Second Unit #124 (Matrix Reloaded & Matrix Revolutions)

Jeder Anfang hat ein Ende! Deshalb stürzen wir uns erneut in die Matrix. Mit den beiden Fortsetzungen Reloaded und Revolutions (Amazon-Link*) findet die Saga ihren enttäuschenden Höhepunkt.

Wir verköstigen die Diskussion mit einem grünen (!) Vitaminwasser.

In Vorbereitung bzw. Ergänzung empfehlen wir zwei Videos zu den Matrix-Forsetzungen. Confused Matthew regt sich (manchmal zu Unrecht) über die Fortsetzungen auf, während Mark Passio eine intensive und interessante Analyse der gesamten Trilogie aufstellt.

[YouTube Direktlink]

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Das Personal ist zum großen Teil unverändert. Andy Wachowski und Lana Wachowski haben die Filme geschrieben und auf die Leinwand gebracht. Keanu Reeves spielt als Neo wieder die Hauptrolle des Auserwählten. Carrie-Anne Moss als Trinity und Laurence Fishburne als Morpheus machen das Helden-Trio komplett. Hugo Weaving ist als Agent Smith wieder der Antagonist. Jada Pinkett Smith als Niobe und Anthony Brandon Wong als Ghost sind besonders für das Videospiel Enter The Matrix wichtig.

Wir gehen vermutlich wohlwollender mit den beiden Filmen um, als es üblich ist. Für Tamino ist Reloaded einfach ein verdammt guter Action-Film. Für mich sind beide Filme ein interessanter Untersuchungsgegestand. Natürlich sehen wir auch die Schwächen der Filme und gehen drauf ein. Aber dabei versuchen wir uns auf die Fragen der Filme einzulassen und machen uns die Arbeit, für die beiden Wachowskis wohl keine Zeit mehr hatten. Was genau meint das Orakel mit der Diskussion über Entscheidungen? Was bedeutet es, dass der Auserwählte Teil der Matrix-Architektur ist? Warum hat Neo auch Superkräfte in der Menschen-Welt? Wir haben keine Antworten, aber Vermutungen.

Nächste Woche kümmern wir uns mal wieder um eine Einsendung von euch. Tamino wehrt sich, ich freue mich. Es geht nämlich um The Social Network (Amazon-Link*).

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 2:20:28 | Größe: 67,7 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: by Paul Downey]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • Onan Öksel

    Ich will ein Glas Vitamin(o)wasser ( ;
    und
    Christian-
    auch von Dir will ich ein Kind!

    Mit freundlichen Grueßen von der

    M.S.Sprotte (Kiel)

  • http://www.nightcrow.de JB

    Diese Rezension ist wie als würde ich als Hörer den Passierschein A38 beantragen.

    • SecondUnitTamino

      Vieleicht noch einmal anhören? Oder sonst den Passierschein B74 fordern, dann läuft es vielleicht ;-)

  • Fabi

    Hallo ihr zwei,
    Eine Frage: “Werdet ihr euch Guardians of the Galaxy of the Galaxy anschauen?”

    • Fabi

      Upsi ich meinte natürlich nur “Guardians of the Galaxy”.

      • SecondUnitTamino

        Ist nicht geplant. Wir haben die nächsten Wochen und Monate ziemlich tolle Sachen geplant und daher keine Zeit. Ich persönlich habe ehrlich gesagt auch keine wirkliche Lust den Film zu schauen, da ich in Sachen Superheldenverfilmungen inzwischen ziemlich müde bin, erst recht, wenn es anscheinend mal wieder darum geht, das Universum zu retten.

        • Fabi

          Ja das stimmt, neu erfinden tut das der Film auch nicht. Aber er ist zumindest der beste aller Marvel Comic verfilmungen und auch einer der lustigsten, meiner Meinung nach. Aber ich kann verstehen wenn jemand nach all den Filmen, nach all den gleichen abläufen, nicht mehr so lust hat auf die Comicverfilmungen von Marvel hat.
          Freue mich auf die neuen Sachen und noch ein schönes Wochenende!

        • http://www.florianpriemel.de Florian Priemel

          Absolut nachvollziehbar, trotzdem auch von meiner Seite eine dringende Empfehlung, euch Guardians trotzdem anzuschauen! Ich persönlich hatts seit The Dark Knight nicht mehr so viel Freude an einem Blockbuster und muss meiner Frau mit ihrem Fazit zustimmen: “Das war wie StarWars in modern.” Und wirklich: Wenn der neue StarWars diese Qualität erreicht, können wir uns alle glücklich schätzen.

