Second Unit #65 (Man of Steel)

Zwei Jahre Wartezeit sind endlich vorbei! Der für mich wichtigste Film des Jahres ist endlich im Kino angekommen. Selten habe ich einen Streifen so sehnsüchtig erwartet. Doch was steckt nun hinter Man of Steel (Amazon-Link*)?

Mit Man of Steel gehen auch die Superman-Wochen hier zu Ende. Wir haben ja schon ein Special mit zwei Episoden zu drei Filmen im Archiv. Und auch drüben bei Second Cut habe ich dem Man of Tomorrow eine ganze Stunde gewidmet. Hört doch mal rein und lasst eure Meinung in den Kommentaren!

Für unsere Episode zu Superman Returns haben wir auch wieder fleißig Spenden bekommen. Vielen Dank dafür! Falls ihr uns auch ohne Spenden etwas Gutes tun wollt, dann hinterlasst doch einen Kommentar zu unserem Podcast bei iTunes. Das hilft uns ungemein! Weiterhin vielen Dank für vier ausverkaufte Filmabende im Kommunalen Kino in Kiel. Das hat mich als Mit-Organisator natürlich sehr gefreut!

Passend zum Film probieren wir den offiziellen Energy Drink zu Man of Steel.

Im ersten Teil der Sendung sprechen wir Spoiler-frei über unsere Eindrücke zu Man of Steel. Erst ab Minute 56:22 geht es inhaltlich ans Eingemachte.

[YouTube Direktlink]

Ein wichtiger Grund für meine hohen Erwartungen ist der großartige Cast. Zack Snyder führt Regie, Chris Nolan produziert, David Goyer schreibt das Drehbuch und Hans Zimmer macht die Musik. What could possibly go wrong?

Besonders die Schauspieler haben mir durch die Bank gut gefallen. Henry Cavill als Clark Kent bzw. Superman könnte nicht besser besetzt sein. In manchen kleinen Momenten trägt er den inneren Konflikt perfekt. In den großen Momenten und besonders im Kostüm strahlt er ebenfalls. DAS ist Superman! Amy Adams ist die bisher beste Lois Lane im Film. Michael Shannon ist General Zod auch ein schöner Villain. Nicht albern, aber bösartig. Diane Lane hat als Martha Kent gar nicht so viel Screen-Time, spielt die Mutterrolle aber auch sehr gut. Russell Crowe ist als Jor-El Supermans Vater und strahlt die nötige Ruhe und Weisheit aus. Antje Traue ist als Faora-Ul die zweite Hand des Villains und punktet besonders durch herrlich schöne Blicke. Kevin Costner ist Jonathan Kent und somit Clark Kents Erden-Vater, der auch die nötige Schwere der Rolle tragen kann. Laurence Fishburne ist der Daily-Planet-Chefredakteur Perry White und auch viel zu wenig Momente auf dem Schirm.

Wir besprechen zunächst einige allgemeine Eindrücke zum Film. Das zu hohe Tempo, die zu viele Action und die wenigen ruhigen Momente stoßen uns sauer auf. Anderseits gibt es aber auch schöne Ideen im Film, ein toller neuer Ansatz für Krypton und auch der Soundtrack weiß zu begeistern. Den ersten Teil schließen wir mit einigen Bemerkungen zu Zack Snyder. Im Spoiler-Teil gehen wir dann konkret auf einige Szenen ein und vertiefen die guten und negativen Aspekte. Zum Schluss fragen wir uns, ob das ein passendes Portrait von Superman darstellt.

Das Programm für nächste habt ihr uns mal wieder ausgewählt. Wir schauen und besprechen mit Midnight in Paris (Amazon-Link*) endlich mal einen Woody-Allen-Film.

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[Teaser-Bild: cc by Eva Rinaldi]

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  • PlayStar

    Auf, auf und davon!

  • Stefan

    Ich kann die Meinung teilen, dass Man of Steel auf inhaltlicher Ebene ein schelchter Film ist, der komplett versagt hat.
    Aber es ist auch von den Schauwerten kein guter Film. Es ist keine gute Action, wenn mit der shaky Cam alles aufgenommen Superman Zod durch 60 Gebäude geschlagen wird. Es wirkt wie ein Videospiel, wie die stumpfen Matrix Revolution Szenen, die einfach sinnlos sind. Das ist Rendundanz, das ist einfach unfreiwillig komisch und wenn es auch nur irgendeine Möglichkeit gibt bei Filmen von Objektivität zu sprechen, dann ist dieser Film danach auf allen Ebenen grandios gescheitert, mal abgesehen von den Schauspielern.
    Aber hier gibt es ein schlechtes Drehbuch, schlechte Action als Overkill und ist einfach viel zu lang.

    Wer diesem Film gute Action bescheinigt, der muss dies auch allen Transformers oder Battleship Earth Konsorten tun. Stumpf ist Trumpf. So etwas will ich nicht mehr sehen.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Also so hart würde ich nicht sein. Bei manchen Punkten kann ich mitgehen, andere gehen mir dann doch zu weit. Für mich hatte der Film schon seine Momente, aber natürlich ist es nachher zu viel Action. Ich spiele aber trotzdem gerade mit dem Gedanken den Film noch mal im Kino zu sehen, um mir ein besseres Bild zu machen. Manche Ideen habe ich erst im Nachhinein und durch andere Reviews/Interviews verstanden.

      • Stefan

        Für mich zählen diese “Momente” einfach nichts. Was nützt es mir, wenn 10 von 144 min ok sind oder einfach nur gute Ansätze haben, aber der Rest dermaßen schlecht ist. Wie kann es sein, dass Superman in den Schlachtszenen keinen Feuchten darauf gibt, was mit den Menschen passiert und am Ende werden die 3 Menschen in dem Museum so wichtig, dass er….und überhaupt, wie unfassbar schlecht und unlogisch war diese Szene??? AUGEN!!! Kann man bewegen, in alle Richtungen, scheissegal, ob jemand den Kopf hält. Es hätte ine Million Möglichkeiten gebeben, die Superman hätte ergreifen können. Mal darüber nachgedacht mit Zod auf den Mond zu fliegen, um sich dort zu prügeln, damit keine Unschuldigen getötet werden? Nö, dabei prügelt man sich schon so sinnlos durch Satelitten im Weltall.
        Hat Superman irgendwas getan, um Metroplis wieder aufzubauen? Wurde über die Konsequenzen seines Handel Reflektiert? Hat er irgendwas heroisches gemacht? NEIN!
        Das ist miesen und bodenlos schlechtes Writing!
        Und ich akzeptiere keine Meinung, die diesen Film als guilty pleasure hochjazzt! Das ist nur eine schwache Ausrede, die jede Form der produktiven Diskussion verhindert.
        Man of Steel funktioniert auf keiner Ebenen, da kann man sich noch so viel Mühe geben und sich selbst die Taschen vollhauen, dass es doch alles irgendwie logisch ist und die Charaktere doch irgendwie interessant sind…

        • SecondUnitTamino

          Also komm, jetzt gehst du aber ganz schön ab hier. Wieso akzeptierst du denn bitte kein guilty pleasure? Das verhindert doch keine produktive Diskussion, sondern gibt dir einfach eine Erklärung dafür, warum ich den Film unterhaltsam fand. Das einzige, was zwischen uns beiden eine produktive Diskussion über die Schwächen des Films verhindert, ist, dass wir in der Hinsicht einfach genau der gleichen Meinung sind und ich deswegen deinen ganzen richtigen Kritikpunkten nicht widersprechen kann. Wieso bitte darf ich die platte Action nicht auf dieser Ebene unterhaltsam finden? Wie in “300″ oder “Rambo 2″. Der Plot war mir größtenteils einfach egal, weil ich irgendwann gemerkt habe, dass der Film in der Hinsicht nichts mehr taugen wird. Ich behaupte doch nicht, dass der Film ganz toll wäre. Ich habe nur gesagt, dass er mir einmal als dummer Actioner nen netten Kinobesuch beschert hat und für diese im Grunde vernichtende Aussage kritisierst du mich sogar noch? :-) Heute jedenfalls kommst du zur Abwechslung mal als ganz schön paternalistisch und als selbsternannter Objektivist rüber, wenn du selbst guilty pleasure verbieten willst.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Ich verstehe überhaupt nicht was am Plot so mies sein soll? Es geht um Clark Kent und dessen Werdeganz zu Superman. Der ganze Film ist eine einzige Origin-Story, die ganzen Rückblenden, Clark’s Zerrissenheit, die Vater-Sohn-Momente (beider Vater/Sohn Konstellationen), etc. das hat doch emotional 1a funktionert! Zusammengefasst ist der Plot natürlich wie so oft nur ein Satz, aber das trifft sogar auf TDK, oder andere großartige Meisterwerke zu!

