Second Unit #222 – Harry Potter und der Orden des Phönix (Gast: Daniel vom Spätfilm)

Wir sind zurück! Auch in dieser Ausgabe verstecken wir uns im Raum der Wünsche und besprechen Harry Potter und der Orden des Phönix (Amazon-Link*). Mit Daniel vom Spätfilm kann das ja nur gut werden! 

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Im fünften Potter-Film verändert sich noch einmal so einiges hinter den Kulissen! Mit David Yates hat die Reihe hier endlich ihren finalen und definitiven Regisseur gefunden. Ausnahmsweise hat Michael Goldenberg das Drehbuch geschrieben. Neben dem bekannten Hauptcast gibt es auch einige neue Nebenfiguren. Das sind: Helena Bonham Carter als Bellatrix Lestrange, Imelda Staunton als Dolores Umbridge, Evanna Lynch als Luna Lovegood, George Harris als Kingsley Shacklebolt, Natalia Tena als Nymphadora Tonks und Katie Leung als Cho Chang.

Wir greifen einige bekannte Themen unserer nun schön längeren Reihe auf. Es geht mal wieder um Pubertät, um Harrys Heldenreise, Rowlings Bildsprache, den sich anbahnenden großen Kampf und irgendwie kriegen wir auch noch eine Menge tagesaktuelle Politik-Diskussionen in die Sendung. Puh.

In der nächsten Ausgabe schnappe ich mir wieder Tamino und gemeinsam nehmen wir ersten Kontakt mit einer unheimlichen Gruppe Außerirdischer auf. Es geht dann um Arrival (Amazon-Link*).

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[Teaser-Bild: cc by 2.0 Karen Roe]

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  • SecondUnitTamino

    Soweit ich mich erinnere, wird die Nachttopf-Version des Raums der Wünsche bereits im ersten Buch erwähnt. Oder war es doch im dritten? Verdammt, erstes oder drittes war es…das müsste ich wissen, grmphf… Ich glaube es war das erste! Ich fordere Daniel hiermit zu einem Harry Potter Trivia Quiz heraus!

    Christians Kritik an den Zauberstäben verstehe ich nicht so ganz – erst recht nicht, wenn man auf gewisse bunte Männer abfährt. Eine Pistole hältst du jemandem auch an die Schläfe als drohende Geste, auch wenn du ihn genau so aus 10m erschießen könntest. Aber es stimmt wohl, dass die Zauberstabgeschichte besser funktioniert, wenn man sich alles nur vorstellt und man nicht jemanden in einer ernsten Szene damit rumfuchteln sieht. Ich finde es aber insgesamt selten wirklich störend. Darauf kann ich mich schon einlassen, zumal ich die Harry Potter Materie jetzt auch nie als toternst empfunden habe. Dafür ist die ganze Welt einfach zu knuffig, trotz ernster Momente und Themen.

    Generell wundert es mich ein wenig, dass ihr beide so sehr vom Film angetan seid. Er ist sicherlich besser als der 4. – offensichtlicherweise – aber in meiner persönlichen Reihenfolge kommt er auch schon gleich dahinter. Das mag allerdings vor allem daran liegen, dass ich das Buch schon immer als das mit Abstand schwächste der Reihe empfand. Es ist unendlich lang und hat in Hinsicht auf die “Laufzeit” relativ wenig zu bieten. Die Themen die ihr vor allem in der ersten Hälfte der Sendung besprochen habt sind sicherlich interessant, aber mir persönlich geht die ganze “Umbridge reißt die Schule an sich”-Nummer einfach viel zu lange. Im Film ist das sicherlich recht gekonnt komprimiert, aber insgesamt wirkt er auf mich eher wie eine knappe Inhaltsangabe der Eckpunkte des schwächsten Potter-Romans. Ich merke aber wirklich immer bei meinen Kommentaren hier, dass es mir absolut unmöglich ist, mein Buch-Vorverständnis auszuklammern. Bei LotR kann ich das ganz gut, aber bei HP geht das einfach nicht. Vielleicht liegt das daran, dass ich die Bücher an sich einfach für so viel besser halte (was bei LotR nicht in dem Maße der Fall ist), dass ich beide Versionen nicht nebeneinander stellen kann. Aber das ist möglicherweise zirkuläre Logik.

