Second Unit #257 – Pacific Rim (Gast: Henning Strauß)

Und weiter gehen die inoffiziellen Guillermo del Toro Wochen! In dieser Ausgabe mit Henning Strauß als Gast und Pacific Rim (Amazon-Link*) als Thema. 

Henning ist großer Kaiju-Fan und Teil der (kleinen) Kaiju-Fangemeinde hier in Deutschland. Wieso, weshalb, warum wird natürlich auch ein Thema sein.

[YouTube Direkttrailer]

An erster Stelle steht natürlich Guillermo del Toro, der hier am Drehbuch schrieb und Regie führte. Das Drehbuch schrieb er aber nicht allein, sondern mit Travis Beacham. In den Hauptrollen spielen Charlie Hunnam als Raleigh Beckett, Idris Elba als Stacker Pentecost, Rinko Kikuchi als Mako Mori, Charley Day als JJ Abrams Dr. Newton Geiszler, Burn Gorman als Dr. Herman Gottlieb und Ron Perlman als Hannibal Chau.

Wir diskutieren uns durch die Inszenierung, die Themen und Motive sowie allgemeinen Gedanken zum Kaiju-Genre.

Dabei erwähnt Henning auch die Facebook-Gruppe Godzilla Deutschland sowie das Kaiju-Fan-Treffen im Sommer in Uelzen. Darüber hinaus haben wir auf unserem Discord-Server auch einen Kanal für Kaijufans eingerichtet, dort könnt ihr euch also auch weiterhin austauschen und Henning mit Fragen bohren!

Nächste Woche übernimmt mal wieder die Superhero Unit mit einem Spider-Man Double-Feature. Übernächste Woche bricht hier wieder der #oWEstern aus. Dann schauen wir wieder Western an Ostern! Dieses Mal mit dem DEFA-Klassiker Chingachgook, die große Schlange (Amazon-Link*).

[audio:http://secondunit-podcast.de/Podcast/257_Second_Unit_Pacific_Rim.mp3]

[Download | Länge: 02:21:32 | Größe: 68,0 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes | Unterstützt uns bei Patreon!]

[Teaser-Bild: cc by 2.0 Pat Loika]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • Henning Strauss

    Da ist er also, mein erster Podcast, den es ohne Hilfe so nicht gegeben hätte.

    Ein großes Dankeschön an Christian, der hier wahrlich eine tolle Sendung führte und mir die Ehre erwies sein Gast zu sein. Doch gerade als erster Podcast meines Leben muss ich um Verzeihung bitten.

    Ich war extremst aufgeregt und total angespannt. Dies äußerte sich in Wortwiederholungen und sonstigen verbalen Unsinn. Hier muss ich einfach meine Stimme trainieren um das wahrlich zu reduzieren.

    Jedoch: ich freue mich auf zukünftige Sendungen und Diskussionen. Im Dicord-Channel stehe ich euch gerne auch zur Verfügung. Aber ihr dürft mich auch hier gerne ansprechen!

    Fazit: ein gelungener Einstieg für mich, eine weitere Top-Episode für SECOND UNIT – der Tag ist gerettet!

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Das hast du sehr gut gemacht und mir hat das Gespräch auch großen Spaß bereitet :)

  • Fabian Ju

    Mal wieder ein interessanter Podcast mit einem Gast, dem man seine Begeisterung und seine Euphorie jederzeit anmerkt. Vielen Dank für die netten Worte, Christian! Und nein, dass „Ju“ eine Bedeutung hat, war mir bis jetzt nicht bekannt, ist aber ganz lustig zu wissen. Zum Podcast: mir ging es bei der Erstsichtung so wie Christian – vieles fand ich eher platt und dumm, was vielleicht daran lag dass ich es nicht richtig einzuordnen wusste. Mal schauen ob nach dieser Sendung eine zusätzliche Sichtung da weiterhelfen kann.
    Zu einer Sache die mich in dieser Sendung öfters stört: den Vergleich zu den Transformers Filmen kann ich gut nachvollziehen da er tatsächlich nahe liegt. Ohne über die Transformers Filme ausführlich sprechen zu wollen muss ich nicht nur Christian und Henning widersprechen sondern auch mehrere Lanzen für das Franchise (oder zumindest für Teil 1, 3 & 5) brechen. Man kann Michael Bay und seinen Roboter Filmen sicherlich vieles vorwerfen – auch die Kritik an der Objektifizierung der Frau ist stellenweise sicherlich berechtigt. Trotzdem hat Bay in, glaube ich, allen Teilen versucht, den weiblichen Charakteren eine agierende Rolle zuzuschreiben, die aktiv in die Handlung eingreift und eben nicht hübsches Beiwerk ist. Übrigens auch interessant ist, dass Bay seine Kamera gerne mal über Männer- und nicht nur über Frauenkörper wandern lässt und er nicht der einzige Regisseur ist, der gerne mal den weiblichen Körper mit seiner Kamera abfeiert (z.B. warum muss Agent Romanov in allen MARVEL Filmen ein unfassbar enges Outfit tragen? Und warum muss sie auf dem offiziellen Poster in einer solchen Köroperhaltung positioniert sein
    http://2.bp.blogspot.com/-1MW666RTyXQ/UBvZEMYHnbI/AAAAAAAAAGs/FLptl4I1F98/s1600/The%20Avengers%20Hd%20Wallpapers.jpg ? Warum haben beinahe alle männlichen
    Superhelden ein Ganzkörperkostüm aber Wonder Woman zeigt viel Haut?)
    -Zu dem Vorwurf, dass die Kampfszenen optisch nicht mehr nachvollziehbar sind, kann ich nur auf die Transformers Filme mit ungeraden Zahlen verweisen. Der Vorwurf mag in Teil 2 & 4 zutreffen, nicht jedoch in den anderen drei Filmen. Die Bilder sind natürlich vollgestopft mit allem Möglichen, aber trotzdem ist immer verständlich, was gerade passiert. Und genau das ist ja Bays große Stärke: Bilder mit unendlicher Dynamik und Tiefe so aufzubauen und zu arrangieren, dass trotzdem eine Klarheit und eine Ordnung bestehen bleibt (Beispiel:
    man youtube „Transformers : Dark of the Moon Fight Scene Highway Chase (1080HD VO)“).

    -Mit diesem Beispiel lässt sich auch direkt der Vorwurf, Transformers sei nicht farbenfroh genug, entgegenwirken. Alleine in dieser Szene werden fast sämtliche Farbtöne in einer hohen Sättigung verwendet – ganz im Gegensatz zu bspw. den Avengers Filmen, in denen alles eher aussieht, als hätte man ein .RAW Foto nicht bearbeitet.

    -Und ja, es stimmt zwar dass Michael Bay im Gegensatz zu del Toro nicht auf Traditionen
    gesetzt hat sondern etwas komplett neues erschaffen – ich sehe allerdings nicht wo das schlecht ist. Man kann sich gerne vom Ausgangsmaterial entfernen und etwas Neues schaffen. Das finde ich eher mutig und lobenswert.

    -Ja, die Militärpropaganda stört mich auch, allerdings kann man diese Elemente in den Transformers Filmen fast schon als satirisch bezeichnen. Für diese etwas komisch klingende These lassen sich aber auch eine Menge Anhaltspunkte finden.

    -Es ist auch richtig, dass man einen Stoff wie Kaijus oder Transformers ernsthaft bearbeiten
    KANN und das hat auch seine Rechtfertigung. Man KANN aber auch, und das ergibt für mich vor allem bei sich transformierenden und sich auf die Schnauze gebenden Autos deutlich mehr Sinn, eine auf den ersten Blick dümmlichere und naive Herangehensweise wählen die vielleicht nichts über die Menschheit aussagt oder eine philosophische Ebene beinhaltet, sondern erstmal einfach „nur“ Spaß bereiten soll.

    Was ich mit dem Kommentar hier eigentlich sagen wollte ist, dass man Transformers und Michael Bay differenziert betrachten und einordnen sollte. Es ist zu einfach und nicht fair alles an den Transformers Filmen als Schlecht zu bezeichnen. Dieses weitverbreitete Michael Bay Bashing nervt und ist mir zu einfach.

    PS: Wahnsinn, was für ein kompetenter Moderator Christian geworden ist

    • Henning Strauss

      Guten Morgen Fabian,

      ich finde es toll, dass du die Diskussion um den Podcast als erster richtig beginnst! Daumen hoch dafür.

      Ich möchte und muss als Fan von TRANSFORMERS sagen, dass Franchise TRANSFORMERS hat mit den Bay-Filmen gutes wie schlechtes erfahren.

      Die Bayfilme sind nunmal DAS Aushängeschild für alle Personen, die keine Fans sind und sie bekommen aus meiner Sicht gesprochen hier etwas schlechtes vorgesetzt. Sicher mein Liebling TRANSFORMERS PRIME wurde erst durch den Erfolg der Bay-Filme geboren, aber das ändert nichts daran das ich anteilig gesprochen mich hier mehr schämen als freuen kann.

      Warum ist das so?

      1. Die Bay-Filme stellen Optimus Prime und Bumblebee in den Mittelpunkt, wenn es um die Cybertronianer geht. Warum?
      Vor 2007 waren es immer Optimus Prime und Megatron. Die beiden Seiten der Existenz. Das Gute und das Böse.