          • SecondUnitTamino

            Im Grunde bin ich hier schon auf Stefan’s Seite, zumindest bei den meisten Punkten. Allenfalls in der ersten Hälfte “geht es” um Superman, danach gibt es doch nur noch sinnloses Geprügel. Den Plot als ganzen finde ich nicht so schlecht wie Stefan, aber an zig Stellen ist er einfach lachhaft schlecht. Es gibt halt wirklich eine Menge dämlicher Entscheidungen in diesem Film. Ich möchte das jetzt hier auch nicht alles aufzählen, weil Stefan schon vieles genannt hat. Im Grunde kann ich hier auch nicht so gut mitdiskutieren, weil ich Stefan’s Kritik im Grunde voll teile, ich den Film aber irgendwann einfach nicht mehr auf so einer Ebene geschaut habe. Ab der Mitte wurde er für mich zu “300″ und ich fand ihn witzig aufgrund seiner absolut lächerlichen Überzogenheit, mehr nicht. Ich würde dir allerdings wärmstens die Episode von “Half in the Bag” zum Film empfehlen, in der die drei Jungs in 30 Minuten eine Menge der problematischen Aspekte des Films zusammentragen, sowohl aus Sicht eines Superman Fans als auch aus der normalen.

            http://www.youtube.com/watch?v=l4u-HLm8maE (geht los bei Minute 5:30)

          • Stefan

            Hahaha, das Video ist so geil! Da haben dich die Herren wohl doch nochmal umgestimmt? Das ist ja mal eine vernichtende Kritik, aber wie unfassbar komisch verpackt. Und wenn es der einzige Grund war, dass dieser schreckliche Film gedreht wurde, damit so ein Review entsteht, dann hatte er doch einen Sinn und ich kann meinen Frieden mit dieser Frechheit schließen.
            Immerhin habe ich Christian und Timo auch schon die Ohren vollgejammert und im Prinzip fast die gleichen Punkte wie die 3 Nerds da aufgegriffen.
            This movie was like watching a train wreck!

          • SecondUnitTamino

            Wieso umgestimmt? Ich hab schon 1000 mal geschrieben: GUILTY PLEASURE!

          • Stefan

            Und ich hab schon 2000 Mal gesagt, dass ich diese lahme Ausrede nicht akzeptiere, weil sie dein Konzept von Quasiobjektivität komplett unterläuft und ad absurdum führt :P we have to talk about that!

          • SecondUnitTamino

            Es ist keine Ausrede, sondern eine Begründung. Ich mag den Film, weil er in vielerlei Hinsicht so übertrieben und beknackt ist (wie eben auch “300″). Ich verstehe dein Problem echt nicht, ist das wirklich eine so unverständliche Position? Manche Filme mag ich aufgrund ihrer filmischen Größe oder Brillianz, andere aufgrund ihrer Naivität oder ihres Scheiterns. Und dann gibt es FIlme wie “Into Darkness” die einfach nur in keiner Hinsicht irgendetwas zu bieten haben außer dumm und offensive zu sein. Du weißt doch, dass ich auf zig trashige Sachen stehe wie Schwarzenegger etc. In inhaltlicher Hinsicht war “MoS” natürlich Murks, aber ich fand die Action unterhaltsam. Genau wie bei “300″, genau wie bei “The Matrix Reloaded”, genau wie bei den meisten Schwarzeneggers, Stallones, Van-Dammes and the list goes on forever. Ich behaupte doch nicht, dass der Film “quasiobjektiv” gut ist und ich lache genau wie du mit RLM über die Probleme des Films und eben deswegen fand ich ihn unterhaltsam und er hat mir einen netten Kinobesuch beschert.

            Hast du denn nicht immer argumentiert, dass man letztendlich sowieso nur nach viewing pleasure bewertet? Nichts anderes tue ich und habe ich auch immer getan. Meine Argumente gegen “Into Darkness” waren, dass mich die vielen nicht erfüllten “objektiven” Kriterien aus der Story geworfen haben, dass es mich angekotzt hat, dass sie teilweise den gleichen Film wie “Wrath of Khan” in dumm drehen und dass am Ende eben nichts übrig bleibt als eine vermurkste Geschichte mit 5 Minuten netter Audiovisualität. Bei “MoS” im Gegensatz bleiben am Ende ungefähr 60 Minuten abgedrehter und für mich persönlich absolut unterhaltsamer Action über, die für mich den Film zu einem Prädikat “gerade noch ganz nett” machen. Und dafür kritisierst du mich noch? Wenn ich hier behaupten würde, “MoS” sei einer der geilsten Filme aller Zeiten und nahezu perfekt, dann verstehe ich ja deinen Gesprächsbedarf, aber so? Du hast halt “Into Darkness” als großartigen Film und tollen neuen Star Trek Ansatz beschrieben und das ist halt falsch, weil der Film mindestens genau so wenig Sinn ergibt wie “MoS” und sein Drehbuch meiner Meinung nach noch mal sowas von schlechter ist als das von “MoS”. Wenn du mir sagst, du findest den Film als guilty pleasure unterhaltsam, weil er eben so dämlich ist, wie sollte ich dich da denn kritisieren? Soll ich denn etwa die Tatsache leugnen, dass mich “MoS” insgesamt einigermaßen unterhalten hat? Du meintest halt bei “Into Darkness” gäbe es zig tolle Elemente wie die Beziehung von Kirk und Spock, die ich halt eben gerade als eine der größten Schwächen betonen würde. Bei “MoS” diskutieren wir doch gar nicht so, wir sehen doch die gleichen Schwächen, nur stören sie dich total und ich picke mir eben die paar Elemente raus, die mir gefallen haben, wie neben der coolen Action z. B. die paar schönen Superman-Momente, den tollen und perfekt passenden Soundtrack und die abgefahrenen Kryptonier-Kostüme. Viel mehr war es halt auch nicht, aber ich habe ja immer gesagt, ich finde den Film gerade noch ok zum einmal angucken und das war’s.

            Guilty pleasure ist ein zentrales Konzept bei der Filmrezeption und keine “lahme Ausrede”. Ein riesiger Anteil meiner Lieblingsfilme besteht aus guilty pleasures und das ist eine genau so berechtigte Filmrezeption wie die Liebe zu “quasiobjektiv” guten Filme ala “Seven” (den Vergleich muss ich jetzt ja immer bringen nech ;-) ). Es wäre fatal, das bei mir faktisch vorhandene guilty pleasure nicht anzuerkennen, weil es der zentrale Unterschied in der Form meines viewing pleasures ist.

            Im Übrigen solltest du dir wohl auch noch mal die Half in the Bag Episode zu “Into Darkness” anschauen, da sie den nämlich ähnlich lustig und treffend kritisieren. Vielleicht verstehst du dann ja irgendwann mal, dass der Film scheiße ist ;-) Da hast:

            http://www.youtube.com/watch?v=bWLGH0VHUVs

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Wie rund es wieder geht hier :)
            Im Podcast sagt ihr, “ihr wäret der Blockbusterei langsam überdrüssig”.
            Inhaltlich sicher richtig, aber es kommen hier die besten (oder zumindest ausgiebigsten) Diskussionen zustande!
            Konnte Stefan eigentlich die Mittagspause nutzen um Christian den Film zu “dekonstruieren”?

