Second Unit #133 (Interstellar)

In dieser Woche reisen wir mit Interstellar (Amazon-Link*) zu den Sternen. Dazu holen wir uns mit Raphael Verstärkung ins Haus. Trotzdem verläuft unsere Mission ein wenig ratlos. 

Zu Beginn eine kleine Ankündigung in eigener Sache: Wie ihr am obigen Banner vielleicht schon erkannt habt, bin ich am 22.11. in Berlin und will mit euch erneut Interstellar gucken. Und zwar im (hoffentlich) famosen IMAX-Kino im Sony Center! Meldet euch dazu am besten hier oder drüben in den Kommentaren, ob ihr dabei sein könnt und wollt. Davor und danach werden wir noch genug Zeit zum Quatschen haben.

Das Getränk in dieser Woche stammt von neuen Freunden des Hauses, den brewcomern. Die Jungs vertreiben feinstes Craft Beer und haben uns freundlicherweise einen Kessel Buntes eine Kiste Bier aus dem Sortiment zusammengestellt. Wir 2 1/2 Bierbanausen verköstigen uns deshalb die Sendung mit Onkel Herbert, Onkel Albrecht und Monohop Ale. Die Tage eröffnen die brewcomer außerdem ihr Ladengeschäft in der Kieler Stiftstraße und freuen sich über jeden Besuch! Also hin da und grüßt schön!

[YouTube Direktlink]

Der Cast ist nicht nur umfangreich, sondern auch ausgezeichnet! Christopher Nolan führt mal wieder Regie und hat den Film auch (zum Teil) mit seinem Bruder Jonathan Nolan geschrieben. Matthew McConaughey spielt als Cooper die Hauptrolle und das sehr gut! Mackenzie Foy überzeugt als junge Murph, Jessica Chastain übernimmt den Part im Erwachsenenalter. John Lithgow ist als Donald dabei, Michael Caine darf als Professor Brand natürlich auch nicht fehlen und Anne Hathaway als Brand kennen wir ebenfalls aus früheren Nolan-Produktionen. Neu in der Riege sind Casey Affleck als Tom und Topher Grace als Getty dabei.

Bis zur Minute 52:55 bleiben wir Spoiler-frei!

Unsere Diskussion findet genau so große Schwierigkeiten auf den Punkt zu kommen wie wir Schwierigkeiten haben überhaupt eine Meinung zu dem Film zu entwickeln. Wir sind uns alle einig, dass Film gut ist. Trotzdem überraschen, verwirren und enttäuschen uns manche Aspekte. Ich kann von mir behaupten, dass ich den Film noch lange nicht erfassen und verstehen konnte. Verstehen nicht im Sinne von nachvollziehen, sondern im Sinne von begreifen. Ich habe zwar ein paar Vermutungen, wofür die Handlung stehen soll, brauche aber garantiert noch mindestens eine Sichtung um meine Theorien abklopfen zu können. Die perfekte Voraussetzung für einen Filmabend mit euch in Berlin!

In der nächsten Woche widmen wir uns mal wieder eine DVD-Einsendung von euch. JFK (Amazon-Link*) steht dann auf dem Programm.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 2:22:12 | Größe: 68,5 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: by Amri HRS]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • RaffBoy

    Folgende Inhalte mit Matthew McConaughey sind neben den von euch schon erwähnten eine absolute Empfehlung:

    – Killer Joe
    – Mud

  • RaffBoy

    Hier noch der Link zu den Differenzen zwischen der Spielberg und der Nolan Version:

    http://www.slashfilm.com/interstellar-script-differences/

    Sagen wir es mal so: Manche Dinge aus der Spielberg-Version hätte ich besser gefunden, aber es sind auch völlig bescheuerte Dinge dabei wo ich froh bin, dass sie rausgeflogen sind.

  • RaffBoy

    Also eine Zweitsichtung ist absolut Pflicht!

  • RaffBoy

    Kleine Korrektur:
    Es wurde nicht gesagt, dass keiner Interesse hätte Bomben aus dem Weltall abzuwerfen,
    sondern es wurde gesagt, dass die NASA sich geweigert hat, Bomben auf hungernde Menschen abzuwerfen, und deswegen von der US-Regierung kaltgestellt wurde.

  • http://www.enoughtalk.de jacker

    Habe jetzt nur den Text gelesen, die Episode höre ich morgen, aber ich bin beruhigt, dass es nicht nur mir so geht (Stichwort Ratlosigkeit!). Ich habe den Film am Montag Abend gesehen und würde das Kinoerlebnis definitiv als packend und gelungen einstufen, dennoch habe ich den Film bis jetzt weder bewertet, noch in Textform gepresst, noch sonstwas. Es rebellieren Kopf und Bauch ein wenig gegeneinander und ich verstehe manche Entscheidungen in diesem Film einfach nicht. Wieso traut Nolan den Zuschauern zu, seine wilden fiktionalen Mashups physikalischer Theorien zu begreifen, aber z.B. nicht von selbst, dass die Erdbewohner an Staublungen leiden? Wieso wirkt das emotionale teils so echt und teils so aufgesetzt? Und, und, und :D Will den wohl auch nochmal im Kino gucken :)

    • http://www.enoughtalk.de jacker

      Sauber! Ohne Vorwurf (sondern einfach beobachtet) würde ich sagen, das war eure chaotischste Episode seit langem – und insofern resoniert sie perfekt mit meinem Hirn seit der Sichtung. Hab vorhin versucht auf Moviepilot etwas dazu zu schreiben, das hat mir aber auch keine Klarheit gebracht. Eure Episode auch nur bedingt – immerhin erkenne ich jetzt, dass in den Film scheinbar so viel angerissen ist, dass mein Hirn einfach überläuft. Bin bis jetzt noch so sehr mit der Einstufung beschäftigt gewesen, dass ich mir über die eigentlichen Themen (wie Christian zum beispiel nannte: Unterschiedlicher Umgang mit dem anstehenden Tod) noch gar keine Gedanken gemacht habe. Ist irgendwie Stoff für zwei Filme ;)

      Finde den Film auch alles andere als fehlerfrei, aber ich glaube ich konnte mit beiden Aspekten, Science-Fiction UND Drama was anfangen. Gepackt hat der Film mich allerdings in der zweiten Hälfte eindeutig mehr. A) weil ich die Exposition, die sehr durch Erzählen voran getrieben wurde, nicht so wirklich gelungen fand (beziehe mich auf die alten Damen und Herren) und B) weil die Weltraum-Komponente hier größtenteils wirklich toll umgesetzt war. Irgendwie bodenständig-oldskoolig (also Nolan-like), aber dabei unaufdringlich episch.

      Lachen musste ich wirklich, als Tamino meinte, wenn er sich im Film einmal gelangweilt hätte, dann in der Spaziergang + Jagd zur Raumstation Szene. Für mich waren diese 20 Minuten wahrscheinlich das Highlight des Films! Noch nie habe ich erlebt, dass so lang und kontinuierlich eine Spannungsschraube angezogen wurde – der Score war meisterhaft, der Umschnitt auf die Erd-Szenen und das parallele Steigern der Szenarien, da passte einfach alles, ich könnte Jauchzen und Schluchzen, so hammermäßig hat mich das mitgerissen :) Rezeption – ein großes Rätsel ;)

      Interessant fand ich mal wieder zwei Punkte: Zum einen wie stark anscheinend in Taminos Kopf irgendetwas rebelliert, das spezifische Handeln von Figuren zu akzeptieren, die in seinen Augen irrational handeln. Konkret zum Wandel von Damon: Ich bin da voll bei Christian und Raphael. Egal, wie gefestigt, rational denkend, etc. du bist, wie sich deine Denke, Weltsicht und dein Charakter verändern werden, wenn du Jahrzehnte allein auf einem Eisplaneten gestrandet bist (oder in einer “vergleichbaren” Extremsituation bist), ist absolut unvorhersehbar. Das ist es, was ich in unseren Dikussionen auch schon oft gesagt habe – so ist der Mensch. Wir handeln nicht nach Protokoll, sind nicht bis ins letzte vorhersagbar und drehen durch spezifische Impule einfach irrational am Rad.
      Zum anderen die “Mit Bedeutung füllen vs vollkommen ausformuliertes Konstrukt vorgesetzt bekomen”-Diskussion. Als es um das Ende ging, fiel ein Satz wie “und dann ist da kein richtiges Ende und ich kann mir wieder sonstwas ausdenken”. Hier ist doch der zentrale Punkt, dass Filme die so agieren und es gut tun, eben nicht zulassen sich “irgendwas” auszudenken. Sondern Impulse setzen, mit denen du gemeinsam Gedanken entwickelst und darüber die Themen des Films ergründest. Ich persönlich hätte es auch viel lieber gemocht, wenn dieses rangeflanschte Ende hier nicht im Film gewesen wäre.

      • SecondUnitTamino

        Wie gesagt, das mit Damons Figur ist in meinen Augen nichts anderes als schlechtes Writing. Es geht da nicht einfach nur darum, dass es irrational ist. Eine Figur dreht ihre Einstellung zu etwas um 180 Grad, weil: Extremsituation. Das ist so eine lahme Erklärung die man quasi immer bringen kann. Da erwarte ich einfach mehr als das. Ich finde die Idee der Figur ja prinzipiell auch gut, nur MUSS man das einfach im Film auch entwickeln. Man kann das nicht einfach nur so sagen und dann soll mich das bewegen. Ne, da kommt nichts bei mir an und es wirkt einfach nur total konstruiert. Für mich geht das so in die Richtung, als wenn du dich mit jemandem über all die merkwürdigen Arten und Weisen von menschlichem Verhalten unterhälst und er sagt dir halt als Antwort nur: “der Mensch ist irrational, Thema gelöst”. Es ist halt ein wenig komplexer als das und wenn ein Charakter DAS ABSOLUTE GEGENTEIL von dem tut, was Sinn für ihn machen würde, dann erwarte ich da schlichtweg ein klein wenig mehr als “der Mensch ist irrational”. Der Mensch ist vor allem mindestens genau so oft rational wie er es nicht ist und mir als Zuschauer geht es doch darum, die Charaktere im Film und ihre Motivationen zu begreifen. Matt Damons Figur ist hier nicht viel mehr als Plot-Device für ein bisschen Blockbuster Action in diesem sonst bestimmt so “lahmen” Weltraum-Adventure. Wenn es mehr hätte sein sollen, dann hätte man seine Geschichte hier ziemlich ausführlich erzählen und vor allem seinen Wandel darstellen müssen.