      2. Die Filme gehen zu sehr auf die menschlichen Charaktere ein. Die Cybertronianer sind zweitrangig platziert. Ferner ob nun mensch oder cybertronisch – die Charaktere hier sind nicht ansprechend gestaltet. Ich empfinde hier nur Abscheu, keine positive Akzeptanz. Bumblebee muss Agent Simmons auf den Kopf pinken. Bitte? Was soll das? Simmons mag noch am Anfang total arrogant gewesen sein, aber dennoch: sowas gab es vorher nicht!

      3. Die Stories sind immer mit Abständen erzählt. Es gibt zwischen den FIlmen immer wieder Pausen. Die Merchandise-Palette fühlte diese Pausen zwar auf, aber für mich war das eher nachteilig.

      Hier muss ein Film nahtlos an den anderen anschließen. Das haben nicht nur frühere TV-Serien und Comics immer geschafft. Warum aber schaffen es aber diese LIve-Action-Filme nicht?

      Ferner, die Filme hätten eben wie gesagt mehr auf die Geschichte zwischen Optimus Prime und Megatron eingehen müssen. In chronologischer Hinsicht hätten sie auf den Planeten Cybertron beginnen müssen.
      Darüberhinaus die Charakterzeichnung der beiden war schon vor 2007 sehr groß und mannigfaltig, aber hier wurde eindeutig nicht darauf eingegangen wieso Megatron die Decepticons gründete. Der ganze Hintergrund bleibt hier verborgen.
      Abermals gefragt: warum konnten hier frühere und spätere TV-Serien wie Comics hier viel mehr erzählen und vor allem auch überzeugender und besser?

      Das verstehe ich nicht!

      4. Das Design. Viele Fans, mich eingeschlossen mögen den Look hier nicht. Optimus Prime braucht keine Flammen auf seinem Lack. Hat er vorher nicht gebraucht, braucht er nicht. Die TRANSFORMERS-Geschichten lassen sich in zwei Hauptkategorien aufteilen: Geschichten mit Menschen und Geschichten wo nur die Cybertronianer agieren.

      Ferner das Franchise TRANSFORMERS ist ja eine sogenannte Multi-Property-Universe, sprich andere Hasbro-Takara-Titel spielen zur selben Zeit nur an anderen Orten. Dann gibt es noch über 80 paralelle Universen, die mal mehr mal weniger vollständig ausgebaut sind. Ein großer Anteil dieser Geschichten geht um diese parallelen Welten und wie die mit einander klar-kommen zu versuchen.
      Hier stellen die Live-Action-Filme nur eine von vielen Kontinuitäten da. Da ja TRANSFORMERS mit Marvel (lange vor Disneys Übernahme) entstanden ist, sollten jedem interessierten Leser das bekannt vorkommen.

      5. Die Inzenierung. Hier wird einfach nichts getan um die Charaktere vernünftig zu entwickeln. Von allen Seiten. Es geht nur um Action und Explosionen.
      Ich möchte ein festes Cast mit dem ich anfreuden und mitleiden kann, doch das habe ich nicht. Ich habe nur sehr wenige Charaktere die wiederkehren und von Film zu Film kommen neue hinzu und sterben wieder welche.
      Wie kann es sein, dass das für andere Medien wieder hervorragt klappt und bei den Filmen nicht?

      6. Kontinuität. Wie schon gesagt, die FIlme haben immer Pausen dazwischen die die Handlung unterbrechen. Doch was noch schlimmer ist: der Krieg zwischen Autobots und Decepticons ist ein Konflikt millionenjahre lang. Und auf einmal kommt auf die Erde und die Cybertronianer sterben hier wie die Fliegen. Auch das finde ich höchst negativ. Sicher auch auf Cybertron gab es unzählige Opfer, aber wie schon gesagt: wie kann es sein, dass hier die andere Medien mich besser überzeugen können als diese Filme?

      Diese 6 Punkte sollen ein Anfang sein. Jeder der die Bay-Filme liebt, darf und soll das. Doch ich sehe hier bislang nur verschwendetes Potenzial. Die Geschichte des Planeten Cybertron ist Millarden Jahre alt. Die beiden Götter Primus und Unicron, die Geschichte bis zum Ausbruch des Krieges zwischen Autobots und Deceptions, die Kulturen Cybertrons…

      Wo ist das? Eine Randnotiz in den Filmen. Das wenige gute was die Bay-Filme wirklich taten war, dass das Franchise neuen finanziellen Auftrieb bekam und großartige neue Titel geschaffen wurden, die mein Fan-Herz höher schlagen lassen. Aber die Filme an sich, bieten hier kaum das was ich erwartet hatte.

      TRANSFORMERS hätte auf Augenhöhe mit STAR WARS und MITTEL-ERDE agieren können, wenn man gewollt hätte.

      • Fabian Ju

        Vielen Dank für die Antwort. Du sprichst in deinem Kommentar viele Punkte an, denen ich als großer Freund (oder vielleicht auch Fan?) der Transformers Filme oft begegne. Deine Kritikpunkte mögen alle ihre Berechtigung haben, wenn man die Filme aus der Perspektive eines TV-Serien und Comic-Fans betrachtet. Und das tust du ja offensichtlich, was auch völlig legitim und verständlich ist. Hätte ich die Comics oder die TV-Serie konsumiert, würde es mir evtl. genauso wie dir ergehen. Habe ich aber nicht. Die Differenzen zwischen Comic/TV-Serie und den Filmen sind mir deswegen egal. Die von dir in den meisten Punkten angesprochene Kritik trifft nur dann zu, wenn man einen Vergleich zu den ehemaligen Auftritten der Transformers hat. Deswegen kann und will ich zu diesen Kritikpunkten nichts erwidern, da sie für mich persönlich nichtig sind.

        Auf deine, ausschließlich auf die Filme bezogene, Kritik (Inszenierung, falscher Fokus, mangelnde emotionale Bindung zu den Charakteren, fehlende Kontinuität) kann ich dann wiederum eingehen, allerdings würde die Diskussion dann ausarten. Allerdings „verteidige“ ich nur die Filme 1,3 und 5. Deswegen ganz kurz in Stichworten, ohne dabei in die Offensive gehen zu wollen.
        -falscher Fokus: mich stören die Plotlines mit Menschen kein bisschen. Die Filme spielen nun mal auf der Erde und da ist es wichtig zu wissen, wie es einzelnen Charakteren damit ergeht. Die unterschiedlichen Handlungsstränge ergänzen sich mMn gut und werden auch schön miteinander verknüpft.
        -Inszenierung: diese ist für ich die größte Stärke der Filme. Viele Explosionen? Ja – gerne! Bay macht keinen Hehl daraus dass es ihm primär um explosive Actionszenen geht, und das passt mMn gut zum Stoff.
        -fehlende Kontinuität: ja. Die fehlt allerdings. Auch innerhalb der einzelnen Filme. Stört mich das? Nein. Bei speziell diesen Filmen will ich, dass mir aufgrund der Action die Kinnlade runterklappt. Charakterentwicklung, stringente Story, etc. haben für mich bei diesen Filmen keine Priorität.
        -mangelnde emotionale Bindung zu den Charakteren: ich konnte im ersten und dritten Teil definitiv mit den Protagonisten mitfühlen. Besonders beim Schauen des dritten Teils erwische ich mich immer wieder wie ich von manchen Szenen emotional berührt werde und mich im nächsten Moment darüber wundere, dass ich berührt wurde. Immerhin sind das riesige CGI Roboter, die sich mit Menschen anfreunden. Bei Teil 5 habe ich auch keine emotionale Bindung zu den wichtigen Charakteren (Wahlberg, etc.), allerdings wird das hier durch Hopkins und die Inszenierung gut kompensiert.

        „TRANSFORMERS hätte auf Augenhöhe mit STAR WARS und MITTEL-ERDE agieren können, wenn man gewollt hätte.“ Das ist erstmal eine steile These, von der ich persönlich nicht glaube dass sie erfüllt hätte werden können (wow, vier Verben hintereinander). Aber im Prinzip gibst du dir die Antwort ja selber: „wenn man gewollt hätte“. Das wollte man halt nicht. Bay wollte in Sachen Action neue Maßstäbe setzen und seiner Aussage „I make movies for teenage boys“ gerecht werden. In meinen Augen hat er dieses Ziel mehr als erfüllt.

        Gerne würde ich mit dir hier weiter diskutieren, Henning. Allerdings glaube ich, dass die Diskussion an der falschen Stelle stattfindet. Was meinst du, Christian? Deswegen eine Frage an euch beide: wie sieht es denn mit eurer emotionalen Bindung zu den Kaijus und/oder den menschlichen Protagonisten aus?

        • Henning Strauss

          Hallo Fabian,

          da ja TRANSFORMERS eine US-amerikanisch-japanische Kooperation ist, ist der Discord-Kanal Kaijufans auch passend, weil Christian hier eben „alles japanische und monströse“ betitelte. Dort können wir gerne weiter machen.