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Ich muss sagen, dass ich dieser Blockbuster-Formel einfach so müde bin. Es geht immer um das Gleiche, besonders in Comic-Filmen. Inception hat doch gezeigt, dass es groß, bunt und laut sein kann, und trotzdem tiefgründig!

            Stefan hat das Treffen in der Mensa genutzt, um sich seinen Frust von der Seele zu ranten. Völlig zu Recht. Trotzdem will ich den Film noch mal sehen, am liebsten im Kino. Ich glaube nämlich, dass da doch einige starke Ideen drin stecken. Ich will nur noch einmal gegenchecken, ob diese Ideen wirklich umgesetzt wurden oder eine im Film nicht mehr wahrnehmbare Grundlage sind. Kurzum: Goyer scheint in Interviews durchaus ein Konzept durchblicken zu lassen für diesen Film. Ich bezweifle nur ganz stark, dass er dieses Konzept auch ausformulieren konnte.

            (Außerdem bin ich Fanboy genug Superman noch mal im Kino sehen zu wollen :D)

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Ich kann das gut verstehen, bei mir verläuft das immer in Intervallen und ich bin auch schon mehrmals an dem Punkt gewesen! CGI verursacht Erbrechen, die immergleichen einfachen Geschichten und wenigdimensionalen Figuren turnen ab, etc.
            Bei mir äußerst sich das dann darin, dass ich eine Zeit lang überwiegend nur noch nicht-amerikanische FIlme gucke, vorwiegend das was amn als ‘anspruchsvoll’ bezeichnet, aber auch viel Indie-Perlen, abgedrehten Japan-Kram, Klassiker, usw.
            Aber dann merke ich auch nach einer Zeit, dass mir ein wenig opulente Optik, Knallbumm und auch mal den Kopf auszuschalten fehlt. So eine Phase ist gerade – viel Superhelden, viele große Filme, viel getöse!

            Mal sehen wie lang es dieses mal anhält ;)

            Mit den Ideen pflichte ich dir bei!
            Mich hat er ja total umgehauen, ich bin aber gespannt ob das noch mal funktioniert. Ich empfinde Filme beim erneuten sehen eigentlich grundsätzlich ein bißchen besser, oder viel schwächer. Bei MOS kommt zudem der Fakt hinzu, dass die Schauwerte definitiv in GROß und LAUT genossen werden sollten. Hab zwar nen 40″-TV, bin mir aber nicht sicher, ob das da ähnlich wirkt ;)

          • Stefan

            Wie man im Zusammenhang mit dem Effektoverkill von “genießen” sprechen kann, entzieht sich zwar komplett meiner Vorstellungskraft, aber jedem das seine ;-)
            Ich kann Christian verstehen, auch wenn ich behaupten möchte, dass die vorgebrachten guten Momento von Man of Steel an einer Hand, der 2 Finger amputiert wurden, abzählen kann ;)
            Ich habe mir im Zuge dieses Desasters erstmal wieder The Avengers angeschaut und weiß ihn eigentlich jetzt erst richtig zu schätzen, wo ich gesehen habe, wie schlimm so eine Superheldenverfilmung in die Hose gehen kann.

            Überraschenderweise bin ich ja auch bei dir, Tamino. Nur nennst du das anders, was meiner Meinung nach etwas inkonsistent im Zusammenhang mit dem Anspruch Filme objektiv bewerten zu wollen, ist.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Ich finde da kann man durchaus von Genuss sprechen :) Es geht nun mal eine gewisse Faszination von Zerstörung aus – schon im Kindesalter bauen Kinder Sandburgen und erliegen dann dem Drang sie wieder kaputt zu machen, was im Effekt (wenn der Rausch vorbei ist) zu großer Traurigkeit führt – und Snyder bedient hier in der zweiten Filmhälfte diesen niederen Instinkt und den Drang nach Zerstörung, der uns nun mal zivilatorisch abtrainiert ist. Einfach mal gehen lassen und dem totalen Wahnsinn hingeben – nur ohne dass danach Traurigkeit einsetzt.. Ist ja nix in echt kaputt :D Vielleicht hab ich dieses architektonische Schlachtfest auch durch die Augen eines Sechsjährigen gesehen – kann gut sein – genossen habe ich es auf jeden Fall!

          • Stefan

            Ja, aber bei Genuss geht es mir eher darum, dass ich etwas aufsaugen kann. Z.B. Ein gutes Bier oder ein leckeres Essen, wenn man mir aber 200 Liter Bier reinschüttet oder 50 Steaks, dann kotze ich eher, als dass ich noch Spaß daran hab ;-)

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Da kann ich jetzt schwer gegenargumentieren, weil ich dann auch gegen meine eigentliche Grundüberzeugung argumentieren müsste. ‘Normalerweise’ ist nur der Gedanke an 40 Minuten Totalabriss schon ein Ausschlusskriterium mir den Film überhaupt anzusehen. Ich habe auch noch nicht ganz ergründet, warum das hier für mich so gut funktioniert (in IRON MAN 3 waren mir 25 Minuten Finale in denen wesentlich weniger zerlegt schon viel zu viel), formell dürfte es das eigentlich nicht. MOS ist vielleicht (für mein gehirn) ein wenig wie ‘Atari Teenage Riot Live at Brixton Academy’ – Alle Regler auf Maximum (und weit in den roten Bereich), aber gerade dehalb ist es genial :D

          • Macki

            Jetzt ist aber mal Schluss mit der Rumdiskutieren hier. Ab vor den Fernseher und Filme gucken.

          • xtc123

            Du hast ja sowas von recht!

            Ich möchte jahie rniemanden den Spaß verderben undich möchte auch nicht rumtrollen und ich hab die ganzen Kommentare zu diesem Podcast jetzt nicht gelesen. Aber ich mag diesen Podcast und seine Protagonisten. Und ich glaube, die unterschwellige Entäuschung von den beiden Podcastern über diesen Film gespürt zu haben. Und deshalb sage ich euch: Hört auf, Sciene-Fiction-Filme und Comicverfilmungen ernst zu nehmen. Die Macher dieser Filmne tun das auch nicht. Eure Ausführungen zu diesem Film in allen Ehren, ihr hättet es aber auch kürzer machen können. Zum Beispiel so: http://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/1-2-3-zack-poenack-man-of-steel-clip!
            Ich mag eigentlich kein Privatfernsehen und irgendwelche Frühstücksshows – aber wo der Pönack recht hat, da hat er halt mal Recht.

            Liebe Grüße

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Gegen eine gute Polemik ist ja selten etwas auszusetzen und Pönack hat ja auch so seinen Unterhaltungsfaktor. Und natürlich auch Recht mit dem, was er da sagt.

            Aber trotzdem kann ich nicht anders, als Comic-Filme ernst zu nehmen! Im Gegensatz zu ihm finde ich die Geschichte des vom Himmel gefallenen Supergods alles andere als langweilig! Und ich sehe ja auch in den Comics, wie mit der nötigen Ernsthaftigkeit einfach ganz wunderbare Geschichten über Superman und somit auch über uns als Menschen und Rezipienten möglich sind. Genau das möchte ich eines Tages auf der großen Leinwand sehen. Ich kann es aber voll verstehen, wenn man mir in dieser Hoffnung nicht folgt, das Genre als belanglos und seicht einordnet. Aber das kann ich nicht ;-)

            (Oh, und natürlich Danke für das Kompliment an uns und den Podcast!)

          • SecondUnitTamino

            Aber man hat ja mit Filmen wie “Watchmen” oder “TDK” gesehen, dass es möglich ist, solche FIlme Ernst nehmen zu können. Es ist nur so schade, dass es so selten der Fall ist.

