Second Unit #349 – Im Westen Nichts Neues (2022)

2023, Second Unit
Second Unit
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Intro

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Begrüßung

https://secondunit-podcast.de/category/mitwirkende/daniela-ishorst/


Christian:
[0:25] Einer neuen Ausgabe der Second Unit. Mein Name ist Christian Steine und ich habe bei mir die ganz wunderbar und fantastische Daniela.

Daniela:
[0:33] Hallo Christian, danke für die sehr nette Grüße.

Christian:
[0:37] Ja wir haben ähm, was vor. Wir wollen mal wieder über einen Film sprechen und wir wollen über einen durchaus besonderen Film sprechen. Ein Film, der dich, glaube ich, auch sehr abgeholt hat, Als er dann und jetzt müssen wir kurz nochmal muss ich noch mal kurz überlegen. Ich weiß nicht, ob du das besser auf die Reihe kriegst. War das letztes Jahr?

Daniela:
[0:58] Der kam im letzten Jahr raus und ich weiß es deshalb so genau, weil ich ihn für die Kulturpessimistinnen in die Jahresfolge zweitausendzweiundzwanzig, Film 222 gepackt habe, obwohl ich ihn erst Anfang 20023 gesehen habe. Ich habe ein bisschen gemogelt, aber er kam 202zwanzig raus, Ende des Jahres, glaube ich.

Christian:
[1:19] Ah ja, ah ja wir reden über im Westen nichts Neues. Die Version von 2tausend2undzwanzig technisch gesehen der ähm den wir dann aber, Da geht's nämlich auch schon wieder los. Wir haben ihn auf Netflix gesehen. Wo ist denn das erste Mal auf Netflix glaube ich gesehen? Dann habe ich ihn das für dich zweite Mal mitgeguckt, Auf Netflix und hast du ihn sogar noch mal im Kino geguckt.

Daniela:
[1:42] Genau, weil er dann im Zuge der Oskar-Nominierungen derer nicht wenig waren. Ähm noch mal hier in einigen Kinos lief in Berlin und wahrscheinlich auch in anderen Städten. Ich habe ihn dann aber in unserem sehr geschätzten Kino international gesehen.

Christian:
[1:57] Einer der wenigen Filme, der quasi aus dem Heimkino den Weg ins Kino geschafft hat.

Daniela:
[2:03] Für mich. Also ich habe sowieso eine sehr kuriose Wanderung mit dem Film gemacht. Ich habe ihn erst aufm iPad geguckt. Also bin ich absurd.

Christian:
[2:11] Wie Christopher Owland es sich vorgestellt.

Daniela:
[2:14] Äh betrachte, aber ich lag äh bei meinem Kind im Bett ich habe ihn auch nicht am Stück geguckt, was das irgendwie noch, schlimmer macht, finde ich. Ähm genau. Habe ihn eigentlich auch nur geguckt, weil in meiner Timeline so viel drüber gesprochen worden ist, auch nicht unbedingt positiv, Und dann springt ja sofort mein deutsches Filmherz an und dachte, ja, das ist natürlich Pflicht Lektüre äh in Anführungsstrichen und habe ihn dann mit dir auf den Fernseher geguckt und dann nochmal im Kino und jetzt in den Vorbereitungen auf dem Podcast noch mal mit dir zusammen, TV, also viermal habe ich ihn jetzt gesehen.

Christian:
[2:49] Ich habe ihn jetzt ein zweites Mal geguckt. Das erste Mal auch komplett in einem Rutsch, wie das ist in meinem Kino, mit müden Augen darf man auch gerne mal eine Pause machen und Kleinkind kann man auch gerne mal äh zwei Sitzungen brauchen. Ja, aber am besten nichts Neues, eine eine, Äh wie ich gelesen habe, die dritte Verfilmung des Stoffes von, ich glaube, 1929 das Buch.

Daniela:
[3:12] Ich glaube ja. Mhm.

Christian:
[3:14] Und das erste Mal eine deutsche Produktion, Und wie du schon gesagt hast, äh ein Film, der dann im Jahr also in diesem Jahr 2023 bei der Oscarverleihung durchaus Wellen geschlagen hat.

Daniela:
[3:27] Ja davor schon bei den BAFTAs, also er hat ja eigentlich ordentlich viele Preise. Also für den deutschen Film, der ja immer grundsätzlich wirklich grottig ist, äh war das schon sehr gut.
War das ironisch genug oder?

Christian:
[3:43] Ich weiß nicht, welcher Part.

Daniela:
[3:44] Das mit dem grotten schlechten deutschen Kino.

Christian:
[3:46] Gut, das sollten wir noch mal klarstellen. Äh darüber werden wir am Ende aber auch noch mal sprechen, also über den, Ja Status auch des Filmes, was hat Netflix irgendwie damit zu tun und was für eine Reise der Film auch gemacht hat und ähm, Ja, das äh haben wir alles vor, natürlich über den Film selbst wollen wir auch noch ein bisschen sprechen. Äh bevor wir das tun, würde ich ganz gerne noch einen kleinen Hinweis in Richtung Steady setzen. Wir sind immer noch da. Mit diesem Podcast sind wir immer noch da. Wir sind auch immer noch

Wir brauchen deine Hilfe!

https://steadyhq.com/de/secondunit


[4:13] ihr könnt auch, dort unterstützen und ich weiß, in den letzten Wochen und Monaten ist es sehr, sehr ruhig äh geworden, aber es nimmt alles wieder in Fahrt auf und wenn ihr wissen wollt, äh, In welchen Punkten und wieso und was vielleicht hinter den Kulissen passiert, gibt es mittlerweile einen Newsletter, der tatsächlich jetzt, monatlich erscheint und in dem Newsletter könnt ihr nachlesen, was so hinter den Kulissen passiert, woran ich gerade arbeite, was ich auch abseits von Podcast und äh teilweise auch Filmen äh abseits von Filmen irgendwie schaue, empfehle, ein paar, Medienempfehlung gibt's in jeder Ausgabe und äh dieser Newsletter ist eine ganz klare Empfehlung, wenn ihr ein bisschen näher am Ball bleiben wollt, denn wir leben ja auch in sehr Merkwürdigen Zeiten, was Social Media angeht und äh ich glaube, so back to the, Internet-Roots äh ist da, glaube ich, ganz angebracht und das ist halt mittlerweile Newsletter, Newsletter feiern ja Comeback Und äh ich finde das eigentlich auch sehr angenehm. Ich lese mittlerweile auch sehr gerne Newsletter und äh das könnt ihr dann eben einmal im Monat in kompakterer Textfassung in eure Inbox bekommen.

[5:16] Ihr findet einen Link in den Shownotes äh zu dem Newsletter, zu dem äh wie sagt man Anmeldeformular für den Newsletter. Das Ganze läuft über Steady, aber ihr müsst da kein Geld einwerfen. Dieser Newsletter ist für alle frei, Ihr müsst einfach nur eure E-Mail-Adresse einmal beiwerfen und dann bekommt ihr dort einmal im Monat Post von mir. Also äh tut es.
Und es gibt auch noch Leute, die diesen Podcast fleißig unterstützen und da gibt es auch ein Paket. In diesem Paket sage ich dann danke und das tue ich an dieser Stelle. Ich sage danke an Anne und ich sage danke an Sebastian, vielen Dank für die Unterstützung von diesem Podcast. Tja, habe ich im Vorgespräch gar nicht noch mal zu dir äh,

Vorverständnis


[5:54] Äh gesagt, wir haben's gerade eben schon ein bisschen gemacht, so dieses Vorverständnis, wie wir es ja immer nennen. Also du kanntest du hast, Den Diskurs rund um den Film mitbekommen, als der auch schon glaube ich bei Netflix so aufgeschlagen war. Die ersten Leute hin geguckt haben. Was war denn da so das Ding, was du da.

Daniela:
[6:10] Ja und es war nur so ein bestimmter Diskurs, den ich jetzt ähm, weil ich jetzt grade der goldene Handschuh geguckt habe, nochmal ganz interessant fand. Es ging um die Diskussion, ob man so viel Gewalt oder ob man dieses äh Götzen an Gewalt, es gibt da auch irgendwie einen Begriff, der sich auf Poren bezieht. Ähm, dass man das so zeigen muss im Kino und ich finde die Diskussion immer ganz ich finde die Diskussion immer interessant, weil sie in meinem War in meiner Wahrnehmung immer nur bei bestimmten Filmen aufploppt und das war bis jetzt bei Kapernaum, statt der Hoffnung so, bei der goldenen Handschuhe und jetzt eben zu dem Westen nichts Neues.
Wo dann plötzlich gesagt wird, ja, das ist alles so, man ergötzt sich so an der Gewalt, man findet die Gewalt so gut, ja muss das denn immer alles sein? Und als ich das dann gestern zum vierten Mal mir jetzt im Westen nichts Neues angeguckt Habe den nicht für einen wirklich wunderschönen Film halte, was in dem Kontext vielleicht ganz komisch klingt, aber ist einfach ein sehr schöner Film.
Interessant finde, dass es immer nur bei bestimmten Filmen so aufploppt.
Diese diese Kritik an solchen Filmen und ich dann gestern auch dachte, egal wie krass Felix Kameras spielt ist, ich werde nie und auch Felix Kamera wird es nie verstehen oder fühlen können, was es bedeutet im Krieg zu sein. Also So brutal kann kein Film sein, als dass wir irgendwie ein Verständnis dafür bekommen.
Ja, das war so der Diskurs, den ich dazu mitbekommen habe, jetzt diese Kritik von Historikern, die dann aufploppt oder so was Kam dann erst später äh im Zuge der Oskar-Nominierung, weil ich mir dann noch mal ein paar Podcasts auch dazu angehört hatte.

Christian:
[7:34] Mhm. Und ähm das war so, also diese diese Kritik an der Gewaltdarstellung war so dann vor der ersten Sichtung und dann bist du ja eben äh sehr, In sehr kurzer Zeit.

Daniela:
[7:46] Ja, ich habe den.

Christian:
[7:46] Den ja recht häufig geguckt, ne, also.

Daniela:
[7:48] Wenigen Wochen dreimal geguckt, Ich hatte es gestern bei der Box noch mal nachgeguckt, weiß ich jetzt nicht ganz genau, aber die ersten zwei Mal gucken waren paar Tage dazwischen. Ich oder zwischen zwei und dem dritten Mal, weil ich dich ja immer so gedrängt habe und gesagt habe, lass uns den mal gucken, der ist wirklich gut.
Ähm und ich glaube, das zweite Mal Fernsehen und dann Kino, da lagen nur ein paar Tage zwischen.

Christian:
[8:07] Ich bin auch ein bisschen neidisch, dass du den im Kino gesehen hast. Also der der Film.

Daniela:
[8:11] Auch echt gelohnt.

Christian:
[8:12] Ist echt ein ein Brett, auch ardiovisuell einfach ähm, Sehr, sehr krass. Ich habe da auch so ein paar Auszüge aus Kritiken eher so aus dem englischsprachigen Raum gelesen, die auch so diese, Kinohaftigkeit des Filmes äh hervorgehoben haben, so selbst wenn man irgendwie Probleme mit dem Inhalt oder auch mit der Adaption des Buches und so weiter aber audiovisuell ist das halt eben echt ein ziemlich starkes starkes Ding. Ich habe mir auch nach dem, Nach dem also nach der Sichtung das erste Mal habe ich mir auch den den Score Öfteren auf Spotify nochmal reingezogen. Also ich bin ja äh also ich ich arbeite ja quasi seit äh vielen Jahren auf dem Score von.

Daniela:
[8:51] Was übrigens eine passende ähm passender Film in zugevollen Westen nichts Neues. Also mich wundert nicht, dass du von Dancork so im Westen nichts Neues äh gewechselt bist und wahrscheinlich jetzt wieder zurück, weil ich zwischen den beiden Filmen einfach superviele Parallelen auch sehe.

Christian:
[9:06] Und also der Score von Invest nichts Neues ist halt auch äh ist ja glaube ich auch mit Moskau ausgezeichnet worden und ist einfach sehr, sehr beeindruckend und sehr ähm, ja, setzt auch Zeichen, so, das auf jeden Fall. Jut, ja, dann kommt natürlich die nächste ehrenvolle Aufgabe in deine Richtung.

Plot


Daniela:
[9:27] Jetzt muss ich auf meine Notizen.

Christian:
[9:28] Auf den Spickzettel gucken, ja.

Daniela:
[9:30] Ja ich muss mir zumindest kurz die Namen aufschreiben. Ich darf jetzt den Film zusammenfassen, ne.

Christian:
[9:33] Ja so lang und ausführlich, wie du willst, zu kurz und knapp.

Daniela:
[9:35] Ja, wir haben ja keine Zeit. Also, der Film beginnt im Mai 19hundertsiebzehn. Ich glaube, wir sind dann schon jetzt im dritten Kriegsjahr.
Ähm und die Freunde Ludwig, Albert Franz und Paul wollen unbedingt, wie sehr viele junge Männer zu dieser Zeit in den Krieg einziehen, also im ersten Weltkrieg War's noch so sehr viel Kriegseuphorie. Die Männer wollten unbedingt kämpfen und der Vater von Paul oder die Eltern von Paul haben gesagt, nein, wir unterschreiben dir das nicht, dass du in den Krieg ziehen darfst und die anderen Freunde so, jetzt was willst du denn jetzt machen? Dann sagt Paul, ja, ich kann ja nicht als Einziger zu Hause bleiben und unterschreibt selber und freut sich jetzt, dass er in den Krieg ziehen kann und ich glaube.

Christian:
[10:13] Sein Kumpels Kameraden.

Daniela:
[10:16] Und ich glaube, die Freude hält nicht lange, weil sie kommen im Schützengraben an. Äh Das Wasser steht ihnen bis zu den Knöcheln. Sie schippen mit ihren Helmen das Wasser aus dem äh aus dem Schützengräergraben raus und sind dann sehr schnell schon in einem ersten Angriff der Franzosen verwickelt.
Die Franzosen greifen an und es kommt zu einem größeren Auseinandersetzung, bei der schon auch direkt der erste Freund von Paul, der unser Hauptprotagonist ist, ähm wenn man das in dem Film er ist schon der Hauptprotagonist. Ähm Paul Bäumer stirbt, Und dann gibt's einen größeren Zeitsprung. Wir springen an den 7. November 2tausendzehn8 und sehen jetzt noch die letzten vier Kriegstage, denn der erste, der für uns Erste Weltkrieg Wir wissen ja alle noch kann niemand weiß, dass es einen zweiten Weltkrieg geben wird. Ich weiß gar nicht, was sie zu der Zeit zu dem Krieg gesagt haben.

Christian:
[11:05] Kurz danach war's der große Krieg, ja.

Daniela:
[11:09] Okay, ähm genau. Wir sind jetzt am 7. November, zwei neunzehnhundertsiebzehn neunzehnhundertachtzehn, Und sehen jetzt die letzten vier Kriegstage und äh die drei Jungs, die jetzt noch übrig sind, der Albert, Franz und Paul haben sich angefreundet mit Tiaden und Kate die dann zusammen äh eine Zeit da verbringen. Es ist manchmal nicht viel los. Ähm es werden Kartoffeln geschält und mit Frauen geflirtet und äh, Ähm ich glaube Renato Schoko ist das dann Ist das dann auch der irgendwann sagt, ja, ich will, dass es endlich wieder losgeht und es geht dann auch los äh in den letzten Kriegstagen noch mal mit sehr viel groß, viel Schlacht und ähm, Viel Event, viel Schlamm, viel Regen und der Film endet dann mit der, Kapitulation oder mit der mit dem Ende des Krieges am 11. November 1918 um elf Uhr, Und bis dahin sterben alle unsere Protagonisten auf dem Schlachtfeld oder beim Stehlen von Eiern, Also es ist Krieg und es geht einmal um diese Szenen auf dem Schlachtfeld und parallel darum, wie verhandelt wird, den Krieg zu beenden zwischen Deutschland und Frankreich.

Christian:
[12:24] Genau, diese diese Verhandlungen um den um den Friedensvertrag, die so wie ich das verstanden habe. Ich habe das Buch äh jetzt auch nicht irgendwie gelesen, kann mich nicht erinnern, dass irgendwie in der Schule gelesen haben zu müssen oder so ähm und ich glaube, dass halt diese, Quasi dieser Sprung nach draußen, dieser Sprung von der Front weg in diese etwas größeren Kriegszusammenhänge mit dem äh mit diesem Friedensvertrag, die sind glaube ich äh originell für den Film.

