Second Unit #86 (The Tree of Life)

Wie in der Folge zu A Tale of Two Sisters verabredet, haben wir uns diese Woche erneut mit Hannes zusammengesetzt und besprechen unsere Eindrücke zu The Tree of Life (Amazon-Link*). Wobei es sich dabei eher um Fragen und versuchte Antworten handelt. 

An dieser Stelle auch noch Grüße an das kleine Hörertreffen von letzter Woche hier in Kiel! Und wie immer auch ein herzliches Dankeschön für die vielen flattr-Spenden!

Hannes hat uns als guter Gast in dieser Woche mit einem Getränk versorgt. Es gibt einen kleinen Beruhigungstee, der wohl ganz bei Tamino gewirkt hat. Vor der Aufzeichnung wollte er in Wände schlagen, weil ihn der Film so aufgeregt hat. In der Sendung wurde er dann aber ganz handzahm.

[YouTube DirektTrailer]

Zu Beginn sprechen wir über unsere Erfahrungen mit Terrence Malick als Filmemacher und Geschichtenerzähler. Tamino und Hannes kennen die beiden Streifen vor The Tree of Life, nämlich The New World und The Thin Red Line. Ich bin noch blutjunger Malick-Neuling.

In den Hauptrollen spielen Brad Pitt als Mr. O’Brien und Jessica Chastain als Mrs. O’Brien. Hunter McCracken spielt den jungen Jack, Sean Penn den erwachsenen Jack.

Wir versuchen in der Diskussion die zentralen Themen des Films herauszuarbeiten und in gewisser Weise auch zu verstehen, was der Film uns überhaupt für eine Geschichte erzählen möchte. Dabei geht es um inhaltliche Themen wie Männlichkeit, die Natur vs. Gnade sowie Religion und Spiritualität. Im zweiten Teil gehen wir eher auf die handwerklichen Aspekte des Films ein. Also Dinge wie Kameraführungen, die Schnittarbeit und Malicks eher indirekte Erzählweise.

Zum Schluss versuchen wir das etwas schwammige Thema von bedeutungsschwangeren Filmen anzupacken. Also Filme, die in ihrer Art sehr gewollt erscheinen. Vielleicht liegt es aber auch nur an uns, dass wir diese Filme nicht verstehen? Auf jeden Fall geht es dabei auch um den eher emotionalen Zugang, den uns Malick hier mit The Tree of Life anbietet.

Nächste Woche gibt es den Gewinner des Hörervotings, der zum Zeitpunkt der Aufzeichnung und dieser Veröffentlichung noch nicht feststeht. Also noch habt ihr Zeit zum Abstimmen! bei dem Basic Instinct (Amazon-Link*) gewonnen hat! Hier der Beweis.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 2:04:10 | Größe: 56,9 MB| @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: by mario]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Oh Jeeeee..
    Tamino hat mich gestern auf Moviepilot schon vorgewarnt, dass da was kommt. Ich habe das als Motivation gesehen, gestern Abend die BluRay mal wieder einzulegen und den Film nochmal auf mich wirken zu lassen! Bin sehr gespannt auf eure Diskussion und ob ich überhaupt in der Lage bin den Film (der durch die gestrige Wiederholungssichtung nun definitiv zu einem meiner Lieblingsfilme geworden ist) dagegen zu verteidigen. Habe nämlich bei der Sichtung ein unglaublich starkes Gefühl der erlebbaren Größe, die sich aber ganz schwer verbal beschreiben lässt.
    Hab danach (vor allem für ein eigenes Review) schonmal einen Haufen Stichpunkte aufgeschrieben, es war aber zu spät um schon was zu formulieren. Jetzt spukt der Film nonstop in meinem Kopf rum.
    Nun gut, wir “sprechen” uns in 2-3 h ;)

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Möööp… Möööp.. Möööp..
    Attention! Roman coming! Attention!
    Möööp… Möööp.. Möööp..