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Diesem Kommentar kann ich mich uneingeschränkt anschließen ;-)

        • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

          Ganz ehrlich. Diese Kritikpunkte sind schon nah an albern! Wenn amn da so rangeht, aknn man jedes Wort, jede Bewegung und jede Handlung JEDES Charakters in JEDEM Film auseinandernehmen und es gibt keinen Film mehr der dem irgendwie standhalten kann, weil es ja immer irgendwie besser gegangen wäre.
          Menschen: Sofern es ging hat er immer versucht einzelne zu retten, in einem solch mächtigen Kampf gegene inen gottgleichen gegner ist es nur etwas schwierig da noch völlig rücksichtsvoll zu sein -> Problem gelöst!
          Augen: Superman hat auch immer den Kopf mitbewegt, ergo kommen die Strahlen wohl einfach gerade raus -> Problem gelöst!
          Mond: Da Zod genau so stark wie er ist kann er eben NICHt mal eben mit ihm hinfliegen wo er will, sondern muss den Kampf da wo sie nun mal gerade sind ausfechten -> Problem gelöst!
          Satellit: Ja sie waren schon auf dem Weg in neutrale Gefilde, Zod hat ihn aber zurückgeboxt -> Problem gelöst!
          Metropolis: Man sieht doch gar nicht ob er das getan hat -> Kritikpunkt aus der Luft gegriffen!
          Usw.
          Selbiges gilt für die meisten Punkte im ersten Post. Dass man Superman ohne Cape nicht erkennt hat noch nie Sinn gemacht und macht es auch hier nicht!
          Das ist doch alles Nitpicking auf allerhöchster Intensität. Wenn ich einen Film scheitern sehen WILL finde ich immer eine Million Kleinigkeiten!

          • Stefan

            “Menschen: Sofern es ging hat er immer versucht einzelne zu retten, in einem solch mächtigen Kampf gegene inen gottgleichen gegner ist es nur etwas schwierig da noch völlig rücksichtsvoll zu sein -> Problem gelöst!”

            Nein, er hat in den großen Kampfszenen KEINEN einzigen Menschen gerettet, er hat es nicht versucht, er ist nichtmal mit Zod irgendwo hingeflogen, um weniger Zerstörung anzurichten.
            Zod schmeißt ein Auto in das Haus von Clarks Mutter. Was ist die Reaktion von Superman? Er boxt Zod durch 3(!!!!) Tankstellen, wo garantiert Menschen sind, die dadurch sterben. Superman nimmt hier billigend in Kauf, dass Menschen sterben, nur weil er seine persönlichen Rache will. Und das passt überhaupt nicht zu seinem Verhalten vorher, wo er einsteckt, um überlegt auszuteilen. Das ist einfach sau schlechtes Writing.

            “Mond: Da Zod genau so stark wie er ist kann er eben NICHt mal eben mit ihm hinfliegen wo er will, sondern muss den Kampf da wo sie nun mal gerade sind ausfechten -> Problem gelöst!”

            Falsch, Jor-El erklärt am Anfang ellenlang, dass Supermans Zellen mit jedem Tag, den er auf der Erde ist, die Kräfte der Sonne aufnehmen und immer stärker wird. Zod ist EINEN Tag auf der Erde und sofort gleich stark? Bullshit! Das ist mal wieder einer der vielen Logikfehler im Film. Und wieso schafft er es Zod zu einem Satelliten zu kicken und nicht weiter? Das ist einfach zu kurz gedacht.
            Und was war das absolut Lächerlichste? Superman erklärt Zod, wie in einem Scooby Doo Film der Verbrecher den gefesselten Kindern, wie er mit der Überreizung klarkommt. Einfach nur schlecht.

            “Metropolis: Man sieht doch gar nicht ob er das getan hat -> Kritikpunkt aus der Luft gegriffen!”

            EBEN! Man sieht es nicht! Sie zeigen KEINE heroischen Szenen! Das ist doch die Kritik und das, was du schreibst entkräftet absolut nicht meine Kritik!
            Das wäre so, als würde ich kritisieren, dass eine mathematisch Gleichung kein Ergebnis hat und ich behaupte, dass es sich der rechnende Mensch leicht macht und du sagst “aber es steht doch kein Ergebnis da, deine Kritik ist aus der Luft gegriffen”.
            Der Punkt ist doch, dass es der Film nicht schafft einen Superhelden so zu präsentieren, dass man ihn als Superhelden wahrnimmt!
            Das ist auch weit davon entfernt Nitpicking zu sein, denn integrale Bestandteile des Filmes ergeben keinen Sinn.
            Clark rettet keine Menschen bei seiner Schlacht, aber ist plötzlich bereit zu töten, weil Menschen bedroht werden? Das ist absolut WIDERSPRÜCHLICH und der KERN des Films! Das ist das Finale, die absolute Botschaft, die von allem, was wir vorher über die Figur gelernt haben abweicht, wie kannst du das als Nitpicking bezeichnen?

            Ich wollte diesem Film absolut alles verzeihen, ich habe mich riesig darauf gefreut, aber jede Charakterentwicklung von Superman wurde vollkommen widersprüchlich dargestellt. Wenn du diese fundamentalen Fehler nicht siehst, sei glücklich. Ich bin sehr neidisch auf die Leute, die an diesem Machwerk Freude haben können. Aber nach meinen Maßstäben und da stehe ich zum Glück alles andere als allein da, ist es ein sehr schlechter Film, der für einen Blockbuster eines der schlechtesten Drehbücher der Filmgeschichte hat.
            Das kannst du gerne anders sehen, aber ich lasse meine validen Punkte 1. nicht durch solche unsinnigen “Lösungen” entkräften und zweitens lass ich meine Punkte, die große Teile der Handlung in Frage stellen, nicht als Nitpicking herunterspielen.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Gut, dann nenne ich es nicht Nitpicking (sorry), sondern gehe mit nem anderen Ansatz ran:
            Ich frage mich, ob hier dein (mit Sicherheit sehr fundiertes, du wurdest ja schon mehrfach im Podcast als Comic-Experte genannt) Vorwissen zu Superman mit dem Film kollidieren. Verhält sich Clark wirklich widersprüchlich zu seiner vorher gezeichneten Entwicklung im Film, oder verhält er sich widersprüchlich zu (fast ein Jahrhundert lang) etablierten Superman-Verhaltensweisen?

            Besagte Szene z.B. :
            Mutterszene:
            In den Rückblenden sieht man schon mehrfach, wie Clark kurz davor ist auszurasten und seine Kräfte gegen Menschen zu benutzen. Er “steckt nicht ein um überlegt auszuteilen”, sondern verschiedene Einflüsse (Vater, Kellner-Kollegin) halten ihn immer im letzten Moment davon ab. In besagter Szene ist Zod’s Verhalten einfach zu viel und er flippt aus! Weil er zu sehr Mensch ist um sich beherrschen zu können und auch die Mutter ihn nicht zurückhalten kann. Es fehlt ihm noch der angemessene Bezug zu seinen extremen Fähigkeiten!
            Das wirkt auf mich absolut nachvollziehbar und irgendwie auch authentisch – täglich rasten Menschen wegen kleinerer Dinge aus!

            Zod-Kräfte:
            Jor-El erklärt das vielleicht, aber man sieht nicht wie es reell passiert. Auch als sehr kleiner Junge hat er schon diverse Kräfte und nachdem im die Projektion seines Vaters erzählt was er alles kann, steigen die Kräfte in ihm PLÖTZLICH ins Unermessliche. nicht weil er sie PLÖTZLICH hat, sondern weil sie in ihm bereits schlummerten und er sie PLÖTZLICH entdeckt und beginnt sie aktiv zu erforschen. Als Kind will Clark dazugehören, kein Freak und Außenseiter sein, das kann bereits ausreichen, damit sich die Kräfte nur nach und nach entwickeln.
            Ich will nur sagen, dass man es einfach nicht weiß und daher jede Behauptung (sie müssen sich lange entwickeln VS sie sind direkt da, müssen aber erst vom “Wirt” erforscht werden) spekulativ ist.
            Und deshalb kann ich problemlos sagen: Zod kommt in die Erdatmosphäre und hat diese Kräfte – da er ein genetisch auf Kampf programmierter Kryptonier ist (und die Kräfte bei Clark schon demonstriert bekommen aht, also weiß worum es geht), gelingt es ihm dann auch fast sofort diese Kräfte zu ergründen und für sich nutzbar zu machen. Das ist für mcih plausibel.
            Außerdem: Superman verliert doch später die Kräfte außerhalb der Erd-ATMOSPHÄRE – wären sie nur durch die Sonne begründet, würde doch diese keine Rolle spielen.

