Second Unit #61 (Hörervorschlag: 23 – Nichts ist so wie es scheint)

Der Monat neigt sich dem Ende entgegen und das bedeutet, dass ihr mal wieder das Programm bestimmt. Dieses Mal ist es mit 23 – Nichts ist so wie es scheint (Amazon-Link*) das Filmdebut von August Diehl.

Doch zu Beginn verweise ich noch mal in einem kurzen Eigenwerbelock auf eine von mir mitorganisierte Filmreihe in Kiel. Wir zeigen vier Dokumentarfilme über ungewöhnliche Reisen. Die ersten beiden Termine rücken langsam näher. Am 10.06 geht es los mit Unplugged: Leben Guaia Guaia, ein Film über zwei deutsche Straßenmusiker. Die beiden werden uns auch im Kino besuchen und ihren Tourauftakt in Kiel starten. Am 12.06. zeigen wir Paddle To Seattle, in dem zwei Kayak-Fahrer von Alaska nach Seattle durchpaddeln. Beide Filme starten jeweils um 20:30, der Eintritt kostet 5,00€ bzw. 4,50€ für Studierende. Kommt vorbei und sagt Hallo!

Mit dieser Sendung eröffnen wir die nächste Runde für eure Vorschläge. Dieses Mal suchen wir einen Film von Woody Allen. Ich möchte mal wieder eine Bildungslücke schließen und ihr könnt mir dabei helfen. Also, welchen Woody-Allen-Film sollen wir Anfang Juli in der Sendung besprechen? Schreibt euren Vorschlag in die Kommentare!

Mir ist neulich ein zum Thema passender Artikel in die Finger gekommen. Das Drama Blog beschäftigt sich nämlich mit der Frage, warum der deutsche Film so ist wie er ist. Wir gehen in der Diskussion nicht direkt auf diese Frage ein, aber der Artikel ist trotzdem eine große Empfehlung.

Das Getränk in dieser Woche passt mal wieder perfekt zum Film. Denn Club Mate wird landläufig auch gern als “Hackerbrause” bezeichnet.

[YouTube Direktlink]

Wie schon erwähnt ist 23 – Nichts ist so wie es scheint der Durchbruch für August Diehl, der hier den Protagonisten Karl Koch spielt. Sein Kumpel David wird von Fabian Busch gespielt. Dieter Landuris ist der Drogen- und Informations-Dealer Pepe; Jan-Gregor Kremp ist der Geschäftsmann Lupo.

Wir beschäftigen uns besonders mit der Inszenierung des Filmes und die Rolle der Verschwörungstheorien für die Handlung. Zum Schluss schmeißen wir mit einer Menge deutscher Filme um uns und finden auch einige interessante Vertreter. Trotzdem kann uns der deutsche Film nicht vom Hocker hauen. Aber vielleicht müssen wir uns nur noch weiter in die Materie einarbeiten.

Nächste Woche widmen wir uns mal wieder einem Blockbuster. Inception (Amazon-Link*) steht endlich mal auf dem Programm. Als Vorbereitung gibt es schon eine kleine Diskussion Tamino und mir zur Strukturähnlichkeit von Träumen und Filmen drüben bei Second Cut zu hören.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 01:21:20 | Größe: 37,4 MB| @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: cc by Robert Emperley]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • Heisenberg

    Holy shit! Nächste Woche endlich Inception … gut, dass ich mir den erst vor kurzem mal wieder reingezogen habe und wie immer völlig begeistert war. Bin schon sehr gespannt was Tamino daran auszusetzen hat ;-)

    Noch ein paar Hörtipps ergänzend zu dieser Folge

    Podcast CRE: Hackerfilme -> sehr interessante Folge über Hackerfilme, unter anderem auch 23, und besonders interessant: einer der Sprecher kannte den Betroffenen aus 23 persönlich und erzählt einiges dazu -> http://cre.fm/cre202

    Zum Thema deutsche Filme empfehle ich euch dieses Folge des Celluleute Podcasts: http://cdn.celluleute.de/mp3/celluleute0004.mp3

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für die Links!