Daniela:
[12:50] Genau, das gab es in dem Buch nicht. Ja, ja, genau. Das war auch so eine Diskussion, die sich dann äh, Entfacht hat, genau. Ich bin nicht so gut darin, die Filme zusammenzufassen. Man will sich ja auch nicht so verzetteln, ne.

Christian:
[13:01] Aber ähm eins plus mit Sternchen an dieser Stelle.

Daniela:
[13:04] Danke. Ich glaube, du wirst befangen.

Christian:
[13:07] Ja dann lass uns mal ein bisschen durchgehen durch das Personal. Ähm du hast es auch schon ein bisschen angedeutet, aber wir haben jetzt an allererster Stelle äh auf dem Regieposten Edward Berger,

Cast

https://www.imdb.com/title/tt1016150/


[13:19] Den du, glaube ich, im Vorfeld auch schon über die eine oder andere Serie irgendwie.

Daniela:
[13:23] Genau da hat Patrick Melrose gemacht. Ich glaube, das war eine Serie.
Sehr erfolgreich mit äh Sherlock Holmes in der Hauptrolle Benedikt Kamberbat und der hat den Film Alloving gemacht, den ich zu Berlinale 2tausend19 gesehen habe mit Lars Eidinger in einer Hauptrolle, also kein Unbekannter, Ähm ich hätte jetzt aber auch nicht sofort mit dem Finger drauf zeigen können. Ich musste es nachgoogeln.

Christian:
[13:47] Äh dann geschrieben von Edward Berger, aber auch zwei anderen Leuten Lesley Patterson und Ean Stockle. Ähm ich glaube ähm, Wenn mich jetzt nicht alles täuscht, also ich glaube, beide nicht deutsch, sondern hatten irgendwie schon seit vielen Jahren die Rechte an dem Buch, Sich irgendwie gekauft und bei der Recherche, die Lesley Patterson ist, glaube ich, echt äh sehr beeindruckend, weil sie Triathletin ist.
Und die haben irgendwie, glaube ich, zwölf Jahre lang haben sie die die, ähm adaptionsrechte des Buches gehalten und das ist ja so, also man kauft ja dann irgendwie so die Rechte an dem vom Verlag oder von dem von den Erben irgendwie auf jeden Fall den Leuten, die es halt irgendwie haben, Und äh dann kaufst du dir diese Adaptionsrechte und bist ja auch verpflichtet, was zu tun.

Daniela:
[14:39] Musst du dann was tun.

Christian:
[14:40] In der Regel schon, das sind so Verträge, die sagen, das kann auch irgendwie alle paar Jahre sein oder äh was auch immer, aber in der Regel gibt's da halt eben so eine Klausel, die sagt so, du kannst jetzt nicht irgendwie 100 Jahre lang die Rechte behalten und dafür sorgen, dass niemand anderes die Filme macht. Du musst schon, oder eben nachlegen. Und dann habe ich irgendwie gelesen, dass die Leslie Petterson irgendwie dreifache Triathlon-Weltmeisterin ist. Äh aufgrund des Preisgeldes.

Daniela:
[15:04] Die wollte unbedingt.

Christian:
[15:06] Äh ja, um dann die Rechte zu behalten.

Daniela:
[15:08] Ja ja, die wollte unbedingt. Die wollte unbedingt die Rechte.

Christian:
[15:10] Genau, der Plan war halt, diese Rechte an diesem an diesem Drehbuch halt eben nicht zu verlieren und halt dafür zu sorgen, dass das Drehbuch verfilmt wird und das dann eben dieser Vertrag quasi aufgeht oder um die Rechte zu halten. Ich, Also würde gerne mal irgendwie, in einem Interview hören, wie dieser Gedankenprozess gelaufen ist. Also die war vorher schon Triathletin und das war wohl schon alles so recht naheliegend, aber ich glaube, da steckt irgendwie auch noch so ein Filmstoff quasi drin, weil auf die Idee zu kommen, Triathlon-Weltmeisterin zu werden, um das Preisgeld dann in ein Drehbuch zu stecken, was irgendwie zwölf Jahre lang nicht verfilmt wurde, ist schon äh.

Daniela:
[15:41] Ja in einer anderen Welt würde jemand über diese Person einen Film machen, aber.

Christian:
[15:45] Ja.

Daniela:
[15:45] Ja. Ganz kurz noch, Edward Berger ist, glaube ich, auch kein Deutscher. Ich bin da gerade bei der Wikipedia drüber gestolpert. Der hat, glaube ich, die ähm österreichische und schweizer Staatsbürgerschaft, aber Spins nur so mit halbem Auge auf Wikipedia. Ich lese nicht drauf festnageln.

Christian:
[15:59] Dann hast du noch zwei äh äh Posten, nämlich Kostüm und Maske, die du erwähnen.

Daniela:
[16:03] Genau, weil die mir total am Herzen liegen, seitdem ich diesen Film gesehen habe äh und zwar einmal das Kostüm ist von Lissy Crystal, die auch bei Hidden Life das Kostüm gemacht hat und ich möchte gleich hier direkt erwähnen, wenn ihr euch für den Film interessiert oder ihn noch nicht geguckt hat, er denkt, hm hm hm wer sind denn all die Leute, guckt Guckt unbedingt, dass 18-minütige Making-of bei Netflix, weil da kommen diese ganzen Departments, also man muss einfach sagen, ja, wir werden heute über einzelne Personen mehr sprechen als über andere, aber es ist ein großer Ensemblefilm vor und hinter der Kamera und ich finde, das merkt man einfach auch bei diesem Making-of, diese Apartments haben super zusammengearbeitet und ich fand Kostüm und Maske, wahnsinnig beeindruckend Also auch diesen Zerfall, den wir da sehen von den Menschen, die so Hoffnungslosigkeit, das ist einfach mega krass ähm und dann Maske hat äh kommt von Heike Merker und die hat unter anderem die Maske für Sonnenallee gemacht, aber auch für das große Franchise. Jetzt kommt's, was ich schon angekündigt habe, Matrix Rasselrection.
Er hat sie auch bei der Maske mitgearbeitet.

Christian:
[17:00] Das vierte Jahr.

Daniela:
[17:02] Ist der Letzte, ne.

Christian:
[17:03] Ja, der hier in Berlin eigentlich hauptsächlich produziert wurde.

Daniela:
[17:07] Spielt bestimmt noch irgendein deutschsprachiger Schauspieler mit.

Christian:
[17:12] Bei Matrix.

Daniela:
[17:13] Komme jetzt nur wegen dem Treppenpodcast.

Christian:
[17:15] Wie heißt er noch hier ähm na? Ähm ich jetzt komme ich auf den anderen Namen nicht, der eigentlich viel bekannter ist, aber ja.

Daniela:
[17:23] Ich kann mich nicht so wirklich an den Film erinnern. Genau, die beiden ähm Kostüm und Maske, ich glaube, Maske war auch für den Oskar nominiert. Ähm hat's leider nicht gewonnen, hätte ich sehr gegönnt. Sehr, sehr gegönnt.

Christian:
[17:36] Man man hat sich das glaube ich sehr leicht getan in der Academy und hat das Ganze unter Production-Design zusammengefasst. Das ist so der Oberbegriff, glaube ich, wenn du irgendwie so alles klingt gut, sieht gut aus, ist gut geschnitten, ist alles Technische so, Design.

Daniela:
[17:53] Dann habe ich noch Kamera, weil ich weiß, weil ich nicht weiß, ob du sie mit aufgeschrieben hast. Das ist James Friend. Der hat mit Edward Berger schon bei Patrick zusammengearbeitet.

Christian:
[18:03] Und Noska bekommen.

Daniela:
[18:05] Jetzt genau, ja, ja, der hat auch den Oskar bekommen, ja.

Christian:
[18:07] Ja, aber da werden wir am Ende nochmal ein bisschen drüber sprechen. Ja, dann die Hauptrollen. Ich gehe einfach mal ein bisschen durch. Ähm Felix Kamera als ähm Paul Bäumer, der, wenn ich das richtig verstanden habe, sein Filmdebüt auch hier.

Daniela:
[18:19] Ja, krass. Er spielt sonst Theater äh am Burgtheater in Wien ist er, glaube ich.

Christian:
[18:24] Albrecht Schuch als äh Stanislaws Kaczynski oder wie es Turin genannt.

Daniela:
[18:29] Liebevoll Cat genannt.

Christian:
[18:31] Ähm genau, der schon dort im Schützengraben ist, wenn die Jungs dazukommen. Also ich versuche die immer so ein bisschen zu beschreiben, weil der Film auch sehr, also sind sehr ähm wie sagt man also oft habe ich dann immer geht's weniger um die Person als eher um so eine Rolle, um so ein ein.

Daniela:
[18:47] Genau, es geht nicht um die.

Christian:
[18:49] Wo man auch sagt.

Daniela:
[18:50] Das ist zum Beispiel eine Parallele. Es geht nicht um die einzelne Person wobei das sich hinterher finde ich so ein bisschen aufm Schlachtfeld geht's nie um die einzelne Person, aber wenn man hinterher in den etwas, sehen, wenn sie dann irgendwie dann an ihren Treffpunkten sind. Ich kenne die ich weiß nicht, wie das da heißt, aber wenn sie eben nicht im Krieg direkt sind, nicht im Schützengraben oder so, dann geht's schon eher auch um die einzelnen Geschichten der Männer, ja.

Christian:
[19:11] Dann haben wir noch Aaron Hilmer als Albert Kropp. Das ist der Kumpel, der sich da so ein bisschen äh in dieses Poster verliebt. Ein bisschen Poster da liebäugelt. Moritz.

Daniela:
[19:23] Finde ich auch so krass, dass sie diesen also auch Felix Kamera, das sind ja zwei so ganz schmale Jungs. Es sind so richtige Jungs einfach. Das ist so okay, das ist dann schon mein Albrecht Schoch ist halt ein Typ, Mann. So, aber die beiden sind ja noch Kinder.

Christian:
[19:37] Aber das ist halt auch wieder so das Ding, das erzählt ja auch wieder wunderbar, ne. So, du hast Albrecht Schucht, der wahrscheinlich halt nicht also die kommen im dritten Kriegsjahr dazu. Da gab's ja auch mal so einen Nebensatz irgendwo da so von den generellen so nach dem Motto nicht mehr lang und das nächste Jahrgang rückt nach.

Daniela:
[19:50] Hm oder wie dann hier der ähm der Typ da der Dola, ich weiß jetzt nicht, wie er in einem in einem in dem Film noch mal heißt auf dem auf dem LKW sagt, ja die Kriegsführung erwartet, dass sie mindestens sechs Wochen durchhalten. Ja okay, tolle Ansage, danke.

Christian:
[20:06] Hier ist Ihre Nummer äh Namen können Sie ablegen.

Daniela:
[20:09] Das hatte ich gar nicht erwähnt. Der Film startet tatsächlich damit auch, dass wir auf das Schlachtfeld kommen und einer stirbt und die Uniform geht zurück und diese Uniform kriegt dann Paul Bäumer. Ich habe das beim ersten Mal gucken, überhaupt nicht gecheckt so richtig, was da passiert.

Christian:
[20:20] Ja und dann noch die Füchse davor, da sind schon viele Bilder drin und äh ja. Aber wir gehen noch weiter durch. Also wir haben den Aron Helm als Albert Kropp, der halt mit diesem Poster da so ein bisschen äh liebäugelt. Wir haben Moritz Klaus als Franz Müller.

Daniela:
[20:32] Der liebäugelt mit einer Französin, sehr erfolgreich.

Christian:
[20:35] Und ihrem Halstuch, Ja, also die sind halt immer auch so ein bisschen markant, äh wie sagt man äh also die haben so ein Signal, ne, so ein irgendwas, so eine Eigenschaft oder irgendein dann haben wir Adrian Grünewald als Ludwig B, das ist der Kamerad, der die Brille hat, diese Kriegsbrille auch aufsetzt und glaube ich auch sehr früh fällt von den Vieren äh oder also von dieser Vierertruppe und Edin Hasanovic als Tia den, Das ist der Kollege, der glaube ich schon so ein Glasauge irgendwie hat, ne oder so.

Daniela:
[21:05] Ja oder zumindest auf einem Auge nicht mehr sieht. Also es ist so milchig, weiß man nicht so genau, was damit ist, ja.
Große Liebe für Edin Hasanovic. Das habe ich echt jetzt beim beeindruckt mich jedes Mal, weil ich da nicht so viel erwarte und dann kommt dieser Schauspieler um die Ecke und bam. Ich so wow, okay.

Christian:
[21:20] Und was du meintest mit den Staturen und auch mit den mit den also mit mit den Körpern dieser Männer wird halt auch schon eine Menge erzählt. Das fand ich halt auch so beeindruckend wie Albrecht Schuch, äh der der Kate dort eingeführt wird, so eine so eine, so eine buckelige Gestalt, der da im Regen, im Schützengraben, Mit der Kippe im Mund und also der der funktioniert halt auch so. Da da geht's schon los. Die Jungs, die blauäugig, naiv da ankommen, In den Krieg ziehen wollen, aber dann überrascht sind, dass sie, glaube ich, irgendwie die letzten, was man das paar Kilometer schon marschieren mussten, weil die Wagen irgendwie schon woanders gebraucht werden, also man wird nicht irgendwie äh äh bequem an die Front gefahren, sondern man muss marschieren, marschieren, marschieren, und dieser dieser Zerkettett ist schon so eine Kreatur des Krieges. Der sieht schon so aus, der der der Grunst mehr, als dass er noch irgendwie.

Daniela:
[22:10] Versteht den auch kaum in den ersten Minuten. Ja ja.

Christian:
[22:12] Aber du siehst schon in allem, was dieses Wesen ausmacht, Der liebt diesen Krieg und also der der lebt quasi dort, wo die Jungs grad zu Besuch kommen, So und das erzählt ja auch schon eine Menge. Also das äh der wird ja auch schon seine Jahre im Krieg haben. Der kommt nicht erst seit der ist nicht erst vor zwei Wochen an die Front geschippt worden, wie die Jungs jetzt gerade, sondern der ist da schon, tief tief drin und weiß wie's läuft. So und kennt auch die Tricks und weiß, wie man sich die Hände irgendwie so wärmt, äh dass die halt irgendwie, Steckst in die Hose, so, ja. Steck sie in den Schlüpfer und dann bleibst du warm. So die die Geschichten.
Und der der ist ja auch schon äh, Geprägt und gezeichnet irgendwie so von der ganzen Sache. Also es gibt diese diese diese frische Generation, der frische Jahrgang, der nachrückt und mit dem wir halt äh quasi den Krieg durchlaufen und es gibt die, Äh Männer und Wesen und Kreaturen, die schon halt tiefer auch im Schlamm stecken. So und da das das erkennt man schon an der Statur an an allem irgendwie. So.

Daniela:
[23:15] Ja und dann gibt's noch den Erzählstrang von den Leuten, die niemals im Schlamm stecken, weil die nämlich schön in ihrer Burg oder in ihrem guter Wein und Kaffee trinken.

Christian:
[23:24] Oder im Zug sitzen und verhandeln müssen. Wir haben Daniel Brühl als Matthias Erzberger eine eine reale Person des Krieges, also ne, war ja jetzt vor dem Film neu dazugeschrieben, Das war der äh Chefverhandler bei diesem Waffenstillstand.

Daniela:
[23:41] Hat, glaube ich, auch im echten Leben seinen Sohn im ersten Weltkrieg verloren, ne? Weil das erwähnt er nämlich im Film auch.

