Second Unit Special #18 (Japan-Filmfest Hamburg: Der Mohnblumenberg, Slum-Polis, uvm.)

Endlich mal wieder Zeit für ein Special! In dieser Sonderausgabe schnappe ich mir Martin Ramm von SciFiFilme.net und bespreche mit ihm das 15. Japan-Filmfest Hamburg. Wir diskutieren über das Festival, unsere Sichtungen und persönliche Highlights. 

Martin hat uns eine Erdbeer-Limonade als Verköstigung mitgebracht.

Ich war zum Abschlusstag in Hamburg und habe deshalb nur drei Filme sehen können. Der einzige davon, den Martin nicht gesehen hat, war What I Long For / Deep Reed Love, den ich in Kurzform bespreche.

Martin hat das Festival hingegen komplett miterlebt. Seine Film-Sichtungen bzw. Besprechungen in chronologischer Reihenfolge:

[YouTube Direktlink]

[YouTube Direktlink]

In der zweiten Hälfte der Sendung gehen wir auf die Filme Der Mohnblumenberg und Slum-Polis ein, die wir beide sahen und entsprechend intensiver besprechen können. Der Mohnblumenberg ist eine wundervoll aussehende Coming-Of-Age-Geschichte aus dem Studio Ghibli, der einige kleine Schwächen in der Story hat. Slum-Polis ist eine sehr starke Uni-Abschluss-Arbeit, die in einem dystopischen Japan spielt und eine Gruppe desorientierter Jugendlicher und ihre Freundschaft einfängt.

Ausführliche Film-Besprechungen von Martin findet ihr in Textform auf SciFiFilme.net. Weitere Infos zum Festival findet ihr unter jffh.de.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 1:40.56 | Größe: 48,5 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Zombie-Sound: by Mike Koenig]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • Martin

    Wir ziehen übrigens gerade um, deswegen ist scififilme.net gerade nicht erreichbar.

    Der ungenannte und eigentlich nur zwecks Warnung nennenswerte Film, der aus den 10 Filmen 11 macht, ist

    Shining Besides Funny Moon, der am Sonntag vor Sado Tempest lief.

  • RiSiNGxSuN

    Ich wünschte mir ihr würdet echt mehr Asiatische Filme schaun, aber ihr macht ja alles dafür das dies nicht passieren wird. =(

    Vorallem Takashi Miike wäre für euch interessant, obs ein Crows Zero oder 13 Assassins oder vielleicht der bald erscheindende Lessons of the Evil…. ist alles sehr gute Filme die man gesehen haben sollte als Cineast.

    • Raffi-LS

      Jetzt isses aber mal gut …

      • RiSiNGxSuN

        Manche Menschen muss man zu ihrem Glück überreden und ich kann dir jetzt schon sagen das einer der nächsten 2 folgen Boyhood sein wird…. ich finde es ein wenig ermüdent auch wenn ich diese folge wider sehr schön fand.
        Der Bill Murmay hat mich leider zu tode gelangweilt auch wenn ich Bill Murray sehr schätze.
        Ich weiss auch das ich nicht der einzige hörer bin aber ein wenig mehr abwechslung fände ich schön.

        • SecondUnitTamino

          Und BOYHOOD ist der übliche Einheitsbrei oder was? Mehr Abwechslung als so ein Film ist ja wohl kaum möglich im Vergleich zu dem, was sonst so heutzutage veröffentlicht wird. Ich find’s außerdem bemerkenswert, dass du dich bei einem Special zu einem JAPAN-Filmfest (!) dahingehend äußerst, dass wir “alles dafür machen, dass es nicht zu mehr asiatischen Filmbesprechungen kommt”. Es fällt mir recht schwer, da noch etwas zu zu sagen. Und wenn dich der Murmay “zu Tode gelangweilt hat”, dann sind wir möglicherweise einfach nicht der richtige Podcast für dich.

