Second Unit #194 (Transformers)

Das Transformers-Franchise  genießt bekanntlich nicht den besten Ruf. Beste Gelegenheit also, um mit Dennis vom Lichtspielcast endlich mal konkret drüber zu sprechen. In dieser Ausgabe dreht sich alles um Transformers (Amazon-Link*) und Michael Bay

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An allererster Stelle ist natürlich Michael Bay zu nennen, der mittlerweile gleichbedeutend mit diesem Franchise geworden ist. Ähnliches gilt aber auch für Roberto OrciAlex Kurtzman, die für das Drehbuch zuständig waren.

Daneben sind natürlich Shia LaBeouf als Sam Witwicky und Megan Fox als Mikaela Banes die wichtigsten Markenzeichen des ersten Filmes. In weiteren Rollen sind Josh Duhamel als Captain William Lennox, Tyrese Gibson als USAF Tech Sergeant Epps, Rachael Taylor als Maggie Madsen, Anthony Anderson als Glen Whitmann, Jon Voight als Defense Secretary John Keller und John Turturro als Agent Simmons zu sehen.

Anstatt einfach nur auf das ohnehin schon tote Pferd einzuschlagen, versuchen wir in unserer Diskussion so offen wie möglich über den Film zu sprechen. Das betrifft natürlich auch den Cast, beispielsweise das wirklich eigene Schauspiel von Shia LaBeouf hier. Darüber hinaus besprechen wir die stilistische Handschrift von Bay, die problematischen Aspekte wie die Objektifizierung der Kamera und die Glorifizierung des US-Militärs. Und trotzdem können wir uns schlussendlich drauf einigen, dass dieser Streifen weder der Untergang des Abendlandes, noch das schlimmste Machwerk aller Zeiten ist.

Ganz anders bei Transformers: Ära des Untergangs

Dennis findet ihr auf Twitter, im Lichtspielcast und ganz besonders auf Letterboxd, wo er neulich ein wirklich grandioses Review zu Inception geschrieben hat!

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[Download | Länge: 2:01:31 | Größe: 58,6 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes | Unterstützt uns bei Patreon!]

[Teaser-Bild: cc by 2.0 Greg Gjerdingen]

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  • Jack North

    Eure Einschätzungen zu Bay teile ich… besonders die Punkte in denen es um die Frage nach seiner Person geht – wenn man nach dem “Humor” und anderen Punkten geht, die immer wieder in seinen Filmen auftauchen… sowas ist natürlich immer etwas unfair, aber wenn sich Motive so durchziehen, ist es zumindest mal bemerkenswert.
    Interessant daß ihr einen Vergleich zu Cameron macht, angeblich hat Ed Harris mal gesagt, Bay wollte bei den Dreharbeiten zu The Rock immer von Harris wissen, wie er im Vergleich zu Cameron sei… wer mehr am Set rumschreit usw… ich meine, wer hat denn nach Titanic die nächste historische Liebesgeschichte mit sinkenden Schiffen gemacht?
    Es ist auch bezeichnend, dass ihr über die Story von Transformers kaum redet – denn die wirkt wirklich wie ein “Malen nach Zahlen” an dem man sich dann abgearbeitet hat… und auch hier bei den Figuren gilt das was ihr oft gesagt habt: Beim ersten Film geht das alles noch – später wird Optimus (sorry, OPTIMUUUUUUSS!!!) im Grunde zu einem soziopathischen Mörder. Aber das sollte ich vielleicht nicht zu ernst nehmen, sind ja nur Filme für Kids ;)
    Kleiner Bonus für Christian, falls er sich die Teile 2/3 doch sparen will:
    Red Letter Media hat einfach die ersten drei Filme parallel nebeneinander laufen lassen und angeschaut – witzig und es ergeben sich sogar strukturelle Erkenntnisse: https://www.youtube.com/watch?v=7Rfup0XKx7o

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Zuallererst: Wow, du scheinst die Folge ja sofort gehört zu haben! Das ehrt uns aber :D

      Dann: Ja, irgendwie haben wir gar nicht soooo viel über den Film selbst geredet, ist mir auch schon aufgefallen. Aber stimmt schon, die Geschichte gibt ja auch nicht viel her. Eigentlich hätte ich aber noch sehr gern über die Farb-Gestaltung und Beleuchtung gesprochen, aber gut.

      Danke für den Link, das Video kenne ich schon. Ebenfalls schön ist ja auch die Besprechung zu Transformers 3 (???), bei dem jeder nur die Hälfte gesehen hat :D

      https://www.youtube.com/watch?v=p3OquU4L1tc

      • Jack North

        …das war Zufall, die Folge zu It Follows hab ich z.B. bis jetzt noch nicht gehört ;)

        Farbgebung/ Licht: Finde ich dem Genre angemessen und völlig okay. Das hätte man positiv erwähnen können, aber das wäre unter den anderen Punkten dann eher “so fürs Protokoll erwähnt” gewesen, denke ich.

        Die Transformers3-Nummer fand ich witzig, aber für RLM-Verhältnisse etwas sinnlos, weil es einen Punkt festnagelt (“Verwirrender Mist”) der auch in einem normalen Review klar geworden wäre. Die Parallel-Nummer mit drei Filmen hat immerhin noch aufgezeigt, das die Filme fast gleich strukturiert sind. Sofern man verschiedenfarbige aber gleich schmeckende Candy-Schichten als “Struktur” bezeichnen kann.

