Second Unit #208 – Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Und weiter geht unsere Reise ins kunterbunte Zauberland von Hogwarts. Mit Daniel vom Spätfilm und Tamino zum dritten Potter-Film: Harry Potter und der Gefangene von Askaban (Amazon-Link*). 

Daniels Podcasts findet ihr natürlich schon lange in euren Podcatchern, für alle Neulinge aber noch der Hinweis auf den Spätfilm sowie den Spätfilm-Twitter-Account.

[YouTube Direktlink]

Ganz neu im dritten Film: Alfonso Cuarón übernimmt die Regie, zum ersten und einzigen Mal im Potterversum. Spannend, vor allem wie er bildlich arbeitet! Der Cast aus den anderen beiden Filmen ist natürlich auch wieder dabei, deshalb nur die Ergänzungen und Änderungen: Michael Gambon als Albus Dumbledore, Gary Oldman als Sirius Black und Emma Thompson als Professor Sybil Trelawney.

Unsere Diskussion ist mal wieder lang, breit und tief. Wir sprechen vor allem über Cuaróns Handschrift, die Inszenierung, den weiteren Puzzlestücke der Potter-Mythologie, unsere Beobachtungen zur Heldenreise und ein paar Vergleiche zur desaströsen US-Wahl!

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In der nächsten Woche geht es drüben bei der Superhero Unit mit The Rocketeer (Amazon-Link*) weiter. Hier versuchen wir dann die Woche drauf eine Besprechung zum neuesten Film in der Potterwelt abzuliefern. Dann soll es nämlich um Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Amazon-Link*) gehen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 2:42:45 | Größe: 78,4 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes | Unterstützt uns bei Patreon!]

[Teaser-Bild: cc by 2.0 Karen Roe]

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  • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

    @Tamino: hier ist das Nerdwriter-Video: https://www.youtube.com/watch?v=3hZ_ZyzCO24
    Insgesamt ein sehr sehenswerter Kanal!

  • http://xn--archivtne-67a.de/ Kamil L.

    Überaus spaßiger Podcast, auf den ich mich auch schon länger gefreut hatte!
    Gerade eure Dreier-Diskussion hat eine wunderbare Mischung ergeben, in der sich vermutlich jeder irgendwo wiederfinden konnte. Ob bei Tamino, der vor allem die Welt und das Drumherum herausgestellt hat, bei Christian, der in den Subtext eintaucht oder bei Daniel, der vor allem die Plotstruktur hier super herausgearbeitet hat und immer wieder darauf verweist. Ich freue mich als großer Potter-Fan, der mit der Buchreihe groß geworden ist und schon selber das Filmexperiment mit Personen aus meiner Umgebung durchgeführt hat, jedenfalls sehr auf alle kommenden Folgen aus dieser Richtung!

    Insgesamt finde ich mich hier definitiv am meisten bei Daniel wieder. Es ist als Stand-Alone Film der für mich beste der Reihe (nur sehr viel später wird sich noch einer finden, der diesen hier für mich persönlich toppt: Heiligtümer des Todes Part 1 ) und das liegt hauptsächlich an Cuaróns Stil, der hier weniger auf einer Theaterbühne operiert wie die zwei Filme zuvor, sondern sich tatsächlich den Möglichkeiten des Medium Films hingibt. Die hier gezeichnete Atmosphäre gerade auch durch den mittelalterlich angehauchten Soundtrack ist in der Reihe unvergleichlich und bringt eine ganz wundervolle Mystik mit sich.

