Second Unit #32 (Skyfall)

Es geht kontrovers zu im Hause Second Unit! An Skyfall (Amazon) scheiden sich nämlich unsere beiden Geister.

Doch vor der lebhaften Diskussion zum Film, gibt es wie immer einige Kleinigkeiten zu erwähnen. Wir verweisen an dieser Stelle auf das Voting zum Hörervorschlag und auf unsere Frage der Woche aus der letzten Sendung! Natürlich erwähnen wir auch kurz unser umfangreiches Special zu Bond, dessen endgültiger Abschluss mit dieser Sendung erfüllt ist. Wir erwähnen auch kurz die aktuelle Lage der Gerüchteküche, nach der Nolan wohl gerne einen Bond machen würde und Daniel Craig uns noch zwei weitere Filme als 007 erhalten bleibt.

Das Getränk stammt diese Woche aus den Fingern Taminos. Er hat uns einen Orangen-Martini gemixt, der mir aber viel zu scharf war. Wer mixt auch Tabasco in seinen Cocktail?!

Natürlich behandeln wir den Film wieder in zwei Teilen. Zu Beginn widmen wir uns der Besetzung und allgemeinen Anmerkungen. Die Casting-Liste ist umfangreich: Sam Mendes im Regie-Stuhl und Thomas Newman als Komponist. Dazu natürlich Daniel Craig als James Bond, Judi Dench als M, Javier Bardem als Bösewicht, Naomie Harris als Eve, Ben Wishaw als neuer Q, Ralph Fiennes als Gareth Mallory (tatsächlich auch als Voldemort in Harry Potter) und Bérémice Marlohe als Serverine aka Bond-Girl, die mich wirklich irgendwie an Olivia Munn erinnert.

Der Spoilerpart beginnt ab 44:40, in dem wir konkreter auf Plot und Twists eingehen. Im Zuge dessen erwähnen wir auch TV-Serien wie 24 und Sherlock, außerdem philosophieren wir ein wenig über das Problem von (vermeintlich) fehlender Spannung in heutigen Filmen.

Die Frage der Woche richtet diese Woche besonders, aber nicht nur an Bond-Fans: Wie gefällt euch der radikale Neuanfang der Bond-Serie, verkörpert durch Daniel Craig und die harte Gangart der neuen Filme mit ihm? Ist das noch Bond für euch, oder seid ihr ähnlich enttäuscht wie Tamino?

Nächste Woche wollen wir wieder ins Kino, und zwar widmen wir uns dem Mammut-Werk Cloud Atlas (Amazon-Link zum Buch).

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[Teaser-Bild: cc by sunxez]

  • UPBenni

    o_O Der Bond soll schlecht sein? Kann taminos meinung null nachvollziehen. Für mich der beste Bond der ganzen Reihe.
    Daniel Craig rockt das Ding so was von durch.

    • SecondUnitTamino

      Ich hoffe ich habe in der Sendung ganz gut erläutert, warum mir der Film nicht gefallen hat und er überhaupt nicht das war, was ein Bond für mich sein soll. Ich finde es genauso merkwürdig, warum alle diesen Film so abfeiern, obwohl er (für mich) so viele offensichtliche Unzulänglichkeiten hat.

      Was ich nicht mehr richtig erwähnt habe ist, dass ich den letzten Akt in dem einsamen Haus unglaublich schlecht und unglaubwürdig fand. Da ging der Film dann von belanglos in schlecht über. James Bond verkriecht sich mit einer altersschwachen Dame und einem hochbetagten Hausmeister in einer einsamen Hütte und zerlegt unzählige professionelle Commandos? Nicht nur dass das ganze Szenario vollkommen bescheuert ist, das Schlimmste ist, dass sich das nicht im Geringsten nach Bond anfühlt und daher auch überhaupt keinen Spaß macht. Eher eine merkwürdige Mischung aus Zombiefilm-Szenario und Home Alone.

      Wenn die neuen Bonds glaubwürdige Filme sein wollen, dann müssen sie das auch konsequent durchziehen. Diese wilde Mischung aus naivem Agentenfilm mit jeder Menge absurder Szenen und Elemente und düster, creepigem Actionthriller funktioniert für mich überhaupt nicht. Ich mag Filme, die genau wissen was sie sind und ihre Umsetzung konsequent durchziehen. Skyfall hat für mich keinen richtigen Tone. Mal krampfhaft auf lustig getrimmt, dann wieder ziemlich brutal und creepy, einfach völlig all over the place. Was soll das und wieso stört das anscheinend keinen? Klar, Daniel Craig an sich ist cool, aber was kümmert mich das, wenn die ganze Story um ihn herum belanglos bis unsinnig ist? Entweder will ich einen bodenständigen, möglicherweise auch bis zu einem gewissen Grad naiven, aber dabei immer auch qualitativen Actionfilm (Matrix 1, Terminator 1 und 2, der alte Total Recall, Robocop, Mad Max, The Boondock Saints) oder ein wirklich anspruchsvolles, schweres Werk mit tiefen Charaktergeschichten, verstörenden Momenten und zeitlosen Villains (Apocalypse Now, Seven, The Dark Knight, teilweise auch No Country for Old Men). Meine ganzen Beispiele sind allesamt Filme, die ziemlich genau wissen, was sie sind und nicht dauernd ihren Tone wechseln. Skyfall hat einfach von allem etwas, allerdings ist nichts davon innovativ, besonders oder konsequent und macht gerade in seiner abstrusen Mischung überhaupt keinen Sinn. Ein Film, mit dem man versucht hat, zu viele Leute anzusprechen und zu viele Elemente miteinander zu vereinen, und der deswegen in keiner Hinsicht mehr überzeugen kann.

      Bei Looper hat mich übrigens teilweise auch Ähnliches gestört, nur nicht in dem Ausmaß. Auch der Film war letztendlich inkonsequent. Er fing sehr gut an und steurte auf etwas Großartiges zu, verspielte dann aber alles in der zweiten Häfte, eben weil er seine gut aufgebaute Prämisse ins Nichts laufen ließ. Skyfall hatte leider nicht mal eine gute Prämisse, sondern war einfach nur in jeder Hinischt unstimmig oder unangemessen. Es ist für mich wirklich ein Film, den ich so dermaßen belanglos finde, dass ich ihn niemals wieder sehen werde. Kategorie Catch44 oder Alien 3. Ein Film der nichts eigenes ist und dessen wenige beachtenswerte Elemente man in zig anderen Filmen in weitaus besserer Ausführung vorfindet.

