Second Unit #374 – Knives Out

Artist: Second Unit Studios
Album: Second Unit
Year: 2025
URL: http://secondunit-podcast.de/

Transcript

Christian:
[0:22] Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Second Unit. Mein Name ist Christian Steiner und ich habe bei mir die wunderbare Maria. Hallo.

Maria:
[0:33] Hallo.

Christian:
[0:34] Die Filmguckerin, du bist wieder da. Diesmal, ich versuche gerade durchzugehen, was so unsere Themen eigentlich sind. Wir haben keinen neuen Planete Affen, wir haben auch keine Oscar Season, noch nicht. Aber ich habe mir gedacht, wir machen vielleicht mal gucken. Wohin das noch führt, vielleicht machen wir noch was Größeres auf, aber wir widmen uns mal dem klassischen, neu interpretierten Whodunit. Es wird kriminell in dieser Ausgabe.

Maria:
[1:03] Ja, hatten wir doch gar nicht, oder?

Christian:
[1:05] Nee, und auch nicht so tropisch, glaube ich. Also nicht so.

Maria:
[1:10] Nee, ich finde es gut.

Christian:
[1:12] Wir werden ein bisschen zurückgeworfen, aber wir sind auch irgendwie sehr modern unterwegs. Wir sprechen über Knives Out. Jetzt muss ich gerade mal überlegen. Ich glaube im Deutschen auch noch mit so einem schrecklichen Untertitel. Mord ist Familiensache.

Maria:
[1:25] Mord ist Familiensache.

Christian:
[1:29] Genau das. Weil Knives Out natürlich für den durchschnittlichen deutschen Kinomenschen zu kryptisch ist. Aber so war das damals, damals, damals im Jahr 2019, als der Film auch noch im Kino lief und man auf der großen, wie heißt das, auf diesem großen Marquis vor dem Kino ja erstmal lesen musste, was läuft. Und genau, den werden wir besprechen. Ich mache auch schon mal an dieser Stelle gleich, bevor ich es vergesse, die Spoiler-Warnung.

Christian:
[2:00] Wir sprechen über den ersten Knives Out, der dritte steht jetzt in den Startlöchern, wir nehmen das Ende, 2025 auf, also die geplante Trilogie von Knives Out schickt sich langsam gen Ende und ich dachte mir, es ist ein guter Anlass, um mal den ersten Film zu besprechen und wir werden das wirklich komplett durchspoilern, falls ihr den noch gucken wollt und, Ja, wollt ihr. Und ihr wollt vor allen Dingen vorher auch nicht wissen, was da los ist, sondern ihr wollt euch überraschen lassen. Deswegen guckt ihn erstmal. Ansonsten kommt er dann wieder zurück, weil wir wirklich besonders über die verschiedenen Enden noch sprechen wollen und werden. Genau. Ja, Knives Out 2019. Wir waren beide im Kino. Also, nicht zusammen. Wir haben den damals aber im Kino gesehen. Das waren alles noch andere Zeiten. Mal gucken, ob wir auch am Ende der Diskussion ein bisschen dahin kommen, was 2019 mit dem Kino und mittlerweile mit dem Kino, was so daraus geworden ist. Gucken, ob das auch der Film für uns leisten kann.

Maria:
[3:01] Es ist hier passiert, sage ich mal, dazwischen.

Christian:
[3:03] Ja, something's happened. Genau. Genau, bevor wir einsteigen in die Filmdiskussion, gibt es wie immer eine kleine Eigenwerbung, Danksagung, Hinweis, vielleicht auch eine kleine Aufforderung. Ihr könnt diesen Podcast unterstützen. Ihr könnt euch, Wenn ihr sehr begeistert seid von diesem Podcast, wenn ihr auch vor allen Dingen meine Arbeit an diesem Podcast unterstützen wollt, dann macht das am besten über Second Unit Studios Plus. Das ist, wie der Name schon sagt, ein kleines Abo, was ihr abschließen könnt. Und wie der Name auch sagt, gibt es halt auch ein paar Sachen extra, ein paar Goodies extra. Ihr bekommt die Podcasts, Die ich mache, die alle unter diesem Label erscheinen, die bekommt ihr vor allen Dingen früher. Ihr bekommt sie in der Regel einen Tag früher. Ihr bekommt sie auch besser. Da sind dann Kapitelmarken drin. Ihr bekommt dann auch Verlinkungen auf unsere Notizen hier während der Sendung. Die könnt ihr euch dann nochmal durchlesen. Ihr bekommt auch Transkripte zu dem Podcast. Also das ist alles schon mal ein bisschen schicker, schöner und besser. Und ich glaube, das Allerbeste an der ganzen Sache ist, es gibt auch Sachen nur dort. Zum Beispiel haben wir, auch das in mehreren früheren Leben mal eine Sonderfolge gemacht zu dem ersten Planet der Affen. Wir haben ja so diese neueren, diese moderneren Filme gemacht und wir hatten ja auch mal den allerersten mit Charlton Heston aus den 60ern, glaube ich. 60er, ja?

Maria:
[4:27] Gut Bescheid.

Christian:
[4:28] Genau. Haben wir besprochen, gibt es auch nur dort in diesem Abo, könnt ihr euch dann da auch als kleines Intro zu den späteren Filmen, zu den späteren Besprechungen sehr, sehr gerne anhören. Also all diese Bonus-Geschichten, diese Bonus-Sachen, die gibt es dann dort.

Christian:
[4:45] Es gibt auch noch einen Newsletter, den ich einmal im Monat verschicke, der ist für alle, der hat auch gar nichts mit diesem Plus-Abo zu tun, aber in dem aktuellen Newsletter habe ich auch nochmal ein bisschen erzählt, warum der Oktober, der zurückliegende, sehr turbulent und ich sag mal interessant hier hinter den Kulissen war. Und auch an dieser Stelle möchte ich, weil einfach Leute da sind, die auf diesem Plus-Abo eben mich auch unterstützen und mir auch ein bisschen geholfen haben in diesem Monat, einfach nochmal extra Danke sagen. Also das ist sehr, sehr schön, sehr, sehr gut, dass ihr das macht da draußen. Macht es gerne, macht es auch gerne mehr. Und ich meine, wir kommen jetzt hier so Richtung Weihnachten. Das Jahr geht zu Ende. Beste Gelegenheit, um dieses Plus-Abo endlich abzuschließen. Also falls ihr jetzt schon mehrmals dran gedacht habt und es immer wieder vergessen habt, dann ist genau jetzt die beste Gelegenheit, um das Abo abzuschließen. Klickt euch durch in den Shownotes oder auf secondunitstudios.plus, da findet ihr Banner zu dem Aboabschluss. Macht das mal und ihr bekommt jeden Monat früher, besser und gelegentlich auch mehr noch obendrauf. Und es gibt verschiedene Abostufen und in einem Abo sage ich auch nochmal ganz persönlich Danke und das tue ich sehr, sehr gerne auch an dieser Stelle und zwar sage ich Danke an Anne, Sebastian, Christian, Rüdiger, Thomas und Markus. Wenn ihr euren Namen auch in dem Podcast hören wollt, klickt euch da mal rein und lasst ein entsprechendes Abo da.

Christian:
[6:09] So, jetzt kommen wir zu der Frage, die mich ja auch brennend interessiert in jeder Ausgabe. Maria, erzähl mal, wie bist du denn in diese wunderbare Welt von Knives Out das erste Mal eingetaucht?

Maria:
[6:24] Ja, also tatsächlich habe ich, als du mich gefragt hast, das gleiche überlegt und dachte so, oh ja, ich kann mich gut erinnern, der war irgendwie cool und ich hatte den total mit so einer Couch-Session total gemütlich vom Fernseher irgendwie in Verbindung gebracht. Dann habe ich nochmal nachgeschaut, als ich den dann gestern schaut habe. Ich habe dann einfach den bei Letterboxd gelockt. Und dann kann man ja genau gucken, war man den geschaut das letzte Mal. Das war 2020 im Januar. Und ich dachte so, nee, warte mal, das kann ja gar nicht sein. So reingeguckt, dass der Film halt noch im Kino lief. Und ich dachte so, Moment, ich dachte irgendwie, das war so gemütlich auf der Couch. Aber ich war scheinbar im Kino. Das hatte ich irgendwie anscheinend komplett verdrängt. Also ja, ich war offensichtlich im Kino und habe den da gesehen. Und weiß auf jeden Fall noch, dass es um den Film einen relativ großen Hype gab und ich auch, glaube ich, wie viele andere davon schon ein bisschen überrascht wurde und dachte, huch, was ist das für ein Film? Ich höre davon so viel, gehe ich mal rein und ich fand es richtig cool im ersten Mal schon. Das weiß ich auf jeden Fall noch. Ich habe ihn, glaube ich, auch mehreren Leuten empfohlen. Ja, also nix mit gemütlich auf der Couch. Das war dann wohl der zweite. Ich gehe mal davon aus, dass das dann wohl der zweite gewesen ist. Guter Punkt.

Christian:
[7:37] Oder du hast den in Berlin in einem entsprechenden Couch-Kino geguckt, weil es gibt da ja auch Kreuzberg und so, da gibt es ja das eine oder andere Kino, was ein bisschen gemütlicher so.

Maria:
[7:48] Das kann schon sein, aber ich hatte so weihnachtliche Vibes irgendwie in meinem Gehirn, aber das kann einfach nicht hinkommen. Aber ich meine, das war dann wahrscheinlich mit der letzte Film, den ich im Kino geschaut habe, dann für lange Zeit im Januar 2020.

