Second Unit #51 (The Notebook)

Auch nach 50 Sendungen gönnen wir uns noch Premieren. Deshalb widmen wir uns der Romanze The Notebook (Amazon-Link*) und erweitern mal wieder unser Filmverständnis durch ein für uns ungewohntes Genre. 

[YouTube Direktlink]

Doch – wie immer – ein paar kleine Ankündigungen. Zum einen steht unser nächster Hörervorschlag fest: No Country For Old Men. Tamino kennt ihn, ich noch nicht. Das könnte eine spannende Sendung werden. Zum anderen sagen wir wieder einmal Danke für eure flattr-Spenden. Weiter so!

Letzte Woche gab es ja Fight Club in der Sendung. Dazu verweisen wir kurz auf die Kommentare, wo wir gerne weiter über Deutungsweisen des Filmes diskutieren wollen. Außerdem erwähnen wir kurz das schöne Drehbuch-Blog Scriptshadow, wo sich zehn Lektionen zu Fight Club finden.

Wir trinken diese Woche ein leckeres Kirsch-Bier.

In den Hauptrollen in The Notebook spielen Ryan Gosling als Young Noah, Rachel McAdams als Young Allie, James Garner als Old Noah, Gena Rowlands als Old Allie und James Marsden als Lon Hammond. Der Film basiert auf einer Geschichte von Nicolas Sparks, Regie führte Nick Cassavetes.

Romanzen sind normalerweise nicht unser Genre. Deshalb sprechen wir zu Beginn mal wieder über Erwartungshaltungen bzw. Voreingenommenheit beim Filmgenuss. Wir können im Laufe der Diskussion aber eine Menge aus dem Film ziehen, positiv wie negativ. Deshalb fragen wir uns auch am Ende, ob es überhaupt möglich ist, eine Liebes- und somit Lebensgeschichte in zwei Stunden erzählen zu können. Ich erwähne dazu den Anfang aus dem Pixar-Film Up, der für mich genau das in weniger als zehn Minuten schafft!

Nächste Woche gibt es wie bereits erwähnt No Country For Old Men (Amazon-Link*).

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 01:12:37 | Größe: 33,4 MB| @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: cc by elias filis]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • Heisenberg

    Zum Film kann ich leider nichts beitragen, ist mir nicht bekannt und ich werde ihn mir vermutlich auch nicht ansehen.
    Ich klinke mich in die Diskussion ein, wenn ihr euch dann mal Titanic vornehmt ;-)

    Auf nächste Woche bin ich gespannt, im Kino fand ich NO COUNTRY FOR OLD MEN absolut genial. Muss ihn mir auch mal wieder ansehen.

    Und schön, dass mein Geburtstagspräsent anscheinend wohlbehalten angekommen ist, viel Spaß damit.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Ja, Danke noch mal. Besonders die Karte ist ja super gestaltet :-)

  • Mido

    Hallo :)

    Finde das richtig gut, dass ihr euch auch mal an so einen Film herangewagt habt! Schade nur, dass euer weiblicher Gast verhindert war.
    Ich hätte gerne IHRE Meinung dazu gehört. Ich hatte bei euch das Gefühl, dass ihr den Film leider einfach nicht ernst nehmen konntet. Dadurch habt ihr aber die Möglichkeit verpasst, euch einen Zugang zu diesem Film zu verschaffen und dieses Genre besser kennen zu lernen.

    Natürlich baut der Film auf Klischees und Kitsch auf, davon lebt er ja gerade! Wenn man sich einfach mal drauf einlassen würde, kann man
    bestimmt mehr aus diesem Film ziehen, als nur „0816“…

    Meiner Meinung nach offenbart sich in dem Film eine Welt der idealen Liebe. Und ich denke, dass gerade die Idealisierung ein notwendiges
    Merkmal für diese Art von Liebesfilmen ist. Ein Ort, eine Story, eine Situation, die niemals in der Realität genau in dieser Weise passieren kann, wird in diesem Film voll und ganz ausgelebt. Es wird bewusst keine realistische Welt dargestellt.

    Die Liebe überwindet jeden Schmerz oder besser gesagt, der Schmerz (oder das Drama) existiert nur für die Liebe und schafft es sogar, mit dem Tod Hand in Hand zu gehen. Ja, sogar den Tod zu idealisieren! Das gemeinsame Sterben zweier Liebender ist der romantischste Tod. Wer will nicht so sterben? Alles ist absolut „liebessicher“, von Anfang bis Ende. Das Haus, die unsagbar schöne Landschaft, das Zwitschern der Vögel, die Idylle, die Musik – zeigen ein absolut harmonisches Bild.

    Die Idealisierung kann nur in der Fiktion ihren Platz finden. Wenn man bei solchen Filmen versucht mit Realitätsargumenten zu kommen,
    nimmt man ihm den Sinn, den „Zauber“ weg.

    Gerade die Idealisierung ist in diesem Film ja so super gut gelungen, im Gegensatz zu anderen „Kitschfilmen“.

    Ihr habt den Film nicht er-lebt, viel mehr ent-lebt, in dem ihr von vornherein versucht habt, ein Abbild der Realität darin zu suchen.