    Ich finde insgesamt das ganze Politik-Thema im 4. Teil interessanter und unterschwelliger verarbeitet, wobei das aber natürlich im Film so gut wie gar nicht mehr zu sehen war. Im 4. Buch werden die politischen Themen weitaus eleganter in die Hauptgeschichte verpackt. Das 5. ist schon sehr stark “hier geht es um Politik, bäm”, was nicht per se schlecht ist, mir aber in der Dosis nicht so sehr gefällt wie eine spannende Whodunnit-Geschichte um Voldemorts totgeglaubten Diener in geheimer Mission in Hogwarts, die gleichzeitig durch Nebenfiguren wie Crouch Senior, Bergman (nicht im Film), Kimmkorn, Karkaroff und Moody, Gespräche mit Sirius und dem Denkarium eine neue, größere Dimension des HP-Universums eröffnet.

    Ich denke das was Daniel gegen Ende zu Deutungsebenen und Diskussionskultur sagt ist sehr wichtig und etwas, das mich bei vielen modernen Debatten stört. Wenn man vonvornehrein mit einer sehr konkreten (oft in gewisser Weise normativen) These an ein Thema herangeht, dann wird man so gut wie immer jede Menge Aspekte finden, die eine These in irgendeiner (vielleicht sogar völlig abstrusen) Weise stützen. Das kann prinzipiell bei jedem Thema passieren, sei es bei “Killerspielen”, Feminisimus oder “positiven Nebeneffekten des Rauchens”. Es ist zwar notwendig in Hinsicht auf Produktivität, gezielt zu forschen/denken, aber gleichzeitig zutiefst unwissenschaftlich bzw. zirkulär, wenn man von vornherein das Ergebnis – vielleicht nur unterbewusst – schon zu kennen glaubt und das Objekt nur daraufhin untersucht. Genauso ist der von ihm betonte Unterschied von jemanden überzeugen und eine Argumentation gewinnen ein für gewöhnlich leider völlig ignorierter. Niemand diskutiert heute vernünftig (war das “früher” – pre social media – besser?). Es geht immer nur um die Konfrontation von quasi a priori gefestigten Meinungen. Aber der Diskurs ist ja eigentlich der entscheidende, weil produktive. Wenn jemand genau so leidenschaftlich wie man selbst die völlig konträre Meinung vertritt, dann sollte man doch zumindest ein wenig Reflexion investieren, ob da nicht vielleicht doch zumindest ein wenig dran sein könnte. Ablehnen kann man die Meinung danach immer noch, aber erst nach der Prüfung durch einen vernünftigen Diskurs.

    • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

      Oh ja, ein Trivia-Quiz! =)

    • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

      Mein Lob kommt in erster Linie aus dem Kontrast zu Teil 4. In meiner letzten Letterboxd-Kritik war ich auch noch kritischer. Aber jetzt war ich einfach glücklich, wieder einen Regisseur zu sehen, der sich wenigstens etwas Gedanken gemacht hat, was für eine Geschichte er da verfilmt.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Mein Problem mit den Zauberstäben ist einfach die Bildsprache bzw. Benutzung hier. Es ist doch völlig unsinnig jemanden einen Zauberstab an irgendein Körperteil zu halten, um ihn/sie damit zu bedrohen. Schließlich braucht es ja noch einen Zauberspruch, der gesprochen werden muss und dann passieren immer unterschiedliche Dinge eben mit diesem Zauberstab!

      Bei einer Pistole oder einem Messer ist doch eine direkte Kausalkette vorhanden. Die Pistole an die Schläfe ist der direkteste, kürzeste Weg zum Tod. Aber der Zauberstab? Der kann doch so vieles, braucht einen Zauberspruch und führt dann nicht zwangsläufig zum Tod. Also warum soll das bedrohlich sein?