Christian:
[8:06] Ich war auch überrascht, Gleiches Prinzip, ich hatte dann auch noch mal bei Letterboxd irgendwie nachgeguckt. Irgendwie hatte ich den auch viel älter in Erinnerung. Also ich dachte irgendwie auch, der ist so, weiß ich nicht, 16, 17, 2018 irgendwie ins Kino gekommen, aber dass der auch so nah eigentlich in der Pandemie war, hatte ich auch gar nicht mehr in Erinnerung. Aber genau, ich habe den auch im Kino gesehen ähm ich glaube ich habe den so im Dezember oder so tatsächlich noch geguckt oder irgendwie sowas, ja ich glaube Ende 2019, ähnliche Vibes auch noch in Erinnerung so diese Jahreszeit aber auch diese, also ich wusste noch Kino, aber auch diese gemütliche Kinoatmosphäre, also das hatte ich irgendwie noch im Kopf, auch größere Gruppe glaube ich, aber auch so dieses, dieses, da werden wir auch noch ein bisschen drüber sprechen, diese Art von.

Christian:
[9:04] Also es ist ja ein Whodunit, wie man im Englischen sagt, also so eine Krimi-Geschichte, wer wahr ist, also der Mordfall, der mit sehr vielen stilistischen Tropes gefüllt wird, aber auch irgendwie so ein bisschen humorvoller ist und auch so ein bisschen mit Brüchen arbeitet. Und ich kann mich an dieses Gefühl im Kinosaal ganz gut erinnern, dieses Gemeinschaftliche irgendwie noch. Also auch dieses Mitreißende in der Gemeinschaft an den richtigen Stellen, Schmunzeln, Rätseln. Ich hatte auch schon wieder die Hälfte von einem Fall vergessen. Ich hatte das letzte Bild noch im Kopf, aber hatte es anders, die Hinführung irgendwie anders mir gemerkt. Ich habe viel mehr auf die arme Martha geguckt und hatte die ganze Zeit so meine, also die war mir sehr suspekt, weil ich noch wusste, irgendwas war da noch am Ende. Irgendwas war da. Also die Nummer da mit dem sich ständig übergeben, wenn man lügt, das muss doch irgendwie auch fake sein. Da falle ich jetzt nicht nochmal drauf rein, Film, aber ich war dann doch woanders unterwegs.

Christian:
[10:08] Ja und natürlich, also vielleicht an dieser Stelle noch Proforma, weil glaube ich auch in die Film-Kinogeschichte eingegangen ist Chris Evans mit seinen wunderbaren Pullovern, das weiß ich auch noch. Damals, als man noch auf Twitter unterwegs war, Film-Twitter auch noch so ein Thema war, Und die wirklich legendären Chris Evans Sweater, die, glaube ich, nachher ihre eigenen Twitter-Accounts bekommen hatten. Also das war so wirklich ein Feel-Good-Hype irgendwie um seine Kostümierung und eben auch seine Rolle.

Maria:
[10:39] Ich erinnere mich, aber ich muss jetzt mal ganz kurz in die Bresche springen, für Michael Shannons Sweater. Also die waren auch nicht zu verachten, wie ich mal ganz kurz gesagt habe an der Stelle.

Christian:
[10:49] Absolut. Kostümierung, ich habe es auch noch rausgeschrieben, da können wir vielleicht auch noch drüber sprechen. Sowieso so alles, was Production Design angeht. Kostümierung, der ganze Ensemble Cast. Spielfreude, das hatte ich auch noch in Erinnerung. Ich war überrascht, wer alles in dem Film irgendwie noch auftauchte, aber ich wusste, alle, die da sind, haben so viel Pock in jeder einzelnen Einstellung, dass das eine Freude ist, diesen Film nochmal wieder zu schauen.

Maria:
[11:19] Ja, ich habe mich auch richtig gefreut, als du mich gefragt hast. Da hast du so, oh yeah, den kann ich echt gerne nochmal schauen. Also ja, sehr gut.

Christian:
[11:25] Sehr gut, ja.

Maria:
[11:27] Spaß gemacht.

Christian:
[11:27] Ich wollte gerade sagen, jetzt können wir die Freude nämlich auch wieder ein bisschen zerstören, weil du hast die wirklich ehrenvolle Aufgabe, uns nochmal daran zu erinnern, was eigentlich, du darfst es grob, du darfst es fein, wie auch immer machen, aber worum geht es, Schrägstrich, was passiert eigentlich bei Knives Out?

Maria:
[11:48] Okay, let's do this. Der Film ist ja doch relativ verschachtelt, aber ich gebe mir mein Bestes. Also, es geht los, dass ein älterer, 85 ist ganz genau zu sein, Mann Harlan Thrombey am Morgen nach seinem 85. Geburtstag tot aufgefunden wird von so einer Haushälterin in seinem überaus verwunschen aussehenden Haus, überreben er wahrscheinlich auch noch.

Maria:
[12:14] Nachdem wir da eine wunderschöne Kamerafahrt durchgeführt haben. Let's do this. gemacht haben. Das war wirklich sehr nett. Egal. Wie auch immer. Jedenfalls wird er aufgefunden mit aufgeschnittener Kehle. Also ein bisschen krasser Selbstmord, muss man mal sagen. Trotzdem gehen die Behörden erstmal von einem Suizid aus, weil es nach nichts anderem erstmal aussieht. Und befragen aber trotzdem nochmal die Familienmitglieder, um rauszufinden, um letzte Fragen zu klären und so weiter. Mit dabei ist der Privatdetektiv Beno Blanc, der, von einer unbekannten Person beauftragt wurde, an dem Fall zu arbeiten. Das ist ein bisschen rätselhaft. Und dann werden uns auch schon die wichtigen Figuren vorgestellt in diesem Polizeiverhör. Die Kinder von Harlan, nämlich Linda, die ein Immobilienunternehmen hat und ihr Mann, Richard. Dann haben wir den jüngsten Sohn Walt, der den Verlag leitet. Und dann die Schwiegertochter Joni, die so ein bisschen Gwyneth Paltrow-mäßige, ich sag mal, Kosmetikfirma oder sowas hat. Genau, und sie alle sprechen von ihrer fantastischen Beziehung mit Harlen und wie super gut das alles lief.

Maria:
[13:38] Und genau, dann am Ende sprechen sie dann mit Harlens Pflegerin Marta, die eben im Grunde seine Vertrauensperson war und mit der er sehr viel geteilt hat. Und Marte hat eine interessante Eigenschaft, denn immer wenn sie lügt oder auch nur an Lügen denkt, wie sie dann sagt, muss sie sich übergeben. Überaus praktisch, wenn man in so einem Houdanit feststeckt, wie sie es tut. Und für Blanc auch mega praktisch, weil er dann eben mal eben so all diese ganzen Aussagen, die gerade von der Familie getroffen wurden, direkt widerlegen kann. Also da gab es eine Menge Stunk. Die Details können wir gleich noch besprechen, aber ja, alle hatten irgendwie so ihre Probleme mit dem Patriarch der Familie, der dann hier und da Geld entzogen hat, Leute gefeuert hat und so weiter. Also ganz rosig war das alles dann eben doch nicht.

Maria:
[14:30] Und wir erfahren auch sehr schnell eigentlich das, was in der Nacht wirklich passiert ist, nämlich dass nach der Geburtstagsfeier Martha Harlen ins Bett bringt und eben die spielen ihre nächtliche Partie Go. Dann bekommt er seine Medikamente und in einem schrecklichen Fall von Vertausch spritzt sie ihm versehentlich Morphin. Also, she thinks. Und das Gegenmittel ist nicht da, also es ist nicht in ihrem Medizinkoffer. Und der Gute wird in den nächsten zehn Minuten das Zeitliche segnen, das ist quasi absolut klar.

Maria:
[15:10] Und so denkt er.

Maria:
[15:15] Und deswegen wird in Windeseile ein, wie ich finde, sehr elaborierter Plan gestrickt, um sie zu entlasten und damit sie nicht sozusagen für seinen Tod verantwortlich ist, weil sie eben so gute Freunde sind und auch, weil er sein ganzes Vermögen an sie vermacht hat, was sie da noch nicht weiß, und sonst würde sie das Geld nicht bekommen, wenn er sie umgebracht hätte. Genau, er gibt ihr dann also Instruktion, sie verlässt das Haus, sie kommt dann später nochmal wieder, tut so, als wäre er, als wäre sie er, geht kurz runter, damit alle verwirrt sind über den Todeszeitpunkt und so, während er sich dann eben umbringt. Und sie macht das eben alles auch. Es läuft so mittel, würde ich mal sagen. Also die Patienten haben so ein paar kleinere Fehler. Aber sozusagen, wir erfahren eben diese ganze Geschichte und auch, wo alle Familienmitglieder eben zum Zeitpunkt des Todes waren, was sie alle getan haben. Das ist alles, finde ich, sehr schön aufgeschlüsselt.

Maria:
[16:09] Und Blanc sieht aber in Martha die Einzige, die irgendwie nicht verdächtig ist, weil sie ja eben nicht lügen kann. Und deswegen nimmt er sie direkt als Assistentin, ich sag mal, in Beschlag. Und sie gemeinsam starten sie Ermittlungen, was natürlich für Martha nicht so einfach ist, weil sie ja eben nicht lügen kann. Und dann immer versucht irgendwie ihre Beweise, die aus irgendwelchen Gründen überall rumfliegen, dann immer so verschwinden zu lassen und ja, so ein bisschen zu zerstören. Also Überwachungsvideos werden dann da mit Magneten behandelt, die Fußspuren werden überstampft und das Stück Holz, das der Hund anschleppt, das von diesem Spalier kommt, das wird so weggeworfen. Also es ist wirklich sehr lustig.

Christian:
[16:48] Und erstaunlicherweise hat sie dabei gar keine Magenprobleme. Das fand ich irgendwie auch interessant. Also es ist mir immer die Frage, was ist eigentlich eine Lüge?

