Second Unit #264 – West Side Story [1961]

Wir schnipsen uns weiter durch unser Podcast-Programm! In dieser Woche mit Anne-Katrin Pache-Wilke und West Side Story (Amazon-Link*). 

[YouTube Direktlink]

Den Regiestuhl teilten sich mit Jerome Robbins und Robert Wise gleich zwei Experten ihres Faches. Das Drehbuch stammt von Ernest Lehman, nach einer Vorlage von Arthur Laurents. In den Hauptrollen spielen und tanzen Natalie Wood als Maria, Richard Beymer als Tony, Russ Tamblyn als Riff, Rita Moreno als Anita und George Chakiris als Bernardo. Warum sie die Musik von Leonard Bernstein nur selten singen diskutieren wir im Podcast.

Darüber hinaus geht es uns um die Produktion, die Inszenierung und die phantastischen Bewegungen der Tänze und Kamera sowie um die gesellschaftskritischen Motive.

Nächste Woche machen wir mit Tamino und dem ersten Mission: Impossible (Amazon-Link*) weiter. Dazwischen schieben wir noch eine Mini Unit zu Solo: A Star Wars Story (Amazon-Link*) ein.

 

[Download | Länge: 02:00:07 | Größe: 57,8 MB]

[Teaser-Bild: “198/365: Marquee” by bradleypjohnson is licensed under CC BY 2.0]

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5 Kommentare

  1. Okay… ich hab die Folge gehört und wirklich Spaß dran gehabt. Und ich
    hätte am liebsten direkt mitdiskutiert, was mir bei einem guten Podcast
    immer so geht.

    Ich bin aus der Folge raus und dachte so ‚Ich würd
    gerne Mal mit Kostuemfrau ein Gespräch über Musicals führen‘. So vieles
    von dem, was sie gesagt hat, kann ich unterschreiben. Und „Singing in
    the Rain“ ist mein 2-liebtes Musical nach „West Side Story“.

    Nachdem
    ihr Gene Kelly so gelobt habt (und das Zurecht), lasst mich nochmal
    Fred Astaire ins Gespräch bringen, den ich auch sehr liebe. Die ganzen
    Musicals der 30er und 40er in Hollywood habe ich als Teenager quasi 24/7
    geschaut und sie haben einen speziellen Platz in meinem Herzen.

    Aber
    eigentlich kommentiere ich, weil ich gerne ein wenig zu Leonard
    Bernstein ergänzen würde. Bernstein war von Haus aus klassischer
    Konzertpianist und hat darüber den Weg zum Dirigieren gefunden. Er hat
    jahrelang als Dirigent für große Symphonieorchester garbeitet auf einer
    Höhe mit Größen wie zum Beispiel Karajan. Obwohl er vor allem in der
    Klassik Zuhause war, hat er es geschafft, den Spagat zwischen E- und
    U-Musik zu machen. Und das vor allem in Form von Musical-Musik. Neben
    „West Side Story“ war einer seiner größten Musicalerfolge auch noch „On
    the Town“, das sich eher an die Musicals der 30er und 40er in Hollywood
    anlehnt und mit Gene Kelly und Frank Sinatra in den Hauptrollen 1949
    ebenfalls verfilmt wurde. Außerdem kennt man ihn vielleicht auch noch
    von der sehr guten Fernsehserie „Young People’s Concerts“, in der er
    versucht jungen Leuten klassische Musik, die Begrifflichkeiten, Werke
    und Komponisten näher zu bringen. Meines Erachtens nach ist diese Reihe
    ein wahrer Geniestreich.

    Ihr seid darauf eingegangen, dass die
    Schauspieler in der Verfilmung zum Großteil für den Gesang gedoubelt
    wurden. Der ursprüngliche Wunsch war wohl, die Originalbesetzung des
    Musials für die Verfilmung zu engagieren, aber das Studio bestand auf
    zugkräftigen Namen aus Hollywood, um den Film zu promoten, wodurch vor
    allem Natalie Wood und Richard Beymer an Bord kam. Die
    Gesangsdarbietungen im Film sind bis auf wenige Ausnahmen alle ein wenig
    durchschnittlich. Ich liebe die Musik, aber die Filmvariante ist ein
    wenig schwach auf der Brust.

    Bernstein hat 1985 eine separate
    (großartige) Einspielung der Musik mit klassischen Sängern gemacht.
    Natürlich ist das nochmal eine komplett andere Herangehensweise, aber
    die Musik entfaltet ihre eigentliche Brillianz erst durch wirklich
    trainierte Stimmen. Es gibt dazu eine sehr schöne Dokumentation von der
    BBC, die bei den Aufnahmen dabei war – „Leonard Bernstein Conducts West
    Side Story / The Making of ‚West Side Story'“ (BBC, 1985). Sie läuft im
    deutschen TV ab und an in den dritten Programmen. Oder hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=j3SEW63LsaM

    Übrigens True Crime
    und so… Natalie Woods Ehemann damals war der heute noch immer bekannte
    Robert Wagner. Gerade jetzt im Februar 2018 sind neue (alte)
    Zeugenaussagen aufgetaucht, die ihn belasten. Er wurde erneut zur
    Zeugenbefragung geladen und die Ermittlungen zu dem Fall offiziell von
    der Kriminalpolizei wiedereröffnet. Alles sehr, sehr spannend, auch wenn
    ich persönlich nicht glaube, dass es nach so langer Zeit zu einer
    Verurteilung kommt.