        Das mit dem offenen Ende verstehe ich halt einfach überhaupt nicht. Ich persönlich mag das zwar fast nie, aber dennoch verstehe ich den Reiz davon bei einem Film wie z. B. 2001. Wieso man sich hier aber an einem konkreten Ende der Geschichte stört ist jenseits meines Horizonts. Wieso muss denn immer am Ende eines jeden Films das riesige rosa Fragezeichen kommen? Ist es denn wirklich so schlimm, wenn ein Filmemacher einfach mal eine Geschichte von vorne bis hinten erzählt und die Fragen, die er am Anfang aufbaut auf seine Weise beantwortet? Ich seh da nichts Teuflisches drin. Es beschwert sich doch auch keiner darüber, dass eine Geschichte einen Anfang an, dann darf sie doch sicher auch ein Ende haben. Fragen an sich sind nett, ja, aber Fragen plus Antworten sind im Vergleich doch das Nonplusultra. Außerdem reden wir hier von einem Space-Adventure-Fantsasy-Film und nicht von einem abstraken Bild menschlichen Fortschritts. PROMETHEUS bleibt da einfach das beste Beispiel, da passiert halt einfach irgendetwas und am Ende versteht halt keiner was das alles sollte. Uhh, yeah, da wurden einem keine Antworten “vorgekaut”. Ja dann bitte schön, Herr Zuschauer, denk dir halt selber welche aus! Ganz toll, total. Oder wie wäre es mit einem Krimi, in dem 20 Verdächtige auftauchen und jeder einzige zig Gründe hat, der Täter zu sein und jeder auch zig Gründe, die dagegen sprechen. So, Film vorbei, denkt euch selber aus wer es war und warum und es hat super Spaß gemacht! Echt?

        Insgesamt kann ich auch nach mehreren Tagen noch daran festhalten, dass ich den Fim wohl nicht noch einmal schauen möchte. Er war all over the place, ja, aber es steckt für meinen Geschmack einfach nicht viel mehr drin als eine nette Menschen-Liebes-Schnulze in Sci-Fi-Fantasy-Verpackung, wie auch in CONTACT. War schön anzusehen, hatte auch ein paar echt schöne Momente aber insgesamt bleibt bei mir da nicht viel hängen. Ich bin durch mit dem Film. Man muss halt nicht immer die Mega-Botschaft suchen, wenn halt keine da ist oder versuchen, filmische Fehlentscheidungen solange hin und herzudeuten bis sie letztendlich doch irgendwie Sinn ergeben. Manchmal funktioniert das natürlich, aber meistens bleibt ein Film halt einfach nur mittelmäßig und dann ist es eben so. Gibt genug stimmigere und vor allem viel besser geschriebene Sci-Fi Filme als den hier.

        • Christian

          Matt Damons Charakter sagt es ja im Film ja selbst: Er hat nie damit gerechnet, dass sein Planet nicht die neue Heimat für die Menschheit ist.

          Wenn einer so viel Überzeugung/Glauben in eine Sache investiert, kann er schon daran zerbrechen, wenn die eigene Vorstellung nicht eintritt. Hat mit Irrationalität in diesem Fall doch überhaupt nichts zu tun.

          Ach so: Ich verstehe das mit dem offenen Ende nicht. Wo ist das Ende von Interstellar denn offen?

          • SecondUnitTamino

            Er ist Wissenschaftler und versteht nicht, dass jeder dieser Planeten möglicherweise das Grab des jeweiligen Astronauten sein kann? Michael Caine hat uns das genau so erklärt, daher sollte ihm das ja auch klar gewesen sein. Wie gesagt: die Idee dabei ist super, nur die Ausführung ist mir hier zu überhastet.

            Zum Ende: es ist ja gerade nicht offen und das stört anscheinend viele Leute.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          “aber es steckt für meinen Geschmack einfach nicht viel mehr drin als eine nette Menschen-Liebes-Schnulze in Sci-Fi-Fantasy-Verpackung, wie auch in CONTACT.”

          Letzte Woche haben wir aber noch über Leute geredet, die genau so über Memento denken. Uns sind da ja auch erst mit der dritten Sichtung Themen aufgefallen (Schuld etc.), die wir erst dann erkannt haben. Anders gesagt:

          Nur weil uns nicht sofort Themen auffallen, heißt es nicht, dass sie nicht da sind. Und ich habe ein sehr starkes Bauchgefühl, dass in Interstellar viel mehr drin steckt als nach der ersten Sichtung erkennbar.

          Das Problem bei deiner Argumentation: Du hebelst dich selbst dabei aus. Du sagst, es steckt nicht mehr drin in dem Film (weil du nicht mehr erkannt hast). Das ist für den Moment okay, aber so lässt sich über jeden anderen Film auch denken, vor allem über deine Lieblingsfilme. In “Seven” hab ich das Thema Empathie vs. Apathie auch nicht sofort so deutlich erkannt. Es ist aber da und manchmal braucht es einfach ein paar Anläufe mehr. Nur muss man sich halt auf sowas einlassen (wollen).

          • SecondUnitTamino

            Andersrum kannst du halt auch für Ewigkeiten in jedem Film eine tiefere Message suchen bis du irgendwann glaubst, irgendwas gefunden zu haben. Hängt dann dann eben mit dem jeweiligen Gefühl zusammen wie du sagst: du hast das Gefühl, dass da was ist und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich da niemals mehr drin sehen werde. Ich bin daher durch mit dem Ding.

          • http://www.enoughtalk.de jacker

            Ich stimme da Christian zu. Gerade ein Werk wie dieser Film hier, was doch relativ überladen ist, birgt zahlreiche Möglichkeiten, um bei Folgesichtungen aufmerksam auf andere Aspekte zu achten. Ich zumindest nehme fast immer im zweiten Durchgang Filme etwas (mamchmal sehr) anders war und manchmal braucht es eben ein wenig mehr Vertrautheit mit der Materie..

        • http://www.enoughtalk.de jacker

          Zu Damon: Schwierig! Hättest du wirklich flashbacks, die seine Geschichte und seinen Wandel darstellen besser gefunden? Ich auf keinen Fall, weil die gesamte Story überhaupt nicht aus seiner Sicht erzählt wird. Ich hätte es zudem höchst überflüssig gefunden. Sonst wird doch immer gefordert den Zuschauern zuzutrauen auch mal Dinge von selbst zu raffen. So ein Fall ist das für mich. Wenn der Mann seit mehreren Jahrzehnten alleine (und vor allem ohne reale Hoffnung auf Rettung) auf dem Planeten ist, kaufe ich ihm Wahnsinn ab. Zudem diente die Story line eben nicht nur als Basis für etwas nette Action, sondern stellt durch den verloren gegangenen Sprit bei der Action die weichen für die weiteren, entscheidenden Geschehnisse.

          Zu PROMETHEUS: Verstehe seit zwei Jahren nicht, wie man es besser finden könnte, wenn er antworten liefern würde?! Ridley Scott spell also die anterior auf dem Sinn unseres Daseins erdenken? Was auch immer da an antworten hinten raus gekommen wäre, hätte diesen Film absolut in die lächerlichkeit gezogen. So ist es zum Glück ein cooler SciFi Film mit ein paar drehbuchschwächen.
          Der Vergleich zu nem Krimi stellt in meinen Augen in etwa Rührei VS Ananas dar. “Wer war der Mörder?“ – da gibt es ne klare Antwort drauf. “Warum wurde der Mensch erschaffen?“ – wohl nicht ganz so einfach.

          Glaube auch nicht, dass ich mir hier Film Fehler zurecht biegen will – ich beschreibe ja nur, warum ich deine Kritik Punkte weniger problematisch fand ;)

          • SecondUnitTamino

            War Damon nicht nur zwei Jahre auf dem Planeten und hat sich danach in den Kälteschlaf gelegt? Sie sagen doch an einer Stelle, dass diese Ausgesandten nur Vorräte für zwei Jahre mitgenommen hatten. Das einzige was ich hier will ist, dass ich es irgendwie zumindest halbwegs nachvollziehen kann, was mit seiner Figur passiert. Entweder durch viel mehr Screentime oder durch ein Szenario, das nicht vorgibt, dass er von einem Extrem seiner Persönlichkeit in das andere abdriftet. Wenn man einen Film dreht, in dem Ghandi sich in einen Massenmörder verwandelt, dann erwarte ich dafür eine Erklärung, die mehr ist als: “er war in genau der Situation, die ihm vonvornherein perfekt bekannt war und das hat seine Einstellung zu allem um 180 gedreht”. Ich gebe mich einfach nicht mit irgendeinem vagen, bestenfalls mehr schlecht als recht Zusammenpuzzlen zufrieden. Ich schaue einen Film, damit er mir eine Geschichte erzählt und dabei seine Charaktere verdeutlicht. Und gerade bei einer so einschneidenden und für den Plot relevanten Veränderung eines Menschen MUSS ich das erklärt bekommen, auf welche Weise auch immer – und dabei zählt nicht “Menschen tun alles in einer Extremsituation”. Nein, manche tun dies, manche tun das und ich will verstehen, warum. Ich gehe nicht davon aus, dass wenn ich auf dem Planeten wäre, dass dann in meinem Kopf eine Art Glücksrad sich dreht und mein Verhalten dann absolut zufällig ist. Ich gehe fest davon aus, dass sich zumindest im Kern immer noch meine Persönlichkeit befindet, die sich vielleicht verändert oder verformt, aber ich nicht mal eben ruckzuck das exakte Gegenteil von dem werde, was ich mein gesamtes restliches Leben war.

            Wie man mit der Art und Weise der Verarbeitung von PROMETHEUS’ Thema (jetzt mal den ganzen Charakterstuss, die zig dümmlichen Szenen usw. ausgeklammert) zufrieden sein kann, ist mir ein Rätsel. Wenn du sagst, dass du jedwede Antwort auf die Herkunft der Menschheit als dämlich empfinden würdest, wieso zum Teufel willst du dann überhaupt einen Film sehen, der sich mit der Frage beschäftigt? Ich will von so einem Film natürlich SEINE Antwort auf diese Frage. Und wenn JEDE Antwortmöglichkeit per se dämlich wäre, dann hätte man den Film nie machen sollen, so einfach empfinde ich das. Ich könnte es vielleicht verstehen, wenn man sagt, dass einen der ganze inhalt hier nicht sonderlich kümmert und man eher an einem tollen Space-Adventure interessiert ist. Das Problem dabei ist nur, dass PROMETHEUS in dieser Hinsicht ungefähr genau so stark versagt wie in der inhaltlichen.

            Im filmischen Universum von PROMETHEUS muss es doch außerdem eine ganz klare Antwort darauf geben, wer und warum dieser jemand den Menschen geschaffen hat – genau wie beim Krimibeispiel. Du schaust den Film und fragst dich dabei, wie die Auflösung ist und am Ende bekommst du nichts. Ich könnte mich ja vielleicht noch damit abfinden, wenn einem mehrere Möglichkeiten gegeben werden, das Geschehene zu deuten, aber was hat der Film denn so wie er ist letztendlich geleistet?

            Mal abgesehen davon, sagt dir der Film doch sogar, dass die Menschen von irgendwelchen komischen Alienwesen kreiert wurden. Das zeigt ja der Prolog. Nur wird das überhaupt nicht weiter erkundet geschweige denn erklärt – und genau das macht das ganze eben dümmlich. Wenn ich eine sinnvolle, ausführliche Erklärung der ganzen Geschehnisse bekommen hätte, dann könnte ich darüber nachdenken, die Geschichte bewerten, mir überlegen, ob das Sinn macht ODER ob ich es dämlich finde, aber so wie er ist gibt mir PROMETHEUS schlichtweg REIN GAR NICHTS über das ich nachdenken könnte. Soll ich mir jetzt überlegen, was der Dialog in der Aliensprache wohl bedeutet hat? Soll ich mir aus den Fingern saugen, was die Motivationen der ALienwesen gewesen sein könnten, eine neue Spezies zu kreieren? Warum sollte ich das tun, jede Antwort ist richtig bzw. falsch.