          • RiSiNGxSuN

            BOYHOOD wollte ich nicht im kontext mit Einheitsbrei nennen lediglich das ich ihn als einen der nächsten 2 Podcast erwarte.
            Bin auch gespannt ob er euch besser gefällt wie die BEFORE Filme da er sehr gehyped wird.
            Ich kann leider mit Coming of Age Filme nichts anfangen und ja wahrscheinlich bin ich was
            Filme angeht nicht mit euch kompatibel und dennoch habe ich JEDEN eurer Podcast gehört wegen EUCH und nicht wegen den Filmen.
            Ich habe halt gehofft das ihr euch einfach mal einen meiner Lieblingsfilme anschaut da auch
            schon andere aus der SecondUnit ”community´´ diese bitte geäußert haben.
            Ich sehe es als meine Mission in euch die Liebe zum Asiatischen Film zu entfachen weil es
            einfach die besten sind…also seid mir nicht Böse wen ich ein wenig quengele ich kann euch
            halt gut riechen und wünsche mir einfach eine Flamme für den Asiatischen Film in eurem Herzen…^^

          • SecondUnitTamino

            Wir kriegen das auch sicher noch hin, du musst uns halt nur etwas Zeit geben. Ich habe kürzlich ICHI THE KILLER gesehen, kennste den? Der war definitiv eine, ähm, “ungewöhnliche” Erfahrung^^

          • RiSiNGxSuN

            Ein Klassiker von Takashi Miike, sein Magnus Opus ist nach der meinung vieler AUDITION ebenfalls eine “ungewöhnliche´´ erfahrung.
            Von ICHI THE KILLER kann man inhaltlich halten was man will das er in vielen belangen irgwntwo ein “Meisterwerk´´ ist kann man aber nicht abstreiten.
            Ich bin persönlich bin kein Fan seiner alten Horror/Suspense/Splatter Filme da bevorzuge ich die Trashigen lustigen Manga/Anime umsetzungen wie Ace Attorney. ^^

            oder sowas xD https://www.youtube.com/watch?v=wopJfFAhtlY

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            OMG :D :D

          • Gormenghast

            Harr…NINJA KIDS wandern auf meiner “To-Watch” Liste auf Platz 1 :)

            ICHI THE KILLER hat mich damals nicht so sehr umgehauen, vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen.

            Von AUDITION wusste ich im Vorfeld gar nichts, deshalb hatte der mich kalt erwischt – sozusagen der Gebrüder Blattschuß “Kreuzberger Nächte” Film: “Erst fängt er ganz langsam an, aber dann, aber dann…”

            Für Hardcore Trash Liebhaber empfehle ich TOKYO GORE POLICE, völlig abgefahrenes Zeug. Ich frage mich ernsthaft wie die Japaner mit solchen Drehbüchern durchkommen; in Deutschland hättest du nach Veröffentlichung ein paar Tage später die Jungs mit den Zwangsjacken vor der Haustür.

            In dem Sinne: Weiter so Asiatisches Kino: verblüffe, erstaune, schockiere, amüsiere und vor allem UNTERHALTE uns weiter mit frischem Zeug.

          • Aoi Miyazaki

            “[...] in Deutschland hättest du nach Veröffentlichung ein paar Tage später die Jungs mit den Zwangsjacken vor der Haustür.” – schon mal nen Jochen Taubert Film gesehen? Ich kenne bisher nur “Ich piss´auf deinen Kadaver”, aber soviel ist sicher: Die Deutschen können da mit den Japanern durchaus gleichziehen.

          • Gormenghast

            Ja klar gibt es auch in Deutschland Trashfilmer wie Jörg Buttgereit oder Andres Schnaas, wobei ich diesen Herrn Taubert nicht kannte. Der Filmtitel hört sich ja an wie eine Kopie von I SPIT ON YOUR GRAVE.

            Diese Streifen werden aber in der Regel in Eigenproduktion an Wochenenden mit Kumpeln als Mimen gedreht, ohne große Chance ein breiteres Publikum zu erreichen. Diese Methode funktionierte ja klasse bei Sam Raimis EVIL DEAD und Peter Jacksons BAD TASTE, aber in Deutschland wirds schwierig mit Vorführungsmöglichkeiten.