            Und keine heroischen Szenen?
            Er hält einen extrem übermächtigen, mit irdischen Mitteln unbezwingbaren Gegner davon ab die gesamte Weltbevölkerung auszulöschen und die Erde für eigene Zwecke zu nutzen! Wie viel heroische Handlung kann man da noch drauflegen? Heroischer geht es doch gar nicht!! Und im Zuge dieser übergeordneten Motivation seines Charakters MUSS er auch einfach die Kollateralschäden in Kauf nehmen. Ich bleibe dabei: In seinem unmittelbaren Umfeld rettet er wen er kann (Helikopterpiloten, Zivilisten in der Zod-Szene), aber Primärziel ist die Auslöschung der Menschheit zu verhindern. Und wo gehobelt wird…
            Vielleicht beißt sich das mit Superman im klassischen Sinn – mit dem Clark Kent hier im Film nicht!

    • SecondUnitTamino

      Hehe, du klingst ja fast so, als hätten wir den Film über den grünen Klee gelobt. Also mal von vorne. Wir brauchen uns nicht darüber streiten, ob “Man of Steel” ein gelungener Film ist, da sind wir uns einig: nein. Ich kann deine Meinung absolut nachvollziehen und ich habe in der Sendung auch mehrmals betont, dass ich ihn einfach nur noch ganz akzeptabel fand, weil mich die Action unterhalten hat. Du nennst den Film “verschwendete Lebenszeit” was man halt immer sagen, wenn einem ein Film nicht gefällt. Für mich ist z. B. sowas wie “Ein andalusicher Hund” noch deutlich eher in diese Kategorie einzuordnen, aber das führt wohl zu nichts. Ich mag manchmal Filme wie “300″. Ich habe früher auch manchmal gerne “Dragonball Z” geguckt. Da gehts halt um stumpfe, unmotivierte und optisch aufgeblasene Action wie in einem Videospiel. Klar wär’s besser, wenn das alles in eine Geschichte eingebettet wäre, aber ich finde die Action in “Man of Steel” unterhaltsam, trotz der Shaky Cam. Bei “Transformers” ist das im Grunde ganz ähnlich, nur gibt es da halt noch zig Momente, die einfach “offensive” sind (wie z. B. der Robotor, der mit Öl auf einen Menschen pinkelt etc.). Sowas hatte “Man of Steel” nicht. Der war halt einfach nur leer. Es gab ja immerhin einige Andeutungen über die Motivitionen und die Rolle von Superman in Bezug auf Krypton, nur wurde da eben nichts ausformuliert. Aber immerhin war da irgendetwas. Bei “Transformers” gibt’s halt nur “I AM MEGATRON!!!!!”. Ich muss “Man of Steel” sicher auch nicht nochmal sehen, meine Ansicht ist doch einfach nur, dass ich es unterhaltsam fand, wie sie halb Metropolis zerlegt haben und Lokomotiven nacheinander geworfen haben. Es war halt ein lustiges Guilty Pleausure für nen kurzweiligen, einmaligen Kinobesuch.

      Du sagst, wenn man “Man of Steel” mag, muss man auch Filmen wie “Transformers” was abgewinnen können und da stimme ich dir auch zu. Letzterer ist bei mir eine 4/10 (die Fortsetzungen weniger) und ersterer gerade noch eine 6/10, weil er eben nicht so offensichtlich dumm war sondern eher leer (empfinde ich zumindest so). Es gibt im Grunde nur eine einzige Sache, die ich an deiner Ansicht zu diesem Film nicht im Geringsten in meinen Kopf bekomme. Und das ist, dass man all deine Kritikpunkte multipliziert mit 10 auch “Star Trek: Into Darkness” vorwerfen muss, den du ja als unglaublich großartigen Film empfindest. Das verstehe ich einfach überhaupt nicht. Der Plot von “Man of Steel” ist unausgereift und fehlerhaft, der von “Into Darkness” ist ein einziger Haufen von monströsem Bullshit, in dem nichts, rein GAR NICHTS Sinn ergibt. Die Jungs von RedLetterMedia haben zu beiden Filmen eine Episode von “Half in the Bag” aufgenommen und sie zerreißen beide Filme auch kompromisslos, was natürlich auch angemessen ist. Du solltest dir die wirklich mal anschauen, weil die echt unterhaltsam und informativ zugleich sind. Wie man “MoS” kritisieren und in einem Atemzug “ID” loben kann, geht einfach nicht in meinen Kopf. Wirklich, für mich klingt das so wie zu behaupten, dass “Transformers 1″ ein Lieblingsfilm und “Transformers 2″ ein Hassfilm sei. Beide Filme sind doch vom Prinzip her genau das gleiche, man kann sich höchstens darüber streiten, wo die jeweiligen Probleme am größten sind. Ich gebe dir mal kurz meinen Vergleich.

      1. Der Plot macht wenig (“MoS”) oder absolut gar keinen Sinn (“ID”). Ich würde mich bei letzterem nicht mal trauen zu versuchen, den Plot zu erklären, weil er einfach nur aus Aufzeichnungen von Bierdeckeln zu bestehen scheint. Bei RLM versuchen sie sehr unterhaltsam, den Plot irgendwie zu entschlüsseln, aber sie kriegen kaum einen Satz zusammen, weil nicht mal irgendein Puzzlestück Sinn ergibt.

      2. Charaktere werden kaum gezeichnet (“MoS”) oder sind Karikaturen von Menschen, deren Konstellationen nicht den geringsten Sinn ergeben (“ID”). Warum sollte IRGENDJEMAND Spock aka das größte Arschloch des Universums lieben (Uhura) oder mit ihm befreundet sein (Kirk)? Lois Lane ist immerhin sympathisch, nicht wie in “Superman Returns”.

      3. Action ist nichts als Selbstzweck. Das kann man beiden Filmen vorwerfen. Da der Plot in beiden Fällen kaum Sinn ergibt, kann die Action nicht motiviert sein. Auf dieser motivationalen Ebene sind beide Filme vollkommene Fehlschläge. Für mich gewinnt in Sachen Action trotzedem “MoS”, da wenigstens eine Menge Action vorhanden ist. “ID” hatte auch handwerklich gut gemachte Action, aber es war insgesamt ein relativ geringer Anteil im Film und dazwischen wollte ich mich halt nur übergeben aufgrund der unfassbaren Sinnlosigkeit und Dummheit des Plots und der Charaktere. “MoS” unterhält mich in dieser Hinsicht immerhin, auch wenn es nur Action ala “300″ oder “The Matrix Reloaded” ist.

      4. “Dämlichkeitsgrad”. Auch hier ist “ID” der klare Gewinner. Der Film verfremdet z. B. den Begriff “Cold Fusion”, weil das Wort “cold” in ihm vorkommt, damit der völlig verdummte Zuschauer “versteht”, dass damit Kälte erzeugt werden soll. Dass “Cold Fusion” was anderes ist, ist halt egal, klingt ja passend. Außerdem müssen feindliche Raumschiffe groß und schwarz sein (im dritten aufeinanderfolgenden Film), weil man natürlich sonst nicht verstehen würde, dass sich Feinde auf ihnen aufhalten usw. “MoF” ist da natürlich auch kein unbeschriebenes Blatt. Ganz am Ende z. B. muss natürlich die eine Army Tante sagen: “Superman is so hot”. Aber ganz ehrlich, das finde ich nicht ansatzweise so offensive, wie der Strip von Carol vor Kirk in “ID”, wo Christian und ich nicht nur die Augen gerollt, sondern laut aufgestöhnt haben.