  • Christian

    Die Fortsetzung einer Geschichte im Film funktioniert nur mit (einer) bestehenden Buchvorlage(n), wie bei Herr der Ringe und den neueren Marvel-Verfilmungen. Diese bieten genügend viel Material für einen guten Film.
    Man merkt der Trilogie an, dass sie so nicht geplant war. Ich wage zu behaupten, dass der erste Teil besser da stehen würde ohne die Fortsetzungen. Ungeplante Fortsetzungen werden meist nur besser, wenn ein gewisser James Cameron den zweiten Teil dreht.

  • Aoi Miyazaki

    Verstehe das Argument nicht ganz:
    Wenn für Neo die scheinbare Entscheidungsrelevanz keine Rolle spielt, da er ja keine höhere Einsicht hat, spielt sie doch aber für das Orakel selbst eine Rolle, da sie (beispielsweise) ja weiß, dass sie Neo nach den Bonbons fragen muss, ihr also die Entscheidung, diese Frage zu stellen von sich selbst abgenommen wurde. Wenn sie allwissend ist, wüsste sie ja, welche Entscheidungen sie trifft und könnte sich dagegen entscheiden, dieses Pradadoxon, was für Neo nicht existiert, existiert also doch – nur halt für jemand anderes. Das ist doch wie bei Gott und dem Stein.

    • SecondUnitTamino

      Puh, ja, ich denke du hast Recht mit deinem Einwurf. Zumindest wenn wir uns das Orakel als eine Art menschenähnliches Wesen mit einem eigenen Willen in Bezug auf seine Entscheidungsmöglichkeiten vorstellen – was wir daher vielleicht nicht tun sollten. Ich löse das Paradoxon daher so auf, dass es ihr unmöglich ist, sich gegen ihre eigentliche Entscheidung zu entscheiden, da der einzige Grund dies zu tun der wäre, es einfach für das Erschaffen eines Paradoxons zu tun. Da sie aber ein allwissendes Wesen ist, das damit Teil einer reinen Kausalität bzw. Logik ist, folgt quasi aus ihrer eigenen Beschaffenheit, dass sie sich nicht selbst widersprechen kann. Ihre Entscheidung kann nicht durch menschenähnliche Impulse wie “Ich mache jetzt das Gegenteil dessen was ich vorhergesehen habe – warum? Darum!” verfremdet werden. Eine solcherlei geartete Motivation ist sozusagen jenseits ihres Horizonts. Ihre Entscheidungen sind somit kaum noch als solche zu bezeichnen, sondern eigentlich im Grunde nichts anderes als Kausalität selbst und diese – wenn man die Phantasie dafür hat – vielleicht noch in Bezug auf ein teleologisches Moralsystem (also dass sie z. B. will, dass Neo den Krieg beendet – warum auch immer).

      Das geht so ein wenig in die Richtung wie Descartes versucht hat zu beweisen, dass Gott niemals täuschen könne, da er ein vollkommenes Wesen sei und Täuschung oder Lüge immer per se eine Unvollkommenheit beschreiben. Somit lägen solcherlei Dinge “jenseits” von Gott und würden sich damit auch nicht mit seiner Allmacht widersprechen. Da das bei Descartes schon nicht all zu viel Sinn ergeben hat, kann es das bei meinem Rettungsversuch des Orakels natürlich auch nicht völlig. Aber zumindest versuche ich, es mir in dieser Richtung vorzustellen.

      Letztendlich lässt sich das Paradoxon aber natürlich logisch betrachtet nicht richtig auflösen wie es auch mit der Stein-Debatte nicht geht. Wenn man sich das Orakel als allwissendes und rein logisches Wesen vorstellt, dann ist es unmöglich, ihr eine Motivation zu geben, Neo überhaupt helfen zu wollen. Und wenn man ihr diese gibt, wie auch immer sie geartet sein mag, dann entsteht das von dir beschriebene Paradoxon. Meine Erklärung vermischt beide Ebenen und löst dabei das Problem nicht, sondern verwischt es eher. Mir gefällt diese Sichtweise aber irgendwie in Bezug auf die Geschichte. Wie genau das Orakel beschaffen ist, muss letztendlich eben mysteriös bleiben. In einer Geschichte kann ich damit ganz gut leben, in der Realität nicht. Daher gehört zur Philosophie neben der gesunden Portion Zweifel auch immer eine ungesunde Dosis Verzweiflung.

      • Aoi Miyazaki

        Interessant finde ich ja vor allem, dass somit das allmächtige und dem Menschen in jeder Hinsicht doch eigentlich überlegende Wesen die größten Ketten trägt und ein reiner Knecht der Kausalität der Welt ist, in der es lebt, falls es denn existierte. Also wieder paradoxerweise dem Menschen untergeordnet, da seine Launenhaftigkeit und vermeintliche Irrationalität erst der Grund für all die Abzweigungen ist und die Existenz dieses Wesens ja auch gewissermaßen davon abhängig ist. Da bin ich für mein Nichtwissen dankbar.