Christian:
[23:46] Genau im Oktober irgendwie äh glaube ich sogar in der spanischen Grippe, ne? Der nächste Bogen, der irgendwie schlagen wird auch in die Gegenwart, ähm der dort und das ist halt das Ding, im Oktober, also direkt im Monat davor, vor der Unterzeichnung der der Kapitulation des Waffenstillstandes. Also jetzt nicht irgendwie zwei Jahre vorher, sondern unmittelbar davor hatte sein Sohn verloren ähm und irgendwie auch. Also ich Habe auch nur so ein paar Sachen angerissen, was so die Historie drumherum angeht. Ein Wahnsinnsthema, ein Wahnsinnsfeld. Also wirklich, ist mir auch noch mal aufgefallen, weil ich jetzt nach Oppenheimer eher im zweiten Weltkrieg noch so historisch unterwegs äh suche, um dann zu merken, ja, Kannst im zweiten Weltkrieg auch überhaupt nicht ohne den Ersten irgendwie verstehen und es tun sich halt so viele Felder auch in dieser dieser ähm, Erzberger ist halt auch eine ganz spannende äh historische Persönlichkeit, die irgendwie auch als ich glaube, Minister und damit eher als Zivilist irgendwie auch ganz bewusst ausgewählt wurde, nicht Teil der Kriegsmaschinerie war, sondern halt ein bisschen irgendwie von außen kam und äh wie es der Film ja auch glaube ich suggeriert, dadurch Am ehesten in der Lage war, Dass Notwendige zu tun, um das Leid und den Krieg zu beenden und nicht mit irgendeiner Haltung oder mit irgendeiner Würde oder mit irgendeiner Form von Männlichkeit aus aus diesem Prozess irgendwie rauszukommen, wie es eben andere Gestalten des Krieges äh eher vorhatten.
Wie zum Beispiel.

Daniela:
[25:09] Warte, warte, warte, weil ich ein bisschen Sorge habe, dass wir hinterher nicht mehr über die ganzen Leute sprechen. Möchte noch ganz kurz was zu Daniel, in irgendeiner dieser Kängurumats und Marc-Uwe Kling äh piteln. Äh ein ein Kapitel, wo's um Daniel Brühl geht und das, ich weiß nicht mehr, worum's genau geht, aber das Känguru macht sich wahnsinnig über Daniel Brühl lustig und dann darüber, dass seine Mutter wahrscheinlich schon die Hände zusammenschlägt, wenn er an Weihnachten reinkommt und sich denkt, ja es ist immer Daniel Brühl Und ich habe Daniel Brühl lange belächelt. Denn so richtig fand den irgendwie doof. Habe gedacht, was ist das denn für ein Typ und das ist so ein Deutscher und Schauspieler und der kann doch gar nicht Schauspielern.

Christian:
[25:43] Und dann hast du ihn tanzen gesehen im MCU.

Daniela:
[25:46] Was? Nein. Da kann ich mich überhaupt nicht mehr dran erinnern.

Christian:
[25:51] Das war auch eine Serie, die du nie gesehen hast, aber es gibt so einen.

Daniela:
[25:54] In Amerika, Marvel, nee.

Christian:
[25:55] Genau, er hat in dem Film mitgespielt und dieser Serie.

Daniela:
[25:57] Aber die Schleife wollte ich jetzt eigentlich nicht drehen. Was ich sagen wollte, ist, dass ich mich mittlerweile darüber ärgere, dass ich ihn so lange so abgetan habe. Weil jetzt im Westen nichts Neues finde ich erstmal, fantastisch, also überhaupt der ganze Cast. Ich weiß nicht, wie die da zusammengekommen sind, aber da hat jemand ein sehr gutes Casting-Auge einfach gehabt. Ähm, Es ist so ein bisschen wie bei einem Rechtshoch, wo ich zu dir sagte, man erkennt ihn sofort, aber man sieht ihn nicht. Bei Eibrecht finde ich das fast nur ein bisschen krasser als bei Daniel Brühl, aber ich habe letztens auch nebenan mit ihm geguckt, zusammen mit Peter Kurt Ein richtiger Typenfilm, der nur in der Kneipe spielt und irgendwie auch ein bisschen unangenehm ist, aber Daniel Brüss einfach, Weiß nicht, irgendwie ist der für mich so gewachsen über die letzten Jahre und das macht mich so glücklich. Irgendwie macht mich das so zufrieden, dass ich mich jetzt selbst so ein bisschen revidieren kann und möchte gerne auch noch mal seine älteren Filme gucken. Er hat doch auch bei Goodbyen mitgespielt, ne?

Christian:
[26:44] Ja nicht nur mitgespielt, das war ja so seine.

Daniela:
[26:46] Genau und ich habe den gesehen und da habe ich dann immer noch so ein also ist noch nicht so lange her, ich glaube mit dir habe ich den zum ersten Mal ge.

Christian:
[26:53] Du hast dich sehr geärgert über den Film, glaube ich.

Daniela:
[26:54] Ja, kann sogar sein und ich fand dann auch immer noch Daniel Brühl doof. Bin froh, dass ich das jetzt langsam so ein bisschen ablegen kann, Und das ist mir gestern auch noch mal aufgefallen. Ich dachte, was für eine geile Rolle auch. Also wie gut der auch spielt.
Und in dieser in dieser ähm Dokumentation im Making Office, so sah einer seiner letzten Sätze so dieser Film ist einfach so ein Geschenk für einen deutschen Schauspieler und das merkt man natürlich allen an, die in diesem Film spielen. Ach so.

Christian:
[27:18] Auch sehr clever, Daniel Bull hat auch mit produziert als Abspann lief, da war er so in den produzierenden Namen dabei, deswegen weiß ich auch grad gar nicht, ob er technisch gesehen auch den Oscar mitbekommen hat, Bei dem Film ist es in äh bester Film geht nämlich immer an die Produzierenden, nicht an den Regisseur, sondern die Produzierenden sind diejenigen, die.

Daniela:
[27:37] Dann hat Daniel Brühl jetzt was, was Edward Berger nicht hat, einen Oskar, ne?

Christian:
[27:40] Edwad Berg habe ich auch mit produziert, also das das sind dann meistens so, weißt du, so ein Film sind dann meistens fünf Leute, deswegen stehen immer so viele auf der Bühne und wollen sich bedanken, weil, Wir sind hier alle so, ja, die haben auch alle Geld reingeworfen. Genau, äh wir wollten noch ganz kurz den Rest weiter durchgehen. Also Daniel Bull, dann haben wir eben den David Strieso als General Friedrichs, der da Rotwein schlürfend, Bartzwirbelnd.

Daniela:
[28:01] Schmatzend.

Christian:
[28:02] Äh Befehle schreiend äh da sitzt und sagt, Krieg bedeutet Ehre und mein Vater war schon Soldat und ist als Held nach Hause gekommen und.

Daniela:
[28:11] Ein Mann wird alleine geboren, lebt alleine und stirbt allein. Oh Gott, das ist es ist so ein krasses Männerbild und wenn man das so mit heute vergleicht, dann denke ich ja, ein bisschen was hat sich doch bewegt.

Christian:
[28:24] Kriegszeiten würde ich.

Daniela:
[28:25] Ja ja klar. Das ist übrigens auch eine interessante Diskussion, die man führen könnte, wenn man wollte über diesen Film irgendwie gleichberechtigt wir heute sind. Was Männer angeht nämlich gar nicht. Die dürfen nicht weg. Die müssen bleiben, die müssen. Ja ja.

Christian:
[28:40] Ähm, Genau und dann haben wir noch Andreas Düler, den hattest du, glaube ich, schon erwähnt, als Leutnant Hoppe, der da ähm eben glaube ich zu den Jungs sagt, so äh man erwartet sechs Wochen von euch und äh äh so im Sinne von ähm.

Daniela:
[28:55] Stellt euch mal nicht so an.

Christian:
[28:56] Ja und enttäuscht nicht den Kaiser. Ne, der Kaiser braucht Soldaten.

Daniela:
[28:59] Sauber.

Christian:
[29:00] Genau so, ähm der aber auch schon weiß, wie der Hase, glaube ich, läuft. Also der da auch schon irgendwie eine Menge, Scheiße gesehen hat, die da die da stattfindet und ähm äh, pragmatisch, also weil auch im Schützengraben dabei äh deswegen also, Über den Jungs, aber schon mehr Scheiße fressend als eben der äh General Friedrichs, der, glaube ich, weiß ich nicht, wann er das letzte Mal zu den Waffen gegriffen hat, also der von dem Krieg halt auch nur indirekt irgendwie äh also der kommt dann sein In seinem Automobil irgendwie äh in in in die Villa.

Daniela:
[29:34] Der hat keinen Schlamm an seiner Uniform. So viel gesteht man fest.

Christian:
[29:37] Und wenn, dann weiß er, dann hat der Personal die äh den Schlamm rausbürste, persönlich mit Spucke und Zahnseide und äh Zahnbürste.

Daniela:
[29:45] Ja ja, Krieg ist auch immer eine Klassenfrage, ne?

Christian:
[29:47] Und dann haben wir Sebastian Hüg als Major von Brixdorf. Das ist der äh Kollege, der da ähm mit dem General quasi ähm, zusammen in einer Villa, also der so ein bisschen so, Ich will nicht sagen, dazwischen steht, aber ich glaube, ein bisschen mehr von der Welt versteht, weil er durchaus irritiert auf das reagiert, was der General dann immer so von sich gibt. So ähm, Genau, also das ist so ein bisschen noch die, ich sage mal, Befehlshabende oder die die Managementebene sind so diese auch etwas älteren Herren im Vergleich zu unseren 4 oder sechs Protagonisten.

Film

https://letterboxd.com/film/all-quiet-on-the-western-front-2022/


[30:24] Genau und dann, Sind wir eigentlich auch schon drin? Ich weiß nicht genau, wie wir wie wir so in den Film selbst, in den Inhalt irgendwie selbst eintauchen, außer vielleicht ähm tja mit dem Film vielleicht noch mal so einzutauchen in dieses in dieses äh in diese Welt, in dieses Thema und der der Film macht das ja mit seinen, Also mit diesen vier Jungs, mit diesen vier Freunden, die sich eben so schon in der Schulzeit, in der in der zivilen Welt kennen und befreundet sind, gemeinsam in den Krieg ziehen und, denen durchlaufen wir ja auch diese Station des Krieges und auch diese Schleife eigentlich, die der Film irgendwie dreht. Das ist ja eigentlich auch so das ähm, weil viele auch gesagt haben, so dass dass halt irgendwie der Titel im Westen nichts Neues im Buch, Irgendwie Klammer bildet, die der Film gar nicht bildet, weil das Zitat gar nicht vorkommt oder dass dieser Satz irgendwie gar nicht vorkommt, aber wie ich finde, Ähm, Durchaus dem Titel oder einfach nur diesen diesen Satz, dieser Floskel irgendwie gerecht wird, ohne dass er's irgendwie direkt ausspricht, weil das ist halt so eine Schleife, das ist so ein Rad, was dieser Film irgendwie dreht. Und in diesem Rad befinden wir uns halt, Also wir gehen einen Durchlauf mit mit der Figur des, ich muss immer auf die Namen gucken, des Paul Bäumer, so der ist beispielhaft.

[31:45] Und mit ihm sehen wir auch, was das mit seinen Freunden, mit seinen Kameraden macht und und, Es ist diese diese Schleifenstruktur, dieses diese diesen diesen Kreis, den der Film irgendwie dreht, weil wie du schon gesagt hast, der Film beginnt mit einer Uniform, die vom Toten auf dem auf dem Schlachtfeld im Schützengraben entfernt wird.
Paul Bäumer ist der Nächste, der diese Uniform trägt und dann durchleben wir mit ihm ja ein gutes Jahr.

Daniela:
[32:13] Anderthalb.

Christian:
[32:14] Eineinhalb äh in diesem Krieg, Um dann eben auch ganz am Ende, wie du hast es auch schon gesagt, das Spoiler-Fahrung ist, glaube ich, auch hinfällig dabei, aber der eben am Ende ja auch, Absolut sinnlos stirbt, also.

Daniela:
[32:27] Ja über also sinnvoll stirbt eigentlich glaube ich niemand in so einem also bitte rückblickend aber er stirbt halt ungefähr dreißig Sekunden bevor der Waffenstillstand um elf Uhr eintritt wo du so denkst okay, Das ist ja mal obersinnlos. Also ich kenne die die ich kenne die Steigerung für eine Sinnlosigkeit nicht, aber das ist ja noch sinnloser als sinnlos. Auch das äh der Major ähm wie heißt der David Stries oder General-Friedrich-See dann noch mal so kurz vor, Kriegsende, also der Krieg ist eigentlich schon vorbei. Die rechnen selber nicht mehr damit, dass sie noch mal an die Front müssen und er.

Christian:
[33:03] Der Waffenstillstand.

Daniela:
[33:04] Fünf Meter will ich aber haben.

Christian:
[33:06] Waffenstillstand ist festgelegt. Der findet statt, man wartet.

Daniela:
[33:10] Schickt dann sie nochmal los und um 11 Uhr geht dann die Trillerpfeife und plötzlich sind die Deutschen die Franzosen nicht mehr die, die sich umbringen, sondern die gemeinsam den Krieg im Schützengraben beenden und jeder geht nach Hause.
Und bis dahin entscheidet halt jedes Mal, auch die Monate und Jahre davor ist es ja nur Glück, also ist ja nur Glück, ob du überlebst oder nicht.
Entweder trifft ich den Kugel oder es trifft dich keine.

Christian:
[33:31] Sagt der Film, sagt der Film ja auch am Ende noch mit Texttafeln. Da versucht er ja noch so ein bisschen historische Einordnung zu machen.
Indem man ja auch sagt, äh dass diese Westfront, an der wir ja eben sind, ähm dass die halt auch äh vier Jahre lang sich halt irgendwie kaum bewegt hat. Also.

Daniela:
[33:48] Genau, das stand dann halt im Stellungskrieg und immer nur um ein paar Meter dann sich verrückt hat und dass da irgendwie insgesamt sind siebzehn Millionen Menschen im ersten Weltkrieg gestorben, aber da auch unfassbar viele Leute, wo du denkst, wofür? Also, hinterher ja.

Christian:
[34:04] Ja, aber das das würde ich sagen, ist so die ist so diese, diese, diese Grundstruktur irgendwie des Filmes und auch der Erzählung. Also das da darum geht's dem Film glaube ich auch, dieses ähm, Dieses Kreislaufartige bei dem Krieg auch dieses also was du auch gesagt hast natürlich die Sinnlosigkeit dahinter und auch die, Frage, wie viel Menschlichkeit noch da stattfindet oder was es mit dem Menschen macht.

Daniela:
[34:31] Das finde ich so spannend an dem Film, weil er auf der einen Seite diese extreme Hoffnungslosigkeit zeigt und das macht der Film finde ich wirklich richtig gut, Ähm durch das Schauspiel, durch die Maske, durch das Setting im Ganzen. Es ist wirklich richtig gut gemacht und gleichzeitig ist es so ein Film über Freundschaft, Also es geht halt über die Freundschaft dieser äh, Männer, die sich da kennenlernen oder teilweise auch schon kennen und die Vier, jetzt stört Ludwig halt direkt im ersten Tag, als er da ist, also der Junge mit der Brille Aber die anderen drei überleben ja alle noch ziemlich lange. Tiaten und cat kommen noch dazu und die haben ja schon so eine Freundschaft auch miteinander.

[35:07] Und dieser Film hatte also unfassbar ruhige, schöne Momente, wo sie einfach auch ihr Leben genießen können, so absurd es ist, aber Die haben ja einfach auch eine gute Zeit zwischendurch und das fand ich auch spannend zu beobachten, wie sich diese Freundschaft entwickelt und parallel aber immer diese Sinnlosigkeit, Wie so ein Elefant im Raum dasteht, wenn äh Kat zum Beispiel sagt, ja was sollen wir denn machen, wenn der Krieg zu Ende ist? Wir kommen dann nach Hause und die wollen eh nur wissen, ob wir jemanden erschossen haben oder nicht. Wurde auch denkst, ja, wie kommen denn solche Leute nach Hause?
Und was bedeutet das dann später, wenn so einer der anderthalb Jahre im Krieg war als Mann nach Hause kommt Kinderkrieg. Wie geht das? Also das ist ja genau das, was wir bis heute nie, aufarbeiten oder wo es so selten drüber gesprochen wird, was das für Menschen werden, wie die nach Hause kommen, ja, was die erlebt haben, wo man nicht drüber man kann da kaum drüber sprechen, glaube ich, man kann es überhaupt nicht erfassen, Und dann kommen die nach Hause, heiraten, kriegen Kinder und was geben die denen dann weiter? Und das wissen wir ja heute, was für eine Gewalt dann auch später, überall herrschte, weil diese Männer einfach total fertig sind. Also wie soll man auch damit umgehen, was man da erlebt hat? Kann das gar nicht begreifen.