          Aber deine Frage zu den Kaiju und den menschlichen Charakteren. Ich finde die Kaiju in PACIFIC RIM eben noch etwas dinosaurier-haft. Sie neigen sich charakterlich schon ein wenig in RIchtung der originalen japanischen Kaiju, aber nur eben ein bisschen.

          Sie sind noch nicht dort, wo Godzilla, Angilas, Mothra, King Ghidorah, Rodan, etc. sind. Hier muss noch ein wenig gearbeitet werden. Überwiegend wie Tiere hier in PACIFIC RIM und das als Dino-Fan: nicht schlecht, aber als Kaiju-Fan: defintiv noch ausbaufähig.

          Zum Beispiel Otachi. Sie als trächtiges Kaiju hatte hier durch die Wandlungsfähigkeit hier die besten Charakterzüge. Knifehead punktete wegen seinem Guiron-ähnlichen Design aber mehr. Charakterlich aber nicht so sehr. Leatherback: eine Verneigung gegenüber den japanischen King Kong von 1962. Toll!
          Slattern versuchte am Ende ein wenig auf Godzilla zu machen, dass war echt wahrlich etwas großes!
          Der Rest aber bleibt hier doch ein wenig animalisch und etwas weniger aussage-kräftig.

          Kommen wir zu den Menschen. Ich fand Mako auf Anhieb sympathisch, sowie Raleigh. Pentecost wuchs mir auch ans Herz. Herc und sein Chuck. Diese Vater-Rolle fand ich gut gemacht. Chuck bekommt eine Ehrenmedaille, weil er doch beweisen konnte, dass nicht nur arrogant und selbstverliebt sein kann. Auch das er den eigenen Tod akzeptiert schlussendlich: sehr gut. Muss ich ehrlich sagen.

          Hannibal Chau, Newt und Gottlieb: wunderbar exzentrisch. Nicht zu viel. Daher, wahrlich nett. Der Rest der Charaktere war leider eher blass im Film, aber okay.

  • https://wundertuete-podcast.de Thomas

    Vorweg: Den Einstieg von Henning Strauß als einer der ambitioniertesten Kaiju- und Japan-Filmliebhaber kann für uns alle nur als großer Gewinn betrachtet werden. Dabei ist es aus meiner bescheidenen Sicht nicht nur sein enormes Fachwissen, von dem wir alle profitieren, sondern vor allem auch seine Offenheit sich immer auf Diskussion einzulassen und valide fremde Ansichten in seine eigenen mit einfließen zu lassen. Deshalb freue ich mich sehr und bedanke mich nicht ganz uneigennützig bei Henning und Christian gleichsam, für den Start einer weiteren höchst interessanten Zusammenarbeit!

    Auch mir wurde von Christian und Tamino während einer meiner Gastauftritte zu einer Godzilla-Filmbesprechung die Frage gestellt, ob ich Pacific Rim gesehen hätte und wie ich diesen Film einordnen würde. Letztere Frage konnte ich nicht beantworten, zwar hatte ich den Film zu Hause sogar als 3D-BluRay, aber irgendein kleines Kaiju in beiden Ohren flüsterten mir immer zu, dass Pacific Rim für einen „echten“ Kaiju-Fan nur eine Enttäuschung sein könne. Mit anderen Worten, echte Kaiju-DNA können eben nur Filme besitzen, die ein JP als Herstellungsland ausweisen.

    Habe ich denn mittlerweile Pacific Rim gesehen? Ja. War Pacific Rim für mich vor dieser Second Unit Episode ein Kaiju-Film? Nein. Ist Pacific Rim für mich nach dieser Second Unit Episode ein Kaiju-Film? Nach wie vor nein? Aber warum nur schlägt das Pendel nicht weiter in Richtung Kaiju-Film aus, obwohl Ihr, Henning und Christian, viele Details herausgearbeitet habt, die aufzeigen, dass Guillermo del Toro einen gewissen Zugang zur Kaiju-Materie suchte und wohl auch fand und dieses durch zahlreiche Referenzen im Film auch belegen konnte. Damit mag sich der Film sicher eher in die Nähe eines Kaiju-Films wie beispielsweise Cloverfield (eine Diskussion, die uns ja glücklicherweise noch bevorsteht) rücken, aber eben nicht im Kernland ankommen, sondern es ist und bleibt nach meiner Betrachtung ein Film um große vom menschlichen Geist kontrollierte Roboter, die gegen tierische Monster kämpfen. Versteht mich nicht falsch, ich schreibe damit nicht, Pacific Rim sei etwa ein schlechter Film und somit reine Zeitverschwendung. Trotz aller Referenzen bleibt es für mich unterm Strich allerdings nur bei dem Versuch, besagte Kaiju-DNA kopieren zu wollen, gänzlich vorwurfsfrei, aber eben an vielen Stellen zu sehr „in my Face“ als Verehrer japanischer oder zumindest asiatischer Kaijus. Natürlich, auch nicht jeder japanische Kaiju-Film schreibt das Genre inspirierend fort und ist somit in der Lage, als neue Kopiervorlage, Treppenstufe oder gar eigener Sockel den Aufbau des „Kaijuverse“ entscheidend voranzutreiben. Allerdings ist die Berechtigung dieses zu tun und so zu sein implizit, weil sie es sind, die ihre eigene DNA in sich tragen, mal gut, mal weniger gut mutieren aber immer etwas hinzufügen. Versteht Ihr, worauf ich hinaus will? Ich will, kann und möchte Pacific Rims Daseinsberechtigung keinesfalls in Frage stellen, nur bringt er mich als Kaiju-Fan kein Stückchen weiter; er unterhält mich als Monsterfilm-Fan, ja, holt mich aber auf keiner Ebene und zu keiner Zeit als „Kaijuisten“ ab.

    Beim Schreiben dieser Zeilen erwische ich mich gerade selber in der Frage, ob ich auf Grund meines Alters, meiner Erfahrungen, meiner Kaiju-Romantik vielleicht zu engstirnig (geworden) bin. Sollte ich die Grenzen des Kaiju-Kernlandes nicht etwas großzügiger aufziehen? Aber irgendwie kommen mir bei dem Gedanken Zweifel, dass diese jemals die USA erreichen würden. Ich will es mal mit einem Aussage von Lao-Tse versuchen: „Going on means going far. Going far means returning“.

    Und Christian, langsam aber sicher sprichst Du das Wort „Kaiju“ besser als so mancher Japaner aus. Wir sind stolz auf Dich!

    • Henning Strauss

      Lieber TeeJay,
      ich möchte an dieser Stelle nochmals meinen Dank an dich verkünden, weil ohne dich wäre alles niemals so passiert. Du hast ein schönes Feedback und Statement abgegeben und ich hoffe, dass du diese Reaktion von mir in deine Gedanken mit einfließen lassen wirst. In der stillen Hoffnung vielleicht sogar noch ein wenig mehr Verständnis für den Film PACIFIC RIM als „Kaiju-Film“ entwickeln zu können.

      Bitte lies dir jeden einzelnen nachfolgenden Satz genau durch und versuche ihn in dein eigenes Verständnis einzubauen. Denn so wie ich dich kennengelernt habe, bist du genauso wie ich offen und stellst auch dir berechtigte Fragen. Das ist meine Reaktion.

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      „…aber irgendein kleines Kaiju in beiden Ohren flüsterten mir immer zu, dass Pacific Rim für einen „echten“ Kaiju-Fan nur eine
      Enttäuschung sein könne.“

      Meine erste Frage an dich folgt gleich. Dieses Ereignis bezüglich des Zweifels. Hast du diese öfter bei Filmen die versuchen japanische Thematiken zu verarbeiten, oder auch bei Genre-fremden Titeln? Ich frage hier, weil meine Historie so aussieht. Mit 6 Jahren, also 1992, sah ich zuerst DIE RÜCKKEHR DES KING KONG (1962) im TV und wurde dadurch Fan. Im selben Jahr schlossen Toho und Sony Tri-Star den Vertrag über einen ersten Film mit Godzilla made in Hollywood.

      Danach begann die Odyssee des ersten US-amerikanischen Godzilla der dann in den wahrhaftigen „Monster-Film“ von Roland Emmerich und Dean Devlin mündete. Viele Gründe warum dieser Film trotz des Titel „Godzilla“ nicht Godzilla ist, hast du in der Second Unit Episode 192 vom 05.06.2016 geliefert.

      1997/1998 begann die große Werbekampagne für den Film und ich durfte ein gewaltiges Teaser-Plakat bewundern. Zwischen meiner Fan-Geburt 1992 und 1997/1998 durfte ich Godzilla durch die US-amerikanische Hanna-Barbera-Animations-TV-Serie von 1978 bis 1979 weiter kennenlernen.

      Der Name „Godzilla“ blieb in meinem Kopf und als ich besagtes Teaser-Plakat sah; das mit dem gewaltigen Fuß, war ich hin und weg. Ich wusste aufgrund von PC und Internet Mangel in der Zeit vor der Premiere nichts über diesen neuen Film. Ich
      wusste wer Godzilla war, anhand eben des 3. japanischen Filmes der Toho-Studios und der besagten Animationsserie, die von Toho rechtlich genehmigt wurde, aber in den USA geschrieben und aller Wahrscheinlichkeit nach in Taiwan animiert wurde.