      Discuss! :)

      • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

        Ich würde das gerne in der nächsten Sendung noch mal aufgreifen, aber meine Vermutung bisher: Tamino unterscheidet ganz klar zwischen ernsthaft und locker. Filme wie Apocalypse Now und Se7en sind ernsthaft, da geht es dann um Drama, Geschichte und Charaktere. Locker sind hingegen Filme wie Raw Deal oder andere Action-Schinken.

        Bond ist deshalb ganz eindeutig in die letzte Kategorie und deshalb funktionieren für dich auch die ernsthaften Momente für Charaktere und Plot. Du sagst ja, dass die Story rund um M für dich keinen Sinn macht,

        Ich würde Filme niemals so krass auseinanderhalten. Für mich sind Charaktere und Plot einfach IMMER wichtig und deshalb freue ich mich, dass bei Skyfall eben nicht mehr nur seichte Bond-Momente mit Martini und Blondinen im Arm überwiegen, sondern es plottechnisch zur Sache geht.

        Das ist meine Vermutung und ich hoffe, das Thema demnächst noch mal in der Sendung ansprechen zu können :-)

        • SecondUnitTamino

          Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass die Themen Plot, Charaktere und Stimmung und ihre konsequente Vereinigung zu einem guten Film gut zu Cloud Atlas passen könnte, bei dem was ich bis jetzt gehört habe :)

  • Heisenberg

    Also wenn sich diese Entwicklung nicht schon in den letzten Folgen angedeutet hätte, wäre ich nach dieser Folge ernsthaft schockiert gewesen. Trotzdem hat sich beim Hören ein WTF an das nächste angereiht. Aber der Reihe nach.

    Zu Sieben und der Frage der Woche hätte ich gerne was geschrieben, im James Bond Stress bin ich dazu leider noch nicht gekommen.

    Zu Skyfall:

    Glaube zum ersten Mal kann ich eine Meinung von Tamino nicht mal ansatzweise akzeptieren, und das obwohl ich sonst gefühlt seinen Filmgeschmack teile und auch seine Argumente sehr überzeugend finde. Da sich das in den letzten Bond Folgen schon leicht angedeutet habe und ich auch schon den ein oder anderen ähnliche Verriss von Skyfall gelesen habe kam es dann heute nicht mehr ganz so überraschen.

    Wenn ich dann höre, wie schlecht die Story sei (hallo, wir sind bei James Bond), oder das sogar Quantum Trost besser sein soll?? Da hört es halt echt auf ;-)

    Es gab schon recht viele Parallelen zu The Dark Knight,
    deshalb weiß ich auch gar nicht was ein Christopher Nolan da noch raus holen sollte. Skyfall. fühlt sich zu jeder Sekunde wie ein Nolan an, super Job von Sam Mendes!

    Er hat es auch geschafft die Figuren viel besser herauszuarbeiten als üblich in Bond Filmen und spielt wunderbaren mit den Dialogen und schafft echte Tiefgründigkeit.
    Er hat es geschafft einen wahrlich gereiften James Bond Film zu schaffen.

    Ich würde von der Machart und der Grundrichtung Octopssy mit dem Burton Batman und Skyfall mit The Dark Knight gleichsetzen.

    Zur Grundausrichtung: Wie Christian schon richtig sagt, könnte man die drei Craig-Filme schon fast als Trilogie ansehen. Was mit den ersten Minuten von Casino Royale begann und sich über drei Filme entwickelt hat, fand ihn den absolut grandiosen letzten Minuten von Skyfall seine Vollendung! Da muss ich echt meinen Respekt vor den Machern ausdrücken, wer hätte geglaubt, dass man aus der Figur James Bond noch so viel rausholen kann und das so gut inszenieren kann! Das Ende war sowas von perfekt. Der neu eingeführte James Bond macht seinen Weg zurück zum Anfang, er steht im Büro der frühen Filme, und man hat die klassischen Szene mit M und Moneypenny. War das grandios oder nicht!?

    Jetzt bleibt es spannend wie es mit der Figur weitergeht! Das Konzept von Skyfall kann man natürlich jetzt erstmal nicht mehr bringen. Das Ende deutet ja schon an, das es jetzt wieder etwas “herkömmlicher” werden wird und da stehen die Macher wirklich vor einer großen Herausforderung, dass wir nicht einfach einen Abklatsch der alten Filme sehen.

    Fühlt sich dieser Bond wie ein Bond-Film an: zu 100%!

    Und selbst wenn man jetzt sagt: das ist für mich kein Bond Film, was ich noch akzeptieren kann, ging Freunden von mir auch so, dann muss ich doch wenigstens sagen: Das ist unabhängig von James Bond einfach ein verdammt guter Film! Wann hat man einen Actionthriller zuletzt in solch betörenden Bildern gesehen? Einen solchen audiovisuellen Höhepunkt der Cinematographie erlebt? Was war denn das überhaupt für eine meisterhafte Kamera, was für unglaublich kraftvolle Bilder? Und ist es nicht das, was dich sonst so beeindruckt, Tamino?

    Wie The Dark Knight, den man auch gucken konnte ohne Batman-Fan zu sein, ist es hier mit Bond.

    Zur Bösewicht-Szene: Wie kann man da etwas schlechtes drin sehen? Klar würde die nicht nur in diesem Film funktionieren – weil sie eben so verdammt gut ist!
    Und die Kritik am Bösewicht selbst? Zu Comichaft? Das ist doch gerade, dass was die Bösewichte in James Bond auszeichnet! Ein Dr.No, ein Goldfinger, ein Scaramanga, ein Max Zorin, ein Beisser (!!), und schließlich der alles überragende Blofeld. Der aktuelle Bösewicht ist da viel zurückgenommener, viel realistischer und passend zum Stil des Films auch etwas dunkler. Nicht so abgehoben wie früher, aber eben viel intensiver im Schauspiel. Einzig die Szene mit den Zähnen war etwas zu viel des guten.