            Filme wie TOKYO GORE POLICE dagegen haben ein relativ großes Budget, welches die Produktionsfirma absegnen muss, soll heissen das Drehbuch geht erstmal durch mehrere Hände, und genau das meinte ich eigentlich: so ein Trash würde hier nicht eine müde Mark bekommen, während in Japan auf große Einspielergebnisse gehofft wird und die Sachen in den großen Kinos laufen.

            Und ich bleibe dabei: während die deutschen Trashfilmer sich meistens erfolgloser an ausländischen Vorbildern abarbeiten, ohne innovative Ideen einzubringen (Ausnahme Buttgereits NEKROMANTIK), sind die asiatischen Einfälle spritziger, witziger, wilder und frischer. Im besten Fall wie ein LSD Rausch ohne LSD genommen zu haben.

  • Aoi Miyazaki

    Ach, wie schön, dass ihr darüber redet.

    Ich war an der gleichzeitig in Frankfurt stattfindenen Nippon Connection und habe einige tolle Filme, darunter einen so unfassbar guten , für den sich das Festival schon allein gelohnt hat (Ich habe den Trailer auf Youtube hier zwar schon an anderer Stelle gepostet, aber nütze die Gelegenheit nochmal aus: /watch?v=QOUN8ppT5NY), gesehen und bin immer noch begeistert von dem Festival. Es ist, wie ihr (oder eher Martin) schon gesagt habt, das Festival ist von Fans für Fans ohne irgendeine wirtschaftliche Treibkraft, und das macht alles sehr heimisch und unglaublich sympathisch, ich habe mich sehr wohl gefühlt unter all den Japanern und Japanbegeisterten. Zumal es ja auch etliche Nebenveranstaltungen gab (Kimono binden, Japanisches Kochen, Teezeremonien, Vorträge über die Pinku Eiga Ära, Origamifalten (natürlich^^) und und und…

    Meine Hollywood Aversion ist inzwischen leider so groß geworden, dass ich fast keine amerikanischen Filme mehr aushalten kann, im Gegenzug, wahrscheinlich gerade deshalb, aber eine große Vorliebe für leicht amateurhaftes Kino gewonnen habe – zumindest technisch. Das große Geld für CGI oder Kostüme und Kulissen ist nicht da, folglich auch keine großen Studios, die ihre Ideen reinzwingen, und die Regisseure meistens ihre Visionen verfilmen können und meistens Storytechnisch (und schauspielerisch) unglaublich interessante Filmchen entstehen, wie sonst nirgends.

    Ebenfalls sympatisch (ein schönes Wort^^) ist, dass viele Regisseure und Schauspieler persönlich da sind um ihre Filme zu präsentieren. Diese Verbindung zwischen Publikum und Schaffenden ist für die Liebe zum Medium an sich natürlich sehr gewinnbringend und die Gespräche auch immer sehr interessant, da man direkt im Anschluss an den Film die Gedanken und Intentionen des Regisseurs/Drehbuchschreibers darüber hört, was besonders bei etwas anspruchsvolleren Arthousefilmen, deren Bedeutung alles andere als eindeutig ist, auch wichtig ist. Mein diesbezügliches Highlight war Forma von Ayumi Sakamoto, die auch schon den Fripesci Preis auf der Berlinale erhalten hatte. Was sie über ihren eigenen Film im anschließenden Q&A gesagt hatte, war sehr aufschlussreich und hat mich den Film mit völlig anderen Augen sehen lassen – so etwas ist in der Tat sehr sehr selten.
    Leider ist Frankfurt nur sehr teuer (selbst eine Jugendherberge wollte 35 Euro/Nacht), das setzt allem so einen kleinen Dämpfer auf, aber sei´s drum – ist ja so selten.

    @Martin: Da du schon öfters dort warst und ja generelles Interesse an asiatischem Kino geäußert hast: Hast du irgendwo ein paar Listen/Bewertungen (IMDB, moviepilot, …), wo ich mir eventuell ein paar Tipps abholen könnte? Besonders weil du gegen Ende erwähnt hattest, dass Swallowtail einer deiner Lieblingsfilme ist – und das auch auch mich zutrifft, unser Geschmack also deckungsgleich sein könnte, was selten genug der Fall ist – bin ich neugierig geworden. (Jetzt muss ich natürlich irgendwo Slum-Polis sehen.^^)
    Der Film von Miss Zombie klingt übrigens sehr interessant (und SABU liebe ich^^), danke für den Tipp!