    Paar lose Gedanken nach dem Podcast:
    - ich mochte die Seidenschnabel-Szene sehr. An und für sich ist es natürlich ein kitschiger “Titanic”-Moment, aber ich find’s gut, wie der Film sich die Zeit nimmt, Harry hier abzusondern und die Schönheit der magischen Welt auf ihn wirken zu lassen.
    - ich danke Christian und Daniel sehr herzlich für die flammende Verteidigung für Hermines Boxer-Szene am Ende! Sehe ich alles ganz genauso!
    - Zeitreise ist im HP-Kosmos in der Tat ein schwieriges Thema, aber mich hat’s damals tatsächlich komplett aus den Socken gehauen, das man im Prinzip das gleiche Finale aus verschiedenen Perspektiven serviert bekommt. Gibt diesem Buch/Film einen ganz eigenen Touch im Vergleich zum Rest der Reihe. Übrigens glaube ich auch, dass der Film sich in der Hinsicht an sein Regelwerk hält, allerdings passt es, wenn man mal ganz genau drauf achtet, vom Timing nicht ganz, wie der Film zusammengeschnitten ist. Da laufen dann teilweise Dialoge des “ersten Finales” etwas länger, damit auf der Zeitreise-Ebene Harry und Hermine im Hintergrund erklärende Gespräche dazwischenschieben können.
    - Die Geschichte mit Sirius hat mich tatsächlich nie wirklich verwundert. Mir war immer klar, weshalb Harry gerne zu ihm ziehen würde (das Leben eines Rebellen scheint ihn ohnehin immer wieder anzuziehen und einzuholen), weil einfach jede Vaterfigur, die ihm auch nur einen Hauch mehr Zuneigung zeigen würde, als die Dursleys schon Eindruck auf ihn gemacht hätte und dies mit dem fast endgültigen Ausbruch aus der Muggelwelt verbunden wäre. Die Geschichte von Sirius fand ich im Buch übrigens wundervoll auserzählt und dafür (da greife ich einmal kurz vor) wie im vierten Film mit ihm umgegangen wird und was für ein schweres Erbe Film 5 dementsprechend mit ihm hatte, haben sie doch noch richtig gut die Kurve kriegen können.

  • Tatja

    Tamino scheint ein kleines Problem mit starken Frauenrollen zu haben. Die erste Bemerkung von Tamino am Anfang des Podcasts: „Hermine ist mir zu hübsch besetzt” klingt fast unverschämt. Später wünscht er sich, dass Hermine sich nicht schlägt, sondern über den Dingen steht, obwohl Harry, Hauptheld der Bücher, häufig selbst nicht vor drastischen Maßnahmen zurückschreckt. Hermine setzt ein Statement und lässt sich in dieser Szene nicht unterbuttern. Das find ich gut. Warum sollen die Mädchen und Frauen im Kinosaal nicht „Richtig so” bei dieser Szene rufen dürfen? Verdient hat es Malfoy auf jeden Fall.

    • http://xn--archivtne-67a.de/ Kamil L.

      Also bei deinem ersten Punkt muss ich doch Tamino zur Rettung eilen – selbst J.K. Rowling hat mal gesagt, dass sie ganz froh war, dass ihr erster Kontakt mit Emma Watson übers Telefon hergestellt wurde und sie nach dem Telefonat das Gefühl hat, sie würde perfekt für die Rolle passen, denn rein optisch hätte auch sie diese als “zu hübsch” für die Rolle empfunden. Hermine wurde niemals als das Schönheitsideal beschrieben, das Emma Watson verkörpert, weshalb ja auch die Verwandlung im vierten Band so effektiv war – im Film wurde Emma Watson eben zu …. Emma Watson mit Kleid.
      Daher eine provokante Fragestellung: wäre es nicht sogar eher eine stärkere Frauenrolle, wenn eine weniger “typisch schöne” Frau mit jedoch den gleichen Fertigkeiten Hermine gespielt hätte?

    • SecondUnitTamino

      So ein Unsinn. Emma Watson als Hermine ist mir zu hübsch, weil dir Figur im Buch nicht so beschrieben wird und sie daher in der Hinsicht nicht passt. Und was ist daran bitte “unverschämt”, wenn ich jemanden zu hübsch für eine bestimmte Rolle finde? Wäre das nicht vielmehr umgekehrt der Fall, wenn ich mich darüber beklagen würde, dass eine Schauspielerin nicht hübsch genug sei? Das begreife ich echt gar nicht.

      Was die Ohrfeige angeht, gewinnt Hermine dadurch die Szene nicht mehr, weil sie sich auf ein niederes Niveau fallen lässt, über dem sie wie sonst auch stehen sollte. Sie erniedrigt Malfoy mit physischer Gewalt was ich erbärmlich finde. Sie ist in dem Moment nicht besser als er. Hier ist sie so schwach wie zu keiner anderen Zeit in allen Büchern, weil sie sich einfach gehen lässt. Aber das versteht anscheinend kaum jemand. Wenn Männer Frauen ohrfeigen gilt das als nieder und verachtenswert, aber umgekehrt ist es eine Heldentat. Mit so einer Weltsicht kann ich nichts anfangen. Wenn jemand nach einem Wortgefecht zu physischer Gewalt greift, dann ist er für mich vieles, aber ganz bestimmt nicht stark. Und dabei ist es mir völlig egal, wer hier welches Geschlecht hat.