            Ich weiß auch nicht so recht, ob ich dich hier recht verstehe (also verbessere mich bitte), aber ich krieg heutzutage oft den Eindruck, dass extrem viele Leute es super toll finden, wenn ein Film einem einfach nichts Konkretes an die Hand gibt. Selbst bei 2001 kann ich mir ja noch irgendwie vorstellen, dass gewisse Leute Spaß daran haben, sich das Ende zurechtzulegen, aber bei PROMETHEUS? Ich verstehe das nicht. Es ist SOOOOOOOOOOOO einfach, keine Antwort zu liefern und SOOOOOOOOOOO schwierig, es zu tun. Wieso sollte ich mich dann mit der billigen Lösung zufriedengeben, in der ein Film einfach irgendwann aufhört? Wo ist der Reiz? Wozu brauche ich einen Film, wenn ich ihn nicht AUSsprechen lassen will? Hattest du nicht das Gefühl, dass am Ende des Films, als sie mit dem Raumschiff den Planeten verlassen, GENAU JETZT der interessante und vor allem wichtigste Teil der Geschichte beginnt? Mit dem Gefühl bin ich aus dem Kino raus. Da hätte ich mir den Haufen Unsinn, den die ganze Crew da gerade 120 Minuten lang fabriziert hat, gerne erspart, wenn ich dafür etwas bekommen hätte, was sich mit den zu Beginn des Films aufgeworfenen Fragen beschäftigt.

            Ich denke da gerade automatisch an BLAIR WITCH PROJEKT^^. Wer guckt diesen Film und denkt am Ende: “Oh, wie clever, dass sie die Hexe nie zeigen?” Anscheinend fast die ganze Welt, was mich irgendwie zum Lachen bringt. Ich denke bei dem Film: “Oh, wie obvious und peinlich, dass sie sich kein vernünftiges Design bzw. Konzept für ihr Monster aneignen konnten und deswegen nur drei Leute im Wald filmen konnten”. Ich kriege autmoatisch diesen Vibe davon. Ich finde es einfach NULL clever, die Essenz von etwas wegzulassen. Ich empfinde das in 99% (mit einem wichtigen 1% als Ausnahme) aller Fälle als eine enorm plumpe und billige Taktik, sein eigenes Unvermögen als Writer oder Director zu kaschieren.

            In gewisser Weise gebe ich dir ein wenig Recht: FAST jede Antwort bei PROMETHUES wäre dämlich oder belanglos gewesen. Aber nicht JEDE. Und genau diese Ausnahme will ich haben. Die macht das Meisterwerk aus, alles andere versickert im Meer des undefinierten “blablabla, denk dir selber die Hälfte aus, weil ich keine komplette Geschichte zu erzählen habe”. Wenn du mir hier nicht zustimmst, wie siehst du das dann z. B. bei Werken wie GHOST IN THE SHELL, die all ihre Story-Geschehnisse exakt erklären und dabei “trotzdem” (natürlich genau deshalb) absolute filmische Philosophie sein können? Der Witz ist doch gerade, anhand einer ausformulierten Geschichte Metathemen zu erzählen und zu verbildlichen, sie also dem Zuschauer näherzubringen. Empfindest du die Erklärung für künstliches Leben da als plump oder gar dämlich? Und wenn nicht, wieso hätte PROMETHEUS das mit seinem Thema der Entstehung der Menschheit nicht genau so gut machen können bzw. müssen?

            GHOST IN THE SHELL ist ein Film über künstliche Intelligenz und die verschiedenen Definitionen von Leben(sarten). PROMETHEUS ist ein Film über einen Haufen Spinner, die gerne knuffige Alienmonster anfassen und nicht wissen, wie man vor riesegen rollenden Raumschiffteilen vernünftig wegläuft (nämlich seitlich, nicht nach vorne). Ist er ein Film über die Herkunft des menschlichen Lebens? HELL NO! Sollte er das sein, nur weil am Anfang des Films die Frage aufgemacht wird und als Antwort “Aliens haben die Menschen aus ihrer Rippe erschaffen” gebracht wird? Wie kann einem das reichen, wie kann man nicht mehr erwarten, WORÜBER sollte ich hier sinnvoll nachdenken können, WAS sollte man hier mögen?

          • http://www.enoughtalk.de jacker

            Sollte das mit Damon so sein, würde ich zwar dabei bleiben, dass so ein Wandel realistisch ist, könnte dich aber besser verstehen. Ich bin davon ausgegangen, dass er viel länger wach und da war. Deine Argumentation finde ich aber mal wieder interessant. “Glücksrad” findet in seiner Rübe ganz sicher nicht statt, seine Persönlichkeit entwickelt sich einfach in die naheliegendste Gegenrichtung. Deswegen kaufe ich das auch problemlos. Weil es in meinen Augen nicht abstrus, sondern naheliegend ist.

            Zu PROMETHEUS: Da sehen wir es scheinbar völlig anders was der Film will. Für mich ist es kein Film “über den Sinn des Lebens der Menschheit”, sondern ein Film über “die SUCHE der Menschheit nach dem Sinn ihres Lebens”. Und deswegen landet der für mich on point, weil er genau das wiederspiegelt, was die Menschen seit sie denken tun: Sich den Kopf zerbrechen, warum sie da sind, aber keine Antwort finden. Ja, man sieht den Schöpfer, wie er hier seine DNA verteilt und damit ist der Aufhänger für den Menschen gegeben loszufliegen und zu suchen.

            Dein BLAIR WITCH Beispiel taugt wunderbar um die scheinbar kaum in Worte zu fassenden Unterschiede zwischen unseren Erwartungen an Film in Worte zu fassen: Es gab schon XX Horrorfilme, die mir durch Auflösung und Zeigen des Monsters/der Bedrohung, etc. verdorben wurden. Immer wenn das Ganze ein “Gesicht” bekommt steigt mein Kopf auf und ruft ganz laut: ” Geht weg mit eurer entmystifizierenden Kacke!”. Diese Designs, Antworten auf Fragen, etc. sind so fern meines “normalen” Wahrnehmungshorizonts, dass ich sie weder brauche noch kaufe.

            Zu GITS:
            Hab ich mal gesehen, kann mich aber an nichts mehr Erinnern. Nur, dass ich den Audiovisuell, besonders in Anbetracht des Produktionsjahres, recht gut fand. Demnach weiß ich auch nicht worüber ich nachdenken kann ;)

          • SecondUnitTamino

            Wenn man PROMETHEUS so sieht/sehen kann, dann hilft das sicherlich enorm, um den Film zumindest zu mögen. Die ganzen total dümmlichen Verhaltensweisen der Charaktere kriegt man damit zwar trotzdem nicht weg, aber immerhin kommt einem das ganze dann wahrscheinlich nicht wie ein riesiges “ohooooohohoho” vor ;-)

            Was du bei BWP meinst, verstehe ich natürlich und ganz oft ist es ja auch ein Problem, dass in einem Film zu viel entmystifiziert wird. Aber deine Sichtweise scheint mir da oft das andere Extrem zu sein, mit dem ich genau so wenig anfangen kann. Würdest du es denn ganz allgemein nicht als eine viel größere Leistung eines Films empfinden, wenn er dir eine innovative und clevere Auflösung bietet statt dass alles nur total vage bleibt? Würde ich halt immer so sehen.

            Dass du dich an GITS nicht erinnerst ist halt schon etwas – nun ja, ich beende den Satz hier lieber :-)

  • Christian

    Vielleicht noch eines zu dem Punkt Phantasie/Science Fiction, der Euch im Podcast ja beschäftigt hat:

    Mir gefällt Interstellar gerade deswegen ungemein gut, da hier das phantastische Element ja gerade nicht so ausgeprägt ist. Sogar die Szene am Ende ist ja nichts anderes als eine für uns nachvollziehbare Erklärung, wie eine Handlung im multidimensionalen Raum, in dem die für uns selbstverständlichen Regeln für Zeit ausgesetzt sind, aussehen könnte. Eben genau so, wie der Wissenschaftler im Film das Wurmloch mit der Übertragung auf 2D und dem Blatt Papier demonstriert.

    Und das ist ja gerade etwas ganz anders als Zauberei aus dem Fantasy-Film: Auch wenn wir es praktisch nicht nachvollziehen/erleben können, es gibt theoretische Modelle die die Regeln unseres Universums erklären können und die ich auch auf die Szenen in Interstellar anwenden kann. Den Ring aus dem Fantasy-Film, der unsichtbar macht, kann ich mit diesen Regeln nicht erklären.

    • SecondUnitTamino

      Die Grenze ist da sicherlich fließend und natürlich hat jeder gwissermaßen auch seine eigenen Definitionen für die beiden Genres. Für mich z. B. geht es ziemlich stark in die gleiche Richtung, wenn Sauron den Ring “irgendwie” mit seiner Macht hergestellt hat und dieser dann gewisse Fähigkeiten verleiht oder zukunftige Wesen “irgendwie” einen dreidimensionalen Raum in einen fünfdimensionalen gepresst haben. CHILDREN OF MEN oder BLADE RUNNER und selbst MATRIX geben mir da weitaus leichter zu verinnerlichende Szenarios ohne Zeitparadoxon und Dimensionssprünge. Das stört mich auch nicht wirklich, es ist einfach nur nicht so ganz meine Präferenz von Sci-Fi.

      • http://www.enoughtalk.de jacker

        Ich finde den Film da auch nicht so einfach zu labeln. Durch den vielen Physik-Gibberish erweckt er den Anschein wissenschaftlich zu sein, ist aber reine Phantasy, nur ohne Drachen und Ring ;)

  • Altbiertrinker

    In Min 27 sagt ihr, dass alle keine Nachnamen hätten, McConaughey wird aber im Film nur mit seinem Nachnamen Cooper bzw. ‘Coop’ angesprochen. Sein 2. Enkel wird nach ihm ‘Coop’ genannt, also heisst sein 2. Enkel im Film ‘Coop’ Cooper.

  • Aoi Miyazaki

    Ich habe mir den Podcast noch nicht angehört und nur die Kommentare hier durchgelesen. Ich frage mich nur eins: Wie kann man denn hier bitte nur über die Fragwürdigkeit Dr.Manns Handlungen oder ob das abgeschlossene Ende gut oder schlecht ist diskutieren? Der Film hat doch ganz andere Probleme: Er macht überhaupt keinen Sinn! Ich war am Samstag im Kino und habe mir noch nicht große Gedanken dazu gemacht (weil mir der Film dafür nicht wichtig genug ist), es kann also sein, dass ein paar der folgenden Punkte vielleicht doch irgendwo Sinn ergeben. Trotzdem bin ich der Meinung, dass ich noch nie einen Film gesehen habe, der so wenig durchdacht und so sinnfrei war:

    1. Die NASA startet das absolut letztmögliche Projekt zur Rettung der Menschheit und hat noch nicht mal einen erfahrenen Team Captain?? Ist ja wirklich Glück, dass Coop rechtzeitig vorbeischneit am “geheimsten Ort der Erde”. Jaja, Bestimmung und so, aber davon ist doch nur Coop und nicht die NASA betroffen??