    Der Vergleich mit Locki ist so weit hergeholt, da fällt mir echt wenig dazu ein. Lockie ist ein blasser Aushilfs-Bösewicht, dieser hier hat alles was ein imposanter Bösewicht bruacht.

    Warum kann M nicht Teil des Plots sein?
    Das Grundprinzip der Craig-Reihe besteht ja eigentlich darin, den Charakter von James Bond zu hinterfragen und zu beleuchten, in herauszuheben. Und ein elementarer Teil seiner Persönlichkeit ist die Beziehung zu M. Seine Mutterbeziehung wird hier doch ganz deutlich klar. M ist hier nur ein Werkzeug um den Charakter von James Bond aufzuzeigen. (vgl. http://www.zeit.de/2012/43/James-Bond-Film-Skyfall)
    Das gab es übrigens auch nicht zum ersten Mal, bereits 1999 in Die Welt ist nicht genug, wird M stark in die Story eingebunden und auch dort spielen ihre Taten aus der Vergangenheit eine große Rolle und sind eigentlich der Ausgangspunkt für den gesamten Plot des Films.

    Der Plot von Skyfall ist zwar sicher nicht innovativ, aber absolut zielführend, und passend zum Bösewicht und seiner Hintergrundstory. Aber generell war der Film audiovisuell so überragend, dass ich da während des Films auch keine einzige Sekunde darüber nachgedacht habe.

    Zu den Gadgets:
    Das es schon mal da gewesen ist, ist ja gerade der Witz!
    Die Waffe aus dem ersten Film Dr.No und der Sender aus Goldfinger! Denn trotz aller Neuinterpretation haben wir es ja immer noch mit James Bond zu tun, und da sind diese wunderbaren Referenzen an den Ursprung natürlich absolut angebracht.

    Nichtsdestotrotz hat der Film natürlich ein paar Schwächen
    – Das Hacking Thema ist schon relativ ausgelutscht, war jetzt wirklich nicht so spannend, wie ihr ja auch erwähnt
    – Die Musik war meiner Meinung nach grottenschlecht und in den meisten Fällen absolut unpassend. Ausnahme sind das geniale Titellied und die James Bond Themes.

    Interessant auch die Erwähnung mit Schwarzenegger. So wie Christian musste ich auch sofort an Terminator 1 und 2 denken, die ja wohl meilenweit vom Charakter und der Wirkungsweise eines Raw Deal entfernt sind. Die Terminator Reihe kann man absolut ernst nehmen, gerade so ein Epos wie den zweiten Teil.
    Und natürlich versucht man einen richtig guten Film daraus zu machen.

    Das klingt ein bisschen so als wäre Terminator 2 so irgendein beliebiger Streifen mit ein paar guten Actionszenen. Dabei wird der Film ja allgemein als wegweisend für das Kino insgesamt, als Meilenstein und als absolutes Meisterwerk in seinem Genre betrachtet.

    Skyfall ist wie Casino Royale eine Weiterentwicklung von James Bond. Eine Weiterentwicklung des Mythos. Man kann nicht 50 Jahre lang das gleiche Prinzip immer und immer wieder ausquetschen. Das funktioniert nur eine gewisse Zeit und dann braucht man Abwechslung. Deswegen gibt es übrigens auch Columbo nicht mehr, denn da gab es eben keine Abwechslung sondern immer nur das Gleiche, das ist der entscheidende Unterschied und deswegen ist der Vergleich in der letzten Sendung auch nicht ganz passend. Columbo hat man beerdigt, James Bond eben nicht, sondern neues Leben eingehaucht. Wenn man sich nicht weiterentwickelt, wird man langweilig und wird irgendwann abgesägt und beerdigt. Natürlich kann man jetzt sagen: Dann muss man eben konsequent sein und die Reihe begraben. Das kann ich als Meinung akzeptieren. Aber ich bin sehr froh, dass man sich eben dagegen entschieden hat und uns diese zwei wundervollen Filme mit Craig beschert hat. Und das ich mich auch in Zukunft weiter fragen kann wie man wohl mit der Figur James Bond umgehen wird. Auch wenn ich mich dann vielleicht
    auch irgendwann mal über eine Interpretation ärgern werde.

    Aber irgendwann passt eure Diskussion generell zur James Bond Fangemeinde. Auch da wird unglaublich viel darüber gestritten, was denn jetzt James Bond ist und was nicht, wer der beste Darsteller ist und welcher überhaupt nicht James Bond verkörpert. Ich kann das immer irgendwie gar nicht nachvollziehen wie man sich da so drüber streiten kann, aber wenn Tamino so drauf haut, muss ich dann trotzdem dagegenhalten. Mein Fazit zu James Bond: Ich mag alle Filme, manche sind besser, manche etwas weniger gut, aber alle verkörpern für mich James Bond. Ich mag alles Darsteller, jeder hat seine Stärken und seine Schwächen. Für mich ist es gerade auch eine Stärke, dass die Filme und Interpretationen teilweise so unterschiedlich sind, insgesamt ergibt es einfach ein wunderbares Paket. Es ist einfach fantastisch, wie sich eine Filmreihe über 50 Jahre lang halten konnte und auch heute noch in der Lage ist die Menschen zu begeistern.

    Morgen werde ich den Film zum zweiten Mal ins Kino gehen, mal gucken ob er immer noch so beeindruckt oder ob Taminos negative Stimmung auf mich übergegriffen hat ;-)

    Leseempfehlungen:

    “Ein untypischer James Bond-Film also, der sich auf der anderen Seite so “bondig” anfühlt wie schon lange keiner mehr”"
    http://www.dasmanifest.com/01/skyfall.php

    “„SKYFALL“ ist – nach „Casino Royale“ – der beste Bond seit langer, langer Zeit. Und ein klassischer noch dazu.”
    http://www.mannbeisstfilm.de/kritik/Sam-Mendes/James-Bond-007—Skyfall/2466.html/rss

    “Entlang dieses Rachemotivs inszeniert Sam Mendes einen – zumindest nach den Maßstäben der Bond-Reihe – beinahe spröden, reduzierten Film, der sich im Wesentlichen auf vier bis fünf zentrale Charaktere konzentriert und damit in etlichen Sequenzen mehr an einen psychologischen Thriller als an einen Actionkrimi erinnert. Der Spannung und Effektivität tut diese Konzentration keinen Abbruch, sieht man von einigen wenigen Längen ab, zählt Skyfall ohne Zweifel zu den intensivsten und spannendsten Filmen der gesamten Reihe.”
    http://www.ray-magazin.at/magazin/2012/11/skyfall-agent-007-ungewohnt-verwundbar-

    “Ist man noch in einem Bond-Film? Nie war man mehr in einem Bond-Film!”
    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2012%2F10%2F30%2Fa0101&cHash=7086687b9cc75ac8e93f68c0d78b5fa9

    • Heisenberg

      Ach ja: Ralph Fiennes war natürlich genial! Wie in Roter Drache sehr gut gespielt.
      Freue mich schon, wenn ihr dann doch irgendwann mal Strange Days guckt, da spielt er ja die Hauptrolle.