  • http://www.enoughtalk.de jacker

    Starke Sache Männer! Wir haben ja unseren Patrons versprochen, ab einem gewissen Spenden-Wert die TRANSFORMERS-Reihe zu besprechen. Insofern gucke ich jetzt sicher nicht noch mal TRANSFORMERS um einige eurer Aussagen zu prüfen. Irgendwann hingegen schon. Generell kann ich nur sagen, dass Bay in seinen Welt- und Menschenbildern in meinen Augen so ziemlich der stumpfsinnigste aktuelle Blockbuster-Regisseur ist. Fand es einfach immer nur unglaublich dumm und kann auch mit dem Bombast nix anfangen, seit 13 HOURS gilt in Bezug auf ihn aber: Michael Bay – früher nur dumm, jetzt auch gefährlich.

    • http://www.kinofilme.com/podcast Dennis B.

      Wie im Podcast schon erwähnt, da finde ich einen Zack Snyder wesentlich schlimmer! Bay weiß was er produziert und redet sich nicht ein es wäre intelligentes und tiefsinniges Zeug was er da verfilmt. “13 Hours” hab ich auch noch nicht gesehen. Ist der einzige Bay der mir noch fehlt, aber ich denke da wirst du mir eh von abraten wollen^^

      • http://www.enoughtalk.de jacker

        Ich vertrete ja die steile These, dass Snyder gar nicht ständig so wirres (und widersprüchliches) Zeug reden würde, wenn man ihn nicht ständig mit dem Rücken an die Wand drängen würde. Wir müssen aber unbedingt mal über den reden – ich glaube da knallt es richtig (wie auch sonst, bei den Filmen) :D

        • Jack North

          Ich sehe eigentlich beide auf einem Level, mit einem zusätzlichen Negativpunkt bei Bay:
          Bei ihm sehe ich eine unschöne, zynische Asi-Haltung aus den Filmen triefen.
          Etwas unfaire Allegorie: Beide wären auf einer US-Studenten-Verbindungsparty unerträgliche Typen (der Ami hat da den schönen Begriff “Douchebag”) – aber Bay wäre derjenige, der seinem besinnungslos besoffenen Kumpel tatsächlich nen Penis auf die Stirn tätowiert.

          Rücken an die Wand drängen? Meinst Du da die Medien mit ihren Fragen?
          Denn da ist es seine Entscheidung wie er darauf reagiert. Tarantino kann für seine Sache ja auch wunderbare Plädoyers halten – ist sicher auch eine Typsache, aber so viel Eigenwahrnehmung sollte ein Profi in seinem Geschäft schon haben – zu wissen, ob und wie man seine Sache vertritt an der man jahrelang gearbeitet hat… Snyder ist ja auch kein Anfänger mehr.

          • SecondUnitTamino

            Bay ist der amerikanische Dieter Bohlen: er weiß, wie er seinen Mist vermarkten muss, um Kohle zu machen. Dass er Schrott macht, versteht er sicherlich selbst, aber er weiß eben auch, was bei dummen Leuten ankommt. Snyder hingegen hält sich für einen großen Künstler, der mit seinen Werken was zu sagen hat, aber SUCKER PUNCH oder MoS zeigen, dass er in der Hinsicht einfach ein völliger Dilettant ist. Beide Jungs haben eine gewisse visuelle Handschrift, der ich teilweise noch etwas abgewinnen kann und die sie immerhin etwas aus der Belanglosigkeit herausstechen lässt, aber der Großteil der Werke von beiden ist einfach nur strunzdumm. 300 fand ich allerdings schon immer unterhaltsam und äußerst zitierwürdig.

          • http://www.enoughtalk.de jacker

            Ach du… DEAD RINGERS und PERSONA verkennen, aber sich rausnehmen große Künstler als Dilettanten zu bezeichnen *wegduck*

          • http://www.enoughtalk.de jacker

            Ja, vielleicht hast du mit deinem zweiten Absatz schon recht. Mich regt dieses “den Filmemachern auf die Pelle rücken und sie mit endlosen Wiederholungen der Frage “Warum” löchern” einfach so auf, dass ich da schnell mal seine Seite ergreife.

  • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

    Inspiriert von eurem sehr interessanten Podcast habe ich mir einen wissenschaftlichen Artikel durchgelesen, den ich noch rumliegen hatte: Kimberly A. Owczarski: “More Than Meets the Eye” – Transformers and the Complexities of Franchise Film Production in Contemporary Hollywood, in: Quarterly Review of Film and Video, Jg. 32 (2015), Nr. 8, S. 675-694.

    Ich hatte gehofft, dortdrin etwas zur Involvierung des Militärs in der Produktion des Films zu finden – doch dem war leider nicht so. Trotz alledem kann ich den Artikel nur empfehlen, da er ein interessantes Bild der Entwicklung Paramounts in den 1990er und frühen 2000er Jahren zeichnet und wie eben jenes Studios es bis ‘Transformers’ nicht schaffte, erfolgreich ein eigenes Franchise auf die Beine zu stellen.

    Wenn jemand aber einen Artikel zur Rolle des Militärs in der Produktion von Bay-Filmen empfehlen kann, dann immer her damit.