      Oder, anders: Eine Pistole auf eine Zehenspitze bringt doch auch niemanden aus der Ruhe. Und genau so albern sieht für mich ein Zauberstab an der Kehle oder dem Kopf aus. Ich weiß, nitpicking und damit eigentlich eher Daniels Aufgabe ;-P

  • TheMiddlist
  • TheMiddlist

    Hätte auch noch ein Bild von den BernieBros, das in eine ähnliche Kerbe schlägt https://uploads.disquscdn.com/images/7e55ff4682564bcfa4def932c0a1e59d4cee9effe11361aee5988833ef022bef.png

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Hammer! Und das fressen die Rechten? Erkennen sie nicht die Ironie in diesen Bildern? Die eigentliche Botschaft des Filmes? Vermutlich nicht…

      • TheMiddlist

        Naja, das Bild speziell ist ja von Leuten, die für Bernie, Johnson oder Stein wählen wollten. Ob die das glauben, keine Ahnung…. Es gab noch ein viel extremeres Meme mit Trump als Voldemort und Clinton als Umbridge und ‘the obvious choice?’ aber das habe ich nicht gefunden.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Achso, ich dachte die Bilder stammen aus dem Trump-Lager. Gut, dass erklärt einiges :D

          • TheMiddlist

            Die im anderen Post kommen aus dem Trump-Lager oder aus zumindest sehr Clintonfeindlichen eher rechten Lagern aber dieses spezielle Meme wurde zumindest in meinem facebook – feeed von Leuten geteilt, die Bernie Sanders unterstützt haben

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Facebook was a mistake…

          • TheMiddlist

            mmm naja… vielleicht habe ich auch einfach die falschen Leute im feed… Ich mag facebook eigentlich lieber als twitter

          • TheMiddlist
  • Christian Flaam

    Ich bin damals sehr enttäuscht aus dem Kino gekommen, da dieser Film das schlechteste ist was man aus Harry Potter machen konnte. Man hat nicht nur das Längste Buch in den kürzesten Film verwandelt, sondern auch so viele wichtige Sachen raus gelassen und dafür völlig unwichtiges drin gelassen, noch dazu war der Cho Harry teil im Buch sehr wenig vertreten und nicht ganz so penetrant dargestellt, wie im Film, da wurde es gleich zum Teenie Drama was dann auch nicht wirklich gut dargestellt wurde.
    Im Film wurde noch nicht mal gezeigt wie Harry Dumbledors Büro zerlegt, was sehr wichtig gewesen ist, wurde aber nicht gezeigt ist schein bar für Yates nicht gerade wichtig gewesen.

    Seitdem Yates die letzten Filme gedreht hat, wurden diese immer schlechter und es wurdern sehr wichtige Stellen imBuch weggelassen nur um für Ihn unwichtige und neue Szenen einzufügen, was einfach nicht geht, dafür hasse ich Ihn und boykottiere jeden Harry Potter Film den Yates gemacht hat und machen wird.

    @SecondUnitTamino:disqus , Ihr hattet im letzten Podcast Feuerkelch, euch gefragt wieso es so einen Lehrermangel gibt, den gibt es nur für das Fach Verteidigung die dunklen Künste. Das war damals so, dass Tom Riddle 2 mal versucht hat genau diese Stelle zu bekommen und 2 mal wurde er abgelehnt, dadurch wäre die Stelle verflucht gewesen, kann man nachvollziehen, denn jeder Lehrer blieb nur ein Jahr im Amt, wurde entweder getötet oder entführt oder entlassen.

    Noch ein Lob an euch Ich höre euch sehr gerne zu, obwohl ich manchmal auch etwas anders sehe als Ihr, macht weiter so.

    Gruß euer
    TheFieryRedHand

    • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

      Psst, Tamino war beim letzten Mal nicht dabei. Ich habe das gesagt … Ich kenne natürlich die Welt-inheränte-Erklärung für den Lehrermangel: Ich wollte nur auf die erzählerische Schwäche hinweisen, dass sich das Motiv immer und immer und immer wiederholt und die Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste (außer Lupin) allesamt komplett unqualifiziert sind. Insgesamt solltest du und niemand meinen Nitpick-Teil nicht zu ernst nehmen. Ich tue das selbst nämlich auch nicht. Ich liebe diese Geschichte und mache halt nur manchmal nicht böse gemeinte Witze darüber.