      • SecondUnitTamino

        In Red Dragon und Schindler’s List fand ich ihn klasse. Aber hier hat er doch nix machen dürfen, außer im Anzug rumzulaufen und nen paar öde Dialoge zu führen. Verstehe jetzt nicht, was er da so toll gemacht hätte (oder überhaupt toll hätte machen können)

    • SecondUnitTamino

      Tja, dieses Mal scheint meine Meinung dermaßen von der der Rest der Welt auseinanderzugehen, dass vermutlich auch eine weitere umfassende Diskussion relativ unergiebig sein wird. Ich kann euch dadraußen warscheinlich genausowenig verstehen wie ihr mich. Wie man z.B. der Meinung sein kann, dass dieser Film unabhängig von der Bond-Materie ein guter Film sei, ist für mich so dermaßen unverständlich, dass ich da auch kaum was zu sagen kann. Ich könnte im Grunde auf so ziemlich jeden Aspekt des Films zeigen und sagen: kenn ich schon, gibt’s in zig anderen Filmen deutlich besser oder ist in Bezug auf den Rest des Films total unstimmig bzw. unglaubwürdig. Ich will da auch niemanden zu nahe treten, aber es ist wirklich meine ehrliche Meinung und ich hab auch einfach keinen Plan, wie man diesen Film in jeder Hinsicht so loben kann. Oft verstehe ich ja zumindest den Reiz für andere Menschen, auch wenn ich einen Film nicht mag, aber hier ist es ist für meinen Verstand nicht greifbar. Heisenberg, hast du dir eigentlich meinen Kommentar etwas weiter unten durchgelesen? Würde mich sehr interessieren, was du dazu sagst.

      Zu Terminator 2. Ich mag in Sachen Schwarzenegger Raw Deal, Conan the Barbarian und auch Total Recall definitiv lieber als die beiden nennenswerten Terminator Filme (was natürlich nicht heißt, dass ich sie nicht mag, ich mag auch die sehr gerne). Wie ich auch unten in meinem Kommentar erwähnt habe, ich mag es, wenn Filme konsequent sind in dem was sie sind und sein können. Was mich an Terminator 2 definitiv stört, ist dieses nervige Kind und das sogenannte “Verhältnis” zum Terminator. Oder auch Sarah Conners Beziehung zum Terminator, der im ersten Teil ihr Todfeind war und nun an ihrer Seite kämpft. Da könnte man vermutlich sagen, dass solche Charakter- oder Dramamomente einen eigentlich simplen Actionfilm noch bereichern. Ich sehe das aber eher anders. Für mich sind solche Elemente meist ein Fremdkörper. Schlicht gesagt: Solche Aspekte interessieren mich einfach nicht in so einer Art Film. Wenn ich toll inszenierte Action will, krame ich Robocop oder The Boondock Saints aus dem DVD-Regal. Wenn ich tiefgründigen Inhalt will, dann eben sowas wie Seven oder Apocalypse Now. Eine Mischung aus beidem funktioniert dann in jeder Hinsicht weniger. Abgesehen davon, sind diese “Drama-Subplots” in bodenständigen Actionfilmen meistens auch so dermaßen eindimensional und oberfächlich, dass man sie einfach nicht “gut” nennen kann. In Terminator 2 wird ja nicht tiefes Drama gemacht. Es sind eher ein paar Szenen eingestreut, in denen es um die Beziehung der einzelnen Charaktere geht. Aber da ja sowieso alles so oberflächlich verbleibt (verbleiben soll) kann man es doch auch einfach weglassen. Ich sehe einfach den Mehrwert von hier und da eingestreuten, bestenfalls mittelmäßigen Drama-Elementen nicht. Ich will entweder ein großartiges Drama oder einen großartigen Actioner. Vielleicht geht ja auch irgendwie beides, aber zumindest die Filme, die mir dazu einfallen, sind immer ein einer Hinsicht recht dürftig. Inception ist für mich übrigens ein anderes Beispiel, wo für mich die mäßige Action eher ein Fremdkörper ist. Ich denke da z.B. an die ziemlich miesen Schusswechsel, vor allem gegen Ende im Schnee. Bevor man öde Action in einen Film mit einer so interessanten Prämisse einbaut, soll man lieber ganz darauf verzichten und konsequent beim Drama/Inhalt bleiben.

      Ganz wichtig dabei ist für mich die Unterscheidung von Drama und Motivation. Natürlich braucht ein jeder Film eine Motivation der Charaktere. Sonst macht ja auch die Action wenig Spaß. Wir wollen ja nicht einfach eine Menge Szenen, in denen es kracht, ohne dass wir irgendwo mitfiebern können. Aber ich meine mit dem Begriff Drama etwas anderes. Drama bedeutet für mich, das Innere der Charaktere und ihre Beziehung zueinander zu erkunden. Und genau das ist für mich eine Mechanik, die nur in manchen Filmen Sinn macht. Soetwas ist unglaublich schwierig, in einem Film zu inszenieren. Es braucht sehr viel Screentime, ganz präzises Writing und vor allem interessante Charaktere. Für mich gibt es kaum etwas Langweiligeres als Charaktermomente zwischen Charakteren, die sich dazu nicht eignen. Da denke ich z.B. an den Terminator oder bei Skyfall an M. Die Person M interssiert mich nicht im Geringsten. Sie hat ihre Funktion als Bonds Chefin. Ich kenne diese Frau doch überhaupt nicht, weder ihre Eigenschaften noch ihre Geschichte. Warum sollte sie mich als Person interessieren? Ich verstehe es einfach nicht. Seven verwendet unglaublich viel Zeit und Mühe darauf, seine Charaktere und ihr Verhältnis zu beleuchten. Skyfall tut das natürlich nicht und soll das auch nicht. Aber dann kann eben auch kein Drama gemacht werden und soll es auch nicht.