    Habe nun euren Podcast gehört :) Sehr tolle Ausgabe, die mir richtig Lust gemacht hat eurer Aufforderung nachzukommen und als Fan des Films mit euch in Kontakt zu treten! Um nicht alles doppelt schreiben zu müssen, hier zunächst mal mein Review zu dem Film. Keine Kritik im klassischen Sinne, mehr eine Interpretation und eine emotionale Antwort auf das gesehene:
    http://weltamdraht.blogsport.de/2013/11/21/the-tree-of-life-2011
    So verstehe ich TTOL!

    Da ich direkt gesehen habe, dass eure Diskussion 2h geht, habe ich nebenbei immer kurze Notizen gemacht zu denen ich was antworten wollte (um die Stichpunkte nicht zu vergessen). Und los:

    Zunächst einmal ein Lob an Tamino. Erstens hast Du eine gute Selbsteinschätzung bzgl. Deiner Rezeption von emotional vs. Analytischem Ansatz beim Filmemachen. TTOL ist 100% emotional und da muss es einfach „klick“ machen, sonst wird das beim schauen nichts. Selbst Leute die für die Art „Kunstfilm“ offen sind, kommen ja in scharen mit diesem hier nicht klar. Aber heißgeliebt ist er ja auch (seit neustem auch von mir).

    Zu Pitt’s Vaterfigur: Denke schon er sich nach Nähe sehnt, aber Emotion (generell) ist etwas was er nur so marginal zu lässt, dass er selber gar nicht so richtig weiß, was er abseits der etablierten Mechanismen (Wangenkuss) eigentlich möchte und was ihm gut tut. Sein Weltbild (was in meinen Augen ja stellvertretend für eine der zwei meist-etablierten Arten die Welt zu sehen steht) lässt das nicht zu. Das führt mich zu der Geschlechterrolle:

    Die beiden sind für mich eben die Sinnbilder für die zwei verschiedenen Arten die Welt zu sehen. In allem so konträr und auch als metaphorischer Gegensatz zu verstehen. Sie gibt, er will bekommen, Sie erkennt die Schönheit um sich, er ist nur auf sich selbst fixiert, etc. Nicht ohne Grund haben die Zwei keine Namen. Klar pleased die Konstellation die klassischen Rollen, ich verstehe das aber als umfassenderes Symbol.

    Tamino’s Meinung zur Religion teile ich nicht. Im Film wird zu sehr das Verhältnis von Mensch und seiner Umwelt beschrieben, als dass es auf stumpfe Gottestreue hinauslaufen soll. Diese religiös anmutenden Themen verstehe ich nicht in christlicher, sondern in übergeordneter, universeller Sicht. Im sinne unserer Existenz und dem Lauf des Lebens. Da ist dieses große Ganze, man nenne es Zeit, man nenne es Universum, man nenne es Gott, man nenne es Schicksal. Wir sind diesem „Etwas“ untergeordnet und können dem nicht entkommen. Davon handelt der ganze Film: dem Kreislauf des Lebens und der Vergänglichkeit.

    Sicher steckt auch klar kirchlich-religiöse Symbolik drin, aber wichtiger als Christus, Bibel oder Psalmen sind hier die Lehren und Ratschläge die Glaube/Religion bieten können, eben das was man aus Religion ziehen kann. Bin selber nicht gläubig, denke aber dass abseits der kirchlichen Machtstrukturen in den Lehren des Glaubens viel richtiges steckt, was Menschen Kraft und Hoffnung geben kann. Daran appelliert Malick

    Hannes hat sehr spannende Gedanken zu dem Architektur/Natur-Kontrast. Ich habe das auch als bewusste Kontrastierung empfunden und aus diesem alles durchflutenden ehrfürchtig-naturalistischen Tone heraus als gezielte Aussage wahrgenommen: Der Mensch ist mittlerweile auf vielen Ebenen Herr über diesen Planeten geworden, aber auch das ist artifiziell und somit vergänglich, auch der Zeit untergeordnet, auch dazu bestimmt irgendwann vom Lauf der Dinge zermalmt zu werden. Trügerische Sicherheit somit.

