Second Unit #85 (Gravity)

Diese Woche holen wir nach, was ihr schon seit Wochen von uns haben wollt: Eine Besprechung zu Gravity (Amazon-Link*). Der Hype war im Vorfeld und seit dem Start schon fast unerträglich groß. Doch wird der Film allen Lobeshymnen gerecht? 

Obwohl wir beide wahrscheinlich die letzten beiden Menschen auf diesem Planeten sind, die Gravity vorher nicht gesehen haben, halten wir den Anfang der Sendung Spoiler-frei. Erst ab 56:06 geht es ans Eingemachte. Bis dahin kann uns jeder und jede zuhören.

Natürlich bedanken wir uns zu Beginn wieder für eure Flattr-Spenden und verweisen noch einmal auf die aktuelle Abstimmung zum Hörervorschlag. Hier könnt ihr immer noch abstimmen.

Da wir den Film spät in der Nacht schauten, haben wir mal wieder einen Energy-Drink ausgepackt. Wir trinken Red Bull in der Zero Gravity Calorie-Edition.

[YouTube Direktlink]

Regie und eine Hälfte des Drehbuchs übernimmt Alfonso Cuarón. Die andere Drehbuchhälfte stammt von seinem Sohn Jonás. Bei diesem Film sei auch der Kamera-Mann Emmanuel Lubezki erwähnt. Der Main-Cast ist unglaublich klein. Sandra Bullock als Ryan Stone und George Clooney als Matt Kowalski sind eigentlich schon alle Hauptfiguren. Ed Harris ist als als Mission Control im englischen Original zu hören.

Wir diskutieren zu Beginn eher Aspekte wie die Inszenierung und Qualität von Drehbuch und Dialogen. Dabei halten wir mit der Kritik auch nicht zurück. Erst im Spoiler-Part greifen wir dann auch konkrete Probleme heraus. Natürlich besprechen wir auch mal wieder das leidige 3D-Thema, obwohl wir den Film in der 2D-Version gesehen haben. Zum Schluss geht es noch einmal um das Herumrühren in Emotionen im klassischen Hollywood-Prinzip.

Nächste Woche holen wir uns mal wieder einen Gast ins Haus. In der Sendung zu A Tale of Two Sisters haben wir uns mit Hannes zur Sichtung von Tree of Life (Amazon-Link*) verabredet.

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[Download | Länge: 1:53:14 | Größe: 52,1 MB| @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: by NASA]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • Christopher Meyden

    Zu dem neune Harry Potter Film: Der Film soll auf dem Buch “Magische Wesen und wo sie zu finden sind” basieren, was in der Harry Potter Welt ein Lehrbuch ist. Der Film spielt in den 70er Jahren und soll die erste Terrorherrschaft von Lord Voldemort thematisieren.

    Zu Gravity: Hier http://www.theverge.com/2013/9/24/4767330/alfonso-cuaron-and-the-long-road-to-gravity ist ein guter Artikel zu der Enstehungsgeschichte von Gravitiy, die ein wenig die Technik erklärt, was nicht so uninteressant ist, und auch die Vater-Sohn-Beziehung der Curaóns

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für den Link!

  • die_krabbe

    Schöne Diskussion. Ich kann die vielen negativen Punkte gut verstehen, nur haben die bei mir ausnahmsweise ein ziemlich geringes Gewicht. Normalerweise kann ich mit so flachen Filmen auch nicht viel anfangen, aber Gravity war tatsächlich erstmalig Spektakelkino, bei dem mir das Spektakel reichte, um mich gut zu unterhalten.

    Ein paar Punkte, die ihr nicht besprochen habt (sowie meine ausführliche Meinung zum Film) könnt ihr bei Interesse hier nachlesen.

    http://hirnrekorder.de/2013/11/gravity/

  • Christian

    Ihr dreht und wendet Euch im Podcast so lange hin und her im Versuchen, zu erklären, wie Gravity hätte sein müssen, dass Ihr den Gedanken nicht einmal in Erwägung zieht, dass der Film so wie er ist, richtig ist. Manchmal sind offensichtliche Schwächen beim zweiten Hinsehen gar keine, weil sie für den Film wichtig sind, so wie sie sind.

    Habe (leider) manchmal das Gefühl, dass Ihr Euch zur Kritik verpflichtet fühlt. Wird beispielsweise immer dann deutlich, wenn Ihr anfangt Filme mit anderen Filmen zu vergleichen (Hier z. B. die Vergleiche zu Prometheus etc.) und nicht merkt, dass Ihr da gerade über Äpfel und Birnen redet. Das ist schade. Der von die_krabbe verlinkte Artikel bringt die Stärken und Schwächen des Films ganz gut auf den Punkt, ohne sich in Vergleichen zu verlieren.

    Gravity ist kein Meisterwerk. Gravity ist aber (fernab von persönlichen Vorlieben) ein sehr guter Kinofilm, der seine Stärken gerade dort findet, wo er den Vergleich zu anderen gegenwärtigen Kinofilmen erst gar nicht sucht, beziehungsweise bewusst andere Wege geht. Das Tamino der Mitte zwischen echtem Drama und “Armageddon” nahezu keine Daseinsberechtigung einräumt, kann einem ja fast schon leid tun. :-)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Im Nachhinein tut es mir etwas leid, dass wir die Stärken vielleicht so schnell abgehandelt haben und somit die Kritik etwas unausgeglichen ist.

      Aber dass wir nur des Kritisierenwollen kritisieren, kann ich nicht auf mir sitzen lassen :P
      In anderen Episoden (Before Filme, Eternal Sunshine, Cloud Atlas zB) geht es ja ganz anders her.

      Es ist immer eine Gradwanderung, einen Film für das zu nehmen, was er ist und nicht in Traumwelten von imaginären eigenen Umsetzungen abzudriften. Da gebe ich dir Recht. Aber ich kann nicht hinnehmen, dass dieses schwache Drehbuch mit zu vielen Zufällen am Rande der Unglaubwürdigkeit damit berechtigt ist, weil man es so wollte. Das ist doch kein Argument. Dann müsste man The Room als dramaturgisches Meisterwerk bezeichnen!

      Und wo hinkt der Vergleich zu Prometheus? Beide Filme haben unglaubwürdige Protagonisten und besitzen ihre Stärken in der visuellen Umsetzung. Und beide scheitern an vermeidbaren Fehlern im Drehbuch.

      • Christian

        Habe an und an ein wenig den Eindruck, dass Ihr Euch da beim Podcasten manchmal in einen kleinen Rausch (vielleicht liegt es an den Energie-Drinks *zwinker) steigert, und aufgrund von subjektiven Empfindungen Filme schlechter oder besser darstellt als sie tatsächlich sind. Objektiv ist das nicht. Müsst Ihr ja auch gar nicht sein.

        Wenn aber Tamino zum Beispiel am Ende des Podcast sagt, dass der Film besser gewesen wäre, wenn er lange Einleitungen (Cape Canaveral) und ewige Erzählungen gehabt hätte, dann ist das im Hinblick auf Gravity einfach nur falsch.

        • SecondUnitTamino

          1. Tja, dann müssen wir uns in Zukunft wohl mehr der Objektivität unterwerfen (die die allgemeine Meinung zum Film ist oder das Rating auf ImDB oder das Konzept des Regisseurs?). Ich bin immer wieder erstaunt über solche Aussagen. Ist es nicht deutlich wertvoller für einen selbst, wenn man ANDERE Meinungen zu einem FIlm bekommt als die übliche, die man in jedem Forum in hundertfacher Ausführung bekommt? Als wir z. B. RAIDERS OF THE LOST ARC geschaut haben, hatten wir ganz klar die “objektive” Meinung und hier eben nicht. Ist das nicht gerade ein wichtiges Motiv, einen Podcast zu hören? Um andere Meinungen als die eigene kennenzulernen? Du findest doch sicher auch zig Filme furchtbar, die allgemein als großartig gelten. Wo ist das Problem? Du wirst hier immer unsere ehrliche Meinung zu jedem Film bekommen, ob sie vernichtend oder über den grünen Klee lobend ist. Wenn man sich darüber beschweren will, naja.

          2. Joa, ich denke, meine Aussage ist genauso “einfach nur falsch” wie deine, hey, eine produktive Diskussion! Wenn ich sage, dass für mich Drama nicht funktioniert, wenn ich Charaktere im Film 5 Minuten sehe und dann sofort die Katastrophe einsetzt, dann ist das meine begründete und einfach wahrheitsgemäße Meinung. Ich finde so ein Drama “einfach nur schlecht”. Es ist mir sowas von scheißegal, ob das vom Drehbuchautor/Regisseur so beabsichtigt war oder nicht, ich finde es halt mies. Wieso kann ich bewusste Entscheidungen nicht genauso kritisieren wie sonstige filmische Mängel, wenn ich sie für genauso schwach halte?

          3. Und der Oberlacher ist ja wohl dein Vergleich von 300 und PROMETHEUS. GRAVITY und PROMETHUES zu vergleichen ist also Äpfel und Birnen, aber der Vergleich zu 300 drängt sich natürlich geradezu auf. OK Sir, ich gebe mich geschlagen, wir haben’s einfach versemmelt.

          Also nochmal im Ernst, wenn du hier diskutieren willst, dann solltest du wirklich ein wenig besser erklären, was du mit deinen Aussagen meinst und vor allem wie du sie begründest. Wir haben eine 90-minütige Sendung mit allerhand konkreten Punkten abgeliefert und deine Antworten dadrauf sind: “das ist einfach nur falsch” und “der Vergleich ist dumm” (weil wir anscheinend eher 300 als Beispiel hätten verwenden sollen).

          Ich verstehe natürlich, dass man sich herausgefordert fühlt, wenn man in einem Podcast die völlig gegensätzliche Meinung zur eigenen hört, aber das ist doch eben so produktiv und nach einer produktiven Diskussion suchen wir doch alle oder nicht? Erkläre mir, wie du meine Aussagen entkräften willst, gib mir Argumente und schreibe nicht einfach Sachen “das ist einfach nur falsch” oder “das ist vom Autor so beabsichtigt”. Solche Aussagen nützen keinem etwas.

          • Christian

            Zu 1. Hey, Gegenwind gehört da aber auch dazu. Ich hatte beim Hören den Eindruck, dass Ihr gar nicht richtig nachvollzogen habt, was Gravity für ein Film sein will. Andernfalls kann ich einfach nicht nachvollziehen, warum sich Eure Kritik gerade auf jene Punkte konzentriert hat, die Ihr im Podcast angesprochen habt.

            Zu 2. Hier ist der Trugschluss. Gravity ist in erster Linie kein Drama. Es ist ein an den Nerven zerrendes Spektakelkino mit kleiner metaphorischer Komponente.

            Zu 3. Danke für die Bestätigung. Ich hab das ja als Beispiel genommen um zu zeigen wie dumm Vergleiche sein können, nur weil es bei zwei Filmen Schnittpunkte gibt.

          • Stefan

            Ohne jetzt die genaue Diskussion nachvollziehen zu können, fällt mir ein ganz treffliches Beispiel ein.
            Man ist auf einer Partie und kennt niemanden. Deshalb sitzt man in der Ecke, isoliert sich und hat keinen Spaß.
            Oder ich bin offen, gehe auf Menschen zu und habe eine wundervolle Zeit.
            So ist es auch mit Filmen, wenn man das bockige Kind sein will, das nicht mit den anderen Spiele möchte, sich also nicht auf Filme einlässt und voller Vorurteile in seiner eigene Aversion aufgeht, wird man niemals Freude daran finden.
            Wenn man direkt mit der grumpy old douchebag Attitüde rangeht, dann wirds nie was.
            Positiv denken, Chancen geben, it’s that simple :-)

          • MountainStar

            Na das auf Second Unit lässt sich das sicher nicht ummünzen. Die beiden wagen ja öfters mal was Neues.
            Ich glaube das Problem bei Gravity war ein Anderes: den Film zu spät gesehen, davor zu viele Lobeshymnen etc. gehört. Wären beide in dem Film gesessen ohne vorher auch nur das Geringste darüber zu wissen, wären sie glaube ich wesentlich begeisterter herausgekommen. Bei Tamino hatte ich ein bisschen das Gefühl er muss den Film jetzt schlecht finden, weil ihn vorher alle Welt schon soooo toll fand. Geht mir auch ab und an so.

          • SecondUnitTamino

            Ich finde wirklich nichts schlecht, nur weil es andere gut finden. Ich finde manche Filme schlecht, weil ich sie schlecht finde – und aus keinem anderen Grund! Im Übrigen fand ich GRAVITY immer noch ganz ok, wie ich auch mehrmals in der Sendung betont habe. Wir reden hier halt nur eher über meine Kritik, da man sich über die Stärken des Films wohl recht einig ist.

          • MountainStar

            Ich glaube das ist auch eher eine unterbewusste Sache!

          • SecondUnitTamino

            “unterbewusste Sache”. Ich kann nur sagen: ich glaube nicht, dass das so ist :-) Ich bin einfach nicht der Typ Mensch, der so tickt. Mir ist es ehrlich gesagt immer ziemlich egal, was irgendjemand von irgendetwas denkt. Ich schaue mir halt den Film an und bilde mir meine Meinung. Natürlich kann ich mein Unterbewusstsein nicht perfekt verstehen, aber ich traue mir einfach zu, unvoreingenommen meine Meinung zu bilden. Ich bin auch der Meinung, dass die Tatsache, dass ich jeden einzelnen meiner Kritikpunkte exakt begründen kann, eher dafür spricht, dass ich mir dessen bewusst bin, was ich da sehe und warum es mir gefällt oder nicht.

          • Christian

            Tamino, einige deiner “exakten Begründungen” sind vielleicht gar nicht so exakt begründet, sondern stellenweise auch einfach nur im subjektiven Empfinden begründet. Da merkst Du vielleicht gar nicht selbst, dass Du da Opfer Deiner eigenen Vorurteile bist.

            Es gibt schon einen Grad zwischen “Ich finde diesen Film scheiße, weil er so schlecht ist” und “ich mag den Film jetzt nicht so besonders, kann ihn aber trotzdem wertschätzen”. Und diese, nennen wir es Engstirnigkeit, spiegelt sich dann auch im Podcast wieder. Nichts anderes habe ich in meinem ersten Kommentar angesprochen. Da stimmt das Maß einfach manchmal nicht.