      Abschließend möchte ich noch kurz sagen, dass ich persönlich es immer ziemlich ergiebig finde, wenn ich zu meinen Lieblingsfilmen negative Meinungen höre. Es hilft mir dann meistens, meinen eigenen Standpunkt zu festigen, zu überdenken oder zu ändern. Ich hoffe, dass sich meine Sicht auf Skyfall dazu für euch auch anbietet. Negative Kritiken zum Film scheinen ja auch recht rar zu sein, deswegen schlage ich vor: Fühlt euch nicht in eurer Meinung angegriffen, sondern denkt über das nach, was ich sage und tut es dann meinetwegen auch ab, aber setzt euch zumindest damit auseinander.

      • Heisenberg

        Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Deinen Kommentar unten habe ich auch gelesen, und ich denke ich verstehe auch die Grundaussage, aber meiner Meinung nach trifft das auf Skyfall halt einfach nicht zu. Aber da werden wir nicht auf einen Nenner kommen.

        Interessant finde ich den Punkt wie man mit negativen Meinungen zu Filmen umgeht, die man selbst gut findet. Das könntet ihr in einer Sendung mal ausführlicher diskutieren. Ich werde wie gesagt deine Kritikpunkte beim zweiten Gucken im Kopf haben und reflektierne.

        • SecondUnitTamino

          Der Umgang mit konträren Meinungen ist ein schönes Thema, das müssen wir definitiv irgendwann mal aufgreifen. Ich habe übrigens das Gefühl, dass vieles von dieser schönen Diskussion auch bei Cloud Atlas auf natürliche Weise wieder zur Sprache kommen könnte.

          Wir müssen was Skyfall angeht ja auch gar nicht auf einen Nenner kommen, also in dem Sinne, das wir am Ende die gleiche Meinung haben. Ich würde halt nur gerne verstehen, warum das hier bei uns so stark auseinandergeht. Ich hatte sonst auch das Gefühl, dass wir einen recht ähnlichen Geschmack haben. Was mich nur abschließend noch kurz interessieren würde ist die Sache mit dem letzten Akt in der Hütte. Da fiel der Film für mich nämlich völlig auseinander, was dann auch dazu geführt hat, dass er kein Mittelmaß mehr war. Hattest du keine Probleme mit der Unglaubwürdigkeit dieses Szenarios und den vielen so krassen Logiklöchern? Z.B. geht Bond in dem See unter und Bardem geht derweil einfach weg, ohne zu warten bis Bond wieder auftaucht und ihn dann umzubringen. Und warum greifen die Jungs nicht gleich mit dem Hubschrauber an und zerlegen die ganze Hütte. Warum schicken sie erst 10 Mann rein, die dann in Home Alone Manier umgebracht werden können? Oder warum kommen sie nicht gleich mit nem Panzerwagen an und machen die ganze Bude platt. Das war doch einfach richtig, richtig mieses Writing oder nicht? In nem älteren Bond hätte ich sowas auch noch eher tolerieren können, aber wenn alle den Film “an sich” so loben, dann sind das doch einfach Aspekte, die man nicht anders als “schlecht” nennen kann. Ob sich der Film nach Bond anfühlt oder nicht, ist ja eine emotionalere Diskussion und auch nicht soo wichtig, aber das, was ich hier kritisiere, sind doch handfeste Unzulänglichkeiten, die die gesamte Glaubwürdigkeit und damit auch jedwede Spannung und Aufregung in dem Setting zerstören. Wenn du mir das beantwortet hast, bin ich auch still:)

          • Heisenberg

            Zum Schluss: Nein, da hatte ich keine Probleme mit der Logik. Im Nachhinein könnte ich dir in einigen Punkten recht geben, dass das so nicht viel Sinn macht. Aber ganz ehrlich: Während des Films war ich so gefesselt, dass ich das nicht in Frage gestellt habe. Die Atmosphäre der Landschaft, die genialen Bildern, die Silhouetten vor dem Feuer, die krachende Action, der Aston Martin der zestört wird, das ist mir bleibend im Gedächtnis geblieben. (Das einzige was mir schon während dem Film aufgefallen ist: Als die Ansicht kam, wo man den Hausmeister und M in der Ferne mit der Taschenlampe entdeckte. Das war wirklich etwas doof.) Ich war so im Film drin, dass mich da ansonsten wirklich nichts gestört hat. Ich kann dir jetzt aber nicht sagen, wie ich das empfunden hätte, wenn es wirklich nur ein normaler Actionthriller ohne die Figur James Bond gewesen wäre.

      • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

        Nur kurz: Ich habe nicht die Einstellung “besser wenig Drama als gar keins”. Für mich muss es (eigentlich) _immer_ dramaturgische Elemente gehen. Du nennst es “das Innere der Charaktere und ihre Beziehungen untereinander”. Ich habe da noch nie so genau drüber nachgedacht, aber intuitiv würde ich schon sagen, dass ich sowas immer in einem (für mich) sehr guten Film brauche. Das geht auch in die Richtung unserer Diskussion zu Inhalt vs. Form. Filme wie Raw Deal und John Carter können mich zwar unterhalten, aber ich kann sie niemals “ernsthaft” betrachten und für mich in eine Bestenliste setzen. Dazu fehlt mir halt das erwähnte Drama. Dazu bieten diese Filme zu wenig.

        Ich hab es schon oft in der Sendung erwähnt und freue mich schon auf die unausweichliche Episode zu “Die Hard”. Das ist für mich nämlich die perfekte Mischung. Ich liebe diesen Film wegen seines tollen Charakters, der cleveren Action und den tollen Ideen. Die ersten 15 Minuten sind für mich sehr wichtig in dem Film, sie setzen nämlich die Beziehungen der Charaktere in Bewegung, Ohne diese Momente wäre der Film für mich schwächer, weil McClane einfach keinen Grund für seine Handlungen hätte.

