Second Unit #30 (Hörervorschlag: Twelve Monkeys)

Ihr schlagt uns Filme vor, wir schauen sie an. Diese Woche habt ihr euch für Twelve Monkeys (Amazon) entschieden und wir folgen euren Anweisungen. Nach dem neuesten Zeitreise-Film mit Bruce Willis gibt es in dieser Ausgabe einen Klassiker dieses fast schon Sub-Genres.

Doch zu Beginn haben wir ein paar Nachträge zu liefern. Uns hat eure Link-Empfehlung zu dieser Spielberg-Biografie gefallen, die zur letzten Frage der Woche passt. Drei Aspekte fanden wir besonders interessant: Spielbergs großer Erfolg beim Massenpublikum, das häufige Motiv der Kindheit in seinen Filmen und die Gründung eines eigenen Filmstudios in Form von Dreamworks. Sebastian hat außerdem drüben auf hirnrekorder.de mal wieder ein gutes Fazit zu unserer Diskussion gefunden.

Natürlich ist die Runde der Filmvorschläge wieder geöffnet! Schickt uns also eure Wünsche in Form von Kommentaren. Wir nehmen alles.

Getreu unserem Motto probieren wir zu einem Bruce-Willis-Film mal wieder ein alkoholfreies bzw. Malz-Bier. Dieses Mal in Form von Karamalz.

Bei Twelve Monkeys müssen wir natürlich auch einige Worte zu den Schauspielern und Machern verlieren. Terry Gilliam hat Regie geführt, Bruce Willis spielt routiniert und Brad Pitt pendelt zwischen Over-Acting und wahrer Verrücktheit. Die Geschichte wurde übrigens von einem französischen Film namens La jetée inspiriert.

Wir erwähnen einige Filme aus der Federführung Gilliams. Das sind konkret: Brazil, Fear and Loathing in Las Vegas, The Fisher King, Monty Python and the Holy Grail sowie The Imaginarium of Doctor Panassus in dem übrigens Jude Law die dritte Nachbesetzung von Heath Ledger war.

Zum Schluss diskutieren wir ein wenig über die visuelle Bildsprache Gilliams. Wir nennen das ganze “Märchenhafter Surrealismus”, zu dem wir auch Tim Burton und Guillermo Del Torro zuordnen würden. Uns fallen dazu Filme wie Edward Scissorhands, Pan’s Labyrinth, Sleepy Hollow und Alice in Wonderland ein. Deshalb stellen wir die Frage der Woche auch zu dieser fantasievollen Bildsprache: Gefällt sie euch, oder habt ihr ähnliche Probleme wie ich damit? Besonders Burton scheint ja immer sehr surreal zu arbeiten, was mir aber auch nicht sonderlich zusagt. Es knüpft ein wenig an unsere Frage der Woche zu The Avengers an: Mögt ihr eure Filme lieber realistisch oder surreal/metaphorisch?

Nächste Woche haben wir leider noch keine Gelegenheit den neuen Bond zu gucken. Stattdessen verschieben wir unsere Diskussion zu Skyfall um eine Woche und widmen uns einem weiteren (modernen) Klassiker: Se7en (Amazon). Und ja, das Bond-Special ist auf dem Wege!

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[Teaser-Bild: cc by FAndrey]

  • die_krabbe

    Schönes Gespräch. Ich kann Christians Perspektive bezüglich Fantastereien ziemlich gut nachvollziehen. Abgedrehte Fantasy oder Science Fiction stellen für mich auch immer dann ein Problem dar, wenn auf einmal ein Häschen aus dem Hut gezogen wird, nur um sich aus einer Ecke heraus zu manövrieren. In Serien tritt das meiner Meinung nach häufiger auf, als im Film, da dort stückweise das Universum erweitert wird. Aber das gibt es eben auch im Film.

    Für mich funktionieren solche Filme immer dann, wenn zu Beginn ein klares Regelwerk aufgestellt wird und sich darin bewegt wird. Deshalb mag ich solche SciFi Streifen sehr gerne, die ein oder zwei Dinge anders machen, als die Wirklichkeit wäre und dieses Konzept bis zum bitteren Ende durchexerzieren. Werden zwischendurch aber etablierte Regeln wieder über Bord geworfen, stellt das für mich ein Problem dar.

    Beispiele für Filme, die das gut machen sind Alien, Groundhog Day, Children of Men, Cube, Terminator, Let the Right One in, Minority Report, Inception, Looper, Inglorious Basterds, The Game, Being John Malcowitch, Trollhunter usw.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Ganz genau. Ich habe ja kein Problem mit phantastischen Elementen oder Prämissen, solange es sich stimmig anfühlt.