    Folgendes Problem gilt bei Tamino (weswegen ich auch sicher bin, dass er nie nen Lynch-Film oder ähnliches mögen wird): Geschichten-Fixiertheit. Mir geht es hier nicht um die Verlustgeschichte der Familie und ich bin froh dass Malick den vorliegenden Weg gewählt hat um dieses bestimmte Gefühl zu erzeugen. Inhaltlich ist alles so vage gehalten, dass es symbolisch funktionieren kann (namenlose Eltern und ein Sohn, der zwischen den zwei Lebenswegen hadert für die sie stehen). Zu viel Geschichte würde zu viel Interpretationsraum nehmen und Malick will das eben assoziativ und symbolisch erzählen. Die Familie ist aus klassisch-erzählerischer Sicht extrem stereotyp und in ihrer (im zeitlichen Kontext) Normalität geradezu überstilisiert. Durch die klaren Eigenschaften aber wenig vorhandenen Charakterzüge verbleiben sie dennoch gewollt skizzenhaft.

    Was klar ist: TTOL ist ein Film, der sich auf Anhieb nicht vollkommen erschließt. Ich mochte ihn beim ersten Mal zwar schon extrem gern, hab ihn jetzt aber erst vollkommen begriffen (soweit das möglich ist). Will sagen: er hat jetzt erst den Nerv getroffen, den er ansprechen muss um zu wirken:

    Ich mache mir relativ oft Gedanken über das Leben in genau dem Gesamt-universellen Kontext in dem Malick es hier beschreibt. Bzw. bin ich immer wieder fasziniert von der unvorstellbaren Größe des Universums, sowohl aus einer wissenschaftlichen Sicht (aus der mich auch “das Wunder des Lebens” in rein biochemischer Betrachtung sehr fasziniert) als auch aus einer leicht spirituellen Sicht und dem Gefühl einem größeren Ganzen untergeordnet zu sein. Allerdings nicht in einem religiös-göttlichen (kirchlichen) Sinne, mehr in einem – vielleicht mit Menschenverstand nie endgültig beschreibbaren – wissenschaftlichen bis allgemeiner spirituellen Sinne. Offiziell basiert aus wissenschaftlicher Sicht natürlich alles was uns jetzt umgibt nur auf reinem Zufall. Aber ich denke dem Menschen wohnt dieses gewisse Etwas inne, was über Verkettungen von Molekülen hinausgeht. Das ist wahrscheinlich ein Gedankenfundament auf dem TTOL perfekt aufbauen kann. Weil er sich mit dem Gefühl deckt, dass diese Gedankengänge hervorrufen und das hilft. Stellt Hannes ja auch sehr richtig fest, dass ein guter Erzählfilm eigentlich unabhängig der Thematik jeden packen kann, ein Film wie TTOL ganz sicher nicht!

    Die Essenz dessen was Malick uns als Fazit mitgeben will ist vielleicht, für sich seinen Weg zu finden, das Leben und das eigene Sein im großen Ganzen einzuordnen und dabei die Waage in der Wichtigkeit seiner Selbstwahrnehmung zu finden.

    Weiter mit euren Themen:
    Warum wählt die Rückblende genau den Lebensabschnitt? Es war zum einen ein zentraler Moment der Persönlichkeitsbildung von Jack. Die Epoche in der er sich vom hoffenden Jungen, der immer hin und her gerissen zwischen Mutterliebe und väterlichem Druck auf Anerkennung und Nähe wartete zum frustrierten, bitteren Menschen entwickelt hat. Außerdem ist der tag de Rückblende der Todestag des Bruders (Kerze!) und im gezeigten Abschnitt wird sehr genau auf die Beziehung zu seinem Bruder eingegangen und angedeutet wie ihr Verhältnis („I trust you“) und der aufkommende Neid von Seiten Jacks sich entwickelten. Rückwirkend wirkt es fast so, als ob Jack damit zu kämpfen hat, dass der inniger geliebte Bruder verstorben ist und er noch da? Reine Hypothese meinerseits..

    Viel Voice-over ist natürlich vorhanden. Aber wie Christian schon sagt, dass formt die Emotion. Allerdings nicht nur, die Schauspieler vermitteln sie trotz absoluter Wortkargheit auch großartig über Mimik und Körpersprache. Ist einfach kein Erzählfilm sondern ein (fast) reiner Fühlfilm. Tamino sagt es ja sogar: Es geht um den emotionalen Zustand nicht um einen klassischen Plot und auch nicht um klassische Figuren und ihre Eigenschaften.