      Taiwan war der Standort der Animationsstudios Wang Productions, die schon die Serie „Familie Feuerstein“ für Hanna-Barbera animierten und daher liegt es es nahe, dass „Godzilla – Der Retter der Erde“, so der deutschsprachige Titel der Animationsserie auch dort animiert sein könnte. Leider gibt es darüber keine Aufzeichnungen. Fakt aber ist, dass viele US-amerikanische Animationsprodukte außerhalb der USA animiert wurden. Dieses Thema schließe ich aber hier ab, weil es uns von Godzilla und den Kaiju zu weit weg führt.

      Am 06.09.1998 machte der Privatsender SAT 1 einen Godzilla-Tag und es wurden zwei Filme mit Godzilla ausgestrahlt: DIE RÜCKKEHR DES KING KONG (1962) und GODZILLA – DER URGIGANT (1989).

      Nun ging ich am 12.09.1998, einem Samstag ins Kino. Ich war 12 Jahre alt und war gespannt wie ein Flitzebogen. Der Film erzeugte bei mir Wut und Unverständnis. Da war nicht der Godzilla aus DIE RÜCKKEHR DES KING KONG, noch der Godzilla aus GODZILLA – DER RETTER DER ERDE, geschweige denn der Godzilla aus GODZILLA – DER URGIGANT. Visuell wie charakterlich keinesfalls.

      Auch wenn ich durch diesen Film traumatisiert wurde, so startete dann KABEL 1 am 20.09.1998 bis zum 30.06.2001 zahlreiche japanische Kaiju Eiga auf wöchentlicher Basis und mein Leben als Fan begann nun richtig. Meine Liebe zum japanischen Original konnte mir der 1998er Film niemals nehmen, er bestärkte mich in meiner Überzeugung.

      Das Jahr 2008. Es war eine Dekade her, dass Emmerichs Film mich sehr skeptisch gegenüber Hollywood hat werden lassen. In der gesamten Zwischenzeit von 1998 bis 2008 sog ich mir weiterhin alles japanische rein, was ich ergattern, lesen oder schauen konnte. Meine Leidenschaft war nun vollends entfesselt. Ich sah mir alle mir verfügbaren japanischen Filme und Serien im TV an, aber auch Dokumentationen und las auch Bücher.

      Der Film CLOVERFIELD, dessen Teaser-Trailer ich nur sah lies auch bei mir die Spekulation aufkeimen: Godzilla ist zurück, doch
      dieses Mal würdig dem japanischen Original! Nun, da ich seit dem Jahreswechsel 1999/2000 nun endlich selber über einen PC und Internet-Anschluss verfügte, beteiligte ich mich ein wenig an der damaligen viralen Marketingskampagne. Und als herauskam, dass in CLOVERFIELD keinesfalls Godzilla selber den Zerstörer mimen sollte,sondern ein Wesen das versuchte in dessen Fußstapfen zu treten – das war für mich eine Überraschung.

      Nun 2010, 12 Jahre nach Emmerichs Film wurde im Web gepostet, dass die Firma Legendary sich die Rechte an Godzilla gesichert hätte und diese einen neuen Film made in Hollywood machen wollten. Trotz CLOVERFIELD (2008) wollte ich keine Wiederholung des bisher gesehenen. Ich war zutiefst skeptisch und strebte mich gegen diesen Film.

      2013. Wie im Podcast angemerkt. Mein Interesse an PACIFIC RIM war zunächst wahrlich gering, doch das wandelte sich.
      Aber in Bezug auf GODZILLA (2014), der damals schon 2012 starten sollte, war ich weiterhin skeptisch. Nun aber holte mich PACIFIC RIM total ab.

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      Jetzt lieber TeeJay, bist du dran. Du hast mir erzählt, dass dein erster Film mit Godzilla, FRANKENSTEIN UND DIE UNGEHEUER AUS DEM MEER (1966) gewesen ist. Der 6. japanische Film startete in den deutschen Kinos laut Detlef Claus am 16.09.1969. Dies war ja auch der 1. Film unter Jun Fukudas Regie.

      Am 22.08.1975, knapp nur 5 Monate nach der japanischen Premiere endete in Deutschland mit KONGA, GODZILLA, KING
      KONG – DIE BRUT DES TEUFELS die später genannte Showa-Film-Staffel. Die Heisei-Film-Staffel mit dem 1984 entstandenen GODZILLA – DIE RÜCKKEHR DES MONSTERS startete in Deutschland am 26.07.1985.

      Hast du zwischen 1975 und 1984, diesen 9 Jahren deines Lebens dieselben Zweifel gefühlt wie vor der Sichtung vor PACIFIC RIM? Denn zwischen 1969 und 1975 konntest du ja nicht das japanische Original von 1954 kennengelernt haben, oder etwa doch?

      Denn aus Gesprächen mit anderen Fans erlangte ich folgenden Eindruck. Als Godzilla 1984 wieder alleine auf der Leinwand war und zurück zu seinen Wurzeln von1954 kehrte, war dies anfangs nicht sehr gut aufgenommen worden. Sprich Godzilla, der Held war dies nicht mehr – sondern Godzilla in seiner ursprünglichen antagonistischen Position. Laut dem deutschen Fan-Magzin GODZILLA FAMILY #9 (Juni/ Juli 1989) stimmten 21,1 % der Leser für GODZILLA – DIE RÜCKKEHR DES MONSTERS + 13,15 % für GODZILLA (1954) als ihren Lieblingsfilm.

      Ich interpretiere das so, dass hier im Zeitraum zwischen 1985 und 1989 hier sich was gewandelt haben muss. Natürlich müssen und werden hier individuelle Vorstellungen ein eigenes Thema sein.

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      „Trotz aller Referenzen bleibt es für mich unterm Strich allerdings nur bei dem Versuch, besagte Kaiju-DNA kopieren zu wollen,…“

      Hier frage ich dich folgendes. Du sagst es wäre eine Kopie – für dich. Doch Guillermo del Toro wollte mit PACIFIC RIM eine Liebeserklärung an das Genre setzen. Mehr nicht. Es war ihm wichtig, dass was ihn an den japanischen Titeln so bewegte und ihn hat zum Fan werden lassen in einem Film auszudrücken. Der Einfluss Ishiro Hondas den du persönlich ab dem 27.01.1971 für FRANKENSTEIN UND DIE MONSTER AUS DEM ALL (1968) hast selber erleben dürfen, scheint – wohlgemerkt scheint bei dir nicht lange anhaltend gewesen zu sein.

      Bitte korrigiere mich hier, wenn ich falsch liege. Ishiro Honda hatte immer eine Wunschvorstellung nach einer politisch und geistig vereinten Welt, die gemeinsam handelt. Nicht nur im Frieden, sondern auch gerade im Verteidigungsfall! Vergess bitte nicht, dass Honda Soldat in China war und dort auch gekämpft hatte. Im Gegensatz zu seinem Freund Akira Kurosawa, der vom Militärdienst befreit worden war, weil Kurosawas Vater nur ihn als Sohn hatte und damit der Familienstammbaum nicht ausgelöscht werden konnte. Dies kannst du nicht nur in der Biographie von Ishiro Honda (ISHIRO HONDA – A LIFE IN FILM: FROM GODZILLA TO KUROSAWA) von Steve Rylfe + Ed Godzisweski lesen, sondern auch in Stuart Galbraith IVs THE EMPEROR AND THE WOLF – THE LIVES AND FILMS OF AKIRA KUROSAWA AND TOSHIRO MIFUNE.

      Deine Einführung in das Genre geschah mit einem Film von Jun Fukuda, der ein ganz anderer Mensch als Ishiro Honda war. Das ist auch kein Problem, nur muss dieser Fakt eben auch beleuchtet werden.

      Die vereinte Welt ist ja in der japanischen Popkultur häufiger anzutreffen als im Westen. Dies ist ja auch ein Grund warum der Film in den USA nicht so gut ankam. Die USA sehen sich moralisch als die einzig fähigen die Welt zu retten. Das andere dabei helfen ist denen fremd und erzeugt Unbehagen.

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      „Mit anderen Worten, echte Kaiju-DNA können eben nur Filme besitzen, die ein JP als Herstellungsland ausweisen.“

      Hier muss ich wenig kontern. Was ist für dich ein Kaiju? Was sind deine eigenen Gefühle und Maßstäbe damit ein Riesenwesen „Kaiju“ genannt werden darf?

      Ist es wahrlich nur die japanische Herkunft, wie du es hier aussagst? Formal gebe ich dir zwar Recht, aber die Kaiju in PACIFIC RIM sind deswegen auch Kaiju nach japanischen Maßstäben. Warum sehe ich das so? TeeJay, neben den Kaiju Eiga in Deutschland was gab es sonst noch an japanischer Science-Fiction zu der Zeit als du ins Kino, in die Jugendvorstellungen gegangen bist?