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Mal wieder eine schöne Sendung, auf die ich mich gefreut hatte.
    Zum einen weil ich 23 zwar ewig nicht gesehen, aber in guter Erinnerung habe, zum anderen weil ich gespannt auf eure Meinung zum deutschen Film war.

    Auf ganzer Ebene geliefert :)

    Erstmal zu 23:
    Wie gesagt, ist lang her, hat mich damals aber ungemein fasziniert. Ich habe den Film (mit 16) gesehen, kurz nachdem (oder sogar weil) ich erstmalig von den “Illuminaten” gehört hatte und diese ganze Verschwörungsthematik sehr spannend fand. Im Film wird es meiner Meinung anch ziemlich gut dargestellt wie man sich in einer solchen Denke verlieren kann und im Resultat immer weiter abdriftet und in Paranoia/Wahnsinn endet. Das Hackerumfeld und der Drogenkonsum wirken da sicher noch katalysierend.
    Besonders ist mir, die auch von euch erwähnte Authentizität in Erinnerung geblieben. Fühlt sich alles wirklich real an. Ich finde es auch gar nicht so schlimm, dass weniger Fokus auf die Charakterentwicklung gelegt wurde, denn besonders bei solch einer Nacherzählung wahrer Begebenheiten brauche ich nicht noch hochdramatisierte Familien-Dramen. Kann man natürlich sehr wohl bringen und in den Fokus rücken, hier ist das Drumherum aber schon spannend genug um die (knappe) Spielzeit auszufüllen.

    Übrigens fällt mir gerade auf wie ähnlich (von der Prämisse und der Entwicklung) 23 zu Aronofsky’s Debut PI ist. Man ersetze bloß die Hacker-Tätigkeit durch mathematisches Genie!

    August Diehl ist wirklich klasse!
    Einer Deutschland’s besten würde ich sagen.
    Ebenfalls sehr empfehlenswert ist WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN!
    Der Film lebt auch völlig von seinem Spiel.

    Und nun zum deutschen Film:
    Interessanter Artikel auf dem Drama-Blog, danke für den Link.
    Ich persönlich finde den deutschen Film wesentlich besser als sein Ruf. Man muss sich immer fragen ‘Warum gefällt mir das nicht?’. Und da liegt hier glaube ich das Problem: 90% aller Filmkonsumenten hierzulande (weltweit?) sind in ihrem Rezeptionsverhalten, so sehr ‘amerikanisiert’, dass sich deutsche Filme häufig zu echt anfühlen. Präziser gesagt, es fehlt der Bonus, den amerikanische (oder generell Filme aus einem anderen Kulturkreis) bereits auf optischer/atmosphärischer Ebene haben. Ein Film der in Deutschland spielt, sieht so aus, wie das was wir täglich vor der Tür sehen. Unspektakulär zunächst. Ein Film, der eine tolle New York/ LA / Tokyo / Rio De Janeiro / etc. Kulisse hat, fesselt bereits nur durch die Drehort-bedingten Bilder mehr. Da das für uns schon fremder/unbekannter ist, empfinden wir (das habt ihr ja im Podcast auch erwähnt) die Figuren in dieser Kulisse dann auch weniger schnell als unrealistisch / übertrieben.
    Aber das ist nur einer von vielen Gründen.
    Was man nämlich sagen muss: Im Schnitt ist dem deutschen Film tatsächlich der Mut abhanden gekommen. Alles ist sehr auf Konsumierbarkeit und Befriedigung des 20.15 ARD-Publikums ausgelegt. Bloß nicht fordern, bloß nicht schockieren, bloß nichts unkonventionelles vorsetzen.
    Natürlich ist Mutlosigkeit kein deutsches Problem, sondern auch in Hollywood gerade ein Riesen Thema (nur noch Reboots/Sequels/Prequels/Franchises), das darf man nicht unter den Tisch fallen lassen. Zieht man von 80% des aktuellen Hollywood Outputs die Riesenbudgets und den besagten Rezeptionsbonus ab, bleibt auch kaum noch etwas übrig :( Allerdings haben diese Filme dann trotzdem noch den fast ein jahrhundert etablierten amerikanischen Stil.