        Und nicht falsch verstehen: “Die Hard” ist kein Drama, wird er auch nie sein. Das suche ich auch nicht in dem Film. Das gehört aber für mich ganz einfach so dazu wie Licht, Kamera und Hauptdarsteller.

        Kurzum: Für mich gibt es nur eine Sorte Film. Ich messe sie alle am selben Standard. Du anscheinend nicht, du hast zwei verschiedene Bewertungsgrundlagen. Entweder Action oder Drama. Entweder Spaß oder Emotionen. Entweder flach oder tiefgründig. Ich kann das von mir wohl nicht behaupten.

        • SecondUnitTamino

          Ich finde das wie üblich wirklich, WIRKLICH interessant. Ich kann nachvollziehen, dass du sagst, dass ein Film ohne richtige Charaktertiefe für dich nie zu einem Favoriten werden wird. Das hängt sicher auch mit deiner Vorliebe für starke Drehbücher zusammen. Das ist eine Ansicht, die ich immerhin verstehe. Vielelicht könnte ich im Gegensatz für mich recht simpel sagen, dass meine Favoriten meistens die Filme sind, die am konsequentesten ihr “eigenes Ding” durchziehen. Dass kann ein tiefgründiges Drama (Seven) sein, ein optisch völlig abgedrehter Film (Brazil), aber auch wirklich platte Action (Raw Deal) oder simple Comedy (Naked Gun). Ich würde eben genau nicht sagen, dass ich alle Filme am selben Standard messe, das fände ich fast ein wenig unfair. Warum sollte es in jedem Film in erster Linie darum gehen, eine gute Geschichte mit viel Drama zu erzählen. Natürlich kann man sich das persönlich von jedem Film wünschen, aber es werden ja definitiv nicht alle Filme in dieser Hinsicht gemacht. Wenn man von Filmen wie Sin City in erster Linie solche Elemente erwartet, dann kann man ja nur enttäuscht werden. Wenn das bei dir so ist, kann man da natürlich nichts machen und du wirst ja auch trotzdem eine Menge Filme finden, die dir geben, was du suchst, aber dennoch habe ich ein wenig das Gefühl, dass du dich mit dieser Einstellung vonvornherein vielen sehr guten Fimen verschließt. Du wirst leider Filme wie Brazil niemals som richtig schätzen können, obwohl sie für das, was sie sind, so unglaublich gut sind. (Brazil hat allerdings auch gutes Drama, es ist nur nicht das zentrale bei ihm) Es ist einfach etwas schade in meinen Augen, weil ich auch gerne mit dir über diese Filme reden würde, ohne immer nur auf ihr Drama zu schauen:) Zusammenfassend also: Genau wie ein Film für mich nicht immer gute Action, Humor oder verstörende Bilder haben MUSS, brauche ich auch nicht IMMER das Drama. Du betrachtest es als ein für das Medium Film viel grundlegenderes Element als ich, für mich ist es nur EINE Art Filme zu machen und gehört daher auch nicht in jeden Film, weil es oft eben sowieso nicht angemessen ausgereizt werden kann, um mich überhaupt zu interessieren.

          Diese Die Hard Sache ist allerdings wirklich abgefahren und irgendwie auch “beyond me”. Ich gebe dir natürlich Recht, dass der Beginn des Films wichtig ist, um die Motivation der Charaktere klarzumachen. Aber würdest du nicht sagen, dass diese Exposition völlig uninteressant wäre, wenn nicht später die coole Action käme? Ich verstehe einfach nicht, wie man dieses abgespeckte Drama an sich schätzen könnte. Wonach soll ich mir hier die Finger lecken? Bruce und seine Frau haben eine schwierige Beziehung, so what? Warum sollte mir das an sich schon gefallen, wenn das mal eben kurz zu Beginn abgehandelt wird, nur um dann im Laufe des Filme immer wieder hier und da aufzutauchen. Wenn ich das Gefühl hätte, dass das der Hauptgedanke bei Die Hard wäre, dann würde mir der Film nicht gefallen, weil er in dieser Hinsicht völlig unzureichend ist (sein muss). Man merkt doch auch immer, dass das Drama ausschließlich dazu dient, um auf die viel wichtigeren Elemente des Films vorzubereiten, eben knallharte Action und Spannung. Die Prämisse des Films ist doch nicht, eine Geschichte von der kaputten Beziehung zwischen einem Mann und seine Frau zu erzählen. Wenn das so wäre, müssten wir unglaublich viel Zeit mit deren persönlichen Geschichten verbringen, um überhaupt mit ihnen mitfühlen zu können. Ich kenne diese Menschen doch nicht mal ansatzweise, wie könnte mich da ihr Drama interessieren. So 100%ig verstehe ich deine Ansicht daher immer noch nicht. Ich verstehe und respektiere deine Ansicht, dass du so gut wie immer in erster Linie Drama willst, auch gerne in verschiedenen Settings und Genres, aber eben Drama und kein reines optisches Feuerwerk. Wie du aber gleichzeitig Filme wie den neuen Bond in Drama-Hinsicht schätzen kannst, ergibt für mich einfach keinen Sinn. Drama bedeutet doch nicht, angedeutete Beziehungen zwischen uns fast völlig unbekannten Reißbrettcharakteren zu sehen.

