ihn verstanden hast. Ich wollte damit einfach nur allgemein sagen, dass man nicht nur anhand von Plot-Holes einen Film sofort als Fehlschlag bezeichnen sollte. Gerade an dem World-Building und den Figuren kränkelt es bei ROGUE ONE sicherlich, was wir ja auch ausführlichst im Cast erläutert haben. Dennoch würde ich nicht sagen, dass R1 das miesteste World-Building oder die langweiligsten Charaktere ever hätte. Für meinen Geschmack war das so gerade noch ok. Auch als Star Wars Fan muss ich ehrlich sagen, dass ich jetzt vonvornherein keine Figurenzeichnungen ala HEAT oder INGLOURIOUS BASTERDS erwartet habe. Ich war nach meiner Sichtung sogar ziemlich erstaunt, wie krass die gesamte Welt gegenüber den Figuren am wettern zu sein scheint. Ich verstehe einigermaßen, wer sie sind und was sie wollen und als Symbole für gewisse Einstellungen funktionieren sie für meinen Geschmack ganz gut (wobei ich es immer schade finde, wenn eine Figur hauptsächlich dies ist).

          Die Formulierung “fünftes Rad am Wagen” wäre mir jetzt gerade nicht bei R1 sondern bei TFA in den Sinn gekommen, da der ja wirklich zu quasi 50% all das ist, was es schon einmal gegeben hat. Musste man die Geschichte von ROGUE ONE erzählen? Natürlich nicht, aber ich konnte mich an hier weitaus mehr erfreuen als an TFA und ganz zu schweigen von den Prequels natürlich. Ich empfinde den Film in keiner Weise als überflüssig, da er von der Machart und vom Inhalt – unabhängig von den diesbezüglichen Problemen – immerhin so anders ist (dazu noch weiter unten).

          Dein Punkt mit der Entwicklung des Mediums Film ist natürlich wichtig und interessant, bietet aber vermutlich mal wieder genug Stoff für eine ganz eigene Diskussion. Ich denke ich empfinde das auch nicht ganz so wie du. Bei JAMES BOND, von dem ich jetzt nie so der riesen Fan war, fand ich z. B. im Gegenteil die Entscheidung total befremdlich, mit SKYFALL plötzlich einen auf Charakterdrama zu machen. Da dachte ich nur: was soll das? Nicht weil ich ernste Filme an sich doof fände und nicht mal, weil das Drama natürlich nicht gut war, sondern weil ich das Argument, dass man heutzutage so naive Filme nicht mehr machen könne und sie deswegen anders aufziehen müsse, überhaupt nicht unterschreibe. Entweder sagt man, James Bond funktioniert immer noch oder man sagt, ich mache eben keine Filme mehr davon, weil es nicht mehr zeitgemäß ist. Aber warum soll man ein Franchise lieber in etwas verwandeln, dass es früher nicht war als gleich etwas völlig anderes zu machen? Meiner Erfahrung nach kommt dann eben meistens so etwas wie INTO DARKNESS dabei heraus – und viel schlechter wird es nicht mehr. Aber klar, man würde vermutlich mehr als 50% der Einnahmen verlieren, wenn Daniel Craig in SKYFALL nicht James Bond sondern Hans Müller hieße. Als anderes Beispiel fällt mir noch CREED ein, den ich zwar überraschenderweise sehr mochte, aber dessen fehlende Cornyness mich im Kontext der Rocky-Reihe gerade sogar etwas vor den Kopf gestoßen hat. Da wird dann z. B. über den bewegenden Tod von Apollo Creed gesprochen und was für Auswirkungen der für dessen Sohn gehabt hat, während ich im Geiste gerade am Lachen darüber bin, dass der ja in Teil 4 auf bescheuerte Weise von Dolph Lundgren tot geprügelt wurde.