      5. Existenzgrund. So wenig ich mir persönlich einen actionlastigen Supermanansatz wünsche, immerhin kann ich verstehen, warum man “MoS” so gemacht hat, wie er geworden ist. Die Figur Superman bietet eben durch ihre Unbesiegbarkeit die Möglichkeit für solche endlosen Actionszenen. Im Gegensatz dazu ist das einzige was “ID” mit dem Konzept Star Trek macht, seinen Namen zu benutzen, um den Film zu verkaufen. Man hätte auch einfach nen anderes Raumschif nehmen können und den Charakteren andere Namen geben können und schwups, wir hätten einen x-beliebigen Sci-Fi-Actioner. Klar geht auch “MoS” nicht respektvoll mit der Vorlage um, aber immerhin gab es hier Ansätze von Motivationen und einen neuen Ansatz im Vergleich zum Original. Im Endeffekt muss man natürlich trotzdem sagen, dass beide Filme im Grunde kaum etwas (MoS”) oder gar nichts (“ID”) mit ihrer eigentlichen Materie zu tun haben, was ich ja auch am Ende unserer Folge angedeutet habe.

      Ich werde mir diesen Film bestimmt nicht noch einmal ansehen, aber dennoch hat er meiner Meinung nach immerhin unterhaltsame, platte Action im Gegensatz zu einer allgegenwärtigen, unendlichen Dummheit bei “ID”. Für mich reicht es hier für ein guilty pleasure, dass immerhin Ansätze hatte. “300″ könnte man genauso in der Luft zerreißen wie “MoS”, aber ab und zu kann ich mir ein dumpfes Actionfeuerwerk angucken. Und mehr ist der Film ja im Endeffekt auch nicht.

      • Stefan

        Tamino, ich als Comicfilmfan und -experte kann deine Meinung hier nicht als gleichwertige betrachten, weil die Negativpunkte nicht sehen kannst, die ich sehe :P Toché?
        Das diskutieren wir unter vier Augen aus ;)

        • SecondUnitTamino

          Netter Versuch, Stefan ;-) Nur leider habe ich deine Kritik am Film ja nicht widerlegen wollen, sondern dich nur darauf aufmerksam gemacht, dass du konsequenterweise eben auch andere Werke genau so hart oder noch härter hassen müsstest. Über vermeintliche Qualitäten im Film musst dich eher mit Christian prügeln. Aber ich bin auch für das 4 Augen Gespräch. Im Grunde müssten wir da aber eher noch mal über “Into Darkness” reden und warum du nicht auch die “Man of Steel” Kritik ansetzt :-)

    • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

      “ich würde jeden, der Filme mit einer konsistenten Handlung mag und den
      ein Effektoverkill, bei dem man mit dem Auge schon gar nicht mehr
      wahrnehmen kann was passiert, nicht feuchte Träume macht, ausdrücklich
      vor diesem Machwerk warnen” – Haha, trifft alles auf mich zu! Habe allerdings, als ich gerstern aus dem Kino kam überlegt mir eine zweite Karte zu kaufen und noch mal reinzugehen! Was du so kritisierst kann cih auch beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen. Aber vielelicht müsste ich da Ahnung von Superman für haben ;)

  • Mockupy

    Oh man was für ein Rotz dieser Film. Eigentlich nur eine einzige gigantische Actionszene mit ein paar Alibi-Storyszenen dazwischen um einen epischen Trailer produzieren zu können. Dabei hatte er doch so viel Potential. Albern, dämmlich. Die Action war zwar gut inszeniert, aber wie oft soll ich mir noch die Zerstörung von New York angucken? Dazu Plotholes ohne Ende … Leider auf einem Niveau mit TDKR, Prometheus, Iron Man 2, Transformers etc… schade, schade, schade.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Ganz so krass wie Transformers finde ich ihn nun nicht, aber die Einreihung in die anderen Comic/SciFi-Filme würde ich sofort unterschreiben.

    • Stefan

      Transformers 1 war eindeutig besser als das Debakel Man of Steel, denn der hatte eine nachvollziehbare Geschichte

      • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

        Möglich, aber die hat Man of Steel auch. Man kann dem Film nicht vorwerfen, dass das Publikum im Unklaren bleibt. Die Geschichte ist vielleicht schwach/scheiße/unlogisch, aber immer nachvollziehbar. Und es gibt keine pissenden Roboter und Megan Fox ;-)

        • Stefan

          Morgen beim Mittag werde ich dir den Film dekonstruieren und beweisen, warum gar nichts an dem Film nachvollziehbar ist :)

  • Kalchi

    Oh wie geil. Da rechnet man damit, dass die Folge am Donnerstag kommt und dann steht sie heute schon zum Download bereit. Ihr habt meinen Tag gerettet!!

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Ich hatte halt schon heute Zeit die Folge zu bearbeiten. Außerdem brennt mir das Thema selbst so unter den Fingernägeln, dass unsere Diskussion schnell raus muss in die Welt. Freut mich, dass du dich freust :-)

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    SO, ich komme aus dem Kino und freue mich hier direkt den Podcast Online zu finden.. Hören werde ich ihn aber erst morgen können!
    Trotzdem brenne ich drauf etwas loszuwerden:

    Ich will und MUSS mich bei euch mal ganz kräftig bedanken!
    Ohne eure Superman-Episoden, hätte ich voraussichtlich überhaupt kein Interesse an dem Film gehabt und ihn höchstens irgendwann mal auf BD angesehen! Doch ihr habt das Interesse geweckt und deswegen war ich nun im Kino!
    Danke! Ohne eure Podcasts hätte ich diese neue Definition des Wortes “Epik” verpasst :)

    Mehr morgen, erstmal nen schönen Abend!

    • SecondUnitTamino

      Danke für dein danke, hört man immer gerne ;-) Episch ist der Film bei allen Problemen sicher. Bin gespannt, was du zu Stefan’s starker Kritik hier in den Kommentaren sagen würdest, wenn du den Film ja anscheinend ziemlich gerne mochtest. Stefan hat Recht, das Ding strotzt halt wirklich vor großen und kleinen Plot Holes, genrellen Ungereimtheiten und ungeklärter charakterlicher Motivationen, aber dennoch wundert es mich irgendwie ein wenig, dass plötzlich so viele Leute diese Dinge bei diesem Film so heftig kritisieren, wo doch in Hollywood im Grunde seit Jahren jeder zweite Blockbuster genau so krasse Logigbrüche im Plot und nur schemenhaft gezeichnete Charaktere hat. Bei Abrams’ Star Trek Filmen hat es ja anscheinend keinen gestört und die machen wirklich in Plot Hinsicht überhaupt keinen Sinn. Ich verstehe irgendwie nicht, warum jetzt “Man of Steel” so unfassbar viel schlechter geschrieben sein soll als der übliche zeitgenössische Blockbuster. Für mich ist er eben leider nur genau das: ein typischer, moderner Blockbuster, der immerhin seine Schauwerte hat.