    Grüße und Danke für den spitzen Podcast

    • Martin

      Ich glaube, man fährt ganz gut, wenn man die Vorteile von jeder Produktionsweise schätzen lernt. Gute Geschichten lassen sich in jedem Land, in jeder Sprache und mit jedem Budget erzählen. Wichtig ist, wer sie wie erzählt und – noch wichtiger – wer sie wie versteht. Und ich denke, das geht mit keinem ebenso gut wie mit übermäßig viel Geld. Das eine nicht zu mögen, führt einfach auch dazu, sich bestimmten Geschichten schon im Voraus zu verweigern… aber das nur nebenbei.

      Das vielfältige Rahmenprogramm des JFFH ist für mich auch ein großer Gewinn und die Nippon Connection will ich seit Jahr und Tag besuchen, aber… nun ja, sie findet halt in Frankfurt statt. Daher schätze ich mich glücklich, hier mit dem Japan Filmfest ein Äquivalent zu haben, dass dem in nichts nachsteht.

      Zu deiner Frage: Entsprechende Listen habe ich nicht online. Schaust du dir die Rezensionen auf scififilme.net sortiert nach Bewertungen an, bekommst du wohl eine ganz gute Vorstellung von meinem Vorliebenquerschnitt. Ansonsten schreib mir doch einfach ‘ne Mail (steht im Impressum) und wir können uns gern austauschen.

      Der von dir gepostete Trailer sieht übrigens wirklich sehr ansprechend aus. Hat das Ding einen deutschen Namen?

      • Aoi Miyazaki

        Gut, ich werde mich mal auf deiner Seite umsehen.

        Der Film heißt übrigens The Tale of Iya.

        • Martin

          Merci. Ist vermerkt!

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Hui, also bei vier der vorgestellten Filme (WHAT I LONG FOR, MIROKU, SADO TEMPEST (!!!) & SLUMPOLIS) bin ich ja jetzt sowas von heiß! Ihr habt es wirklich gut geschafft sie schmackhaft zu machen! Leider wird es sicher recht schwierig, die hier in DE irgendwann mal zu sehen.

    Ich glaube ich muss nächstes Jahr auch nach Hamburg fahren. Wollte sowieso gern mal ein Filmfestival mitmachen, aber in Hannover gibt es nix :( Vor Jahren hat hier ja auch mal das FFF stattfgefunden, aber das ist lang her..

    Und Martin hat als Gast-Podcaster absolut überzeugt. Nach einem Blick auf seine Seite (die ich noch gar nicht kannte) ist das kein Wunder – Top geschmack, Top Kritiken! Hab ich direkt mal gebookmarkt und bei mir in die blogroll aufgenommen! Darf gern öfter kommen, vielleicht um mit euch in einer regulären Sendung mal Meisterwerke wie LOVE EXPOSURE, oder irgendwas von Miike, Kurosawa, Kitano, etc. zu besprechen? Fänd ich stark!

    Sehr schöne Sendung!

    • Martin

      Danke für die honiggleichen Worte.
      Tatsächlich hatten wir schon länger und öfter angedacht, eine Sendung zu der ein oder anderen Sache gemeinsam zu gestalten (entsprechende Ideen liegen allerdings recht fern von deinen Vorschlägen). Die bisherige Erfahrung sagt aber leider auch, dass wohl wieder einiges an Zeit verstreichen wird, bis wir tatsächlich gemeinsam verfügbare Zeit finden.

      Was ‘Love Explosure’ und den Rest angeht: Ich bin ein großer Sion-Sono-Fan (Irgendwo lungert auf meiner Seite auch eine Himizu-Besprechung vom letzten Japan Filmfest rum). Auch lasse ich mich regelmäßig gerne von Alles-Fabrizierer Miike überraschen und vergöttere Kitano, wie jeder normale Mensch es tun sollte.