          Ein sich Entwickeln zum Modernen innerhalb einer Reihe muss also nicht zwangsläufig einwandfrei funktionieren. Gleichzeitig finde ich es unfair, alten Filmen Plotholes mehr vorzuwerfen als neuen. Mich sören die bei ROGUE ONE genau im gleichen Maße wie bei der alten Trilogie. Und nichts hat mich bei der soviel gestört wie die Ewoks, weswegen ich momentan ungefähr das Gefühl habe, das R1 und EPISODE IV etwa auf dem gleichen Niveau einer schwachen 8/10 bei mir sind. Gerade die zweite Hälfte von EPISODE IV könnte man für meinen Geschmack in recht ähnlicher Hinsicht wie du hier in Grund und Boden kritisieren. Aber all die gleichen Punkte stören dich dort so viel weniger, dass du den einen Film magst und den anderen überhaupt nicht? Finde ich jetzt recht schwer nachzuvollziehen. Wenn Filme ein ähnliches Genre haben oder generell sehr ähnlich operieren, dann ist es für meine persönliche Rezeption völlig egal, von wann sie stammen. Ich kann dann zwar in einer Diskussion sagen, man könne eher verstehen, woher die Limitierungen stammten, aber ich kann sie doch nicht mehr genießen, nur weil ich die Ursachen für ihre Unzulänglichkeiten verstehe. Ganz platt gesagt ist das übrigens einer der Hauptgründe, warum ich so wenig “alte” Filme mag. Wenn ich einen Film wie HEAT schaue und dann in Bezug auf das Schauspiel oder das Drama in den 50ern eine vergleichbare Qualität suche, dann – für mein persönliches Empfinden – stinken diese Filme dazu geradezu ab. Übertriebener Musikeinsatz, unglaubwürdiges Schauspiel, so gut wie keine Atmosphäre usw. Wenn ich PATHS OF GLORY oder ON THE WATERFRONT schaue, dann bin ich eher angeödet als involviert in deren Themen oder Figuren. Ich finde es zwar interessant, wie diese Filme damals gemacht wurden, aber bewegen die mich ansatzweise so, wie es ein modernes Drama vermag? Hell no. Also wie gesagt, ich lege nicht einen eigenen Maßstab an Filme in Bezug auf ihre Dekade an. Ich mag eben nicht so viele Filme aus den 80ern und 90ern, weil ich ihnen in Bezug auf ihre temporale Beschränktheit ihre Schwächen verzeihen könnte, sondern weil ich der Meinung bin, dass Filme damals in vielerlei Hinsicht einfach besser waren als heute, natürlich ganz vereinfacht ausgedrückt in der Form, aber ich will den Punkt jetzt nicht noch weiter ausführen.

          Ich muss jetzt wirklich nochmal ganz konkret auf die Formulierung “Plagiat der alten Filme” eingehen. Ich verstehe diese Bezeichnung wirklich ÜBERHAUPT nicht (ich würde das am liebsten noch in Schriftgröße 50 anzeigen lassen). Wie soll man denn überhaupt noch einen Star Wars Film machen, wenn nicht mal AT-ATs oder Star Destroyer darin vorkommen dürfen? Oder anders gefragt: Wenn man wirklich nichts von den alten Filmen übernehmen darf, warum mache ich dann überhaupt einen Film, den ich “Star Wars” nennen möchte? ROGUE ONE ist der bisher einzige SW-Film, der so gut wie keine Lichtschwerter oder die Macht beinhaltet, in dem es nicht um die Skywalker-Familie geht und der sich vom Tone her auch noch einigermaßen von den anderen Filmen unterscheidet – und sogar die Rebellion zum ersten Mal nicht nur als die strahlenden Good Guys, sondern in einem etwas zwiespältigen bis hin düsteren Licht zeigt. Und er ist trotzdem ein “Plagiat”, weil das Imperium immer noch in Star Destroyern durchs All fliegt? Ich könnte eher noch die Leute verstehen, die behaupten, dass der Film nur noch so WENIG Star Wars ist, dass sie damit nicht mehr klar kämen (was ich aber persönlich ebenfalls überhaupt nicht unterschreiben würde. Die “Dosis” Star Wars war genau richtig). Mir klingt das bei dir fast so, als wolltest du, dass eine Band auf jedem ihrer Alben nicht nur andere Songs veröffentlicht, sondern gleich andere Instrumente benutzt oder am besten noch das gesamte Personal austauscht. Aber wofür steht dann der Name der Band überhaupt noch?