Maria:
[16:57] Auf jeden Fall. Und genau, um auch sozusagen das Verhör zu überstehen, lässt sie einfach Teile aus. Also sie lügt dann zwar nicht, aber sie sagt manches nicht. Also ist auch, sage ich mal, zweistelliger Schwert. Gut, also auf jeden Fall, diese Ermittlungen gehen weiter. Dann, oder starten, dann wird das Testament eröffnet an die Familie und die sind natürlich nicht amused, rauszufinden, dass sie gar nichts erben werden und Martha alles erben wird, wie wir auch am Ende dann noch feststellen, auch das Haus, ich glaube, irgendwer sagt dann so, aber immerhin das Haus gehört uns noch und dann so, nein, auch das Haus nicht. Genau, und, Und Martha ist total aufgelöst. Alle stürmen auf sie ein und wollen jetzt, dass sie da sofort was dazu sagt. Und wie kann das sein? Also es ist große Aufregung. Und gemeinsam mit ihrem Harlands Enkel Ransom, besser Name übrigens.

Christian:
[17:53] Lösegeld auf Deutsch, ja.

Maria:
[17:55] Lösegeld. Super Name, egal. Kann sie dann flüchten vor diesen wild gewordenen Familienmitgliedern. Mob? Ja, im Grunde ja. Fehlen nur noch die Mistgabeln. Und sie gehen dann in irgendwie so ein Lokal und er gibt ihr nettes Essen aus und dann sagt er so, jetzt gibt es ihr einen Eimer und jetzt kannst du mal alles erzählen, was da so passiert ist und das macht sie dann auch, weil sie ja eben nicht lügen kann und erzählt sie mir wirklich tatsächlich alles, die ganze Geschichte.

Maria:
[18:26] Und er schlägt sich auf ihre Seite, vermeintlich und sagt, soll sie das aber behalten und er tut alles, damit das auch klappt Aber er möchte dafür im Gegenzug seinen Anteil des Erbes haben, den er eigentlich ja nicht hätte. Sie willigt dann daraufhin ein und genau, sie findet dann in ihrer Post einen Drohbrief und da ist das Autopsiebericht, ich wollte gerade sagen, das Gutachten, aber genau, der sozusagen das beweisen könnte, dass eben er wirklich an der Morphium-Überdosis gestorben ist, was natürlich äußerst ungünstig wäre. Sie trifft sich dann mit der Person. Nein, das stimmt nicht. Erst fährt sie mit Ransom zum Gebäude der Gerichtsmedizin, das abgebrannt ist. Uhlala, da ging also auch einiges. Dann geht sie zu dem Treffen. Dort trifft sie die Haushalterin. Der geht es scheinbar aber gar nicht gut. Auch sie hat, wie wir dann erfahren, ein Überdosis Morphium erhalten. Und die sagt ihr nur noch irgendwie so kryptische Dinge und ist dann so quasi ohnmächtig. Und Martha, wie ihr im großen Herz, entscheidet sich, sie zu retten und ruft dann eben Krankenwagen. Die kommt dann ins Krankenhaus. Aber erstmal kann nichts weiter gesagt werden. Und alles ist halt wieder so ein bisschen offen.

Maria:
[19:51] Und genau, dann... Dann geht es zurück ins Haus. Ich glaube, dann nämlich Bernou Blanc hat dann nämlich irgendwie die Lösung gefunden und ruft alle nochmal zusammen.

Christian:
[20:03] Mitten in einem Donut.

Maria:
[20:06] Das wird auch immer noch zu reden sein über die Donut.

Christian:
[20:09] Über die Löcher und der Donut im Donut im Loch.

Maria:
[20:12] Das war so wunderschön. Genau, also Martha möchte dann eigentlich tatsächlich ihre Schuld gestehen. Sie hält es nicht mehr aus. Alle werden zusammengetrommelt nochmal im Haus. Und als sie das gerade tun möchte, liest Bernou Blanc den Autopsiebericht, wo er feststellt, dass da keine Morphium-Überdosis der Grund für den Tod war.

Maria:
[20:35] Und hält sie davon sofort ab und ruft dann doch noch, und gibt so einen kleinen geheimen Tipp an die Polizisten, die auch noch da so mit dabei sind, und sagt, ja, sie sollen bitte noch eine Person mit reinrufen, deren Name erstmal nicht genannt wird. Und dann, surprise, es ist Ransom, der wird dann nochmal einzeln verhört, Martha ist mit im Raum und es wird dann, dann Blanc quasi schüsselt dann ganz wunderschön auf, was er denkt, was passiert ist und was dann tatsächlich auch wirklich passiert ist. Nämlich, dass Ransom eben mit seinem Opi großen Streit hatte wegen dieses Erbes und er hat das eben schon gewusst, dass er nichts bekommen wird. Das fand er nicht so toll, kann man mal sagen. und er wusste dann eben, dass Martha alles bekommen wird, Und wollte ihr dann quasi diesen Mord in die Schuhe schieben, sodass sie das Erbe nicht erhalten kann und alle, wie von vornherein vorgesehen, sozusagen das Erbe bekommen können. Er hat dann die Medizin und das Morphium vertauscht, sodass sie sozusagen das eben versehentlich, aber eben ihn umbringt.

Maria:
[21:43] Womit er nicht rechnen konnte war, dass sie das gar nicht vertauscht hat, sondern an der Textur des Medikaments erkannt hat, dass das doch das Richtige ist Intuitiv zur richtigen Intuitiv, weil sie einfach so eine gute, Krankenpflegerin ist hat es ihm doch das Richtige gegeben, aber in dem Moment dann eben doch, dass eben durch die Panik dann eben nicht bemerkt hat, das heißt der ganze Selbstmord war komplett umsonst, aber praktischerweise ist eben dann ja, dieser Autopsiebericht eben für sie absolut entlastend und sie hat es eben nicht getan.

Maria:
[22:17] Und es gibt aber natürlich keine wirklichen Beweise, ein bisschen unpraktisch, und es kommt aber dann raus, dass die Haushälterin Fran, die jetzt eben im Krankenhaus ist, ihn gesehen hat, wie er am nächsten Tag während der Beerdigung von Harlan, also Ransom, nochmal zurück ins Haus gegangen ist um die Medizintasche, um da eben das wieder alles reinzutun, was da drin war und so weiter, alles wieder zurückzutauschen. Das heißt, sie ist die Einzige, die ihn hat gesehen hat. Während all dieser Ausführungen bekommt Martha einen Anruf aus dem Krankenhaus, bei dem sie erfährt, dass Fran gestorben ist. Aber sie kann ja nicht lügen, aber vielleicht kann sie es ja doch. Denn in dem Moment tut sie es und sagt, Fran geht ganz wunderbar und sie ist das blühende Leben und alles wird rauskommen. Woraufhin natürlich Ransom dazu getrieben wird, zu gestehen, was er dann auch tut. Aber immerhin Martha mit in den Untergang reißen möchte, ein Messer aus dem wunderschönen Messerblatt.

Maria:
[23:21] Nennen wir es mal Kunstwerk, aus Thron, Sonne, rausholt und sie versucht zu erstechen, und dann feststellt, dass es leider ein Fake-Messer ist und sie auf dem Boden liegen und nichts ist passiert. Und er wird abgeführt und Martha nimmt das Erbe sozusagen dann an. Und also in dem Moment schließt sie, dass sie das jetzt tun wird, weil sie hat ja eben dann doch keine Schuld und alles ist gut, ihr Gewissen ist wieder rein.

Maria:
[23:54] Genau, das sagt sie dann auch direkt der Familie, die wieder auf sie zugestürmt kommt und sie geht dann auf den Balkon, stellt sich mit einer Kaffeetasse dahin, während alle anderen unten stehen und schaut auf sie herab und es wird quasi klar, dass jetzt alles ihr gehört und die anderen nichts mehr haben und der Film ist zu Ende.

Christian:
[24:13] Ja. Ja, die Kaffeetasse, über die müssen wir gleich auch noch sprechen. Der Film Steckt ja eben voller Details und voller Anspielung. Bevor wir in den Film noch weiter eintauchen, gibt es natürlich auch noch ein paar Namen, denen wir auch noch ein paar Schauspielenden zuordnen wollen. Aber vorher auch noch, ganz wichtig, hinter der Kamera ist einiges los. Wir haben eben an oberster Stelle Ryan Johnson. Der hat das Drehbuch geschrieben, Regie geführt, produziert. Und... Ja, eigentlich auch so ein, ich sag mal, so ein bisschen Indie-Genre-Film-Darling, Klammer auf gewesen, Klammer zu. Also der hat so wunderbare Sachen wie Brick gemacht, was ja auch so ein Kriminalgeschichte irgendwie ist. Ich glaube, das war auch so sein Erstlingswerk. Looper, den hatten wir auch vor 13 Jahren hier im Podcast, auf den hatte ich mich sehr gefreut, den fand, finde ich auch immer noch, sehr, sehr gut, müsste ich vielleicht nochmal wieder gucken, aber so ein Science-Fiction-Zeitreise-Ding, Bruce Willis, der sich selbst irgendwie umbringen muss in der Vergangenheit, in der Zukunft, bla bla bla.

Maria:
[25:20] Auch eher komplex, ne?

Christian:
[25:22] Ja, ja.

Maria:
[25:22] Fable für Komplexes zu haben.

