Second Unit #235 – Fifty Shades of Grey: Gefährliche Liebe (Gast: Sandra Scholz)

Warum? Warum tun wir uns das an? Nun, zum einen, um mal wieder mit der wunderbaren Sandra Scholz zu podcasten. Zum anderen aber, weil wir wirklich wissen wollen, was da bei Fifty Shades of Grey: Gefährliche Liebe (Amazon-Link*) eigentlich abgeht. Haltet euch fest!

Fangen wir mal mit dem angenehmen Teil an: Sandra bloggt leidenschaftlich, auch über Filme. Klickt und lest euch da gerne mal durch: fabelhafteweltderaurea.blogspot.de

Und nun zum eher schwachsinnigen Teil…

[YouTube Direktlink]

Auch dieser Film basiert auf den Büchern von E.L. James. Irgendwie hat sie es geschafft, ihren Ehemann James Foley als Regisseur einzuspannen. Und Niall Leonard das Drehbuch schreiben zu lassen. Man vermutet Geld als einen großen Teil der jeweiligen Motivation. Ebenso bei der Besetzung. In den Hauptrollen langweilen sich auch hier Dakota Johnson als Anastasia Steele und Jamie Dornan als Christian Grey durch die Szenerien. Eric Johnson spielt als Jack Hyde einen herrlichen Bösewichten, Kim Basinger als Elena Lincoln irgendwie auch aber weniger unterhaltsam.

Puh. Gar nicht so leicht, über diesen Film zu sprechen. Wir versuchen es trotzdem. Es geht um die Besetzung, die Inszenierung und eigentlich die ganze Zeit um den Versuch, die Geschichte des Filmes wiederzugeben. Und natürlich auch um Motive. Stalking wird in diesem Film als “Liebe” missverstanden und SM als psychologische Krankheit diagnostiziert. Großes Kino geht anders.

Nächste Woche zum Beispiel. Dann geht es nämlich mit Tamino und Children of Men (Amazon-Link*) weiter.

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[Download | Länge: 02:05:22 | Größe: 60,4 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes | Unterstützt uns bei Patreon!]

[Teaser-Bild: cc by 2.0 Phelan Riessen]

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  • TheMiddlist

    Sehr unterhaltsamer podcast auch wenn ich den Film nie gesehen habe (nur die Bücher gelesen). Ich fand der trailer sah schon aus, als wäre der Film sehr durcheinander und schon in den Bücher passiert einfach nicht soooo viel und dass was passiert ist maximal banal.
    Zum Thema “gefährlich”: ich glaube nicht, dass der Film alleine gefährlich ist und ich würde Sandra auch ein bisschen widersprechen, dass dieser Film nicht problematisiert wird. Es wurde ja doch schon bei Twilight ziemlich viel diskutiert was für Ideen die Bücher und Filme über Beziehungen, Rolle der Frau etc. haben und für mein Gefühl war das bei 50 Shades auch so. Ich habe durchaus einige Freundinnen (in gesunden Beziehungen), die sowohl Twilight als auch 50 Shades als Bücher und Filme sehr mochten und die sind alle immer in einer Verteidigungshaltung wenn die Sprache darauf kommt. Insofern denke ich, über die Probleme beider Franchises wurde durchaus gesprochen – anscheinend gefällt es vielen Frauen halt trotzdem. Ich weiß auch nicht ob das für Teenager so viel anders ist oder ob nicht viel eher andere Ideen über Beziehungen die aus dem realen Leben kommen das Problem. Es ist ja z.B. so dass die Autorin von Twilight selbst Mormonin ist und die Art wie Edward und Bella miteinander umgehen auf Idealvorstellungen des mormonischen Glaubens und von amerikanischen Evangelikalen basiert die so ganz im Ernst an Mädchen weitergegeben werden und nicht nur im Film vorkommen (da muss man nur mal “Purity Ball” googeln). 50 shades of Grey hat die Probleme der Vorlage halt geerbt aber ich weiß wirklich nicht ob jemand der an sich nach gleichberechtigten Beziehungen strebt sich von einem Franchise davon abbringen lassen würde.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Das ist ja gerade mein Punkt. Niemand auf der Suche nach einer gleichberechtigten Beziehung lässt sich von dem Quatsch beeinflussen. Aber junge Menschen könnten das sehen und denken “Ach, so geht Beziehung? Ein Nein ist nichts wert und als Mann kann man sich einfach nehmen was man will? Cool!”