          Ich kann das für mich jedenfalls echt so klar sagen: bei allen Problemen, die ich genauso wie du in ROGUE ONE sehe, das LETZTE was ich dem Film vorwerfen würde ist, dass er zu ähnlich wie irgendein vergangener SW-Film ist oder sich zu sehr auf Fan-Service verließe. Darth Vader war purer Fan-Service, ja, aber ansonsten kam mir NICHTS im Film so vor als sei es nur reingeschustert worden, um Fans glücklich zu machen. Es gab natürlich einige Nods und Anspielungen an die alten Werke, aber wo ist das Problem dabei, wenn die beiden Typen aus der Cantina in EPISODE IV für 10 Sekunden im Bild sind? Ich finde das ganz nett. Wenn einen das schon stört, was sagt man denn dann erst, wenn in Zukunft EIN GESAMTER FILM über Han Solo gemacht wird (was ich natürlich auch super schade finde). Wird R1 schon zu einem “Plagiat”, weil R2D2 zweimal piept? Ich habe nichts dagegen, wenn Tie-Fighter und Mon-Calamari in einem Film eines Franchises erneut auftauchen, weil sie eben Teil dieses Universums sind. Was mich aber stört ist, wenn es IMMER nur um die Skywalkers und Han Solo geht, wenn man sich NUR mit dem Millenium Falcon durchs All bewegen kann, wenn das Finale IMMER daraus bestehen muss, dass X-Wings gegen Tie-Fighter vor einer planetenartigen Kampfstation kämpfen (DREImal gab es das jetzt und es wird jedes Mal ätzender) und wenn der Villain IMMER ein maskierter Mensch in Schwarz mit einem roten Lichtschwert ist. Ist das wirklich eine so unverständliche Sichtweise? Man sieht dabei keinen signifikanten Unterschied von R1 zu TFA?

          PS: Ich habe die Tage seit etwas längerer Zeit mal wieder INGLOURIOUS BASTERDS gesehen und musste bei der Sichtung natürlich an unser Gespräch denken. Momentan ist der Film mein alleiniger Lieblingsfilm. Ich kenne einfach kein Werk, was so viele großartige darstellerische Leistungen hat, so gekonnt gleichzeitig Karikatur, Groteske, schwarze Komödie und großartiges, ernstzunehmendes Drama ist. Und was die emotionale Involviertheit angeht, kann ich einfach nur sagen, dass ich von Anfang bis Ende total drin bin. Ich weiß auch nicht, wie ich das noch besser erklären könnte als zu sagen: Guck dir doch einfach jede Szene an ;-)

          • Weltraumhirsch

            Skyfall ist ein wunderbarer Film! Hat richtig Spaß gemacht, endlich wieder ein richtig guter Bond!

          • Familienpapa

            Dass dich Plotholes bei komplett verschiedenen Filmen gleich stören, verstehe ich zwar nicht so ganz, aber muss es wohl so hinnehmen. Ich habe ja bereits einen Erklärungsversuch abgegeben, warum das bei mir nicht der Fall ist. Vielleicht ist es auch ein genereller Unmut gegenüber modernen Blockbustern, der mich da ein bisschen negativ beeinflusst in meiner Fairness.

            “Gerade die zweite Hälfte von EPISODE IV könnte man für meinen Geschmack in recht ähnlicher Hinsicht wie du hier in Grund und Boden kritisieren. Aber all die gleichen Punkte stören dich dort so viel weniger, dass du den einen Film magst und den anderen überhaupt nicht?”

