Second Unit #72 (The Grey)

Hört ihr das? Nein, das sind nicht die Schreie von Wölfen. Das ist unser lautstarkes Gejammer über The Grey (Amazon-Link*). Statt Geheimtipp gibt es diese Woche eine Enttäuschung.

Zu Beginn bedanken wir uns mal wieder bei euch für eure fleißigen Spenden. Euch haben die Folgen zu Before Sunrise und Ratatouille besonders gut gefallen. Vielen Dank dafür.

Tamino hat uns für diesen Film eine Fritz-Limo mit Apfel-Kirsch-Holunder-Geschmack mitgebracht.

[YouTube Direktlink]

Joe Carnahan hat sowohl das Drehbuch geschrieben, als auch Regie geführt. Liam Neeson spielt als Ottway die Hauptrolle.

Ich hatte durchaus Hoffnungen bei diesem Film. Gerade der Anfang konnte mich begeistern, aber nach wenigen Minuten wurde aus Begeisterung Langeweile und leichtes Entsetzen. Tamino war überhaupt nicht an Board. Deshalb nutzen wir die Sendung mal wieder, um uns selbst zu therapieren. In der Diskussion arbeiten wir die wenigen Stärken und großen Schwächen heraus. Zum Schluss landen wir bei einer allgemeinen Diskussion über die typische Survival-Film-Formel.

Nächste Woche holen wir uns mal wieder einen Gast ins Studio. Tamino bekam die Tage Besuch von einem Cineasten-Kumpel, also haben wir ihn gleich zu uns in eine Sendung geholt. Wir schauen There Will Be Blood (Amazon-Link*).

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[Download | Länge: 01:18:29 | Größe: 36,2 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: cc by Arran ET]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • Stefan

    Hab den Cast zwar noch nicht gehört, aber dieser Film ist ein moderner Klassiker. Für mich der legitime Nachfolger zu Jaws. Vor allem die brilliant inszenierte Reise dieser Männer in der Wildnis, die die Ausweglosigkeit und den Kampf mit der Natur und den Elementen perfekt einfängt. Auch das Ende fand ich extrem gut gewählt. Small is beautiful. Nach den ganzen Actionkracherblockbustern endlich mal ein Film, der sich Zeit nimmt, in Ruhe etwas zu erzählen und die Geschichte sachte zuende führt.
    Überhaupt wurde die Situation so gut umgesetzt, dass die Charaktere sich durch die Umstände ändern und ihr wahres Gesicht zeugen. Das hätte man nicht besser schreiben können.
    Die Schauspieler haben mir auch extrem gut gefallen, wie auch das lebensfeindliche Setting. Richtig, richtig stark! Neeson passt der Charakter wie auf den Leib geschneidert. Er verkörpert die Figur und lebt sie auch einfach. Glaubwürdiger kann man eine so interessante Figur wie John Ottway nicht auf die Leinwand bringen. Wie er mit seinen inneren Dämonen kämpft und über sich selbst hinaus wächst.
    Eigentlich gibt es nichts wirklich schlechtes an dem Streifen. Die Musik passt einfach, die Kameraarbeit ist sehr gut, das Drehbuch wurde extrem gut umgesetzt.
    Selbst die CGI Umsetzung der Wölfe hat mir gefallen, obwohl ich hier immer überkritisch bin. Da war ich angenehm positiv überrascht!
    Kurz, ein komplett gelungener Film und sicherlich der beste Survivalfilm der letzten 10 Jahre. Ich finde es schade, dass er von manchen eher im oberen Mittelfeld verortet wird, denn er wird einfach gnadenlos unterschätzt oder einfach nicht verstanden.
    Dann bin ich mal gespannt, was ihr so dazu sagt

    • Stefan

      Oh man…ich höre grade zu und muss vehement in fast allen Punkten widersprechen! Anscheinend wurde der Film überhaupt nicht verstanden. Das Writing ist extrem durchdacht und funktioniert auf mehreren Ebenen! Ich empfehle mal ein bisschen Lektüre: http://www.psychologytoday.com/blog/reel-therapy/201202/the-grey-metaphor-pathology