      Ich werde dir darauf antworten. Es gab neben klassischen japanischen Dramen, später nur das Anime CAPTAIN FUTURE im deutschen TV. CAPTAIN FUTURE ist eine japanische Adaptation einer US-amerikanischen Science-Fiction-Romanreihe aus den 1940ern. CAPTAIN FUTURE wurde in Deutschland und der Welt deswegen zum Kult, weil eben diese Anime-Serie diesen Stoff für die Massen aufbereitet hatte. Es war sogar anfangs gar keine internationale Ausstrahlung geplant. Erst durch den Erfolg in den USA schwappte die Serie auch nach Deutschland rüber. Die Kontroverse, die CAPTAIN FUTURE hier auslöste, ist jetzt
      nicht das Thema. Ferner CAPTAIN FUTURE ist damit auch nicht 100 % japanisch; besser gesagt japanisch in absoluter „Reinkultur“.

      Im direkten Vergleich zu Japan oder den USA hatte der deutsche Zuschauer im Kino, wie auch im TV zu Godzilla und Gamera keine Alternativen: kein ULTRAMAN, kein KAMEN RIDER, kein SUPER SENTAI (nur später die US-Adaptation genannt „Mighty Morphin Power Rangers“), kein SPECTREMAN, kein MEGALOMAN… mit anderen Worten: es gab nichts!

      1979, zu Godzillas 25. Geburtstag plante in Deutschland die Ausstrahlung des Anime UFO ROBO GRENDIZER basierend auf der italienischen Synchronisation und dem französischen Titel „Goldorak“. Doch wie im Polit-Magazin SPIEGEL Ausgabe 19 von 1979 klar erkennbar: es wurde ein Anime, wo ein bemannter Riesenroboter gegen gigantische Wesen (im japanischen: Saucer Beasts; auch innerhalb des Kontextes als „Kaiju“ betitelt.) kämpfen musste, mit lautstarker Stimme zum Boykott
      aufgerufen. Der Grund war die Gewalt. Während in Italien und Frankreich auch diese Stimmen zu vernehmen waren, so verstummten diese sehr schnell und die dritte TV-Serie des Mazinger-Kanons von Go Nagai wurde dort zu einem Kult, vergleichbar mit denen der Kaiju aus dem Kino.

      Wie gesagt: Deutschland hat diese Form dieses Kultes niemals so erfahren wie Italien oder Frankreich. Die Folgen
      dieses Kultes hatten für Godzilla und Gamera in Italien und Frankreich natürlich negative Folgen, die wir in Deutschland nicht
      so kennenlernen durften. Aber jemand wie del Toro, hatte in seiner Heimat Mexiko sowie später in den USA nicht mit solchen Problemen zu kämpfen. Er konnte sich die Serien und Filme, die in Deutschland bis heute unveröffentlicht sind, ohne Probleme ansehen.

      TeeJay, warum sind Mecha-Titel und Kyodai-Hero-Stoffe wie ULTRAMAN in Japan bis heute so erfolgreich und laufen und laufen? Wenn uns die Toho Kaiju ansehen, dann sehen wir hier die größte Diversität die metaphorisch für das Genre prägend war. Doch die Kaiju um Gamera und Ultraman und so weiter haben dies nicht! Doch gleichzeitig haben sie es widerum doch. Also was ist hier los?

      Die Sache ist die. Außerhalb Tohos stehen die Kaiju schlicht und ergreifend für die fleischgewordene Bedrohung. Die Situationen wie die Menschen in diesen Titeln mit der Bedrohung umgehen erzeugt hier den Kontext. Darum sind auch nach japanischen Maßstäben diese Kreaturen „Kaiju“.

      Du hast die Aussage gestellt, dass ein Kaiju nur in Japan funktionieren kann. Nun jetzt frage ich dich erneut: was macht für dich ein Kaiju zum Kaiju? Ist es die Technik der Animation alleine oder doch die Kombination aus der Technik, der Geschichte und des kulturellen Hintergrundes?

      Kommen wir wieder kurz zurück zu CLOVERFIELD. CLOVERFIELD zeigt uns ein Wesen,dass aus CGI besteht, aber dennoch steht es im Vergleich zu Emmerichs Film für etwas. Für den 11.09.2001. Der 1998er Film hat keinerlei kulturellen Hintergrund, auch wenn sich am Anfang wie ein Remake des 1954er GODZILLA versucht und dann komplett in andere Richtungen abdriftet.

      Wir in unserer westlichen = abendländischen Kultur sind eines: wir glauben an einen Gott = Mono-Theoismus. Es gibt nicht keine weiteren Götter. Nur einen Gottessohn und Propheten, Heilige sowie Diener, die wir Engel nennen. Doch die alleinige Position über allem gehört dem Wesen was wir „Gott“ nennen. Im japanischen Shintoismus kann alles und jeder ein Gott werden. Weil die Natur die Existenz selber ist. So kann man den Shintoismus auf wenige Worte runter brechen.

      Doch unser Kulturkreis kennt auch die Furcht vor etwas, den das Drachen. Der mythische Drache ist in unserem Kulturkreis ein Synonym für das ausnahmslos Böse. Der Drache ist ein spiritueller Nachkomme der mystischen Schlange aus dem Garten Eden, die Eva verführte. Beide Tiere verbindet, die Natur der Reptilien und Amphibien. Der Mensch als Säugetier führt in seinen Genen eine Form von Urangst gegenüber Reptilien und Amphibien mit sich, weil die frühesten Säugetiere eben noch als Nahrung für Reptilien und Amphibien galten. Diese Urangst wurde mit der Schlange aus dem Garten Eden und dem mystischen Drachen kultiviert. Sprich sie wanderte in eine Schicht des aktiven Bewusstseins.

      Doch diese Angst teilten nicht alle Menschen. Mit dem Auszug aus Afrika und der Ausbreitung auf die ganze Welt begann der Mensch „Kultur“ zu entwickeln. Zur Kultur zählen: Denkweisen, Sprache, Schrift und Religion. Doch die besagte Urangst
      gegenüber Reptilien und Amphibien blieb in den Menschen länger verhaften, die später den westlichen Kulturkreis um das Judentum, Christentum und Islam gründen sollten.

      Im asiatischen Kulturkreis war man „schneller“. Man entwickelte eine eigene Denkweisen, Sprachen, Schriften und Religionen.

      Godzilla hier stellt etwas besonderes da. Er als Dinosaurier mit amphibischen Eigenschaften wurde im Laufe seines Lebens vom Antagonisten zum Protagonisten. Im Christentum vergleichbar mit dem Saulus zum Paulus. Und gerade weil Godzilla sich wider der ihm angetragenen „bösen“ Natur seines Seins wandelte, geschah tiefen-psychologisch eine Form von Affektion = Zuneigung für ihn. Der Wille sich zu wandeln und es schlussendlich zu tun, ist eine Denkweise des westlichen Kulturkreises. Die Anthromorpikation = die Vermenschlichung spielte natürlich auch eine entscheidende Rolle dabei.

      Doch lange bevor Massenmedien erfunden wurden, hatten die Menschen eben Angst vor den Drachen. Doch mit fortschreitender Christianisierung und Wissen über die umgebende Welt gerieten auch weitere „Ungeheuer“ immer mehr in eine Form der Verdrängung. Sie waren kein Quell mehr für Angst, sondern für Mystik, für etwas nicht wahrhaftig nicht mehr greifbares. Doch gerade diese Prozedur erzeugte auch seine „Probleme“, die hier aber eher als die berühmten
      „unüberbrückbaren kulturellen Differenzen“ zu beschreiben sind.

      Wenn wir einem Tier Gott-ähnliches zuschreiben galt und gildet das als Blasphemie, als schlimmste Beleidigung, die westlichen Kulturkreisi nnerhalb der mono-theoistischen Gesellschaft möglich ist. Doch es gibt natürlich auch Ausnahmen. 1851 veröffentlichte Herman Meville seinen Roman MOBY-DICK; OR: THE WHALE. In der Geschichte um den
      weißen Pottwal, der Kapitän Ahab einst ein Bein abriss und der nun Rache gegenüber den Tier schwörte, ist ein Literaturklassiker und ein Zeugnis der „amerikanischen Kultur“.

      Der Roman versucht eine Form von Mythologie zu errichten, denn der weiße Pottwal mit Namen Moby Dick ist im Roman keinesfalls nichr nur das „Ungeheuer“, der Drache der getötet werden muss. Kapitän Ahab sieht ihm in die Verkörperung des Bösen, welches die Menschheit seit dem Garten Eden plagt und darum möchte er den gigantischen Wal töten. Er sieht sich als Bote der Finsternis, die etwas gutes tun will. Doch der Text selber impliziert noch mehr. Moby Dick ist hier Gott und Teufel, gewalttätiges Monster und harmloses Tier, er ist Täter und Opfer. Diese soziologischen Extreme bilden die Gegenteile der Existenz im westlichen Denken. Darum, ist er wie Godzilla nicht auf einen einzigen simplen Kontext begrenzt. Damit könnte man Moby Dick als „Kaiju“ einstufen, sofern man das möchte.

      1933 erschien mit auch unter dem Einfluss Moby Dicks, KING KONG UND DIE WEIßE FRAU ein Wesen auf der Leinwand, das zu Godzillas Geburtshelfer Nummer 1 erscheinen sollte. Der Film ist wie eine Fabel aufgebaut und referenziert diese. King
      Kong ist hier auch sehr mystisch. Er wird ja von den Einwohnern der Insel Skull Island als Gott verehrt. So wie Godzilla auf der Insel Oto. Dieses Motiv sehen wir auch im 1961er MOTHRA BEDROHT DIE WELT, wo besagte Mothra das erste Mal erscheint, was dann konsequent fortgesetzt wurde, wie wir wissen.