            Da du davor gerade von Ewoks geredet hast: Meinst du vielleicht Episode VI? Wenn ja, dann: Natürlich stören mich diese Kuscheltiere dort auch enorm und ich hatte ja auch bereits erwähnt, dass ich Ep6 nur im gehobenen Durchschnitt ansiedle. Von R1 ist er aber alleine schon wegen Han und Luke noch ein Stück entfernt. Ich finde die Entwicklung von Luke zwischen 5 und 6 sehr interessant und sie verleiht dem Film eine spannende Note, besonders in der anschließenden Konfrontation mit seinem Vater, in der von ihm so eine Gefasstheit und Ruhe ausgeht. Falls du Ep4 meinst, musst du schon genauer sagen, inwiefern dessen Hälfte ähnlich wie R1 zu kritisieren ist, denn dort habe ich ja schließlich einen markanten Helden, dessen Erfolg und Schicksal mir sehr am Herzen hängt, da ich an seinen Träumen und Sehnsüchten teilhaben durfte und außerdem habe ich durch Hans plötzliches Auftauchen einen der schönsten Kinomomente generell – In R1 habe ich ein 30 jähriges Model, das irgendwann als Mädchen mal irgendwas erlebt hat und deswegen nun pathetische Reden schwingt, aber anschließend Kästchen im entscheidenden Moment (trotz irgendwie vorhandener Romanze?) im Stich lässt. Mal etwas überspitzt ausgedrückt.

            Was die Vergleichbarkeit von “alten” und “neuen” Filmen angeht: Vermutlich müssen wir diese Diskussion verschieben, sonst sprengt das hier tatsächlich den Rahmen. Ich möchte nur kurz erwähnen, dass es von dir nicht sonderlich fair ist, einen zu Heat ähnlichen Film in den 50ern zu suchen ;) Da wird man natürlich nicht fündig. Einen Wolf of Wall Street beispielsweise wirst du aber schon eher finden. Insgesamt würde ich aber dennoch sagen, dass es einfach daran liegt, dass dein Geschmack nun mal Elemente wertschätzt, die es im damaligen Kino einfach noch nicht gab (oder sehr unterentwickelt). Das Publikum musste ja erst für schweißtreibende Verfolgungsjagden und pulsrasende Feuergefechte (mit zynischem Unterton) sozialisiert werden. Ich merke gerade, dass ich schon wieder ausschweifend werde, daher breche ich das an dieser Stelle mal einfach ab.

            “Ich kann das für mich jedenfalls echt so klar sagen: bei allen Problemen, die ich genauso wie du in ROGUE ONE sehe, das LETZTE was ich dem Film vorwerfen würde ist, dass er zu ähnlich wie irgendein vergangener SW-Film ist oder sich zu sehr auf Fan-Service verließe.”