Christian:
[36:14] Ja und auch auch ähm also der Film schafft es ja auch darum ging's ja auch den den äh Film machenden, die Brücken in die Gegenwart zu schlagen und das ist ja oft auch ähm das, was was so diese Kriegs- oder Anti-Kriegserzählungen ausmacht. Dieses es ist ja nicht nur, hey, guck mal, was da vor 100 Jahren passiert ist, sondern immer wieder mit dem Bogen ins Jetzt und mit der Frage, was macht das mit uns als Zuschauer? Was macht das mit unserer Zeit jetzt? Wie viel äh haben wir, meinen wir ähm, überwunden zu haben oder Fortschritte ist ja auch immer so ein Punkt, ne, wie viel, Glauben wir hinter uns gelassen zu haben von dieser Welt, von dieser Zeit, von diesem Krieg, von diesem Denken, äh von dieser Gesellschaft und dann entput man sich ja irgendwie oder erwischt man sich ja auch irgendwie grad in solchen Momenten dabei, so dass, Vieles davon noch irgendwie zeitlos ist und auch eine Sache ist, die halt Krieg per Definition ausmacht, Ja, egal, wie weit wir uns irgendwie mit technischen Mitteln versuchen, davon zu entfernen, aktiv im Krieg irgendwie jetzt sind es Drohnen, die irgendwie unbemannt per Joystick irgendwie geflogen werden, aber schlussendlich sterben halt immer Menschen.

Daniela:
[37:28] Ja, durch Menschenhand.

Christian:
[37:29] Durch Menschen hat der Mensch tötet Menschen so und ähm.

Daniela:
[37:35] Ich habe es ja auch gestern schon zu dir gesagt und ich glaube, da haben wir auch schon zwei, drei Mal drüber gesprochen, dass ich das auch so interessant fand, dass parallel halt bei den Oscar-Nominierungen hier der Top-Gun auch äh Thema war, weil das natürlich ein Film ist, der einen sehr sauberen Krieg zeigt, also.

Christian:
[37:49] Er redet ja auch glaube ich nur vom Feind. Ne, da wurde ja ein oh ja oder auch nicht. Also es wird keine Nationalität dran geklebt. Es wird nicht gesagt, wer denn da jetzt wo irgendwie beschossen werden muss und äh.

Daniela:
[38:01] Also ich finde diesen Gegensatz so krass und Wahrscheinlich werden jetzt viele Leute Konflikte von anderen Kontinenten herauskamen und sagen, aber dann jeder, da ist es genauso, aber mich hat es schon überrascht, dass ich 2023 einen Film sehe, wo ich in.
Aus 19 der 19hundertsiebzehn 1918 spielt, wo einer mit einem Klappspaten jemanden totschlägt, weil er keine Kugeln mehr in seinem Lauf hat und wir darüber sprechen, dass in der Ukraine die Russen mit dem Klappspaten auf die Ukrainer losrennen. Ich habe nicht gedacht. Ist jetzt mal unabhängig von dem Ort, wo das gerade stattfindet. Dass es sowas noch gibt, weil die Jahre davor war immer dieser Drohnenkrieg so.

Christian:
[38:33] Der saubere, der, der, der, ja, ja.

Daniela:
[38:35] Ja, also dieses diese Anonymität des Krieges.

Christian:
[38:38] Da wollte ich halt auch noch hin. Also der Film im West nichts Neues, der hat halt eine ganz andere Fahrt aufgenommen und Brisanz aufgenommen, eben durch den Krieg in der Ukraine. Der ist danach rausgekommen der Film und hat natürlich dadurch mit auch in Hollywood und weltweit solche Wellen geschlagen. Also der ist 2021 gedreht worden der Film und auch in in als ich so gelesen habe, so in Interviews sagte auch der Edward Berger so, Dass es denen halt also mit der Frage, warum eigentlich dieser Stoff jetzt noch mal und der Krieg und dieses Thema und das eben auch gesagt hat, so in, Dem ging's eigentlich noch ähm allgemeiner und größer dadrum, so diesen ganzen, auf wieder auf Kommenden Nationalismus, der auch in der Gegenwart herrscht, also die Trumps der Welt und die Brexits der Welt und die politischen Bewegungen, die ihr in den letzten Jahren und Jahrzehnten oder Jahren vor allen Dingen stattgefunden haben, Die halt so antidemokratisch sind, nationalistisch werden, die Rhetorik, die sich auch immer mehr verschärft.
Dadurch dieses Thema und diesen Film und diesen Krieg halt wieder in die Gegenwart zu holen oder in die in die in die Köpfe oder in die Kinos zu bringen oder in die Heimkinos zu bringen. Das war denen halt eigentlich wichtig und dann kam eben noch mal dieser Krieg in der Ukraine, der das Ganze halt, ja noch mehr zugespitzt hat, noch brisanter, genug relevanter und noch gegenwärtiger alles gemacht hat.

Daniela:
[39:55] Für uns zumindest hier, ne? Ja.

Christian:
[39:56] Genau. So das ähm, Also ursprünglich ne, also da das war so das war so ähm ja da hat die Welt die reale Welt quasi diesen Film auch irgendwie oder die Filmproduktion.

Daniela:
[40:07] Überholt sind wir Oppenheimer glaube ich auch so ein bisschen, ne? Der Film war, glaube ich, schon abgedreht oder zumindest schon mittendrin, als der Krieg in der Ukraine losging, ja.

Christian:
[40:16] Ja, aber genau, also das das finde ich auch so so beeindruckend bei der ganzen Sache, also auch diese diese, auch diese diese Bilder, was du auch gesagt hast, mit dem mit dem Kostüm, mit der Maske, also auch auch in vielen Szenen dann auch zu sehen, also diesen diesen Weg halt mitzugehen und auch diesen diesen, Auch in gewisser Weise diesen menschlichen Verfall irgendwie mitzugehen und mit anzusehen und und das halt auch so audiovisuell. Also ich finde das halt ganz spannend, wie der Film auch erzählt. Die ersten Minuten sind unfassbar still und wortkarg. Der Film erzählt, in Bildern, in Momenten, in Kostümen, in Masken, in der Musik, In dieser ja auch Kameraarbeit und das finde ich grundsätzlich ganz, ganz stark und besonders bei deutschen Filmen ähm habe ich das Gefühl, fällt mir das besonders auf, weil ähm, Ich so ein bisschen ich ich glaube, ich bin das nicht gewohnt. Dieses das ist das ist was sehr Selbstbewusstes, Als Filmschaffende zu sagen, ich vertraue auf meine Bilder, wie du sagst, diese diese ganzen Departments, die er mit äh arbeiten und in denen halt nicht der Name etwas Berger draufklebt. Der hätte sich auch hinsetzen können und sagen können, ich haue in das Drehbuch. Also ich lasse die ich lasse die Jungs plappern und lasse den Leuten alles, was sie fühlen und denken sollen in den Dialogen der, der Protagonisten irgendwie miterleben so und das macht der Film halt nicht. Also der Film schafft halt einfach in also auch dann im Spiel in Blicken Dinge zu erzählen so das ist halt einfach.

Daniela:
[41:44] Das wollte ich grad sagen. Es hat der Film halt auch einfach nicht nötig, weil er eben auch dieser Shirt, diese Schauspieler, allen voran Felix Kammera hat, die sich einfach da, Um Kopf und Kragen spielen und das muss man einfach mal sagen, weil du hast es ja auch schon erwähnt. Das ist das Film Defbüt für Felix und der spielte einfach, Absolut, es ist einfach unbeschreiblich, finde ich. Also es ist einfach krass. Also die haben da diese Uniformen an, die sind voll mit Matschregen, alles, Es ist einfach krass mit anzusehen, wie wie er das macht und wie er das auch mit Blicken macht, immer also mich haut das jedes Mal um und es zieht mich auch sofort in diesen Film einfach so rein. Ich habe jetzt gedacht beim vierten Mal gucken, boah hoffentlich langweile ich mich nicht. Ich glaube, das war dann auch so gestern ist der Grund, warum ich gesagt habe ja, so bin ich vielleicht über einen anderen Film-Podca Ich hatte Angst, dass ich diese Begeisterung nicht wiederbekomme und auch dieses diesen Film unbedingt sehen wollen, aber wir waren dann gestern, haben den Kult und spätestens wenn er dann auf der Ladefläche sitzt mit diesem Zeitsprung von 19hundertsiebzehn Mai siebzehn zu November, achtzehn. Das ist einfach ein anderer Mensch, der dann plötzlich in die Kamera blickt. Es ist so krass.

Christian:
[42:50] Und auch das das das Ende so diese diese, Diese Erkenntnis allein wie er da steht bei dieser Ankündigung da von dem General und eigentlich auch so leer schon ist und dann, Wie du einfach nur in den Augen siehst, wie quasi die die Seele den Körper verlässt und es nur noch eine leere Hülle ist, die sagt, Also der alles egal ist, wo die gar nicht mehr in der Lage ist, zu erfassen, was da gerade mit ihr passiert, sondern einfach nur noch läuft und marschiert und in den eigenen Tod rennt und das.

Daniela:
[43:18] Man muss aber sagen, dass er davor auch in den letzten vier Tagen alle seine Freunde verloren hat, ne. Also Franz und wie heißt der andere, Franz und Albert sind auf dem Schlachtfeld gestorben. Tja hatten.

Christian:
[43:29] Unter grauenvollen Bedingungen. Also.

Daniela:
[43:32] Wissen wir's nicht. Da ist.

Christian:
[43:33] Ja, aber dann die die Nummer dann mit dem mit den Flammenwerfern, die da also und die mussten das ja mit ansehen, also.

Daniela:
[43:39] Und Jaden bringt sich selbst um, weil er auch im Lazarett liegt und äh Kat wird erschossen.

Christian:
[43:45] Von einem Kind, das sein eigenes sein könnte. Also wir erfahren im Laufe der Handlung, dass er ein Kind verloren hat, dass irgendwie neun ist oder also neun gewesen wäre, muss man sozusagen.

Daniela:
[43:57] Ja, die Frau sagt, äh er feiert jetzt seinen zehnten Geburtstag und ich gehe nächste Woche zum Grab, also er hat das Kind ein paar Jahre vorher verloren, ja.

Christian:
[44:04] Genau und dann steht er da vor einem Kind, weil er da irgendwie die Eier geklaut hat und steht da vor einem Kind, das also er geht irgendwie zum Pinkeln in den Wald und dreht sich um und äh es steht vor ihm ein Kind, das sein Eigenes sein könnte und, erschießt ihn quasi. Also auch da diese diese, Absurdität des Krieges. So auch eigentlich das schon abgeschlossenen, nahezu abgeschlossenen Krieges, so das ähm das fängt der Film halt auch sehr sehr gut an, ja.

Daniela:
[44:34] Worüber jetzt noch gar nicht so viel gesprochen haben, ist über diese ganzen Erzählstrangen mit den Gerichts- und Gerichtsverhandlungen, mit den ähm.

Christian:
[44:41] Waffenstift.

Daniela:
[44:42] Waffenstillstand, also mit den Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich, ähm was für mich eigentlich den Film noch so ein bisschen runder macht, weil der einfach noch mal auch zeigt, wie unterschiedlich Krieg auch ist, Also ja, der General sitzt da in seinem Gut und trinkt Wein und gibt Befehle und er entscheidet darüber, wer stirbt und wer nicht stirbt Also er schickt die ja einfach los in dem Wissen. Hätte auch sagen können, die letzte Viertelstunde bleibt halt hier. Wir warten bis die Zeit rum ist so.
Er schickte ihn in den Tod, Oder vielleicht auch nicht, wenn sie Glück haben äh und die Verhandlungen da auch, die sitzen da und essen ihre Croissants und haben heißen Kaffee und ein kuscheliges Bett und die sitzen da in Schützengräben und, Chippen mit ihren Helmen das Wasser aus den Gräben.
Ich mir auch dachte, ja, es ist einfach also ich habe das grad schon so gesagt, aber Krieg ist auch eine Klassenfrage. Es sind eben nur bestimmte Leute, die in den Krieg ziehen müssen, doch nur bestimmte Leute, die an vorderster Front im wahrsten Sinne des Wortes stehen, ja Sind eben die anderen Leute, die darüber entscheiden. Das fand ich auch noch mal jedes Mal finde ich das so krass, wenn ich dann darüber anfange nachzudenken, wie entscheidend da auch der Geldbeutel der Eltern oder die Bildung ist, zu sagen, ja, Gut, die haben sich jetzt selbst dazu entschieden, in den Krieg zu gehen, aber es rechtfertigt doch trotzdem noch nicht zu sagen, ich bin der Ranghöhrer. Ich sage dir jetzt, dass du noch für die letzten 15 Minuten da dein Leben lassen musst, wenn du Pech hast. So.

Christian:
[46:04] Ja und diese ganze äh Geschichte da rund um den um den Waffenstillstand, das ähm, Ich sage ja, ich habe mich da, ich habe mich da auch noch nicht so intensiv eingelesen, wie ich das eigentlich gerne machen würde. Ich hatte halt nur äh in einer, Auseinandersetzungen dann, wie gesagt, nach Oppenheimer, so dieses Thema zweiter Weltkrieg, hatte ich mir dann noch mal bei Netflix auch in so einer Doku-Reihe, das hatte ich da, glaube ich, auch erzählt da. Ähm da gibt's eine ganz tolle äh Doku-Reihe. Ich glaube, so zehn Folgen, das habe ich auch in einem in einem Newsletter verlinkt. Irgendwie die Ich weiß nicht, was der Engel noch mal war, irgendwie die wichtigsten Kriegsereignisse in Farbe ähm.

[46:40] Zweiter Weltkrieg in Farbe, irgendwie so was ähm und da war ich äh da war ich erschrocken, wie viele, Dinge ich in dieser Dokureihe gelernt habe, von denen ich dachte, ich hätte das ja eigentlich alles schon wissen müssen so, als irgendwie, Mensch, der zur Schule gegangen ist und äh der vielleicht offen durch die Welt blickt, aber dass ähm, Dieser dieser Waffenstillstand, der da eben in diesen in diesem Zugabteil ähm, ausgehandelt wurde und damit das Ende des Ersten Weltkriegs herbeigebracht hat und dann daraus sind ja auch die Wesaja Verträge entstanden, die ja dann eben, die Kriegsschuld auch bei Deutschland festgesetzt hat und diese hohen Reparationszahlungen festgesetzt hat und äh ja, Weitere Geschichte und historische Ereignisse angestoßen haben und dann haben wir eben diesen diesen Sprung ins Dritte Reich und als Hitler in Frankreich einmarschiert ist, hat er, Diesen Wagen, dieses Zugabteil, was wir hier auch sehen, das in einem Museum irgendwie in Frankreich oder Paris oder wo auch immer stand, hat er aus dem Museum holen lassen, an die gleiche Stelle hinstellen lassen.

[47:49] Wie hier in diesem Film, wo dieser Waffenschüchtern und hat dort, Den Franzosen die Kapitulation äh hindiktiert in die Dokumente, um zu sagen, so jetzt haben wir quasi die diesen Punkt, den wir hier sehen im Film, dieser, dieser dieser ja in der eigenen Rhetorik dieser Fehler des Waffenstillstands, das haben wir jetzt hier äh, wie sagt man, ähm korrigiert.

Daniela:
[48:13] Absolute Machtdemonstration.

Christian:
[48:15] Ja und auch so eine englische Begriff Petin ist. Das ist so dieses ähm ich weiß nicht, was was was da so richtige deutsche Übersetzung ist, aber auch so diese diese, Dieses zu kleinteilig sich daran zu verbeißen. Also das ist so also das ist schon echt, das ist schon einfach krass so. Das also die die mussten in diesem Museum mussten die Wände rausbrechen, um diesen Wagon da rauszuholen, weil Hitler gesagt hat, dort muss das passieren. Propagand, Da technisch ist das natürlich ein riesengroßer Coup gewesen, das so auch zu inszenieren.
Aber das äh wusste ich zum Beispiel überhaupt nicht, dass dieser Wagon ich hatte noch gelesen, dass so ein bisschen in der Wikipedia, der hat da irgendwie danach auch noch Reisen irgendwie hinter sich gemacht, äh der ist irgendwie erst in den 80ern wohl irgendwie in der DDR verschrottet worden.