      Wie ich im Podcast schon erwähnte sind große Tiere eine Quelle für Ehrfurcht. Und Ehrfurcht ist eine Entwicklung der Beherrschung der Urangst. Die Beherrschung unseres Wesens ist einer Bestandteiles des menschlichen Lebens.

      Was ist nun „Kaijuist“?
      Diese Frage kann ich nur für mich beantworten, aber auch nur du für dich und daraus erst dann wieder
      für mich. PACIFIC RIM will nichts weiter als unterhalten. Er will mit etwas jenseits der Erfahrung bringen. Mit Größe!

      „Allerdings ist die Berechtigung dieses zu tun und so zu sein implizit, weil sie es sind, die ihre eigene DNA in sich tragen,…“

      Lieber TeeJay, hier hast etwas geschrieben was doch etwas bedrückend ist. Ich weiß was du meinst. Im Falle Godzilla (japanisches Original) gegen Emmerichs Wesen ist diese Aussage absolut zutreffend, aber in anderen Zusammenhängen leider nicht sehr hilfreich. Zumindest sehe ich das so.

      Du hast es ja schon gelesen. Aber es gibt noch etwas. Die Fan-Natur. Fanatiker sind sie Fans? Ja und Nein ist die Antwort. Hier kann man nicht alles generalisieren. Darin wirst du mir uneingeschränkt zustimmen. Wenn du als Fan bestimmte Grenzen ziehst, was für dich okay ist und was nicht, dann ist das nicht verkehrt – aber wie du schon lesen konntest, in Japan werden zwischen den unterschiedlichen Medien keine wahren Grenzen gezogen. Die dortigen Medien sind dort alle gleichberechtigt. Ferner du bist ja auch als Fan von Hayao Miyazaki bekannt. Auch wenn Miyazaki natürlich bisher nichts mit den Kaiju zu tun hatte; Ausnahme NAUSICAÄ AUS DEM TAL DER WINDE mit dem Riesenkrieger, so hast du ja schon die richtigen Weichen einst
      gestellt und befindest dich auf dem richtigen Kurs auf dem Weg des Verständnisses und der Liebe gegenüber japanischer
      Unterhaltungsindustrie.

      Der westliche Kulturkreis zwingt uns diese beschränkten Sichtweisen auf. Japan war in seiner Geschichte immer ein Land das beobachtete und sich auch erfolgreich abschotten konnte. Daraus entstand die japanische Kultur, aber dennoch: alles ist allem verwandt; auch im Denken des Menschen, sowie seiner Kultur. Doch wegen DNA. DNA sind die Bausteine des Lebens, die sich entwickelt haben und sich über alle Grenzen hinweg unterschiedlichstes Leben hervorgebracht haben. Darum nochmal: was macht für dich ein Kaiju zum Kaiju? Wir können natürlich die Giganten Japans bevorzugen, aber dem Westen zu 100 %
      zu unterstellen, sie könnten es nicht: daran tue ich mich schwer. Häufig läuft es nicht richtig, aber manchmal passiert es doch das
      wir im Westen einen kleinen Lichtstrahl erblicken dürfen, der in Japan wiederum vollends erkennbar ist.

      Wissenschaftlich gesprochen: wir Menschen tragen DNA von Reptilien in uns, haben Knochen von Fischen, gebären und säugen unsere Nachkommen – was sind wir? Sind wir Reptilien? Sind wir Fische? Sind wir Säugetiere? Sind wir … Kaiju?

      Auf der philosophischen Ebene nochmal gefragt: was ist ein „Kaijuist“?

      Ich sehe das Bild des Kaijuisten als eine Person, die versuch talle möglichen Einflüsse und Relationen die das Kaiju Eiga nunmal
      inne hat zu analysieren und daran Spaß zu haben, dass eben Menschen in Anzügen hier etwas schauspielern.
      Darüber hinaus gibt es immer eine Botschaft im Film. Und dies alles zu mit anderen Fans zu teilen, dass ist für mich persönlich ein „Kaijuist.“

  • Henning Strauss

    Ein paar Worte zur Fortsetzung; PACIFIC RIM – UPRISING. Diesen sah ich gestern im Kino.

    Eher indirekte Spoiler:
    Der Film hat positives zu bieten, hat aber leider auch viele Schwächen inne. Für mich persönlich überwogen die Stärken ganz klar. Diese waren vielleicht zu minimalistisch, aber ich finde: auch diese müssen anerkannt werden.

    Als reiner Kaiju-vs-Mecha-Actioner hält PACIFIC RIM – UPRISING wahrlich was er verspricht, nur inhaltlich hat er eben wie schon gesagt Minus-Punkte inne. Eine Sichtung für alle Interessierten halte ich aber für den besten Weg sich selber ein Bild vom Film zu machen. Ich fühlte mich dennoch gut unterhalten.

    • Sultan-of-Swing

      Achtung folgenden Text enthält Spoiler. Nicht weiterlesen, wenn man sich vom Film Pacific Rim Uprising noch Überaschen lassen möchte

      Der Film hat leider nur noch wenig mit dem Universum des ersten Teils zu tun. War es da noch schwierig einen Driftpartner zu finden, kann hier jeder mit jedem driften.

      Man merkt, dass man die Zielgruppe des ersten Teils verändern wollte und hat diesen hier deutlich Kinderfreundlicher gestaltet.

      Das hat zu einer deutlichen Veränderung in Story, Dialog und Setting des Films geführt. Alle Charaktere sind nervig und gar nicht ausgearbeitet. Waren die Soldaten im ersten Teil noch junge Männer/Frauen sind es hier Jugendliche bzw. Kinder, was schon sehr merkwürdig ist. Warum sollte man plötzlich Kinder in den Krieg schicken.

      Die Drohnenstory ist total Banane: Soldaten wolllen Roboter lieber selber steuern und eventuell sterben, statt sie fernzusteuern? Das Argument, man könnte sie hacken ist auch Banane, da man ja die Driftkompabiltät aufrecht erhalten könnte.

      Der Ton des Films springt hin und her. Am Anfang sieht man John Boyega wie er um Chillisoße dealt, dann isst er Eis, wenn seine Backstory erklärt wird, dem Zuschauer den ernst der Lage erklärt wird und es um wichtige Plotpunkte geht. Ständig gibt es pseudolustige Dialoge, aber dann lässt man ab und Zu jemanden brutal sterben? Zum Anderen Adressiert man nicht, die vielen Toten, die in den Kämpfen in der Stadt draufgehen, wenn sich unsere Helden mitten in der Stadt kloppen, statt den Gegner aus dieser zu locken.

      Am meisten habe ich mich auf die Action gefreut. Roboter gegen große Monster/ Kaiju (sollen die beiden Experten ausdiskutieren, ob es ein Kaiju Film ist ;-)). Aber auch hier enttäuscht der Film auf ganzer Linie. Monster/ Kaiju gibt es erst kurz vor Schluss, die man auch relativ leicht besiegen kann. Statt dzu Kämpfen muss man ihnen nur ein großes Gewicht auf den Kopf fallen lassen.

      Diie Macher haben wohl auch gemerkt, dass der Film murks ist und beenden ihn ziemlich abrupt und sie haben wohl erwartet, dass danach alle schreiend aus dem Kino flüchten, denn sowas wie eine Midcreditszene gibt es gleich nach dem Ende.

      • Henning Strauss

        @Sultan-of-Swing
        Diese Antwort ist nur für dich. Für alle anderen: dies ist eine Antwort versetzt mit Spoilern! Darum bitte ich alle Leser, die den Film noch nicht kennen und den Film noch spoilerfrei genießen wollen, jetzt mit dem Lesen dieses Satzes aufzuhören!

        Danke für die Fairness!

        Hier gehe ich auf die meisten deiner Argumente ein, wo nicht einer Meinung mit dir bin:

        „Der Film hat leider nur noch wenig mit dem Universum des ersten Teils zu tun. War es da noch schwierig einen Driftpartner zu finden, kann hier jeder mit jedem driften.“

        Eine Gegenfrage. Wenn Tony Stark einen neuen Iron Man-Anzug baut und dieser nutzt neue Technologien, die Stark entwickelte – ist das dann immer noch Iron Man? Die Antwort lautet……….? (ich sage ja)
        Zwischen Teil 1 und UPRISING sind 10 Jahre vergangen in denen neue Technologien und Möglichkeiten entwickelt wurden. Ist dies für dich nicht vorstellbar? Für ein Film, angesiedelt im Bereich des großen Genres was wir Science-Fiction nennen, ist das was vollkommen normales, oder habe ich nur rein zufällig eine andere Sichtweise? Denn auch andere Franchises nutzen das für sich. Siehe mal nur das alleinige klassische Zugpferd in der westlichen Science Fiction; STAR TREK. Zunächst gab es nur Photonentorpedos und dann plötzlich wurden die Quantentorpedos eingeführt, obwohl es laut dem STAR-TREK-Kanon Photonentorpedos ziemlich lange gab.