          Im Grunde würde es für mich aber sogar mehr Sinn ergeben, wenn du sagtest: Da dir das gute Drama in Filmen immer so unglaublich wichtig ist, stört es dich eher, wenn du es in so simpler und zweckmäßiger Form wie bei Die Hard oder Skyfall vorfindest (was ja dann in meine Richtung ginge). Warum magst du Die Hard denn überhaupt, wenn dir das Drama in Filmen so wichtig ist? Du kannst mir doch nicht erzählen, dass es das Drama ist, was du an Die Hard so schätzt. Wenn das nämlich so wäre, dann könntest du in der Zeit doch lieber einen von zig anderen Filmen schauen, die noch viel, VIEL mehr auf Drama ausgerichtet sind. Du könntest Die Hard als uninteressanten Actionfilm mit bestenfalls mäßigem Drama abtun und dir 500 Days of Summer oder Eternal Sunshine angucken. Oder einen Film wie Magnolia. Da geht es fast ausschließlich um die Beziehungen von verschiedenen Menschen zueinander, quasi Drama in Reinform. Wenn du nur solche Filme schauen würdest, dann würde ich deine Ansicht auch absolut verstehen, obwohl ich es schade fände. Ich wil das hier wirklich nicht künstlich in die Länge ziehen, aber ich begreife deine Meinung leider immer noch nicht. Momentan ist sie für mich ein völliger Widerspruch, bei dir aber wohl nicht:)

  • 008

    Ein gelungener Film für mich. Mit Verblendung (ja auch mit Craig) und Tinker Tailor Soldier Spy für mich der beste Kinofilm dieses Jahr.

  • Heisenberg

    So, nach der zweiten Sichtung muss ich mich etwas korrigieren.

    Wenn man den James Bond Bonus weglässt, würden mich im Plott auch einige Dinge mehr stören.

    Die ganze Hacking-Sache war schon ziemlich dämlich, dazu die ganzen Visualisierungen, das wäre vor 15 Jahren interessant gewesen.

    Die Dialoge und Figuren sind teilweise etwas absurd. Meine These, dass der Film an sich als Actionthriller einwandfrei funktioniert, war also nicht ganz korrekt und ich kann Taminos Sichtweise nachvollziehen.

    Ohne James Bond: durchschnittlicher Film, den ich auf Grund der grandiosen Bilder wahrscheinlich trotzdem gerne mal wieder gucken würde.

    Als James Bond Film: fast nahezu perfekt. Als Abschluss der “Craig-Triologie” und Entwicklung der Figur James Bond wunderbar. Nach der letzten Szene im Büro saß ich einfach glücklich und zufrieden grinsend im Kinosessel.

    Zur Diskussion unten:

    Ich freue mich diese bei passenden Filmen weiter zuführen, Terminator 2, Stirb Langsam, Sin City, Inception können kommen …

    • SecondUnitTamino

      Schön, dass du das so ehrlich nochmal neu formulierst. Das ist jetzt definitiv eine Meinung, die ich zwar persönlich immer noch nicht völig teile, aber trotzdem absolut nachvollziehen kann. Hätte mir der letzte Akt nicht so schlecht gefallen, könnte ich meine Ansicht auch inetwa so formulieren, bis auf das Bond-Feeling. Aber das ist eben auch einfach eine ziemlich subjektive Angelegenheit, die eben mit den eigenen Erwartungen in Bezug auf Bond zu tun hat. Darüber braucht man sich im Grunde auch nicht zu streiten, das sieht halt jeder so, wie er es tut, einfach nur Geschmackssache. Aber immerhin fühle ich mich bei der quasi objektiven Beurteilung von Skyfall jetzt nicht mehr völlig ausgesondert. In dieser Hinsicht ist der Film einfach nur Mittelmaß, was für mich persönlich auch nicht wirklich besser ist als schlecht.

      Auch ich freue mich auf zukünftige Diskussionen und weitere so tolle, umfangreiche Kommentare von dir:)

  • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

    Ich glaube die aktuelle Folge vom /Filmcast fasst unsere Diskussion ganz gut zusammen: http://www.slashfilm.com/filmcast-ep-206-skyfall-guest-matt-singer-from-criticwire/

    Ich hab den Film am Wochenende auch ein zweites Mal gesehen und bin nach wie vor zufrieden. Klar gibt es einige Schwächen, aber für mich überwiegen einfach die Stärken: Eine bildgewaltige Inszenierung (Das Finale und die Sequenz in China), ein großartiger Bösewicht, schöner Fan-Service und bodenständige Action.

  • Harrybald

    http://www.moviepilot.de/news/die-meistueberschaetzten-filmemacher-aller-zeiten-118827

    Interessanter Kommentar zu den meistüberschätzten Filmemacher alle Zeiten … inkl. eurem geliebten Nolan und Kubrick den ihr ja auch bald in 2001 besprechtt

    • SecondUnitTamino

      Danke für den Link. Ich schaue des öfteren mal bei bei “Vega eckt an” rein, finde das aber inzwischen um ehrlich zu sein einfach zu bescheuert, um es noch Ernst nehmen zu können. Seine Behauptungen (vor allem letztes Mal zu den Star Wars Prequels) sind teilweise so absurd, dass es eigentlich Ironie sein muss, die man aber nicht rausliest. Kritik, auch gerade an den “Meistern” der Branche, ist im Grunde eine schöne Sache, aber Vega ist so unglaublich eindimensional, dass mir der Sinn seiner Ausführungen ein wenig verschlossen bleibt.

  • Rob

    Tamino du hast erwähnt, dass es viele Filme gibt die allgemein hochgelobt sind, die du aber nicht leiden kannst.
    Kannst du die mal aufzählen?

    • SecondUnitTamino

      Puh, da gibt es einiges:) Ich nenne einfach mal einige wahllose Beispiele von Filmen ganz unterschiedlichen Alters und Genres (die mir gerade einfallen), die mir wenig bis gar nichts gegeben haben :

      “Melancholia” (der fällt mir immer zuerst ein, den hasse ich aus Leidenschaft, hehe), “Fear Loathing in Las Vegas”, “There Will Be Blood”, “Magnolia”, “Seven Samurai”, “The Game”, “The Deer Hunter”, “The Killing”, “Paths of Glory”, “Pan’s Labyrinth”, “Ziemlich beste Freunde” (Humor ist halt sehr subjektiv), “Wall-E”, “Network”, “District 9″, “Zodiac” (haben wir auch ne Episode zu), “Hot Fuzz”, “Mulholland Drive”, “Blue Velvet”, “Iron Man”, “Lost in Translation”.

