Second Unit #188 (Captain America: Civil War)

Willkommen in der dritten Phase des Marvel Cinematic Universe! Captain America: Civil War (Amazon-Link*) knüpft nicht nur an den letzten Film rund um Steve Rogers an, sondern trägt auch die Avengers weiter. Schafft es der Film oder geht er unter? 

Mein Gast in dieser Ausgabe ist Hardy Zaubitzer, der auch schon drüben bei lethalcritics.de über Captain America: Civil War geschrieben hat. Ihr findet seine weiteren Texte auch auf filmfutter.com, auf letterboxd oder moviepilot.

Zu Beginn der Sendung verweise ich noch einmal auf das Schwester-Projekt Superhero Unit, bei dem es filmhistorisch durch das Superhelden-Genre geht. Und unser Superman/Batman Superbundle mit stolzen sechs Podcasts zu sieben Filmen findet ihr drüben bei Bandcamp.

Bis 22:15 bleibt es Spoilerfrei, aber der Spaß beginnt erst so richtig mit Spoilern! Also geht ins Kino und kommt danach wieder zu uns.

[YouTube Direktlink]

Joe und Anthony Russo hatten eine immens schwere Aufgabe bei diesem Streifen. Neben der Fortführung des MCU mussten sie mit einem gewaltig großen Cast arbeiten:

Chris Evans als Steve Rogers / Captain America
Robert Downey Jr. als Tony Stark / Iron Man
Scarlett Johansson als Natasha Romanoff / Black Widow
Sebastian Stan als Bucky Barnes / Winter Soldier
Anthony Mackie als Sam Wilson / Falcon
Don Cheadle als Lieutenant James Rhodes / War Machine
Jeremy Renner als Clint Barton / Hawkeye
Chadwick Boseman als T’Challa / Black Panther
Paul Bettany als Vision
Elizabeth Olsen als Wanda Maximoff / Scarlet Witch
Paul Rudd als Scott Lang / Ant-Man
Emily VanCamp als Sharon Carter
Tom Holland als Peter Parker / Spider-Man
Daniel Brühl als Zemo
Frank Grillo als Brock Rumlow / Crossbones

Wir reden vor allem über die Charaktere, den dramaturgischen Unterbau und die (meist) großartige Action des Filmes. Zum Schluss landen wir natürlich beim größeren Marvel Cinematic Universe, wie es funktioniert und was wir uns für die Zukunft erhoffen.

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[Download | Länge: 1:28:27 | Größe: 42,7 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes | Unterstützt uns bei Patreon!]

[Teaser-Bild: cc by 2.0 Geoffroy Groult]

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  • WalterWeit

    Sehr fein! Den Herren Hardy darf man gerne öfters mal einladen.

  • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

    Nachdem ich ‘The Winter Soldier’ als einen Totalausfall empfand und auch ‘Age of Ultron’ nicht so toll war, war ich lange Zeit hin- und hergerissen, ob ich mir diesen Film in Kino ansehen sollte. Ich entschied mich, das zu tun und bin zu einem gänzlich anderen Ergebnis gekommen als ihr.

    Der Film ist zwar nicht so schlimm wie ‘The Winter Soldier’, geht aber eindeutig in die gleiche Richtung. Der Film hat einen schönen Score (habt ihr leider nicht erwähnt), manchmal schöne Action-Szenen und einen schönen Humor. Aber auf der anderen Seite stehen die grauenhaft schlechten Special-Effects (die mich immer wieder herausgerissen haben), die katastrophal schlimme Wackelkamera und es ist vollkommen unübersichtlich, wer warum wo mitkämpft. So wurde von 2008 bis 2015 Iron Man als der Republikaner durch und durch aufgebaut, der sich der Regierungskontrolle entzieht, da er selbst die Waffe ist (Zitat aus ‘Iron Man 2′). Hier steht er aber nun auf der komplett anderen Seite, da er ein 30-Sekunden-Gespräch mit einer Mutter hatte, die ihren Sohn in Osteuropa verloren hat. Wirklich? Da wird nichts aufgebaut, sondern das entsteht einfach plötzlich.

    Die Einführung der zwei neuen Charaktere hat mir Spaß gemacht, da ich die beiden mag – aber die Einführung ist für die Story vollkommen unnötig und beide bekommen eigentlich nur fünf Sätze Origin und/oder Motivation.