    2. Das Wurmloch wurde (ich habe sehr stark gähnen müssen) wie üblich mit dem gefalteten Papier und dem Bleistift erklärt. Gut, kann man so machen, wenn man möchte. Das Ding dabei ist, dass es, wie im Film erklärt, ein mehrdimensionales Objekt ist. Dort existiert nicht eine herkömmliche “Welt”, wie sie der Mensch gewohnt ist. Und wie sieht das Wurmloch letztendlich aus? Wie ein öder, dreidimensionaler Tunnel! Gut, Licht flackert hier und da mal rum aber ich bleib dabei. Wenn man das, was über das menschliche Verständnis (wer kann sich denn schon mehr als 3 Dimensionen vorstellen? Manch einer schafft 4, ich nicht.) hinausgeht nicht für den Menschen begreiflich darstellen kann, dann sollte man es lassen.

    Und außerdem, es ist ein “Loch”! Kein Tunnel. Wie man am Beispiel des Papiers und des Stifts gesehen hat, gibt es kein “Durchfliegen”. Man ist sofort da. Fertig.

    3. Coop fliegt am Ende nicht ohne Scheiß IN ein schwarzes Loch rein?! Dazu sei gesagt, dass ein schwarzes Loch kein Loch ist, sondern einfach nur sehr viel Masse mit sehr geringem Volumen. Großartig rumfliegen ist da nicht, es macht nur *ftsch* und das Raumschiff hat die Größe eines Wassermoleküls. Okay, seien wir so gnädig und sagen, sein Raumschiff wurde von “ihnen” beschützt. Selbst dann macht es keinen Sinn, denn Coop fliegt dort hinein und ist irgendwann hinter dem Schwarzschild Radius. Ergo: Es ist dunkel! Wie er auch selbst sagt. Hinter besagtem Radius verhalten sich Photonen nicht wie gewöhnlich. Wieso kann er dann einfach in seinem Raumschiff umhergucken? Die Anzeigen leuchten und blinken vor sich hin?? Ne! Was hinter dem Schwarzschild Radius passiert, weiß ich nicht, aber sicherlich nicht das!

    4. Da fällt mir auch gleich ein: Der Wasserplanet leuchtet mir nicht ganz ein. Es wurde gesagt, dass die Zeitdilatation auf diesem Planeten durch die starke Gravitation ausgelöst wird. Und wenn eine Stunde auf diesem Planeten 7 Erdenjahren entsprechen, dann muss die Gravitation schon eine verdammt hohe sein. Einfach hinfliegen, landen und rumlaufen macht also überhaupt keinen Sinn!! Die sind Muß, bevor sie überhaupt nahe genug herankommen.
    Außerdem: Dr.Mann ist halb dem Wahnsinn verfallen, weil er so lange allein war und sagt, man könne es sich nicht vorstellen, wie schön es sei, ein Menschengesicht zu sehen. Der schwarze Professor (Namen vergessen) chillt einfach 23 Jahre auf dem Raumschiff und ist maximal “leicht verdutzt”, dass es so lange gedauert hat. Er ist ein bisschen tatagreisig geworden, aber mehr nicht. Und von was hat er denn die ganze Zeit gelebt? Die Mission war auf ungefähr 7 Tage (?) angelegt und der hat sich 23 Jahre die Wampe mit Rationen vollgeschlagen? Ich dachte es herrscht absoluter Nahrungsmangel auf der Erde und das sei der Grund dieses ganzen Unterfangens? Das bringt mich gleich zu

    5. Die Menschen auf der Erde sind mittlerweile derartig fortgeschritten, dass sie andere Planeten bereisen können und “Space Odysseys” antreten, sind aber mit der Aufgabe überfordert, Nahrung synthetisch herzustellen? Das ist schon etwas fragwürdig.

    6. Als nächstes frage ich mich, wer das Wurmloch denn dort hingesetzt hat. Laut Coop waren es die Menschen selbst. Aber die Menschen sterben doch aus, wenn Coop nicht durch das schwarze Loch fliegt und (ziemlich dämlich) den Roboter die “Gravitationsgleichung” lösen lässt, um dann (mein Gott wie bescheuert das alles klingt, wenn man es aufschreibt) mit Morse Code die Lösung der Gleichung per “Bücherkippen” an seine Tochter zu übermitteln. Also irgendwo muss das ganze ja mal angefangen haben. Ein Ereignis kann sich nicht selbst implizieren. Und ja, “Gravitation kann Zeit überwinden” ist eine schöne und physikalisch nicht falsche Formulierung. Aber garantiert funktioniert das nicht so, wie in diesem Film. Indem er seine 5-dimensionale Hand in den Staub hält und Striche auf den Boden malt. Was war denn das für eine Scheiße eigentlich?
    Und warum eigentlich so umständlich? Hätten “die” das Wurmloch nicht auch direkt vor der Erde und ein paar Jahrzehnte früher platzieren können, damit es nicht so ein unfassbar riesiger Aufwand ist, die Mission zu starten?
    Nehmen wir an, die Menschen aus der Zukunft, die Zeit und Gravitation überwunden haben, hätten das Wurmloch als erste platziert, dann war es zu ihrer Zeit der Nahrungsknappheit ja noch nicht da. Das heißt, sie haben einen anderen Weg gefunden, dieses Problem zu lösen. Das macht das komplette Unterfangen und den Film sinnlos, da es ja anscheinend mehrere Lösungen für das Nahrungsproblem gibt.

    7. Außerdem, wenn er am Ende ohnehin im Inception Limbus abhängt und durch die Zeit reisen kann. Wieso macht er es dann wieder so wie vorher? Soll er doch einfach ein paar Jährchen zurückgehen und sich selbst “morsen”, dass er noch ein paar schöne Jahre mit seiner Familie verbringen soll. Oder dass Plan A des Professors nie existierte usw…

    8. Es sind alles Wissenschaftler. (Wieso musste der Farmer eigentlich die Idee mit dem Swing-by Manöver so dämlich auf ein Whiteboard kritzeln, um es den dummen Quantenphysikern zu erklären??) Wieso ist also keiner auf die Idee gekommen, auf Dr.Manns Planet mal den Helm abzunehmen? Waren die gefälschten Ergebnisse nicht wunderbar für eine Lebensgrundlage? Zumindest halbwegs atembar sollte die Luft doch sein. Genau wie das ganze Malheur auf dem Wasserplaneten: “Nein, ich ignoriere den Befehl und muss die Mission vorantreiben, auch wenn ich dabei das Leben aller Beteiligten gefährde” Ich wollte da wirklich durch den Bildschirm mal eine kräftige Erziehungsschelle verteilen. Ach, ich mach hier mal Schluss, ich rege mich ja nur auf.^^

    Ich könnte hier jedenfalls ewig weiterschreiben, wird aber zu lang sonst und ich sitze morgen noch da…. Was Filme angeht, bin ich normalerweise nicht so die hellste Leuchte, da ich Filme doch meistens mit dem Herz anstatt mit dem Kopf schaue und sehr leicht emotional mitgerissen werden kann, zumindest beim ersten Mal. Aber hier erschlagen einen ja schon fast die Ungereimtheiten. Dass beispielsweise Coop der Geist ist und dieses “stay” selbst geschrieben hat, war doch von Anfang an völlig klar – und mir entgeht so etwas in der Regel. Sollte das eine Überraschung sein? Als ich zumindest aus dem Kino bin, habe ich ewig lang mit meinen Freunden über die Sinnlosigkeit so ziemlich ALLER Ereignisse geredet.

    • http://www.enoughtalk.de jacker

      Dass der nicht als wissenschaftlich fundierte Physik-Vorlesung gedacht war, sondern reine Science-FICTION darstellt, ist dir aber schon klar?

      Ich meine, natürlich sagt die Wissenschaft anderes über schwarze Löcher, etc. – Aber sie sagt z.b. auch ganz viele andere Dinge, auf die in ganz vielen anderen SciFi Filmen geschissen wird und da bemängelt das auch keiner! Fiktion halt. Phantasy.. Unsinn in schickem Gewand..

      • Aoi Miyazaki

        @Jacker:

        Zu allererst möchte ich mal folgendes feststellen: Ich mag den Film schon irgendwie. Da mich, wie ich ja gesagt habe, die emotionale Komponente leicht abholen kann. Und da ich sowieso durch und durch Familienmensch bin, fand ich die ganze Geschichte mit seiner Tochter sehr rührend. Auch muss ich (ich habe den Podcast inzwischen gehört) Christian unterstützen mit der Aussage, dass der Dialog über Liebe – von Dr.Brand – gar nicht mal so falsch war. Natürlich grenzt das schon hart an Kitsch, aber mich hat es im Kino bewegt.

        Zu deinem Kommentar:
        “Aber sie sagt z.b. auch ganz viele andere Dinge, auf die in ganz vielen anderen SciFi Filmen geschissen wird und da bemängelt das auch keiner!”

        Also ich schon!
        Man muss aber unterscheiden. Natürlich ist mir klar, dass das Physik-Level auf ein unterhaltendes Niveau heruntergebrochen werden muss und vor allem auch auf ein Niveau, das der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden kann. Damit habe ich auch gar kein Problem. Das möchte ich ehrlich gesagt nicht einmal anders, Physik-Vorlesungen habe ich nämlich im Alltag schon genug und im Kino zahle ich schließlich für kurzweilige Unterhaltung.

        Nur, warum versucht man denn ständig so krampfhaft vorzugeben, dass das wissenschaftlich fundierte Science-Fiction sei? Das Gleiche gilt auch für Gravity. Am Anfang heißt es noch “Im Weltall gibt es kein Medium, das den Schall überträgt” und der Film macht auch sonst ein großes Fass auf, was das Realitätsniveau betrifft, vernachlässigt im Anschluss aber jegliche Gesetze der Impulserhaltung und genau dann stört es mich auch. Das kann man einfach anders machen. Ich führe als Beispiel mal mein Lieblingsbuch “Picknick am Wegesrand” an (gezielt nicht den Film, denn Tarkovsky hat aus dem Film einen ent-sci-fi-isierten Esoterik-Trip und aus Schuchart einen weinerlichen Gutmenschen gemacht – das hat mich *ein bisschen* gestört). Ich bin mir sicher, du hast das Buch gelesen und wir können uns darin einigen, wie unglaublich faszinierend die Möglichkeiten “der Zone” sind. All die merkwürdigen Artefakte, die hinter Fleischwolf und Fliegenklatsche versteckt in verrohter Natur liegen und der “Besuch”, von dem man im Prinzip gar nichts erfährt, schaffen eine unfassbare Mystik, die weder unlogisch noch logisch ist, einfach weil sich die Strugatzkis nicht dazu genötigt fühlten, auch nur ansatzweise eine Erklärung dessen abzugeben.