Daniela:
[48:57] Ah ich wollte grad fragen, ob's den noch gibt.

Christian:
[48:59] Nee, also auch eine absurde Geschichte, die danach passiert ist, weil irgendwie, glaube ich, niemand so richtig dann irgendwann noch wusste, was das eigentlich für ein Teil ist und der ist dann irgendwie jahrelang irgendwie als Zuckerteil oder so noch gefahren, umgebaut und also, aber halt so eine weißt du, diese diese Signifikanz, die dieser eine Wagon hatte und dann später wieder aufgegriffen wurde, einfach auch auch krass und das meine ich halt so, um den Zweiten Weltkrieg zu verstehen, muss, Den ersten Weltkrieg irgendwie mitdenken und die Zeit irgendwie mitdenken und das ist halt einfach auch so also, Das fasziniert mich jetzt auch an der ganzen Sache und dann weiß ich über diesen Film tauche ich jetzt wieder in die Geschichte ein und springe 100 Jahre zurück, um aber gleichzeitig.

[49:41] Die Anknüpfpunkte, was man ja eigentlich immer machen sollte, so bei so einer historischen Auseinandersetzung in die Gegenwart zu ziehen, so diese Frage was hat es mit mir jetzt eigentlich an dieser Stelle zu tun?
Und natürlich gibt's da viele Bögen, die man die man dann springen muss, um zu sehen, aha aus dem Punkt folgt der Punkt und das hat dazu geführt und das hat dazu geführt und Das fasziniert mich einfach total, dass also das ist auch das, was ich an einem Film jetzt im Westen nichts Neues so schätze, dass der halt auch ähm.

[50:08] Dass der halt diese diese Brücke in die Gegenwart schlägt und einfach durch seine Existenz schon sagt, guck dir mal an, was da passiert ist. Guck dir mal an, was vor 1hundert Jahren, Passiert ist. So und das war jetzt auch durch die durch die pandemiebedingt äh ja auch dieses Thema Spanische Grippe, so dass ohne die Coronapandemie hätte ich die Spanische Grippe zum Beispiel nie irgendwie größer vor Augen und fragt mich halt, Was hat das jetzt alles auch mit dem ersten Weltkrieg zu tun? Und dann gibt's wieder neue neue Aspekte, äh in die man sich da irgendwie einlesen kann so, weil weil es halt auch nie aufhört, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und das finde ich auch so spannend, dass man halt dieses Buch, Fast 100 Jahre später diesen Originalstoff fast 100 Jahre später wiederholt, um zu sagen lass mal gucken, was da drin ist, was, nichts an Relevanz verloren hat und da bin ich jetzt auch nicht also dann finde ich das auch nicht schlimm zu sagen und, Wir schreiben da noch mal andere Aspekte mit rein oder verlagern die Schwerpunkte oder streichen auch Dinge. Es gab ja wohl irgendwie ein Buch auch ein ein äh Heimatbesuch irgendwie, den da äh ich muss noch mal schauen, Paul.

Daniela:
[51:14] Bäume, Paul Bäume.

Christian:
[51:16] Ja, ich will irgendwie immer immer Franz sagen. Ich weiß nicht warum, die der Paul Bäumer gemacht hat. Das haben sie im Film halt ausgelassen, ne? Also er bleibt halt an der Front und er bleibt ins Kriegssetting im Buch äh reist, da wurde irgendwie noch mal nach Hause, um zu sehen, dass er da komplett den Anschluss verloren hat. Also das, was du ja gesagt hast, was den, Jungs und Männern dann nach dem Krieg passiert ist, ist im Buch halt schon zwischendrin passiert zu sagen, Was für einer Welt leben wir eigentlich außerhalb dieses Krieges? Also wo komme ich eigentlich her, für wen mache ich das eigentlich, für was mache ich das hier eigentlich und ähm das finde ich halt, Also ich find's halt dann nicht also ich find's grundsätzlich spannend sich auch mit solchen alten Stoffen, vermeintlich alten Stoffen auseinanderzusetzen, um zu gucken, was ist davon noch relevant, was ist, Das lohnt sich auch in der dritten Verfilmung, Im Jahr zweitausendeinundzwanzig zweiundzwanzig ähm da rauszuholen. So und dann ist das für mich auch okay zu sagen, ja, wir machen andere Schwerpunkte oder entscheiden uns dann noch mal für andere Dinge. Ähm, Ja, vielleicht können wir noch ein bisschen über die Inszenierung noch weiter sprechen. Da haben wir.

Daniela:
[52:17] Ah sehr gerne.

Christian:
[52:18] Geschwärmt, vielleicht sollten wir das nochmal in einem etwas größeren Block machen.

Daniela:
[52:22] Ähm ja, es ist ein bisschen schwer, finde ich das jetzt so irgendwie mit irgendwas auf den Punkt zu bringen, weil dann natürlich in der Inszenierung, Das Wort ist so schwer.

Christian:
[52:37] Es ist auch schon spät.

Daniela:
[52:39] Ich kann es nicht aussprechen. In der Inszenierung auch viel passiert, Ähm aber grundsätzlich, um es mal irgendwie so für mich zusammenzufassen, was was ich warum ich auch sage, das ist ein wunderschöner Film ist.
Er ist einfach wunderschön inszeniert. Also wir haben wunderschöne Bilder, Jetzt mal unabhängig von einigen Naturbildern, die wir zwischendurch mal sehen, wenn zum Beispiel die Kamera so von unten nach oben in die Bäume reinfilmt oder eben auch diese Bilder mit dem Fuchs.

[53:05] Ähm gibt es mehrere Szenen, die einfach so perfekt, symmetrisch sind, was mich dann wieder so zu brachte, auch auf den Schlachtfeldern, diese Choreographien, die da äh, abgefahren werden. Es ist einfach ein Wahnsinn und das auch zu sehen, wie, Es ist mir nahezu unmöglich zu verstehen, wie man das hinbekommt. Sie sagen dann auch, dass da irgendwie zweihundert äh Statisten auf einem äh Action laufenden 200 Leute los und dazwischen muss es noch explodieren und schießen und, Die Kamera läuft erst nicht hinter Paul her und dann doch und dann von der Seite und ja, es ist einfach also noch ein riesen logistischer Aufwand, aber daneben sieht es auch einfach wunderbar, wunderschön aus. Also es gibt so ein paar Szenen, ich einfach so toll finde, zum Beispiel wenn die auf der Latrine sitzen und Paul Kat den Brief von seiner Frau vorliest.
Dieses Bild ist einfach so symmetrisch und es ist aufm Fernseher schon beeindruckend, wenn man's dann auf der Kinoleinwand sieht, ist einfach noch krasser. Oder wie Kat dann am Ende vor diesem Hof, wo Paul die Eier stiehlt vor dem, Tor steht und es fängt an zu schneien. Auch wieder ein wunderschönes Bild, Oder wenn sie zusammen die geklaute Gans äh kochen und dann äh singen und tanzen und.

Christian:
[54:15] Fuchs du hast die ganz.

Daniela:
[54:16] Ist die ganz gestorben, genau. Also das sind dann auch eher so die ruhigeren Momente, die so die ich jetzt beschreibe, weil es mir eben schwer fällt, auch diese Bilder in dem ähm, Nicht toll, wie heißt das? Stürzen Gräben oder auf den Schlachtfeld zu beschreiben, aber auch die sind von der Inszenierung einfach. Es ist perfekt, Es ist einfach perfekt. Ich erlebe mich. Es gibt genau eine Szene, wo ich mich ärgere.
Und das ist wenn Tiarden auf dem Boden liegt im Lazarett und sagt, ja, wo bin ich denn getroffen? Er hat irgendwie eine Wunde am Knie und sagt er, wie schlimm ist es, ich kann meinen Kopf nicht heben und 30 Sekunden später hebt er den Kopf. Das ist der einzige Moment in dem Film, der aber So ein Störmoment in mir auslöst, weil alles andere einfach so perfekt ist. Wo ich mir denke, oh mein Gott, alles ist perfekt an diesem Film, ja? Selbst David Strieso in seiner Uniform, der das Oberarsch noch spielt. Es ist alles sieht einfach alles gut aus, ja? Dieser Wagon, den du da beschreibst, wie der im Wald steht, das Licht auf ihn drauf, dieser Wagon bildet quasi das Ganze, füllt dieses ganze Bild aus, Es ist glaube ich, es ist mir deshalb so aufgefallen, weil es hier erst mal außergewöhnlich ist für einen deutschen Film und weil ich ein großes ähm ich habe so einen großen Ordnungswind.
Und der wird in diesem Film einfach perfekt bedient. Es gibt keine Störgefühle bei mir, wenn ich auf eine dieser Szenen gucke. Es ist einfach alles, Perfekt bis auf diese eine Moment mit Jaden, der mich dann direkt sofort rausbringt, ja.

[55:41] Es ist so absurd, finde ich manchmal, ich kann nicht sagen, dass es ein wunderschöner Film ist, es ist ein Kriegsfilm, es ist ein Antikriegsfilm, aber, Es ist jetzt nicht unbedingt ein Wort, was ich für einen Antikriegsfilm benutzen würde.
Es gibt genau einen Film, bei dem wir das genauso geht und ich habe ihn heute schon mehrmals erwähnt. Das ist Donek und es gibt einfach mehrere Momente, wenn Tiarden sich zum Beispiel die Gabel in den Hals rammt Erinnert mich, dass zum Beispiel in dem Moment, wie die Jungs da an äh in an dem Strand sitzen und der eine Mann geht einfach ins Wasser. Diese Hoffnungslosigkeit, Weil im Westen nichts Neues. Es ist alles noch mal ein bisschen lauter. Ich finde dein Körper ist noch mal im Ganzen ein bisschen stiller.

Christian:
[56:18] Und ich glaube, du beziehst dich jetzt nicht auf die Musik.

Daniela:
[56:20] Genau, nee, nee, sondern auf die Dialoge und alles, aber die Musik ist für mich auch in beiden Filmen, Etwas absolut tragendes oder eben auch die Choreografien. Ich werde nie vergessen, wie ich dank das erste Mal sehe und einen Fliegerbombe bekommen Strand und alle Statisten fallen gleichzeitig auf den Boden. Natürlich tun sie das. Aber ich habe das so noch nie im Kino gesehen und das geht mir beim Westen nichts Neues genauso.

Christian:
[56:43] Na ja, die sind halt beide, du hast das Making-Off ja auch noch gesehen, hast du gesagt. Die sind ja beide auch noch ähm also Nolan hat noch mal andere Mittel und andere Dimensionen, aber es sind ja beides tendenziell sehr handgemachte Filme.

Daniela:
[56:54] Genau, das ist mir jetzt bei dem Making of auch noch mal aufgefallen, dass sie halt auch gesagt haben, wir haben zwei Monate lang am Reißbrett diese, Kampfszenen entworfen, also diese Szenen auf dem Schlachtfeld so mit der Stoppuhr langgelaufen, um zu gucken, wie viel Laufwege brauchen wir überhaupt, wo kann die Kamera, wo kann er hinterherlaufen, wie lange dauert das, bis er diesen Weg gelaufen ist, Und ich will gar nicht so sehr Filme schlecht machen, die so sehr vor dem Green-Screen oder wie heißt man da heute? Ich ja, Ich will das will auch jetzt niemanden da nennen, die so sehr bekannt dafür sind. Aber ich habe das bei Making of auch noch mal gedacht. Vielleicht macht es auch eben einen Unterschied, ob ich die Uniform wirklich im Schlamm tragen muss, ob sagen sie ja auch, ja. Ich habe acht Kilo Gewehr in der Hand, ich habe die Uniform an, ich kann mich Wenn ich mich bewege, bewege ich mich so, als hätte ich eine Uniform an, die voll mit Wasser ist und das wiegt alles 20 Kilo, ja? Das wiegt ein Drittel von dem, was wahrscheinlich bei Felix Kamera wiegt. Ja, guck dir den an, diesen Hämpfling.

Christian:
[57:50] Ich habe gelesen, dass an Vorbereitungen mit zehn Kilo Weste joggen war, um aber ja.

Daniela:
[57:54] Die haben da auch ein Bootcamp und alles gemacht, um zu lernen, wie das funktioniert zu schießen, ja. So, Das machen also Schauspieler bereiten sich ja immer auf ihre Rollen vor, aber ich finde es in solchen Find's auch immer schwierig, das so zu glorifizieren, ja? Zu sagen, wir haben so toll und was wir alles gemacht haben, aber ich finde das tut der Film eigentlich gar nicht so sehr, sondern er beschreibt nur das, was man getan hat, zu sagen, wir haben diese 2fünfzig Laufmeter ähm, Schützengräben ausgehoben und wir hatten drei Fußballfelder, auf denen konnten wir dann das Schlachtfeld nachbauen. Und du siehst dann auch in manchen Szenen, dann ist da noch kein totes Pferd. Das wird dann hinterher mit dem Computer noch dazu, Macht, ja?
Damit sind Sie aber zum Beispiel auch auf Instagram völlig wahnsinnig gut offen umgegangen, weil Sie ganz oft die Bilder oben gezeigt haben, wie Sie mit Nachbearbeitung aussahen. Unten wie's im Original aussah. Da wurde halt noch viel nachgefärbt und so. Ja, ich komme ganz ins Schwarm, aber es ist ja, es ist, glaube ich Unterschied.

Christian:
[58:46] Ich wollte grad den Leon Leonardo di Cabrio noch mal anzitieren, der ja äh ne also hier sein Oskar da für seine komische Nummer da mit dem Bären und da, der auch durch den Schlamm gerobbt ist, damit er endlich seinen Oscar bekommt und da irgendwie von dem CGI-Bären da irgendwie noch äh äh ähm, wurde, so dass es halt eben so dieser Gegensatz ist halt eben so ja also ähm wie hießen denn noch wo er da im im, The event genau, so dieses vermeintlich auf irgendwie ähm, Der Film des Filme machen als Leidensweg, weil guck mal, ich bin ja wirklich durch den Schlamm gerobbt und äh nachher kommt der Computer und die größte Szene des Filmes ist dann irgendwie aus dem Computer äh gemacht und verpufft dann irgendwie im weiteren Kontext, weil man sehen kann, dass er vor wirklich durch einen Schlamm gerobbt ist und danach siehst du halt, wie dieser Computerbär ihn da irgendwie malträtiert und das Diesen Spagat schaffen Sie hier halt viel, viel besser zu sagen, ja, lege dir noch einen Computerpferd hin, aber wie du sagst, man sieht es halt dem Film auch und ich glaube, man sieht es halt immer, diese langen Takes, wo die Kamera schon dem Dritten Protagonisten hinterherrennt, wie der mit Machete auf den anderen zurennt und du merkst, da liegt halt was in der Luft. Das kann halt jederzeit schiefgehen. Das merkst du, ob der Schnitt kommt, das merkst du, ob da alles aus dem Computer kommt und das schafft der Film halt sehr, sehr gut, Ähm handgemacht, aber damit auch, also aus Gründen auch handgemacht zu sein.

Daniela:
[1:00:14] Will auch gar nicht.

Christian:
[1:00:15] Aus Show-Effekten oder so.

Daniela:
[1:00:17] Ich das meine ich, glaube ich, auch mit Glorifizieren. Ich habe da gerade kurz vorher noch mal nachgedacht. Ich glaube, das war der Film, die brückelt. Ich habe den vor Ewigkeiten gesehen. Und das sind da auch, glaube ich, ganz junge Kinder, da diese diese Brücke verteidigen müssen im zweiten Weltkrieg, glaube ich.
Ähm und der Regisseur muss damals ganz also es ist jetzt so Halbwissen aus meinem Gehirn irgendwo rausgekramt, aber der Regisseur muss wohl auch ganz ätzend mit den, Darstellern damals umgegangen sein, die noch superjung waren und ich will das gar nicht glorifizieren, wenn Felix Kamera im Schlamm rumrobbt. Ja, aber ich habe einfach die Hoffnung, dass man heute an den meisten Filmsets einfach, anders miteinander umgeht und ich weiß, dass das nicht für alle Filmsets Geht und da gibt's wahrscheinlich immer noch viel Gebrüll und Geschreie, aber ich habe einfach ein bisschen Hoffnung, dass es hier nicht der Fall war.
Wie man es ja immer hofft bei solchen Sachen, die einem am Herzen liegen. Aber ich find's einfach auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass eben nicht das Schlachtfeld komplett aus dem Computer kommt, sondern eben nur gewisse Teile aus dem Computer kommen.
Und das bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass ich deswegen aus Prinzip jeden Marvelfilm einfach scheiße finde, so das ist nicht das Fass, was ich aufmachen will.