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Ich glaube einfach, es ist eine Frage der Erwartung. Je mehr ein Film erwartet wurde um so härter gehen Leute damit ins Gericht, umso enttäuschter sind Leute die ewig drauf hingefiebert haben, umso mehr Leute gibt es die den Film scheitern sehen WOLLEN (nichts davon muss jetzt zwangsweise auf Stefan zutreffen)!
        Ich z.B. habe in diesem Fall gar nichts erwartet, hatte eigentlich noch nicht mal wirklich Lust drauf. Im Endeffekt habt ihr mir die Lunte gelegt: “Das hier (XYZ) sind die Probleme von Superman”. Ich bin jetzt reingegangen, weil ich mal sehen wollte wie sie das alles lösen! Ich fand Superman immer ein wenig albern, wiel er einfach zu viel kann. Auch da wollte ich mal wissen – schaffen sie es einer, eigentlich viel zu comichaften Figur einen einigermaßen ernsthaften Anstrich zu geben (und das hat der Teaser, den ich auch nur einmal gesehen habe ja vermittelt). Nun ich bin so positiv überrascht!
        Lediglich der Anfang auf Krypton hat ein wenig geholpert, aber direkt zum Einstieg auf der Erde war ich echt voll drin! Die Gesamtatmosphäre (auch aufgrund des großartigen, wirklich abartig guten Soundtracks) hat mich voll eingelullt, aber auch wenn ich über den Inhalt nachdenke, finde ich fast nichts was mich stört!
        Hab jetzt etwa 30Min. ezres Casts gehört. Echt interessant, dass ihr den Film durchweg anstrengend und hektisch fandet. Ich fand ihn anfangs geradezu ruhig und melancholisch, erst gegen Ende zieht Snader ziemlich aprubt an und es kommt der völlige Overkill.
        Die Shaky Cam hab ich irgendwie gar nicht recht bemerkt!

  • tinkengil

    Meine Probleme mit diesem Film begannen schon zu Beginn in der Szene auf Krypton. Ich habe zu jedem Moment gehofft, dass der Film endlich auf die Erde umschaltet und Superman in Erscheinung tritt. Die Kulissen auf Krypton als auch die Kostüme erinnerten mich unweigerlich an einen schlechten Power Rangers Film aus den 90ern, und ich kann mir nicht mal ganz erklären, warum.

    Beim Umschwenk auf die Erde ist Superman natürlich zufällig an Ort und Stelle einer Katastrophe (Ölplatform), genau wie später auch noch einige Male (als Kind im Bus; als sein Vater in den Tornado gerät etc). Ja ok, andere Filme handhaben das auch so, aber hier hat es mich gestört. Er ist eben Superman und könnte in wenigen Minuten an jedem beliebigen Ort der Welt sein um den Helden zu spielen (haha), denn wie wahrscheinlich ist es, dass jemanden 3x im Leben das Schicksal so hart trifft?

    Die Actionszenen und Häuserschlachten waren auch ermüdend, daran habe ich mich schnell sattgesehen. Wirkte in Transformers beispielsweise noch viel frischer, ganz zu schweigen von meinem Lieblingsapokalypsenfilm Independence Day (nun dürft ihr mich schlagen).

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      *hau*

    • SecondUnitTamino

      Krypton hat mir eigentlich recht gut gefallen, vor allem die Kostüme von Zod und Konsorten fand ich total charismatisch. Wir sind hier in einem Superman-Film. Wieso sollten die Villains nicht auch abgefahrene Kostüme haben wie Superman selbst? Das fliegende Viech hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber es war noch ok. Wer allerdings “Independence Day” als einen Lieblingsfilm hat, der muss eigentlich auch jedem anderen Film eine gaaaaanze Menge verzeihen ;-)

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Aus Faulheit mein Review von Moviepilot:

    Ich mochte an MAN OF STEEL wirklich absolut alles!
    Bereits der gesamte Cast überzeugt mit einer unheimlich intensiven, zeitweise übermächtigen Präsenz. Zum einen, weil die Qualität der jeweiligen Leistungen durchweg solide bis grandios ist, zum anderen weil die Figuren auch entsprechend geschrieben sind:

    Im Fokus steht natürlich Henry Cavill als Cal-El / Clark. Und er vermittelt alles notwenige um die Rolle perfekt auszufüllen – die physische Präsenz, das Charisma, aber (und das ist am wichtigsten) auch die emotionale Nuanciertheit um den lebenslangen Kampf gegen sich selbst, die innere Zerrissenheit immer wieder durchscheinen zu lassen (in dem Zug auch direkt ein Lob an alle Jungdarsteller, die den kindlichen Clark Kent verkörperten).
    Dann wäre da Amy Adams als Louis Lane. Sie verleiht zwar dem Wort ‘süß’ eine neue Dimension, darf aber glücklicherweise weitaus mehr als bloß ‘süß’ sein – stattdessen bekommen wir hier eine zielstrebige, reflektierte und wenn nötig auch heftigst butt-kickende Reporterin vorgesetzt, bei der es zwar (auch) funkt, auf deren Tages-Agenda zum Glück jedoch mehr Punkte als ‘Schmacht nach Superman’ und ‘hysterisches Kreischen’ stehen!

    Zwei Persönlichkeiten erfordern zwei Väter:
    Zunächst wäre da Jor-El, Vater auf Krypton. Russel Crowe macht in seiner Rolle eigentlich nicht viel, strahlt dabei aber eine Ruhe, Weisheit und Macht aus, welche instantan zum niederknien auffordert. Monologo mit so einer Wucht zu vermitteln, das ist großes Schauspiel!
    Als irdischer Vater darf Kevin Costner antreten und kann überraschend emotional abliefern – es schimmert endlich mal wieder durch, warum er berechtigterweise eine Karriere hat(te).

    Auch die Garde an Kryptoniern weiß absolut zu überzeugen. Michael Shannon als wahnsinnig-besessener General Zod schreit dem Zuschauer seine wütenden Endlösungspläne entgegen und Antje Traue als emotionsloser Sub-Commander Faora schafft es, ihrem Spiel ausschließlich über den Blick eine beeindruckende Zielstrebigkeit und geradezu schauderhafte Kälte zu verleihen. Weitere Kryptonier stehen zwar in Anzügen daneben, doch auf plump-doofe Handlanger wurde zum Glück verzichtet – lieber nur zweien der Figuren ein Profil geben, dafür richtig.

    Schluss mit dem Cast, hin zum Drumherum:
    Atmosphärisch, inszenatorisch, optisch, musikalisch und vom tempo her passt hier alles!

    Größtes Plus: MAN OF STEEL erzählt nicht 30 Minuten eine Origin-Story, etabliert den Helden eine Stunde und lässt ihn dann den großen Bösewicht bekämpfen, sondern MAN OF STEEL ist ALS GANZES die Origin-Story von Superman. Seine Geburt, seine Kindheit, seine Jugend, sein Verhältnis zu seinen Eltern, die Suche nach seiner Identität, die Last der eigenen Fähigkeiten, die große Frage ihres Ursprungs und die Orientierungslosigkeit nicht zu wissen wie sie sinnvoll zu nutzen sind. Auf all diesen Stationen – ganz wunderbar in leicht kitschigen, leicht melancholischen und durchweg berührenden Rückblenden gezeigt – begleiten wir Clark Kent und es fällt leicht ihn zu verstehen und ihn zu mögen, sympathisch zu finden. Getragen von überragender Optik und gelegentlich fast zarten Klängen aus den Zimmer’schen Katakomben, entwickelt MAN OF STEEL sobald der Prolog endet und das Geschehen auf die Erde verlagert wird einen Sog, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte.

    Das Gesamtbild ist vollkommen rund. So rund, dass sämtliche Probleme, die die Figur Superman schon immer hatte (Unbesiegbarkeit, Übertriebenheit der Fähigkeiten, etc.), hier vollkommen stimmig gelöst wurden. So rund, dass ich erstmals einen völligen, maßlosen und grenzenlosen Action-Overkill am Ende eines Films absolut angemessen fand. Nicht nur angemessen, sogar großartig. Wenn zwei Übermenschen – außerirdisch, Gott-/Teufelsgleich – in finaler Konfrontation aufeinandertreffen, dann MUSS es richtig krachen. Und das tut es! So unfaßbar übertrieben, dass man es kaum in Worte fassen kann.
    Aber ist Superman nicht genau das?