        „Waren die Soldaten im ersten Teil noch junge Männer/Frauen sind es hier Jugendliche bzw. Kinder, was schon sehr merkwürdig ist. Warum sollte man plötzlich Kinder in den Krieg schicken.“

        Der Film sagt aus, dass die Drift-Kompatibilität mit einem jungen Alter die beste Wachstumsphase hat. So oder so ähnlich habe ich noch gerade in der Erinnerung. Ferner, Kinder im Krieg. Ich glaube ich brauche dir nicht zu erklären, dass Kindersoldaten nicht nur im Dritten Reich für den Endkampf benutzt wurden, sondern auch in unserer Realität noch existieren. Nicht mehr im westlichen Kulturkreis, aber andere Länger schon. Und das ist mehr als traurig genug.
        Ferner wir haben nur die Beckets als zentrale Figuren der Ranger erlebt. Raleigh trat mit 16 in die
        Akademie ein, aber die Fiktion schweigt, ob es nicht schon jüngere Jahrgänge gab. Das Schweigen heißt hier nicht automatisch, dass es nicht existent ist oder war. Es wird nur halt nicht alles zu 100 % geklärt. Ferner viele japanische Titel haben jüngere Protagonisten in einem Settting das meistens für Erwachsene gehalten ist.

        „Die Drohnenstory ist total Banane: Soldaten wolllen Roboter lieber selber steuern und eventuell sterben, statt sie fernzusteuern?“

        Bitte höre nochmal den Podcast zwischen Christian und mir an. Hier geht es um militärische Philosophie der Opferbereitschaft. Wir „Deutschen“ haben diese Form der Mentalität mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges
        beendet, andere Nationen und Kulturen aber nicht. Die ganze deutsche Militärpolitik ist darauf ausgerichtet wieder Vertrauen aufzubauen. Obwohl die Soldaten der Bundeswehr dazu instruiert werden sich im Notfall zu opfern, die klassische militärische Opferbereitschaft die wir aus Ländern wie Frankreich, United Kingdom, USA oder sonst wo
        sehen, hat keinen Platz mehr im deutschen Denken. International aber schon, aber das wandelt sich gerade. Dieses Thema ist schwierig, auch dass habe ich im Podcast angesprochen. Ich bin kein Militarist oder Faschist, sondern ich lege hier nur die Fakten auf den Tisch.

        „Das Argument, man könnte sie hacken ist auch Banane, da man ja die Driftkompabiltät aufrecht erhalten könnte.“
        Wir haben es hier mit einem Science-Fiction-Film zu tun, der im Untergenre der Kaiju und Mecha agiert. Es wird nichts explizites über die Schwachstellen der fiktionalen Jaeger-Technologie erklärt. Der Drift ist ein fiktionales Konstrukt, daher können wir solche Aussagen nur bedingt treffen. Vorstellbar ist es, aber ob die Fiktion genau das auch aussagt, ist was anderes.

        „Statt dzu Kämpfen muss man ihnen nur ein großes Gewicht auf den Kopf fallen lassen.“
        Es ist also nicht nach den typischen Action-Maßstaben keine Action: Projekte abzufeuern, Schwerter in Fleisch schneiden zu lassen, das eigene Gewicht des eigenen Körpers durch Stoßen und Ziehen zu einem Vorteil einzusetzen?

        Ich weiß ja nicht, aber das klingt für mich schon nach Action. Und ein schweres Gewicht auf jemanden oder etwas fallen zu lassen ist auch eine Tätigkeit, eine Aktion = Action! Siehe nurmal die Aktion der Gangster in ROBOCOP (1987) von Paul Verhoeven gegen Alex J. Murphy im Stahlwerk.

        „Man merkt, dass man die Zielgruppe des ersten Teils verändern wollte und hat diesen hier deutlich Kinderfreundlicher gestaltet.“
        Das Niveau ist das gleiche geblieben. Erinnere dich an die Zerstörung von Guardian Bravo, wo der Charakter Suresh starb und sein Driftpartner Ilya mit einer stark blutenden Kopfwunde davon kam. Wenn das für dich „kinderfreundlich“ ist, dann ist es so. Eine ähnliche Szene. PACIFIC RIM (2013) Anfang als Raleigh aus dem zerstörten Gipsy Danger kommt, seine Pilotenrüstung zerstört, er ist verwundet, total verwirrt, geschockt über den Verlust seines Bruders, nur noch stammelnd – ist das auch „kinderfreundlich“?

        Dieser Film ist wie sein Vorgänger auch ein Kaiju-FIlm! Er hat sogar ein japanisches Setting, die Endschlacht um Tokyo und um den Fuji-san. Erinnere dich an KONG KONG VS. GODZILLA (1962; deutscher Titel: DIE RÜCKKEHR DES KING KONG). Auch dort kämpften Godzilla wie King Kong am Fuji-san. Wenn auch nicht am Gipfel.

        PACIFIC RIM – UPRISING ist eine Fortsetzung von PACIFIC RIM, nicht nur im Titel. Der Film hat viele Fehler, ja, aber er hat auch sein Gutes. Jeder der will darf den Film sogar künstlich hochjubeln, wenn ihm/ ihr danach ist – oder ihn komplett zerreißen, dass ist alles normal.

        Ich finde es auch absolut legitim, wenn du nicht hast unterhalten fühlen können. Gerne erläutere ich dir was der Film auch alles gut macht. Denn diese positiven Punkte sind nun mal da. Sie entsprechen
        meiner Wahrnehmung, nur meiner alleine.

        • Sultan-of-Swing

          @henningstrauss:disqus

          Ich würde gerne deine Meinung hören.

          Deine Gegenargumente sind durchaus legitim und Valide. Ich würde es genauso sehen, wenn man es im Film adressieren würde. Es gibt halt bestimmte Punkte in Filmen, die dazu führen, dass ich einen Film hasse und dann kann der Film machen was er will, ich werde ihn hassen ;-). Ein Beispiel wäre für mich das Ghostbusters Remake und der zweite Teil von Independence Day. Beide Filme haben Elemente, die mich einfach so nerven, dass ich an dem ganzen nichts Gutes mehr sehen kann.

          Spoiler:

          In einem Punkt muss ich dir widersprechen, der Film ist wirklich Kinderfreundlicher geworden. er wirkt halt wie eine Liveactionversion von einem japanischen Cartoon.

          – Zum einen ist ein Protagonist ein Kind und man erlebt die Welt von Pacific Rim aus Kindersicht. Alleine wie sie die Namen der Roboter aufzählt.

          – John Boyega dealt am Anfang um Chillisauce.

          – John Boyega und Scott Eastwood essen Eis, statt die Sachen bei einem Drink zu besprechen.

          – Die Dialoge sind deutlich kinderfreundlicher.

          – Die beiden Wissenschaftler als Comic Relief

          Ok sind jetzt wahrscheinlich zu wenig Argumente. Die Kinder, die hinter mir und meinem Kumpel haben den Film abgefeiert ;-).

          Wie gesagt meine Meinung soll hier auch nicht als Referenz dienen, denn der Film hat ja durchaus befriedigende Kritiken bekommen und macht, so in meiner Filterblase, einigen Menschen Spaß. Ich bin halt einmal nicht die Zielgruppe.

          Aber genug von mir, hau mal raus, was dir gefallen hat.

          • Henning Strauss

            @ Sultan-of-Swing
            Auch hier, für dich eine weitere Spoilerlastige Antwort. Alle anderen, muss ich nochmal bitten hier von Abstand zu halten, sofern Ihr den Film noch nicht gesehen habt und noch nicht den Spaß an der Sache verderben wollt!

            Danke für euere Fairness!

            Was mich positiv bestimmt hat:
            *Der Rückblick auf Teil 1 war kurz und knackig, nicht zu wenig und nicht zu viel.

            *Die Welt hat ein unterschiedliches Wiederaufbau nach dem Sieg im Jahre 2025 hinter sich. Es gibt noch Plätze, die nicht wieder ein normales Niveau haben. Dies gildet auch global.

            *Herman Gottlieb: anstelle, dass er wie in Teil 1 vor gigantischen Tafeln sitzt und dort mathematische Gleichungen austüfelt, nein. Er seziert Kaiju-Organe, die ihm noch vor 10 Jahren total zuwider waren, als Newton Geizler dies in seiner unmittelbaren Nähe tat. Ferner er täuscht sogar Übelkeit vor um dann mit Newton die Security-Leute von Shao-Industries zu überrumpeln. Für jemanden wie ihn hätte ich das nicht erwartet. Darüberhinaus ist es längst nicht mehr so extrem meinungsstreng.