            In diesem Zusammenhang könnten wir jetzt noch stundenlang diskutieren, kommen da aber wahrscheinlich eh nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

            Vielleicht noch eine Sache: Ich vermute es hat im Fall Gravity auch wirklich eine Rolle gespielt, dass Ihr den Film nicht in 3D und Co. gesehen habt. Das Hörbuch von “House of Leaves” ist auch etwas völlig anderes als die gebundene Ausgabe – und ja, auch hier ist wichtig, was sich der Autor bei der Art und Weise gedacht hat, wie sein Werk aufgenommen werden soll.

          • SecondUnitTamino

            Da sind wir wieder bei der leidigen subjektiv-objektiv-Diskussion :-) Ich bin einfach nur der Meinung, meine subjektiven Einstellungen zu dem Film gut begründet zu haben. Ich will ja meine Meinung nicht in Stein meißeln lassen und vor jedem Kino ausstellen oder als einzig mögliche hinstellen. Der einzige, der hier andere Meinungen nicht so stehen lasen will, bist du. Nochmal: Ich habe einfach nur meine Kritikpunkte dem Film gegenüber vorgebracht, die ihn für mich zu einem MITTELMÄßIGEN Film machen. Warum man das als Fan des Films nicht einfach zur Kenntnis nehmen kann, auch wenn man selber eine andere Meinung hat, verstehe ich nicht und finde ich unfair. Schließlich wird mir hier dauernd vorgeworfen, ich sei nur zu dumm oder voreingenommen, um die vielen komplizierten Ebenen des Films zu verstehen oder whatever. Ich mag ihn nicht sonderlich und kann alle meine Ansichten begründen, wo ist das Problem? Hört mal auf mit diesem paternalistischen Bullshit, dass GRAVITY an sich gut sei und dass jeder, der das anders sieht, keine Ahnung hat oder nur zu engstirnig ist. Die Möglichkeit, dass es Leute wie mich gibt, die sich einfach ehrlich an sehr viele Entscheidungen des Films stören, ist wohl von vornherein absolut ausgeschlossen, was? Hör dir doch einfach an, was ich zu sagen habe und nimm es zur Kenntnis. Ich kann dir versichern, dass ich mein Bestes tue, um meine Ansichten deutlich zu machen. Ich lasse mir aber einfach nicht vorwerfen, dass ich zu dumm sei, um einen relativ inhaltsleeren Film wie GRAVITY zu verstehen, denn ich weiß, dass ich jemand bin, der weitaus mehr über die Filme nachdenkt die er schaut als Otto-Normal-Kinobesucher, sowohl beim Anschauen als auch danach.

            Dass ich hier von Vorurteilen geleitet sei, ist einfach nur Unsinn. Was meinst du damit überhaupt? Dass ich mir den Film anschaue und von Minute 1 an denke: “doof, doof, doof…” oder was? Ich habe mir den Film angesehen und DANACH mein Urteil abgegeben, nix mit VORurteil. Der einzige, der hier “engstirnig” ist, bist du, da du eine Kritik am Film anscheinend schon als formal unzulässig erklärst, da der Film ja alle seine Unzulänglichkeiten geplant habe und sie daher nicht kritisiert werden dürften.

            Und nochmal ein für alle Mal: Wer hier allen Ernstes glaubt, man könne die unglaublich tiefe Message von GRAVITY nur in 3D völlig erfahren, der versteht doch selber nicht, was er da für einen Film lobt. Meine Güte, es ist für jedweden Inhalt des Films doch so VOLLKOMMEN scheißegal, ob wir jetzt seine Action in 3D erleben oder nicht, es ist ein REIN OPTISCHES Gimmick (für mich wie gesagt nicht mal ein Stilmittel), es hat nichts mit irgendeiner Form von Inhalt zu tun. “Oh, nein, nur in 3D erfahren wir erst wirklich, wie es ist, im Weltall zu schweben etc.” Das ist doch völliger Quark. Nur weil halt inzwischen Leute wie Jackson oder Cuaron sagen (oder sagen müssen, wegen Geldmacherei der Produzenten), dass man ihre Filme ohne 3 “nicht wirklich aufnehmen” könnte, muss man solche dümmlichen Aussagen doch nicht gleich übernehmen. Beim Hobbit haben auch alle zurecht auf Jackson eingeprügelt für diesen ganzen unnötigen Schnick-Schnack, den er zum Film dazugemschissen hat, aber bei GRAVITY ist das natürlich alles super wichtig und Teil des Konzeptes. Ich seh’s einfach nicht, weil es nicht da ist. GRAVITY ist nen stumpfer Actionfilm mit peinlichen Dramaelementen, der zwar unterhält, aber um Gottes Willen doch kein 3D für sein KONZEPT, was auch immer das sein soll, benötigt. Wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, dass 3D hier in irgendeiner Form für den Inhalt des Films wichtig ist, ist sowas von beyond me. Die meisten GRAVITY Fans scheinen doch selber zu sagen, dass es sich beim Film in erster Linie um einen Blockbuster handelt und den soll ich nicht völlig aufnehmen können, weil das 3D gefehlt hat? Das ist für mich übrigens die einzige Meinung zum Film, die ich so über alle Maßen dämlich finde, dass ich sie nicht so hinnehmen kann und daher auch als meinetwegen “objektiv” falsch bezeichne. Beim Schauspiel, beim Drama oder beim Plot bin ich gerne bereit, andere Meinungen als zu der meinen völlig gleichberechtigt anzusehen, aber diese “ohne 3D kann man den Film nicht völlig verinnerlichen”-Meinung ist einfach nur ausgemachter Unsinn. Das ist eine Aussage wie: “Diesen Film kann man NUR im Kino gucken, aber du hast ihn im TV gesehen.” Manche Filme passen in ihrer Machart einfach besser ins Kino, aber NIEMALS kann das ein ausschlaggebendes Element bei der endgültigen Bewertung eines Films sein.

            Ich fand die Diskussion hier allerdings auf jeden Fall interessant, weil mir von allein nie in den Sinn gekommen wäre, was man alles in GRAVITY sehen kann, wenn man es denn will. Ich fänd’s halt nur nett, wenn meine begründete Kritik am Film auch als andere Meinung akzeptiert würde, ohne sie als per se unsinng oder von Vorurteilen (paradoxerweise eben obwohl ich den Film schon gesehen habe) durchzogen ansieht.

            PS: Ich find’s übrigens cool, dass du auch Christian heißt, da fühlt man sich gleich zu Hause beim Streiten ;-)

          • cule0809

            Beim 3D-Effekt ist das so eine Sache. Das Kinoerlebnis ist in Gravitiy deutlich besser gewesen und der Film wirkte für mich auch dadurch besser. Um es anders zu sagen, ich habe hier ausnahmsweise gern mehr Geld ausgegeben. Liegt aber auch daran, dass man da leichter über die Schwächen hinweg sehen konnte. Aber ja, ein Film sollte nicht nur aus guter Technik ect. bestehen. Denn was bringt mir denn dann der Film auf Dauer? Ich kann ihn nun mal nicht ständig im Kino sehen und nachhaltig hat mich der Film jetzt auch nicht geprägt oder so. Wenn es den Film nicht gäbe, würde ich ihn auch nicht vermissen und er ist für die Technik relevant, aber nicht für den Film selbst. Ich glaube nicht, dass man in 10 Jahren über Gravitiy sprechen wird und dies liegt klar am Inhalt. Den Film versteht man wirklich auch ohne 3-D. Mir wurde es aber dafür schwindelig und weis nun, dass ich kein Astronaut sein will :D

            Die Dramadiskussion sollte man vielleicht auch nur dann führen, wenn hier klar gesagt wird was man unter einem Drama versteht. Denn Tamino und Christian (Second_Unit) sind schon richtig in der Annahme, wenn sie sagen es gäbe im Film viel Drama und die Geschichte selbst ist ein Drama. Klar geht es in erster Linie um die Katastrophe und den Zustand währenddessen, aber die Geschichte die sich eben drumherum spinnt ist selbst ein Drama, wenn auch kein gutes.

          • MountainStar

            Sorry, aber selbst wenn du mit deiner 3D-These hier recht hast (was ich für wahrscheinlich halte) kann ich sie von dir nicht für voll nehmen – einfach weil du den Film nicht in 3D gesehen hast. Und ja anscheinend erst einmal in deinem Leben einen Film in 3D gesehen hast. Das ist keine ausreichende Grundlage um diese Technik, bzw. im speziellen die Wirkungsweise dieser Technik in Gravity beurteilen zu können.

          • cule0809

            Aber er liegt damit richtig und dazu muss man auch keinen 3D-Film gucken, es liegt auf der Hand.

          • SecondUnitTamino

            Prinzipiell hast du natürlich Recht, dass man so starke Thesen nicht ohne ausreichende Erfahrung bringen sollte, aber ich bin hier ausnahmsweise der Meinung, dass man einfach mit gesundem Menschenverstand erkennen kann, dass 3D niemals eine notwendige Technik zur Unterstützung des Inhalts eines Films sein kann. Ich habe z. B. auch noch keinen Film während einer Achterbahnfahrt gesehen und bin mir dennoch absolut sicher, dass diese Erfahrung keinen Film besser oder schlechter machen würde. Klingt vielleicht nach einem bescheuerten Beispiel, aber für mich ist das wirklich ungefähr das gleiche mit 3D. Es wird etwas von außen auf den Film gestülpt, was im Grunde mit dem Film selbst nichts zu tun hat. Genauso kann mir niemand erzählen, dass das Bildformat eines Films für seine Rezeption relevant ist. Das hatten wir – glaube ich – auch in der Sendung angesprochen.

          • cule0809

            Ne vielleicht hat er nur unterbewusst einen anderen Geschmack oder gibt sich nicht so leicht zufrieden, was ja auch ok ist. Lieber so als jeden Rotz (was Gravitiy ja nun auch nicht ist, was Tamino aber auch oft genug nun erzählte) gut finden.

          • SecondUnitTamino

            Tja, aber wenn alle Leute auf der Party sich nach einigen Gesprächen als ziemlich öde herausstellen, dann geht man halt lieber ;-)

            Wieso denken alle immer, ich würde gewisse Filme schlecht finden WOLLEN? Ich hab den Film doch gesehen und habe jetzt meine Meinung dazu. Ich brauch halt ein bisschen mehr als nett aussehende Action, die man nach dem Anschauen sofort wieder vergessen hat.

          • Stefan

            Vielleicht, weil einfach der Eindruck ensteht, dass du fast alle aktuellen Filme, die hochgelobt werden, durch die Bank kacke findest? Und die Begründung manchmal einfach etwas rätselhaft erscheint, so als würde man einfach nur Fehler suchen, um die eigene Negativhaltung zu rechtfertigen?

          • SecondUnitTamino

            Was habe ich denn davon, etwas schlecht gefunden zu haben? Dass ich dann der alleinige Held bin, der sich traut, gegen den Strom zu schwimmen. Dann sollte ich mal lieber Star Wars und Indiana Jones hassen, da könnte ich mein Märtyrerdasein doch viel besser ausleben. Wenn man glaubt, ich würde so ticken, warum schaltet man dann hier ein?

            “die hochgelobt werden”. Wenn man sich statt Argumenten lieber der Meinung einer anonymen, nicht im geringsten definierten Masse bedient, dann brauchen wir nicht weiter diskutieren. Ich diskutiere immer mit einer begründeten Meinung, die ich versuche, bestmöglich zu erläutern. Ich sehe da kein Problem. Wenn man lieber die übliche Standardmeinung aus der TV-Movie hören will, soll man mir nicht zuhören. Ich bin anspruchsvoll und man kann mir einfach nicht jeden Scheiß vorsetzen. INTO DARKNESS war einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe und es ist mir einfach sowas von scheißegal, wenn der noch so vielen Leuten gefällt, die nicht über das nachdenken, was sie da gerade auf dem Bildschirm sehen.

          • Stefan

            Wie gesagt, ein anderer Eindruck hat sich in letzter Zeit sehr stark aufgedrängt. Ich hab die Folge noch nicht gehört, aber wenn ich die in der Sendung vorgebrachten Vorschläge aus den Kommentaren, wie der Film denn besser gewesen wäre, lese, muss ich doch sagen, dass das extrem haarsträubend ist. Letztendlich ist das wieder das individuelle Geschmacksurteil, das vielleicht etwas zu stark durch die Überhöhung der eigenen Meinung als allgemeingültig angesehen wird. Vielleicht ist die Bewertung von Filmen mit pseudoobjektiven Wertungen auch einfach etwas, das den Filmkonsum nachhaltig schädigt und einen überkritisch und pingelig werden lässt.
            Aber da du diesen Argumentationsgang nicht mitgehst, brauchen wir diese Diskussion auch nicht führen.
            Ich finde es einfach schade und ähnlich wie bei den Disneyfilmen, wo du kategorisch eine ablehnende Haltung einnimmst, ist es für mich nicht nachvollziehbar.
            Gravity ist in vielen Punkten ein modernes Meisterwerk und völlig konsquent inszeniert. Das klare Kontrastprogramm zum Krawallsommer. Aber vielleicht sind diese Ansätze auch wieder zu künstlerisch, weshalb du damit nichts anfangen kannst?

          • SecondUnitTamino

            Ja, das ist es, der Film war mir einfach zu künstlerisch, einfach zu deep.

          • Stefan

            Ach, jetzt weiß ich auch woher der Wind weht. Du hast dir vorher das Review von Red Letter Media angeschaut und gleich den Runninggag mit den Astrobegriffen mitgeklaut ;-)

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Red Letter Media scheint eine Top-Adresse für konsequente Verrisse von ALLEM zu sein, so oft wie ich den Titel schon in Verbindung mit Vernichtungs-Reviews gelesen habe? Nitpicking-Weltmeister, oder wie ist das?

          • SecondUnitTamino

            Meine absoluten und einzigen Vorbilder, nur stellenweise noch nicht kritisch genug :-) Aaaach, die MOS und INTO DARKNESS Episoden von Half in the Bag sind absolute Selbsthilfe-Therapien… Schwärm…

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            jetzt schau ich mal rein ;)

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Zu 1. “Was Gravity sein will” klingt für mich so relativistisch. So kann ich jede Kritik an jedem Kunstwerk abschmettern. Ich verstehe Gravity als ein optisch-akustisches Spektakel, dass es leider verpasst eine ebenso starke Geschichte zu erzählen. Ist das jetzt dem Film unfair gegenüber? Wer meinen Geschmack kennt, weiß, dass mir das zu wenig ist.