  • Gormenghast

    Das einzig gültige Orakel ever:

    http://www.youtube.com/watch?v=k4Exa2Oy2N0

  • DasOrakel

    Am Anfang vom “Reloaded” sagt jemand, dass die Maschinen den äußeren Verteidigungsgürtel von Zion umgehen. Es gibt (gab) also nicht nur diese kleinen Roboter zur Verteidigung der Menschen in Zion. ;-)

    Sehr schönes Thema! Hat sehr viel Spaß gemacht beim Hören. Vielen Dank!

  • Xeldrak

    Ich verstehe auch nicht ganz, warum der Reloaded im allgemeinen so schlecht weg kommt. Ich kann mich noch daran errinern, dass ich begeistert war als ich aus dem Kino kam. Man war verwirrt aber war gespannt auf den letzen Teil, wo dann alle diese Fragen auf geniale Art und Weise geklärt werden. Naja, oder nicht ganz.

    Ich hab den Eindruck, dass der dritte Teil, der einfach so viele Erwartungen enttäuscht hat, negativ auf den zweiten abfärbt.

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Moin ihr zwei!
    Phantastische Episode, und ich muss mich mal verneigen, weil ich es phänomenal finde wie viel ihr aus diesen zwei (in meinen Augen immer inhaltlich als maximal dünn angesehenen) Filmen noch herausgekitzelt habt – keine Ahnung wie viel davon im Endeffekt die Stichpunkte aus den verlinkten Reviews, oder eure eigenen sind, aber die Besprechung war ganz groß!

    Ich fand RELOADED damals okay, war aber geknickt, weil er die Tiefe von MATRIX nicht ansatzweise aufrecht erhält. Mir war aber klar, dass es keinen zweiten MATRIX geben kann, von daher war es schnell okay. Hab den seitdem auch sicher fünf Mal gesehen, irgendwann sogar begriffen was der Architekt da erzählt (bis auf die Choice Sache, die hat für mich nie so recht Sinn gemacht, weil ich mich immer gefragt habe welche Choice denn die vernetzten Menschen in der Matrix haben sollen?) und ihn nach und nach als schwächere Fortsetzung akzeptiert (und respektiert, ebenfalls als guten Actionfilm eingeordnet und den Struggle mit dem Film zu den Akten gelegt. Kann ich nun alle paar Jahre mal angucken und werde dabei gut unterhalten. Allerdings finde ich nicht alle Action-Szenen so überragend wie Tamino – vor allem die ständige, im Vergleich zum ersten Teil geradezu inflationäre Benutzung der Slowmotion-Bullettime nervt mich fast. Aber der Film macht Spaß. Gebraucht hätte es ihn trotzdem nicht.

    Und REVOLUTIONS..
    Oh Mann, das ist schon so ein Streifen, ich weiß überhaupt nicht, was ich da zu sagen/schreiben kann und will. Da stehen echt alle Regler auf 11 (bis auf die inhaltliche Substanz) – vollkommener Overdrive. Ist mir einfach zu viel, und es gibt eigentlich nur zwei Momente im Film, die ich besonders finde (beide gehen aber nur Sekunden):
    1. Als ich ihn das erste mal gesehen habe, war mir natürlich die ganze Zeit klar was für eine Übermacht die Maschinen sind, aber als nach dem Durchbruch als zweite Welle diese tiefschwarze Wole aus Sentinels plötzlich in die Bay einströmt – puh, das ist ein kurzer Moment, wo ich jedes Mal wieder so geschockt wie die Jungs in ihren Robotern bin. Das transportiert die totale Überlegenheit (und aus Menschensicht Auswegslosigkeit) und ab da ist völlig klar, dass sie es niemals von sich aus gewinnen können. Und GERADE deshalb ist die ganze, endlos lange over-the-top Action irgendwie der völlig falsche Schwerpunkt. man weiß ja, dass nur Neo sie retten kann, sieht aber vom Zion-Kampf ungefähr 10 Mal so viel, wie von Neo’s Reise – da hätte die Spannung gelegen, nicht in der endlosen Ballerei.
    2. Der Moment wo Neo und Trinity mit dem Schiff die Wolkendecke durchbrechen, sie mit Tränen in den Augen in die Sonne schaut und “beautiful” haucht. Wow – das finde ich irgendwie unglaublich emotional und da kommt kurz nochmal diese ganze Idee der Filme durch. Das ganze Leben in einem Computerprogramm gelebt, bzw. unterirdisch einen Krieg im Dreck ausgefochten und plötzlich etwas, was man niemals für möglich erachtet hätte: Das erste und einzige Mal im leben die Sonne sehen… Hammer!
    Ansonsten bin ich glaube ich mit dem Film durch, denn wie ihr schon richtig sagt, auch die Action unterhält nicht wirklich – wobei ich den Endkampf mit Smith schon noch ganz gut finde :)

    Naja, Top-Episode!