    Die ideale Liebe lebt durch ihre Phantasie, ernährt sich durch Träume, sie will der Gegenpart zur „realistischen Liebe“ sein. Etwas
    dramatisch formuliert, könnte man sogar schon vom „Trost der Liebesrealität“ sprechen.

    Die Figuren dürfen daher keine starken Konturen besitzen, keine ausführliche Geschichte erzählen, sie müssen oberflächlich bleiben, damit noch genug Raum für die Phantasie des Zuschauers bleibt. Vielleicht haben sie deshalb ja auch (damals) unbekannte Schauspieler für die Rollen genommen.

    Der ganze Film versucht das ganze Leben auf die Liebe zu reduzieren. Ohne die Liebe an der Seite, zieht das Leben an einem vorbei
    (deshalb auch die schnelle Abfolge der Kriegsjahre usw.).

    „(500) Days of Summer“ und auch „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ haben nicht das Ziel gehabt, die Liebe zu idealisieren, sondern (wenn überhaupt) eher das Liebesideal wieder zu entleeren, um es wieder mit einem neuen (vlt. realitätsbezogenen) Sinn aufzuladen. Aber bei diesen romantischen Liebesfilmen geht es nun mal um die Kunst des Idealisierens.

    Interessanterweise gibt es einen genau entgegengesetzten, realistisch dargestellten Liebesfilm „Blue Valentine“, in dem ebenfalls Ryan
    Gosling als Hauptdarsteller agiert. Vielleicht könnt ihr ja mit diesem Film mehr anfangen ;)

    lg Mido

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Vielen Dank für den schönen Beitrag.

      Es wäre auch mein Ziel gewesen, genau solche Fragen zur Idealisierung der Liebe im Vergleich zu anderen Romanzen zu stellen. Trotzdem bin ich erstmal recht zufrieden mit der Sendung. Wir haben damit eine (wie ich finde) gute Grundlage für weitere Filme dieser Art gelegt. Wir werden uns dem Genre in Zukunft sicherlich noch öfter widmen und dann auch hoffentlich auch Unterschiede zu anderen Filmen und Perspektiven aufgreifen :-)

  • Pensam

    So schlecht kann der Film ja nicht sein, hat immerhin ne 7.9 in der imdb.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Ja, er ist auch nicht schlecht. Nur in meinen Augen nicht 7.9-gut ;-)

    • SecondUnitTamino

      Doch, “so schlecht” war der Film leider, mehr als 4 Punkte kann man da auch beim besten Willen nicht geben. Ich wünschte, man könnte sich auch nur halbwegs auf die imdb verlassen. Was da z.B. alles noch 6-7 Punkte bekommt, wo ich wohlwollend noch gnädige 2-3 aus dem tiefsten Inneren meines Herzens rauswühle. Sind halt auch meistens Bewertungen von Leuten, die sagen: “Hey, den Film mag ich = 10 Punkte. Ach, und der hier war blöd = 1 Punkt” Daher geb ich da ziemlich wenig drauf.

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Mir hat THE NOTEBOOK gefallen.
    Ich vergleiche Filme natürlich immer mit ähnlichen Filmen und muss sagen, auf dem Gebiet ‘Liebesfilm’ gibt es einige, die mir besser gefallen, weil sie wneiger verkitscht und ehrlicher sind. Falls ihr euch dem Genre mal wieder nähern wollt, empfehle ich dringends: PERFECT SENSE (da hatte ich wirklich am Ende Pipi in den Augen), BEFORE SUNRISE (sehr ehrliche Story über zwei sich verliebende Menschen, die sehr besondere Momente miteinander teilen) und JACK IN LOVE (allein schon sehenswert, weil es das Regiedebut von Phillip Seymour-Hoffman ist).

    Dass THE NOTEBOOK nur die ganze Kennenlernphase und dann da sgroße Finale erzählt hat mich weniger gestört und ich denke die 50 ‘fehlenden’ Jahre fehlen Primär um dem Twist seine (erwünschte) Wucht nicht zu nehmen. Mir war das auch schon lange vorher klar, dass die Zwei Rentner Gosling und McAdams sind. Aber einigen Mädels (beispielsweise der Freundin die meiner Freundin den Film (abolsuter Lieblingsfilm und so ;) auf DVD ausgeliehen hat).

    Ich habe auch immer ein bißchen ein Problem damit zu akzeptieren, dass Filmfiguren ja so uuuuunglaublich auf den ersten Blick verliebt sind, dass sie danach völlig danaben ticken und ihr ganzer Lebensinhalt sich nur noch um Gedanken an den anderen dreht. ABER in dem sehr ausfühlichen Kommentar von Mido weiter unten ist das ja ganz gut erklärt, warum Fans der Materie genau das wollen. Romantisierung, Idealisierung, Fiktion.

    Für mich hat der FIlm wohl auch gut funktioniert, weil die Chemie zwischen Goslin (bin eh Fanboy) und McAdams bei mir ankam. Hätte das nicht gewirkt, hätte ich den Film wohl sehr hanebüchen gefunden. Weil beim Hauptinhalt Liebe, muss diese ja nachvollziehbar wirken!

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