            Zu 2. Hier unterscheiden wir uns vielleicht, aber ich will bei solchen Sätzen einfach auf den Tisch hauen. Alles ist Drama! Oder arbeitet zumindest mit dramaturgischen Mitteln. Diese ganze oberflächliche und schwach motivierte Geschichte von und über Ryan ist halt nichts anderes als ein dramatischer Moment in ihrem Leben. Es geht um Trauer, es geht um das Überleben, es geht um die Überwindung äußerer Widerstände. Was ist das denn sonst, wenn kein Drama?

            Natürlich wird all das dem Spektakel geopfert. Kann man machen. Aber das kann ich dann kritisieren.

            Zu 3. Siehe oben. Vergleiche ohne Begründung/Ausführung können immer schief gehen.

          • Stefan

            Die radikale Reduktion der Geschichte und der Fokus auf den Moment, sind doch gerade die Stärken des Films.
            Natürlich bricht er damit hart die Sehkonventionen und das kann offensichtlich auch überfordern, aber grade als Kontrast zur Inszenierung funktioniert dieses Zurückgenommene perfekt. Denn es ist nicht Bombast, es sieht spektakulär aus, aber auf einer völlig anderen, ruhigen, bewusst gemachten Ebene. Reduzierte Schauspieler, wenig Musik, wenig Geschichte und dafür viele wunderschöne Bilder, die eine Ode an den Augenblick sind, eine einfache Geschichte auf den Punkt genau illustrieren. Ich war schon sehr lange nicht mehr so tief drin in einem Film und soweit hinter der Filmwand.
            Wenn man diese Konzepte allerdings kategorisch ablehnt, dann wird man mit dem Film nicht viel anfangen können.
            Genau diese bewusste Besinnung auf die Einfachheit, ist für mich die wahre Innovation in einem SciFi Jahr, in dem nur noch blind alles in einem Megainferno zerstört wird.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            “Die radikale Reduktion der Geschichte und der Fokus auf den Moment, sind doch gerade die Stärken des Films.”
            Genau das ist ein wichtiger Punkt!
            Ich war ebenfalls schon (richtig!) lang nicht mehr so “drin”. Backstory etc. waren mir hier völlig egal, es zählte nur der Moment, eben weil man das Gefühl hatte mit durch den Weltraum zu gleiten..

          • SecondUnitTamino

            Woher weißt du denn, was GRAVITY sein will/soll? Ich persönlich schaue im Nachhinein auf den Film und beschreibe dann was er IST, auch wenn ich z. B. in einem Interview hören würde, dass der Writer meint, er sei irgendetwas anderes (da fällt mir z. B. SUCKER PUNCH ein, der halt einfach nur Action-Trash ist, auch wenn Zack Snyder ihn für den tiefgründigsten Film ever hält).

            Für mich ist GRAVITY ganz klar Drama UND Action (und für Christian: das meine ich hier wie üblich als Genres) und wie ich ja auch mehrmals in der Sendung sagte, ist es genau das, was mir in der hier abgelieferten Form einfach nicht gefällt und ihn zu einem Film ala ARMAGEDDON macht, der nette Actionsequenzen hat, aber ziemlich lachhaft in Sachen Dialogen, Story, Glaubwürdigkeit etc. ist. (Du kannst dazu auch nochmal kurz in die Sendung hören, ich erläutere ziemlich genau bei Minute 60 recht ausführlich was für mich das Hauptproblem des Films war, nämlich genau dieses Amalgam aus over-the-top-Action und vermeintlich emotionalem Drama). Für mich sind beide Filme ne 5/10: unterhaltsamer Schnickschnack, den man sich einmal angucken kann, um ganz gut unterhalten zu werden und über die Cheesiness zu lachen. Ich verstehe einfach nicht wie man von 3D-Tränen, völlig deplazierten Wiedergeburtsmetaphern und Sandra Bullocks Gestöne emotional berührt werden, geschweige denn, den Film überhaupt Ernst nehmen kann.

            Und noch ein letzter Punkt. Ich bin der Meinung, dass man prinzipiell jeden Film mit jedem anderen vergleichen kann, WENN man deutlich macht, warum man das tut (hatte Christian ja auch angedeutet). Wir haben in der Sendung gesagt, dass sich GRAVITY und PROMETHEUS für uns ähnlich angefühlt haben, weil sie ähnliche Stärken und Schwächen hatten. Das heißt ja nicht gleich, dass beide Filme fast das gleiche seien und wir deren Unterschiede in Aufbau oder Fokus nicht kennen.

          • die_krabbe

            Um ein Wenig Ruhe in diese hitzige Diskussion zu bekommen (obwohl mir das die liebsten sind :) ), hat Objektivität in einer Filmbesprechung nichts zu suchen und ist mit ziemlicher Sicherheit auch nicht möglich. Kulturelle Güter wirken in allererster Linie emotional auf einen und damit scheidet Objektivität erstmal bei der Gesamtrezeption aus.
            Sicherlich lassen sich Teilaspekte objektiv beurteilen (SFX, Dialoge, Kohärenz der Geschichte, zu einem gewissen Grad Schauspiel) aber das alles kann sich nicht zu einer objektiven Meinung zusammenfügen. Also: Bleibt NATÜRLICH dabei genau darüber zu sprechen, wie ihr den Film gefunden habt.

            Ich glaube, Du bist (aus mir unerfindlichen Gründen) mit der Erwartung in den Film gegangen, ein Charakterdrama zu sehen und kannst diesbezüglich nur enttäuscht werden. Gravity ist in erster Linie Spektakelkino und dabei verdammt gutes. Wie ich in meinem Text zum Film beschreibe bin ich auch der Meinung, dass die halbgare emotionale Backstory Ryan’s sowohl überflüssig, als auch unnatürlich aufgesetzt war. Mit ihrer Unerfahrenheit und der Außergewöhnlichkeit der Situation gibt es genügend Anknüpfungspunkte ihre Verzweiflung, ihre Kraftlosigkeit und den späteren Überlebenswillen zu motivieren. Das mit der Tochter ist vollkommen überflüssig und tut dem Film eher weh.
            Alleine für die Trauermetapher, die der Film aufmacht ist das notwendig, aber auch diese ist eben so einfach gestrickt und ohne tatsächliche Tiefe, dass sie überflüssig ist.

            Man kann sich sicherlich an diesen Punkten aufhängen — gerade, wenn man ein Drama erwartet hat — verliert damit aber den Kern des Films aus den Augen, der einfach ein Katastrophenfilm mit wahnsinnigen Bildern und einer unglaublichen Spannung ist, die sich — zumindest bei mir in der 3D Projektion (und ich bin eher 3D Gegner) — auch auf den Zuschauer überträgt. Das leistet der Film mit Perfektion und ich hätte mir gewünscht, dass er eben nicht diesen geradlinigen Pfad verlassen hätte.

            Zu den Vergleichen: Du musst zugeben, dass eure immergleichen drei Filme, die ihr zum Vergleich heranzieht langsam etwas überstrapaziert sind und meist nicht funktionieren. Wenn für Drama und Charakterentwicklung immer Seven herangezogen wird ist das sehr eindimensional und vor allem nicht immer richtig. Seven arbeitet mit vollkommen anderen Voraussetzungen, einer anderen Geschichte, hat viel mehr und andere Elemente, als die meisten Filme und so lässt sich das nicht so einfach miteinander vergleichen. Man vergleicht ja auch nicht die Comedy von “The Big Lebowski” mit der von “We are the Millers”. Versucht doch vielleicht für eure Vergleiche mal ein paar andere Filme heranzuziehen, die vom Ausgangspunkt, Genre, oder Geschichte etwas näher an dem besprochenen Film sind. Und ich meine jetzt nicht speziell das Gravity Review.
            Erstens muss man nicht immer einen Film mit einem anderen vergleichen, um zu sagen, was einen stört und zweitens sollten nicht nur drei Filme als Baseline für filmische Einordnung herhalten.
            Wie gesagt, ich weiß wie schwierig es ist spontan über 90 Minuten über einen Film zu reden. Man fällt gern in etablierte Muster, denkt an Filme, die man vielleicht gerade gesehen hat, oder sonst gut im Gedächtnis liegen und läuft Gefahr etwas einseitig zu werden. Alles Punkte, die man nicht hat, wenn man einen Text zu einem Film schreibt, bei dem man sich länger über seine Punkte Gedanken machen kann und eine Stunde später nochmal korrigieren kann. Trotzdem solltest du nicht in eine Abwehrhaltung bei Kritik geraten, denn nur durch diese Hinweise wird man sich seiner eigenen Schwächen bewusst und kann daran, so man denn mag, etwas ändern.

          • SecondUnitTamino

            Was die Vergleiche angeht hast du auf jeden Fall in gewisser Weise recht. Ich werde versuchen, in Zukunft mal ein paar neue Filme zum Vergleich heranzuziehen. Es wurde halt inzwischen ein bisschen zum Running Gag, immer die üblichen Verdächtigen heranzuziehen, aber es stimmt schon, man muss auch mal weitergehen.

            Dennoch stehe ich zu 100% hinter dem GRAVITY-PROMETHEUS Vergleich. Ich habe mir eben auch noch mal die Stelle im Podcast angehört, wo wir mit dem Vergleich einsetzen und ich bin der Meinung, dass wir gut erläutert haben, warum wir die beiden Filme vergleichen.

            Außerdem haben wir ja in dieser Episode auch noch CHILDREN OF MAN und ARMAGEDDON erwähnt, die wir wenn ich mich recht erinnere vorher noch nie erwähnt haben. Auch die Vergleiche zu IRON MAN und AVATAR in Sachen Animation/3D sind meiner Meinung nach nahe liegend und wirken auf mich nicht unsinnig. Christians MAN OF STEEL Vergleich war natürlich persönlicher Natur und ich hoffe, dass Christian auch bald über seinen Schock jenen Film betreffend hinweg ist und dann bereit sein wird, neue Wege des Vergleichs einzuschlagen :-)

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Der Unterschied ist, dass PROMETHEUS eine Geschichte im Weltraum erzählen will, GRAVITY hingegen den Weltraum erlebbar machen möchte..

        • SecondUnitTamino

          Also ich bin ja der Meinung, das man GRAVITY nicht völlig erleben kann, bevor man den Film nicht in einem Space-Shuttle in der Erdumlaufbahn geschaut hat, also wirklich ohne Schwerkraft. Diese beknackte Aussage würde für mich übrigens wirklich noch mehr Sinn ergeben. Was hat denn 3D bitte mit dem Weltraum zu tun? Ich verstehe es einfach nicht. Hier unten ist auch alles in “3D”. Ich glaube ROCKY kann man auch erst richtig erleben, wenn einem der Sitznachbar im Kino mit nem Boxhandschuh mal ordentlich eine reinballert. Aber ernsthaft, wo in aller Welt ist hier der Unterschied? Wieso kann ich ne aufregende Verfolgungsjagd auch ohne 3D “richtig erleben”, aber Rumschweben im Weltall nicht? Ich raffe es nicht, zu 0%.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Ich schätze es gibt hier zwei Möglichkeiten: Entweder du wirst so extrem von Plots durch Filme getrieben, dass du Filme wirklich 100% verkopft guckst und niemals etwas “fühlen” könntest was nicht durch Plot-Antrieb oder Figurenzeichnung ausgelöst wird, was also bedeuten würde, dass Film niemals über andere Wege ein Gefühl auf dich übertragen kann. Oder du verweigerst einfach konkret in Hinsicht auf 3D den Gedanken, dass durch diese Technik ein (gefühlsbasierter!) Mehrwert entstehen kann. Natürlich ändert 3D am Plot nichts, aber durch die Räumlichkeit (und die Verbindung dieser mit den speziell darauf ausgelegten Kamerafahrten) kommt dieser Film tatsächlich (auch) im Gleichgewichtsorgan an. Der Körper hat das Gefühl es gibt kein oben und unten mehr. Deswegen schwafele ich hier nonstop von “Erfahrung” !

    • die_krabbe

      Du sprichst mir aus der Seele. Gerade diese wahnsinnig hinkenden Vergleiche, mit den immer gleichen 3 Filmen geht mir gewaltig auf den Senkel. Schön und gut, dass ihr immer mit eurem kleinen filmischen Horizont kokettiert, aber das ist ein wenig eindimensional.
      Sicherlich ist es nicht einfach 90min lang über einen Film zu reden und einen Film damit zu rechtfertigen “er ist für das was er macht gut” auch eher selten richtig, aber versucht vielleicht nicht immer einen Film in den Kontext eines anderen Films zu setzen, wenn es immer nur Seven, MOS oder Scarface ist. Sucht euch wenigstens Filme aus, die man vergleichen kann, wenn dieser Prozess für eure persönliche Einordnung wichtig ist.

    • SecondUnitTamino

      Ähm, den Gedanken, dass Gravity ganz toll ist, habe ich “in Erwägung gezogen”, nur leider sehe ich das halt einfach nicht so.

      Wir dürfen also den Film nicht mit anderen Filmen vergleichen. Sorry, aber das verstehe ich nicht. Und warum PROMETHEUS da jetzt ein völlig anderer Film sein soll ist ebenfalls beyond me. Welcher Film ist den ähnlich genug, um mit GRAVITY verglichen werden zu dürfen?

      • Christian

        Tamino, du findest den Film nicht ganz toll. Ist völlig ok. Aber Du musst trotzdem dessen Leistung akzeptieren können und ein wenig mehr open-minded sein um diese Leistung überhaupt zu erkennen.

        Prometheus ist alleine deswegen ein ganz anderer Film, weil bei Gravity die Komponente Weltraum viel unwichtiger ist als man zuerst denken mag. Er bedient die visuelle Komponente, sicher. Und er liefert das gefährliche Setting. Der Film hätte aber genau so in einem anderen gefährlichen Umfeld spielen können.

        Der Film versucht doch sämtlichen Hollywood-Klischees der letzten Jahre aus dem Weg zu gehen. Und das forderst Du dann ein, damit der Film besser ist? Das verstehe ich einfach nicht.

        Schau Dir mal “Lohn der Angst” an.

        • SecondUnitTamino

          Wenn ich mich recht erinnere, dann sagte ich so etwas wie, “der Film hat sich für mich so angefühlt wie …”, zumindest meinte ich das in erster Linie. ARMAGEDDON ist für mich Schnick-Schnack mit schlechtem Drama und auf dieser Ebene vergleiche ich persönlich dann auch beide, weil mir AMAGEDDON beim Schauen in den Sinn kam, genau wie PROMETHEUS.