  • TheMiddlist

    https://uploads.disquscdn.com/images/6f5adc7ce5823968670ca9e283a866feb0e3ca8d1b0cf3eb5889de6e2a8f7993.jpg Zuerst mal habe ich noch ein paar Bilder zum Thema “Wie interpretieren die Rechten (im weitensten Sinne) Harry Potter”. Ich weiß nicht wie bekannt das ist, aber in den USA gab es von evangelikalen und anderen Christen z.T. massive Proteste gegen die Bücher, da dort Zauberei verherrlicht wird und die Bibel verbieten Zauberei etc. Angesichts dessen wie stark sich Harry Potter auf christliche Motive bezieht ist das ziemlich lächerlich, aber naja wer die Bibel wörtlich nimmt hat anscheinend auch Probleme ein Jugendbuch zu verstehen. Damit das hier nicht in USA-Christenbashing ausartet, habe ich mal ein paar Fotos von einem Buch gemacht, dass ich aus verschiedenen Gründen mal gekauft habe, und das von der deutschen konservativen Katholikin Gabriele Kuby gegen Harry Potter geschrieben wurde – einfach weil das Buch in seiner Absurdität lustig ist.
    Es gibt natürlich keinen Beweis dafür, aber ich habe schon öfter gehört, dass der Aufstand von Teilen der konservativen Christen gegen Harry Potter sich nicht nur gegen die Magie richtet, sondern auch gegen die in der Reihe vertretenen Werte von Multikulturalismus, Antirassismus und Anti-Autorität sowie gegen den doch recht lockeren, entspannten Umgang mit jugendlicher Sexualität richtet (wobei ja kaum mehr vorkommt als Verliebtheit und Küsse und gescheiterte Bezeihungen und so), außerdem sind die Mädchen manchen Leuten wohl nicht feminin genug, was auch immer das nun heißen soll.
    https://uploads.disquscdn.com/images/250738542c54650395ba6b0bb0b0457f8d2a38af2bc51e86468ab5e046789a7a.jpg