  • drafty

    Da ihr ja den wunderbaren Jack Nicholson erwähnt habt, schlage ich den ersten Film mit ihm vor, der mir eingefallen ist:

    Einer flog übers Kuckucksnest (1975):
    http://www.youtube.com/watch?v=2WSyJgydTsA

    Was für ein fantastischer Film.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Lustig, über den haben Tamino und ich auch erst neulich geredet ;-)

  • ChemicalSuperFreak

    He he, ja ja die wunderbaren 90er …
    Da muss ich auch gleich nen Film vorschlagen, den ich in meiner Jugend sehr geil fand:

    THE ROCK – FELS DER ENTSCHEIDUNG (1996)
    http://www.youtube.com/watch?v=8JYJ7c9p-fI

    Wäre sicher interessant den Film aus heutiger Sicht noch mal zu betrachten, Unterhaltung garantiert ;-)
    Und ich glaube im Vergleich zu den heutigen Machwerken von Michael Bay ist der noch richtig gut ;-)

  • Heisenberg

    Brazil ist wirklich beeindruckend und 12 monkeys kann man schon fast als
    Weiterentwicklung dieses universums sehen. Einer der strangesten Filme den ich jemals gesehen habe.

    Ihr kennt Madeleine Stowe nicht? Wobei bei näherem Nachdenken kenne ich sie auch nicht aus mehr Filmen, aber aus dem Film ist mir ihr Name irgendwie prägnant im Gedächtnis geblieben.

    Der Film an sich ist halt kein typischer Bruce-Willis-Actioner,
    sondern schon ziemlich anspruchsvolle und teilweise recht komplizierte Kost. Ein sehr hintergründiger Film mit viel Inhalt. Also alles andere als geradlinig und simpel. Deshalb ist es für mich auch überraschend, dass der im Kino in Deutschland über 2 Millionen Zuschauer hatte. Aber vielleicht hatten die auch alle so Erwartungen wie Christian ;-)

    Hier gibt es eine sehr sehr ausführliche Analyse des Films:
    http://www.nolovelost.com/boris/12monkey.htm

    Und hier gibt es eine möglicher erklärung für den obdachlosen:
    http://www.scifi.sk/12Monkeys/faq.html

    Werde mir den Film heute Abend mal wieder ansehen, wird sicher interessant nachdem ich jetzt eure Folge gehört habe.

    Zum Thema letzte gute Filme mit Bruce: Natürlich STIRB LANGSAM 4 von 2007 oder?
    R.E.D. war auch noch ganz sehenswert.

    Die Unterhaltung über “Most Acting” habe ich nicht kapiert. Was soll dieser Begriff bedeuten, Googeln hat nichts ergeben?

    Zur Frage der Woche:
    Ich stehe auf die fantasievollen Werke, ich könnte jetzt aber nicht sagen,
    dass ich diese Richtung der Filme bevorzuge. Bei der Superhelden Frage war ich auf der Seite der realistischeren Interpretationen, aber da ist das irgendwie noch mal anders, weil der Superheld an sich ja schon ein Element des Fantastischen ist.

    Gerade der Vergleich mit Tatort war interessant, ich kann bis heute nicht verstehen, wie man sich jeder Woche so was angucken kann, wenn man doch die Zeit viel besser nutzen könnte um in die wunderbare vielfältige Welt des Films eintauchen könnte.

    So zum Filmvorschlag:

    Ich schlage den “alten Streifen” vor, den die Bruce und Madeleine im Kino gesehen habe ;-)
    Es handelt es sich dabei um VERTIGO von Alfred Hitchcock, welcher ja erst vor kurzem zum besten Film aller Zeiten gekührt wurde. Und auch die von euch erwähnte Vorlage von 12 Monkeys basiert auf Vertigo. Gilliam hat sich deshalb auch an Vertigo orientiert. Zum Beispiel die von euch hoch gelobte Filmmusik hat Elemente von der Musik von Vertigo.

    http://www.youtube.com/watch?v=D0bV2gh4E7Y

    So und jetzt bin ich gespannt wie ein Flitzebogen auf das 007 Special :)
    Verratet ihr schon wann die erste Folge released wird?
    Auch auf Sieben bin ich schon gespannt.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Mal wieder Danke für die Links, bei Zeiten werde ich mich denen mal widmen.