      Das waren jetzt nur Filme, die mir wirklich so gut wie gar nicht gefallen haben. Es gibt noch eine Menge Klassiker, die ich ganz nett finde, aber wohl niemals ihren Status begreifen werde (z.B. “The Shawshank Redemption”, “The Usual Suspects”, “Dr. Strangelove”, “Chinatown”, “One Flew over the Cokoo’s Nest” oder für nächste Sendung: “2001″). Ich würde auch nicht bei allen oben genannten Beispielen mit Sicherheit sagen, dass ich sie aus tiefstem Herzen verabscheue. Filme wie “There Will Be Blod”, “Magnolia” oder die Lynch-Werke könnte ich durchaus noch mit einer zweiten Sichtung belohnen, um zu schauen, ob ich sie nicht doch besser finde. Lynch wird auch sicher nächstes Jahr in einer Sendung behandelt werden.

      Außerdem möchte ich noch betonen, dass ich bei weitem kein böser Hater bin:) Es gibt wirklich eine große Menge an Filmen, die ich ungalublich liebe. Viele von denen sind beim Publikum auch eher mäßig angekommen (z.B. “Insomnia”, “Ronin”, “They Live” oder eine Menge “mittelmäßiger” Schwarzenegger), aber ich finde sie großartig und schaue sie immer wieder gerne. Ich gönne auch jedem seine Freude mit seinen Lieblingsfilmen und finde es auch super, wenn selbst “Melancholia” jemandem sehr viel gibt, aber meine aufrichtige persönliche Einschätzung befindet diesem Film einfach nur als schmerzhaft. Dadurch entsteht ja im Grunde auch erst der Nährboden für unseren Podcast, eben dass wir immer mit anderen Sichtweisen auf Filme blicken und uns dann auch schön über aktuellere Filme wie “Prometheus”, “Looper” oder eben “Skyfall” austauschen können. Es darf nur niemand beleidigt sein, wenn man seine Favoriten nicht mag, was mir natürlich auch nicht immer gelingt:)

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  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    WOW. Hier wurde ja richtig diskutiert!

    Ich bin was den Bond betrifft voll bei Heisenberg und Christian. Vor allem auf Seite der Meinung aus dem Podcast. Nach 50 Jahren immer sich wiederholender Grundelemente MUSS sich etwas ändern und zwar maßgeblich. Und das hat man hier auf geniale Weise so geschafft, dass ein klarer Bond-Film raus kam, der trotzdem durch völlig neue Aspekte überzeugt hat. Das erste Mal ist Bond kein Abziehbild, was nach Schema-F handelt und am Ende die Welt rettet. Dieser fehlende Größenwahnsinn im Plot tat echt gut (und not!).

    Ich bin kein riesen Fan der Bond Reihe, der nach neuen Episoden schmachtet und von Dr. No bis Casino Royal alles auswendig runterbeten kann. Sehr positiv gegenüber diesen Filmen bin ich aber schon eingestellt, denn überwiegend verbinde ich mit James Bond Kindheits-(bzw. frühe Jugend-)Erinnerungen: Samstags mit meinem Dad auf der Couch hängen und den späten James-Bond Film schauen, war schon ein Event und hat sich im Hinterkopf festgesetzt (Star Wars und James Bond waren, wie wahrscheinlich bei vielen Dads der Generation, so ziemlich die einzigen Filme über die er nie ein schlechtes Wort verloren hat).

    Viel von den ganzen Filmen ist gar nicht hängen geblieben, mehr so ein Gefühl das ich damit verbinde. Auf jeden Fall bin ich aufgrund der losen Bindung, mit wenig Erwartungshaltung und viel Toleranz für Experimente ausgestattet, was sich bei “Skyfall” als positive Herangehensweise herausgestellt hat. Denn “Skyfall” lässt einige der typischen Bond-Charakteristika, die mittlerweile nun schon über 20 mal, mehr oder weniger ausgeprägt, runter geleiert wurden, schon fast frech hinter sich liegen und traut sich an etwas ganz neues, in meinen Augen großartiges heran:

    Der unnahbare, übercoole, Omega tragende, Frauen abschleppende Macho namens James Bond ist plötzlich zum Menschen geworden. Ein Mensch mit Gefühlen, mit Vergangenheit, mit Selbstzweifeln, der verletzlich ist, unperfekt, auf den Punkt gebracht eben einfach menschlich!

    Ich nehme an, dem ein oder anderen wirklichen Fan (oder auch losen Fan wie Tamino) der Bond-Filme stellen sich die Nackenhaare auf.
    Wenn das so sein sollte, habe ich Verständnis dafür, ‘never change a running system’ ist bezüglich dieser Filmreihe eine legitime Sichtweise, gerade wenn man bedenkt, dass Bond’s unnahbare Coolness nicht die einzige Kernkompetenz ist, derer Sam Mendez sie schamlos beraubt hat. Action beispielsweise kommt zwar nicht zu knapp (der Film startet ja bereits mit einer grandiosen Verfolgungsjagd), entgegen mancher Exzesse der Vergangenheit, hangelt der Film sich jedoch nicht mit gemütlichen Zwischensequenzen von Knall zu Bumm, sondern sie ist mehr Mittel zum Zweck und was dazwischen passiert hat die wahre Relevanz.

    Auch das Bedrohungs-Szenario, speziell Intention und Ziele des Bösewichts (göttlich verkörpert vom Javier Bardem) ist um einiges echter und bodenständiger, als so mancher Weltherrschaftsepos der Vergangenheit gehalten. Bond rettet hier nicht die Welt, Bond ist genug damit beschäftigt zunächst sich selbst und sein Umfeld zu retten. Bond wird hinterfragt, seine Methoden werden hinterfragt, die Methoden seiner Organisation werden hinterfragt.

    In gewisser Weise ist “Skyfall” eine Huldigung der Bond-Vergangenheit, zahlreiche Referenzen, mal unterschwellig, mal amüsant, mal bewusst offensichtlich, zollen ihr Tribut. Der Film reflektiert den Status seiner Reihe jedoch sehr kritisch und führt zu dem Ergebnis, dass eine sinnvolle Fortführung nur ein Neuanfang sein kann. Auch diesen verkörpert “Skyfall” für mich.

  • Weltraumhirsch

    Wirklich einer der besten Bonds der Neuzeit. Er hat 3 wundervoll unterschiedliche Parts, eine richtig starke Geschichte und gibt Bond viel mehr Mythologie. Ich kann die Negativkritik absolut nicht nachvollziehen. Es gibt intelligente Plotentwicklungen, richtig geile Action und saustarke Setpieces. Überragend!