    Und den haben deutsche Filmemacher aktuell nur sehr bedingt. Sie hatten ihn mal. Ganz früher gab es die Fritz Lang Ära, die dann sogar für den Film-Noir stilprägend war, dann gab es die jungen Auteur-Filmer der 70er (Wenders / Fassbinder / Schlöndorff – also eigentlich alle Vertreter des ‘Neuen deutschen Films’), später Provokateure wie Christoph Schlingensief. Da kamen wirklich sehr gute Filme bei rum!
    Allerdings muss man sagen, dass deutsche Regisseure schon immer gut kleine, geerdete Geschichten erzählt haben, dem Hollywood-geschulten Zuschauer vielleicht heute teilweise zu klein. Wim Wenders Klassiker wie FALSCHE BEWEGUNG, oder ALICE IN DEN STÄDTEN fokussieren z.B. immer als absolutes Hauptthema einen (teils nichtmal offensichtlichen) inneren Konflikt ihrer Protagonisten und begleiten diesen einfach eine Weile in seinem (fiktiven, aber teils vielleicht auch autobiografisch angehauchten) Leben. Ähnlich bei Rainer-Werner Fassbinder, der aber auch oft Literatur (sehr unkonventionell) verfilmt hat, oder kleine Ganovengeschichten erzählte. Es gibt in der deutschen Filmgeschichte schon viel nennenswertes, mich interessieren aber wirklich mehr die Filmemacher die NICHT versuchen Hollywood auf deutsch zu übersetzen (was halt nicht funktioniert) sonder etwas eigenes machen. Damals haben deutsche eben auch mal in Cannes Regiepreise, oder goldene Palmen abgeräumt, wer soll das heute schaffen? Schweiger wohl nicht :D
    Was im Vergleich zu früher auf jeden Fall auf der Strecke geblieben ist: Experimentierfreude und Mut zu unkonventioneller Herangehensweise!
    Bestes Beispiel – ein Film wie DER HIMMEL ÜBER BERLIN würde heute nicht mehr so gedreht werden (können).

    Witzig finde ich in dem Zuge, dass Christian LOLA RENNT als Vorzeigefilm aus Deutschland nennt. Ich finde Tykwer generell nicht schlecht, aber er ist das Vorzeigebeispiel des Hollywood-Nacheiferers. Was fühlt sich an THE INTERNATIONAL z.B. deutsch an?
    Das bringt mich zu einer Frage die ihr stellt: Wann ist ein Film ein deutscher film? Ich finde da gehört mehr als nur ein Regisseur dazu. Autoren, Drehbedingungen, Finanzierung, etc. Das sind alles Faktoren die da mit rein spielen. Genauso ist das mit internationalen Regisseuren die dann nach Hollywood gehen. DEAD MAN DOWN von Niels Arden Oplev würde ich z.B. nicht mehr als schwedischen Film bezeichnen, nur weil Oplev Schwede ist.
    Ist fallabhängig..

    Bevor ich eure ‘Outtakes’ nach der Abspannmelodie gehört habe, fühlte ich mich total klug :D Weil ich es schon erraten hatte was das Special wird.. Kenne keinen der alten Filme und (steinigt mich) werde glaube ich auch keinen davon ansehen. Jetzt verspiele ich es mir wahrscheinlich (zumindest mit Christian) aber nicht mal der neue Film interessiert mich..
    Hören werde ich es trotzdem!

    Zuletzt Woody Allen:
    Guter Vorsatz für ein Special! Sehr guter Vorsatz!
    Ich mag seine Filme richtig gern. habe mittlerweile etwa 25 von ihm gesehen und kann da eine gewisse Tendenz ableiten: Eigentlich hat Woody nur 2 Filme gedreht, und dann in unaufhörlicher Variation immer wieder neu verfilmt :D
    Bei jedem anderen Regisseur wäre diese Aussage ein klares WTF!? Bei Woody ist das okay, denn es ist immer klug, meist sehr charmant und wenn man mehrere seiner Filme kennt reicht es zu sagen: immer einfach Woody!
    Mir persönlich liegt bis jetzt sein albernes Frühwerk und sein locker-leichtes Spätwerk am meisten. Die ernste Phase (Bergman-Phase) mittendrin hat mir bis jetzt am wenigsten zugesagt.
    Richtig schwer übrigens da was raus zu picken und vorzuschlagen. Da Christian gar nichts kennt, muss eigentlich ANNIE HALL (zu deutsch DER STADTNEUROTIKER) ausgewählt werden. Wer mit dem Film nichts anfangen kann, sollte sich sie restlichen 47 Woody-Filme einfach sparen..
    Zum schreien.