Christian:
[1:01:21] Ich glaube um um um den Bogen wieder zurück auch zum zum Film und auch zu der Filmcrew zu schlagen so und ähm, Du hast es, glaube ich, am Anfang auch schon gesagt. Der Film ist ähm außergewöhnlich oder ein Meilenstein auch für den deutschen Film und wir werden da auch gleich noch ein bisschen über Netflix irgendwie sprechen und ich glaube, dass der also mich hat der Film auch so umgehauen und überrascht, Weil ich es auch genossen habe, so eine Produktionsgewaltige bildgewaltige ähm, Material, gewaltige Inszenierung erleben zu dürfen. So und auch diesen diesen Mut, auch zu beweisen und zu sagen, Wir können das auch und wir wollen das auch und wenn für unseren Film Minus Astrid Fußballfelder zum zum Schützengraben irgendwie umgestaltet werden müssen, so, dann machen wir das einfach mal. Ich hatte das Gefühl, dass dass diese.

[1:02:20] Dass diese ähm Großproduktion, die dann irgendwie so aus Deutschland kommen, einfach oft, Also andere Schwerpunkte setzen und irgendwie auch, also das wird im Film ja auch so ein bisschen vorgeworfen, dass der sich irgendwie auch an so ein internationales Publikum irgendwie anbietet oder, Halt auch so ein so ein so so ein versuchter Oscarfilm irgendwie war. Aber da muss ich halt eben ganz ehrlich sagen, bei dieser ganzen Inszenierung, bei diesem ganzen, Gesamtpaket, was man so sieht und hört und in allen Details, spürt und wahrnimmt, bin ich dem Film einfach erstmal sehr, sehr dankbar so und auch diesen diesen Mut zu haben oder oder, Mut ist vielleicht das falsche Wort, aber einfach auch mal zu sagen so lass uns das irgendwie auch mal machen und nicht ein ein ein ein Beispiel, so diese, Diese Geschichte dann, wie die Panzer da auf dem Schlachtfeld anrücken, die Art und Weise, wie das inszeniert ist, habe ich zu dir gesagt, das ist das ist wie im Science-Fiction-Film und das ist ja auch sehr bewusst so gemacht zu sagen, so muss das auf die Jungs dort gewirkt haben, dieses, in diesem komplett unmenschlichen Setting, Dieses also du siehst ja keinen einzigen Menschen in diesen Dingern. Du spürst, wie diese Panzer anrollen. Du merkst, die Gefahr, die sich verdichtet anhand der Reaktionen von einem Cat, der kriegserfahren ist und wenn selbst der sagt, wir müssen jetzt hier weg.

Daniela:
[1:03:37] Na ja, die ganzen Ratten, die plötzlich da la.

Christian:
[1:03:39] Dann weißt du genau, dann auch da wieder die die Natur, die auch auf den Krieg reagiert, ne, so dieses dieses, also da ist, da rollt eine neue Naturgewalt irgendwie an dir, aber so unnatürlich aussieht und auch so einen unnatürlichen Ursprung hat und dann kommen ja auch diese Flammenwerfer gestalten noch mit.

Daniela:
[1:03:58] Deren Gesichter man auch nicht sieht.

Christian:
[1:04:00] Ja und und das hat alles sowas, sage ich ja, so was Science-Fiction, Außerirdisches tatsächlich und das irgendwie so zu erleben und da auch ein ein Fokus drauf zu setzen und zu sagen auch mit diesem durchaus, ich will nicht sagen plakativen, aber mit diesem, Unsubtieren Soundtrack dazu, einfach mal zu sagen, ja, das ist, Das ist auch eine also uns geht es auch darum, eine Erfahrung zu vermitteln Und das ist halt Film und das ist halt auch Kino und das ist halt auch das sind halt auch diese diese diese Bilder und mal mit solchen Bildern und mit solchen Mitteln so was zu erzählen und eben nicht nur irgendwie, Ich will, dass eine nicht unbedingt gegen das andere ausspielen, aber ich habe so das Gefühl, dass dann die Strukturen, die hierzulande, Filmische ähm Relevanz haben oder oder oder Film hervorbringen, Sind es nicht gewohnt, mit diesen Mitteln Film zu machen und Geschichten zu erzählen.

Daniela:
[1:05:08] Hast mal nachgeguckt, was der Film gekostet hat.

Christian:
[1:05:12] Ich glaube, dass ich das im Kontext dieser Oscar-Geschichte. Ich glaube, die hat irgendwie 20 Millionen Euro oder Dollar.

Daniela:
[1:05:16] Viel oder ist das viel für einen deutschen Film?

Christian:
[1:05:19] Für einen deutschen Film viel viel äh für Netflix ist das Kaffeekasse. Also das ist halt also auch.

Daniela:
[1:05:26] Ich finde das halt so interessant.

Christian:
[1:05:28] Für Hollywood ist das eigentlich also das ist genau das Level, das halt nicht mehr existiert in Hollywood. Es gibt nur noch die Filme, die kosten zwei Millionen und das ist halt ultra wenig.

Daniela:
[1:05:35] Ja oder die kosten sechstausend Euro.

Christian:
[1:05:37] Ja oder die kosten halt 250 Millionen und X Cosisi kriegt einen Plankoscheck von Netflix und weil der Computer muss den Niveau Jugendrechnen und also so absurde also auf andere Seite wie der absurde Material schlachten. So aber dazwischen gibt's halt kaum noch etwas und der Film ist halt deutlich dazwischen anzusiedeln und das finde ich halt, Also das finde ich halt ähm frisch und anders und irgendwie auch ähm es hat mich beeindruckt. Es hat mich beeindruckt den Film, dass der Film so ist, wie er ist.

Daniela:
[1:06:07] Also ich gucke ja viele deutsche Filme. Ich gucke ja wahrscheinlich die meisten Leute viel zu viele deutsche Filme. Aber sowas habe ich halt auch noch nicht gesehen. Ich kann mich nicht erinnern. Ich kann mich nicht erinnern, so einen deutschen Film schon mal gesehen zu haben.
Was wahrscheinlich auch eine Budgetfrage ist, ähm aber da kamen, glaube ich, auch ganz viele gute Momente zusammen. Viele gute Leute, die zusammengearbeitet.

Christian:
[1:06:32] Ja vielleicht ähm ja wir sind dem Film sehr wohlwollend gegenüber eingestellt. Uns hat er sehr beeindruckt. Uns hat er sehr gefallen. Uns hat er sehr bewegt. Uns hat er sehr mitgenommen. Ähm, Ich hatte mich ein bisschen versucht so in die Kritik einzulesen rund um den Filmbenetz, aber auch nicht wahnsinnig tief rein. Ähm du hast es glaube ich auch so ein bisschen du hast ja gesagt, dass du schon bevor du den Film gesehen hast kritische Stimmen zu dem Film wahrgenommen hast, Ähm ja ähm ich ich glaube, dass mit die größten Kritikpunkte ähm tatsächlich so diese Änderungen zum äh, Zum Quellmaterial, zum Buch ähm also dass dass das halt kritisch aufgenommen wurde, Dinge wurden weggelassen, dann dieser äh, suplot rund um den Friedensvertrag wurde hinzugedichtet, also dass da so gewisse auch was du schon gesagt hast historisch auch alles nicht so ganz sauber irgendwie ist, wobei ich eben auch das Gefühl habe, dass der Film halt also, Historische ähm ähm Fehler sollte man in solchen Sachen auch immer vorwerfen. Also das ist für mich oder oder sollten gehört werden. Das finde ich halt auch immer relevant beim Filmdiskurs.

Daniela:
[1:07:39] Ich finde das auch wichtig zu sagen, diesen RC-Schrank gibt es im Buch nicht und ich kann, das kann man auch kritisch sehen. Ich habe das Buch jetzt nicht gelesen, Weiß auch nicht, ob ich das jetzt schlimm finde, ähm wenn aber jetzt plötzlich irgendwelche Giraffen auf dem Schlachtfeld rumrennen würden, weil der Regisseur sich aus einer Inszenierung heraus dafür entschieden hat würde ich sagen, ja, das müsste man dann schon mal grade rücken.

Christian:
[1:07:59] Oder halt wie die Tatsache, dass es diese diese das, was wir im Film sehen, das ist das halt wohl so nicht gab, dass halt eben nach dem, unterzeichneten Stillstand tatsächlich noch ähm ähm Einheiten irgendwie an die Front geschickt wurden und irgendwie noch 5zehn Minuten Krieg machen mussten oder so. Während was ich so am Rande gelesen habe und ich hoffe, dass auch Leute, die zuhören und sich sehr gut damit auskennen, auch gerne Feedback zurückgeben so ähm, Aber ich habe zum Beispiel auch hatte das Gefühl, dass dass der Film vielleicht da auch und das kann man im Film auch vorwerfen so, weil, Ist die Frage, ob man das so behandeln muss, aber dass der Film, glaube ich, es gab ja, glaube ich, diesen diesen ähm.

[1:08:38] Aufstand der der Matrosen bei der Marine, so wie ich das verstanden habe, sollte die Marine noch mit U-Booten in eine Kampfhandlung geschickt werden, die offensichtlich auch dem dem Untergang geweiht war, also dass da irgendwie noch ein Angriff fette stattfinden sollen, der ohne ein, Wunder in der kompletten Auslöschung der Marine geendet hätte und das wussten die Matrosen auch und deswegen haben sie halt eben, revoltiert. Das war dann eben auch Anfang November aus dem Matrosenaufstand. Ist dann ja eben auch der der der also die die Novemberrevolution stattgefunden, die dann irgendwie am neunten November glaube ich da stattgefunden hat, die Republik wird ausgerufen, all dieser historische Kontext kann ich mir vorstellen, dass man da vielleicht mit der Szene so ein bisschen drauf drauf anspielen wollte, dass man sagt, ja, es gab jetzt nicht diesen General und diesen Befehl und diese Handlung, aber, Denken, Dieses Symbol, wofür das stehen soll zu sagen, es gab in der äh äh deutschen Armee gab es gab es halt Generäle oder oder höherrangige, die halt schon, Zur Unterzeichnung des Friedens oder des Waffenstillstandes, also die die Auswegslosigkeit des Krieges gesehen haben, aber eben nicht ähm, Also in eine Kampfhandlung untergehen wollten, so nach das, was ja auch später dann im dritten Reich passiert ist, dieses diese Fanatismus, der gesagt hat, wir müssen im Krieg sterben. Wir dürfen nicht nach Hause gehen, so.

Daniela:
[1:09:55] Also das finde ich halt auch interessant, weil's mich überhaupt nicht gewundert hätte, wenn's den General Friedrichs gegeben hätte, der diese Jungs noch kurz vor Kriegsende und dann kommen ja grade noch neue an. Also fallen gerade vom LKW runter, im wahrsten Sinne des Wortes und er schickt sie in den Krieg Das finde ich übrigens auch ein ganz tolles äh Ding an dem Film bis die Jungs, die am Anfang dann in den Krieg kommen, die vier, haben überhaupt keine Zeit.

[1:10:18] Komme an die Front und müssen sofort kämpfen und es gibt diese schöne Szene, wo Paul und ich glaube, zusammen mit, Mit Franz, ne.

[1:10:30] Mit Alba zusammen ähm Nachtdienst schieben muss und äh irgendjemand bewegt sich auf dem Schlachtfeld und ich glaube diese, Person bewegt sich nur, weil Mäuse an der oder Ratten an der Leicherung knabbern und sie schießen dann auf die Leiche und sie Mäuse ratten gehen so auseinander, Und eine Sekunde später wird Paul Bäumer angeschossen. Da kriegt die Kugel geht auf seinen Helm. Er fliegt so nach hinten und dann kommt Cat und sagt, was passiert und er so, die da drüben haben auf mich geschossen.
Und das ist so, die haben keine Zeit sich zu sortieren, um überhaupt mal zu klarzukommen, was Wo bin ich überhaupt? Wir als Zuschauernde haben das aber auch nicht. Wir werden sofort reingeworfen von diesem, ja, wir marschieren jetzt singend in den Krieg zu. Oh Scheiße, die schießen auf meinen Kopf und dadurch entstehen manchmal einfach also diese Szene. Man muss so lachen. Man muss es so unfreiwillig, Es ist wahrscheinlich bewusst so gewählt, aber es ist so unfreiwillig komisch, sich jedes Mal lautlos machen muss, wenn er sagt, ja da drüben haben auf mich geschossen. Ich denke, was hast du denn gedacht, Was sollen Sie denn machen? Das ist ein Feind so. Also wie absurd alles ist, ja? Und da gibt's so mehrere Szenen, die aber ganz häufig auch so aus einem Wortwitz von Kette raus entstehen ähm für dessen rolle ich eh so ein ganz, ganz großes Herz habe, weil er selbst immer sagt, ja, ich kann noch nichtmals lesen, ich mache Schuhe. Was soll ich denn überhaupt machen und gleichzeitig so ein herzlicher, Lustiger Typ einfach ist.

Christian:
[1:11:52] Aber eben auch da so in der in seiner Reaktion auf die Szene, ne? Das also der auch so eine Schnurrigkeit einfach hat, ne. So, der kommt ja ganz zu der der der Paul äh ist da so, Kopf über rückwärts in den Schützengraben gefallen. Das Erste, was er, glaube ich, irgendwie, was was der Kette irgendwie sagt, ist ja was nu los oder.

Daniela:
[1:12:09] Nee, was ist? Sagt er, was ist? Und er so, die da drüben haben wir auf mich geschossen.

Christian:
[1:12:12] Und dann erklärt er ihnen so, ja, wenn du schießt, dann musst du dich halt wieder anders positionieren, damit du nicht erschossen wirst. Damit nicht zurück, also.

Daniela:
[1:12:18] Feuer gesehen haben.

Christian:
[1:12:19] Genau, so dieses so funktioniert Krieg und das meine ich halt mit diesem Wesen des Krieges. Das sind die äh unerfahrenen Jungs, die sich beschweren und sagen, ja Moment mal, die haben auf mich geschossen. Also hier stimmt doch was nicht, Und er sagt, doch ist Krieg und so reagierst du da drauf. So und und auch schon davor weil du sagst so diese diese Absurdität auch. Sie kommen, Ich möchte auch drüber nachdenken, dass du desto spannender ist auch dieser ganze Ablauf, dieser ganze Bogen, dieser ganze Strang, weil, Die Jungs sitzen motiviert in den in diesen Planwagen und freuen sich und dann kommt dieser General, der denn da ja schon erklärt oder dieser Oberst oder was hat das denn erklärt und sagt, diese Waffe ist, dein Ein und Alles. Ne, leugnen. So, diese Waffe ist, So, die muss blank sein, die muss perfekt sein, weil so und die sind aber noch so in Partystimmung und sagen, krie, krie, Krieg, wir ziehen in den Krieg um dann aus diesem Wagen rausgeworfen zu werden, um dann schon bei dem ersten Marsch zu merken, Es ist aber auch ganz schön anstrengend. Müssen wir so viel also ist das ist das immer so oder also können wir noch mal zurück?
Weil so wollten wir das eigentlich auch nicht, um dann im Schützengraben anzukommen und das sagt ja, glaube ich, der Kollege mit der Brille auch. Also die fangen ja an mit ihren Helmen das Wasser aus dem Schützengraben rauszuschippen, Was zur gleichen Zeit von oben wieder nachrückt, weil's regnet. So allein das ist ja schon höchst absurd, Und dann fangen sie da irgendwie an und ich glaube, der erste Satz, den er sagt, ist ja irgendwie so was sinngemäß von.

Daniela:
[1:13:44] So habe ich mir das hier nicht.

