Second Unit #201 – Suicide Squad

Weiter geht die Reise durch die Trümmerfelder namens DCEU! Dieses Mal mit dem furchtbaren / vielleicht doch ganz okayen (???) Suicide Squad (Amazon-Link*) und dem Batman-Experten Patrick Suite

Patrick war auch schon in der Episode zu Batman v Superman am Start. Außerdem schreibt und podcastet er für batmannews.de, zuletzt eine schöne Übersicht zu den Produktionsproblemen von Suicide Squad.

Wer sich übrigens fragt, ob ich nicht zählen kann: Ja, kann ich nicht. Trotzdem ist es Absicht, dass nach Episode 199 hier die Episode 201 erscheint. Warum? Na weil wir die #200 groß in Berlin feiern! Am 22.10. machen wir alle eine Klassenreise ins Kino und gucken Jurassic Park! Alle Details findet ihr hier.

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Falls ich euch wundert warum ich hier zwei Trailer verlinke: Weil der Film aus zwei höchst unterschiedlichen Hälften besteht! Wie Patrick so schön in der Sendung erklärt: Die erste Filmhälfte stammt aus dem Schnittprogramm der Trailerbude, die zweite Hälfte geht wohl mehr in die Richtung der ursprünglich geplanten Fassung. Yipp!

Der Film stammt aus der (wohl sehr überhasteten) Feder von David Ayer, der das Ding auch inszeniert hat. In den Hauptrollen sind schon ziemliche große und auch ungewohnte Namen vertreten. Dabei machen Will Smith als Deadshot, Margot Robbie als Harley Quinn, Viola Davis als Amanda Waller und Jai Courtney als Boomerang ihre Arbeit ganz gut. Von Jared Leto sehen wir als The Joker leider noch zu wenig. Adewale Akinnuoye-Agbaje als Killer Croc, Jay Hernandez als El Diablo, Cara Delevingne als June Moone / Enchantress, Karen Fukuhara als Katana und Joel Kinnaman als Colonel Rick Flag haben hingegen gar nichts in diesem Film zu tun oder sie sind ziemlich egal für das große Ganze.

Zu Beginn muss ich (in ungewohnter Weise) meinen tiefen Frust mit diesem Film und dem Zustand des DCEU von der Seele schimpfen. Danach können wir aber durchaus vernünftig über diesen Film diskutieren. Dabei geht es um die kaputte Prämisse des Filmes; die manchmal gelungenen, manchmal unnötigen Figuren; und generell ziemlich ausführlich zu den Problemen des DCEU. Dabei spoilern wir natürlich den gesamten Film!

In der nächsten Ausgabe wird es aber wieder erfreulicher! Dann geht nämlich unsere Reise durch das Harry-Potter-Universum weiter. Mit Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Amazon-Link*) und dem Potter-Experten Daniel vom Spätfilm.

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[Download | Länge: 1:52:03 | Größe: 54,1 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes | Unterstützt uns bei Patreon!]

[Teaser-Bild: cc by 2.0 Quinn Dombrowski]

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  • Sultan-of-Swing

    Schöne Zusammenfassung von Suicide Squad.
    Ihr habt hervorragend die Schwächen und die (kleinen) Stärken des Films herausgearbeitet.

    Bei dem Film muss man Sehvergnügen wohl von Filmtechnik trennen. Der Film wirft einen beim Sehen so viel vor die Augen, dass man sich nicht langweilt oder anfängt zu denken. Zudem sind die Dialoge nicht so present, dass man beim Zuhören entnervt aufstöhnt.

    Ich habe ein Herz für Filme, die ein absolutes Durcheinander sind, da meistens auf der Leinwand so viel passiert, dass ich mich nicht Langweile. (z. B. Chappie, Batman Vs Superman, Jupiter ascending)

  • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

    Also der Film ist nicht gut, keine Frage. In vielen Punkten stimme ich mit euch überein, aber ich finde vor allem Christian geht zu weit. So wird hier das Argument “Logik” angebracht. Als der Winter Soldier in ‘The Return of the First Avenger’ eingeführt wurde und er zuerst für die Nazis, dann für die Sowjets und dann wieder für die Nazis kämpfte, schien das kein Problem zu sein. Vor allem hatte er ja noch von vor seiner letzten 180-Grad-Wendung seine Uniform behalten. Wenn man so oft die Seiten wechselt, sollte man aufpassen, was man für eine Uniform hat. Bei Iron Man in ‘Civil War’ war es auch vollkommen unlogisch, dass sich Tony Stark, nachdem er acht Jahre in die eine Richtung aufgebaut wurde, binnen 180 Sekunden vollkommen umdreht. Ebenso, dass er bei einem 36-Stunden-Zeitfenster, in welchem er von Berlin nach Sibirien will, erst einmal nach New York fliegt (und so 24 Stunden verplempert). Das war alles nicht logisch. Es scheint mir, als müsse Christian noch sein ‘Man of Steel’-Trauma weiter aufarbeiten, während er bei Marvel gerne zu viele Augen zudrückt.

    Aber zurück zum DCEU. Ich bin froher Dinge angesichts dessen, dass der vierte DCEU-Anlauf nun von ‘Wonder Woman’ angeführt wird. Ein DCEU basierend auf dem Nolanverse wäre interessant gewesen, aber das wollte Nolan ja leider nicht. Ein DCEU basierend auf ‘Green Lantern’ hätte mich überhaupt nicht interessiert und das DCEU-Snyderverse hat immerhin einige schöne Momente und zwei gute Scores gebracht, auch wenn es mit der Handlung durchweg haperte. Nun gibt es den vierten Anlauf (quasi auf den Trümmern des Snyderverse) und ich freu mich drauf.

    Wobei ich bei Geoff Johns auch zur Vorsicht raten will. Er hat zwar mit ‘Absolute Justice’ die absolut beste ‘Smallville’-Folge geschaffen (interessanterweise die Justice-League-Folge, wie es der Name schon erahnen lässt), mit ‘Booster’ und ‘Legion’ aber auch zwei ziemlich miese, die ich zu den mitunter schlechtesten Folgen ihrer Staffeln zähle. ‘Flash 90210′ mag ich nicht so sehr und ‘Arrow’ schau ich auch nur, wenn ich sonst nichts mehr zum schauen habe. Also alles in allem eine durchwachsene Bilanz.

    Damit wären wir schon fast beim Stichwort. Patrick lobt ja hier ‘Fury’, den ich leider noch nicht gesehen habe. Aber von zwei anderen Ayer-Filmen habe ich nicht gerade die beste Meinung: ‘End of Watch’ war wie eine mittelmäßige ‘Southland’-Folge mit einigen genialen Kameraeinstellungen, aber nicht mehr. Und ‘Sabotage’ schwankte zwischen einem brutalen Arnie-Actioner (den ich ja erwartete) und einem richtig schlechten B-Movie. Das war echt krass. Also ich weiß nicht so recht, ob ich einen Director’s Cut/Ultimate Cut von ‘Suicide Squad’ sehen wollen würde. Das, was von Ayer über die geschnittenen Szenen durchgesickert ist (z.B. Killer Croc muss erbrechen und isst das dann wieder auf), macht ja auch nicht gerade Lust auf mehr.

    Ihr kritisiert, dass Superman selbst nach ‘Batman v. Superman’ immer noch nicht als Held gesehen wird. Ich glaube, das ist eine äußerst militärische Sicht, die hier zum Tragen kommt. Die Militärs (und die äußerst militaristisch denkenden Zivilpersonen wie Amanda Waller) sehen alles, was sie nicht selbst kontrollieren, als Gefahr. Das wird in ‘Man of Steel’ ja auch angedeutet mit dem abgestürzten Satelliten. Deswegen wahrscheinlich auch die Suicide Squad – sie wollen eine Truppe haben, die sie kontrollieren können.

    Dann erwähnt ihr das Problem von “shared universes” und ihr sagt, dass das bei Marvel nicht so recht erklärt wird – ich finde das nicht. Bei ‘Thor,’ ‘Ant-Man’, ‘Iron Man 3′ und ‘Guardians of the Galaxy’ wird das erklärt oder es ist implizit klar, warum sie nicht die anderen rufen. Thor ist ein Gott, Ant-Man wird von dem alten Ant-Man daran gehindert, die Avengers zu rufen, Tony Stark ist zu eingebildet und will alles alleine klären und die Guardians sind zu weit weg. Nur allein bei Cap wird nicht erklärt, warum er in ‘The Winter Soldier’ nicht die anderen ruft. Obwohl es gerade da angemessen gewesen wäre.