Christian:
[25:24] Und also Fable für Genre aber auch, aber auch da schon so das Genre benutzen, um eigentlich auch Spaß damit zu haben. Also die immer noch in meinem Kopf eingebrannt ist, die Szene, wie die Figur von Bruce Willis sich selbst gegenüber sitzt und der Junge versucht zu verstehen und der Alte aber einfach nur sagt, weißt du was, wir können jetzt hier irgendwie, 20 Stunden auf irgendwelchen Napkins jetzt hier irgendwie Zeitreisetheorien aufbauen, aber darum geht's gar nicht. Wir haben hier was ganz anderes zu tun. Also so dieses Aufhänger-Genre halt benutzen, aber jetzt nicht totreiten und, so let's go and have fun with it. So ein bisschen als Motto. Das hat er dann auch zumindest versucht mit so einem kleinen Independent-Film wie Star Wars Episode VIII zu machen.

Christian:
[26:09] Da hat er auch sehr viel genutzt, um eigentlich Spaß damit zu haben. Ich glaube, das Star Wars Fandom ist ihm bis heute noch irgendwie, na gut, jetzt haben sie eigentlich wieder J.J. Albans, auf den die noch sauerer sein können. Aber genau, das war eben nach dem Star Wars Ding. Also Star Wars Episode VIII hat er 2017 gemacht und danach kam dann eben 2019 Knives Out, den er irgendwie auch schon seit Jahren im Kopf hatte. Also zurück zu dem, ja Indie-Kino ist irgendwie auch das falsche Stichwort, aber wieder weg von den Blockbustern und zurück zum... Ich sag mal, zum Passion Project, zurück zu dem, worauf er Bock hat und wo eben kein Studio zu ihm kommt und sagt, mach mal jetzt hier Teil 35 unserer Geldmachmaschine. Und Brian Johnson sagt selber eben auch, er war schon immer schon als Kind Fan von Agatha Christie Geschichten, auch diese Verfilmung, da gibt es ja eben auch schon wie heißt er denn noch? Ich kann den nicht aussprechen.

Maria:
[27:07] Hercule Poirot.

Christian:
[27:09] Genau. Wo es ja jetzt auch wieder modernere Verfilmungen gibt mit Kenneth Bregger in der Hauptrolle, der auch irgendwie Regie führt. Also, lange Rede, kurzer Sinn. Rian Johnson hat mit Knives Out, sich eben einer, ich sag mal, Tradition bedient.

Christian:
[27:27] Houdanit-Genre-Klassiker so ein bisschen frischer in die Gegenwart zu holen. Und das sind eben auch noch andere Tropes als jetzt einfach nur ein Kriminalfilm. Also es ist ein bisschen mehr als beim Tatort, weil einfach noch ein paar weitere Versatzstücke so dazugehören, wie eben diese große Auflösung. Der große Kommissar lädt in die Bibliothek und holt alle Verdächtigen noch mal zusammen, um jetzt noch mal so richtig zu erzählen, worum es geht. Ja, das erfahren sie jetzt, weißt du, das erfahren wir genauso wie die Charaktere. Das ist zum Beispiel ganz wichtig beim Hutternet und natürlich der Mord als Aufhänger und so und auch immer diese eher geschlossenen Räumlichkeiten, die wir hier ja auch haben. Das ist relativ stark in diesem Anwesen, in diesem Haus verankert. Klar, der Film bricht nochmal aus, aber da können wir gleich auch nochmal ein bisschen drauf zusprechen können. Aber ganz wichtig Ryan Johnson und das war halt auch so ein absoluter Erfolg für ihn. Also der musste halt vorher die Türen irgendwie aufbrechen und sagen, nee, ich glaube an diese Hudanets, ich glaube an das fast schon vergessene Filmgenre, ich will es zurückbringen und dann hat er da eben so einen Riesenerfolg mitgehabt. Hat auch ein paar Leute dabei, mit denen er öfter gearbeitet hat und auch danach nochmal gearbeitet hat. Der Director of Photography, also so ein bisschen Kameraregie, Steve Yedlin.

Christian:
[28:46] Bei den Kostümen, Jenny Egan, hast du ja auch schon gesagt, Kostüme sind absolut fantastisch. Sein Cousin Nathan Johnson hat die Musik gemacht, der hat auch bei allen Filmen Musik gemacht, außer bei Star Wars. Kann ich gut verstehen, dass da gewisse andere Menschen... Vertraglich verpflichtet sind.

Maria:
[29:05] Trotz Verwandtschaft.

Christian:
[29:06] Trotz Verwandtschaft. Hollywood-Tinte ist dicker als Blut. Und dann haben wir vor allen Dingen einen riesigen Cast. Da werden wir uns auch noch ein paar Namen extra rausgreifen müssen, um sie zu besprechen. Ich gehe einfach mal schnell durch. Wir haben Daniel Craig als Benoit Blanc, Lakeith Stanfield als Lieutenant Elliot, Noah Segan als Trooper Wagner. Das ist der dritte Polizist. Der so Fan dieser ganzen Krimi-Geschichten ist. Dann haben wir Chris Evans als Ransom. Der Drysdale, der, wie du schon erwähnt hast, der ja eigentlich hinter der ganzen Sache steckt. Wir haben Ana de Amas als Marta Cabrera, die Krankenpflegerin. Wir haben Christopher Plummer als Harlan Tromby. Wir haben Jamie Lee Curtis als Linda. Das ist die Tochter. Wir haben Don Johnson als Richard. Das ist der Ehemann von Linda. Jetzt geht es viel in diese Familienkonstellation. Ich habe versucht, das ein bisschen zu gruppieren.

Maria:
[30:07] Hast du gut gemacht.

Christian:
[30:08] Michael Shannon als Walt. Das ist Sohn, wie du gesagt hast, Verlag für den ganzen Verlags, für dieses Verlagswesen zuständig. Also muss man noch sagen, Christopher Plumbers Charakter ist ein sehr erfolgreicher Kriminalbuchautor. Deswegen kommt er, glaube ich, auch sehr schnell auf diesen sehr elaborierten Plot wie man da diesen Mord irgendwie nicht als Mord und so. Großartig. Ah, Michael Shannon als Walt. Wir haben Ricky Lindholm als Donna. Das ist die Ehefrau von Walt. Wir haben Jane and Martel als Jacob. Das ist der Sohn der beiden. Wie sagte Walt, glaube ich, noch? Politisch sehr engagiert.

Maria:
[30:50] Andere sagen, als Nazi. Der kleine Nazi.

Christian:
[30:54] Dann haben wir noch Toni Collette als Joni. Das ist, Die, also Schwiegertochter. Genau, Schwiegertochter. Genau, sie ist angeheiratet, weil ihr Ehemann, Sohn, schon verstorben ist. Wir haben Catherine Langford als Meg. Das ist die Tochter von Joni. Und die beiden sind eben auch noch an dem Harlin, ich sag mal so ein bisschen abhängiger durch Geld, was da noch fließt. Nämlich für die Enkelin Meg und für ihre, Unischulausbildung. Und dann haben wir noch ein paar weitere Figuren drumherum. Wir haben Edie Patterson als Fran, das ist die Haushälterin, die ja dann nochmal wieder so ein bisschen wichtiger wird im Laufe der Geschichte. Absolut großartig. Frank Oz als Alan Stevens.

Maria:
[31:41] Ich habe mich so gefreut.

Christian:
[31:43] Der Notar, der glaube ich auch weiß, mit was für einer Truppe er da zu tun hat. Also ich glaube, der hat auch schon so ein paar Momente vorher mit dieser Familie ertragen müssen. Wir haben Kay Callan als Grandnana Wanetta. Das ist ja noch die Mutter von Harlan.

Maria:
[32:03] Ja, und er ist 85. Jetzt mal kurz Frage, wie alt ist sie?

Christian:
[32:06] Genau, und sie, die auch dazwischen sitzt und, ich sag mal, den einen oder anderen und einen sehr wichtigen wachen Moment hat, aber sonst nicht viele. Also wird auch noch wichtig für diese Auflösung. Und es ist ein Rian Johnson-Film, wer ist dann auch dabei? Richtig, Joseph Gordon-Levitt als Detective Hardrock, der hier ein kleines Voice-Cameo hat. Die Schwester von Martha guckt irgendwie auf dem Laptop irgendeine Krimi-Geschichte, wo es auch irgendwie um irgendeinen Mord.

Maria:
[32:37] Selbstmord geht.

Christian:
[32:38] Und da ist er, glaube ich, einer der Polizisten, die da von dem Laptop Lautsprecher zu hören ist in dieser Show, die sie da guckt.

Maria:
[32:45] Das ist aber ein sehr kleines Cameo.

Christian:
[32:47] Aber Trope. Brian Johnson ist da, dann ist Joseph Gondola nicht weit. Genau, ja. Ich glaube, die Diskussion wird chaotisch, weil dieser Film sehr voll ist, sehr detailliert ist. Ich habe schon gemerkt, auch beim Aufschreiben meiner Notizen, ich komme gar nicht hinterher, das ist ein perfekter Film, auch fürs Filmstudium. Also den kannst du wirklich, da kannst du Szene von fünf Minuten rausgreifen und kannst da ein komplettes Semester lang nur über diese fünf Minuten sprechen. Da kommt alles zusammen, von der Kostümierung, Production Design, Kamerafahrten, Schauspiel natürlich, Musik, die noch mit reinkommt. Auch das habe ich auch schon irgendwie gesehen im Making-of. Die haben den digital gedreht, aber mit den abgefahrensten Details, versuchten Analog-Look zu erzeugen von Beleuchtung und nachträglichen Effekten und holy moly, Vielleicht versuchen wir uns ein bisschen inhaltlich durchzuhangeln, auch durch dieses Ding. Also ich glaube, so der Plot und so diese ganzen Twists and Turns sind vielleicht ganz gut so als roter Faden irgendwie, weil vielleicht kann man daran auch dann immer mal wieder so ein bisschen durch die Gegend springen.