      Zum Thema Most Acting: Den Begriff habe ich aus der Totally Rad Show und der Diskussion zu der Oscar-Verleihung bei den Jungs. Ich finde ihn ganz passend. Die drei meinten nämlich, dass es bei den Oscars nicht um “Best Acting” geht, sondern eben um das angedrehteste Schauspiel, also das “Most Acting”. Beispielsweise Heath Ledger als Joker oder Johnny Depp als Jack Sparrow. Natürlich ist das irgendwie auch gut, aber es scheint so, als würden eben eher extravagante Figuren und Leistungen für den Oscar nominiert. Sowas habe ich ja auch bei Looper angedeutet: Dort spielt Joseph Gordon-Levitt eben einen jungen Bruce Willis. Das Schauspiel ist dort einfach viel subtiler als bei einem Brad Pitt in der Irrenanstalt. Ich denke aber, dass wir mit Sicherheit intensiver über sowas reden werden, wenn die Oscar-Verleihung näher rückt ;-)

      Zu Bond: Ich kann leider noch nichts versprechen, aber ich versuche die erste Episode zu Beginn der neuen Woche rauszuhauen ;-)

    • SecondUnitTamino

      Es ist immer schön, hier jede Woche einen so ausführlichen Kommentar von dir zu lesen:) Das mit dem “Most Acting” war eine etwas unernste Diskussion von uns, es handelt sich hier nicht um einen Fachterminus in dem Sinne. Es geht einfach darum, dass wir oft das Gefühl haben, dass es bei den Oskars eher um die deutlich hervorstechenden Aspekte in Filmen geht, z.B. Kategiorie Make-Up: Johnny Depp in Pirates of the Caribean. Ist das wirklich das beste Make-Up oder einfach nur das meiste? Wir haben das Gefühl, das subtile Leistungen bei den Academy Awards selten gewürdigt werden. Es gewinnen meistens die Filme, die in den zur Frage stehenden Kategorien das “meiste” Acting, Make-Up oder die buntesten und wildesten Special-Effects haben, getreu dem Motto “mehr ist besser”.

      Außerdem vielen, vielen Dank für deine Links. Habe ich erstmal nur überflogen, aber die werde ich bald ausführlichst durchgehen. Die werden mir sicher helfen, die Details des Films noch besser zu verstehen.

      Was die Frage nach dem letzten wirklich guten Bruce Willis Film angeht, waren wir beide von DIe Hard 4 nicht allzusehr angetan. Klar, der Film ist nicht völlig schlecht, aber er hat doch einige Elemente, die vor allem Christian ziemlich stören, z.B. die Szene als Bruce Willis auf dem Harrier Jet steht. Das war dann einfach ein bischen zu viel des Guten, irgendwo müssen die Grenzen der Logik auch noch etwas eingehalten werden. Ich fand den Film schon ganz gut, weil er viele kleine schöne Momente hatte. Aber seine ganze Geschichte war auch schon recht unbefriedigend fand ich. Ich denke schon, dass es für mich der schwächste der Reihe ist, wobei mir aber auch nur der erste wirklich was bedeutet. Red habe ich noch nicht gesehen. Deswegen bleibe ich dabei, nach dem herausragenden Sin CIty (2005) war Lucky Number Slevin (2006) der letzte richtig gute Filme mit ihm, zumindest von denen, die ich gesehen habe.

      Diese Filmszene mit dem Baum war aus Vertigo? Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich war allerdings auch nie der große Hitchcock Fan. Ich finde alle FIlme, die ich von ihm kenne ganz gut, aber dort nach dem besten FIlm aller Zeiten zu suchen halte ich persönlich für ziemlich abwegig. Natürlich war Hitchcock ein wichtiger und sehr einflussreicher Regisseur, aber die Filme nur als Filme betrachtet sind für mich nur Mittelmaß. Aber vielleicht nehmen wir Vertigo ja in Auswahl zum nächsten Mal, dann darf ich meine mittelmäßige Enttäuschung in Bezug auf Hitchcock noch weiter ausführen und mal wieder meinen Status als Filmfreund aufs Spiel setzen:)

      Ich fand’s auch schön, dass du anscheinend gleich Lust bekommen hast, Twelve Monkeys wieder anzuschauen. Ich glaube ich werde mir Brazil auch bald noch einmal zu Gemüte führen.

      Das erste James Bond Special wird wohl so in 1-2 Wochen rauskommen, müssen wir mal schauen, wann genau und mit welcher Frequenz wir die Reihe dann veröffentlichen. Auf jeden Fall kann ich schon einmal verraten, dass wir kein kompromissloses Loblied auf James Bond abliefern können, eher eine kritische Erörterung der Reihe. Ich hoffe die Fans lassen sich davon nicht vor den Kopf stoßen und versuchen, unsere verhätnismäßig kritische Position auch nachzuvollziehen. Was aber nicht heißt, dass wir James Bond einfach uninterssant finden, ganz so einfach ist’s natürlich nicht, wir sind nur einfach nicht die leidenschaftlichen Bond Fans und haben auch etwas zu meckern:)

      • Heisenberg

        So, gerade den Film geguckt … so wunderbar, hach.