    Am Anfang hat der Streifen eine unfreiwillig komische, aber politisch durchaus interessante politische Botschaft (mit der Rückkehr Russlands in den Kapitalismus werden auch die faschistischen Dämonen [von Hydra] wiederbelebt), doch den Rest des Films prägt eine äußerst fragwürdige politische Message (Cap ist gegen den Überwachungsstaat und deswegen für alle Variationen der Kriminalität, die es gibt [Mord, Widerstand gegen die Staatsgewalt...] – alles muss ohne Konsequenzen bleiben). Das kann man herunterspielen – aber die Filme hatten explizit immer eine politische Botschaft und deswegen finde ich das hier äußerst fragwürdig.

    Es sind allgemein viel zu viele Charaktere, die nicht ordentlich begründet werden. Wie z.B. Hawkeye, der eigentlich wohl im Ruhestand ist. Vision wird sinnlos verheizt und Scarlet Witch will eigentlich gar nicht aus ihrem goldenen Käfig heraus, wird dann quasi entführt, um dann mit voller Inbrunst mitzukämpfen.

    Die Staffelübergabe von Cap an Bucky und von Tony an Rhodes wird nicht nur nicht vorbereitet, sondern eher fast unmöglich gemacht. Das ist eine verpasste Chance – leider!

    Hinzu kommt noch die geographische Willkür – so wird die deutsche Bundespolizei in Bukarest eingesetzt, die Bibliothek des Bundestages ist nun ein Terrorabwehrzentrum (von wem eigentlich?) und der Kampf auf dem Flughafen beginnt auf dem Flughafen von Berlin, irgendwann werden die Schilder von Halle-Leipzig immer deutlicher und am Ende sind sie auch in Halle-Leipzig (im Nachhinein wird das auch so umgedeutet, in dem der Minister das so sagt). Von den lächerlichen fiktiven ostafrikanischen und osteuropäischen Gebieten noch gar nicht zu reden.

    Naja, alles in allem habe ich 5 von 10 Iron-Legion-Kampfanzügen vergeben – also besser als ‘Winter Soldier’ aber auch schlechter als ‘Batman v. Superman’.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Witzig, sehe ich alles aber nicht gar nicht so.

      Die Motivation für Tony ist für mich ganz klar erkennbar. Er fing so an wie von dir beschrieben, aber die Ereignisse aus dem ersten Avengers (Tony blickt durch das All auf eine Bedrohung, derer er nicht gewachsen ist) und IM3 (dadurch Depression) und schlussendlich die Flucht in das persönliche Glück, das ihm auch vergönnt ist.

      Genau so macht es andersherum Sinn, was Cap durchmacht. Für mich ist das eben alles in einem großen Kontext zu sehen. Daher auch der Vergleich der TV-Serie ;-)

      Geografische Genauigkeit hat übrigens nix in Filmen zu suchen. Ebenso ist für mich die Tatsache, dass es fiktive Orte gibt, überhaupt kein Problem. Das fliegen nämlich Menschen in Metallrüstungen durch die Gegend und Supersoldaten kämpfen gegen Ameisen-Männer. You know, fiction ;-)

      Zu den politischen Dimensionen kann ich noch nicht viel sagen, da müsste ich den noch mal schauen. Ich bin aus dem Kino gegangen und hatte nicht den Eindruck, als würde eine Seite gewinnen. Beides hat seine Berechtigung.

      Und warum hätte die Fackel weitergegeben werden müssen? Das ist eine Kritik, die dem Film ja nicht gerecht wird, weil du das als Erwartung reinbringst. Man kann Filme ja nur für das bewerten, was sie sich selbst vornehmen :)

      • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

        Ich weiß auch, dass es Fiktion ist – aber eben keine gute mehr. Es hat schon teilweise abrameske Züge, wie Distanzen und die Überwindung eben jener keine Rolle mehr spielen. So fragte ich mich auch während des Films, wie Cap zu dem Wassergefängnis gekommen ist genauso wie ich es eigenartig fand, dass Tony bei 36 Stunden Restzeit zwischen Deutschland und Sibirien erst einmal nach New York, also in die völlig falsche Richtung fliegt.

        Ja, am Ende werden beide politische Einstellungen relativiert – aber im Film ergibt es keinen Sinn.

        Die Fackel hätte weitergegeben werden können, da es Zeit ist und es hätte den Film vielleicht noch leicht retten können. Aber die Russos haben es nicht gemacht. Schade!

  • SecondUnitTamino

    Hab den Film nicht gesehen, aber verstehe ich das richtig:

    DC – Superman tötet Millionen Menschen im Kampf gegen Außerirdische: “He saved us”

    Marvel – Die Avengers töten eine Handvoll Leute versehentlich bei der Bekämpfung eines tödlichen Virus, der Millionen Menschen hätte töten können: “Die Avengers müssen staatlich reguliert werden”

    Hmm, welches Scenario gewinnt den Dummy-Award, close call.