      Mir daher vorzuwerfen, ich hätte ein Problem mit starken Frauenrollen, macht einfach überhaupt keinen Sinn. Ich will ja gerade, dass Hermine in dieser Szene stark ist, aber aus den genannten Gründen ist sie es leider eben überhaupt nicht.

      • Tatja

        Ich sehr gar nicht, dass Hermine im Buch als “nicht hübsch” beschrieben wird. Vielleicht hast du sie dir, Tamino, einfach so vorgestellt. Sie wird als Streberin beschrieben, aber nicht als ewiges “Mauerblümchen”. Wie kann eine Schauspielerin für eine Charaktereigenschaft überhaupt zu hübsch sein? Passt für dich gutes Aussehen und Intelligenz nicht zusammen?

        Zur “Heldentat”: Was hätte Hermine deiner Meinung nach in der entsprechenden Situation tun sollen? Malfoy zum Schach spielen herausfordern, nachdem er sie und ihre Eltern als minderwertig und von “schlechtem Blut” beleidigt hat? Nein! – Einem solchen Rassisten haut man auf die Fresse. Genau das hat sie getan. :)

        • SecondUnitTamino

          Die zu großen Vorderzähne von Hermine und die als geradezu unglaublich beschriebene Veränderung Hermines im Weihnachtsball des vierten Teils wirst du wohl überlesen haben.

          Zu dem anderen Punkt sage ich nichts mehr, da nach “Einem solchen Rassisten haut man auf die Fresse” bei mir jedwedes Interesse an einer Diskussion mit dir erloschen ist.

      • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

        “Sie erniedrigt Malfoy mit physischer Gewalt was ich erbärmlich finde.”

        Steile These für einen Arnie-Fan. ;)

        • SecondUnitTamino

          Eine ernsthafte Antwort deinerseits fänd ich allerdings zu dem Punkt durchaus spannend. In dem Moment zu klatschen geht für mich jedenfalls in die gleiche Richtung wie bei APOCALYPSE NOW zu klatschen, als Martin Sheen die Vietnamesin auf dem Boot kaltblütig erschießt. In einem Arnie-Film ist Gewalt offensichtlich in überzeichneter Form dargestellt und hat keinen Bezug mehr zu wirklicher Gewalt. Nur dadurch kann sie überhaupt in einem Film Spaß machen. Da allerdings das Drama in Harry Potter – im Gegensatz zu der Welt in der es spielt – als ernst zu nehmend angelegt ist und man als Leser bzw. Zuschauer idealerweise eine wirkliche Beziehung zu den Figuren aufbaut (was obv. in einem Arnie-Streifen nicht möglich ist, da Arnie so gut wie nie überhaupt auch nur mal eine Figur spielt), finde ich es ziemlich abstoßend, diesen schwächsten und niedersten Moment einer an sich liebenswerten Figur zu feiern oder sogar als Stärke zu empfinden.

          • Tatja

            “Privatsprache” verweist auf einen richtigen Punkt: Die Gewalt in ihrer stärksten und brutalsten Form akzeptierst du bei Arni, weil dieser “keinen Bezug mehr zu wirklicher Gewalt” hat, aber wenn die Eltern rassistisch beleidigt werden (Schlammblut ist dafür eine Chiffre), dann darf die zu hübsche Emma Watson nicht zuhauen. Dein Beispiel mit APOCALYPSE NOW ist weit hergeholt.

          • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

            Ich finde auch, dass es einen Unterschied gibt, zwischen “eine unbewaffnete Zivilistin töten” und “einem kleinen Ekel, das dir seit vier Jahren einen dummen Spruch nach dem anderen drückt und sich alles rausnehmen kann, was es will, weil der mächtig Papa hinter ihm steht, eine reinhauen”. Der Faustschlag von Hermine hat einen karthatischen Moment. Wie schon im Cast erwähnt: Das würde nicht klappen, wenn sie immer zuschlagen würde, aber einmal, als Malfoy, nachdem er schon Gnade von ihr erfahren hat, den nächsten dummen Spruch bringt. Das finde ich jetzt nicht unbedingt gewaltverherrlichend.

          • SecondUnitTamino

            Gewaltverherrlichend nicht, aber wieso ist es ein Moment der Stärke, den ich als Zuschauer feiern sollte? Das begreife ich einfach nicht. Sie lässt sich hier doch einfach nur gehen.