Second Unit #77 (Der Schakal [1973])

Selten konnte ich so unvoreingenommen in eine Filmsichtung gehen. Ich hatte im Vorfeld nichts über Der Schakal (Amazon-Link*) gelesen oder gehört. Tamino kennt immerhin das Remake aus dem Jahr 1997.

Das Getränk in dieser Woche ist Rhabarber Fassbrause, das uns genau so unbekannt ist wie der Film in dieser Woche. Wenn das mal nicht zusammenpasst!

Der Schakal wurde uns freundlicherweise per DVD zugeschickt. Vielen Dank für diese großzügige Einsendung!

Der Film wurde Fred Zimmermann gedreht. Die Geschichte beruht auf einem Buch von Frederick Forsyth. Die Hauptrolle spielt Edward Fox, der uns beiden sehr gut in der Rolle gefällt. Zu Beginn sprechen wir auch ganz kurz über das Hollywood-Remake aus dem Jahre 1997.

Wir sprechen weniger über den Inhalt des Filmes, als seine Inszenierung. Über zwei Stunden lang sehen wir in sehr bodenständiger Form die Ermittlungsarbeit der Polizei und die Vorbereitungen des Schakals vor dem geplanten Anschlag. Tamino gefällt diese Langsamkeit besser als mir. Dabei ziehen wir öfter Vergleiche zu unserem Erlebnis mit Zodiac.

Nächste Woche wiederholen wir das Experiment aus der letzten Woche und widmen uns erneut einem Film, den wir bereits hier besprochen haben. Cloud Atlas (Amazon-Link*) war für uns der Kinofilm des vergangenen Jahres und eine große Überraschung. Nächste Woche prüfen wir, ob der Film immer noch so stark wie in unseren Erinnerungen ist.

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[Download | Länge: 01:08:39 | Größe: 31,7 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: cc by Kieran Lamb]

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  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Den Film kenne ich nicht, da meine Watchlist so endlos ist, dass ich ihn aber sicher in den nächsten zwei Jahren nicht sehe, höre ich die Episode trotzdem!

    Der CLOUD ATLAS Director’s Cut kommt mir gelegen, habe in der Saturn 3 für 18 Aktion den Film am WE auf BluRay geschossen und werde ihn nun endlich mal ansehen. Dann kann ich direkt beide Episoden hören ;)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      “Der Schakal” ist wirklich ein ganz kleiner, unscheinbarer Film (Tamino würde wahrscheinlich ‘Film’ durch ‘Perle’ ersetzen).

      Zu “Cloud Atlas”: Freu dich drauf! Ich glaub ich muss mir nun auch endlich mal die Blu-Ray kaufen. Der Film geht mir einfach nicht aus dem Kopf…

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Dann lass nichts anbrennen! Kann man wie gesagt bei SATURN (und amazon, die haben direkt mitgezogen) mit wirklich vielen interessanten anderen Titeln zusammen für 6€ abgreifen!

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Nun die Episode gehört.

    “Sich Zeit nehmen” ist ein meinen Augen das größte Plus bei alten Filmen.

    Habe
    letztens aufgeschnappt, dass die durchschnittliche Einstellungslänge
    bis zum nächsten Cut in den letzten 30 Jahren von 11 auf 7 Sekunden
    gesunken ist. Das finde ich schon krass, ganz salopp gesagt sind Filme
    also mittlerweile ein Drittel schneller.

    Und
    das kollidiert zunehmend mit den Sehgewohnheiten der
    TRANSFORMERS-Generation. “Da passiert ja gar nichts” heisst es so oft,
    viele bleiben nicht am Ball, wenn nicht alle 2 Sekunden Reizüberflutung
    passiert (ich meine nicht dich Christian, auch wenn der Film dich nicht
    vom Hocker gerissen hat!)

    Der
    von Tamino angesprochene THE CONVERSATION ist in meinen Augen ein
    Meisterstück der langsamen und gedämpften Erzählweise (und zudem
    inhaltlich auch großartig, ich hoffe er bekommt kein Remake in dem
    NSA-Mitarbeiter sich in abgehörten Chats verlieren :D). Ich mag das, es
    ist ein angenehmer Gegenpol zur – pauschalisiert ausgedrückt – alles
    umgebenden Hektik und Gestresstheit. Teilweise haben Filme aus den 70ern
    eine fast meditative Wirkung auf mich. Empfinde das selten als negativ,
    oder zäh. Man hat sich halt die Zeit genommen. Sicher hätte man das
    alles fixer runterinszenieren können. Aber gerade solch lange
    Gespräche, das ewige Justieren eins Zielfernrohrs, etc. denen man still
    beiwohnt, können viel Atmosphäre schaffen, oder manchmal sogar den
    Unterschied zwischen echtem Charakter und lediglichem Abziehbild machen.