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für die Recherche :D

      • TheMiddlist

        Dieses Buch ist so unglaublich…

  • TheMiddlist

    So jetzt kommt endlich ein Kommentar der mehr aus Text als aus Bildern besteht.
    Ich habe mal wieder ein paar unsortierte Anmerkungen, die aber hoffentlich trotzdem besser lesbar sind als auf twitter (sorry :/ )
    1) Die Erklärungen von Daniel, wie Yates bestimmte Konzepte visuell Umsatz sind für mich ein Highlight. Ich habe den Film danach mit ganz anderen Augen gesehen. Mir fällt sowas nicht so auf, daher ist es toll wenn darauf eingegangen wird :)
    2) Den Thestral-Nitpick habe ich noch nie gehört, macht aber Sinn
    3) Ich habe glaube ich schon hinreichend gezeigt, dass „die Rechte“ kein Problem hat Harry Potter für sich umzudeuten, allerdings würde ich zustimmen, dass das nur unter Auslassung einiger Elemente der Geschichte funktioniert. Es gibt ja die Beobachtung, dass linke Systeme auch in üble Diktaturen ausarten können (beziehungsweise es gibt ja kein einziges gelungenes kommunistisches Regime) und insofern kann man natürlich sagen Umbridge ist nicht faschistoid sondern totalitär, aber das bringt ihren Rassismus nicht so richtig unter. Andererseits ist es im Grunde auch nicht so wichtig, den unbedingt unterzubringen, weil es natürlich auch da Rassismus gibt, wo er nicht Teil der Ideologie ist. Ich glaube ihre Figur ist offen genug um auch als Funktionär bei der Stasi oder bei Stalin zu funktionieren… Im Film (im Buch weniger) hat Umbridge ja auch Sittenwächteranspruch und benimmt sich ein bisschen wie eine Klischee-Nonne von einer Klischee-Klosterschule (also sie verbietet ja zu viel Flirten und zu enges Zusammensitzen und so), das fand ich eine interessante Ergänzung. Damit würde sie dann auch wieder ein eher rechtes Feld besetzen, aber eben ein etwas anderes. Vielleicht war Rassismus weniger gut visuell darzustellen aber das lies sich gut in Bilder umsetzen?
    Ich fand die Diskussion um „Wie könnte man die Themen dieses Filmes noch deuten“ auf jeden Fall sehr spannend und die Politikdiskussion in der HP Reihe waren bisher eigentlich immer Recht ausgeglichen, wenn man auch merkt, wo ihr selbst steht.
    4) Ich glaube bestimmte Probleme in der linken Sphäre werden von Rowling im Buch leicht angedeutet. Die Zentauren unterscheiden z.B. wenig zwischen dem Rassismus von Umbridge und Hermine, die sich im Grunde nur unglücklich ausdrückt. Ich denke heute gäbe es vielleicht irgendjemand, der auch bei BelfER mitmacht und dann anfängt, dass man ja besser nicht „Hauselfe“ sagen soll, weil das Herrschaftsstrukturen transportiert sondern lieber „Elfe mit Beschäftigung im Raumpflegesegment“ aber irgendjemand findet dann das wieder diskriminierend und sagt man müsste eigentlich „Person of Elfhood“ sagen etc. etc. Euphemism treadmill. Die Zentauren sind ein gutes Beispiel für das „Auch Opfer können Arschlöcher sein“ Konzept. Hermine geht an die Hauselfenbefreiung auch sehr naiv ran, das hat alles etwas von Voluntourism – das findet im Film allerdings auch keinen Platz – allerdings finde ich die Anspielungen auf Rassismus im Buch auch ziemlich redundant, insofern stört mich das nicht.
    5) Ich finde es toll, dass ihr eine Lanze für die Geisteswissenschaft brecht – wird viel zu wenig gemacht. Allerdings glaube ich (und ich glaube ich kann dazu insofern viel sagen, als dass ich sowohl im Bachelor Geisteswissenschaften als auch im Master Naturwissenschaften studiert habe) dass die wissenschaftliche Methode in beiden gleich gut (oder schlecht) vermittelt wird je nachdem wer da grade von wem was lernt. Unter Widersprüche aushalten kann ich mir jetzt nicht so viel vorstellen, ich weiß nicht ob ich das im Bachelor besser gelernt habe als im Master – das ist jetzt natürlich auch nur mein persönlicher Einblick und insofern nicht repräsentativ.
    6) Ich hatte ja nach Dumbledores Plänen gefragt, im Grunde weil ich seine Erklärung am Ende dieses Filmes/Buches sehr schwach fand. Daniel hat ja auch angesprochen, dass der ganze Plot sich aufgelöst hätte, hätte Dumbledore (oder sonst jemand) mal mit Harry gesprochen. Ich habe mich auch immer gefragt, wieso Dumbledore auf die Idee kommt, dass Harry die Technik seine Gefühle und Gedanken vor Voldemort zu verbergen überhaupt lernen kann, wenn es diese besondere Verbindungen zwischen Harry und Voldemort gibt und nur wenige Menschen Voldemort täuschen können? Das ist für mich auch ein ziemliches Plothole, was das fehlende Gespräch mit Harry nur noch dümmer macht. Was genau hatte Dumbledore sich vorgestellt? Abgesehen davon: Dumbledore kann sich ohne Probleme seiner Verhaftung widersetzen und hat wenig Probleme gegen Voldemort aber er bekommt von Umbridge Methoden nichts mit und/oder kann nichts gegen sie unternehmen (also vor den ganzen Erlassen) z.B. gegen die Strafarbeiten. Wenn Harry ihm das nicht erzählt, hat er keine Ahnung davon, obwohl Harry für Snape z.B. ein offenes Buch ist? … Ich glaube ich mache mir immer zu viele Gedanken über Dumbledore xD

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Vielen Dank für den schönen Kommentar, hier hat der wesentlich besser Platz als auf Twitter ;-*

  • http://nein.com Akmo Schmako

    Die politische Diskussion gab mir wenig. Es hört sich immer gleich an: Meine Seite ist völlig rational und hat nur gründlich durchdachte Meinungen und die andere Seite hat nur einfache Antworten.
    Nehmen wir doch die Zauberer, die sich um Voldemort scharen:
    Wenn man denkt man sei Muggeln überlegen (wieso auch immer), ist es doch nur logisch sie zu unterwerfen. Wer weiß was einer von uns mit der Magie anstellen würde.