            *Newton Geiszler. Die Freundschaft zwischen ihn und Herman ist in eine andere Phase eingetreten. Visuell steht er nun auch auf fesche Klamotten und Sonnenbrille, ala Hannibal Chau. Er hat sich zu einem Wissenschaftler/ Rockstar entwickelt. Vor allem ein sprichtwörtlicher Rockstar, der sich Drogen verabreicht um runter zu kommen. Dazu benutzt er ein Kaiju-Gehirn (welches er Alice taufte). Absolut exzentrisch. Ich hätte eher nicht gedacht, dass er vom PPDC in die Wirtschaft zu Shao-Industries wechseln würde. Dazu, dass die Precursor ihn trotz durch den ersten alleinigen Drift mit dem Kaiju-Gehirn quasi psysisch gefangen nehmen konnten und das sie ihn trotz der Versiegelung des Breaches kontrollieren konnten – das war unerwartet und fand ich sehr spannend. Das Ende zeigt ja, dass trotz der erneuten Invasion Newton nicht befreit werden konnte. Kein Happy End für ihn, also auch etwas löbliches.

            *Mako Mori. Sie hat mir wahrlich hier noch mehr Leid getan als ihm ersten Teil als sie vom Kaiju Onibaba verfolgt wurde als sie eben noch ein kleines Mädchen war. Sie hat Raleigh verloren und sie ist wahrlich eine andere Frau geworden. Kälter, emotional härter. Das war echt unglaublich. Ich wollte sie so gerne in die Arme nehmen und sie trösten. Ihr Tod war total unnötig, aber gerade das sie starb erinnerte mich persönlich: Krieg ist immer grausam und unmenschlich. Er trifft immer Unschuldige. Das sie dennoch sich für Jake einsetzte, war überraschend. Denn der Charakter des Jake wurde hier ja erst eingeführt und sie bekamen ja damit beide etwas persönliche Historie. In beiden Fallen ein rückwirgendes Update sozusagen. Hier war es nicht verkehrt.

            *Jake. Zugegeben. Ich mag ihn nicht komplett, aber ihn drei Szenen durfte er glänzen.
            1. Als er zu Mako rennt um sie aus dem brennenden Helikopter zu retten, obwohl sie längst tot war.
            2. Ich-bin-nicht-mein-Vater-Momente, wo diese 5 Worte fallen. Das stimmt total und vom Grund dieses Statement betrachtet, zeugt dies für mich von Stärke das er sich klar macht. Ich bin ich. Doch seine lockere Haltung und sinnloses Gerede erzeugen kein klassisches Gefühl von Tragik. Was auch wiederrum tragisch ist. Verrückt was?
            3. Seine Ansprache zu Amara nachdem sie und ihre Mit-Kadetten unerlaubter Weise in Obsidian Fury betreten haben, bevor er dann wieder witzeln muss + die Ansprache an die Kadetten vor dem Abflug.

            *Amara. Ihr Enthiusiasmus als sie die Jaeger in der Piloten-Akademie aufzählt. Darin konnte ich mich für einen kleinen Moment wieder-erkennen.

            *Nate. Die Ansprechen an die Kadetten + das sich trotz der Differenzen wieder mit Jake gemeinsam in einem Kampf stürzte. Das ist auch nicht zu verachten.

            *Locations. Die Piloten-Akademie. In Teil 1 hören wir nur von den Simulatorkämpfen, jetzt sehen wir auch die Vorrichtung. Ferner, die futuristische Architektur von den wiedererbauten Städte Tokyo und Sydney war wahrlich schön. Das die Endschlacht in Tokyo und am Fuji-san stattfand, war wirklich nötig.
            Es war auch gut zu sehen, dass die Kaiju-Skelette noch immer in der Landschaft zu finden sind und nicht einfach gesprengt, pulverisiert oder sonst was mit geschehen ist.

            *Allgemeines Tech. Mir gefiel es sehr, dass man in den diesen Jahren zeigte, dass sich Technologie verändert. Dies sehen wir an den Conn-Pods (Jaeger-Cockpit), sowie das die Helme der Ranger-Piloten-Rüstungen jetzt sogar ohne Sicherungsglas mit Hologram-Displays arbeiten können. Sicher vorher hatten wir diese holograpfischen Displays auch schon, aber nicht für den Pilotenhelm. Zwar gefiel das erste besser, aber ich kann es so akzeptieren.

            Die Jaeger sind hier schneller und agiler. Auch das findet sich in vielen japanischen Quellen, dass mit dem technologischen Fortschritt auch die Bewegungsabläufe eines Mechs verbessert werden.

            *Kaiju. Rein visuell wieder eine Pracht. Zu den Kaiju möchte ich auch die mutierenden Drohnen von Shao-Industries zählen. Der Vorgang der Mutation war toll und das sie mehr als Diener für die drei Überlebenden Raijin, Strikethorn und Hakuja fungierten, fand ich super. Ferner das durch die Ripper von Shao-Industries aus besagten Kaiju-Trio ein Megakaiju (Gattai-Kaiju) entsteht war einfach der Höhepunkt für mich. Megakaiju ist visuell wahrlich toll. Auch davon, dass es nicht so schnell besiegt wurde, gefiel mir.

            *Musik. Nachdem Angriff auf die Akademie erklingt das bekannte Pacific-Rim-Thema „Go Big or Go Extinct“. Das musste sein! Darüberhinaus verzichtete man Gott-sei-Dank auf die Songs Diddy-Ho und War ready aus den Trailern. Ich bin halt jemand der mit Rap nichts anzufangen weiß. Natürlich passt es zu Jakes Karriere am Anfang als Dieb, aber es ist eben nicht meines.

            *weitere Plot-Elemente. Der Wirtschaftplot um Shao-Industries lies es zunächst danach aussehen, als wären Menschen der alleinige Ursprung der neuen Krise. Doch das eben der Precusor-besetzte-Newton war, toll. Die Demo für den Einsatz bemannter Jaeger, damit der Sieg auch noch immer menschlich bleibt! Das Verhalten der Kadetten war realistisch und nicht zu nervig.

            *Action. Diese fand ich persönlich sehr gut choreographiert und ist wahrlich toll. Aber Regisseur DeKnight hätte es fast geschafft sich in Michael Bay zu verwandeln. Es hätte nicht viel gefehlt.

            *Referenzen. Der Film schafft es zum Vorgänger sogar noch mehr Referenzen zu tätigen. Alleine der Angriff auf die Piloten-Akademie war enorm. Die bestehenden Referenzen wurden ausgeweitet, die neuen wurden wunderbar eingefügt. Das Easter-Egg Cameo der Statue des RX-0 Gundam Unicorn samt des Schriftzuges Anaheim Electronics: absolutes Sahnehäubchen! Die Referenzen sind nicht nur im Plot zu finden, sondern eben auch wieder in den Designs der Kaiju und Jaeger.

            *Ausblick auf das Sequel wo die Menschen eine Invasion auf das Anteverse starten könnten. Das ist neben einem Zwischenstück zwischen Teil 1 und UPRISING die logische Folge. Das würde ich gerne sehen.

            Das waren sie meine Punkte, die ich positiv am Film finde. Sie mögen nicht viel sein, aber sie existieren nunmal. Ich kann es nur wiederholen. Der Film versagt leider inhaltlich an zu vielen Stellen, dass ist so und das rede ich auch nicht schön. Aber diese paar Punkte, die du gerade gelesen hast, überwiegen bei mir.

          • Sultan-of-Swing

            @henningstrauss:disqus
            Das sind ja doch schon viele Punkte, die du genannt hast

            Man merkt, dass du ein Fan von Pacific Rim bist.
            Ich bin ja auch kein großer Fan des ersten Teils, ansonsten würde ich wohl mehr deiner Meinung sein.

            Schön, dass bei dir das positive überwiegt und du eine gute Zeit im Kino hattest.

            Hoffe für dich, dass der Film finanziellen Erfolg hat, sodass die nächsten Fortsetzungen folgen und du auch mit denen wieder Spaß hast :-).

            Werde mir den nächsten Film wohl nicht ansehen.

          • Henning Strauss

            Guten Morgen,
            danke und nochmals danke! Doch ist die Diskussion um PACIFIC RIM – UPRISING damit jetzt beendet?

            Das Thema Sequel. Wir müssen wahrlich erstmal abwarten wie die Lage sich finanziell für das Franchise entwickelt. Es wäre zu schade jetzt den Stecker (dummes Wortspiel, ich weiß) zu ziehen. Zumindest ein dritter Film sollte schon her und ich werde versuchen dir diesen Film gerne schmackhaft zu machen. (sofern einer kommt).

            Im Discord habe ich noch eine andere Frage an dich. Vielleicht kannst du dazu was sagen.

          • Sultan-of-Swing

            @henningstrauss:disqus
            Ich denke mal, da ich halt nichts mehr zu dem Film zu sagen habe. Mich würde noch interessieren welche Wertung du dem Film geben würdest.

            Deine Frage habe ich bei Disquis beantwortet, leider kann ich dir da nicht weiterhelfen. Der von dir genannte Film klingt interessant, mir aber zu teuer für einen Blindkauf oder Leihgebühr, da habe ich noch anderes aufzuschauen ;-). Werde den aber mal im Visier behalten, wenn man ihn mal günstig online sehen kann. Hundert Minuten bekommt man auch mit einem miesen Film rum ;-).

          • Henning Strauss

            Auf einer Skala von 1 bis 10, gebe ich eine 7 für PACIFIC RIM – UPRISING, aber auch nur wegen der erweiterten Referenzen. Wären die Referenzen nicht erweitert worden, hätte ich 6 von 10 gegeben.

            Wegen COLOSSAL. Okay, danke!