Second Unit #254 – Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (Gast: David X. Noack)

Erneut geht es in weit entfernte Regionen! Und erneut mit Gast David X. Noack. Dieses Mal zu Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (Amazon-Link*). 

[YouTube Direkttrailer]

Zum Cast der Enterprise-Stammbesetzung gesellen sich in diesem Film zwei wichtige Personen hinzu. Zum einen Robin Curtis als Saavik, zum anderen Christopher Lloyd als Klingone und Gegenspieler von Kirk. Die größte Änderung gibt es aber hinter der Kamera: Leonard Nimoy tritt hier erstmals auch als Regisseur auf.

Wir diskutieren uns durch die Geschichte, durch die Inszenierung und vor allem durch die Motive. Zum Schluss landen wir erneut bei Fragen und Beobachtungen zum Star-Trek-Film-Franchise.

Nächste Woche warten gleich drei Mini Units auf auf: Einmal geht es mit Black Panther (Amazon-Link*) im MCU endlich weiter, zweimal machen wir weitere Vorbereitungen auf die #OscarsUnit. Es wird dann um Alles Geld der Welt (Amazon-Link*) und The Shape of Water (Amazon-Link*) gehen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 02:12:31 | Größe: 63,7 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes | Unterstützt uns bei Patreon!]

[Teaser-Bild: cc by 2.0 Andrew Lynch]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

    Also der erwähnte wissenschaftliche Aufsatz ist der hier:

    Rick Worland: From the New Frontier to the Final Frontier – Star Trek from Kennedy to Gorbachev, in: Film & History – An Interdisciplinary Journal of Film and Television Studies, Jg. 24 (1994), Nr. 1–2, S. 19–35.

    Und um Religion geht es in dem Buch:

    Ross Kraemer/William Cassidy/Susan L. Schwartz: The Religions of Star Trek, Boulder (CO) 2009.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für die Hinweise!

  • CBI

    Ahoi!

    David hat sich ja keineswegs absolut geäußert, als er „Freundschaft“ als Thema in Star Trek eine eher untergeordnete Rolle eingeräumt hat. Trotzdem würde ich die Rolle der Freundschaft doch stärker betonen wollen, als er es tat.

    In den Filmen ist natürlich – wie in der Episode besprochen – die Suche nach Spock, angeknüpft an Spocks eigene Worte: „Ich war es und werde es immer sein – Ihr Freund.“ (No. II), die wichtigste und detaillierteste Beschäftigung mit dem Thema. Auch der Urlaub der drei Freunde in No. V wurde angesprochen.

    In den Serien sind, so meine These, Freundschaften dagegen strukturell sehr zentral. In jeder Serie gibt es mindestens ein Freundschaftspaar, das eine wichtige Funktion übernimmt: vom Triumvirat in TOS, über Data und Geordie in TNG, Harry Kim und Tom Paris in VOY (Harry Kims Charakter ist praktisch fast ausschließlich über seine Rolle als Toms Freund definiert, er hat daneben wenig plotrelevante Eigenschaften), und ganz zentral natürlich Archer und Trip in ENT – in diesem Fall spielt die langjährige, sehr enge Freundschaft zwischen den beiden Offizieren eine wichtige Rolle als Gegenraum, in dem die Entwicklungen in der Crew in kleinerem Rahmen aufgegriffen und diskutiert werden.

    Wie immer macht es natürlich DS9 von alle Serien am besten :-) Die Freundschaft zwischen Julian Bashir und Miles O’Brien – in der deutschen Synchronfassung durch konsequentes und anhaltendes Siezen leider etwas verdeckt – ist ein unglaublich wichtiges Thema, das immer wieder aufgegriffen wird. Das Wort „Bromance“ war laut Merriam-Webster noch nicht erfunden, als die beiden sich in der letzten Staffel ihrer Liebe gestehen, die sogar Miles’ Liebe zu seiner Ehefrau übersteigt! Das Verhältnis zwischen Odo und Quark ist ein klassischer Fall von Frenemies – das Wort gibt es laut Webster schon seit den 1950ern ;-) Besonders betonen möchte ich jedoch die Freundschaft zwischen (wieder) Julian und Garak, deren Ambivalenz (Trivalenz?) zwischen Faszination für das Fremde, dienstlich-utilitaristischen Interessen und enger Bindung bis zur Bereitschaft, das Leben für den anderen zu riskieren, sehr schillernd ist.

    Zuletzt noch ein Verweis auf Timothy Harvies Artikel über Freundschaft in Star Trek, der ganz besonders die Wichtigkeit bei der Überwindung von Rassenschranken betont – der Artikel wurde genau an dem Tag veröffentlicht, an dem ich die Episode gehört habe :-)

    http://www.startrek.com/article/the-importance-of-friendship-in-star-trek

    • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

      Ein äußerst interessanter Einwand – das habe ich nie so gesehen. Besonders interessant an deinen Beispielen: Es sind alles Männerfreundschaften. Insofern ist ‘Star Trek’ ein Universum voller Männerfreundschaften. Die Frauenfreundschaften (Beverly Crusher und Deanna Troi sowie 7 of 9 und Janeway) sind ja leider nicht so ausgeprägt. Oder fällt dir da eine ein?