Christian:
[1:13:45] So habe ich mir das jetzt auch nicht vorgestellt und da da steckt halt auch so viel von dieser Absurdität dahinter und dann eben auch diese diese, Dieser Weg und auch zu merken, wie wie diese Naivität nicht nur also wie wie das den wirklich rausgeprügelt wird Diesen diesen Jungs, diesen Kindern, die halt zum Krieg spielen da die die ähm, diese diesen diese Schrift, diesen Wisch irgendwie ausgefüllt haben, um Krieg zu spielen, um dann zu merken, dass es halt kein Spiel ist. So und wie du sagst, jeder traumatisiert, also selbst wenn sie wenn irgendeiner von denen zurückgekommen wäre, Die werden halt durch und fertig gewesen so. Da gab's ja auch keinerlei keinerlei ähm, Keinerlei Auffangmechanismen, so erinnere dich. Wir gucken jetzt so ein bisschen nebenbei das mit der ersten.

Daniela:
[1:14:35] Wir haben zwei Folgen geschafft.

Christian:
[1:14:37] Ich glaube, es gab drei. Aber da war doch schon auch gleich diese Figur, die da die da irgendwie auftaucht, die Teil dieser oder Teil der Gang, Freund, Freund dieser Gang ist ein ein ein was ist er da? Ein, ein, ein Engländer, der, Ja so, was hat er denn so psychosomatische ähm Momente einfach hat, wo der völlig also wo er nicht.

Daniela:
[1:15:01] Könnte das wahrscheinlich heute posttraumatische Belastungsstörungen nennen.

Christian:
[1:15:04] Exakt dafür gibt's halt heute einen Begriff und die Serie zeigt, wie da dann damals damit umgegangen wurde. Also der Versuch, Einer Kameradschaft der der die Figur von Kiel und Murphy, die versucht ihn irgendwie aufzufangen, ihm Struktur und Stütze zu geben und eine Gesellschaft, die halt überhaupt nicht versteht, was mit diesem Mann los ist, weil der war doch nur im Krieg, wo ist denn das also, Und das sehen wir hier ja auch. Also was was was wir mit diesen Jungs, mit diesen jungen Männern miterleben müssen, Sind halt alles Dinge, die kein Mensch irgendwie verarbeiten hätte können, so.

Daniela:
[1:15:37] Bis heute nicht kann. Also wie soll man das verarbeiten.

Christian:
[1:15:39] Ja und das ist halt auch ein Aspekt von Krieg, so was, was was wir da halt eben also nicht nur die Absurdität, Natürlich auch das Grausame. Dann eben, wie gesagt, auch dieser dieser, diese diese Raumschiffe, die sich da über das Schlachtfeld irgendwie schieben, diese diesen Metallmonster, die da irgendwie auftauchen und irgendwie neue Dimensionen des Krieges oder auch dieser Gasangriffe ist ja da auch irgendwie gleich Die sind noch nicht mal an der Front und müssen auch schon ihre Masken irgendwie aufsetzen und und diese diese Lederlappen, die sie da im Gesicht auch nur mit sich tragen, also das ist halt, da erzählt und zeigt der Film halt so viel, Ähm und das finde ich halt alles so so stark, dass es halt eben nicht bis im letzten Dialog fünfmal breitgetreten wird, sondern, Momenten erzählt und in Bildern erzählt und ähm das hat mir einfach alles sehr, sehr gut gefallen so. Das das, Darf dann eben auch sehr gerne mit Oscars ausgezeichnet werden. So, das ist vielleicht auch noch so ein Aspekt, den wir den wir ähm, Kurz erwähnen können, so. Das war ja dann auch ein ein großes das auch wieder so typisch habe ich das Gefühl, so das deutsche äh rümpft irgendwie mit der Nase und sagt, das bietet sich irgendwie an und das ist irgendwie bäh und irgendwie doof.
Ach so, aber es gibt für Oskars dafür, ja dann ist das natürlich ganz großes Kino und der deutsche Film ist zurück und äh Hollywood hat jetzt unser Mann für Hollywood, ja, diese Scheiße, die dann immer da.

Daniela:
[1:16:59] Ich dachte, das wäre Florian Henkel von Donnersmarkt.

Christian:
[1:17:01] Wenn der keine Oscars mit nach Hause bringt, dann ist es natürlich dann nix Beste. Also.

Daniela:
[1:17:06] Ist Edward Berger, aber der ist ja gar kein Deutscher, wie ich jetzt gelernt habe.

Christian:
[1:17:09] Egal. Egal, egal. Egal. Aber du weißt, was ich meine. Das ist halt irgendwie, aber also ich wollte zumindest noch mal erwähnen, also der der hat mir ja schon so ein bisschen zwischendurch der Film hat, Vier Oskars bekommen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie viele Nominierungen waren es elf oder neun oder so? Also sehr viele.

Daniela:
[1:17:26] Ich schwanke zwischen 8 und 12 irgendwas dazwischen.

Christian:
[1:17:28] Erstaunlich viele auch.

Daniela:
[1:17:30] Auch sogar für den besten Film.

Christian:
[1:17:32] Und geworden ist es dann bester fremdsprachiger Film, bester Score, beste Kameraarbeit und bestes Produktion Design.

Daniela:
[1:17:39] Hm zurecht bester score.

Christian:
[1:17:42] Und eben, was ich auch so toll finde halt eben auch diese technischen Aspekte. Diese technischen Kategorien wie eben Kameraarbeit und also Production Design auch jetzt etwas handwerklich ist so, das äh finde ich super, finde ich klasse. Also das hatte ich damals auch schon gesagt, hatte den das erste Mal gesehen haben ähm eine große Hoffnung. Vielleicht ist das auch so der Übergang, den man schon mal setzen könnte, so zu einem etwas allgemeineren Thema,

Nettflix und der Deutsche Film


[1:18:03] Auch Richtung Netflix, aber so wir haben viel über den deutschen Film gesprochen und was im Westen nichts Neues für das Kino aus Deutschland ist, für Filme aus Deutschland ist. Ich hoffe ja, ganz stark, dass da auch einfach, eine Struktur hängen bleibt, dass es nicht nur ein Film ist toller Film, der uns gefallen hat und der jetzt weltweit auf Netflix geguckt werden kann und für Oskars bekommen hat, sondern dass da irgendwie auch eine Struktur draus entstehen kann und man in 20 Jahren, Das ist quasi aus den Nährboden irgendwie sein kann, weil das äh Department oder eben auch der der Kameramensch oder eben auch der der ähm Musiker, der den Score gemacht hat, dass das eben nicht nur irgendwie ein Trophäe im Regal, Bleibt, sondern dass das vielleicht eben auch eine neue Struktur mit sich bringen kann, die eben auch anderen Leuten die Möglichkeit gibt, in diesen Feldern ähm, Die Strukturen, die wir schon haben und bei denen ich das Gefühl habe, dass die manchmal eher hinderlich sind, sich zu verwirklichen, dass dass dass man dass man die vielleicht auch mal ein bisschen angreifen kann dadurch.
Ist ein bisschen kryptisch.

Daniela:
[1:19:08] Ja, ich überlege grade, ob sich dadurch neue Strukturen bilden könnten oder ob davon was hängen bleibt. Ich bin da ein bisschen pessimistischer.
Weil ich den Eindruck habe, dass der Deutsche oder also, Vielleicht steht sich der deutsche Film nicht selbst im Weg, aber das Publikum und die Kritiker innen stehen dem so ein bisschen im.

Christian:
[1:19:28] Definitiv, da bin ich voll bei dir.

Daniela:
[1:19:30] Ähm muss aber gleichzeitig auch so Anne Hildon live denken, der ja jetzt keine deutsche Produktion ist, sondern nur US-amerikanische Produktion, der aber eigentlich komplett mit einem deutschen Cast äh besetzt ist und auch fast ausschließlich deutschsprachig ist.
Also da bewegt sich ja schon einiges und ich denk dann auch immer so ein bisschen an diese ganze Sache aus Südkorea, weil das halt so mein zweites Themenfeld ein bisschen ist. Jetzt Gar nicht so unbedingt filmen, sondern eher Serien und Parasite und finde es so spannend, dass man auf der einen Seite Parasite so abfeiert aus Deutschland und sagt, boah, endlich mal kein US-amerikanischer, also kein englischsprachiger Film, der gewinnt den Oskar und da toll, toll, toll, toll, toll.
Und dann kommt dieser tolle Film aus Deutschland alle so mhm ja aber warum biedern die sich denn bei den Oscars an?
Muss das jetzt sein? Das stimmt ja alles gar nicht und das finde ich so, das nervt mich so, weil es sich selbst so klein macht einfach, Und wir werden morgen und übermorgen nicht den nächsten Edward Berger im Westen nichts neues in Deutschland sehen. Das glaube ich einfach nicht. Aber wenn wir's von irgendwem bekommen, dann wahrscheinlich von so was wie Netflix, Und ich behaupte auch ohne Netflix bei allem, was man vielleicht kritisieren will, keine Ahnung, Bin ich echt dankbar, dass sie das Geld und diese Zeit und auch diese Leute in diesen Film gesteckt haben und gesagt haben, mach das. Hier habt ihr die Kohle, Und dann kommt da so ein geiler Film bei raus ohne Netflix hätt's den Film glaube ich so nicht gegeben.

Christian:
[1:20:52] Das glaube ich nämlich auch. Ich glaube, also um das noch mal ein bisschen zu konkretisieren, ich glaube, die Strukturen, die wir hier haben, die gilt und damit Macht haben, um filmisches Kulturgut hierzulande zu produzieren, sind vor allen Dingen die öffentlich-rechtlichen, Sender so und die machen viel, Gutes Zeug und auch viel interessantes Zeug, aber ich glaube, die haben ein großes Problem. Vielleicht hat sich das in den in den Jahren, also ich glaube, Die versuchen auch mit Nachwuchs, also die versuchen, das Nachwuchsproblem auch zu bearbeiten. Ich glaube aber, dass das große Problem einfach darin besteht, dass diese Strukturen eben, Von, glaube ich, sehr alten und sehr eingesessenen Leuten auch ähm ja nicht, Zwangsläufe, also kontrolliert aber eben auch auch ähm verhandelt wird. Also du du kommst ja hierzulande, also, Wenn du jetzt ein ein Mensch bist, ja der Edward Berger mit seinem Team, ich glaube das also die machen jetzt auch nicht erst seit gestern Film und so hast du ja auch schon gesagt, die haben auch schon international produziert und da war ja schon, also da ist ja schon eine Menge Potenzial auch einfach gewesen, Ist mir auch klar, dass jetzt nicht jedem äh mit einem Filmabschluss hier von der Uni Babelsberg jetzt irgendwie 20 Millionen in die Hand drückst und sagst, so jetzt machen wir ein Großprojekt hier für die ARD. So, aber ich habe schon den Eindruck, dass, Bei den Öffentlich-rechtlichen Sendern ähm.

[1:22:17] Das da also du du kommst um die Intendanten dort einfach nicht herum. Du kommst um die Redakteurinnen da auch nicht drumherum. Du musst halt mit diesem System spielen, um in dem System Dinge hervorzubringen. Und ich glaube, bei aller Liebe mit der sich dieses System auch versucht neu zu erfinden ist glaube ich, Die Tatsache, wie dieses System strukturiert ist und damit meine ich jetzt nicht irgendwie die die was man früher GEZ-Gebühren genannt hat, sondern einfach die Leute, die auf den ähm, Rundfunkbeitrag heißt das jetzt, dass ähm den ich auch sehr gut finde und sehr, Finden also gut, ich finde es gut, dass es das gibt. Ich habe nur meine Probleme damit, dass es halt einfach in diesen mächtigen Senderstrukturen einfach, also dass sich die Macht an so Punkten, glaube ich, sammelt, die gar kein Interesse daran hat, sich selbst abzuschaffen.
Dies aber tun müsste, um einen wirklichen Wandel hervorzubringen und die jetzt sagt, ja, wir können ja innerhalb dieses Systems und für die jungen Leute machen wir was in den in den sozialen Medien und da können wir auch mal was im Internet machen und da passieren auch interessante Dinge, keine Frage, aber Das ist nämlich der Punkt, Das habe ich auch schon schon seit vielen Jahren gesagt und hatte auch das Gefühl, wenn ich mal so mit Nachwuchs filmschaffenden irgendwie gesprochen habe. Es braucht daneben eine Struktur. Es braucht eine weitere Struktur, die ganz anders aufgestellt ist, die eben.

[1:23:36] Privatwirtschaftlich aufgestellt ist und wenn Netflix in ihren, wie ich es auch immer, kritisiere, in ihren Excel-Tabellen und ihren Kalkulationen irgendwie per, Ähm, per per Excel-Formel ausrechnet, dass man genau in diesem Jahr 20 Millionen in eine deutsche Produktion steckt, um vielleicht dann einen Oscar zu gewinnen, weil das ist Teil des Netflix-Kalküls für diese Saison.
Dann kann ich damit leben, wenn das dabei rumkommt, weil so eine Struktur, wie du sagst, ohne Netflix hätte es das nicht gegeben. Ohne Netflix wäre das ein ARD-Mehrteiler gewesen, der aber weit mich so inszeniert gewesen wäre, der wahrscheinlich genauso viel gekostet hätte, weil man ja irgendwie schon allein irgendwie, ohne den Tatort zu kritisieren, aber Millionen in Tatorte steckt, wo ich mir jedes Mal denke, wo sehe ich das Geld, denn.

Daniela:
[1:24:22] Du musst den Schwarzwald-Tatort gucken, da siehst du das Geld.

Christian:
[1:24:26] Aber kann's mir nicht erzählen, dass man nicht auch für ein Zehntel dieses Budgets mit mit entsprechenden Leuten auch etwas Ähnliches oder etwas Neues oder Frisches oder anderes hervorbringen können. Das ist immer so ein bisschen mein mein Problem bei der ganzen Sache und ich glaube, dass das halt sehr gesund sein könnte, wenn so eine Struktur wie Netflix und das ist nicht nur im Westen nichts Neues Das ist auch Dark, eine Serie, die du sehr schätzt und die ich durch dich auch entdeckt habe und wo ich auch meinen Hut vorziehe und sage danke Netflix, dass ihr, also für euch war's ja wahrscheinlich noch nicht mal mehr ein Risiko, weil ich habe das Gefühl, jedes Mal, wenn so eine deutsche Produktion irgendwie anklopft, dann wird da wahrscheinlich in Hollywood wird wahrscheinlich irgendwie gelacht, weil man sagt, wie viel braucht ihr, Wofür so.

Daniela:
[1:25:06] Zeitreise, ja, Mann.

Christian:
[1:25:09] Also ja und für das Geld so komm, mach, da brauchen wir auch drei Jahre nicht drauf gucken, so kommt, wenn ihr fertig seid und in der ARD wird wahrscheinlich über jede über über jede Kaffeetasse diskutiert werden müssen, ob's denn jetzt nun ins Budget passt oder nicht. Und also, Nicht nur, weil's unterschiedliche Budgets sind, sondern weil diese Strukturen auch irgendwie ganz anders sind.

Daniela:
[1:25:27] Hm, ich bin halt da nicht Da bin ich nicht so sprachfähig, was diese Strukturen angeht. Ich will nur auch mal sagen, dass es auch ohne Netflix viele gute deutsche Filme gibt. Und ich glaube, das ist eher so ein Grundsatzproblem von.

[1:25:40] Bis heute und ich sage es gebetsmühlenartig Menschen gibt, die einfach von vornherein sagen, ja der deutsche Film ist scheiße.
Es gibt scheißdeutsche Filme. Es gibt sehr viele scheiß deutsche Filme, aber es gibt auch sehr viele Scheißfilme, die aus Hollywood kommen.
Gibt einfach viele Scheißfilme so und dazwischen gibt's aber richtig viele gute Filme und ich habe in diesem Jahr mindestens drei, vier und zwei davon sind dieses Jahr ins Kino gekommen gesehen. Das sind richtig gute Filme Und dass die Kosten dann eben auch nur ein Bruchteil von dem, was der am besten nichts Neues gekostet hat und die sehen dann eben nicht so perfekt aus. Aber es sind trotzdem gute Filme, weil wir die Strukturen, also wir haben das Potenzial Wir haben gute Schauspielende, wir haben gute Regisseurinnen, es ist alles da. Man muss es nur vielleicht mal ein bisschen ernster nehmen und sich selber vielleicht auch mal ein bisschen ernster nehmen Auch in der Rezeption und nicht zu sagen ähm, Ist das grundsätzlich blöd? Also das war so bezeichnend, was du ja auch gesagt hast. Äh im Westen nichts Neues. Ich habe die Kritiken zum Film halt sehr spät gelesen, weil ich den Film auch erst später geguckt habe. So Ja, blöd, ja, ganz okay, ja, hm hm hm, dann wird er für den Oskars nominiert und er so, boah, krass! Und dann gewinnt der auch noch, ja und dann haben sie sich ja überschlagen, ja?
Dann ist es auf einmal wieder gut genug, weil dann hat man auf einmal bewiesen, dass es doch ein guter Film ist. Aber wieso kann man den dann nicht vorher gut finden? Man muss nicht alles gut finden, aber es nervt mich einfach diese dieses dieses Gehabe, was dann um die Ecke kommt.