    Thema Pretentiousness: Wenn das Gefühl des Films ankommt, dann hat TTOL kaum in Worte zu fassende (man merkt ja wie wortkarg ich hier auftrete :D), unglaubliche Tiefe. Wenn nicht, kann ich mir durchaus vorstellen ihn als peinlich, oder langatmiges Esoterik-Geschwurbel zu empfinden.

    Zum Ende: Der Payoff ist natürlich, wenn man es als normale Geschichte in klassischem Rahmen erfasst, absoluter Mist. Unter der übergeordneten Thematik – Sinn im Leben / Tod / Universelle Größe / Bedeutsamkeit – ist er genial. Die kurzen Momente mit Penn reichen um ihn als zerrissenen Charakter zu zeichnen. Zerrissen schon sein ganzes Leben – immer zwischen den zwei Lebenswegen der Eltern gefangen, die Nähe und wärme des einen Weges brauchen, aber den Anforderungen des anderen Entsprechen wollen. In der Schlusssequenz zeigt Malick uns einen Moment absoluter Klarheit: Erlösung und Vergebung nicht im direkten Sinne (z.B. auf die ganzen anwesenden Menschen bezogen), sondern die Entlassung eines zerrissenen Menschen in die Freiheit. Da fällt mir jetzt die passende Formulierung wirklich schwer. Durch ein kurzes Verständnis der größeren Zusammenhänge, vor allem der eigenen Rolle im großen Ganzen gelingt es ihm frei zu werden. Den eigenen Lebensweg zu finden, den Bruder gehen zu lassen, sich mit dem Vater zu versöhnen.

    Meisterwerk und seit gestern ganz klar ein Lieblingsfilm von mir!
    So und nun hab ich mir wahrscheinlich endgültig Gästebuch-verbot erschrieben :D Wer soll das alles lesen?

    Greets, jacker

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Wie oft hast du den Film denn nun gesehen, um zu dem Fazit Lieblingsfilm zu kommen? :D

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Nur 2 mal. Mochte ihn beim ersten Mal schon sehr, aber bei der Wiederholungssichtung hat es sowas von Klick gemacht. Das wird nicht lange dauern, bis er das dritte Mal in den Player kommt :)
        Any other thoughts?
        Bin Diskussionsfreudig ;)

  • cule0809

    Ich fand den Film ganz gut. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mich etwas “betrogen” fühlte am Ende. Denn ich muss Tamino mit dem Ende zustimmen, dass es etwas unverdient ist. Finde es auch schade, dass man Sean Penn, wenn man ihn schon hat, kaum sieht.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Film ganz klar sich für die Religion ausspricht. Allein das Ende und überhaupt. Am Anfang, glaube war sogar das erste Zitat, wird Hiop zitiert. Weis nicht, ob ihr diese Geschichte kennt. Allein die verschiedenen Aussagen (“die Nonnen haben uns zwei Wege durch Leben gelehrt, den der Natur und den Weg der Gnade. Du musst dir einen Weg aussuchen” und “die Gnade versucht nicht sich selbst zu gefallen. Sie akzeptiert, gekränkt, vergessen und verachtet zu werden. Sie akzeptiert Beleidigungen und Verletzungen.” und “die Natur will sich nur selbst gefallen. Zwingt andere, ihr zu gefallen. Sie will sich zum Herrn über andere machen. sie findet Gründe, unglücklich zu sein, während die Welt um sie herum erstrahlt.” (Zitate habe ich kopiert) sind eindeutig davon inspiriert. Die Geschichte von Hiop ist die, dass er trotz mehrere Schicksalsschläge, die vom Satan aus kamen, Gott treu blieb. Die Schicksalsschläge in Hiop (in Klammern die Ereignisse im Film) waren Armut (der Vater verliert seinen Job), Verlust der 10 Kinder (einige Kinder der Familie sterben auch) und ein Geschwür vom Kopf bis zum Fuß (im Film sieht man ein Kind, was auch wahrscheinlich ein Geschwür hat). Am Ende verteidigt Hiop weiterhin seinen Glauben (der Glaube ist hier der Weg der Gnade) und lies sich nicht beirren.