Christian:
[34:03] Vielleicht schnappen wir uns einfach mal so ein paar Momente schon mal irgendwie raus, also ich fand allein die Eröffnung die ersten Szenen, die ersten Momente, erstmal großartig gelungen und auch habe ich jetzt bei dem Film auch nochmal gemerkt als jemand der jetzt nicht so viel oder so Bock auf Krimi hat, also ich lese und gucke dann doch auch relativ viel, aber ich merke weil es einfach eine dankbare Struktur gibt die besten Krimis sind so wie hier Geschichten, Wo der Krimi gar nicht so wichtig ist, weil der ganze andere Rest das Interessante eigentlich abliefert. Ich weiß nicht, wie es dir so geht. Das ist beides interessant.

Maria:
[34:42] Ja, also ich finde, man möchte unbedingt wissen, okay, was ist passiert, was ist da los, was ist mit dem Mord? Aber ja, diese ganze Familie, die ganze Konstellation, das gehört dann quasi auch zusammen. Das ist ja dann auch ein Teil von diesem Fall. Und ich finde, ich mag Krimis eigentlich ganz gerne. Ich bin jetzt nicht so der deutsche Tatort-Fan oder sowas, aber mal so ein oder auch mal was Älteres finde ich eigentlich immer cool. Ich mag das irgendwie schon ganz gern. Also ich bin da total dabei. Und ja, wie du schon gesagt hast, die ersten Shots, also diese Kamerareise dann durch dieses Haus, das hat schon so viel Spaß gemacht. Da hat man sofort überlegt, uh, was ist das für eine krasse Statue und was ist denn das für eine Maske hier? Und dann, da war ja, die Kamera ist ja öfter mal so hängen geblieben an so Gegenständen und man hat sich so gedacht, uh, was ist das denn? Und was wird das vielleicht wieder noch eine Rolle spielen oder so.

Maria:
[35:35] Und ich fand das irgendwie total nice, also die meisten Sachen haben keine Rolle gespielt, aber ich fand es irgendwie trotzdem interessant, um sozusagen diese Person, die da wohnt, irgendwie kennenzulernen und dann eben auch, dann wird ja relativ schnell auch gesagt, dass er eben so ein Krimi-Autor ist. Ich habe sofort gedacht, ja, das macht ja total Sinn, dass er so viel Krempel in seinem Haus hat, um zu sagen, ich kann das alles total gut beschreiben und ich interessiere mich halt dafür, habe mich vielleicht davon inspirieren lassen von dieser, ich weiß nicht, Löwenstatue, mit der wenn irgendwer mal erschlagen wurde, was weiß ich. Das fand ich irgendwie, da poppen sofort auch so Geschichten dann im Kopf so auf, wenn man dann diese Gegenstände so sieht und dieses komplett, ja, wirklich vollgestopfte Haus, das vor Geschichten ja schon zu platzen irgendwie droht. Also das fand ich irgendwie... Sehr, sehr schön auch gemacht. Und wir kommen ja dann quasi ganz oben dann in seinem Dachboden, irgendwie auch geil, so thrones wie bei allen anderen, in diesem kleinen Arbeitszimmer da, irgendwie an. Und dann sehen wir ja die Leiche und das war irgendwie auch, man denkt so, ich weiß auch nicht, man sieht den, fand ich, am Anfang erst ganz kurz gar nicht, weil alles ist so voll und da ist diese kleine Nische mit so Büchern und alles ist so ganz, ja, so ganz vollgestapelt irgendwie. Und dann ist da auf einmal dieser Mensch drin und jetzt, hups, ach so, da wohnt ja auch jemand. Ich meine, jetzt nicht mehr, also jetzt wieder, wie auch immer, aber kurzzeitig nicht. Das hat mir schon echt richtig, richtig gut gefallen als Einstieg einfach so. Dieses Haus war schon, wie du schon sagst, also die Filmklasse hätte was zu tun, würde ich mal sagen.

Christian:
[37:02] Ja, und auch die Liebe zum Detail. Ich glaube, der Film, ich glaube, nicht ganz der erste Shot, aber einer der ersten Shots ist da irgendwie auf diese Kaffeetasse. Ich weiß nicht, ob du dich noch erinnerst. My House, My Rules, My House, My Coffee oder irgendwie sowas. Total cheesy, fällt auch total raus aus dem restlichen Interieur.

Maria:
[37:23] Auch von dem Haus, ja, total.

Christian:
[37:25] Könnte man sich auch gut vorstellen, dass Martha ihm das irgendwie mal als Gag geschenkt hat, so der alte, grummelige Mann und seine Regeln und sein Haus. Und dann nachher die Klammer auf die letzte Szene, wo sie genau diese Kaffeetasse halt aus der trinkt, um über den anderen zu drohen. Und das meine ich halt Rian Johnsons Filme sind immer voll von Details und Bögen und Schleifen und das ist super detailverliebt und super schön mit anzusehen. Und auch da hast du ja gesagt, stimmt, es geht ja los mit diesen ganzen Räumlichkeiten und die Haushälterin macht ja, glaube ich, irgendwie den Kaffee und das Frühstück und geht in sein Schlafzimmer. Oh, da ist er nicht, Mensch, dann hast du ja schon wieder da oben in deinem Reich, in deinem Geheimversteck schon wieder genächtigt und so.

Christian:
[38:08] Du merkst, also erst mal dieses, also auch da sehr dankbar über diese Szene schon mal so ein bisschen die Räumlichkeiten zu verstehen. Das hilft uns ja alles. Also der Film kommuniziert halt permanent, auch wenn du jetzt vielleicht noch gar nicht mit dem Finger drauf zeigen kannst und schon weißt, warum das irgendwie wichtig ist für dich. Aber ich glaube, da passiert schon ganz viel so im Hintergrund. Und das ist halt eben diese Eröffnung, dieses A, es gibt halt irgendwie oben und dann gibt es noch weiter oben. Und da liegt die Leiche. Also auch da wieder Houdanit, Krimi, Trope in den ersten paar Minuten. Wir sehen, es gibt eine Leiche und natürlich, egal wo du gerade herkommst und wie du in den Kinosessel geschleudert wurdest, die erste Frage ist natürlich, warum ist der tot? Ja, was da passiert. Was da passiert. Sofort hast du den Aufhänger und du bist ja schon mal einmal das ganze Haus gegangen und dann auch schon, wahrscheinlich spürst du auch, dass dieses Haus wichtig ist bei der ganzen Sache und dann im Houdanit bist du dann auch nicht viel...

Christian:
[39:11] Außerhalb normalerweise unterwegs, da kommt man vielleicht auch noch ein bisschen drauf zu sprechen, dass eben Rian Johnson auch einige Brüche vornimmt, auch einige Gangwechsel, wirklich sehr offensive Gangwechsel irgendwie macht, um mit dem Hudanit nochmal zu spielen und zu brechen. Aber allein das ist alles schon so super effektiv und so super, also ich finde auch so dankbar. Also ich weiß, ich habe jetzt nicht so viel getimt, ich habe jetzt nicht so viel auf die Uhr geguckt, aber ich glaube so die ersten 20 Minuten, vielleicht auch 30 Minuten. Also danach wird es halt superkomplex, als es dann eben, also Haus, Leiche, what the fuck happened? Okay, die Prämisse ist gesetzt, aber dann geht es halt los mit dieser ganzen Familienkonstellation. Und die wird ja dann auch über diese Verhörszenen nochmal so ein bisschen aufgebaut. Also wir haben jetzt ja auch nicht ähm.

Christian:
[40:08] Wir haben jetzt keine PowerPoint-Präsentation, die uns das irgendwie näher bringt und sagt, das ist Sohn von dem, verheiratet mit, sondern es passiert ja eher in den Situationen irgendwie heraus. Und der Aufhänger ist ja, dass dann eben nach der Beerdigung oder irgendwie später nochmal die Polizei und eben dieser noch unsichtbare, namenlose Mensch im Hintergrund sitzt, aber wir wieder diese Verhör-Situation bekommen. Und da reitet der Film halt auch in einem Affenzahn mit einem Temposchnitte, da passiert dann auf einmal ganz viel, weil wir Personen eingeführt bekommen, also auch mit so Titel-Einblendung und alle irgendwie vor diesem komischen Messerkonstrukt, also im ähnlichen Raum. Klar, der Polizist stellt nochmal so seine Fragen und dann sehen wir auch schon gleich, dass wir mit ganz vielen widersprüchlichen Bildern und Erzählungen arbeiten. Also wir bekommen ja Rückblenden erzählt von Personen und da gibt es ja gleich am Anfang zweimal diese Geburtstagstorten.

Maria:
[41:12] Moment. Das fand ich so witzig.

Christian:
[41:14] Wo wir halt zweimal den Moment sehen, wo da Harlan da sein, der Abend vor dem Mord und ja, die Familie kommt zusammen und es gibt die Torte und es sind immer andere, die ihm diese Torte reichen.

Maria:
[41:28] Immer die Person, die dann so links und rechts so ah, voll schön, wir stehen hier vor, wir stehen total nah und so. Das fand ich so witzig.

Christian:
[41:35] Und du sitzt ja halt wahrscheinlich genauso davor wie ich und denkst, ach scheiße, jetzt kann ich noch nicht mal mehr irgendwie den Bildern glauben.

Maria:
[41:41] Ja.

Christian:
[41:41] Ja, und dann kommen auch die Erzählungen dazu und alle sind natürlich immer bestens mit Papa gewesen und bestens untereinander und wir sind eine Familie und wir lieben uns natürlich alle und also da passiert schon wieder ganz, ganz, ganz viel so, wo du erstmal herausgefordert wirst, wo du wieder wachgerüttelt wirst und wo dir gezeigt und gesagt wird, glaub nicht, was du siehst, glaub nicht, was du hörst und bist schon in dieser Ermittlerrolle irgendwie drin. Dass du selber miträtselst und kombinierst und natürlich misstrauisch wirst und wie du sagst, Michael Shannon mit G-Stock, das kann nur ein Verbrecher sein. Okay, aber hat er auch einen Mord begangen? Ich weiß es nicht. Jamie Lee Curtis, die sehr selbstbewusst auftritt und dann hast du aber auch diesen Ehemann von ihr, ein absoluter Vollpfosten. Und du fängst ja an zu rätseln und zu grübeln. Und das will der Film auch von dir, aber das ist halt dann sofort so eine hohe Schlagzahl, die der da auf einmal annimmt.