      Das Rottentomatoes Ranking ist bei 80% und sagt wohl einiges über die Qualität des Film aus. Bei Filmkritikern kam er nämlich sehr gut weg (im Gegensatz zu dem völlig grottigen Man of Steel). Wenn man quasiobjektive Kriterien anlegt, dann kann man nicht zu dem Ergebnis kommen, dass das ein schlechter Film ist. Im Gegenteil.
      Ne, ich kann euch da wirklich überhaupt nicht verstehen. Aber vielleicht muss man den auch allein sehen, um die Atmosphäre aufzusaugen und richtig in den Film einzutauchen. Anders kann ich mir euren Verriss wirklich nicht erklären.

      • cule0809

        Vielleicht sind sie einfach nur anderer Meinung. Der Film kam merkwürdiger Weise in Europa und besonders in Deutschland eher schlechter weg was. In den USA ist es halt der strahlende Held der bis zum Ende den Kampf gegen die Wölfe annimmt.

      • SecondUnitTamino

        Jaja, wir haben den Film natürlich einfach nicht verstanden, my favorite argument. Weißt du was ich glaube? Die Leute, die meinen, der Film sei so toll, haben seine Erbärmlichkeit nicht verstanden, LETS DISCUSS PRODUCTIVELY!

        Wir haben eine Stunde lang zig Punkte aufgezählt, die uns gestört haben und du postest hier einen Text, der den Film in jedem Punkt kompromisslos lobt. Was soll ich jetzt damit anfangen? Ich könnte jetzt jeden Absatz quoten und schreiben, siehe Minute 15 im Podcast, wo ich das Gegenteil behaupte und ARGUMENTIERE, was der Text nicht tut. Der schreibt nur: Alles ganz toll.

        Ich hab mir schon gedacht, dass der Film auf einer Million Ebenen bedeutungsschwanger sein soll, aber ich bin einfach der Meinung, dass keine davon Sinn ergibt. “Gut geschrieben”, ich find’s so unbegreiflich. Dieser Film hat einen Plot, den man schon hunderte Male in so ziemlich genau dieser Form geliefert bekommen hat, mit der einzigen Ausnahme der Wolfsszenen, die ich in jedem Moment einfach nur peinlich fand. Gut geschrieben bedeutet für mich, dass Charaktere in einer Story enthalten sind. Was gab es hier? Den Typen, der viel redet, das Arschloch, einen fragmentarisch und unschlüssig entworfenen Protagonisten und einen Haufen Typen, die schlichtweg keinerlei Eigenschaften haben und die ich beim Anschauen des Films nicht einmal auseinanderhalten konnte, geschweige denn mich die Bohne für sie interessiere. Ob so jemand ein Abenteuer besteht oder dabei stirbt, berührt mich das als Zuschauer zu ca. 0%. Was sind denn Ottways Eigenschaften? Erst ist er depressiv und in einer Ausnahmesituation ist er dann plötzlich allmächtig, aha, super deep. Und das ist also ein Charakter arc ja? Depressiv, BING, Anführertyp und im Laufe des restlichen Films KEINERLEI Veränderung seines Charakters, keinerlei moralischen Konflikte, es wird nichts mit dem Charakter gemacht, keine besonderen Momente, nichts, NICHTS. Keine weiteren Eigenschaften, keine Höhen und Tiefen in seiner Geschichte, keine Entwicklung seines Charachters einfach nur BING! Ich seh schon, der fragmentarische Minimalismus seiner Charakterzeichnung ist vermutlich die Leistung, die dieses moderne Meisterwerk hier betreibt. Wer will schon eine sich entwickelnde Freundschaft zwischen zwei sich völlig verschiedenen Charakteren sehen, die sich zuerst nicht leiden können, sich dann aber schließlich verstehen und respektieren lernen und deren dynamische Beziehung schließlich dazu führt, dass sich die Einstellungen der einzelnen Personen verändern und deren Geschichte am Ende ein tragisches Ende nimmt (röchel, “Seven”, hust). Sowas kann ich auch gar nicht leiden, wenn mir ein Film wirklich zeigt, was er behandeln will und dann auch noch mit einem Plot, bäääääääh, wir niedrig und konservativ. Da schaue ich mir doch lieber Liam Neesons starren Blick in die Kamera an und denke mir selber irgendeine abstruse artsi-fartsi Geschichte dazu aus, in der es irgendwie Sinn macht, dass Wölfe plötzlich verkleidete böse Menschen in Fellen sind und in der die vermutlich 25 identischen Shots auf Liams Gesicht immer eine andere Bedeutung haben und seinem natürlich absichtlich nicht definierten Charakter eine facettenreiche Eigenschaftspalette in allen Farben des Regenbogens verleihen.