    Was ihr leider nicht erwähnt habt, ist der Score. Den fand ich ziemlich lahm.

    Alles in allem finde ich, dass die Besprechung im Lichtspielcast viel ausgewogener ist und da die Stärken und Schwächen besser gegeneinander abgewägt werden und das Gesamtwerk Ayers auch gut kontextualisiert wird. Auch wenn die Schwächen natürlich überwiegen, das ist klar.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Das Problem mit Cap verstehe ich nicht so ganz. Die Filme selbst sind sehr stark “entmilitarisiert” und bauen Cap eher als Superman-Figur auf: Der hat nie für einen Staat gearbeitet, eher für sich und seine Werte. Und für die Sowjets? Im Film? Kann ich mich echt nicht dran erinnern, hilf mir auf die Sprünge :D

      Zur Logik: Personen müssen nicht logisch handeln, damit kann ich immer in Filmen leben. Captain Boomerang will ständig das Team verlassen und kommt trotzdem immer wieder zurück. Unlogisch, aber kann ich gut mit leben.

      Was ich allerdings nicht ab kann sind völlig dünn oder gar nicht gezeichnete Charaktere und Motivationen. Niemand in diesem Film (oder generell im DCEU?) steht für irgendwas, will irgendwas oder erreicht irgendwas. Wenn wir schon den Marvel-Vergleich ziehen müssen: Das funktioniert dort besser. Klar, das ist auch alles dünn und eher auf Soap-Niveau (was ich ja gern mag!), aber ich verstehe warum Cap und Tony aneinander geraten. Ich verstehe warum Ant-Man sich selbst und seiner Familie was beweisen will. Und ich verstehe warum Loki (“burdened with glorious purpose”) die Welt erobern will.

      Aber kann mir mal jemand erklären wer oder was Killer Croc ist? Was hat er für Ziele, Pläne, Wünsche? Oder Katana? Oder was konkret Harley eigentlich in dem Film erreichen will? Warum soll mich Deadshots Tochter interessieren, wenn er es doch liebt mordend durch die Straßen zu ziehen?

      Und genau deshalb bin ich bei diesem Film hier so sauer. Das macht zwar alles irgendwie Spaß, ist optisch aufwendig und geht ins Gesicht. Aber dahinter ist alles absolut inhaltsleer.

      Ich liebe es, wenn Superhelden als Projektionsfläche für uns Nichthelden funktionieren, wenn sie im großen Spektakel die ein oder andere Lektion über das Menschsein vermitteln und dabei Ärsche treten. Hier passiert aber wenig bis gar nichts in der Richtung…

      • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

        Also ich finde nicht, dass die Cap-Filme “stark entmilitarisiert” sind. Im ersten Teil ist er Teil der US-Armee und sogar einer Spezialeinheit und am Beginn des zweiten Teils ist er auch Teil eines Spezialkommandos – doch dann beginnt die “Handlung” und ab dort geht es fortan eh nicht mehr logisch weiter.

        Vor allem im ersten Teil ist Cap eindeutig auf der Seite der US-Regierung, aber das ist im Zweiten Weltkrieg ja auch einfach zu rechtfertigen.

        Nicht Cap hat für die Sowjets gearbeitet, sondern der Winter Soldier – resümiere doch mal dessen Werdegang von 1944 bis 2011 ;)

        Im DCEU haben einige Leute Motivation – Batman, Superman, Wonder Woman, Lex, General Zod… – aber ich gebe zu, dass es ab da an dann ziemlich dünn wird.

        Ich habe nicht verstanden, wieso Cap und Tony aneinander geraten. Da Tony ja erst – ohne irgendeinen Vorlauf – in diesem Film umgedreht wurde, war das etwas schwierig nachzuvollziehen.

  • Prolaps Uranus

    sorry aber
    “Fantastic 4″war kein Zugun- sondern Moped.. umfall.

    Mit grünlichen Füßen
    Euer Prolaps