      • CBI

        Das ist ein berechtigter Einwand. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich nur Männer genannt hatte …

        Bev und Deanna bleiben leider als Freundschaft relativ blaß. Die Freundschaft zwischen Seven und Janeway dagegen spielt eigentlich eine für die Serie ja sehr wichtige Rolle: Primär natürlich als der Raum, in dem Seven ihre Menschlichkeit erkunden kann (parallel zu ihrer Beziehung zum Doktor). Zum Zweiten dient die Freundschaft auch dazu, Janeway ein Gegengewicht zu geben. Nachdem die AutorInnen es nie fertiggebracht haben, mit Chakotay etwas Sinnvolles anzufangen, übernahm Seven die Rolle als Vertraute der ansonsten einsamen Verantwortungsträgerin (sonst ist das in klassischer Military Space Opera die Aufgabe des IO, in Star Trek meistens eben des Artztes – angefangen schon bei Pike & Boyce, und auch Picard & Crusher fällt in gewisser Weise in dieses Muster, wenn auch mit wechselndem romantischen Gehalt.)

        Kira Nerys und Jadzia Dax haben eine sehr enge Freundschaft, die sich auch durchaus weiterentwickelt. Gerade in den frühen Staffeln hilft das Kira, ihre Härte und Verschlossenheit abzulegen und ein wenig lockerer und herzlicher zu werden. Wenn die beiden zusammen in die Holosuite gehen, dann ist das auch ganz offensichtlich als Parallele zu Miles und Julian und ihren Holoabenteuern angelegt.

  • Sultan-of-Swing

    Ich finde den Film nicht so schlecht, aber ich schalte ihn immer kurz vor Ende aus. Das Ritual am Ende ist einfach zu lang und der Ausgang ja, dank Titel, bekannt.

    Der von euch erwähnte Linguist rauft sich bestimmt die Haare bei der deutschen Übersetzung. Dort sprechen nämlich alle Klingonen nämlich Deutsch, wie alle anderen Figuren, sodass der von Kirk gesprochene Satz keinen Sinn mehr ergibt, da er ihn mit seiner Stimme in Deutsch aufsagt.

    • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

      Oh, das wusste ich gar nicht – ich hatte den Film auf Englisch gesehen. Aber das spricht mal wieder besonders gegen die deutsche Synchronfassung.

  • Filmeonkel

    Und wieder eine schöne Folge, vielen Dank dafür.

    Der Film hat so seine Probleme. Für mich hauptsächlich struktureller Natur, weil zwar eine Aufteilung in drei Akte vorhanden ist, der Klimax aber im zweiten ist. Dadurch ergibt sich ein ungewöhnlicher Fluss, der aber trotzdem (oder gerade deswegen) einen irgendwie faszinierenden Sog erzeugt.

    Es gibt vieles, was ich wirklich mag, und ich kann dem Film mehr abgewinnen als ihr.

    Was ihr als TV-Film-Look bezeichnet, funktioniert für mich besonders gut. Die verbrauchten Kulissen der Enterprise, die Zivilklamotten der Crew, der Planet im Studio und generell die düster-satt-dreckige Farbpalette machen, dass der Film visuell der klassischen Star-Wars-Trilogie sehr nahe ist. Diese Ästhetik physischer Effekte auf höchster Schaffensstufe, bevor CGI alles an sich riss und glattbügelte, wärmt mein Herz.

    Dazu eine gehörige Portion Mystizismus, die dem Film gut steht. Die wenigsten Star-Trek-Filme stellen die phantastischen (nur echt mit “ph”) und rätselhaften Aspekte der Science Fiction in den Mittelpunkt und damit erfreut mich der Film ebenfalls sehr. So ungewöhnlich finde ich es nicht, dass die Vulkanier hier dermaßen erweitert werden. Die Folge “Amok Time” und der erste Film deuteten das bereits an und Vulkanier betonen immer wieder ihre wilde Vergangenheit. Diese Dichotomie, die in dem Charakter Spocks gleich doppelt personifiziert ist, macht das Volk für mich interessanter, als wenn sie pure Logiker wären.

    Auch mag ich, wie der zentrale Konflikt, der Grund der Reise aus dem Inneren der bekannten Charaktere kommt und nicht als äußere Bedrohung an sie herangetragen wird – und auch, dass man nur Orte wieder besucht, an denen man schon war. Obwohl Planeten explodieren, wirkt das Geschehen introspektiv, elegisch, leicht klaustrophobisch. Es ist auch schön, wie die “großen Ideen” in den Hintergrund treten und charakterbezogene Themen wie Freundschaft, Verlust, Schuld aufgegriffen werden. Die ja eigentlich große Ideen ganz für sich sind.

    In gespannter Erwartung auf den vierten Teil eurer Reihe,
    Sebastian von Trek am Dienstag

    PS: Danke für den Shoutout!

    • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

      Naja, ich finde den TV-Look wirklich schwach. Während ‘Star Wars’ nach Norwegen, Tunesien und Guatemala gereist war und die ersten beiden ‘Indiana Jones’-Filme in Tunesien, Frankreich, Sri Lanka und Hawaii gedreht worden waren, entstand dieser Film hier komplett im Studio als “Bottle Show”. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Wenigstens zu den Vasquez Rocks hätten sie ja fahren können.

      Ich mag die phantastischen Elemente in diesem Universum auch viel weniger als du anscheinend. ‘Star Trek’ ist für mich klassisches Science-Fiction und die Phantastereien hebe ich mir gerne für die “Space Fantasy” ‘Star Wars’ auf.

      Ja, das stimmt – die Geschichte wird entlang der Charaktere und nicht durch eine Bedrohung von außen erzählt. Aber wie Christian und ich im Podcast ausgeführt haben: Dafür wurde das Potenzial nicht ausgeschöpft. Ein dysfunktionales Trio Kirk, Sulu und Scotty wäre mal interessant gewesen. Dann hätte man auch viel mehr Schauspiel aus diesen drei Schauspielern rausholen müssen – aber anscheinend wollten das Bennett und Nimoy nicht. Schade!