            Zu den Plagiatsvorwürfen: Bei dir liest sich das so, als hätte ich mich in meiner Kritik auf nichts anderes gestürzt, dabei war das bloß eine Formulierung am Rande bezogen auf die Frage, weshalb mich Plotholes bei R1 mehr stören als bei Ep4 usw. Meine Probleme mit dem Film lagen ja an gänzlich anderen Stellen. Ich gebe dir aber recht, dass diese Formulierung in Bezug auf R1 etwas unglücklich gewählt war, da habe ich nicht sonderlich gründlich drüber nachgedacht. Es stimmt, dass im gesamten Vergleich wohl R1 noch derjenige Film ist, dem man das am letzten vorwerfen sollte. Schlecht finde ich den Film aus den bereits diskutierten Gründen aber trotzdem. Auch stört mich eine 10 sekündige Szene nicht, in der man R2D2 sieht – aber ich kann auch nicht verstehen, was man daran toll finden soll oder inwiefern sie den Film aufwertet. Und sowieso: Lichtschwerter und die Macht wurden in R1 in etwa gleichem Maße thematisiert wie in Ep4, so rein gefühlsmäßig, nur hatte in R1 das Gefasel rund um die Macht einen fast komödiantischen Charakter, weil es entweder von einem blinden Kampfmönch mit Stock (Yoda aus Ep2 lässt grüßen) oder IRGENDEINER Tochter eines Ingenieurs kam. Ich brauche dazu natürlich nicht wieder einen Bademantel tragenden Jedi, mit dem sie verwandt ist, aber vom Bezug her hätte ihre Lines zur Macht und Hoffnung auch ein Ewok vortragen können und wäre nicht weniger glaubhaft gewesen. Mir langt ihre 2 minütige Exposition da einfach nicht, um ihr den rebellischen Märtyrer abzunehmen. Ich denke, dass einem das alles (also die Reduzierung der Macht- und Lichtschwert-Szenen) in R1 trotzdem recht “neu” vorkommt aufgrund des Overkills, mit dem man in den letzten Jahren mit sinnlosen Lichtschwertgefechten bombardiert wurde. Gerade die Prequels haben das SW-Universum diesbezüglich ja so richtig an die Wand gefahren. Mich würde ja interessieren, wie man TFA und R1 im allgemeinen rezipieren würde, wenn es die Prequels nie gegeben hätte.
            Um trotzdem noch kurz beim Thema zu bleiben: Insgesamt finde ich es relativ ernüchternd, dass das SW-Universum im Prinzip seit Ep6 auf der Stelle tritt. Es gibt eigentlich nichts, das hinzugekommen ist und das Universum um irgendeine Dimension bereichert hätte, und das in über 30 Jahren. Im Gegenteil: Mit jedem weiteren Film/Comic/etc. wird entmystifiziert und/oder kaputt gemacht, weil man – und ich glaube dieser Kritikpunkt fiel auch im R1-Review von RLM – mit dem Universum gar nicht mal so viel machen kann, wie man vielleicht denkt. Ich bin inzwischen jedenfalls davon überzeugt, dass es einfach unheimlich schwer ist, noch einen guten Star Wars Film zu drehen.

            Noch kurz am Rande: Dass in einem SW-Film keine Star Destroyer vorkommen dürfen, habe ich nicht gesagt. Mein Argument war, dass ein Star Destroyer alleine nicht langt. Und für mich war R1 eben aufgrund der Abwesenheit aller sonstigen für mich wichtigen Aspekte nichts weiter als eine zusammengewürfelte Ansammlung von SW-Elementen, quasi ein blasser “assemble a team that does stuff and shoots things”-Actioner in einem AT-AT anstatt eines Panzers, aber das wurde ja inzwischen schon breit diskutiert und bei dir hat sich ein Star Wars Feeling eingestellt, während es bei mir ganz gewaltig ausblieb.

            PS: Irgendwann schaue ich mir IB nochmal an. Dann aber mit den Clockwork-Orange-Goggles, damit ich auch ja keine von deinen behaupteten Charaktermomenten verpasse :D Und dann werde ich diesbezüglich vielleicht auch noch neue Kritikpunkte oder eventuell sogar Einsicht finden.

          • SecondUnitTamino

            Nur noch kurz abschließend. Mein Punkt war, dass ich R1 und die alten Star Wars Filme nicht als so verschieden empfinde, dass ich völlig anders auf ihre jeweiligen Ungereimtheiten reagiere. Ich mache das eher vom Genre abhängig und weniger von ihrer Entstehungszeit wie anscheinend du. Bei einem Film wie SEVEN würden mich Plotholes z. B. sehr stören, aber zum Glück hat der keine ;-)

            Ja, ich meinte natürlich VI und nicht IV. Olles Römersystem.