    Je mehr man modernes
    Hektik-Kino sieht, umso mehr lernt man den alten Ansatz schätzen.
    Vielleicht hängt es auch mit der filmischen Sozialisation zusammen, bei
    so alten Filmen ist diese langsame Stimmung für mich auch immer mit ein
    klein wenig “Kind und Fernsehen”-Nostalgie behaftet :)

    Mal
    ein allgemeines Lob: Selbst wenn man Episoden hört zu der man den Film
    nicht kennt, findet man sich immer in allgemeinen Themen zu Film und
    Filmemachen wieder. Allerdings immer aus der Thematik/Stilistik des
    Films heraus. Gute Sache!

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Noch so ein Punkt, den wir uns in der Theorie überlegt haben und der anscheinend in der Praxis funktioniert! Danke für das Feedback zu unseren allgemeinen Diskussionen :-)

  • cule0809

    Insgesamt ein guter Film. Manche Szenen sind allerdings wirklich etwas komisch. Diese Szene, die ihr ja auch raus genommen habt, wo er einfach aus dem Saal geht, als raus kam, dass seine Frau ihn abhörte, empfand ich echt als seltsam. Im Grunde ein sehr guter Film aber, mit einem, wie ich finde, eher zähem Start. Würde ihm dennoch 8/10 Punkten geben, weil ich das Ende dafür echt spannend fand und ich mir nicht immer sicher war, ob man das Attentat nun aufhält oder nicht. Die finale Szene kommt auch ohne Action gut aus und dennoch fesselte es mich.

  • Heisenberg

    Mein erster Kontakt mit dem “Schakal”: 1997 saß ich in einem Kino (glaube es lief Jurassic Park 2) und es kam der Trailer zu dem Remake vom Schakal. Es ging in dem Trailer hauptsächlich um die krasse Waffe und ich war als 12-Jähriger so richtig beeindruckt, das ich mich heute noch daran erinnere ;-) Natürlich habe ich ihn damals dann auch im Kino gesehen und war glaube ich ziemlich beeindruckt. Ich meine Bruce Willis, ne fette Kanone, das geht schon klar. Später wurde mir dann irgendwann klar, dass der Streifen doch eher ziemlich schrottig ist. So ca. 10 Jahre später hab ich dann mitbekommen, dass es auch ein Original dazu gibt und habe mir das angesehen. Ich weiß allerdings nicht mehr wie ich den Film damals fand. Vor 2-3 Jahren hatte ich dann irgendwie das Bedürfnis die Buchvorlage zu lesen und die hat mich richtig geflasht. Das Buch ist ähnlich nüchtern geschrieben und aufgebaut wie auch der Film, aber noch viel ausführlicher und detaillierter und dadurch unglaublich spannend und mitreißend. Würde ich euch empfehlen! Aber da Tamino ja wohl kein Bücherwurm ist und Christian der Film nicht sooo gefallen hat, weiß ich nicht ob das was für euch ist ;-)

    • SecondUnitTamino

      Dich gibt’s ja doch noch, Heisenberg! Dachte schon, du hättest uns abgeschworen ;-) Soo schrottig find ich das Remake nicht mal, ist halt stark auf Standard-Thriller getrimmt, aber durchaus unterhaltsam trotz einiger etwas dümmlicher Elemente wie Jack Black’s Charakter. Aber was bloßes Viewing Peasure angeht, sind für mich beide Filme auf einem ähnlichen Level, das Original hat dabei nur deutlich mehr Stil.

      • Heisenberg

        Keine Sorge, ich bleibe euch weiterhin treu, bin nur etwas kommentierfaul geworden ;-)

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          In so einer einsamen Berghütte ohne Internet ist das auch nicht so leicht mit dem Kommentieren ;-P

          • Heisenberg

            Stimmt. Umso gespannter bin ich auf eure Sendung zu Mr. Magorium’s Wonder Emporium.

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Schwierig. Du hast vermutlich die einzigen Exemplare des Films ;-)

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