        Ja die Baum Szene war in der Tat aus Vertigo. Im Kino sitzen die Beiden in einem 24 Stunden Hitchcock-Special,
        das wusste ich allerdings auch nicht mehr, habs gerade erst wieder beim Gucken bemerkt, hier ein Screenshot aus der Szene:

        http://25.media.tumblr.com/tumblr_m94dhwsijh1r4qi08o1_1280.png

        Für mich wären die besten Filme aller Zeiten sicher auch wo anders zu suchen, aber ich glaube, dass wäre eine ziemlich interessante Ausgangslage für eine Diskussion.

  • Seelisch-Divergent

    Die Rolle von Brad Pitt ist sehr interessant, und ja eigentlich sozusagen eine Vorstufe oder Fortführung seiner Rolle in Fight Club.

  • http://twitter.com/PlayStarRocker PlayStar

    Besprecht einen Film von John Carpenter und ihr würdet mich sehr glücklich machen (Vorzugsweise Das Ding aus einer anderen Welt, Assault on Precinct 13 oder Die Klapperschlange).

    • Heisenberg

      Yeah, da kann ich mich anschließen. Am besten Das Ding aus einer anderen Welt, der ist einfach großartig. So zeitlos! Seit 2009 auch nicht mehr indiziert. Gab ja auch ein Remake davon vor kurzem, aber das werde ich mir nicht antun ;-)

      • http://twitter.com/PlayStarRocker PlayStar

        Das Remake/Prequel ist wirklich gelungen, fängt die Athmosphäre von Carpenters Film gut ein. Bin da auch mit großer Skepsis und Widerwillen rangegangen und wurde positiv überrascht.

  • Robert

    Vielleicht “Kalifornia” (1993) mit Brad Pitt

    http://www.youtube.com/watch?v=EBzdZrcoCUk

  • Gärtner

    Filmvorschlag: Im Auftrag des Teufels (1997) mit Al Pacino und Keanu Reeves.

  • http://www.facebook.com/alexgalax3000 Alex Galax

    Ich möchte nochmal “Ghost Dog” Vorschlagen, dazu grüner Tee.

    Zum Thema Bruce Willis, der spielt doch immer mal wieder in guten Produktionen mit. “Moonrise Kingdom” z.B. der mir sehr gut gefallen hat oder natürlich “The Expendables” ;)

    Zur Frage der Woche – ich kann mich nur schwer für eines entscheiden, weiß aber das surreal/metaphorische sehr zu schätzen. Denn genau das ist ja die die große Stärke des Films an sich – die grenzen der Realität brechen zu können ob in Inhalt oder Form. Da es aber in erster Linie ein visuelles Medium ist, sollte man das ausnutzen. Kino ist Fiktion und die Darstellung sollte dem in nichts nachstehen.

    • SecondUnitTamino

      Das hast du schön gesagt. Ich weiß aber trotzdem nicht so recht, wie ich das Christian verklickern soll:) Habe mir vorgestern nochmal “Brazil” angeschaut und bin wieder überwältig worden von dessen Bildern und ihrer Metaphorik. Für mich muss man im Medium Film immer in erster Linie mit Bildern arbeiten, andernfalls kann ein Film bei mir nicht übers Mittelmaß hinauskommen. Er muss nicht gleich surreal oder abstrakt funktionieren, aber in jedem Fall hege ich eine große Vorliebe für Filme mit starken optischen Qualitäten, was daher dann auch öfter in Richtung des Übertriebenen oder des unserer Welt Enthobenen gehen kann. Die Visualität eines Films muss mich auch nach dessen Sichtung noch verfolgen und mich immer wieder an den Film erinnern. Natürlich kann das auch durch Plot-Twists, Charaktere oder Dialoge geschehen, aber niemals so stark wie durch Visuelles. Und die stärksten Formen der Visualität sind für mich Surrealität, Metaphorik oder Groteske.

      • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

        Nicht falsch verstehen: Natürlich interessiert mich auch die Inszenierung, sonst würde ich ja Bücher lesen statt Filme zu gucken. Aber im Kern geht es es für mich wohl immer um die Geschichte in erster Instanz, erst danach um die Art der Darstellung. Und dabei habe ich vermutlich auch eine Art Rangfolge, bei der eben das Groteske/Märchenhafte ziemlich weit unten steht.