        Das “‘Wir können es nicht begreifen”-Moment wurde nicht mit irgendwelchen höheren Dimensionen von Verständnisebenen erzwungen, sondern schlicht am Beispiel eines Picknicks am Wegesrand erklärt (in der Mitte etwa von Doktor Pillmann) und das ist so ziemlich die treffendste Metapher, die ich je in einem Science-Fiction Roman lesen durfte. Die Ameisen fassen die Existenz einer noch glühenden Zigarette wahrscheinlich als feindlich auf, können es im Grunde aber gar nicht verstehen. Und genau so geht es in gewisser Hinsicht auch dem Menschen, zumindest was all diese Weltraumphysik anbelangt. Die moderne Physik weiß ja noch nicht einmal, was genau am Doppelspalt passiert. Wenn man die Natur dieser Teilchen noch gar nicht fassen kann, wieso sollte man sich dann überhaupt in Erklärungen viel weiterführender Theorien üben? Was ich damit sagen möchte, ist folgendes: Im Wesentlichen gibt es doch zwei verschiedene Arten von Sci-Fi. Entweder man betreibt ihn (wie Lem) wissenschaftlich fundiert und sehr detailliert oder eben (wie z.B. ein K.Dick) sehr mysteriös und hält sich keine Sekunde mit halbgaren Erklärungsversuchen auf. Jeder Mittelweg ist einfach nur dumm. Da er ja eigentlich nur die Nachteile beider Wege vereinigt. In einem “Interstellar” versucht man alles so genau wie möglich zu ergründen und eine passende Zukunft zu entwerfen, stützt sich dabei aber auf halberschlossene und teilweise auch schlicht falsche Theorien. Das ist einfach kein diskutables Fundament für eine Weltraumoper.

        Kurzum: Wenn ein Film so tut, als wäre er hochkonzeptionell ausgearbeitet, dann doch bitte einfach nur NICHT vollkommen sinnlos, dass ich alle zwei Minuten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen muss. Denn schließlich ist es ja nicht allzu schwer, einfach nur filmintern logisch zu bleiben. Märchenhafte Elemente sind dabei durchaus erwünscht. Dass Spongebob ein sprechender Schwamm ist, der in einer Ananas wohnt, stört mich ja auch nicht. Wie Coop also den Sekundenzeiger der Uhr zum zappeln bringt, indem er an überdimensionalen Bücherseiten im Limbus wackelt (??), das ist etwas, mit dem ich leben kann… aber doch bitte kein Raumschiff, das in ein schwarzes Loch fliegt. Denn obwohl wir nicht wirklich wissen, wie es denn auf der Oberfläche eines solchen Objekts vorgeht, sind wir uns alle sehr einig, dass das was Coop passiert, “völlig” ausgeschlossen ist. Ich sage “völlig”, weil die Wahrscheinlichkeit, mit der dieses Ereignis eintritt, ungefähr 0 ist. (Nur als kleines Beispiel: Die Thermodynamik schreibt – Stichwort Entropie – nur eine Wahrscheinlichkeit vor, mit der sich die Gasmoleküle irgendwo aufhalten. Es könnte also passieren, dass sich schlagartig alle Luftmoleküle in deinem Zimmer unter dem Bett sammeln und du elendig erstickst – nur ist das eben sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich.)

        Natürlich ist mein Blick auf Filme in dieser Hinsicht ein bisschen unromantisch. Aber es gibt ja immerhin sehr viel aus diesem Genre, was mir gefällt (Blade Runner, Eternal Sunshine…, Metropolis, Donnie Darko, Akira, Ghost in the Shell usw..) was wohl zeigen dürfte, dass meine Sichtweise nicht alle Sci-Fis kaputt macht, also eine Daseinsberechtigung hat. Kannst du mich da verstehen? ;)

        • SecondUnitTamino

          Ich kann dich irgendwie verstehen, aber irgendwie auch nicht. Selbst wenn es wissenschaftlich hundertprozentig erwiesen sei, dass man nicht durch ein Schwarzes Loch fliegen kann, wieso sollte das per se ein Problem für einen Film sein? Würdest du BACK TO THE FUTURE irgendwie anders bewerten, wenn BEWIESEN wäre, dass man nicht in die Vergangenheit reisen kann? Geht es bei solchen Film nicht gerade darum, sich einfach mal auf gewisse Prämissen einzulassen – auch wenn sie 100%ig unmöglich sind – und dann zu bewerten, was der Film damit macht und ob das metamäßig was taugt oder einfach unterhaltsam ist?

          Ich vermute du hast da in gewisser Weise ähnliche Probleme wie ich, nur noch viel stärker. Ich hab es ja in der Episode oft betont: für mich ist das ganze hier hauptsächlich Fantasy + ein paar pseudo-wissenschaftliche Erklärungen. Aber die Erklärungen sehe ich als weniger relevant an (auch wenn glaubwürdige natürlich nett gewesen wären). Sie dienen eher so als Abrundung des ganzen. Oder als nette Verschleiherung der eigentlichen Sinnlosigkeit. Das ist jetzt sicherlich nicht die Nonplusultra-Methode einen Sci-Fi Film aufzuziehen, aber macht dir das echt den Film kaputt?

          “Wenn ein Film so tut, als wäre er hochkonzeptionell ausgearbeitet, dann doch bitte einfach nur NICHT vollkommen sinnlos, dass ich alle zwei Minuten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen muss.” – Tut er das wirklich? Und inwiefern tut INTERSTELLAR das mehr oder weniger als andere Filme? Kommt das bei dir daher, dass du weißt, dass Nolan sich als Inspiartion mit Physik befasst hat? Ich mein, der Film versucht Liebe als wissenschaftlich messbare Größe und als nicht an Zeit und Raum gebundene Verbindung zwischen Wesen zu definieren und du bekommst den Eindruck, dass das “hochkonzeptionell” sein soll? Also ich bekomm da den Eindruck, dass das gewollte Pseudo-Wissenschaft als knuffige Verpackung für ein menschliches Drama ist.

          • Aoi Miyazaki

            Ich denke, du hast mich da ein bisschen falsch verstanden? Denn im Grunde habe ich doch genau das geschrieben, was du auch geschrieben hast.
            “Geht es bei solchen Film nicht gerade darum, sich einfach mal auf gewisse Prämissen einzulassen – auch wenn sie 100%ig unmöglich sind – und dann zu bewerten, was der Film damit macht und ob das metamäßig was taugt oder einfach unterhaltsam ist?”

            Das ist doch genau das, was ich meinte. Spongebob ist ein sprechender Schwamm und in X-Men kann einer Gedankenlesen. Mit Prämissen habe ich grundsätzlich nur äußerst selten Probleme. Wenn Nolan einen Film über Menschen, die auf einem schwarzen Loch landen, gedreht hätte, wäre das zwar etwas fragwürdig, aber ich wäre jedenfalls nicht abgeneigt mir anzusehen, was er daraus macht. Zeitreisefilme sind zwar immer ein bisschen schwierig, da sie keinen Sinn machen können, aber voreilig schlecht finde ich sie deshalb nicht. Zum Beispiel fällt mir da gerade “Summer Time Machine Blues” ein. Der Film macht so wenig Sinn – und ist sich dessen bewusst – dass es sehr unterhaltsam wird, man ständig lachen muss und am Ende einen ordentlichen Knoten im Kopf hat. Das hat mir sehr gefallen. (Zu Back To The Future kann ich nichts sagen, den kenne ich nicht)

            Zurück aber zum eigentlichen Thema: Ich habe auch geschrieben, WARUM ich Interstellar all das ankreide. Die Prämisse ist hier nämlich nicht, dass Menschen auf schwarzen Löchern landen oder unlogische Erlebnisse im Weltraum haben (wie z.B. Ijon Tichy in Lems Romanen). Die Prämisse ist, dass der status quo der Menschheit etwas bescheiden ist und es das zu ändern gilt. Die Botschaft später, wie du schon bemerkt hast, entpuppt sich als ultimative Liebeserklärung an die Liebe! All das nehme ich hin. Wenn man aber nebenbei mal eben zu einem schwarzen Loch/durch ein Wurmloch/wasauchimmer fliegt und die Art, WIE es letztendlich praktiziert wird, völlig hirnrissig ist, dann stört es mich schon gewaltig. Mein Physik (eigentlich Mathe) Studium macht aus mir aber keinen Scheuklappenmenschen, der schon beim Wort Physik aggressiv Schaum spuckt und mit der Lupe völlig besessen auf Fehlersuche geht. Dafür ist Filmeschauen viel zu sehr Hobby von mir. Für frische Ideen bin ich immer offen und ich liebe Filme sehr gerne! Ich hatte ja auch gesagt, dass mir so etwas in der Regel nicht mal auffällt, in Interstellar springen einem diese Moment aber schon förmlich ins Gesicht. Und das gepaart mit unfreiwilliger Komik (Meine Lieblingsszene ist die, in der Coop fragt, wo er denn überhaupt sei und – scheinbar nur auf diese Frage gewartet – drückt der Professor das Knöpfchen auf seiner Fernbedienung, die Wand fährt hinter ihnen auf und es zeigt sich ein RIESIGER, LÄRMENDER Raketenbauplatz. Natürlich merkt man nichts, wenn man 5 Meter entfernt sitzt und eine Holzwand dazwischen ist. Ich habe sehr lachen müssen und war nicht allein dabei!) macht den Film natürlich etwas madig.

            “Aber die Erklärungen sehe ich als weniger relevant an.”

            Wieso das denn?? Wie kannst du dann nur Spaß am SciFi haben? NUR an den Geschichten? Das ist in diesem Genre doch immer nur die eine Hälfte. Für mich sind die Erklärungen, falls vorhanden (wie ich das in meinem letzten Kommentar geschrieben habe), äußerst relevant! Wenn man nämlich anfängt, zu erklären, dabei aber nur Blödsinn redet, dann kann ich das viel weniger ignorieren als einen kitschigen Monolog über die Liebe – denn ich kann mir ja in dieser Hinsicht sicher sein, dass das sogar objektiv (also unabhängig von meinen Preferenzen) Unsinn ist. Außerdem hast du doch selbst gesagt, dass du gerne eine Erklärung dazu gehabt hättest, wie es dazu gekommen ist, dass die Menschheit so fortschrittlich entwickelt ist und Krieg nicht mehr für nötig hält, dann aber Probleme mit der Nahrungsbeschaffung hat. Oder du sagtest, dass du mehr über die Welt erfahren, einen Blick in die Städte dieser Dystopie werfen möchtest. Dein größter Kritikpunkt and 2001 und Prometheus ist doch gerade, dass dir nichts erklärt wurde usw… also bist du doch genau so an Erklärungen interessiert, wie ich. Verstehe ich dich jetzt gerade falsch?

            Und ja, natürlich hatte ich bei Interstellar den Eindruck, dass es hochkonzeptionell sein soll. Es sind immerhin 3 abgedrehte Stunden voller wirrer Geschehnisse und einem Regisseur, der mit Inception einen (ich beschreibe mal die Ansicht der Filmcommunities) absoluten Mindfuck des Jahrhunderts hingelegt hat. Ob es tatsächlich hochkonzeptionell ist, das ist natürlich eine andere Frage, aber das Gefühl hatte ich definitiv. In eurem Podcast ist auch des öfteren das Wort überambitioniert gefallen. Und es ist auch das Adjektiv, das den Film am besten beschreibt und das unterscheidet ihn doch von einer Menge anderer Filme. Mir fällt jetzt auf Anhieb kein anderer SciFi Film der letzten 10 Jahre ein, der so (über)beladen mit Ideen, Effekten und Konzeptionen war.