Maria:
[42:33] Ja, das finde ich auch. Ja, total. Also das sehe ich ganz genauso und ich habe, dadurch, dass man ihn jetzt zum zweiten Mal gesehen hat, ich meine, das letzte Mal ist es ein bisschen her, aber immer Man konnte sich ja trotzdem so grob erinnern oder man weiß ja auch so ein bisschen, in welchem Genre sind wir da unterwegs und so. Und ich denke, das ist auch die hohe Kunst, das Whodunit, dass man am Anfang direkt dem Zuschauern irgendwie zu verstehen gibt, wer sind die wichtigen Figuren, was machen die, was macht die aus und was ist auch, wie du schon sagst, was ist der Tatort, was ist das Gebäude, wie sind die Räumlichkeiten.

Maria:
[43:07] Und ich finde, das hat jetzt Knives Out, das lief da so, so flüssig und irgendwie so, wenig anstrengend, also weil du halt auch so meintest, es ist herausfordernd, das stimmt, also man muss so ein bisschen aufpassen und ein bisschen mitdenken, aber trotzdem irgendwie, ich war total gut unterhalten, also es hat sich überhaupt nicht angestrengt angefühlt oder als würde mir jetzt irgendwie so eine Erklärbärstimme jetzt irgendwie genauer sagen, also das ist der und der Familienstammbaum sieht so aus, also das wurde mir zwar erzählt, aber auch so eine sehr leichte und irgendwie unterhaltsame Art und ich fand es, wie gesagt, überhaupt nicht anstrengend oder habe jetzt nicht gedacht, oh, ich muss jetzt mein Hirn anmachen und jetzt hier voll mitdenken, sondern es war so irgendwie auch interessant gemacht. Und ich denke auch, natürlich sind die Figuren, sage ich jetzt mal, nicht ultra komplex. Also die haben so ihre ein, zwei Dinge, die die so haben und die sie so tun. Aber irgendwie wirken sie wie echte Menschen auch trotzdem. Also das finde ich halt auch so interessant, weil man nennt dann halt diese Immobilien, also Linda ist das, die Tochter mit der Immobilienfirma kennen und sie sagt so, so viel Text hat die in dem ganzen Film eigentlich nicht, aber trotzdem habe ich das Gefühl gehabt, ich habe sofort verstanden wer sie ist, ich habe sofort verstanden was ihre Beziehung mit ihrem Vater ist und wie sie so sein möchte und warum sie so sein möchte und so und das fand ich besonders, ja

Maria:
[44:36] Gut gemacht einfach also irgendwie das, Das war gar nicht anstrengend. Das wurde jetzt nicht 15 Rückblenden, wie ihre Kindheit war. Das brauchte ich überhaupt nicht, sondern das wurde durch so kleine Details irgendwie erzählt. Mit diesen Briefen zum Beispiel. Und auch, dass ihr Mann gesagt hat, ihr Vater hat immer mit ihr so Spiele gespielt. Man muss dann den Regeln folgen und dann ist es cool. Und wenn nicht, na ja, dann ist es irgendwie schwierig und so. Man hat das auch gemerkt. Also da knirscht es auch. Und das ist nicht immer so einfach mit ihm. Das habe ich auch sofort geglaubt, als ich ihn dann gesehen habe. Diesen Patriarch, diesen alten Mann. Da hast du gleich gedacht, oh, mit dem möchte ich aber keinen Streit haben. Er sieht irgendwie, naja, der hat halt so willensstark und so. Und irgendwie, deswegen fand ich mich mit dem Zeugen, mit diesem Verhör, diese Fördersituation, super schlau gelöst. Du lernst alle kennen.

Christian:
[45:23] Ja, klar.

Maria:
[45:24] Die Polizisten haben dann nochmal miteinander auch gesprochen. Okay, ja, das ist jetzt hier der jüngste Sohn. Und ja, ach ja, genau, das war jetzt nochmal hier der Mann und so. Und dann ist echt die Tochter von dem und dem. Das haben sie also quasi sich erzählt. Aber eigentlich haben sie es natürlich uns erzählt, wie das jetzt alles sein soll und wie die in Verbindung stehen und so weiter. Und sie hat natürlich aber auch eben Bernou Blanc erzählt. Der saß im Hintergrund da so ein bisschen dunkel am Klavier und dann immer so einen hohen Ton gespielt, wenn er offensichtlich dachte, das ist gerade Bullshit.

Christian:
[45:52] Ich glaube, ich habe das irgendwie auch nur gelesen. Ich glaube, dass dann danach der Polizist immer die Frage irgendwie nach dem Abend gestellt hat. Also immer, wenn es wieder zurück zu der Geburtstagsfeier, glaube ich, irgendwie gehen sollte oder so. Also immer, immer, wenn das oder irgendwie sowas, das war immer die gleiche Frage, die danach kam. Also auch wieder so ein feines Detail.

Maria:
[46:12] Ja, ich habe immer gedacht, er drückt auf die Taste, wenn er irgendwie so denkt, ja, ich habe jetzt alles gehört, was ich hören wollte, es ist gut. So, jetzt mach mal hier, das kommt mal zum Konkreten zurück. Weil sie sich ja immer so verloren haben in ihren Aussagen, wie unglaublich gut ihr Verhältnis ist und so. Und ich glaube, man hat immer so ein bisschen so, das war so ein Signal, so ist jetzt gerade langweilig, kommen wir jetzt hier zum Punkt.

Christian:
[46:30] Aber genau das war es ja auch. Er hat dann immer so da reingeschossen und halt wieder so zurück zur Sachlichkeit aufgefordert. quasi. Aber auch da super komplex. Also, du hast vollkommen recht, der Film kommuniziert die ganze Zeit und es ist so, auch so schön gemacht. Das hatte, ähm, Und das hatte ich irgendwie auch in einem, sagte Rian Johnson irgendwie auch in einem Interview zu dem Film, so dieses, ihm war wichtig, er die Rollen so veranlagt und hat dann auch das Casting so ausgelegt, dass die Leute schon groß spielen, aber also nah an der Karikatur schramm, aber eben nicht drüber, nicht drüber gehen. Also nicht zu drüber, sodass es dann zu albern wird, aber schon so ein bisschen auf dem Weg dahin. Und das meinte ich auch so mit Spielfreude. Also kommen wir nachher auch noch auf Chris Evans, der, glaube ich, selten so viel Spaß an einem Film hatte wie hier, obwohl er Captain America ist. Also das sagt schon auch eine Menge aus. Ja. Da holt der Film auch ganz viel raus aus dem Cast, aus der Besetzung, aus dem Spiel, aus dem Spiel auch miteinander, auch so Details, die da irgendwie dann rauskamen.

Christian:
[47:37] Ich fand das dann zum Beispiel auch so großartig im Schnitt auch in diesem Verhörding. Also ich meine, also ich fand es halt schon auch kompliziert, weil eben so viel auf einmal passiert und zum Beispiel auch über die Schnitte hinweg Dinge passiert. Also auch so ein bisschen Richtung Filmform. Also die Filmform hat auch angefangen, Sachen zu erzählen. Das ist halt dieser schöne Gag, wo J. Billy Curtis irgendwie sagt, aber wollt ihr mich jetzt hier irgendwie veralbern? Also ich merke doch, dass ihr mich hier versucht mit euren Fragen in eine Falle zu locken. Ich werde doch jetzt nicht anfangen, meine eigene Familie in die Pfanne zu locken, weil ihr hier irgendwie Schnitt auf ihr Ehemann, der war es und der ist blöd und also genau in die Pfanne halt rein, die sie so selbstbewusst identifiziert. Und du weißt so viel, du weißt so viel über die Ehe, du weißt so viel über die beiden Personen, du weißt über die Familie, du weißt so viel in diesem Schnitt, in dieser einen Montage. Großartig, absolut großartig.

Maria:
[48:34] Da habe ich auch sehr gelacht, das fand ich sehr, sehr lustig.

Christian:
[48:38] Dann lass uns noch ein bisschen versuchen, über Benoit Blanc zu sprechen, der ja eben, ja, was ist der erste Ermittler jetzt hier? Ja, wir haben ja schon die beiden Polizisten, von denen wir erfahren haben, dass die ja schon so den offiziellen Part getan haben und jetzt, das wird ja auch in diesem Verhör nochmal gefragt, so, was ist, warum eigentlich nochmal? Ja, es gibt noch ein paar Routinefragen. Auf einmal sitzt ja dieser Typ im Schatten am Klavier und haut die ganze Zeit drauf rum, was ich auch großartig dann finde. Wie die einzelnen Leute auf ihn reagieren, auf diesen Unbekannten, der da am Klavier sitzt und nichts sagt, außer einen Ton abzuspielen. Und das ist ja dann auch für uns beim ersten Mal die Einführung in diesen Ermittler, in diese Figur, Schrägstrich Hauptfigur, da können wir ja nochmal ein bisschen drüber sprechen, wer eigentlich Protagonist oder Protagonistin in diesem Film ist, aber ja schon eine wichtige Rolle hat. Und das ist ja auch super wichtig in diesen Houdanits. Wir merken, Benoit Blanc ist ein Name in dieser Filmwelt, ist eine Berühmtheit in dieser Filmwelt, ist bekannt. Die einen schmunzeln eher über ihn, das fand ich halt irgendwie auch gut. Ich weiß gar nicht mehr, ob das die Linda, Jamie Lee Curtis, irgendjemand war das oder die Toni Collette, die glaube ich irgendwie so.