            Das mit HEAT verschieben wir, aber meine Aussagen bezogen sich hier weniger auf die Actionthriller-Elemente als vielmehr auf die Figuren und ihr Drama, die ich dort genau so gerne mag wie die Action. Und sicherlich ist es historisch betrachtet unfair, ältere Filme mit HEAT zu vergleichen, aber das wollte ich ja gerade sagen. Mir ist die Fairness egal, wenn es nur um mein persönliches Viewing Pleasure geht. Sehr vereinfacht gesagt: damals ging es halt in vielerlei Hinsicht nicht besser, aber das macht die Filme trotzdem nicht toller. Natürlich gibt es auch “alte” Filme, die ich gerne mag, aber viel, viel seltener als ab den 80ern.

            Der Plan für deine IB Sichtung klingt spitze. Ich tröpfel dir dann die Flüssigkeit in die Augen und stelle dabei Fragen über die Qualität des Inhalts, auf die ich nur eine Antwort akzeptiere ;-)

      • TheMiddlist

        Also ich steh ja voll auf DIRTY DANCING, aber dieses Getanze hat mich
        nie am Film interessiert. JURASSIC PARK fand ich auch immer cool, aber
        was da andauernd diese öden Saurier sollen, gähn. THE FAST AND THE
        FURIOUS hat so eine spannende Geschichte, aber warum werden da immer
        diese Autorennen mit fetzig getunten Fahrzeugen gezeigt? Und warum muss
        eigentlich in diesen ganzen Schwarzenegger-Filmen permanent geballert
        werden? Für mich “operieren die alle auf einer anderen Ebene”. – bestes Zitat ever :)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Zu deiner konkreten Frage: Ja, ich hab mir in der Tat ein paar Fragen zu Donnie Yens Figur (frag mich echt nicht mehr nach seinem Namen) gestellt! Nicht in der Action, sondern in den ruhigen Momenten. Zum ersten Mal sehen wir nämlich eine Macht-begabte Figur in Star Wars, die eben kein Krieger oder Kämpfer ist. Zumindest nicht primär. Sondern ein Wächter, der vor allem in Meditation die Macht nutzt. Sie als Mantra nutzt. Die eben einen anderen Zugang zu einer (uns) vertrauten Idee findet. Hinzukommt, dass sie blind ist und nicht ständig in irgendwelchen Bademänteln herumläuft.

      Das hat mir sofort gut gefallen. Klar, wie der Rest des Filmes wird nichts draus gemacht, die Blässe der Figur erstickt die Idee und am Ende geht es doch wieder nur um Stormtrooper. Aber wie schon im Cast erwähnt: Die Entscheidung stimmt. Die Idee der Figur ist super!

      (Zu deiner Kinofrage: Kino ist vor allem das gemeinsame Erlebnis; vor, während und nach dem Film ;-))

  • TheMiddlist

    Tolle Folge – ich habe den Film erst jetzt gesehen und die Folge erst jetzt gehört. Die Gedanken, die ihr euch zu ‘Was ist Star Wars’ macht sind toll, wenn ich mir dabei auch etwas dämlich vorkomme, so über einen Unterhaltungsfilm nachzudenken. Eine Kritik, die ich noch nie irgendwo gehört habe, die mir aber sofort beim Filmschauen in den Sinn kam: Warum sollte Darth Vader sich auf einem Planeten ansiedeln, der entweder so aussieht wie der Planet, auf dem er eine schreckliche Niederlage erlebt hat und verstümmelt wurde oder sogar dieser Planet ist? Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, wie Darth Vader wohnt, aber jetzt wo Rogue 1 diese Frage aufgeworfen hat, stelle ich mir eher vor, dass er auf einem Planeten lebt, der entweder an Tatooine oder am Naboo erinnert. Außerdem sah das Vader Castle und das Setting für mich zu sehr nach Barad-Dur und Mordor aus.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für das Kompliment! Ich nehme an, dass du erst kürzlich zu uns gefunden hast? Das “Nachdenken über Unterhaltungsfilme” ist nämlich unsere Spezialität und alles andere als dämlich ;-P