            “Ich mein, der Film versucht Liebe als wissenschaftlich messbare Größe und als nicht an Zeit und Raum gebundene Verbindung zwischen Wesen zu definieren und du bekommst den Eindruck, dass das “hochkonzeptionell” sein soll?”

            Das meinte ich natürlich nicht, diese Sichtweise ist ja schließlich nicht sonderlich originell. Dass du dich aber so sehr daran störst, verstehe ich nicht ganz. In gewisser Weise ist die Liebe das doch. Ich bin mir sicher, man kann eine Art Endorphinstrom messen, dessen Zeitmittelung man dann einfach relativ als Maß für Liebe angibt. Ich kenne mich mit Chemie nur halb aus, meine aber mal gehört zu haben, dass Liebe ein chemisch sehr gut beschreibbarer Vorgang im Körper ist. Im Film geht es dann eben darum, diesem Vorgang eine höhere Bedeutung zuzuordnen – denn das wollen die Menschen ja nun mal ständig – und ich kann daran wirklich nichts falschen sehen. Liebe ist doch etwas schönes und es sollte noch viel mehr Filme geben, die dieses Thema ordentlich (und damit meine ich nicht all die 2347293847 Teenager Dramen und RomComs) adressieren.

            Achja, holt Raphael mal öfter zu euch rein! Ich mag seinen trockenen Humor :)

          • SecondUnitTamino

            Da hab ich dich wohl teilweise etwas missverstanden, du hast ja auch eine Menge geschrieben ;-)

            “Aber die Erklärungen sehe ich als weniger relevant an.” – Hier hast du mich jetzt aber missverstanden^^ Ich meinte nur, dass ich den Film eher als Fantasy sehe und mir bei INTERSTELLAR deswegen die Erklärungen selbst weniger wichtig sind. Man könnte genau so sagen, dass man den FIlm so sehen MUSS, damit man ihn noch halbwegs ersntnehmen kann. Viele der Dinge wie eben durch Schwarze Löcher fliegen etc. sind halt nicht erklärbar (da sie keinen Sinn machen). Generell stimme ich dir natürlich zu, dass Erklärungen wichtig sind beim Sci-Fi und es hat mich hier auch definitiv gestört, dass alles nur so halbgar angesprochen wurde. Ich meinte nur, dass bei gewissen so abgedrehten Konzepten wie hier eh keine adäquate Erklärung gefunden werden kann. Beim Szenario auf der Erde stört mich das daher viel mehr als beim Wurmloch oder dem 3-dimensionalen Raum der 5-dimensionalen Wesen, weil ich bei ersterem das Gefühl habe, eine glaubwürdige Erklärung erwarten zu können.

            “Hochkonzeptionell” kann man wohl in zweierlei Weisen verstehen.

            Erstens, dass ein Film meta ist wie z. B. MEMENTO oder auch INCEPTION, es also in der Übermittlung der Geschichte mehr als ein bloßes (künstlerisches) Zeigen der Geschehnisse gibt, sondern das Ganze auf eine besondere Weise im Film rübergebracht wird, z. B. durch Schnitt, Zeitstruktur, Kameraarbeit etc. Das sehe ich bei INTERSTELLAR nicht. Der ist überladen mit Ideen, ja, aber nicht sonderlich gewitzt, kompliziert oder innovativ erzählt. Ganz im Gegenteil sogar. Er ist überaschend konventionell aufgebaut und hat viele für den Zuschauer deutlich “informative” Dialoge, was ja auch viele am Film kritisieren.

            Zweitens, dass in einem Film der Inhalt oder seine Geschichte sehr kompliziert ist, das Werk also äußerst komplexe Themen verarbeitet, über die man auch nach dem Film noch nachdenkt- idealerweise natürlich geschickt in den Plot verwoben und mit ihm entwickelt. BLADE RUNNER oder GHOST IN THE SHELL würde ich da als Beispiel nennen. Da kann man sich hier vielleicht drüber streiten, aber das sehe ich bei INTERSTELLAR nicht wirklich. Für mich ist der Film in erster Linie eine melodramatische Abenteuergeschichte, in der es mehr um Charaktere und deren jeweiligen Umgang mit dem Schicksal der Menschheit geht als umgrößere Konzepte ala Zeitreisen oder Entwicklung der Menschheit ins 5-dimensionale. Das ist da sicherlich auch alles drin, aber scheint mir nicht im Vordergrund zu sein. Daher kommt der FIlm ja gerade als so überladen rüber. Es wird davon eben nichts wirklich erkundet, sondern eher in in einen Topf geworfen und ordentlich durchgerührt. Be GHOST IN THE SHELL werden die Theman im Gegensatz total klasse entwickelt und die Kernfragen in unter 90 Minuten auf den Punkt gebracht. INTERSTELLAR ist fast doppelt so lang und reißt dabei nur vieles an, verortet seine Themensplitter aber nicht sinnvoll.

            Was diese Liebesthematik angeht kann ich nur sagen, dass sie bei mir fast immer Desinteresse bis hin zu leichtem Brechreiz auslöst. Ich will das einfach nicht mehr sehen, weder in guter noch in schlechter Form (und das hier war definitiv die schlechte). Für mich fühlt es sich so an, als müsse man in jeden zweiten Film irgendeinen Liebesquark reinstecken, damit er auch schön “dramatisch” ist. Ich bin wohl zu sehr Philosoph, um der Liebe – was auch immer das genau sein soll – immer den zentralsten Stellenwert im menschlichen Leben geben zu wollen. Es ist ein Apsekt von vielen, nicht mehr und nicht weniger. Was ist mit Moral, Selbswertgefühl, Würde, Gerechtigkeit etc.? Sind das nicht alles genau so wichtige menschliche Themen? Ja, das sind sie, aber müssen sie deswegen in nahezu jeden FIlm irgendwie reingesteckt werden? Nein. Liebe als ultimatives Plotdevice ist inzwischen einfach zu einem Klischee geworden: “love conquers all”. Ich kann es nicht mehr hören. Mir kommt das in Hollywood weniger wie Faszination sondern mehr wie Obsession vor.

            Raphael wohnt leider hunderte Kilometer weit weg und hat einen sehr stressigen Job, daher wird das leider schwierig werden, ihn öfter ins Boot zu holen. :-(

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            “Ich bin wohl zu sehr Philosoph, um der Liebe – was auch immer das genau sein soll – immer den zentralsten Stellenwert im menschlichen Leben geben zu wollen.”
            Nur für’s Protokoll: Das hat nix mit Philosophie zu tun. Die beschäftigt sich nämlich auch sehr gern mit der Liebe und dem Menschen ;-P

          • SecondUnitTamino

            Kannst ja mal die philosophischen Werke zählen, die sich mit Liebe befassen und dann gucken, ob es mehr sind oder bedeutendere als die über Moral, Gerechtigkeit, Staatstheorie, Erkenntistheorie, Sprache etc. Liebe gehört eher weniger in den philosophischen Kanon, ist aber natürlich dennoch vertreten. Alles was mit dem Menschen zu tun hat, ist mehr oder weniger Philosophie, aber so eine verklärte und romantisierte Lesart der Liebe wie sie in INTERSTELLAR entwickelt wird, hat nichts mit Philosophie zu tun. Das wollte ich sagen. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen Liebe (was mir durchaus zusagt) ist etwas anderes als die Tatsache, dass Liebe dauernd der zentrale Mechanismus in einer Geschichte eines Hollywoodfilms ist. Für mich ist die Liebesauflösung des Films inetwa wie eine Erklärung in der Art, dass bunte Elfen mit Lichtgeschwindigkeit zwischen Coop und seiner Tocher hin und hergeflogen sind und sie deswegen eine Verbindung hatten. Wenn man auf Quatsch in der Art steht dann bitteschön, aber ich will da etwas Reiferes mit etwas Niveau.

          • Aoi Miyazaki

            Nach deiner Aussage über Liebe kann ich nun mit Recht behaupten, dass du der unromantischste Mensch auf dieser Erde bist! Du musst ihr ja nicht zwingend den größten Stellenwert zuordnen. Die Welt ist nicht binär, auch wenn viele das denken. Irgendeinen Stellenwert sollte sie in deinem Leben aber schon irgendwie haben und jegliche Annäherung an diese Thematik in Filmen grundsätzlich abzulehnen, halte ich für ein bisschen übertrieben, oder nicht? Wenn die Liebesthematik, so wie sie in Interstellar dargestellt wurde, ausgelutscht und kitschig ist, dann ist mir das entgangen, denn ich schaue seit geraumer Zeit eigentlich kaum noch amerikanische Filme (eben wegen Dauerschleifengleichheit). Wenn´s das in den letzten Jahren wirklich so oft gab, kann ich sogar vielleicht nachvollziehen, dass da sofort Brechreiz aufkommt. Im Allgemeinen bleib ich aber bei der Aussage, dass du darüber zu heftig urteilst! :P Ich sehe sie nämlich nicht nur als “ein Aspekt von vielen, wie …”. Keiner sagt ja, dass sie wichtiger sei. Nur dass sie eben besonders ist und das möchtest du doch nicht abstreiten!

            Ich verstehe nicht ganz, was du nicht verstehst. Am Anfang des dritten Absatzes meiner letzten Nachricht habe ich genau auf deine Frage versucht, Antwort zu geben. Ist es meine Argumentation? Die Ungereimtheiten stören mich hier nicht mehr als bei anderen Filmen. Sie sind nur in ihrer Masse ziemlich krass, deswegen erscheint das so. Ich habe ja gesagt, dass ich von den ganzen Dummheiten förmlich erschlagen wurde im Kino.

            Nehmen wir doch als Beispiel mal Snowpiercer. Die ganze Idee des abgeschlossenen, autarken Mikrokosmos, der dann, obwohl es die letzte Bastion der Menschheit ist und Zusammenhalt groß geschrieben werden sollte, trotzdem gesellschaftliche Strukturen entwickelt, die einer Diktatur gleichen, ist doch wirklich interessant.
            Doch wie der Zug letzten endes konzipiert ist, entbehrt einfach jeglicher Logik und ist völlig frei von Sinn und Verstand. Das ist das, was ich meine, wenn ich sage: Eine gute Prämisse an die Wand fahren. Und so ist es auch mit Interstellar. An einer bewusstseinserweiternden Reise durch Raum und Zeit war ich interessiert. Die Umsetzung ist einfach nur völlig bescheuert. Und dem Film diese Fehler zu erlauben, indem man ihn als “Fantasy” betrachtet, ist meiner Meinung nach zu gutmütig. Denn wenn ich den Humbug aus Interstellar akzeptiere, dann muss ich auch so fair sein und den Zug “Snowpiercer” als reine Allegorie ansehen. Nach dieser Logik würde ich aber jeden Film gut finden. Und irgendwelche Kriterien oder einen Bewertungsmaßstab muss ich schließlich ansetzen, denn ich kann Filme nicht so völlig frei von Ordnung, Wertung und Vergleichen sehen und in meinem Gedächtnis ablegen, wie Christian das kann.^^
            Gerade wenn du schreibst, dass man Interstellar so sehen MUSS, um ihn ernst nehmen zu können ist das – ob man das jetzt kann oder nicht sei dahingestellt – ja schon eine starke Einschränkung und definitiv ein qualitativer Malus. Filme sollte mir nicht vorschreiben, auf welche Art ich sie zu sehen/rezipieren habe.