          Im Übrigen ist es einfach schwierig für jemanden, der einen Film nicht sonderlich gut findet, vermeintliche Qualitäten in ihm zu erläutern, wenn er ja meistens gerade diese filmischen Entscheidungen kritisiert. Für mich war der Film voll von Klischees – vor allem im Drama und dessen Performance von Sandra Bullock – und eine Hintergrundstory ist für mich weniger ein Hollywood-Klischee als ein notwendiges Element für ein Drama in der vorliegenden Form.

          LOHN DER ANGST ist bereits auf der Watchlist, aber trotzdem danke für die Empfehlung.

          • Christian

            Was das Vergleichen betrifft: Es ist einfach nicht notwendig. Deswegen habe ich ja hier explizit den Artikel von die_krabbe noch einmal angesprochen, da werden nämlich auch die Stärken und Schwächen von Gravity aufgezeigt, ohne dass dabei einmal der Titel eines anderen Filmes genannt wird.

          • SecondUnitTamino

            Vergleiche sind einfach wie Beispiele. Man muss sicher derer nicht bedienen, aber ich persönlich tue das gerne und lese/höre das auch gerne von anderen. Für mich veranschaulicht das einfach die Thesen, die man äußert. Außerdem steht einfach jeder Film in der Tradition der Filmgeschichte und muss sich daher auch mit hervorragenden Exemplaren der Vergangenheit messen.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Sehe ich etwas anders, denn man kann nicht jeden Film A mit jedem anderen Film B vergleichen und lediglich argumentieren, dass B ja unheimlich gut ist. Sich selbst sehr nahe Filme kann man gut vergleichen, zu GRAVITY fällt mir aber partout nichts ein, mit dem ein Vergleich auch tatsächlich sinnvoll wäre. Für mich war der Film eine so außergewöhnliche “Erfahrung” (im SInne von Fühlbarkeit), dass ein Vergleich zu jeglichem (auch nur ansatzweise) plot-getriebenen Film hinfällig wird..

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Kleiner Einwurf am Rande: Es ist halt immer die Frage, was man vergleicht. Wirkung? Drehbuch? Plotpoints? Schauspiel? Das haben wir nicht konkreter ausgeführt, weil Tamino und ich wohl beide ein ähnliches Gefühl beim Prometheus-Vergleich hatten: Ein visueller starker Film, der überraschend offensichtliche Schwächen im Drehbuch hat. Das verbindet beide Filme trotz großer Differenzen für mich. Und natürlich ist das ein subjektiver Vergleich. Aber wie bei einer guten Metapher war uns beiden zumindest klar was gemeint war, ohne es breit ausführen zu müssen.

        • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

          In GRAVITY soll der Weltraum unwichtig sein?
          Dann bin ich froh dass man Filme verschieden wahr nimmt. Das Universum ist der vollkommene Antagonist und der ultimative Motor, um nach der Sichtung über das Verhältnis von Menschheit und Universum, unsere Bedeutung in diesem gesamten Konstrukt und die Unterlegenheit des Menschen unter den Naturgesetzen (trotz all der hochkomplexen Technisierung, die wir uns erarbeitet haben) ins Grübeln zu kommen.

          • SecondUnitTamino

            Das kann ich bei ARMAGEDDON genau so sagen wenn ich es denn möchte. Ich seh bei GRAVITY absolut keine Anhaltspunkte, um so eine These belegen zu können. Ist halt ein ganz gewöhnliches Katastrophensetting und in jedem Katastrophenfilm kann ich die Katastrophe in gewisser Weise als Antagonisten bezeichnen. Was man in diesen inhaltslosenlosen Actioner alles reinlesen will, ich finde das so unfassbar.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Da muss ich nichts reinlesen WOLLEN, weil diese Gedanken mir von ganz alleine gekommen sind. ARMAGEDDON handelt davon coolen Helden dabei zuzusehen wie sie eine Alien-Invasion stoppen und dabei explodiert so ungeföhr alles was im Film gezeigt wurde..
            Wo im Film wird denn bitte so mit Naturgesetzen gespielt? Wo wird gezeigt, dass der Mensch nicht ins Weltall gehört und deshalb enorm auf seine Technik angewiesen ist, wobei jeder Störimpuls, egal wie groß (Satelitenschrott mit 80.000 km/h) oder klein (Bewegungsimpuls mit unter Schrittgeschwindigkeit in die falsche Richtung) den Tod bedeuten kann?

          • SecondUnitTamino

            Hast du gerade ARMAGEDDON mit INDEPENDENCE DAY verwechselt? ;-) Und klar wird in diesen Filmen nichts Gehaltvolles thematisiert, aber mein Punkt ist ja eben, dass es auch bei GRAVITY nicht getan wird. Nur weil den Charakteren Sateliten, Space-Shuttles und Raumstationen um die Ohren fliegen, wird damit das Verhältnis von Mensch und Universum thematisert? Seriously? Wenn dir diese Gedanken von alleine gekommen sind, kann ich das natürlich nicht völlig leugnen, aber ich kann da im Gegensatz zu TREE OF LIFE deiner Argumentation überhaupt nicht folgen. Beim letzteren Werk habe ich deine Punkte verstanden und im Film gesehen, nur nicht als erfolgreich umgesetzt empfunden. Bei GRAVITY sehe ich echt leider NICHTS von dem was du beschreibst und deswegen nerve ich hier auch mit immer neuen Sticheleien und Fragen rum :-) Es will sich einfach keine Erkenntnis bei mir einstellen.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Ich nehme an, du meinst diesen längeren Text hier :)

            Gerade noch mal nachgelesen worum es geht – ja, hatte dieverwechselt, sind beide gleich wenig hängen geblieben, nachdem ich sie vor Ewigkeiten als Pöks mal gesehen hab.

            Der gravierende Unterschied zwischen GRAVITY und ARMAGEDDON liegen für mich auf der Hand, ich weiß aber nicht, wie ich dir das sinnvoll erklären kann. Weil: Wenn du bei GRAVITY zu diesen Ebenen, die ich geFÜHLT habe keinen Zugang gefunden hast, bringt es nichts. Für dich wird es ein Film wie jeder andere bleiben, in dem du “objektiv” Story, Figuren, Schauspiel beurteilst und zu dem Schluss kommst, dass das alles für dich im durchschnittlichen Durchschnitt liegt.

            Für mich sind es die Feinheiten in der Inszenierung, die mich diese Dinge denken lassen. Es sind aus der Faszination für Raumfahrt (bzw. der Bewunderung, dass die Menschheit mittlerweile etwas so immenses wie
            Raumfahrt erschaffen hat) heraus bemerkte Feinheiten. Die Art, wie Cuaron diese völlige Fremde des Weltalls nutzt um zu zeigen, was für einen heiklen Drahtseilakt die Menschen da oben vollführen. Da fliegt kein 1000km Meteorit auf die Erde zu, sondern da ist es Bewegung mit weniger als 1km/h in die leicht falsche Richtung, die den Tod bedeutet. Immer wieder sind es kurze Momente, die einfach seltsame Wirkungen hervorrufen. Als sie das durchlöcherte Spaceshuttle wieder erreichen und diese kleine Spielfigur plötzlich durch die Luft schwebt. Das fühlt sich grotesk an. Ein kleines unnützes Stück Plastik tritt seinen Weg an. Vielleicht trotz Schrittempo Milliarden von Kilometern weit? Vielleicht wird diese komische Figur so lange durch das Weltall schweben, dass sie unsere Rasse, oder gar unseren Planeten überleben wird. Solche subtilen Denkimpulse setzt der Film bei mir.

            Außerdem: Die Konsequenz den Film im Weltall zu beginnen und bis auf die letzten 2min nur da spielen zu lassen, führt zu der totalen Erkenntnis, wie fehl-am-platze der Mensch da oben ist. Aber das entsteht nicht aus Plotpoint XY heraus, sondern aus dem Gefühl beim Schauen. Nie haben sich 1G die man im Kinosessel erfährt schwereloser angefühlt und nie hat Nichts beklemmender gewirkt. Wie gesagt, ich hatte das Gefühl ich schweb da oben mit rum, da heraus wirkte diese unendliche Größe um einen/die Erde/die Protagonisten noch VIEL einschüchternder und beeindruckender. Aber egal. Ich glaube es läuft auf Feel-it-or-not hinaus!

            Übrigens ist mir noch ein schöner Vergleich zur 3D-Diskussion eingefallen: Ein in 2D gedrehter Film, dem nachträglich 3D aufgedrückt wird, ist (da sind wir uns einig) Bullshit. Das ist wie ein nachcolorierter Schwarz/Weiß-Film, wo ich mich zumindest frage was das soll?!
            Ein in 3D konzipierter und gedrehter Film wie dieser hier hingegen, ist dann der echte Farbfilm. Den ohne 3D zu sehen, ist wie beim Farbfilm die Sättigung auf Schwarz/Weiß zu reduzieren – kann man machen, aber es ist
            vorprogrammiert, das ein Teil der angestrebten Wirkung verloren ist!

          • SecondUnitTamino

            Erstmal: nein, das hier war der kurze Text, der lange steht weiter unten und den musst leider auch noch einmal aufmerksam durchlesen und beantworten ;-) Wird langsam leicht unübersichtlich hier, hehe.

            Noch “kurz” hierzu. Du hast wohl Recht, dass du mir dein Gefühl hier schwer vermitteln kannst, den ich denke mir einfach nur “WTF” wenn du diese definitiv schönen und interessanten Gedanken AUS DIESEM FILM ziehst. Meine Filmerfahrung war eher so: Ok, was haben wir hier, aha, KRACH BUMM BANG YEAH, fremdschäm, BADDABUMM, würg, POW, cheeeeesy. Wenn du bei 2001 solche Gedanken entwickeln würdest, könnte ich das ja noch halbwegs nachvollziehen (auch wenn es da ebenfalls recht wenig Konkretes in dieser Hinsicht gibt), ABER BEI DIESEM FILM?!?!?!? Ja, der Film spielt im Weltraum, ABER ER THEMATISIERT IHN NICHT. All das könnte genauso im Ozean spielen, FÜR DAS DRAMA wäre das völlig bedeutungslos. Wir hätten halt sonst eben U-Boot-Action ala THE ABYSS und können da konstatieren, dass der Mensch ohne Hilfsmittel verloren im Ozean ist. Ich bin echt etwas aufgebracht gerade :-)

            Bei Half in the Bag hat Mike übrigens gerade kritisiert, dass es in diesem Film eben NICHT die kleinen Dinge sind, die zu Katastrophen und weiteren Problemen führen, sondern einzig und allein der riesige Space-Tsunami (du solltest da definitiv mal in die Episode reinhören). Du gibst dem Film zumindest in dieser Hinsicht einfach mehr Credit als er verdient. Er ist ein bedeutungsloses Action-Adventure, ganz egal, was du von außen da reinliest. Wenn man es nicht im Film selbst belegen muss, kann man ja alles behaupten. Das ist als wenn du sagst, du siehst bei TERMINTOR 2 die Vergänglichkeit und letztliche Neuformung aller Materie in Form des T-1000. An so einem Punkt fühle ich mich dann auch einfach zumindest zum Teil als Objektivist. Man kann nicht einfach alles behaupten dürfen, sonst wird eine Diskussion absurd. Man kann einen Film nicht als Drama loben, wenn man seine Drama-Elemente nicht im Film selbst erklären kann und erst recht nicht, wenn man sie nicht mal in Szenen oder Plot-Points genau verorten kann. Wir reden ja nicht über abstrakte Kunst, wo sich das Ganze noch etwas schwieriger gestalten würde, sondern wir analisieren hier einen Plot-basierten (wenn auch nicht unbedingt -fokussierten) Film, der einfach logisch aufschlüsselbar ist. Und in dieser logischen Aufschlüsselung sehe ich allenfalls Drama-Fragmente wie eine einfach mal so reingeworfene Geburtsmetapher oder die worin auch immer begründete Wandlung des Lebenswillens (ähnlich dämlich und völlig unsinnig wie in THE GREY). Wer hier was fühlt ist wohl superleicht zufriedenzustellen und daher letztendlich einfach selber Schuld :-)

            Ich könnte mich ja auch noch damit abfinden, wenn man sagte, man sehe hier hin und wieder einige nette Anspielungen auf solche Themen, aber verdammt nochmal, hier irgendwas Gehaltvolles als Kern des Films zu sehen ist schlichtweg wahnsinnig. Alles explodiert wieder und wieder, ihr Kamerad stirbt, FEUEEEEEER – ALLES BRENNT, Raketenstart, sie wirft sich mit 10000 km/h aus dem Raumschiff und kommt geradeso MIT EINEM FUCKING FEUERLÖSCHER an die Station ran, neuer Raketenstart, Atmosphäreneintritt, Bruchlandung, Halbertrinken. Und du siehst hier KLEINIGKEITEN, die das Verhältnis von Mensch und Universum thematisieren?! Wenn ein Star Destroyer explodiert, zeigt das dann auch wie verloren der Mensch ohne Hilfsmittel im Weltall ist oder siehst oben links am Bildrand ein Trümmerteil und fragst dich, ob das in 1000 Jahren wohl in einem fremden Sonnensystem landet? WHERE IS THE DIFFERENCE?!

            Ich wünsche mir ja nicht einfach aus Bosheit, dass du mir deine Emotionen und Gedanken an Plotpoints und Charaktermomenten aufzeigst, nein, du MUSST es einfach tun, damit deine Aussagen nachvollziehbar sind. Ich könnte mich hier echt in Rage schreiben! :-) (und tue es auch, hehe) Wie kannst du dir nur einfach so viel Inhalt aus den Finger saugen und dann den Film dafür loben!? Man muss doch bei aller Liebe zumindest bei der Absteckung der Möglichkeiten von jeweiligen filmischen Qualitäten zu einem Konsens kommen können. Bei MOS bist du auch schon so abgegangen mit Lob in Sachen Drama, wobei da einfach NICHTS in dieser Hinsicht auch nur irgendwie Sinn ergeben hat, aber ja, wir sind uns zumindest einig, dass bei MOS viel Gewicht auf Drama gelegt wurde. Es wurden Gedanken zumindest angerissen und teilweise auch thematisiert (wenn auch auf die dümmste Weise seit Menschen gedenken), aber bei GRAVITY siehst du einfach so vieles was FAKTISCH nicht da ist. Du siehst Menschen durchs Weltall schweben und denkst dir ne andere, tiefgründige Geschichte dazu aus, das tust du.