    Ein wirklich toller Popcorn-Film!
    Unvermeidlich und demonstrativ Videogame-/Comichaft, trotzdem menschlich und ernst in seinen Untertönen. Als die Vorstellung vorbei war hatte ich – wie schon ganz lange nicht mehr – das Bedürfnis mich wieder anzustellen und ihn mir direkt noch mal anzusehen. Allerdings – einziger, aber zum Glück frei terminierbarer Kritikpunkt – dann in 2D. Denn das 3D ist ein lächerlicher Witz! Nicht eine Szene wirkt tatsächlich richtig räumlich und plastisch, stattdessen ist alles ein wenig unschärfer (in einer angeblichen 4K Projektion). Ich sage nach wie vor: in 3D drehen, oder es lassen!

    Trotzdem:
    Snyder (und ein wenig Nolan) did it!

    Wertung 09/10!

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Zu eurer Kritik, dass nicht ganz nachvollziehbar ist, wieso Superman überhaupt motiviert ist die Menschheit zu retten, fällt mir folgendes ein:
    Da spielen einige Faktoren zusammen, die das für mich absolut glaubhaft gestaltet haben! Es sind zwar immer wieder nur kleine Impulse die Goyer/Nolan einstreuen, allerdings sind die so gut gesetzt, wohldosiert und zielgerichtet, dass für mich sogar sehr nachvollziehbar wird, was Superman sich von den Menschen erhofft.
    Vor allem die Geschichte um den rothaarigen Jungen, den er in dem Schulbus als Kind rettet. Der Junge hat ihn vorher gehänselt, die Szene ist auch entsprechend gestaltet, so dass man weiß er tut es nicht zum ersten Mal. Nachdem Clark ihn gerettet hat geschieht aber ein Wandel. Er wird dankbar – ehrlich dankbar! Hilft ihm hoch, nachdem die älteren Jungs in gemobbt haben, etc. er wandelt sich einfach vom Arschloch zum guten Menschen, aufgrund von Clark’s Tat. Das kann man stellvertretend sehen, für das was Clark – obwohl er viel mit miesen Menschen zu tun hatte unter denen er auch litt – an Potential in den Menschen sieht.
    Dazu noch die Gespräche mit beiden Vätern (gedanklich wieder gepaart mit dem rothaarigen Jungen) UND den aufkeimenden Gefühlen für Louis Lane (die immer nur angedeutet und von beiden Schauspielern wunderbar subtil vermittelt sind). Das reichte mir als Gesamtpaket um mich glauben zu lassen, dass Clark ‘Potential’ in der Menschheit sieht, welches mit ein wenig Führung ans Tageslicht kommt.
    Jor-El’s Bitte an ihn ‘die Menschheit nicht das selbe Schicksal wie die Kryptonier’ erleiden zu lassen, spielt da sicher auch noch mit rein!

  • Pingback: Second Unit #65 – Man Of Steel (2013) « jacker’s 2Cents..

  • Edgar

    Ihr habt euch zusammen Watchmen angeguckt? Hättet ihr ja gleich ne Folge draus machen können ;_))
    Ich liebe den Film! Im Gegensatz zu Man of Steel.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Das war auch eher eine spontane Idee von uns. Aber ja, eine Diskussion dazu wäre wirklich spannend. Ich hatte ganz vergessen, wie meta der Film mit dem Superhelden-Thema umgeht. Ich hab danach gleich wieder Lust bekommen den Comic mal wieder zu lesen :-)

    • SecondUnitTamino

      Ab und zu müssen wir aber auch nochmal “privat” einen Film schauen und diskutieren ;-)

  • Cmdr

    Was haltet ihr eigentlich von der Fernsehserie “Die Abenteuer von Lois & Clark” ?

    Ach ja, sehr geil, dass man bei euch wirklich zuverlässig seine wöchentliche Dosis bekommt!

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Dankeschön! Mir ist es auch sehr wichtig, dass wir beständig sind und bleiben. Schön, dass das geschätzt wird :-)

      Zur Serie: Ich kann mich dunkel dran erinnern, dass ich die als Steppke im Fernsehen gesehen und gemocht habe. Aber das ist ja nun auch schon fast 20 Jahre her. Ich spiele mit dem Gedanken die mal wieder zu gucken. Aber zum einen fehlt mir etwas die Zeit, zum anderen hab ich auch echt Angst davor.

      • Raven

        Oh ich glaube die ist eigentlich ziemlich gut und gehaltvoll. Kann man ruhig mal gucken.
        Und wie sieht es mit Smallville aus? Das war ja mal ein ganz anderer Ansatz.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Ich hab mir gerade eben tatsächlich noch mal den Pilot von “Lois & Clark” angeguckt. Die Effekte sind natürlich gnadenlos veraltet. Aber Recht hast du, da stecken immer noch einige richtig schöne Ideen und Aspekte der Figur drin. Mit Smallville sieht es wohl ähnlich aus. Ich hab den Start der Serie damals herbeigefiebert und bin die ersten Staffeln auch noch mitgegangen. Aber zum Schluss wurde es deutlich, dass Welling kein Bock auf das Kostüm hat und die Serie viel zu lange lief. Damit meine ich nicht, dass die Serie mit dem Kanon der Comics bricht, damit kann ich leben. Nur gab es irgendwann einfach keine Geschichten mehr zu erzählen und auch innerhalb des Serien-Universums waren das Tempo einfach zu niedrig. Deshalb hab ich die letzten Staffeln gar nicht mehr geguckt. Bis auf das Serien-Finale, aber das war für mich auch eine einzige Enttäuschung. Kurzum: Ich wäre eigentlich mal wieder bereit für eine neue Superman-TV-Serie. Nur bitte nicht wieder von The CW produziert…

  • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

    Ich war übrigens noch einmal im Kino und hab den Film gesehen. Mir ist erst bei der zweiten Sichtung aufgefallen, dass besonders Snyder einen schlechten Job bei der Inszenierung macht. Zu wenig gute Shots vom fliegenden Superman, zu hektische Kameraarbeit und insgesamt einfach sehr ideenlos was die Inszenierung angeht. Die fehlenden Ideen machen hektische Schnitte und Bilder dann auch nicht mehr wett. Trotzdem hat er mir auch bei der zweiten Sichtung in manchen Szenen wahnsinnig gut gefallen können. Im Grunde alles vor dem Zusammenstoß mit Zod. Achja…

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  • Robomaster

    Für mich ist Man of Steel das mit Abstand schlechteste Machwerk das jemals unter dem Titel Superman veröffentlicht wurde. Zack Snyder hat einfach nichts von dieser Figur verstanden.

    Dazu habe ich auch noch einen ganz besonderen Hörtipp für Christian:
    Kennst du schon die Folge von “Wasting Away” zu Man of Steel und Superman 4?

    Zwei Superman Fans zerlegen darin Man of Steel wirklich von hinten bis vorne. Danach wird noch Superman 4 besprochen, dem im Vergleich deutlich mehr Herz und Credibility zugesprochen wird als Man of Steel. Obwohl er als Film an sich natürlich auch total schlecht ist.
    Das will schon was heißen.

    Hört rein: http://www.fuenf-filmfreunde.de/2013/06/23/podcast-wasting-away-4-super-meh-man-of-steel-superman-iv/

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für den Link! Landet sofort auf meinem iPod :-)

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Wasting Away ist eh sehr zu empfehlen. Besonders die Folge zu Robert Altman’s POPEYE Verfilmung. Beste Beschreibung eines Films jemals: “Ein Kafka’esker Alptraum für die ganze Familie” :D

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  • Andreas Schneider

    Hmmm, habe den Film nun sicher schon 4 mal gesehen und finde ihn gar nicht so schlecht. Soundtrack finde ich echt gut und bis auf die letzten 20 Minuten kann man ihn echt anschauen. Stimmt mit mir was nicht…?:-)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Nö, überhaupt nicht. Ich kann dem Film ja auch an vielen (leider nur kleinen) Stellen was abgewinnen. Und je nach Mindset taugt er halt besser oder schlechter. Als effektgeladener Katastrophenfilm taugt er. Als Superman-Film (in meinen Augen) eben nicht. *schulterzuck*