            “Ich meinte nur, dass bei gewissen so abgedrehten Konzepten wie hier eh keine adäquate Erklärung gefunden werden kann.”

            Und eben genau deswegen ist es besser, das auch nicht tun zu wollen. Wenn jeder Versuch (einer Erklärung) in die Hose geht und man es trotzdem versucht, darf man sich nachher nicht wundern, wenn ich mich beschwere.
            Ich habe mich deshalb “nicht darauf eingelassen”, dass Coop in ein schwarzes Loch steuert, weil ich mich auf etwas anderes eingelassen habe und dieser Aspekt einfach nur nebenbei abgehandelt wurde. “Ja, tschö Brand, ich flieg mal ins schwarze Loch, weil ich Bock auf den Limbus hab” – so in etwa. Für den Film eigentlich fast schon selbstverständlich und beiläufig.
            Wo wir schon bei Spongebob sind. Als Vergleich würde mich hier stören, dass Spongebob mal fast in der Goo Lagune ertrinkt, falls du diese Episode kennst.^^ Unlogik IN der Unlogik sozusagen. Ich lasse mich auf etwas ein und werde darüber hinaus noch verarscht… Verstehst du jetzt, was ich meine? Sonst bin ich so ziemlich am Ende meiner Erklärungsversuche :D

          • SecondUnitTamino

            Seit es Hollywood gibt, ist ja wohl die Liebesthematik dort ganz klar die am häufigsten vertetene, mal in zentraler und mal in weniger wichtigerer Natur. Es wird einfach in fast jeden Film immer noch irgendwo zumindest am Rande eine Liebesgeschichte reingeschoben, damit das ganze “menschlicher” wird oder was auch immer. “Irgendeinen Stellenwert sollte sie [Liebe] in deinem Leben aber schon irgendwie haben und jegliche Annäherung an diese Thematik in Filmen grundsätzlich abzulehnen, halte ich für ein bisschen übertrieben, oder nicht?” – So meinte ich es nicht. Liebe ist EIN Thema von vielen was sicherlich spannend für einen Film sein kann, wenn man es interessant verarbeitet wie in den BEFORE-Filmen, ETERNAL SUNSHINE, CLOSER etc. Dennoch interessiert es mich persönlich eher weniger und ich halte es bei weitem für kein so zentrales Thema, wie es immer verkauft wird und man muss daher nicht eine Million Filme machen, in denen Liebe die Lösung für alles ist. In den meisten Filmen wird sie zudem einfach in unergiebiger Weise verarbeitet, genau so wie hier.

            Was lernst du denn in INTERSTELLAR über Liebe? Dass es mal wieder das wichtigste, tollste, mächtigste blabla der Menschheit ist. Diese Aussage ist für mich dümmlicher und belangloser als jede Reise durch ein Schwarzes Loch. Ich seh Liebe halt einfach nicht so. Ich kann auch in die Kirche gehen und mir jeden Tag den gleichen Quatsch über Gott anhören, der das beste, tollste, wichtigste etc. für den Menschen ist. Es ist einfach immer das gleiche, verklärte Gerede ohne neue Erkenntnisse. Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst halte ich z. B. für eines der wichtigsten Themen und größten Probleme der Menschheit. Und obwohl ich diesen Aspekt als Thema zig mal ergieber finde, will ich dennoch nicht tausende Filme sehen, die sich damit befassen. Da reicht es mir, wenn ich hin und wieder einen Film wie MATCH POINT bekomme, der das interessant verarbeitet. “love conquers all” oder der typische Kuss am Ende der Geschichte wie in MATRIX sind für mich genau so ein ödes Klischee wie der Timer der Bombe, der bei einer Sekunde stehenbleibt. Da ich keine fünf mehr bin, muss man sich schon etwas mehr ausdenken, um mich für ein Thema zu begeistern. Das macht ETERNAL SUNSHINE, INTERSTELLAR macht das ganz klar nicht, sondern ordnet sich wie üblich in die kitschige Klischeeparade ein. THE FIFTH ELEMENT ist ein anderes Beispiel. Ich fand den Film schon immer echt toll, aber dieser scheiß Dialog am Ende, in dem sich Bruce Willis und Mila Jovovich über Liebe unterhalten und sie sich dann doch entscheidet, die Menschheit zu retten trotz all dem Schrecken, all dem Leid was sie verursachen, hat mir schon von klein auf den Film verunstaltet. Klar, Liebe ist natürlich das einzige, was man zur Verteidigung der Menschheit anführen muss – Problem gelöst. Das ist einfach platt, dumm, kitschig und vor allem iiiiiiiimmer das gleiche.

            SNOWPIERCER habe ich genau so empfunden wie du es beschreibst, aber INTERSTELLAR wurde im Gegensatz zu dem niemals dümmlich, jedenfalls nicht für meinen Geschmack. Sicherlich naiv oder mäßig sinnvoll konzipiert, aber im Gegnsatz zu dir hat er mich dabei nicht wütend gemacht. Was für Maßstäbe man anlegt, ist halt eine persönliche Frage. Nur weil “Sci-Fi” draufsteht immer die exakt gleichen Maßstäbe zu haben wäre ja sicherlich auch absurd. “An einer bewusstseinserweiternden Reise durch Raum und Zeit war ich interessiert.” Darin versagt der Film natürlich. Ich war halt eher am Drama interessiert, weil der Film damit beginnt und auch wieder aufhört. Das war für mich hier klar der zentrale Aspekt, der den Rahmen für diese menschliche Abenteuergeschichte bildet. Alles andere wird für mich eher am Rande miteingeflochten, ist aber hauptsächlich in Hinsicht auf das Drama relevant. Bei dir hängt es anscheinend stark davon ab, was du persönlich von einem Film erwartest und wie er diese Erwartungen dann erfüllt (?). Ich erwarte per se nie irgendwas von einem Film, ich schaue mir an was er tut und bewerte es dann. Wenn mich eine Prämisse natürlich gar nicht interessiert, dann schaue ich mir einen Film gar nicht erst an. Hier scheint mir das aber so zu sein, dass du das Gefühl hast, wenn ein Film in gewisser Weise aufgemacht ist und gewisse Themen anspricht bzw. verarbeitet, dann müsse er auch automatisch in bestimmter Weise damit umgehen. Das sehe ich eben nicht so. Ich will normalerweise lieber die ausgearbeitete Sci-Fi, kann aber diese Fantasy-Variante auch zu einem gewissen Grad genießen. Ich sehe da im Gegensatz zu dir einfach keine Inkonsistenz im Film, sondern eine komplett andere Herangehensweise als die, die dir anscheinend bei den im Film verarbeiteten Themen zusagt.

            Du sagst mit meiner Logik müsste man jeden Film gut finden, aber genau so kann ich sagen, dass man mit deiner Logik jeden Film schlecht finden kann. Man kann das halt nicht so verallgemeinern. Die Kriterien zur Bewertung des Films sind ja nicht vorgegeben. Niemand kann bei INTERSTELLAR voraussetzen, dass der Film sinnvolle Erklärungen für seine Phänomene haben MÜSSE. Christian stört sich gar nicht am Fehlen von solchen, ich ein wenig und du total. Wer hat jetzt Recht? Jeder nur für sich. Ich stimme deiner Kritik ja auch in fast jedem Punkt zu, aber die ganzen Aspekte stören mich trotzdem nicht so sehr, dass ich den Film als dummen Quatsch ohne irgendwelche Schauwerte bezeichnen würde. Er wird halt mittelmäßig dadurch. SNOWPIERCER geht für mich persönlich in äußerst miese Richtung, aber wie soll ich denn jemanden widerlegen, der diese Allegorie als total gewitzt empfindet und nicht als sinnlosen Unsinn?

          • http://www.enoughtalk.de jacker

            SNOWPIERCER ist natürlich über jeden Zweifel erhaben und pwnt INTERSTELLAR zum Frühstück ;)

          • Aoi Miyazaki

            Uih, ich mach den Sack hier mal zu. Uns beiden ist der Film letztendlich viel zu egal und wir diskutieren doch eigentlich eh schon lange über ganz andere Themen.^^ Bei eurem nächsten Liebesfilm werde ich nochmal nachhaken ;) Bis dahin verschiebe ich mal das Thema.

        • http://www.enoughtalk.de jacker

          So wird ein Schuh draus und ich verstehe dich viel besser :)
          Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Vorlage zu STALKER noch nicht gelesen habe. Wollte ich seit Sichtung des Films tun, ich lese aber viel zu wenig.. Aber zu deiner Kritik: Basiert nicht STALKER a) nur auf einem kurzen Fragment des Romans und b) wurde das Drehbuch nicht auch von den Strugatzkis geschrieben? Weil du sagst Tarkovski hätte die Figuren und Inhalte so krass verändert?

          • Aoi Miyazaki

            Dass die Strugatzkis das Drehbuch geschrieben haben, stimmt. Das muss aber nicht heißen, dass Tarkovski ihnen nicht reingequatscht hat. Wenn du das Buch früher oder später mal liest, wirst du es merken. Red Schuchart im Buch ist ne ziemlich coole Sau (cool im Sinne von wirklich cool, nicht Navy-seals-oberkrasse-Sprüche-Ami-Flaggen-Rückwärtssalto-cool) ohne dir jetzt viel zu spoilern. Und der Stalker im Film ist den ganzen Tag nur am Heulen. Bei den ersten beiden Sichtungen hat es mich nicht sonderlich gestört und ich habe es einfach als eine Art Stimme Tarkovskis, der ein wenig über die Welt klagt, verstanden. Aber mittlerweile stört es mich wirklich enorm, da sein Verhalten und das von Schuchart aus dem Buch so ziemlich orthogonal sind. Während nämlich der Stalker nach Ankunft erst mal mit den Gräsern schmusen geht, ist Schuchart schon halb am Krepieren bei dem Versuch, eine volle Null zu holen. Ist eigentlich sinnlos, jetzt ausführlicher darüber zu sprechen, wenn du das Buch noch nicht kennst. Wir können das gerne nachholen. Ich mag Tarkovskis Film ja auch. Sogar eigentlich sehr. Also verstehe mich jetzt bitte nicht falsch. Vielleicht muss man beide Werke auch einfach trennen. Ich bin auch kein dümmlicher Remake- und Literaturverfilmungsbasher. Nur handelt es sich hier, wie gesagt, um mein Lieblingsbuch und wenn am Anfang steht “Auf Motiven der Novelle Picknick…”, dann kann ich da nicht wirklich eine Linie ziehen. Im Prinzip hat sich Tarkovski nur an der Idee der Zone bedient und aus der Wunschkugel einen Wunschraum gemacht, Buch und Film sind also VOLLKOMMEN unterschiedlich. Und mir gefällt es halt nicht, wie er allem seinen überphilosophischen Stempel aufdrücken (intellektuell profilieren) muss, so wie er es auch mit Solaris getan hat. Außerdem ist das Ende im Film der totale Witz gegen das Original.