            Ich bin da als Typ anscheinend einfach anders als du. Es ist mir persönlich NICHT MÖGLICH, während eines Films ein Gefühl zu haben, was sich mir nicht erklärt. Ich empfinde bei Filmen nicht einfach irgendwas ohne das auch genau an der Methode und Wirkungsweise des Werks aufzeigen zu können, denn diese ist es doch gerade, die dieses Gefühl auslöst. Ich finde GRAVITY doch auch ok, aber nur für seine auch vorhandenen Qualitäten wie für Schauwerte in Form der netten Actionsequenzen und die zur Abwechslung mal halbwegs vernünftigen CGI-Effekte. Aber bitte, bitte, bitte doch nicht für seine Message oder dafür, dass er zum Nachdenken anrege. Das tut dieser Film einfach nicht. Eher glaube ich an das Spaghetti-Monster als an eine tiefere Bedeutung von GRAVITY.

            PS: Zu dem 3D Beispiel sage ich nichts, weil das viel besser unten in meinem Text aufgegriffen wird, den du jetzt lesen darfst :-)

  • Stefan

    Ganz klar einer der besten Filme, der dieses Jahr im Kino lief.
    Mit großem Abstand sogar. Toll gefilmt und u-n-f-a-s-s-b-a-r gut geschauspielert. Eine bewegende Geschichte, die ganz feine Gefühlsnuancen preisgibt und wieder mal nichts für stumpfe Gemüter ist.
    Da bei euch The Grey schon zu Unrecht verissen wurde, gehe ich nicht davon aus, dass Gravity gut wegkommen wird. Ich bin schon auf das Gerante und Gehate gespannt ;)

    • SecondUnitTamino

      Es war mir klar, dass dir der Film natürlich perfekt vorkommt. Und wie üblich, bin ich mir jetzt sicher, dass das Gerante richtig ist ;-) Gut geschauspielert, lol, also bei allem was man an dem Film toll finden kann, Sandra Bullocks Rumgestöne ist wohl das Allernervigste gewesen.

      • Stefan

        Oha, wenn du dich jetzt schon so herablassend und angriffslustig äußerst, dann wirds wohl abgehen im Cast :D Hoffentlich komm ich am Wochenende noch dazu reinzuhören. Bei mir stapeln sich leider die Podcasts :-(
        Dass aber der Film an deiner nicht vorhandenen Empathie komplett vorbei geht, wundert mich auch gar nicht. Solche Filme sind einfach nichts für dich ;-)
        Das liegt aber weniger am Film, als an ihnen Herr Waldorf, oder sind sie es, Herr Statler? ;)

        • SecondUnitTamino

          Hehe, keine Angst ich bin nicht so vernichtend wie bei THE GREY oder STAR DRECK, aber ich ich bin schon der Antagonist im Podcast ;-)

          • Stefan

            Ich hab zwar schon länger nicht mehr reinhören können, allerdings hatte ich in letzter Zeit eher den Eindruck, dass das jetzt deine wöchentliche Paraderolle ist ;-)

        • MountainStar

          Für den Film braucht man keine Empathie. Ich fand die Bullock auch nervig, den Film aber trotzdem gut. War nur ein kleiner fader Beigeschmack.

        • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

          “Dass aber der Film an deiner nicht vorhandenen Empathie komplett vorbei geht” :D

  • xtc123

    HURRA,ich hab die Wette gewonnen. Habe im Vorfeld getippt, wie unterschiedlich ihr beide den Film wohl findet und wer wer wohl wie dazu steht..und habe recht behalten…nein jetzt mal Spaß beiseite. Möchte euch gerne noch einen Tipp geben. Normalerweise mag ich den Herrn Begemann wegen seiner Rechthaberei und seiner “Nur ich verstehe die Filme richtig”-Haltung ja nicht so..aber dennoch möchte ich euch die entsprechende Flimmerfreunde-Episode zu GRAVITY wärmstens ans Herz legen. Vieleicht versteht ihr ja den Film und seine Intention dann ein klein bisserl besser…

    3D-Filme müssen nicht zwangsläufig auf Effekthascherei und weniger Handlung aus sein, wie ihr in dem Cast gemutmaßt habt. Ein frühes Beispiel ist der HItchcock-Streifen von 1954″ DIAL M FOR Murder”. Der wurde in 3D gedreht und vereinigt alle HItchcock-Tugenden mit der Tiefenwirkung, die in einigen Szenen den Suspense noch spürbarer werden läßt. Auch hierzu möchte ich auf einen Podcast verweisen…

    ZuTaminos Verwunderung über die asynchrone Entwicklung von Stumm-und Tonfilm möachte ich folgendes sagen. Zu Beginn des Stummfilms war die Entwicklung der MIkrofonie noch in einem sehr frühen Stadium. Es gab keine oder sie waren von sehr schlechter Qualität. Später dann stand man u.a. vor dem Problem, daß die sog. Filmstudios praktisch keine Schallabdichtung besaßen und man so alle möglichen Geräusche von außerhalb wahrnahm. Das damlas vorhandene Negativmaterial hatte eine so geringe Lichtempfindlichkeit, daß man beim Dreh mit extremer Helligkeit arbeiten mußte. Die Elektrotechnik war noch nicht ganz so fortgeschritten wie heute, sodaß die notwenigen Generatoren; Lüfter und Scheinwerfer einen Höllnlärm machten, was was eine Tonspur praktisch unmöglich machte. Und nicht zuletzt waren ein “Hindernis” beim Ton die Stimmen der Darsteller- und Innen. So mancher Stummfilmstar überlebte den Wechsel zum tonfilm nicht, weil seine oder ihre Stimme nicht zum Aussehen des Menschen oder seinen Rollen paßte – um es mal so auszudrücken. In der Tat war es sogar so, daß auch nach der Einführung des Tonfilms etlliche Darsteller nachsynchronisiert wurden, auf der Leinwand also nicht mit ihrer wirklichen Stimme gesprochen haben. Ein Praxis, die sehr lange beibehalten wurde und offiziell verschwiegen wurde..

    Tolle Diskussison hier..aber hört doch auf euch ständig zu widersprechen oder immer recht haben zu wollen…heh, es sind schließlich nur Filme…..

    • SecondUnitTamino

      Danke für deinen kleinen Exkurs hier. Ich hätte mir nicht erträumen können, dass die Mikrofontechnik hinter der Filmtechnik zurück war. Tontechnik kommt mir intuitiv so viel simpler vor als Bildtechnik, was aber anscheinend nicht stimmt.

    • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

      Die Flimemrfreunde Episode ist genial. Allein der Titel: “Meisterwerke feiern wie sie fallen”.. Und Begemann ist gold wert. Dreckigste Lache ALLER ZEITEN!

    • http://freudeamfilm.blogspot.com/ Michael Gruhl

      Die größte Schwierigkeit fehlt in deiner Aufzählung: Synchronisierung. Selbst wenn man eine Tonspur (evtl. separat zum Film) aufgenommen hatte, war es unheimlich schwer, diese synchron zum Film abzuspielen. Nicht nur muss man es schaffen, dass das Audio-Medium (also damals meistens eine Schallplatte) und das Videomedium (der Projektor), auf die 1/24stel Sekunde genau gleichzeitig anfangen, sondern man hatte zusätzlich das Problem, dass beide Geräte nicht genau gleichmäßig liefen und deshalb mit der Zeit immer asynchroner zueinander wurden. Dieses Problem ließ sich grundsätzlich erst mit dem Lichttonverfahren lösen, bei dem sich die Tonspur nicht mehr physisch auf einer Schallplatte sondern optisch auf dem Filmstreifen befand. Auch Taminos Aussage (wenn ich sie richtig verstanden habe), dass man die Musik doch auch parallel zum Film abgespielt habe, stimmt so nicht. Die Filme wurden meistens live von Musikern begleitet, was man heute manchmal vergisst, weil auf DVD natürlich eine Musiktonspur enthalten ist.

  • xtc123
  • cule0809

    Habe Gravity ein zweites Mal gesehen und finde ihn immer noch gut, allerdings sind die Schwächen im Drehbuch bei der zweiten Sichtung deutlich sichtbar und ohne den 3-D Effekt, wird man auch nicht mehr so stark geblendet.

    Ein was zum 3D-Effekt. Dass dieser Effekt in diesem Film anstrengend sein soll, ist wohl in diesem Film Absicht. Ich bin echt kein Fan dieser Technik aber in diesem Film fand ich den Einsatz sehr gelungen, weil die Schwelle zwischen Zuschauer und Film deutlich kleiner gestaltet. Es wird einem schon fast Selbst schwindelig. Dadurch empfand ich den Film beim ersten Mal auch deutlich besser, da ich gar keine Gedanken mehr verschwendet habe was hier inhaltlich alles so falsch läuft. Im Grunde muss ich euch dennoch zustimmen. Für die Zukunft auch, ich kann auf den Effekt auch gern verzichten. Dort geht halt auch viel Bildschärfe verloren und auch die Farben wirken nicht mehr so kräftig. Da gefällt mir das IMAX-Format deutlich besser. Wenn möglich, nehme ich auch lieber die 2-D Vorstellungen.

    Lustig ist, dass es mir so ging wie Tamino als George auftauchte hehe ;)

    Ansonsten, der Film ist kein Meisterwerk (war er für mich auch mit 3D nicht) aber für mich einer der besseren Blockbuster in diesem Jahr. Die Dialoge sind nicht die stärksten, die Charaktere sind eher blass aber dafür stimmt die Technik und der Sound. George Clooney und Sandra Bullock empfand ich gar nicht als so fehlbesetzt bzw. konnte ich mich damit eher anfreunden. Eure Idee aber, es umgedreht zu machen würde mir aber am Ende auch besser gefallen. Ich glaube ich schätze den Film immer noch stärker ein als er tatsächlich ist. Spätestens dann, wenn ich ihn im TV gucke, wird seine Faszination für mich völlig verloren gehen.
    Klar, die Frage was will der Film sein wurde hier auch gestellt. Will der Film überhaupt ein Drama sein? Alles richtig und es geht hier mehr um die Katastrophe und um die Achterbahnfahrt. Aber inhaltlich darf der Film halt auch nicht zu platt wirken und dies tut der Film. Man hat einfach versucht alles in den Film zu packen und diese Geschichte mit der verstorbenen Tochter hätte man besser ausbauen können, wie ich später noch erwähnen werde, oder man lässt es gleich bleiben.

    Ich finde es besonders schade, dass man diese Geschichte über die verlorene Tochter kaum weiter einging. Man hätte da viel raus holen können. Sie ist im Weltall, ganz allein später, und hat im Grunde auf der Erde niemanden der auf sie wartet. Warum nutzt man dann dieses Setting nicht noch dafür aus, diese Einsamkeit spürbar zu machen. Da ging viel Potenzial verloren. Als sie anfing darüber zu reden, dass niemand auf der Erde auf sie wartet, habe ich mich schon gefreut über den weiteren Verlauf des Films. Doch der Film macht daraus nichts mehr und bringt einfach nur ein billiges Drama in die Geschichte. Schade!

    Für mich ist es auch noch schwer diesen Film irgendwie einzuordnen. Ich will über die Schwächen hinweg sehen doch desto mehr ich darüber nachdenke (und auch wieder schreibe), desto mehr Schwächen fallen mir wieder ein. Ich finde es im übrigen gut, dass ihr keine Angst davor habt eure ehrliche Meinung zu äußern, trotz Internetmop (wie man ja wieder einmal sieht hehe.). Tree of Life habe ich auch noch nicht gesehen, es wird also Zeit…

    • SecondUnitTamino

      Schön, dass auch manche dem Film positiv eingestellte Leute mit meinen Beschwerden was anfangen konnten :-) Auf IMAX hätte ich übrigens auch extrem Bock, aber das scheint sich ja im Gegensatz zum 3D überhaupt nicht durchzusetzen, vor allem nicht in Deutschland.

      • cule0809

        Naja deine Beschwerden sind ja auch durchaus berechtigt, alles legitim finde ich. Wird gut begründet und vielleicht sehe ich einen Punkt anders oder nicht ganz so stark oder schwach aber deswegen diskutieren wir doch am Ende oder? Finde es wesentlich interessanter, als wenn jeder den Film gut findet nur weil eben jeder den Film gut findet :D
        Was aber wirklich erschreckend ist, auf wie viele Punkte ihr mich überhaupt aufmerksam macht. Positiv wie auch negativ. Aber auch dafür ist das ganze doch da denke ich.

        Ein Punkt habe ich vergessen. Ihr, und ich mittlerweile leider auch, schimpfen ja immer über den Einsatz von CGI. Dazu meinte ich ja mal, dass ich nichts dagegen hätte wenn man es sinnvoll einsetzt und nicht stört. Das hat bei Gravitiy für mich gut funktioniert finde ich.

        Ne in Deutschland ist dies nur in Berlin und in paar anderen Großstädten. In den USA gibt es noch einige. Habe gehört nächstes Jahr soll eine neue Lasertechnik zum Einsatz kommen, die es ermöglicht diese Bildqualität auch in 3D zu zeigen.
        Alles gut und schön, nur will ich nicht den dämlichen Aufschlag zahlen und ja die Brille nervt. Am meisten nervt mich dann, dass der Film die Technik kaum nutzt und der Film selbst eher Müll ist.