Maria:
[50:03] Die so meinte, ich habe einen Twitter-Eintrag über deinen Times-Magazin-Artikel gesehen.

Christian:
[50:10] Irgendjemand hat ihn auch so belächelt. Also da war so eine Anspielung auf so einen vorherigen Fall, der aber, glaube ich, unter so einem Medien- Slogan irgendwie so in den Medien unterwegs war.

Maria:
[50:21] Ich denke, das war dann, das war dann, glaube ich, Linda. Ich glaube, sie hatte den Artikel tatsächlich gelesen. Irgendjemand, ja.

Christian:
[50:28] Und also das fand ich halt auch so interessant, dass Benoit Blanc irgendwie, auch, ich weiß nicht, wie es dir ging, also ob du dich auch daran erinnern konntest, wie du ihn das erste Mal so wahrgenommen hast, auch im Laufe dieses Filmes vielleicht irgendwie so wahrnimmst. Ich habe an ihm auch manchmal gezweifelt, also an seiner Kompetenz.

Maria:
[50:48] Total, auf jeden Fall.

Christian:
[50:50] Die ersten Momente waren so, okay, die einen himmeln ihn irgendwie an als Medienstar, die anderen lachen über ihn, so nach dem Motto, jetzt ist der auch noch hier. Also ich wusste, es ist ja jetzt niemand irgendwie erschrocken vor seiner Mächtigkeit als Superermittler, sondern alle hatten irgendwie eine andere Beziehung zu ihm. Und das fand ich irgendwie auch toll, dass wir eben schon so verunsichert, verunsichert ist das falsche Wort, aber dass wir jetzt auch keinen klaren Anhaltspunkt an unserem Ermittler haben, ist das jetzt eher so ein, wie kompetent ist der eigentlich? Wie, was ist seine Rolle in dieser ganzen Aktion? Das fand ich auch schon irgendwie sehr interessant und sehr stark eingeführt. Wie war das für dich so das erste Mal? Benoit Blanc, wer war das für dich?

Maria:
[51:35] Also ich fand das halt extrem lustig, dass er da so im Schatten saß, Martini auch erst gar nicht gesehen und ich glaube halt Leute, die vielleicht nicht wissen, dass es Daniel Craig ist, waren halt vielleicht auch so ein bisschen so, ach so, als er dann so quasi im Licht ist. Einfach auch eine nette Art, dann so die Person wirklich zu enthüllen. Also so richtig so, uh, Vorhang. Und dann, haha, hier ist mein Star, James Bond. Das war irgendwie einfach auch funny.

Maria:
[51:56] Und ich muss ganz ehrlich sagen, und das ging mir ganz oft so, ich habe das Gleiche gedacht, was dann die Figuren auch gesagt haben. Nämlich, wer ist denn der Kerl da? Was bildet er sich ein, da jetzt rumzusitzen im Hintergrund? Und ich habe auch ganz so gedacht, was macht der denn da? Warum sitzt der denn da? Er sagt nichts, packt er mal aufs Klavier, das würde mich extrem auch nerven, wenn ich dann die Person wäre, die da befragt werden würde und so. Und das machen sie ja dann auch. Also ich glaube dann tatsächlich, einer guckt dann sogar an den Polizisten so vorbei und sagt so, entschuldigen Sie, was machen Sie denn da? Das fand ich wirklich sehr, sehr cool gemacht. Kurz nochmal zu den Cops, weil das fand ich auch so, so cool. Ich fand, die waren so ein witziges Duo. Also dieser eine, der so eher ernst ist und der andere, dieser große Krimi-Fan, der ja dann auch quasi so ganz starstruck mit Bernon Blanc ist und da total so, oh mein Gott, oh mein Gott, ich habe alles über sie gelesen und ja auch diesen Krimi-Autoren da eben so gut kannte und so. Also ich fand, der war so ein bisschen, der war so ein bisschen, ich würde mal sagen, der Krimi-Fan in uns alle. Der war so ein des Publikums so Ding irgendwie so. Ich fand das irgendwie total lustig. Aber ja, zu Bernou Blanc, genau. Also es ging mir tatsächlich genauso wie dir. Also am Anfang habe ich noch eher so, war ich noch dabei, dachte so, okay, er ist der Meister-Ermittler und er hat hier total einen Durchblick und so und er hält sich im Hintergrund, aber eigentlich hat er hier die Fähne in der Hand und so.

Christian:
[53:14] Der hat den Fall schon gelöst, bevor der Film angefangen hat.

Maria:
[53:16] Der weiß, genau, der weiß total Bescheid und das geht richtig und so, alles wird supi. Eben ja wie so eine Art, wie diese gottgleiche Figur, die ja üblicherweise eben auch Herr Kühl-Poirot eben ist. Also da gibt es ja eindeutige, ich sage mal, Parallelen, allein vom Namen und so, nicht wahr? Aber dann hat er auf einmal diesen heftigen, heftigen Akzent. Man denkt so, weiß ich jetzt nicht. Also das war schon sehr, sehr krass.

Christian:
[53:45] Im englischen Original so einen amerikanischen Südstaaten-Akzent. So einen Südstaaten-Akzent. Dialekt, der jetzt nicht so mit Eloquenz und Intelligenz behaftet ist.

Maria:
[53:55] Exakt.

Christian:
[53:55] Ein Klischee.

Maria:
[53:56] Exakt. Und das ist natürlich auch mit diesem Klischee ja auch sehr stark gespielt. Und ich glaube, irgendwer spricht ihn sogar darauf an, auf seinen bescheuerten Akzent. Und sagt so, ja, was denkst du hier, wer du bist? Hier, weiß ich, wo du herkommst. Ja, was soll der Quatsch? Und da, das fand ich dann, also habe ich tatsächlich auch, mich muss ich mir erst mal ein bisschen daran gewöhnen, von dem geschniegelten James Bond, der die perfekte Aussprache hat, dann zu diesen doch sehr, sehr extremen.

Christian:
[54:21] Da musste ich auch dran denken, beim ersten Mal so, Danny Craig, James Bond, britisch, Coolness, Männlichkeit, die ganzen Dinger. Und dann sitzt er da und also wirklich im ersten Moment dachte ich auch, will er mich eigentlich verarschen? Also ist das jetzt eine Nummer, die der hier abzieht in einem Verhör, weil er so ein Mysterium aufbauen? Also weißt du so, ich kenne das Gesicht von Daniel Craig und ich weiß, der klingt nicht so. Und deswegen fand ich das wieder dann cool vom Casting und Spiel. Ich glaube, Brian Johnson hat es auch ins Drehbuch mit diesem Dialekt geschrieben, dass der halt so südstaatlich klingt. Aber fand ich halt auch wieder so mit diesen Brüchen zu arbeiten und wieder so leicht mich herauszufordern von, na gut, jetzt habe ich schon ganz viel in Dialogen gehört und in Bildern gesehen, ich traue dem nicht, ich traue der nicht. Also ich bin ja quasi genauso auf der Suche nach der Wahrheit und denke mir, ist das jetzt auch ein Spiel? Also ist das ein Spiel im Spiel? Es hat mich verunsichert, so die ersten Momente auch, wo ich dachte, ja, das ist nicht Danny Craig, aber was mache ich jetzt damit? Das fand ich halt auch großartig. In diesem Setting so.

Maria:
[55:29] Ja, ich habe jetzt auch gerade darüber noch ein bisschen nachgedacht, während du über den Dialekt gesprochen hast, dass, wie gesagt, Hercule Poirot, der ist ja Franzose, hat ja auch logischerweise dann einen Akzent, aber der ist natürlich ein Franzose, gebildet, kultiviert und so. Und das ist natürlich jetzt alles dieser Dialekt, den jetzt Daniel Craig da zum Besten gibt, ja nun genau nicht. Also man nimmt ihm gar nicht ab, dass er jetzt da irgendwie total den Durchblick hat. Also einfach allein davon, wie er redet, ist natürlich ein bescheuertes Vorurteil, aber unterbewusst hat man es ja erstmal so drin. Und die Figur natürlich auch. Also die glauben da ja auch erstmal nicht dran. Und ja auch die Ermittler. Also der eine Cop ist ja auch ganz halt sehr, sehr misstrauisch und so mal so, ja, warum machen wir das jetzt hier? Wir haben doch alles gelöst, es ist ein Suizid, jetzt hör mal auf hier. Also der fühlt sich ja auch, glaube ich, so ein bisschen bedroht und so.

Maria:
[56:19] Und das, ja, wie du schon sagst, also das ist ein bisschen ein zweischneidiges Schwert. Ich habe am Anfang, war ich noch voll dabei, dachte so, ja, der ist hier der Meisterdetektiv. Und dann eben auch das Verhör mit Martha und dann sie auch einzuspannen. Das habe ich gedacht, das ist mega schlau, das würde ich auch so machen, geile Idee. Aber dann, ich finde dann so im Laufe des Films, also am Ende nicht mehr, aber so in der Mitte denkt man irgendwann so, was für ein Depp ist er? Was ist denn da los? Also ich glaube, das ist natürlich Absicht, aber also merkt man dann später. Aber zwischendrin denkt man so, der kann ja gar nichts. Was ist denn da los? Der hat ja gar keinen Plan. Und wir dann auch, seine Methode ist irgendwie wie ein großer Regenbogen. Und dann gibt es einen Bogen. Und am Ende kommt der immer auf die Wahrheit. Und ich habe so gedacht, ich verstehe die Metapher irgendwie nicht. Das war irgendwie so total versprochen.