        Homer sagte einmal: “Wenn mir beim Schauen langweilig ist, dann reime ich mir immer eigene Filme zusammen”. “The Grey” eignet sich hervorragen dafür. Ich fand’s übrigens krass, wie die moderne Technikkritik sich in dem rechten Auge des großen bösen Wolfs widergespiegelt hat, während sein Wedeln mit dem Schwanz mich dabei im Kontrast an das Winken des Papstes erinnerte.

        Das einzige was ich schlechter finde als solche Filme sind Adam Sandler “Komödien”. Es ergibt hier einfach nichts einen Sinn. Alles soll super deep sein, aber es ist nichts anderes als Kartoffelsalat und dafür muss man nicht einmal genauer hinsehen.

        • Raf Gierig

          Existentialismus, an den (wolfs)Haaren herbeigezogen.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Dann haben wir den Film wohl einfach nicht verstanden. Schade eigentlich, denn die extrem glaubhaften Wölfe, die überhaupt nicht als Plotdevice funktionieren, sondern glaubhafte Lebewesen und dazu noch klasse animiert sind, funktionieren so gut als Gegensatz zu den vielschichtigen Charakteren. Da ist der Typ mit der Brille, der eine kleine Tochter hat. Oder der andere Typ, der immer wieder auf den Tisch haut und die Ernsthaftigkeit der Lage nicht wahrhaben will. Er prügelt sich sogar mit Liam Neeson! Unfassbar gut geschrieben sowas! Ich weiß auch nicht, was wir da bei unserer Sichtung falsch gemacht haben. Vermutlich hat uns das vielschichtige Ende total überfordert. Wie Ottway mit seinem eh schon gebrochenen Charakter noch einmal bricht. Vielleicht ging das auch einfach über unsere Köpfe hinweg. Vielleicht war ich auch einfach überfordert, weil nix explodierte und niemand in einem Cape durch die Gegend flog. Was soll’s.

      • Stefan

        Ja, vermutlich wird es genau das gewesen sein

  • cule0809

    Also ich finde den Film ebenfalls nur überdurchschnittlich. Was mich nervte ist halt wirklich das Verhalten der Wölfe. Wie ihr es es schon angesprochen habt, man kann das so machen wenn das Setting und die Geschichte dies hergeben. Aber wir haben hier ein ernsthaftes Setting und der Film will weder philosophisch werden noch uns irgendwelche tiefgründigere Bilder liefern. Natürlich kann man, wie Stefan hier, mehr rein interpretieren als wahrscheinlich gemeint. Ich kann aber wirklich jeden Film so schön reden. Das Verhalten der Wölfe ist fast schon menschlich. Sie haben Taktiken und spielen sogar mit der Psychologie der Überlebenden. Das ist einfach schwer lächerlich in so einem ernsthaften Setting und es wird nie deutlich gemacht, dass das eher auf einer anderen Ebene zu verstehen ist. Hier ist es einfach das Mittel zum Zweck und schlecht geschrieben, so wie das gesamte Drehbuch. Das Ende allerdings, empfand ich nicht so schlimm weil es irgendwie zu den restlichen Szenen passte und dazu dieser Monolog. Klar wird er hier als Held dargestellt aber stören tut es mich in diesem Fall nicht, so ist es wenigstens ein halbwegs rundes Ende. Der Anfang hat einfach die Erwartungen zu hoch geschraubt und der restliche Film gibt nicht viel her, ausser einen überdurchschnittlichen Film.
    6/10

  • Heisenberg

    Nach dem ersten Trailer hatte ich mir den Film auf die Watchlist gesetzt, als man dann nach dem Start nur negative Stimmen gehört hat, ist er ganz nach unten gerutscht. Als ich letzte Woche hörte, dass ihr ihn besprechen wollt, war ich doch etwas überrascht und dachte mir, hmm, wenn sich die Zwei den Film aussuchen, muss er ja doch was drauf haben.