    Also ich schlage vor:
    ANNIE HALL (größter Film aus dem Frühwerk), oder WHATEVER WORKS (genialer Film aus dem Spätwerk).

    Viel Spaß, ich freu mcih drauf!

    • SecondUnitTamino

      Netter Kommentar, leichte Lektüre ;-) Was wir an “Lola rennt” loben wollen, ist eben in erster Linie seine Idee und die innovative Umsetzung. Der fühlt sich für mich im Gegensatz zu “The International” überhaupt nicht nach Hollywood an, eher wie ein kleiner Indi-Film. Spielt ja auch gänzlich in Deutschland und ist ausschließlich mit deutschen Schauspielern besetzt.

      Aronofskys “PI” fand ich sogar noch etwas stärker als “23″, weil der mich durch die schwarz-weiße Optik und die abgefahrene Inszenierung noch etwas mehr beeindruckt hat. Aber stimmt schon, die Filme “fühlen” sich stellenweise ähnlich an, sind auch ähnlich hektisch.

      Dass du dich für Superman so gar nicht interessierst, wundert mich ja etwas, da du ja sogar kürzlich “Iron Man 3″ im Kino geschaut hast. Obwohl ich den zwar nicht gesehen habe, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der in Sachen Superheldenfilm entweder relevanter als der alte “Superman” oder schlicht als Film besser als “Man of Steel” ist. Daraus folgere ich, dass du “Man of Steel” logischerweise gucken musst! ;-) Aber wenn du die alten Filme eh nie sehen willst, kannst du dir das Special ja quasi aus Bildungsgründen anhören und vielleicht bekommst du dann ja doch noch Interesse an “Man of Steel”. Wir haben auch einen neuen Gast dabei und das ganze sollte eigentlich recht schön geworden sein.

      Was mich noch interessieren würde: wie stehst du zu dem Thema Spannung? Ist dir Spannung immer wichtig bei Filmen – quasi grundlegend – oder ist es für dich nur ein Element von vielen, was man benutzen kann oder auch nicht?

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Ja, LOLA RENNT ist auf jeden Fall eigen und obwohl ich den Film nur sehr bedingt mag (bzw. echt große Probleme mit ihm habe), hätte ich es gut gefunden wenn Tykwer seinen Stil so eigen gehalten hätte! Dann gäbe es einen Tykwer-Stil, der aber glaube ich trotzdem alles andere als typisch deutsch wär. Ist ja nicht nur bei THE INTERNATIONAL so, auch DAS PARFUM fühlt sich für mcih maximal wie ein Hollywood/International-Hybrid an..

        PI hat mich selber auch noch mehr mitgerissen, da stimmt fast alles – die grobkörnige s/w Optik, der abgefahrene Drum&Bass/Electronica Soundtrack, die verrückte Geschichte..

        Und MAN OF STEEL werde ich wahrscheinlich schon anschauen, da schätzt du mich richtig ein. IRON MAN 3 habe ich letztens aber eherin einer Mischung aus Interesse/Pragmatismus (mit Schwerpunkt auf Pragmatismus) angesehen. Ich gehe eigentlich ziemlich gern ins Kino, nachdem ich aber im Winter umgezogen bin stehe ich vor einer Kino-Situation, in der OV-Vorstellungen unheimlich rar sind. Und da hatte ich richtig Bock auf Kino und IRON MAN 3 war das einzige in OV. Bin irgendwie nicht mehr bereit so viel geld für einen verfälschten Film auszugeben! Ein wenig Interesse war aber schon da. Auf jeden Fall hatte ich – was Superhelden bertrifft – nach IRON MAN 1 & 2 mehr INteresse daran als an Superman allgemein. Der hat mich einfach nie interessiert, weder Filme noch Serien. Einfach aus dem Bauch raus war das so. Und Zack Snyder.. WATCHMEN ist großartig, alles andere aufpolierter Schrott! Aber bei MAN OF STEEL kann ich davon ausgehen, dass der ne OV Vorstellung bekommt und sicher irgendwer mit mir da rein will ;)