            Wer weiß: Vielleicht wird Stalker hier irgendwann mal im Podcast besprochen, auf die Diskussionsrunde würde ich mich wirklich freuen!

    • RaffBoy

      @Aoi Miyazaki Schau dir am besten nie wieder irgendeinen Film an. Danke.

  • MainstreamHannes

    Ich habe den Podcast nun durch und frage mich da ein paar Dinge zur Sendung selbst. Als erstes einmal sprechen alle drei Podcaster “Interstellar” falsch aus. So wird es richtig ausgesprochen:
    https://de.howtopronounce.com/german/interstellar/
    Wenn ihr es nicht wisst, dann schaut doch vorher nach bitte.

    Was mich auch sehr gestört hat ist das Sprunghafte in der Rezension. Ihr seit mal hier, dann mal da und fangt dann wieder ganz von woanders an. Das hätte man strukturierter machen können. Nicht zu vergessen die Sache mit dem spoilern. Minutenlang haltet ihr euch mit Vorgeplänkel auf was gar nicht sein müsste. Macht doch bitte einfach eine Spoiler Warnung an die Datei, bzw. den Shownotes und diskutiert gleich vernünftig. Und während Tamino schon den Anstoss gegeben hat endlich mal weiter zu machen und zum Spoiler Teil zu kommen, da krallt sich Christian an der Vorbesprechung fest. Und das obwohl man deutlich merkt beim hören dass da nichts mehr zu besprechen war. Jetzt im ernst, den Film kann man nicht Spoilerfrei besprechen. Eben weil die Spolierparts zu groß sind als dass man den Film ohne sie besprechen könnte.

    Was ich auch anmerken muss ist das krampfhafte versuchen in allem was philosphisches zu finden. “Oh Tamino, da war ein Grashalm, was uns Nolan wohl damit sagen will weil der nach rechts gekrümmt ist anstatt nach links?” Im ernst, manchmal ist es auch mehr als gewollt. Symbol hier, Symbol da… Manchmal ist es einfach da und fertig und nicht alles muss eine tiefsinnigere Bedeutung haben. Nicht bös gemeint, aber ich habe so das Gefühl dass man hier versucht die Sendung mit Inhalt zu füllen da sonst kaum Besprechnungsmaterial da ist.

    Anbei ich auch nicht verstehe dass Christian nicht akzeptieren kann dass andere den Film nur mittelmäßig oder schlecht fanden. Während er sich “den Film schön redet” scheint er zu verlangen dass das Tamino auch tun soll. Deswegen fand ich den Konter heute mal ganz gut.

    Schade fand ich auch dass ihr nicht einmal darauf eingegangen seit wie Panne es war dass Cooper die ganze Zeit mit der NASA nichts zu tun hat, sie ihn ja nicht einmal kontaktiert haben, er aber als die einzige Hoffnung und beste Option für die Menschheit ist. Ja wenn er das doch ist, warum arbeitet die NASA dann nicht sofort mit ihm zusammen? Nein, sie ziehen ihn ja nicht einmal in Erwägung bis er durch Zufall auf sie stößt. So ein Unsinn!

    Ach ja, der Part mit den Getränken nervt nach über 100 Episoden nur noch!

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Tja, diese Sendung ist wirklich sehr durcheinander, aber das kann passieren. Wir hatten in der Tat eine Liste (wie in jeder Sendung) für die Diskussion zu “Interschtellar” (wirklich?!), an die wir uns aber kaum halten konnten. Ich glaube, weil wir unterschiedliche Diskussionen führen wollten. Tamino war sehr darauf aus, über die Qualitäten und Probleme zu sprechen, ich wollte interpretieren. Hinzu kam, dass wir alle auch einen Tag nach der Sichtung immer noch sehr überrascht vom eigentlichen Film waren.

      Nicht alles muss eine tiefere Bedeutung haben, kann es aber. Wenn du kein Interesse an solchen Film-Besprechungen und/oder an unseren Getränken hast, dann hörst du den falschen Podcast ;-)

    • RaffBoy

      Alter, gewöhn dir mal einen anderen Ton an. Und wen zur Hölle interessiert es wie Interstellar ausgesprochen wird?

    • SecondUnitTamino

      Nächstes Mal kannst du auch einfach ein Bild von einem Mittelfinger posten, das spart Zeit. Solche Meckerposts häufen sich anscheinend in letzter Zeit. Ich versteh so einen unhöflichen Ton absolut nicht. Wir machen hier einen kostenlosen Podcast als Hobby und andauernd kommen hier irgendwelche Gestalten an, die sich an zig Dingen stören. Wenn du einen Podcast kennst, der dir in jedem Detail perfekt gefällt, dann hör den.

      Das mit der Aussprache ist ja mal der größte Witz. Bis jetzt habe ich JEDEN das so aussprechen hören, selbst in Online-Revies bei Youtube und ganz abgesehen davon, ist unsere Version die ENGLISCHE Aussprache du Schlaufuchs. Das einzige was solche Posts bei mir bewirken ist, dass mir so langsam die Lust am Podcasten vergeht. Ich verbiete dir hiermit, jemals wieder eine Episode von uns zu hören! Bei Misachtung werde ich dir Voicemails mit richtig ausgesprochenen englischen Wörtern schicken.

    • JohnHurtU

      das “interschtellar” eigentor muss ich ja nicht mehr erwähnen. hut auf, das war vortrefflich verzogen. auch ansonsten bietet diese sehr wohl bös gemeinte hater-litanei allerlei infames auf, beginnend bei der sprunghaftigkeit des gejammers. im ernst, mal ist das doof, dann missfällt jenes. und das obwohl man deutlich liest, dass bei dir nur verquaste scheisse verzapft wird. wieso hast du deine geistesdiarrhoe nicht mit einer heckspoiler-wahrnung bei den schownotes versehen, dann hätten wir gleich vernünftig diskutieren können. in deinem falle eben gar nicht.

      ich breche mir gerade echt die gehirnwindungen, kann bei deinem statement aber leider so gar nix philosophisches finden. dein problem erscheint mir eher psychiatrischer natur. da kannste gucken: http://de.wikipedia.org/wiki/Narzissmus
      denn im ernst, manchmal ist es auch mehr als gewollt. also bei dir offenkundig vor allem mehr gewollt. nicht bös gemeint aber mir schwant, dein ungehaltenes mit inhalt zu füllen, benötigt mehr, als erbrechungsmaterial da ist.

      immerhin muss ich nicht verstehen, warum keiner akzeptieren kann, dass dein quark nur mittelmäßig oder schlecht ist. tut nämlich jeder. vielleicht kein highend-konter, sitzt aber trotzdem.

      schade finde ich auch, dass es oberpanne war, nicht anzuerkennen, dass dieses bashing irgendetwas mit “auseinandersetzung” zu tun haben könnte, du trotzdem so tust, als wäre es die einzige hoffnung und beste option für.. sonstwen. wir werden es auch nie in erwägung ziehen, obwohl wir durch deinen kommentarunfall hart und unherzlich darauf gestoßen wurden. so ein konsens!

      achja, dein schriftliches wirrwarr lädt auch bei der 100 begutachtung noch zum stirnrunzeln ein!

  • Greifenklaue

    @Fantasy/SciFi: In der Literatur sind beides zusammen mit Horror Subgenres der Phantastik. Man gucke sich z.B. die frühere Heyne-Einteilung an. Was ihr unter SciFi zusammenfasst, ist eher das Subgenre “Hard SF”, welches sich tatsächlich an heutige Erkenntnisse hält und diese konsequent fortentwickelt.
    Im Ausgespielt!-Podcast gibt es den Versuch einer Einordnung, was SF ist und was sie leisten kann.
    -> http://ausgespielt-podcast.de/2011/04/ausgespielt-episode-16-ist-das-schon-science-fiction/

    Euer Podcast hat mir gut gefallen, auch bei mir musste der Film einige Zeit sacken.

  • greifenklaue

    Und noch eine Entdeckung, die ihr möglicherweise schon kennt – Physiker über Interstellar.

    -> http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/film-interstellar-wahrscheinlich-gibt-es-wurmloecher-gar-nicht-a-1004209.html

  • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

    Um zur Abwechslung mal wieder über den Film selbst zu sprechen: Eine Zweitsichtung hat mir echt geholfen (Danke und Grüße noch mal an Felix und David, die in Berlin dabei waren!).

    Beim zweiten Durchlauf konnte ich mich viel besser auf die Story konzentrieren, weil mich all das Techno-Babbel und die physikalischen Theorien nicht ablenken konnten. Wenn man nämlich mal auf die Rahmung der Geschichte achtet (Coopers Familie, er, seine Tochter), dann merkt man sehr schnell, dass die ganzen Sci-Fi-Aspekte nur schmückendes Beiwerk sind. It’s about the people!

    Außerdem macht das Ende-Ende, also die letzten paar Minuten, dieses Mal auch mehr Sinn. Nach meiner Theorie ist Cooper selbst nämlich (Spoiler!) durch seinen Ritt im Dimensionsraum der erste Mensch auf dem Weg zu den höheren Menschen. Er ist der erste, der mehr als drei Dimensionen erfährt bzw. im Ansatz beginnt sie zu verstehen. Selbst seinem Computer musste er die Zusammenhänge im Bücherregal erklären!
    Die Symbolik unterstützt meine These. Er berührt ja bekanntlich Dr. Brand, als er durch das Schwarze Loch fällt. Natürlich soll das an Da Vincis Bild (http://en.wikipedia.org/wiki/The_Creation_of_Adam) erinnern. In dem Moment werden Brand und Cooper quasi als Adam & Eva, also als neue Sprösslinge einer neuen Art, durch den Film markiert. Völlig richtig also, dass er am Ende zu ihrer Kolonie fliegt (bei der sie tatsächlich allein zu sein scheint, da muss ich meine Beobachtung aus dem Podcast korrigieren!). Die beiden gründen also als Adam & Eva die ersten höheren Wesen auf der fernen Kolonie mit den eingefrorenen Eiern. Macht schon irgendwie Sinn.

  • RaffBoy

    Ein wunderbarer Kurzfilm der mögliche Weltraumabenteuer zeigt und super zu Interstellar passt:

    https://vimeo.com/108650530

  • Weltraumhirsch

    Wow, das erste Mal, dass ich ganz Taminos Meinung bin. Gruselig. ;)

    • SecondUnitTamino

      Na kannste ma sehen! Haste den Film gerade erst nachgeholt ode wie seiht’s aus?

      • Weltraumhirsch

        Jep, mir war nicht so recht nach dem Film seinerzeit. Schade, so viel verschenktes Potenzial!
        Hier ist alles cool soweit, bei euch im Norden offensichtlich auch?

        • SecondUnitTamino

          Jo, hier ist’s sehr ruhig ohne dich. Zu wenig filmisches Konfliktpotenzial seit du weg bist :-) Komm mal wieder her und wir gucken Turtles 3 zusammen.^^

          • Weltraumhirsch

            Ich bin 13./14. August wahrscheinlich in Kiel! :)

          • SecondUnitTamino

            Dann sag nochmal mal Bescheid vorher. Dann gehen wir Burger essen oder so!