      Freut mich, dass wir dir ein paar Denkanstöße bieten konnten. Und die Frage nach Vaders “Behausung” ist eigentlich auch ein interessantes Thema. Ich würde es ja tatsächlich so deuten, dass er das aus Selbstgeißelung macht. Tatsächlich als Erinnerung an seine größte Niederlage…

      • TheMiddlist

        mmm – ich höre eigentlich schon länger zu und bisher ist mir noch nie so aufgefallen, dass ihr darüber gesprochen habt, was eine ganze Franchise eigentlich machen kann/soll- In den Harry Potter Folgen (die auch gaaaanz toll sind) sprichst du das auch an, aber da ging es weniger darum, was ‘Die Harry Potter Filme an sich’ beinhalten sollten sondern mehr darum, was ein Held ist und wie Harry Potter mit dem trope des auserwählten Helden umgeht… (das wird noch interessant xD).
        Ich glaube aber, dass die Star Wars-folgen einfach die größte Resonanz in mir hervorrufen, an die Folge zu force awakens kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich habe definitiv auch schon viele andere Folgen von euch gehört (also eigentlich alle seit einem Jahr) aber an Star Wars erinnere ich mich am meisten, warum auch immer. Das ist aber auch meine Lieblingsfranchise… Obwohl ich auch Superhelden mag. Ich kann mich nur nicht erinnern, dass eine Superheldenfolge mich dazu gebracht hat mir solche Fragen zu stellen.
        Selbstgeißelung würde Sinn für Vader tatsächlich Sinn machen – generell wäre es toll wenn Episode VIII Dinge aus den Prequels aufgreift, so schlecht die als Filme auch waren, nicht alle Ideen und Plotelemente sind so furchtbar, dass man sie auf jeden Fall vermeiden muss.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Achso, mein Fehler. Und noch mal Danke für die warmen Worte :)

          Ich bin ja für ein Remake der Prequels (was wir aber erst dann bekommen, wenn Star Wars kurz vor dem endgültigen Tod steht, denke ich…)

          • TheMiddlist

            Kein Problem – ich habe jetzt auch nicht besonders klar formuliert. Wie gesagt, ich musste endlich mal kommentieren. Ich höre schon ewig zu aber ich habe nie etwas gesagt und in einem der Jahresrückblicke hast du glaube ich gesagt, dass es schön wäre wenn es eine second-unit community gibt also dachte ich, ich muss wenn ich das nächste mal einen Eindruck habe, sofort kommentieren. Sonst mache ich es ja doch nicht.
            Die Folge zu Herman the German und zu den Hunger Games sind auch wunderbar :)
            Remake der Prequels wäre toll – aber eigentlich werden sie auch je länger sie her sind immer weniger schlimm – ich versuche einfach mir vorzustellen, dass die Ereignisse in den prequels sich im Prinzip schon so abgespielt haben, aber dass unsere Quellen halt leider diese quietschbunten Kinderfilme sind und es irgendwo bessere Überlieferungen gibt, die wir aber nicht haben, oder so etwas in der Art.

    • SecondUnitTamino

      Ich habe auch sofort an LoftR gedacht und fand diese Idee daher auch etwas befremdlich. Ich habe in einem Review zum Film allerdings gehört, dass Darth Vader vielleicht auf Mustafar seine “Burg” hat, weil so durch seine permanente Erinnerung an die Erlebnisse dort sein unendlicher Hass genährt wird. Vielleicht ergibt das einigermaßen Sinn.

      • TheMiddlist

        Mmm – das wäre natürlich interessant und es wäre toll wenn Episode VIII tatsächlich darauf eingehen würde.
        Aber die Szene sah halt einfach aus als würde gleich jemand ‘Isildur! Wirf ihn ins Feuer!’ rufen