    Nach dem Hören des Podcasts kann ich ihn aber wohl beruhigt komplett löschen, wenn das so ein Rotz ist. Hat trotzdem Spaß gemacht euch zuzuhören, war echt lustig wie ihr versucht habt doch das ein oder andere Positive an dem Film zu finden ;-)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Auf Twitter gab es auch Gegenwind. Vielleicht kann man doch was draus ziehen? Von mir gibt es aber keine Empfehlung, so viel steht fest ;-)

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Den Film habe ich mir jetzt angeschaut, weil ich gespannt war, ob ich (mal wieder) anderer Meinung als Tamino bin :D

    Antwort: bedingt anderer Meinung.
    Ich fand den Film okay, zeitweise hat er mich mitgerissen und atmosphärisch überzeugt, zeitweise hat er sich aber auch in absoluten 08/15-Mechanismen verloren und aufgrund dieser angeödet! Allein schon das ’10 kleine Negerlein’ Prinzip passte so gar nicht. Wieso immer diese Stereotypen? Blicke ich nicht, vor allem weil der Film vorher (z.B. bei der sehr bewegenden ersten Sterbeszene) ganz andere Wege als der Durchschnittsfilm eingeschlagen hat.

    Witzig ist, dass ihr anfangs die Frage stellt, die ich mit Tamino auch letztens diskutiert habe: Atmosphäre, genaugenommen audiovisuelle Atmosphäre entsteht einfach durch gute Verknüpfung von Ton und Bild. Die kann der Film auch größtenteils halten, aber sonst hält er leider kaum etwas.

    Richtig gut haben mir die Traumsequenzen gefallen, die waren kreativ und absolut großartig! Auch die besagten Sterbeszenen und die Thematik des loslassens ist sehr menschlich und echt umgesetzt. Ich dachte am Anfang auch wirklich (weil die Männer nach dem Absturz völlig aufgelöst und weinend zu sehen sind) dass hier mal keine Stereotypen präsentiert werden. Im weiteren Verlauf empfand ich sie zwar nicht so offensichtlich schablonenhaft wie in vielen anderen Genre-vertretern, aber es gab halt doch wieder den Aggro-Typen, den Idiot der stirbt weil er sich nicht an die Anweisungen hält, etc. Auch der Versuch durch spärlich eingestreute Geschichten aus der Vergangenheit Tiefe reinzubringen ist für mich gescheitert, weil es zu gewollt wirkte. Über die Laufzeit waren mir außer Neeson alle anderen (bis auf den sympathischen Schwarzen) alle egal.

    Das Problem seiner Gebrochenheit, sehe ich teilweise etwas anders! Er ist ja nicht gebrochen genug, um sich tatsächlich umzubringen. Demnach fühlte es sich für mich okay an, dass er aus seiner Rolle nach dem Absturz neuen Mut schöpft! Er will sich ja töten, weil er keinen Sinn mehr zum Leben sieht – ich weiß nicht, was einem suizidalen Menschen Lebensmut geben kann, aber ich habe es geglaubt, dass er die Männer in ihre Rettung führen will und deshalb weiter macht. Man hätte es aber noch etwas deutlicher heruasarbeiten müssen.