    Ich könnte noch mehr Kleinigkeiten ergänzen,
    aber es gibt nichts Schlimmeres als viel zu lange Kommentare. Und dieser
    hier ist eigentich schon zu lang.

    P.S.: Ich könnte mir
    vorstellen, dass ihr an der 1988er Originalverfilmung von „Hairspray“
    auch eure Freude haben würdet, weil das eine total seltsame und wilde
    Story ist, die so gar nicht in das übliche Musicalgenre passt. John
    Waters macht ja oft schräge Filme und Hairspray reiht sich da ein. Ein
    bisschen wie Grease auf Speed. Alles sehr abgedreht und wunderbar. Das
    Remake war zwar auch witzig – vor allem wegen John Travolta und
    Christopher Walken als Ehepaar – ist aber sehr für den Massengeschmack
    geglättet worden.

  2. Sehr schöner,hörenswerter Podcast – hat Spaß gemacht!
    Übrigens,ich möchte gerne auf ein eher unbekanntes,nichtsdestotrotz sehr sehenswertes Film-Musical hinweisen,in dem Christopher Walken zwar nur eine kurzzeitige,kleine Rolle hat,
    dafür aber eine unvergessliche Tanz-und Gesangsnummer darbietet: Pennies From Heaven/Tanz in den Wolken (1981) .
    Eine weitere Empfehlung ist,das leider etwas übersehene,auf jeden Fall eine Besichtigung lohnende Film-Muscial,zu dem Stephen Sondheim die Musik komponierte: Toll trieben es die alten Römer / A Funny Thing Happened on the Way to the Forum (1966).
    And last but not least noch eine Empfehlung,die mir persönlich am Herzen liegt,ist der leider,hier bei uns zumindest,vergessene,bei der jungen und jüngeren Generation von (Film-)Musical-Liebhabern ziemlich unbekannte innovative Choreograph und Regisseur,der Musical-Pionier Busby Berkeley (dessen Filme unglücklicherweise hierzulande kaum erhältlich sind).

  3. Das der erste Akt mit dem Kampf endet, ist original aus Romeo und Julia. Ich finde auch dass der Film gegenüber dem alten Stück total bieder ist. Ich habe eine Aufführung auf DVD angesehen, und es war mir nicht klar wie absurd das ganze ist, und wie notgeil die beiden aufeinander sind. Die ganzen Anspielungen fehlen, wie Ja, die Rolle der Frau bei den Jets ist komisch. Sie heißt „Anybody“ im Film. Ich weiß nicht was ich davon denken soll.

    Ich fand den Film nicht so toll. Das Schauspielen ist mir einfach zu altbacken, nach Brando und Deen. Ein Film der vorher kam, wie „An Imitation of Life“ hat das Thema Rassismus für mich besser behandelt. Und die Songs haben mich nicht ergriffen, besonders „I feel pretty“ fand ich echt grenzwertig. Das Makeup fand ich auch najaaa.. Alle Sharks hatten die gleiche Perücke und ein bisschen Farbe im Gesicht. Und der Kampf gehört für mich in die Mitte und nicht fast ans Ende. Dann kommt ja erst der absurde Plan von den Beiden ins Rollen. Im Film war mir das am Ende zu gehetzt, obwohl der zweieinhalb Stunden dauert. Vielleicht weniger rumspringen. Besonders doof fand ich wie Riff theatralisch in das Messer springt.

    Eine Verbesserung die der Film gemacht hat, war wie Anita nach der Beinahe Vergewaltigung den Jets sagt, dass Maria tot ist, und die Pläne durchkreuzt. Das mit dem Gift im Stück ist mir zu sehr fantasy.
    Das Remake geht wohl gut voran, und Spielberg ändert wohl doch was.
    https://ew.com/movies/2019/03/21/everything-we-know-west-side-story-remake/
    https://www.elle.com/culture/movies-tv/a27170344/west-side-story-movie-spoilers-rumors-news-date-cast/
    Aber ich weiß nicht wieso es diesen Film gibt. Kein Mensch glaubt mehr an eine Polnische Gang. Und die „klassische“ Gang nach Ethnien gibt es nicht mehr auf den Straßen. Sollen die auch mit Maschinengewehren rumlaufen? Sollen die mit denen rumtanzen?
    Ich habe auch eher Angst dass Spielberg die Gegenwert aufgreift. Seine neuen Filme sind sehr auf die Vergangenheit bezogen. Was soll ein alter Mann (Sorry Steve) über die Konflikte der Jugend wissen. Aber die Gegenwart einfach so in den neuen Film zu stecken will auch nicht. Stell dir vor es gibt ne Szene, wo Maria vom Tod von Bernado auf Instagram erfährt. Nein.

    Edit: Ah ja, ein paar Fucks sind in Filmen erlaubt. Dann können sie auch ein PG-13 kriegen. Aber nicht im sexuellen Kontext. Ein Fuck Krupke wäre ok.

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