        In Bezug auf Spannung bin ich voll bei dir: Unspannend muss nicht langweilig sein, da – wie du sagst – es eine von vielen Qualitäten ist.
        Wenn es dann um Spannung geht, gibt es ja viele Möglichkeiten. Da mag ich u.a. gern den klassischen Suspense: langsame, bedrückende Shots, die Angst vor dem undefinierbaren erzeugen.
        Interessant ist aber auch wie Spannung erzeugt werden kann. Da wir hier bei Lumet sind, einfach mal 12 ANGRY MEN als Beispiel. Den finde ich z.B. auch total spannend. Einfach weil man unbedingt wissen will ob und wie er es schafft noch alle zu überzeugen..

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Mit ist “Lola rennt” vor allem als eine gute Idee in Erinnerung. Wie gesagt, ich muss den unbedingt mal wieder schauen.
      Aber genau sowas suche ich bei Filmen. Meine Lieblingsfilme spielen alle mit Konzepten, Erzählstrukturen und dem Medium selbst. Ich frage mich, warum es in Deutschland keine großen Konzepte gibt. Am Geld allein kann es ja nicht liegen.

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Ja, ne gute Idee hat der Film auf jeden Fall. Ich würde vermuten es gibt die Konzepte. Aber niemand traut sich sowas zu finanzieren. Fast alle deutschen Kinofilme, sind durch Förderungsprogramme der Länder und öffentlich-rechtliche TV Sender mitfinanziert. Und da wird vieles auf 90Minuten Abendunterhaltung maßgeschneidert..

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Guter Punkt!

  • http://www.facebook.com/daniel.nagel3 Daniel Nagel

    Zwei Daumen hoch für diese Episode. August Diehl gehört für mich zur absoluten Spitze der deutschen Schauspielkunst.

    Der deutsche Film ist für sich bereits ein problematisches Thema. Ich stimme euch aber dahingehend zu, dass es falsch ist, ihn fortwährend an Hollywood zu messen. Das kann und wird wahrscheinlich niemals zufriedenstellend funktionieren. Wird sind in vielen typischen Hollywood-Disziplinen eben noch ein Entwicklungsland. Doch gerade das ist auch das große Alleinstellungsmerkmal des deutschen Films – zumindest, wenn ich mir die besseren Exemplare dieser Gattung einmal anschaue.

    Insgesamt glaube ich aber, dass Deutschland ein Land des TVs ist und besonders der – ernstzunehmende – deutsche Film noch wachsen muss, bis er seine ganze Reife erlangt hat. Zum Glück haben wir die Pubertät mit Glanzlichtern wie “Voll Normal” bereits eine Weile hinter uns gelassen.

    • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

      So sehe ich das auch, es muss eine eigene Form gefunden werden, nicht bloß kopiert. Da stellt sich aber irgendwann die Frage: “Müssen deutsche Filmemacher sich vielleicht ihre eigene Identität erst wieder suchen?”. Seit Jahrzehnten wird hier alles aus den USA übernommen und mitgemacht. Das überschattet so sehr einen möglichen eigenen kulturellen Ausdruck, dass der deutsche Film sich vielleicht erst mal aus einem Käfig ‘sprengen’ muss?