    Die andere Sache: Für mich ist diese ganze Sache mit den Verboten nicht nur durch den Krieg gegen den Terror sondern auch durch das Appeasement von Chamberlain inspiriert. Im Gegensatz zur Bedrohung durch den Terror wurde die Gefahr durch Hitler/Voldemort heruntergespielt. Einige Briten waren ja auch begeistert von Hitler auch die Daily Mail/Daily Prophet. https://en.wikipedia.org/wiki/Daily_Mail#Support_of_fascism
    Schön dass ihr auch erwähnt hat dass auch die Seite gegen Vold/Hitler nicht frei von Rassismus ist. Man sehe sich nur Churchill an:
    https://www.independent.co.uk/news/uk/politics/not-his-finest-hour-the-dark-side-of-winston-churchill-2118317.html

    Was anderes, weil es mir peinlich ist: Bei der Szene wo Voldi Harry besessen will , muss ich immer heulen :/
    Etwas was ich an den Filmen schmerzlich ist, dass Gespräch zwischen Dumbledore und Harry am Ende der Geschichte. So wird Dumbledore nur zu einer weiteren Figur. Aus den Filmen wird nicht klar wie sehr Harry Dumbledore verehrt.

    Das war mein Quatsch dazu.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Richtig guter Quatsch, Danke :)

    • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

      Es gibt sehr intelligente und rational-argumentierende konservative Menschen, deren Meinungen ich nicht teile. Spontan fallen mir die Philosophen von Hayek und Alasdair MacIntyre ein.

      Allerdings ist das von dir genannte Argument meiner Meinung nach nicht sonderlich stark. Wie du ja selbst erkannt hast, ist Rowlings Romanreihe unter anderem auch eine Metapher für den Nationalsozialismus. Und in dem haben wir ein schreckliches und mahnendes Beispiel darin, was passiert, wenn sich eine Menschengruppe als besser und zum Herrschen auserkoren betrachtet. Unser Grundsatz “alle Menschen sind gleich” ist eine direkte Antwort darauf, dass sich über mehrere Jahrtausende bestimmte Menschengruppen in Monarchien, Aristokratien, im Kolonialismus und im Faschismus über andere Menschengruppen gestellt hat.

      Auf HP bezogen macht es auch keinen Sinn, weil zum Beispiel die Muggel-geborene Hermine viel mehr auf dem Kasten hat als viele reinblütige Zauberer.

      Dass Dumbledore so wenig Screentime bekommt, finde ich auch immer schade. Ich mag die Kapitel, in denen er uns die Geschichte erklärt mit am liebsten …

      • TheMiddlist

        Das Problem in HP ist halt schon so ein bisschen, dass die Zauberer sich nicht für besser halten sondern den Muggeln tatsächlich aufgrund von nicht erworbenen Fähigkeiten grundsätzlich überlegen sind. Dass gelegentlich Muggelgeborene mit dieser Mutation (Rowling hat mal geäußert es gäbe ein dominantes Zauberergen, es gibt eine Erklärung wie Muggelgeborene Zauberer, Squibs etc biologisch Sinn machen könnte, geht aber meines Wissens nicht ganz auf) existieren, ist im Grunde egal, wer die biologischen Vorraussetzung hat ist Muggeln überlegen und zwar nicht wie in der Menschenwelt eine Gesellschaft der anderen aufgrund von Technik, politischer Macht, Kapital oder Pseudowissenschaft sondern jeder auch nur ansatzweise ausgebildeter Zauberer jedem Muggel in jedem Fall. (Es sei denn Muggeltechnik wie z.B. Nuklearwaffen sind durch Zauberer auch nicht aufzuhalten, das gilt aber für den überwiegenden Teil der Geschichte der Menschheit auch nicht) Die Beziehung dieser beiden Menschenarten untereinander ist ja dann auch im HP-verse grundsätzlich asymmetrisch. Die Zauberer herrschen zwar nicht direkt über die Muggel aber von rechtlicher Gleichstellung kann auch überhaupt nicht die Rede sein und die würde auch wenig Sinn machen, wenn die Zauberer versteckt bleiben wollen. Ich könnte mir vorstellen, das dieses Thema in Fantastic Beasts 2-5 noch etwas näher besprochen wird, wenn Grindelwald häufiger auftritt.