    Aber Tree of Life vermischt eben Religion und Evolution sehr stark. So sieht man zum Beispiel bei der Geburt eine Szene, wo Wasser durch eine Tür kommt. Am Ende sieht man Sean Penn wie er durch eine Tür geht in ein eher trockenes Gebiet. Daher vermute ich, dass hier Sean Penn´s Charakter gestorben ist (ok sollte klar sein sogar denke ich).

    Johnny wird geboren, tritt durch eine Tür wo das Wasser dahinter wartet = Leben
    Johnny geht durch eine Tür wo die Trockenheit auf ihn wartet = Tod.

    Genau wegen dieser Details gefällt mir der Film ganz gut, ist allerdings für mich es auch nicht Wert ein zweites mal zu sehen, wenn nur mit Freunden oder so. Dafür fühlte ich mich dann doch zu sehr missioniert. Ich mag es nicht wenn man versucht mich zu bekehren bzw. wenn ich dieses Gefühl bekomme. Durch die tollen Bilder, den Soundtrack und auch der einen oder anderen tollen Interpretationsmöglichkeit gebe ich dem Film eine 7/10. Ansonsten kann ich euch verstehen. In vielen Punkten muss ich euch ja auch zustimmen.

    Finde man kann den Film am ehesten mit 2001 vergleichen.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Interessant, dass du die religiösen Bezüge so stark machst. Ich hab da bei der Sichtung auch nicht so intensiv drauf geachtet, aber das wäre schon ein Grund für einen zweiten Durchlauf.

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Und ich finde interessant, dass man sie scheinbar so extrem und eben auch so anders empfinden kann. Obwohl ich auch definitiv Religions-(im Sinne von Kirchen-)Kritiker bin hat Malick durch diese starke Kontrastierung mit Natur, Entstehung des Lebens, etc. bei mir ein viel allgemeineres Gefühl erzeugt..

        • SecondUnitTamino

          Es wurde natürlich schon beides gegenübergestellt, aber der Film endet doch ganz klar auf dieser friedlichen, vergebenden Note, was halt total an die christlichen Werte erinnert. Hat mich daher definitiv noch mehr rausgeworfen sofern das noch möglich war ;-)

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Ich meine nach wie vor, dass Malick einem die Wahl lässt. Ich verstehe es wirklich so, dass er (Sean penn) mit der Welt ins reine kommt. Einen Moment lang Klarheit erlangt warum er da ist, warum er alles so erlebt hat wie es war, warum sein Bruder sterben musste, warum sein Vater so ist wie er ist, warum er selbst so ist wie er ist.. einen kurzen Moment versteht er das Leben. Und hat danach endlich zu sich gefunden, das hat nichts mit Gott zu tun, sondern deutet eine Balance in der Mitte an.
            Auch wenn man die Symbolik der Brücke am Ende betrachtet. Zentrales Thema ist ja auch das Wasser, was immer wieder im Film als Quelle des Lebens gezeigt wird. Die Brücke steht für mich für die Zeit extreme – Rationalismus und Glauben – und das Leben (= das Wasser) liegt in der Mitte dazwischen.

      • cule0809

        Na eure Interpretationen fand ich ja auch wieder interessant. Ich kann halt nicht verstehen, wie man da keinen starken Bezug auf Religion finden kann bzw. man sich nicht bekehrt fühlt. Für mich sind die Anzeichen und Botschaften sehr klar. Aber es ist wohl so wie es der gute jacker meinte, jeder bekommt bei dem Film ein anderes Gefühl. Ich fühlte mich zum Beispiel sehr beruhigend, Tamino wurde aggressiv…ok das hat vielleicht auch andere Gründe :D

  • Robert

    Oh ich glaube der Film ist nichts für mich :D
    Aber gute Diskussion!
    Ich werd mir jetzt anlässlich des heutigen 50. Todestag von Kennedy erstmal JFK – Tator Dallas ansehen.

    • Nostery

      Bei mir wird es ein Präsidentenwochenende. Erst JFK, dann Nixon, dann W. #OliverStone

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Den haben wir hier auch noch herumliegen. Den habt ihr uns irgendwann mal zugeschickt ;-)