  • Christopher Meyden

    Oh mist, ich wollte doch auch sagen warum Gravity toll ist, aber das haben andere anscheinend schon gemacht. aber trotzdem lass ich mir meinen Senf nicht nehmen:
    Für mich ist Gravity ein wichtiger und _sehr guter_ Film, weil:
    1.) Er zwar im Weltraum spielt aber nicht Science-Fiction ist. Neben Apollo 13 fällt mir da kein anderer Film ein. Das erfordert bei der Darstellung viel Kreatvität, weil man nicht epische Raumschlachten oder Fancy Raumschiffe machen kann. Er muss mit den Sachen zurecht kommen, die unsere heutige Raumfahrt möglich macht.
    2. Es ist weder ein Sequel, Prequel, noch Buchvorlage oder Franchise. Das muss man leider bei einem Sommerblockbuster hervorheben, weil es ungewöhnlich ist
    3. Es ist wie Avatar technisch ein Meilenstein, weil Curaon eigene Technik mehr oder wenig entwickelt hat, z.b. wie die Lichtefekte auf den Raumanzügen möglichst realistische dargestellt werden können
    Ich verstehe eue Kritik, doch erst im Spoilerpart, davor konnte ich sie nicht nachvollziehen, aber ich muss sagen, dass Gravity auf keinen Fall mit Promtheus verglichen werden kann, da der einfach plump war und auch keine neue Meilensteine gesetzt hat.
    Ein Film mit “zeitgenössischer Raumfahrt” wird sich immer an Gravity orientieren.
    So genug des rantes, zum Schluss ganz viel flausch an euch beide, weil ihr es trtzdem gut gemacht hat, und ich beim hören spaß hatte

  • MarioL

    Habt ihr eigentlich Tipps für den Fernseher Kauf? Ihr guckt ja relativ viel daheim oder?
    Ich auch und bei mir muss endlich was vernünftiges her. So grundsätzlich denke ich mal, dass unter 40 Zoll keiner mehr was guckt bzw. daheim hat. Da bei mir der Sitzabstand aber relativ hoch ist (3,5-4m) reicht das bei mir leider nicht aus. War jetzt erst auf 46 Zoll gepollt, aber bei näherer Betrachtung ist das noch zu klein. Jetzt tendiere ich zu 50 oder 55 Zoll. Wie sieht das bei euch aus?

    • Danjel

      Unter 50 Zoll würde ich nichts mehr kaufen. Außer du sitzt wirklich nur einen halben Meter entfernt.
      Bei einem Sitzabstand von 4m liegt die empfehlene Größe bei Full-HD ungefähr bei 80 Zoll. Bei SD wäre es nur die Hälfte …da ist man früher also deutlich billiger weggekommen wenn nur der olle DVD-Player rumstand ;-)
      80 Zoll werden dir vermutlich aber zu teuer sein … als Kompromiss würde ich mind. 55 Zoll holen … da kriegt man für einen Tausender halbwegs vernünftige Geräte. Das sollte es dir auf jeden Fall wert sein um Filme richtig zu genießen.

      • Danjel

        Ach ja … bei 4K wirds dann in ein paar Jahren erst so richtig interessant ;-))

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Also ich hab mir im Jahr 2011 meine aktuelle Glotze geholt. 37 Zoll LED von LG, aber ich sitze hier ja auch nur in einem kleinen WG-Zimmer. Reicht für mich vollkommen aus. Ich bin aber auch kein Fernsehexperte: http://www.amazon.de/gp/product/B004RHVH8G?ie=UTF8&camp=3206&creative=21426&creativeASIN=B004RHVH8G&linkCode=shr&tag=secuni-21&psc=1 (Affiliate-Link).

      Solltest du auch bei Amazon kaufen wollen, empfehle ich den Kauf über unsere Links. Dann fällt ein kleiner Obolus in unsere Spenden-Kasse ab ;-)

  • die_krabbe

    Meine Fresse. Was für eine unfassbar unsachliche Diskussion. Die werten Kommentatoren sind in weiten Teilen nichtmal in der Lage sich in ihren Beschwerden an die beiden Hosts, von persönlichen Befindlichkeiten zu lösen.
    Ich finde Gegenwind gut, aber doch bitte auf eine ähnliche Art und Weise, wie man beispielsweise einen Film besprochen hätte.
    Äußerungen wie “Ich finde den Film aber voll gut, deshalb bist du doof.” sind völlig wertlos.
    Auch Kommentare sollten wenigstens ein Mindestmaß an Anspruch haben.

  • DHS

    Gravity gibt mir endlich wieder Hoffnung für die Zukunft des Kinos, denn der Film zeigt eines:

    Gebt einem Regisseur mit einer Vision genügend Zeit und Geld und er wird etwas Einmaliges schaffen. Alfonso Cuarón zeigt uns was es heißt Kinofilme zu machen. Danke!

    • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

      So ist es!
      Hier zeigt jemand ohne Abstriche seine Vision!
      Vor allem gibt er Hoffnung, dass 3D doch noch in der Lage sein wird einen unglaublichen Mehrwert zu erzeugen!

  • Kappeskopp

    Bin zwar spät dran, habe den Podcast aber erst vor 2 Tagen gehört. Normalerweise schreibe ich nicht in Kommentarbereichen, hier muss ich mich mal melden. Ich will mich nur von diesem Podcast abmelden. Ob Ihr Gravity mögt, oder nicht spielt keine Rolle: einen Filmkritiker, bei dem das Visuelle im Film nur 2-5% des Films ausmacht kann ich nicht ernstnehmen, genauso wie einen Literaturkritiker, dem die Sprache nicht wichtig ist, oder einen Musikkritiker, dem Töne nicht wichtig sind. Das geht gar nicht. Film ist nunmal eine hochgradig visuelle Kunstform. Vielleicht sollte Tamino eher Hörbücher oder Hörspiele besprechen.
    Fühlt Euch nicht zu sehr angegriffen. Seht das eher als konstruktive Kritik. Nertalk habe ich einfach ausgeschaltet, nachdem einer dort die Richard Curtis-Schmozette ‘Alles eine Frage der Zeit’ für den perfekten Film hielt. Nun ja, einen Podcast über “The Couselor” von Euch würde ich mir dann doch noch geben. Ansonsten halte ich mich lieber an Bernd Begemann, den Granden der deutschen Filmpodcasts.

    • MountainStar

      Danke für nichts! Man kann es auch übertreiben …

    • SecondUnitTamino

      Ich habe offensichtlicherweise nicht gemeint, dass mir Visualität in Filmen vollkommen egal ist. Es geht darum, dass es mir nicht nicht reicht, wenn Actionszenen einfach nur nett aussehen. Das ist dann nämlich einfach nur wie ein YouTube-Video, in dem sich 2 Typen mit geil animierten Lichtschwerten bekämpfen, was meist auch geil aussieht, aber eben nicht mehr ist. Zu einem Film gehört da für mich noch weit mehr und das habe ich nicht bei GRAVITY gesehen. Wenn du mehrere unserer Episoden hören würdest, dann dürfte dir auffallen, dass ich meist gerade der bin, der sich sehr für Audiovisualität stark macht. Aber es gibt eben einen Unterschied zwischen gut aussehender, aber bedeutungsloser und gut konzipierter bzw- eingesetzter Audiovisualität, die mit filmischen Inhalten artistisch verknüpft ist.

      Aber ich bewundere deine Methode. Du hörst einen Podcast nur solange bis einer der Teilnehmer eine Aussage trifft, die du absolut nicht teilst und dann schaltest du für immer aus, nice :-) Ich halte es auch für produktiver, nur solche Podcasts zu hören, wo man 1:1 seine eigene Meinung anhören darf, ist ja so anstrengend sonst, so mit über andere Meinungen nachdenken und so, nervt mich auch total. Danke für deine Abmeldung, ist im Klassenbuch vermerkt! Kommst du allein zurück nach Trollhausen oder soll ich dir ein Taxi bestellen?

      • die_krabbe

        du bist lustig. und hast recht.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Wäre mir euch neu, dass wir 2-5% auf die Visualität setzen. Mir persönlich geht es noch mehr wie Tamino um eine erzählenswürdige Geschichte. Wenn ich die Wahl hab zwischen Effektfeuerwerk wie Gravity oder einem Kammerspiel wie Before Sunrise, dann tendiere ich wohl aber doch eher zu letzterem. Das sollte in den letzten 1,5 Jahren wohl auch durchgekommen sein.

      Trotzdem ist es dein gutes Recht zu hören was du willst. Da muss man auch nicht pampig drauf reagieren ;-)

    • die_krabbe

      Haha! Witzbold. Wenn du die beiden als Filmkritiker bezeichnest, kann man dich nicht ernst nehmen. Das ist Unterhaltung. Kritik etwas ganz anderes. Ich denke, das würden die beiden auch unterschreiben.

      Witzbold.
      Also wirklich.

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Ich habe GRAVITY nun auch gesehen und hadere ein wenig, ob ich euren Podcast anhören soll..
    Denn aufgrund der – aus filmischer Sicht – vielleicht falschesten Entscheidung eures Lebens, nämlich auf das 3D zu verzichten, sprecht ihr faktisch über einen anderen Film als den, den ich gestern gesehen habe. Ihr wart nämlich nur im Kino, ich hingegen (und jeder andere 3D-Kinogänger) war mit Stone und Kowalski im Weltraum.

    Aber sei es drum, als treuer Hörer eurer Casts werd ich mir das wohl antun. Und allzu weh wird es aufgrund eben genanntem Fakt wohl nicht tun. Außerdem hat Tamino ja auf MP immerhin 5P gegeben.. Das ist ja für alles was nicht SEVEN oder AN ist, schon fast eine Meisterwerk-Wertung ;)

    • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

      Haha. Direkter Nachtrag: allein taminos beknackte Wortspiel-Kalauer sind schon hörenswert :D

    • SecondUnitTamino

      Manchmal redet ihr 3D-Fans so, als wäre 3D etwas so Außergewöhnliches und Bedeutsames, dass man es nur als “Eingeweiter” verstehen könnte und angemessen zu würdigen wüsste. So reden auch Drogensüchtige ;-)

      • MountainStar

        Niemand ist hier ein 3D-Fan, das hat jacker doch oben glaube ich klar gemacht. Ich kenne niemanden der 3D-Fan ist. Aber alle diejenigen die 3D sonst kritisch gegenüber stehen sagen bei GRAVITY: Fuck yeah hier macht es Sinn!
        Normalerweise stöhne ich auch wenn ich sehen, dass ein Film nur in 3D läuft. Aber bei Gravity gab es vorher so viele Stimmen die sagten: Guckt das in 3D, es ist verdammt gut. Deshalb habe ich mich drauf eingelassen und wurde positiv überrascht: es ist geil. Deine Haltung dazu ist einfach nur völlig irrational, sorry.

        Der Tennis-Vergleich ist Quatsch. Es gibt Tennis. Und es gibt 3D. Tennis ist Tennis. Es gibt nur eine Version von Tennis. Jedesmal wenn du Tennis spielst, spielst du das gleiche Tennis. 3D kann gut sein, kann schlecht sein, kann überflüssig sein, kann unsichtbar sein … etc. – du weißt es vorher nicht.

        • SecondUnitTamino

          Ich bin eben der Meinung, es FÜR MICH SELBER schon zu wissen. Noch zum Tennis-Vergleich: Vielleicht hast du Tennis mit nem blöden Partner gespielt, mieses Equipment gehabt, unter schlechten Wetterverhältnissen gespielt, warst körperlich nicht fit oder in einer unmotivierten Phase deines Lebens etc. Man kann bei allen Dingen immer zig Gründe für erneute Versuche anführen. Es ist für mich ein durchaus sinnvolles Beispiel, denn 3D wäre für mich so, als käme jetzt jemand auf mich zu und meint: “Hey, ich habe einen Profischläger für dich, den deutschen Meister als Trainer und ne Privathalle zum Üben!” Und darauf könnte ich dann trotzdem nur antworten: “Danke, aber ich mag kein Tennis” (Ich spiele übrigens sehr gerne Tennis, ich hätte lieber Fußball als Beispiel nehmen sollen). Mein Punkt ist hier: Nur weil ein Film anders ist, ist 3D für mich nicht plötzlich anders, denn ich leugne prinzipiell jedweden Zusammenhang von filmischem Inhalt und 3D. Wenn man mich kritisieren will, dann für diese Aussage, aber das ist eben meine Meinung.

          Es sei also im Gegensatz zu meiner “Irrationalität” für mich völlig rational, in Zukunft jeden (zumindest besonders prädestinierten oder whatever) Film in 3D zu gucken, das ich zwar vom Prinzip her schon nicht mag, aber dennoch immer und immer wieder ausprobieren muss, denn der 100. Versuch könnte ja ein Erfolg sein (weil das viele andere Leute sagen und man sich ja nie sicher sein kann)? Ich finde es definitiv rationaler, mich auf meine eigene Selbsteinschätzung zu verlassen und nicht auf eine anonyme Masse. Ich kenne die übliche Antwort auf diese Sichtweise schon: Ich werde als engstirnig, irrational etc. bezeichnet. Da ich bis jetzt mein gesamtes Leben lang in allen möglichen Situationen immer auf meine eigene Selbsteinschätzung vertraut habe und dabei nie enttäuscht wurde, werde ich das auch weiterhin so machen, sowohl bei wichtigen als auch bei so banalen Fragen. Deswegen gucke ich Darts und kein Fußball, habe keinen Führerschein gemacht, gehe nicht auf Partys, habe den Kontakt zu meinen furchtbaren Großeltern abgebrochen usw.

          Ich habe ja überhaupt kein Problem damit, wenn Leute hier vom 3D positiv überrascht wurden. Ich habe halt einfach nur gesagt, dass es FÜR MICH nichts ist und zwar BEI KEINEM FILM. Da ich hier nur von mir selbst rede und mich selber einfach besser kenne als die gesamte Welt da draußen, ist dieses Statement auch völlig unproblematisch. Ich brauchte einfach nur einen Versuch mit 3D um es für mich persönlich abzuhaken. Wenn andere es trotz früherer Enttäuschungen noch öfter versuchen wollen, ja gerne, aber mich hat es IN JEDER HINSICHT genervt und deswegen bin ich durch damit. Es war einfach sofort für alle Zeiten disqualifziert, da ich Kopfschmerzen bekommen habe, mir die Brille nicht gepasst hat, ich generell permanent aus dem Film rausgeworfen wurde und es einfach dämlich und überkünstlich aussah. 3D stört mich, lenkt mich ab, bereitet mir sogar Unwohlsein und das wäre bei GRAVITY für mich nicht anders gewesen. Natürlich kann ich es nie zu 100% wissen, sondern eben nur zu 99%, aber mit dieser Einstellung kann ich in meinem Leben niemals irgendeine Entscheidung treffen, denn wer weiß, wie mein Leben gewesen wäre, wenn ich wider all meiner Vorahnungen das Gegenteil getan hätte?