Christian:
[1:27:03] Auch nicht nur auch auch nicht nur so finde ich dieses dieses Gutfinden, sondern auch einfach sich mit der Sache irgendwie auseinandersetzen, Also nicht nur nicht nur nicht nur gut finden und also man kann ja also gut, der Film wurde auch kritisiert so, aber ich habe das Gefühl, dass dass man auch, Also bei manchen Kritikpunkten hatte ich eben das Gefühl, dass man dann zu sehr von außen irgendwie draufguckt, sich der Sache nicht irgendwie offen nähert und fragt, ja, es gibt Änderungen zum Buch, aber warum?
Was mag vielleicht dahinterstecken? Was kann auch das Fruchtbare daran sein, sondern dass dann halt irgendwie die Arme schon verschränkt wurden im Fact Sheet gelesen, der dritte Stichwort sagt, es gab Änderungen zum Buch gleich zu sagen, oh dann ist aber, weil äh, Aus welchen Vorurteilen auch immer, aber darf man ja nicht so und ähm.

[1:27:52] Da glaube ich halt auch, dass es dass es also so Film nicht nur Filmen schaffen, sondern auch Filmkultur. Das ist hier, glaube ich, auch einiges an, Ja an an Filmkultur oder auch auch kultureller Technik fehlt, sich mit Filmen so auseinanderzusetzen, die eben auch aus Deutschland kommen, dass man eben auch sagt, ja ähm also der Umgang auch auch mit Film und ich ich finde das also, Ich bin großer Kritiker von Netflix und ich finde es halt auch sehr bezeichnend, dass jetzt in der Gegenwart, wo wir das jetzt hier aufnehmen, grad in Hollywood gestreikt wird, die AutorInnenschaft, die streikt, die Schauspielenden, die streiken, weil eben ganz, stark jetzt dieses Thema Streaming sich so zuspitzt, dass jetzt auch allen klar geworden ist im Business, Hier funktioniert etwas nicht mehr, So und das den Eindruck hatte ich auch schon vor Jahren, wo es irgendwie nur noch darum ging, Millionen in irgendwas reinzupumpen, unabhängig davon, was es am Ende wieder auswirft. Und anscheinend ist, was mich auch überrascht hat, Netflix, Einen der wenigen Streaming-Plattformen, die profitabel ist und wirtschaftet, im Gegensatz zu allen anderen Streaming-Plattformen, so, Und ähm ich kritisiere es halt gerne oft für diese für diese, Wie ich manchmal finde, etwas kalte Kalkulationen in der in der Produktion so, ja, wir brauchen irgendwie einen Action-Thriller, weil die Excel-Tabelle sagt, das muss jetzt diesen Sommer noch einen Action-Triller geben und.

[1:29:16] Egal. Ich finde es aber, wenn es funktioniert, dieses Prinzip Streaming, diese diese Streaming-Plattform, dann funktioniert es so wie in diesem Fall zu sagen, ja da mag wohl irgendwo noch ein Kalkül so mit draufgestülpt sein, aber ich finde das zum Beispiel absolut beeindruckend, dass dieser Film so leicht um die Welt gereist ist und einfach ein, so breites internationales Publikum hat finden können, Und das hätte halt jede jeder ARD Mehrteiler, der in einer Alternativversion aus diesem Film geworden wäre, der hätte es halt viel, viel schwerer gehabt so einen Weg zu gehen, wie dieser jetzt hier konnte und das ist einer der großen Vorteile von diesen Streaming-Plattformen, dass sie eben auch ähm, Ja, so etwas gleich so schnell und so einfach in die Welt tragen können.

Daniela:
[1:30:05] Ich habe laut genickt.

Christian:
[1:30:07] Das hört man immer so schlecht.

Daniela:
[1:30:08] Gut, ich muss jetzt die Lücke füllen, du trinkst.

Christian:
[1:30:11] Ich trinke, nee, ich trinke nicht laut, aber also bei aller Kritik so Netflix gegenüber und ich ich bin auch mit vielen Dingen einfach nicht d'accord, die sie die sie irgendwie gehen und die sie irgendwie vorhaben und grad im Filmbereich, Aber so in dem Fall ziehe ich auch wirklich meinen Hut davor und sage absolut richtige und gute Entscheidung. Und ich bin Netflix sehr, sehr dankbar und auch, wie gesagt, in Richtung Dark und ich glaube, dass da, Mit Netflix und vielleicht auch anderen Streaming-Plattformen, die sich auch international eröffnen. Auch was du gesagt hast, so das koreanische Kinofernsehen auch viel einfacher und schneller auch über Netflix zum Beispiel zu uns kommen konnte und da da sehe ich halt große Chancen einfach auch für die nächsten Jahre, was dieses Streaming-Plattformen angeht. So da da muss man nicht versuchen irgendwelche, Blockbuster Budget Franchise ist nachzubauen, sondern geh lieber in das, was diese Plattform per se besser können, nämlich die Welt näher zusammenrücken, weil sie in weiß ich nicht, 320.000 Ländern der Welt einfach sitzen so, dann zeigt mir auch, was diese Länder hervorbringen können.

Daniela:
[1:31:12] Aber ist das nicht auch schön? Ich glaube, das war 2019 bei den Oscars mit Paris, jetzt 2023 mit dem Westen nichts Neues, dass sich da auch einfach was bewegt. Also, steter Tropfen höhlt den Stein. Ich finde es gut, dass es da jetzt nicht immer nur, US-amerikanische Produktion die ganze Zeit in ihrem eigenen Brei kochen, sondern dass da einfach auch mal andere Filme eine Chance haben und Im Westen nichts Neues, ist ja nicht nur bei den Oskars so aufgefallen, sondern auch bei den BAFTAs und ich habe mich einfach wirklich, Ich habe mich über jeden Preis so derbe gefreut, dass es eigentlich schon unarbeitet aber Es hat mir einfach, mir tut es einfach auch gut, weil ich immer wieder dafür den deutschen Film supplädiere und immer wieder sage, ja, aber es gibt so viel Gutes da draußen und dann kommt im Westen nichts Neues und es Kommt dann irgendwie so was wieder zurück und das hat mich einfach total glücklich gemacht, Und ich habe auch gesehen bei Edin Hazanovic äh äh auf dem Instagram-Kanal, weil ich heute ein bisschen unterwegs. Da gibt's so eine schwarze Kachel. Da steht einfach nur in weißer Schrift drauf. Ich habe in einem Film gespielt, der einen Oscar gewonnen hat.
Und das fand ich einfach richtig gut, ja, also dass sie das auch zurückbekommen, was sie geben, ja. Es geht ja dann nicht nur um Dass Daniela in Berlin hat und sagt, sie findet den Film so gut, sondern sehr viele Leute verbringen sehr viel Zeit damit, viel viele Stunden und sehr viel Schweiß und Tränen und Liebe und alles, was solche Menschen in solche Produktionen geben können, egal ob als Regisseurin oder als Schauspieler eben, Da fließt so viel rein, dann ist es doch schön, wenn davon auch mal was zurückkommt.

Christian:
[1:32:41] Und wenn das eben auch ein Hebel ist, diese Oskars, diese Verleihung, das sind einfach Hebel. Der nächste Film, den Edward Berger machen will, wird er machen können. Und das ist auch eine Sache, die die jeder, also jede kreative Person träumt davon, ähm dass die Türen aufgehen, und über solche Hebelgentüren einfach auf oder hier jetzt habe ich leider die Namen nicht aufgeschrieben, aber der der Musiker für den besten Score hier.

Daniela:
[1:33:08] Volker Bertelmann.

Christian:
[1:33:09] Ja. Der muss sich keine Sorgen machen.

Daniela:
[1:33:13] Die war schon mal für den Oskar nominiert. Ich habe ihn in einem Interview gesehen. Ich weiß aber nicht mehr, für was zusammen noch mit einem anderen Musiker und dann sagt er, ja und dann war ich das erste Mal. Deswegen, weil er gefragt worden ist, wie aufgeregt er war. Da sagt er, ja, ich war ja schon mal bei den Oscars und da war ich aufgeregt, aber wir waren zu Glück zu zweit, so.
Ich weiß aber nicht mehr, wofür. Aber er ist eben auch kein unbeschriebenes Blatt.

Christian:
[1:33:32] Ja und das das das äh meinte ich ja damals auch schon, als wir den das erste Mal gesehen haben und das Auch. Ich hoffe halt, dass da so etwas nicht nur bei den Personen hängenbleibt, sondern dass diese Hebel, die die jetzt mit diesen Auszeichnungen in der Hand haben, vielleicht nicht nur eine Karriere aufhebelt und Türen aufhebelt Sondern vielleicht auch so ein bisschen an so einer Struktur so kratzen kann, dass da einfach so ein bisschen was, hängen bleibt zum Nährboden bleibt, der vielleicht eben auch die nächsten mitnimmt und nicht nur eine Tür zumacht und sagt, das ist jetzt mein Kämmerlein, hier stelle ich meinen Oskar rein und, Leckt mich alle am Arsch da draußen, sondern dass man vielleicht eben in der Lage ist, auch wie du sagst und Elian Hasanovic, egal, wo der jetzt vorspricht, der hat halt dann in der Excel-Tabelle einfach einen Haken in einer Spalte, die einfach die wenigsten von den.

Daniela:
[1:34:18] Niemand in seinem Excel Sheet drin hat.

Christian:
[1:34:20] So, die wahrscheinlich jetzt in den Excel Sheets aufgemacht werden muss an vielen Stellen so und das finde ich halt gut. Und das finde ich finde ich halt, also das ist wie gesagt meine große Hoffnung bei diesem Film, dass da natürlich einiges ähm, In den Karrieren, aber eben auch in diesen Strukturen irgendwie hängen bleibt.
Ja, große Liebe auf jeden Fall für den Film. So viel steht schon mal fest. So viel halten wir fest.

Daniela:
[1:34:43] Müssen wir jetzt glaube ich nicht noch mal fünf von fünf Sternen, ne.

Christian:
[1:34:47] Äh äh drei von zwölf Daumen, die Mittel, aber hoch, aber ja äh Netflix hat immer so eine komische Prozentzahl. Die hatten das auch mal so verklausuliert. Da steht immer so.

Daniela:
[1:35:01] 7 ,2 acht oder was?

Christian:
[1:35:02] Nee, da stehen glaube ich gefällt dir zu dreiundneunzig Prozent.

Daniela:
[1:35:05] Ach ja, stimmt. Nee, die Übereinstimmung.

Christian:
[1:35:07] Übereinstimmung, ja. Genau. Versicherung mal toll finde, weil ich bin mal ich ich würde ich hätte gern mal vorgerechnet oder Unterschied zwischen 92 Prozent Übereinstimmung und dreiundneunzig.

Daniela:
[1:35:17] Es gibt übrigens, habe ich heute gesehen, äh danke an äh Wurm sechs, sechs, sechs. Ich weiß nicht, ob's Jackie zuhört, aber sie guckt heute, blond, blood and goald heißt der Film, glaube ich, ein neuer Netflix-Film, denn deutscher Kriegsfilm mit Alexander Scheer. Ich bin sehr gespannt. Habe ich gerade mir angefangen, den Trailer für anzugucken, aber dann musste ich ja das Making Off von dem West nichts Neues noch mal gucken, aber da kommt noch was nach. Ich hab's aber ich habe noch keine Ahnung.
Was und wieso.

Christian:
[1:35:42] Sehr gut, sehr gut, sehr gut. Ja, dann würde ich sagen, ähm kommen wir hier auch langsam zum Ende,

Abmoderation

https://steadyhq.com/de/secondunit


[1:35:47] Und äh ich glaube, das tun wir am besten, indem wir noch mal drauf verweisen, dass du nicht nur hier als gestern im Podcast bist, sondern auch woanders warst.

Daniela:
[1:35:57] Ich war äh dieses Jahr sehr aktiv was Podcasts angeht.

Christian:
[1:36:00] In den letzten zwei Monaten, ja.

Daniela:
[1:36:02] Äh zum einen war ich zu Gast bei Foto zwei mit Markus und Nils. Da haben wir die Doppelsichtung. Die besprechen immer zwei Filme.
Also ein 2 fantastische Filme. Wir haben über Arival und unheimliche Begegnungen der dritten Art gesprochen, Sehr schöne Folge war das mit Cat Content und dann habe ich zuletzt noch zu Gast sein dürfen bei dem besten Podcast der Welt. Ins Nichts mit Christiane und Jan und ich habe mich sehr wohl gefühlt und Ja, vielleicht kannst du das verlinken, dann können die Leute da mal reinhören. Falls sie's nicht eh schon tun, ich meine, ist ja so eine kleine, eingeschworene Gemeinde hier, ne?

Christian:
[1:36:44] Stimmt, ja. Ja, liebe Grüße an die beiden äh Podcasts natürlich an dieser Stelle und ja, das werde ich verlinken. Dann kann man da gleich so weiter klicken und äh weiter hören.
Und abonnieren und äh wie sagt man äh so einen Daumen hoch dalassen, wo auch immer.

[1:36:59] Genau und äh dann mache ich hier auch noch kurz Werbung, bevor es hier rausgeht und zwar, Äh könnt ihr, wenn ihr das hier bis hierhin geschafft habt und gehört habt, natürlich auch gerne weitermachen auf Second Unit Minus Podcast Punkt DE, das ist unser Blog, unsere Homepage. Ich sage ja Back to the roots, das Internet äh, Besinnt sich, glaube ich, langsam wieder zurück auf das, was es vor 20 Jahren mal war, also Blogs Also kommt zu uns ins Blog. Second Unit Minus Podcast Punkt DE. Da gibt's alle Links. Da gibt's aber vor allen Dingen auch einen Kommentarbereich. Falls ihr Feedback da lassen wollt, falls ihr Ergänzungen, Korrekturen äh gerne, gerne, gerne auch immer so, Äh ich habe früher immer schon äh gesagt, das sind die Fußnoten zu diesem Podcast. Also wenn ihr irgendwie äh Links und weitere Videos und weitere äh Auseinandersetzungen zum Filmen, zu den historischen Ereignissen habt Her damit, packt es ins Block, weil dann können's andere dort auch lesen. Ihr könnt diesen Podcast natürlich abonnieren, bei allen Plattformen und Apps und Dingen, wo ihr Podcasts hört. Ihr könnt das Ganze unterstützen bei Steady, findet ihr auch bei uns im Blog, findet ihr verlinkt in den Shownotes denkt auch an den Newsletter, also sehr gerne auch den Newsletter abonnieren, denn bleibt ihr auch up to date, äh ohne irgendwelche Algorithmen dazwischen und äh bekommt ihr einmal im Monat von mir Post in euer, Postfach. Also ich wurde tief Luft. Ich suche den Knopf fürs Auto. Ich glaube, das war's soweit, oder?

Daniela:
[1:38:21] Das war's soweit. Ah warte, ich habe gesehen, du hast hier noch sechs Folgen, bei denen ich schon zu Gast war aufgeschrieben. Krass!

Christian:
[1:38:26] Richtig. Die natürlich auch alle verlinkt sind.

Daniela:
[1:38:29] Das ist echt krass. Das hat mich sehr überrascht. Das heißt, das ist jetzt unsere siebte gemeinsame Podcast-Aufnahme in deinem Podcast.

Christian:
[1:38:35] Die verflixte siebte Podcast-Folge.

Daniela:
[1:38:37] Ui ui ui ui! Ihr hoffentlich geht's gut.

Christian:
[1:38:39] Ja hoffentlich ist hier alles auf äh Aufband. In diesem Sinne, wir hören uns. Tschüss.