      • xtc123

        Das größte Problem des deutschen Films ist seine Sprache. Und das ist nicht nur das Problem des deutschen Films. Auch die Franzosen und andere europäische Länder haben auf dem internationalen Markt keine Chance und sind leider immer eine nationale Angelegenheit. Einzig die Briten stehen da besser da. Weil es die Briten und insbesondere die USA eben gewohnt sind, in jeglicher Form – und eben auch auf kultureller Ebene – in ihre Sprache angesprochen zu werden Diesen Effekt kann man auch als gewöhnlicher Tourist erleben.. Ein nicht-englischsprachiger Film findet in den USA keinen Verleih oder läuft in irgendwelchen Themenkinos oder auf speziellen Festivals. Selbt internationalen Standards genügende Produktionen wie DAS BOOT gelten in englischsprachigen Ländern als Exoten. Deshalb gibt es ja die entsprechenden Filmpreiskategorien für aus deren Sicht ausländische Produktionen. Als weiteres Beispiel sei die aufwändige skandinavische “MIllenium”-Trilogie von Stig Llarsson genannt, die in Europa ein Riesenerfolg, in den USA erst von Hollywood amerikanisiert teilweise neu verfilmt werden mußte, um dort ins Kino zu kommen. Das ist Schade, ist aber so. Deshalb macht es auch keinen Sinn, in Deutschland originelle Stoffe zu entwickeln. Solange sie nicht gewohnten maerikanischen Stnadars genügen wer, sprich auch denen produziert werden, haben sie in dem Land keine Chance. Die Amis mögen anderes Sprachen und ausländische Filmformen zwar nicht – das europäische Steuergeld in Form von Filmfonds oder Gebührengeldern jedoch nehmen sie immer dankend an. Siehe wie neulich Cloud Atlas oder die letzten Tarantino-Produktionen. Es ist eben nicht nur Talent, warum in dessen Filmen so viele einheimische Darsteller mitwirken. Man nimmt gerne die großzügigen Budgets aus deutschen Stgeuergeldern, findet in Babelsberg optimale Produktionsbedingen vor und entledigt sich so ganz nebenbei den strengen amerikanischen Gewerkschaftsauflagen für Filmschaffende (vom Hauptdarstelle bis zum Kabelträger). Ganz zu schweigen davon, daß man als amerikanischer Film- oder Regiestar natürlich hierzulande entsprechend hofiert wird.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Klar, deutsche Filme (und TV-Serien) haben immer das Problem, dass sie durch die Sprachbarriere nicht international vermarktbar sind. Das stimmt schon. Aber sorgt das automatisch auch dafür, dass wir keine pfiffigen Ideen hier haben können? Ein deutsches Effektfeuerwerk wie “The Avengers” ist wohl auf lange Sicht nicht möglich. Aber ein deutsches Memento? Ich hab nicht genug Ahnung was Vermarktung angeht, aber mein Bauch würde mir sagen, dass sowas auch hier möglich sein sollte.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Ja, das sollte kein Hindernis dabei sein für den eigenen Markt trotzdem Qualität raus zu hauen! MEMENTO ist ein gutes Beispiel, das ist Kopfkino und lebt vom Skript. Sowas muss doch Länderunabhängig möglich sein!

  • Junna

    Mir ist es völlig egal wo ein Film herkommt solange er gut ist. Von daher ist es mir auch völlig egal ob in “deutsche Filme” produziert werden oder nicht.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Das stimmt natürlich. Trotzdem kann man ja bei deutschen Filme ganz eigene Beobachtungen machen und spezielle Unterschiede zu anderen Herkunftsländern feststellen. Man muss so eine Diskussion nicht führen, aber man kann ;-)

  • Stefan

    Midnight in Paris!!!!

  • xtc123

    Bei Woody Allen fällt einem natürlich sofort “Mach`s noch einmal.Sam” ein. Der ist zwar gut, aber für mich beileibe nicht sein bester Film,. Überhaupt finde ich das Allen`sche Frühwerk (einsch. “Bananas”) nicht halbwegs so interessant wie seine späteren Werke, als sich eine ganze Menge der zeitweise angesagten Hollywood-Größen förmlich darum riß, auch für wenig oder gar keine Gage in einem Allen-Werk mitspielen zu können. Weil es sich einfach in der Biographie gut machte, in einem seiner Filme dabei zu sein und sich das “maßgebliche” Filmfeuilleton in USA und Europa jedesmal mehr oder weniger euphorisch über seine Filme äußerte. Hier meine persönlichen Favoriten:
    MANHATTEN (aber nur, wenn man auch die grandiose Musik von George Gershwin mag – der Soundtrack ist in diesem Film nämlich der eigentliche Star)
    MIDNIGHT IN PARIS
    RADIO DAYS
    GELIEBTE APHRODITE
    HARRY AUSSER SICH
    und mein Favorit
    MANHATTEN MURDER MYSTERY.