        • Guest

          Da gebe ich dir vollkommen Recht. Die Geschichte ist das Grundgerüst und steht auch bei mir an erster Stelle. Aber ich mag es wenn sie durch das visuelle aufgewertet wird. Bei geerdeten Geschichten wie z.B. “Gran Torino” würde das wahrscheinlich keinen Sinn machen aber bei einer durchgeknallten Geschichte wie “Natural Born Killers” wird es durch das visuell Groteske zu einem Meisterwerk.

        • Guest

          Da gebe ich dir vollkommen Recht. Die Geschichte ist das Grundgerüst und steht auch bei mir an erster Stelle. Aber ich mag es wenn sie durch das visuelle aufgewertet wird. Bei geerdeten Geschichten wie z.B. “Gran Torino” würde das wahrscheinlich keinen Sinn machen aber bei einer durchgeknallten Geschichte wie “Natural Born Killers” wird es durch das visuell Groteske zu einem Meisterwerk.

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  • bugsy

    ich weiß nicht ob die vorschlagsrunde noch geöffnet ist aber ich möchte

    “es war einmal in amerika” (once upon a time in america) vorschlagen.

    das wahrscheinlich größte epos der 80er, der letzte und beste film von sergio leone (genialer als Spiel mir das Lied vom Tod).

    robert de niro in höchstform.

    der läuft morgen zufällig auf ARTE. (evtl. sogar in HD!)

    und unbedingt die europa version gucken, auf keinen fall die US kinoversion.

    dieses
    jahr ist auch eine redux-version entstanden, im auftrag von martin
    scorsese. die ist aber glaube ich noch nicht verfügbar.

    http://www.youtube.com/watch?v=mzhX2PD6Srw

    und wie dort ein kommentator sagt:
    “Most underrated masterpiece of all times”

  • Pingback: Second Unit #46 (Primer) | Second Unit

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Lieber realistisch und in unserer Welt verortet, oder abgedreht und durch ‘märchenhaften Surrealismus’ ein Tor in eine andere faszinierende Welt öffnend?

    Beides!

    Ich liebe so abgedrehten Kram wie Gilliam ihn macht und schätze es sehr, wenn Film mich in eine völlig andere, faszinierende und eben NICHT normale Welt entführt. Fiktion kann ja zum Glück alles und wenn es in sich Sinn macht ist das der Hammer. Das soll aber nicht heißen, dass Filme deren Sinn nicht direkt auf der Hand liegt (2001, MULHOLLAND DRIVE, etc.), nicht mein Ding sind. Auch die Suche nach einer Lösung (also Film als Rätsel) macht enorm Spaß. Film kann einfach die verrücktesten Welten erschaffen, oder eben die normale Welt ganz anders erscheinen lassen (wie es z.B. in der PROZESS Verfilmung von Welles, oder DIE STUNDE DES WOLFES schon lange vor Lynch, Cronenberg und Gilliam gemacht wurde). Das fasziniert mich ungemein. Ich mag es sogar besonders wenn Realität und Fiktion verschwimmen und nicht mehr klar trennbar sind (Beispiel: SYNECDOSCHE, NEW YORK oder ADAPTION) und wenn Film die Möglichkeiten des Mediums nutzt um durch Zeitsprünge, etc. eine ganz eigene Welt zu schaffen (WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN oder ETERNAL SUNSHINE OF A SPOTLESS MIND).

    Auf der anderen Seite sind da Filme, die nur funktionieren indem sie in unserer Welt verortet und mit einem gewissen Realismus geerdet sind. Bezeichnend finde ich das bei ‘menschlichen Dramen’ (z.B. SHAME). Realismus kann ja trotzdem ansprechend und auch inszenatorisch beeindruckend umgesetzt sein. Ich sehe das aber eher so, dass solche Filme eher ein potentielles Tor in den eigenen Kopf öffnen, während eher surreale zwar (sehr) viel wahres enthalten können aber doch mehr ein Fenster in eine Traumwelt darstellen :)

    12 MONKEYS ist übrigens Bombe!

    @ Christian: würdest du denn z.B. MEMENTO, den ihr ja beide oft nennt und lobt als ganz ‘trocken’ realistisch einstufen, oder aufgrund der Machart schon eher ‘sich seiner fiktionalen Komponente bewusst’?

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Ich beziehe das vor allem auf Metaphoriken und Bildsprache. Ganz platt gesagt: Memento zeigt mir keine fliegenden Kamera-Und-Bildschirm-Kugeln, sondern bleibt bei alltäglichen Dingen. Natürlich ist er in der Struktur höchst unrealistisch, aber das ist für mich etwas anderes :-)