          Mir kann die ganze Welt erzählen, wie toll hier 3D ist, ich weiß es für mich einfach besser, da ich es bereits bei einem anderen Film ausprobiert habe und mir das für immer gereicht hat. Meine Selbsteinschätzung vs. Mob-Meinung: Meine Selbsteinschätzung gewinnt. Wenn das engstirnig ist, dann definiere ich das Wort für mich anders. Ist aber trotzdem schön, von allen bemitleidet zu werden, da ich das größte Filmerlebnis der Menschheitsgeschichte verpasst zu haben scheine. Peace :-)

          • MountainStar

            Ok. Schwieriges Thema! Nur zum Verständnis warum ich da so darauf herumhacke und wir uns immer weiter reinsteigern: Ich kann deine Meinung grundsätzlich schon akzeptieren wenn du sagts: Hey 3D ist nichts für mich. Allerdings steigst du halt so krass drauf ein und bringst so viele Argumente dagegen und stellst 3D grundsätzlich in Frage, dass ich nur versuchen wollte andere Blickwinkel darauf zu eröffnen aber die beinhalten halt auch leider, dass man sich hautnah und live mit der Technik auseinander setzen muss. Du stellst oftmals so ultimative Aussagen auf, da muss ich halt einfach aus Prinzip dagegen halten ;-) Andersrum nimmst du es wahrscheinlich ähnlich wahr. Aber nun gut, schluss damit, es gibt ja nun wahrlich spannendere Themen als 3D und auch weit aus bessere Filme als Gravity.

          • SecondUnitTamino

            Na siehste, das sind doch gute Schlussworte! Ultimative Aussagen sind definitiv mein Ding, das hört vermutlich auch nicht jeder immer so gern von mir ;-)

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Doch an sich sind sie knorke, straighte Ansagen rocken. Wenn man denn das Gefühl hat sie sind durch einen gewissen Erfahrungshorizont untermauert ;)

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Das beantwortet ja meine obige These, ohne dass du noch mal antworten musst ;)

            Trotzdem noch kurz zu einem Satz:
            “denn ich leugne prinzipiell jedweden Zusammenhang von filmischem Inhalt und 3D. Wenn man mich kritisieren will, dann für diese Aussage, aber das ist eben meine Meinung.”

            Wie definierst du denn hier Inhalt (auch wenn ich bei der Frage vermute, es läuft erneut auf unsere: “Film muss nicht zentral aus Drehbuch bestehen VS Ohne guten Plot kein guter Film”-Diskussion hinaus)?

          • SecondUnitTamino

            Inhalt ist für mich hier z. B. genau das von dir gesehen Verhältnis zwischen Mensch und Universum. Ich sehe diese Thematik in diesem Film zwar nicht, aber selbst wenn ich sie sähe, dann kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie durch 3D diese Thematik vertieft / neu rübergebracht / verfeinert würde. Genau wie ich das bei 48 Bildern pro Sekunden, Stummfilm vs. Tonfilm oder bei 4:3 vs. 16:9 Format nicht sehe. Man kann sich immer darüber streiten, bei welcher Methode man als Zuschauer mehr in der Materie ist, aber es macht doch keinen Sinn, dass eine dieser genannten Film- oder Bildformen NOTWENDIG für das Konzept einer Geschichte ist.

            Wir befinden uns doch hier auf einer völlig anderen Ebene. Ich würde diese ganzen DInge eher als “Feinschliff” eines Films bezeichnen. Vielleicht sieht ein Film besser in 24 Bildern, ein anderer besser mit 48 aus (aufgrund von mehr oder weniger Realitäts-Optik oder was auch immer). Aber mir erschließt sich einfach nicht, wie man bei solchen filmischen Teilaspekten nach zentralen inhaltlichen Themen eines Films suchen will. Der Film sieht einfach nur anders aus, aber er ist nicht anders konzipiert. So als hätte man einen Farbfilter eingesetzt. Nur sehe ich bei 3D nicht mal das (und selbst wenn ich es sähe, würde ich es als nicht sonderlich zentral einstufen). Ich sehe einfach nichts außer bedeutungsloser optischer Veränderung, die vielleicht manchen Menschen hilft, besser in den FIlm einzudringen. Es ist aber kein “aha”- sondern nur ein “wow”-Effekt.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Späte Antwort:

            In deiner Argumentation im ersten Absatz ist in meinen Augen ein kleiner Knick. Denn du argumentierst, dass solch technischer Firlefanz keinen Mehrwert bringen kann, bzw. nichts Elementares zur Story hinzufügen kann. Das ist zeitlich aber immer nur bis zu dem Punkt richtig, an dem wieder eine technische ‚Revolution‘ stattfindet.

            In der Stummfilmära haben alle gesagt: Was soll Ton uns geben, was wir nicht auch so schon erzählen könnten?

            Traf auf Stummfilme auch zu, aber eben nur, weil diese darauf ausgelegt waren ohne Ton auszukommen und über andere Wege (Overacting, Simplizität, Schrift) das wichtige zu kommunizieren. Dann kam der Tonfilm, Erzählstrukturen haben sich GRUNDLEGEND verändert und Ton war eben nicht mehr wegzudenken! Guck mal einen aktuellen Film den du nicht kennst ohne Ton und erzähl mir dann, es würde nichts elementares verloren gehen :D

            Klar, du bekommst sicher irgendwie mit was da passiert, aber du guckst den Film eben nicht so wie er konzipiert ist. Deswegen nochmal klarer: Wenn technische Neuerungen so weit bei Filmemachern angekommen sind, dass sie erlernt haben damit umzugehen und anfangen ihre Filme mit dieser neuen Technik zu konzipieren, DANN ist es soweit das die jeweiligen Filme eben nur noch im Gesamtpaket optimal funktionieren. Es geht nicht um ein grundsätzliches besser oder schlechter sein. Es geht um das Gesamtwerk Film, was immer nur genau so wie es erdacht wurde richtig ist.

            Deswegen kann TREE OF LIFE nur in 2,35:1, Farbe und Ton optimal funktionieren (und z.B. NICHT in nachkonvertiertem 3D). Der Film ist ein gutes Beispiel, weil sich ein Teil des Rausches auch aus dem Gesamtpaket und nicht aus der Story ergibt. Wenn ich den jetzt in S/W konvertiere, in 4:3 umschneide
            (womit mal eben fast die Hälfte der Bildinformation verloren ginge) und den Ton leise drehe kann ich sicher immernoch verfolgen wie der Vater seinen Sohn eiskalt und mit harter Hand erzieht. Aber das ist doch nicht mehr TREE OF LIFE.

            Und genauso eben bei GRAVITY. Wär der Film in 2D konzipiert, hätte es eine viel konventionellere Kameraführung auch getan. Das hätten keine Achterbahnfahrten sein müssen, die darauf ausgelegt sind die räumlichen Dimensionen verschwimmen zu lassen. 3D hat da einen Effekt auf den Rezipienten und Cuaron
            wollte in der Planung genau diesen Effekt haben und hat ihn als Bestandteil des Films angelegt.

            Was 3D hier machen soll beantwortest du dir in genau dem Satz selber in dem du es fragst: „Bei Farbfiltern erkenne ich, dass bei mir gewisse Stimmungen und Gefühle erzeugt werden, bei 3D erkenne ich what exactly?“
            Antwort: „dass bei mir gewisse Stimmungen und Gefühle erzeugt werden“! Wie kann man denn einem visuellen Stilmittel seine Daseinsberechtigung einräumen, und einem anderen, nur weil man es persönlich nicht mag, jegliche ähnliche Wirkung absprechen? Ein Fincher-Blau/Grau-Filter, der dabei hilft Tristesse zu erleben und
            3D in GRAVITY das dem Zuschauer dabei hilft Schwerelosigkeit und Schwindel zu erahnen, sind konzeptionell gleich. Entweder du sagst: Beides Schnickschnak und sinnlos, oder du sagst: Beides legitim. Dir muss ja nicht beides gefallen, aber die Funktionsweise ist gleich.

            „3D gehört für mich genau wie Geruch oder Geschmack nicht zu einem Film. Es ist nicht IM Film, sondern wird VON AUßEN draufgestülpt. Es bringt eine andere Dimension in das Medium, die mir fremd und unpassend
            vorkommt.“
            Trifft auf jeden nachkonvertierten Film zu, trifft aber nicht auf einen in 3D geplanten Film zu. Gleiches Beispiel: Farbfilter im Nachhinein über ein x-beliebigen Film? Bullshit! Farbfilter in SEVEN weil es Finchers Style ist und er die jeweilige Atmo der Szenen noch verstärken will. Hauptgewinn!

            Ich glaube du sträubst dich aus persönlicher Ablehnung heraus einfach enorm dagegen 3D zumindest als legitimes Stilmittel anzusehen. Aber dass ich etwas nicht mag, bedeutet nicht, dass es nicht dazu in der Lage ist andere in Verzückung zu versetzen. Nur weil Person A Industrial als Krach empfindet, ist es trotzdem möglich Person B zu begeistern. Ich denke das geht vielleicht mit dem grundsätzlichen Hang von dir/euch zum ‚Erzähl’kino und den leidigen ‚objektiven‘ Maßstäben der Filmqualität irgendwie einher. Wenn ich Story fokussiert ilme gucke, neige ich wahrscheinlich schneller dazu, sowas als Blenderei abzutun. Allerdings passt dazu nicht das Anerkennen von Farbfiltern als legitimes Stilmittel :P

            Zum letzten Absatz noch etwas:
            „Müsste man sich an deiner Stelle nicht letztendlich wünschen, dass alle Filme im Weltall in 3D wären, wenn man sich dann viel mehr als in diesen eingetaucht fühlt?“ Nein, eben nur, wenn das Stilmittel SINNVOLL eingesetzt wird. 3D Filme müssen mit Räumlichkeit und Plastizität arbeiten, die Kamerawinkel und -fahrten müssen darauf abgestimmt sein, etc. Deswegen funktioniert das nachträgliche aufdrücken von 3D auf (mittlerweile) fast jeden Mainstreamblockbuster ja auch nicht. Das ist wie Nachcolorierung von S/W. Nicht unbedingt störend, aber doch wenig sinnig.
            „Also 2001 Remake in 3D? Ganz ehrlich, was spräche denn dann dagegen?“ Dagegen spricht, dass 2001 völlig andere Ziele und Inhalte vermitteln will, dafür wurde der Film konzipiert. Wie du selbst sagst: Nur das ältere Filme nicht von vornherein darauf ausgelegt wären. Das ist der Punkt. Man könnte 2001 konvertieren und es wäre sicher teilweise ganz nett, Szenen wie die sich drehende Brücke im Raumschiff, oder die Farbflut am Ende würden in 3D sicher ganz gut taugen, aber eben nicht mehr als das. 3D steht in der jetzigen Form (GRAVITY hat da erstmal eine Messlatte Meilen über den gängigen Standards gelegt) und der Erkenntnis wie es Sinn und Spaß macht, vollkommen am Anfang, Cuaron ist imo der erste der verstanden hat, was man damit machen kann/sollte. GRAVITY ist allein schon vom Setting völlig anders als 90% aller anderen Filme, viel eigener und konsequenter. Gerade das zeigt mir, dass 3D auch absolut nichts für jeden Film ist, sondern nur mit speziellen Settings und Ansätzen funktionieren wird. Ein Film, in dem zwei Leute sich an nem Tisch in ner Wohnung unterhalten, kann in
            S/W, 4:3, 3D und/oder mit Gerüchen sein, nichts davon ändert wirklich was am Resultat. Hier aber schon, weil ein Überlebenskampf in der Schwerelosigkeit eben kein Gespräch am Küchentisch ist. Und zuletzt: “Warum sollte in Zukunft nicht jeder Space-Film in 3D sein, wenn es doch nur der Erfahrung des Weltraum Settings hilft? Wie
            wäre hier dein Argument?“ Wie gesagt, die Erfahrung kommt nicht durch den Fakt, dass GRAVITY im Weltraum spielt, sondern die Art wie Cuaron die Kamera und den Szenenaufbau gestaltet hat. Ob SciFi, Fantasy, oder Thriller. Egal! Es muss mit Räumlichkeit und Bewegung gespielt werden, damit die Technik aufgeht! Thema nun abgeschlossen?! Cheers :)

          • SecondUnitTamino

            Aaaaaaalso das kann ich ja mal nicht so stehen lassen: hehe, nein, Thema ist durch. Verstehe dich wie üblich jetzt deutlich besser. Du musst halt nur jedes Mal eine 5 Seiten lange Erklärung schreiben ;-)

      • Schublos

        “ihr 3D-Fans” …. da fängt es doch schon an. Tamino gegen den “Mob”.
        Komm doch mal raus aus deiner Ecke. Es gibt kein “Ihr” es gibt nur ein “Wir”. Wir sind alle Filmfans. Und jeder von uns hat eine eigene Meinung. Jeder kann eine völlig unterschiedliche Meinung haben, oder manchmal gibt es auch mehrere Leute die die gleiche Meinung haben. Manchmal bist du in der einen Gruppe, manchmal in der anderen. Manchmal ist die eine Gruppe größer, manchmal die andere. Manchmal gibt es keine Gruppen. Es gibt auch andere Leute die Gravity scheiße finden oder 3D grundsätzlich ablehnen. Da ist kein Mob Tamino. Du bist kein einzelner Kämpfer dessen Aufgabe es
        ist seine Werte und Ideale gegen den Rest der Welt zu verteidigen. Be more open minded.

        • SecondUnitTamino

          Meine Wahrnehmung ist eher, dass der “Mob” hier gerade nicht open-minded ist, denn er akzeptiert meine Meinung ja nicht. Hier wird permanent mit verschiedenen Worten behauptet, ich hätte quasi einen anderen Film gesehen (da nur 2D) und könnte deswegen nicht so wirklich mitreden. Das finde ich halt einfach nur peinlich. Ich sehe nicht, wieso ich hier in irgendeiner Weise irrational oder engstirnig argumentiere. Ich behaupte einfach nur, dass 3D bei jedem Film für dessen Inhalt gleich irrelevant ist. Da Christian und ich mit dieser Meinung allerdings ziemlich alleine stehen und alle sofort auf uns einprügeln, wenn wir sie äußern, fällt es doch ein wenig schwer, aus der Ecke herauszukommen. Was soll ich denn sonst noch machen als meine Ansichten darzustellen? Ich habe das alles in der Sendung und hier mehrmals und verschieden begründet, aber ich bekomme nur zu hören: “Du darfst keine Meinung haben, weil du den Film nicht in 3D gesehen hast” oder “Du bist engstirnig und irrational, weil du den Film nicht in 3D gucken willst”. Und ICH bin der, der sich ÖFFNEN soll?

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Hihi, ärgern tue ich mich über eure (speziell deine) Meinung eh nicht ;)
        Denn je mehr wir auseinander liegen umso mehr kann ich hier in die tasten hauen (auch wenn das nicht immer Ausmaße wie in unserer Surrealismus-Diskussion annehmen muss) und wir können diskutieren.