      • TheMiddlist

        Ich glaube Jugendliche orientieren sich auch deutlich mehr an dem was sie an Beziehungen im realen Leben sehen, also z.B. bei ihren Eltern und nicht an einer Buch/Film-reihe. Also ich wüsste jetzt nicht dass z.B. durch Twilight oder 50 Shades mehr missbräuchliche Beziehungen bei Teenagern aufgetreten wären.
        Es ist ein bisschen wie das “Durch GNTM werden Mädchen magersüchtig” Argument – so einfach funktioniert das nicht.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Sehe ich anders. Ich glaube schon an das Konzept von Gewöhnung und Glorifizierung. Wer den ganzen Tag nur Superheldenfilme schaut, hat sicherlich weniger Probleme mit fragwürdigen Konzepten wie Selbstjustiz. Filme präsentieren sich und ihre Welten doch immer als ihre eigene Normalität und je lebensnaher diese Welten erscheinen, desto leichter ist es diese gezeigten Normalitäten zu übernehmen. Unbewusst.

          Das ist natürlich bei weitem nicht so einfach und kausal wie es klingt. Ich glaube aber schon, dass es Wirkungen zeigt.

          • TheMiddlist

            Ich denke auch dass Medien eine Wirkung haben, aber wie du beschrieben hast eben eher die Masse davon (also wie du geschrieben hast “Wenn jemand den ganzen Tag Superheldenfilme schaut”) und nicht ein bestimmter Film oder ein bestimmtes Buch.
            Abgesehen davon, es gibt ja auch Gründe warum bestimmte Filme gedreht werden (also z.B. Superheldenfilme mit Selbstjustiz-Message oder Filme mit passiven Frauen und dominanten Männern, die sich nehmen was sie wollen) und meiner Meinung nach wird man nie sauber trennen können, was genau jetzt der Einfluss eines bestimmten Films/Buches/Computerspieles etc ist, und was der Einfluss der Situation aus der heraus bestimmte Medien überhaupt erst geschaffen und erfolgreich werden. Daher glaube ich eigentlich nie daran das ein bestimmter Film an sich besonders viel auch mit beeinflussbaren Menschen machen kann.

  • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

    Ihr lagt richtig – ich habe den Podcast gehört, ohne den Film zu sehen. Deswegen war ich auch froh über die “Plot-Zusammenfassung”, auch wenn es wahrscheinlich die längste jemals im Podcast war.

    Apropos Sachen, die man zu Ende bringt, auch wenn sie (teilweise sehr) schlecht sind:

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    Der von euch erwähnte Eric Johnson war eine Staffel lang Hauptdarsteller in ‘Smallville’. Allein, um ihn mal wiederzusehen, hätte ich Lust, den Film vielleicht doch anzuschauen. Vor allem, wenn Johnson so lustig spielt…

    Auch schon beim ersten Film war mir aufgefallen, dass Elfman den Score geschrieben hatte. Ich hörte mir deswegen den Score an (zum Glück gab es den bei Spotify) ohne den Film zu kennen. Der Score war ziemlich mau und ich habe nie wieder reingehört. Vielleicht passt der Score deswegen so gut zum Film ;)

    Aber das mit Elfman fand ich nicht allzu überraschend – in den vergangenen 10 Jahren gab es immer wieder ziemlich maue Scores von ihm (z.B. ‘Terminator Salvation’ oder ‘Avengers: Age of Ultron’).