    Vielen Dank für die Podcast und liebe Grüße

    • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

      Wo du das mit den Hollywood Größen nennst fällt es mir auch auf. Immer wieder beachtlich was für Namen auch in ganz unscheinbaren Allen-Filmen mitspielen! Das Frühwerk mag ich zwar auch, weil es oft sehr ulkig ist, die ‘neueren’ Filme sind aber definitiv wesentlich relevanter!

  • Kleinstadtelli

    Vicky Christina Barcelona. Allein der hervorragenden Penelopé Cruz wegen. Und die Musik ist auch toll.

    Vielen Dank übrigens an der Stelle für Eure tollen Sendungen, wegen Euch weiß ich jetzt endlich, dass es noch mindestens drei Filme mit Al Pacino gibt, die ich noch schauen muss, Serpico, Scarface und Insomnia nämlich. Al Pacino war aber auch bei Im Auftrag des Teufels, Der Kaufmann von Venedig und bei Dick Tracy ziemlich klasse. Ich fand’s etwas schade, dass diese Filme so gar keine Erwähnung fanden. Da bringt Pacino meiner Meinung nach nämlich auch eine richtig tolle Leistung.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für das Kompliment!

      Dass wir nicht weiter auf diese Filme eingegangen sind, mag daran liegen, dass ich die gar nicht kenne. Aber Tamino kennt sich da ein wenig besser aus.

    • SecondUnitTamino

      “Dick Tracy” sagt mir leider nichts, aber die ersten beiden Werke sind in der Tat sehr gut und nicht zuletzt wegen unseres geliebten Al.

    • xtc123

      Schön das mal jemand wieder DICK TRACY erwähnt. Den hab ich auch schon lange nicht mehr gesehen, fand ihn aber immer toll. Wenn jemals eine Comicverfilmung per Definition ernst genommen wurde, dann ist das dieser Film. Hier wurden nicht, wie sonst üblich, Comiccharaktere in echte Menschen umgewandelt, sondern genau umgekehrt. Aus Menschen – sprich: Darstellern – wurden Comiccharaktere. Der Look der Sets, die Masken und die Farbgebung der zugrunde liegenden Comichefte wurden fast 1:1 umgesetzt. Was natürlich nicht jedem gefallen hat. Wäre interessant zu hören, was Second-Unit im Vegleich zu den üblichen Comicverfilmungen der letzten Jahre dazu zu sagen hätte…
      Außerdem ist das ein Warren Beaty Film – und der hat zwei meiner Lieblingsfilme gemacht (Bulworth und Bugsy).

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Ein Nachtrag zum deutschen Film:

    Habe zuletzt MASKS gesehen. Kommt auch sehr unterschiedlich in der Filmgemeinde an, aber ich würde sagen, das war die ultimative Hoffnung für den deutschen (Genre-)film. Atmosphärisch unglaublicher (wenn man auf Suspense steht) (Neo-)Slasher/Giallo!

  • http://moviescape.wordpress.com/ bullion

    Auch wenn das Thema schon alt ist, anbei noch zwei unbedingte Empfehlungen für deutsche Filme:

    “Absolute Giganten”: Ein melancholisches Drama und gleichzeitig Ode an die Freundschaft. Wohl einer der schönsten Filme überhaupt.

    “Bang Boom Bang”: Zwar durchaus von Tarantino beeinflusst, aber doch sehr eigenständig und dennoch irgendwie typisch deutsch. Dabei unglaublich witzig und toll erzählt.

    Ansonsten kann man sich durchaus noch “Lammbock” (Kiffer-Komödie), “Die fetten Jahre sind vorbei” (Drama), “Hell” (Endzeitfilm) und “Die Tür” (Mystery) anschauen. Ansonsten sind aus der bayerischen Ecke “Wer früher stirbt, ist länger tot” (Coming-of-Age Kinderalter) und “Beste Zeit” (Coming-of-Age Jugendalter) toll!

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Alt, aber nicht durch ;-)

      “Lammbock” kenne ich sogar und fand den auch ganz lustig. Die beiden Coming-Of-Age-Filme klingen aber echt interessant, danke!