        Wie Schublos schon sagt: Es geht hier nicht um “Wir 3D Fans”. GRAVITY hat noch nicht gereicht um mich zum überzeugten 3D-Fan zu machen. ABER: Genau ein (Zitat:) Marketing-Gimmick ist 3D eben bei GRAVITY nicht. Der Film wurde in 3D erdacht, als erster Film seit ABADDA mit den Cameron’schen 3D-Cams gedreht und das gesamte Szenenbild ist dazu da als Zuschauer in dieser Räumlichkeit aufzugehen. Das ist nicht THOR oder MOS.
        Und alle die hier “stänkern”, wollen euch doch im Kern nur davon berichten, dass der Film auch (oder speziell) für die 3D-Hater eine schöne Gelegenheit für einen neuen Blick darauf gewesen wäre.

        Man fragt sich oft in Bezug auf 3D ganz einfach “Wozu das?”
        Hier kann man erleben wozu es gut ist..

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    War ja gar nicht so schlimm, irgendwie klang eure Beschreibung des Casts, als ob es nen Verriß vom TREE OF LIFE Kaliber zu erwarten gab. Aber Christian mochte ihn ja sogar. Gut so Christian ;)

    Ich finde es etwas schade, dass ihr den (für mich) zentralsten Punkt/Wert des Films in der kompletten Diskussion nicht einmal ansprecht: Das Verhältnis des Menschen zum Universum. Und daraus abgeleitet Gedanken zur hochentwickelten Technologisierung, die trotzdem nach wie vor (und auch unumkehrbar) den Naturgesetzen unterlegen ist. Der Film stößt bei mir weitaus mehr an, als dass ich mich groß an Figurenzeichnung oder Hollywood-Stilistik stören würde/könnte. Da geht es um mehr als nur das Leid der Figuren. Selbst wenn ich mir da jetzt Gedanken drüber machen würde, oder euren Ausführungen lausche schmälert das auch in keinster Weise das, was Cuaron mit mir im Kinosessel veranstaltet hat.
    Vielleicht geht mir das nun nonstop durch den Kopf, weil ich den Film als absoluten Trip empfunden habe. Trip, im Sinne von “dabei gewesen”. Diese ganze unfassbar gute Optik ist nicht nur da, um lediglich hübsch zu sein (deswegen passt der PROMETHEUS Vergleich nicht so recht, AVADDAH auch nicht), sondern – allerdings essentiell in Verbindung mit 3D – um ein intensives Gefühl für diese Leere und Unendlichkeit zu bekommen.

    Allein diese Kamerafahrten!
    Die haben (im positiven Sinn) echt Schwindel ausgelöst und dieses Gefühl vom Verlust der Schwerkraft und jeglichen Bezugspunktes (oben = links = unten = vorn = …) so verstärkt, dass ich absolut ohne Umschweife sagen kann: Was der GRAVITY 3D Kinobesuch mir für ein ERLEBNIS beschert hat, ist bis jetzt in Bezug auf das Medium Film einzigartig. Ich wurde schon durch diverse Filme extrem eingesaugt und war sowas von drin, dass ich alles um mich rum vergessen habe – aber noch nie so vollkommen wie bei diesem Film! Das Gesamtpaket aus primär 3D + perfekter CGI, aber auch dem Soundtrack (stimme dir zu Christian, ist genial! Kann man übrigens auf Spotify streamen) schlug ein wie ne Bombe!
    Absolutes Ausnahmewerk!

    Thema der “platten Handlung und Figuren”: im Film nimmt der Weltraum eine extrem dominante Rolle ein (fast wie ein dritter Protagonist, allerdings einer dem man als Gegenspieler unmöglich überlegen sein kann) und daraus entwickelt sich eine so hoffnungs- und ausweglose, unmenschliche und triste Situation, dass ich mit JEDEM Menschen der in Ryan’s Situation stecken würde das absolut größtmögliche Mitgefühl entwickeln würde. Egal ob ich alles, oder schlichtweg gar nichts über sie/ihn weiß. Und deswegen ist der Film in meinen Augen so anders, so besonders und keinesfalls mit ‘klassischen’ Filmen (im Sinne der Narration) zu vergleichen. Story, Charakterzeichnung, etc. all die Begriffe die sonst Filme beschreiben rücken völlig in den Hintergrund und weichen der ‘Erfahrung’!

    Und ich glaube wirklich, dass der Film in 2D schlichtweg keinen Sinn macht und man genau auf “herkömmliche” Filmmerkmale zu achten beginnt, die in 3D in den Hintergrund rücken, weil man so dabei ist (IM Weltall, IN der ISS, IN Bullock’s Raumanzug), dass alles Sinn macht, weil man sich so in die Situation geschmissen fühlt, dass nur das Ziel zählt. Ich kann ja diese anti-3D Haltung verstehen (ich selber würde sagen von 10 Versuchen hatte ich (vor GRAVITY) zwei Mal das Gefühl es bringt mir etwas, sonst war es Bullshit), allerdings hab ich doch schon geschluckt, dass Tamino nach EINEM (!) Versuch damit abgeschlossen hat und immer fröhlich dagegen rantet..
    Klar, die Träne war zwischendurch mal 08/15 3D (wobei speziell das Motiv einer schwerelosen Träne und daraufhin Fassen neuen Mutes schon irgendwie schön ist), aber das war Ausnahme, der Rest war unglaublich.

    Die Besetzung mit Bullock und Clooney fand ich übrigens ziemlich gut, ich mag beide (allein schon weil Sandra Bullock zu hübsch ist, um sie nicht auf Leinwand sehen zu wollen) und ich denke bei einer so außergewöhnlichen Filmidee war es für die Finanzierung einfach nötig. Klar, CHILDREN OF MEN kursiert als Dystopie-Geheimtipp, aber ich kann es mir bildlich vorstellen wie Cuaron mit Studiobossen zusammensitzt und sein Herzensprojekt vorstellt: “Ja und ER ist dann nach 20 min weg und den Rest de Films driftet sie alleine durchs Weltall und führt Selbstgespräche..” WTF? :D

    Christians Unentschlossenheit und Probleme der Einordnung nach der Sichtung, sind das beste Beispiel überhaupt, für den Effekt den Erwartung auf einen haben kann. Egal ob sie gut oder schlecht ist, sie lenkt uns in eine Richtung! Hier ist es ja schon bezeichnend: Totale Verwirrung, dass der erwartete Totalausfall nicht eingetreten ist ;) Ich kann es wirklich nur jedem raten: Trailer boykottieren, Hypes ignorieren, KEINE Reviews im Vorfeld, erst recht nicht von Leuten, die einen meist in der eigenen Meinung bestätigen (vielleicht sogar leiten?).

    Zur Frau im Film: Umgedrehte Rollenverteilung wäre doch albern. Ich sehe das eher so: Der Anfang zeigt das klassische Muster (er erfahren und fähig, sie schwach und unmündig), aber  er ist halt rechnt schnell weg und sie wächst im weiteren Verlauf absolut über sich hinaus, setzt zwar die Anweisungen grob um, muss aber immer wieder improvisieren um weiterzukommen. Auch sein kurzer Auftritt später entspringt ja ihrem Geist. Passt schon. Ich finde sie ist weder als “starke” noch “schwache” Frau angelegt, sondern schlicht als “normale” Frau. jeder Mensch dreht in Stresituationen ab, wenn er keine Routine darin hat, ist ängstlich im Angesicht des nahenden Todes und tut demnach vielleicht auch falsche Dinge.

    Mir hat der Film auf jeden Fall den Glauben an die Möglichkeiten von 3D wiedergegeben udn die unglaublichste Kino-Erfahrung ever bescheert. Falls irgendwann mal (was leider bei der Schnelllebigkeit des Filmbusiness nicht passieren wird) irgendwo eine 3D Retrospektive gezeigt wird, wird das für mich dann das zweite Mal das ich ihn sehe, denn so gut ich ihn fand, es ist imo der erste Film überhaupt, der in 3D erdacht, konzipiert, umgesetzt und gezeigt wurde und somit nicht anders funktioniert (funktionieren kann). GRAVITY ohne 3D stelle ich mir wie SEVEN ohne Ton vor ;)

    • SecondUnitTamino

      Erstmal natürlich danke für den üblichen ausführlichen und produktiven Kommentar. Zu dem Verhältnis von Mensch und Technik habe zumindest ich in der Sendung einfach nichts gesagt, weil ich es einfach nicht die Bohne gesehen habe und selbst im Nachhinein nicht das kleinste Anzeichen (!) dafür entdecken kann. Ich habe das weiter oben zu einem anderen Kommentar von dir schon kurz erwähnt, ich sehe da bei GRAVITY nicht den geringsten Unterschied zu jedem anderen Katastrophen- oder Survivalfilm.

      Das mit dieser leidigen 3D-Geschichte ist im Grunde wie bei allen anderen Bereichen im Leben auch. Warum soll ich etwas weiterhin ausprobieren, was mir nicht gefällt und das ich einfach in jeder Hinsicht dämlich finde? Wenn du einmal Tennis spielen gehst und es dir keinen Spaß macht, gehst du dann noch 100 Mal spielen bevor du was anderes ausprobierst oder wieder den Sport machst, der dir schon vorher gefallen hat? Dann kann dir gerne jeder erzählen, warum Tennis der geilste Sport der Welt ist, wenn du ihn nicht magst, dann ist es halt so. Und wenn mir jemand erzählt, GRAVITY erfährt man erst richtig, wenn man ihn in 3D sieht, dann ist so als wenn ich sage, man hat erst wirklich Sport gemacht, wenn man Tennis gespielt hat.

      Ich persönlich bin mir einfach sicher, dass 3D für mich nichts ist. Ich habe einfach kein Interesse daran, es noch weiter auszuprobieren (höchstens vielleicht irgendwann nochmal für den Podcast). Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, dass ich es plötzlich doch total toll fände, aber ich glaube es einfach nicht und zwar gar nicht, zu 0% (was natürlich trotzdem nur eine Vermutung ist). Eben so wenig, dass ich nicht mal einen einzigen Film und ein paar Euros für einen weiteren Test opfern würde. Geht man nicht für gemeinhin auf diese Weise durchs Leben, weil man einfach nicht die Zeit hat, alles zig Male auszuprobieren bevor man höchstwahrscheinlich am Ende eh zu dem gleichen Ergebnis kommt wie sofort? Wenn man etwas nicht mag und nicht mal das Interesse daran hat, es noch weiter auszuprobieren, dann ist diese Sache einfach auch zu 99% nichts für einen, so sehe ich das.

      Mein Vergleich am Ende wäre übrigens: GRAVITY in 3D ist wie SEVEN, der 10% langsamer abgespielt wird: Anders, aber vollkommen sinnlos und störend. Und GRAVITY in 2D ist wie GRAVITY.

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Danke für die Antwort :)

        Hier stoßen wir scheinbar direkt wieder auf elementare Sichtweisen, die wohl einfach eine Typfrage sind..
        “Wenn du einmal Tennis spielen gehst und es dir keinen Spaß macht, gehst du dann noch 100 Mal spielen bevor du was anderes ausprobierst oder wieder den Sport machst, der dir schon vorher gefallen hat?”

        Da liegt der Punkt – 100 mal sicher nicht, aber ich würde niemals (!!!) nach einem Versuch einer Sache (egal welcher) abschwören. Wie soll ich denn – um auf dein Beispiel zu kommen – nach einem Versuch überhaupt wissen, dass mir das Spaß macht? Beim ersten Mal kann amn doch nicht mal den Schläger richtig halten!
        Ich persönlich weiß, dass Dinge manchmal ein wenig brauchen um im Herzen anzukommen. Beispiel: Fast immer, wenn ich ein neues Album einer Band höre die ich mag, bin ich nach dem ersten (und zweiten und manchmal sogar dritten) Hören nicht sonderlich angetan. Manchmal sind das trotzdem Alben, die ich später liebe! Weil man sich vom Bekannten lösen und dem Neuen öffnen muss. Das kann dauern und ich persönlich weiß, dass mir viel entgehen würde, wenn ich Dinge nach einem Versuch verurteilen würde.

        Ich bin da vielleicht einfach immer nach vorn orientiert und sehe in jeder neuen Technik/künstlerischen Strömung/Musikgenre/etc. immer eine Chance, die irgendwann mal jemand richtig nutzen wird. Deswegen hab ich 3D auch in unregelmäßigen Abständen immer wieder probiert und habe nun endlich ein Werk gefunden, dass elementar mit dieser Technik verschmilzt..

        Aber du scheinst dir selbst eine unglaubliche Konsequenz aufzuerlegen, oder glaubst/weißt dich und deine Sicht auf Dinge schon perfekt einschätzen zu können. Insofern kann ich nur empfehlen Dingen mehr als eine Chance zu geben und zu 3D sagen, dass GRAVITY die beste Chance dafür gewesen WÄRE. Aber der Zug ist nun ja hinter dem Horizont entschwunden

        • SecondUnitTamino

          Das Musikbeispiel ist in der Tat interessant. Das “Neus-Lieblingsband-Album-Phänomen” kenne ich auch, nur ist da bei mir eben auch sofort immer die Lust, dem Album noch weitere Chancen zu geben. Es wirkt auf mich dann meist eher so: “Ich habe das Gefühl, ich bin noch nicht so richtig reingekommen.” Aber bei anderen Dingen entwickelt man ja manchmal im Gegensatz dazu sofort eine begründetet Ablehnung. Wenn ich z. B. Justin Bieber höre, dann reichen da ca. 10 Sekunden, um ihn auf ewig für mich zu disqualifizieren. Die Chance, dass er ein Lieblingskünstler von mir würde, kann ich natürlich auch nicht ausschließen, aber das nehme ich gerne in Kauf und verwende meine Zeit mit anderer Musik.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Haha, aber als Filmfreund ist doch eine neue Technologie zum Filme schauen wie ein neues Album (oder zumindest ein Experiment) der Lieblingsband und nicht wie Justin Biber :D

          • SecondUnitTamino

            Joa, ich sehe das halt etwas anders. Dazu solltest du abschließend noch auf meinen ausführlichen Post weiter unten eingehen. :-)

  • Eddie

    Schaffen wir es noch die 100 Kommentare voll zu machen?

    • Rafti

      Hier kommt Nummer 98 :)
      2 to go!

      • zofilloso

        Und hier auch schon die Nummer 99! einen brauchen wir aber noch!