    Zu ein paar eurer Punkte:
    - Präsenz kommt sehr wohl aus dem Acting! X andere Schauspieler hätten z.B. die Sterbeszene am Anfang zur Farce verkommen lassen. Nicht jeder coole Mensch hat auch Präsenz auf der Leinwand.
    - Ein Schwarzer Wolf ist doch einfach zweckdienlich. Wie soll er sich denn sonst vom Rudel abheben? Man sieht doch die Wölfe kaum, von daher wäre es wohl einfach untergegangen ihn nur ein bißchen kräftiger und größer zu machen.
    - Metaphorik und realistische Darstellung schliesen sich für mich nicht aus. Die tiefere Bedeutung zu suchen ist ja trotzdem eine Herausforderung. Z.B. DEAD MAN (der diesem Film sehr ähnelt, nur in der Wüste spielt) ist so ein Film. Man sieht lediglich einen Indio den verwundeten Johnny Depp durch die Wüste transportieren. Zu verstehen istd er Film aber als Reise ins Reich der Toten. Oder ONLY GOD FORGIVES: Oberflächlich eine simple bis platte Rachestory, im Subtext aber eine essentielle geschichte über den Konflikt von Gut und Böse, dem teufel und Gott, der Schuld und Buße die man zu leisten hat wenn man sich mit Gott anlegt (Meisterwerk übrigens!).

    Da ich nicht weiß wie sich Wölfe verhalten, hab ich an denen nichts zu bemängeln. Hab (angeregt durch eure Kritik) nochmal etwas gegooglet und z.B. diesen Artikel gefunden: http://www.sturmwoelfin.de/diejagddasjagdverhalten.htm Was da drin steht deckt sich eigentlich exakt mit dem was die Wölfe im Film tun. Auch das Vorpreschen ans Lagerfeuer passt zu der Beschreibung der Jagd auf Rudel anderer Tiere. Könnte man als Versuch das feindliche Rudel zu separieren verstehen.

    Ich habe im Film recht früh (aufgrund Ähnlichkeit zu DEAD MAN, LOST, etc.) beschlossen ihn metaphorisch zu verstehen, deswegen fand ich das Ende okay. Es hatte einen ‘meet your maker’-Charakter und passte. Ob es richtig Sinn macht weiß ich nicht, aber Wölfe sind nun Mal sogar beruflich schon Ottoway’s Feind, haben seine ganze Gruppe getötet, etc. Warum sollte er da rational entscheiden: “Ich lasse mich jetzt zerfleischen, weil es die Natur des Wolfes ist mich zu zerfleischen”. Das macht keinen Sinn – vielleicht aber auch nur für mcih, weil ich akzeptiuert habe, dass er nach dem Absturz neuen Lebensmut und vor allem Überlebenswillen geschöpft hat..

    Für mich ein 06/10 Film, der aber VIEL besser hätte sein können!

  • Deekin

    Grundsätzlich stimme ich euren Punkten im Film zu. Ich habe ihn nicht mehr so genau in Erinnerung, da ich ihn vor einigen Monaten gesehen habe und der Film im gesamten eher wenig eindrucksvoll war. Insbesondere fand ich Taminos Beschreibung der Wölfe als überstilisiertes Auftreten sehr passend. Ich frage mich noch immer, ob es nicht billiger gewesen wäre, einen echten Tiertrainer mit dressierten Wölfen zu engagieren als eine ganze Gruppe von Grafik-Artisten, die sich mehrere Monate an ‘möglichst realistischen’ Animationen abarbeiten. Allerdings verabschiede ich den Film etwas ungern in die Mittelmäßigkeit. Was ich interessant fand, und was auch die Laufzeit hindurch immer wieder thematisiert wird, war, dass der Film sich mit dem Thema Sterblichkeit auseinandersetzt. Es ist weniger der Survivalaspekt, der die Protagonisten den Wert des Lebens und Überlebens lehrt, sondern eher die Frage “Wie begegnest du deinem aussichtslosen Ende? Wie stellst du dich deinem unausweichlichem Schicksal? Trittst du ihm entgegen, läufst du davon, überwältigt dich deine Angst oder fasst du neuen Mut etc.?”. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass der Film diese Prämisse besser umgesetzt hätte, durch weniger seltsame und völlig deplatzierte Dialoge, durch eine glaubhaftere Darstellung der Wölfe und, ja, durch Charaktere, die mir tatsächlich ans Herz wachsen könnten anstelle von einem superstupiden Pseudo-Alphamännchen, das sich in einer Situation auf Leben und Tod und umringt von einem hungrigen Wolfsrudel tatsächlich noch prügeln muss.

    Und eine kleine Randnote: Arnold Schwarzenegger hat das selbe Dromeda in der Fortsetzung zu seinem besten Film überhaupt noch einmal geprügelt.