Christian:
[57:06] Donuts. Als er anfing, von Donuts zu sprechen.

Maria:
[57:08] Aber dieser Donut-Monolog war hervorragend. Ich habe so doll gelacht. Ich fand das so witzig. Aber ja, auch das, da denkt man halt dann so, er tut jetzt gerade so, als würde er das irrsinnig Schlauste sagen, aber eigentlich denkt man, ja, es ist jetzt halt nicht so, also, Das ist jetzt nicht so krass intelligent. Ich meine das mit dem Donut. Okay, es fehlt ein Stück. Ja, okay, von mir aus. Aber ich dachte so, da musst du jetzt nicht diese krasse Metapher aufmachen, my man. Das haben wir auch so verstanden. Und dann später noch, ja, aber in dem Donut-Loch ist dann nochmal ein Donut mit noch einem Loch. Und du hast so gedacht, what?

Christian:
[57:46] Genau das.

Maria:
[57:48] Also das war so lustig.

Christian:
[57:50] Da hatte ich dann auch an einer großen Auflösung gezweifelt. Das Genre sagt ja, dass da irgendwann vor allen steht und sagt, mit dem Finger zeigt, und du warst es, weil ich hab die Indizien und in dem Moment, und wenn er anfängt von einem Donut zu philosophieren, der in sich wieder ein Loch hat, was aus einem Donut besteht, wo ich dachte, oh bitte nicht, ey, wie soll denn diese Szene nachher funktionieren? Also sitzt er genauso auf den Stühlen und wird von anderen belehrt? Also wer hat jetzt hier irgendwie das Zepter in der Hand? Also an dem kann ich mich hängen, auf der Suche nach der Wahrheit.

Maria:
[58:22] Ich habe dann auch die ganze Zeit gedacht, vielleicht sagt dann einfach irgendwie Marta. Also ich habe immer, weil ich hatte das Gefühl, sie war viel schlauer. Also sie hatte ja doch eindeutig so, oder sie wirkte ja dann doch kompetent. Und sie hatte ja auch, das sage ich mal, das ganze Background-Wissen über die Familie und so. Und ich habe dann immer gedacht, okay, vielleicht löst sie am Ende irgendwie alles auf und kann dann die Fäden verbinden oder so. Aber das war ja dann doch nicht so. Aber ich fand das wirklich interessant, weil er war nicht dieser göttliche Übermensch, der jetzt voll Bescheid weiß und alles schon sofort gelöst hat und alle so an seinen Fäden zieht. Also zumindest hat er schon getan, aber das haben wir nicht so schnell bemerkt. Und das fand ich irgendwie, das fand ich sehr frisch. Also das war sehr erfrischend.

Christian:
[59:05] Auch da so zwei Sachen, die mir noch dazu einfallen. Einmal Sprung noch weiter nach hinten in die Handlung, wo er da in einem Auto sitzt. Also nochmal kurz rekapitulieren. Martha wird bedroht von diesem Drohbrief. Hey, hier ist der, ich habe Zugang zum Autopsiebericht und Martha denkt, oh Gott, hier kommt mir jemand auf die Schliche. Sie fährt dann mit Ransom, Chris Evans zusammen zu diesem Labor. Ohr, das Labor brennt und Benoit Blanc ist natürlich auch irgendwie da und überlegt, hat das was mit dem Fall zu tun, sieht sie und irgendwie gibt es ja die sehr unspannende Verfolgungsjagd.

Maria:
[59:43] Die dümmste Verfolgungsjagd aller Zeiten, ja, exakt.

Christian:
[59:45] Aber auf jeden Fall sitzen die beiden dann irgendwie zusammen im Auto und er sagt ja irgendwie zu ihr, hey, ich glaube, wir können jetzt zusammen zur Polizeiwache irgendwie fahren oder sowas.

Maria:
[59:54] Und ihr hält hier den Donut-Vortrag, auch im Auto.

Christian:
[59:56] Genau. Und sie hat ja aber im Hinterkopf noch die Uhrzeit und muss ja da irgendwie zu ihrem Meeting und sagt ja auch nur so, ja, ich muss aber kurz noch was erledigen. So clever, wie sie ist, parkt nicht direkt vor dem Haus, geht um das Haus rum. Und zwischendurch schneiden wir ja irgendwie auf Benoit Blanc, während Martha irgendwie da um das Leben der Haushälterin kämpft und wir so super deep im Fall sind, sitzt Benoit Blanc im Auto auf dem Beifahrersitz und hat ein iPod in den Ohren und singt, ich weiß gar nicht, was es war, Madonna oder irgendeinen Popsong mit. Und also wirklich, ich hatte da so ganz kurz noch diesen Klischee-Gag, dass sozusagen dann auf einmal wir sehen, wie in der Rückscheibe hinter ihm noch so eine Verfolgungsjagd stattfindet. Also dieser Klassiker von, ich bin hier gerade so mit mir selbst beschäftigt, ich sehe nicht, was in meinem Rücken passiert. Das hätte ich mir auch noch zugetraut, dass er halt so deppert ist, gar nicht mitbekommt, dass der eigentliche Film ganz woanders stattfindet, während er da irgendwie seine Popsongs trellert. Das macht der Film halt auch so zwischendurch natürlich, um uns auch wieder so eine Finte irgendwie hinzuwerfen und zu sagen, sei dir mal nicht zu sicher, weil, und jetzt kommt wieder der nächste Bogen.

Christian:
[1:01:05] Eigentlich ist Benoit Blanc der Sache ja schon viel weiter auf den Fersen, als diese Szenen suggerieren. Und das ist der Punkt, weil der Film uns auch nicht in seine Beobachtung und seine Erkenntnisse mit einbezieht. Er sagt ja, dass er in der ersten Sekunde, wo Martha, die Krankenpflegerin, über die wir gleich auch noch sprechen werden, das erste Mal, wo sie ihm gegenüber stand, hat er sofort das Detail gesehen, dass auf ihrem Schuh ein Blutfleck war. Und sofort hat sie das zu seiner Verdächtigen erst mal gemacht. Aber das zeigt er nicht einmal. Das zeigt der Film auch nicht einmal, dass wir sehen, wie er guckt, Schnitt, Detail auf dem Schuh, Blutfleck, Schnitt zurück, Gesicht, Benoit Blanc. Ah, wir wissen, was er weiß. Das macht der Film nicht einmal. Ich hatte jetzt noch mal so ein paar Videos mir angeguckt. Das war, glaube ich, noch nicht mal der erste Moment. Aber als die dann zusammen auf der Terrasse dieses Verhör mit ihr machen, gibt es einen Moment, also wenn du weißt und genau hinguckst, siehst du, wie Benoit Blanc längere Momente auf ihre Schuhe noch mal guckt.

Maria:
[1:02:18] Und man sieht den Schuh auch einmal schon vorher im Detail. Also man weiß es schon. Genau, aber wir wissen es.

Christian:
[1:02:24] Aber wir wissen nicht.

Maria:
[1:02:25] Ob er es weiß. Ja, ja, genau.

Christian:
[1:02:26] Aber wenn du halt nochmal zurückgehst in den Film, also es würde mich auch nicht wundern, wenn wir in der Szene, wo die sich begegnen, tatsächlich sehen, wie er auf die Schuhe guckt, ohne dass der Film nochmal auf die Schuhe schneidet oder so. Also auch da ganz, ganz feine Details.

Christian:
[1:02:39] Und er weiß einfach mehr, als wir über ihn wissen, was halt auch clever gemacht ist. Also der Film verhandelt ja ganz viel mit Informationen, weil es ist ein Houdanit. Wer weiß was, was ist passiert und wer weiß darum. Und da untersagt uns eben der Film.

Christian:
[1:02:56] Weißt du, auf seinen, auf seinen, auf seine Kenntnisstand irgendwie mit reinzukommen und stattdessen wirft er uns dann eher diese anderen Momente nochmal so dazwischen, um uns noch im weiteren Verlauf zu verunsichern, was ich halt super spannend finde, wie der Film flowt und auch wie er dann eben bricht und vielleicht ist das auch der Übergang so die, die, die nächste, die nächste Frage und auch die Hinführung zu Martha ist eigentlich so dieser Point of View. Also wer ist eigentlich die Person, mit der wir als Zuschauende zumindest in den Film eingeführt werden, zumindest in diese Welt reingeworfen werden? Und das ist ja wohl ganz klar Martha. Sie ist die Person in den ersten Filmmomenten, mit der wir, ich glaube, der Film fängt auch mit ihr bei ihr zu Hause an und sie kommt zum Anwesen dazu. Wir kommen mit ihr, wir fahren mit ihr so durch das Tor und kommen dann da irgendwie hin. Und das ist noch gar nicht alles so richtig klar, wer sie eigentlich ist und wie sie zu der Familie steht. Das erfahren wir auch sehr schnell, weil alle natürlich auch, oh Martha und du bist ja ein Teil unserer Familie. Und wir werden dir auf jeden Fall helfen. Wir sind für dich da. Auch da irgendwie so ein tolles Detail. J.B.D. Curtis bei dieser Begrüßungsumarmung mit ganz vielen Anführungszeichen so.

Christian:
[1:04:13] Klatscht ihr da mal so zwei, dreimal auf den Rücken, auf die Schulter und das gilt schon als Umarmung. Das ist auch super gespielt und zeigt auch wieder ganz viel, ohne dass du direkt darauf gestoßen wirst. Aber sie, ich würde schon sagen, dass eben im Gegensatz zu Benoit Blanc, Benoit Blanc sitzt auf einmal in der Szene, aber sie, Martha, ist diejenige, die von außen ins Anwesen reinkommt und wir mit ihr. Und eigentlich könnte man diese Szene eher mit Benoit Blanc inszenieren. Eigentlich würde man ja vielleicht auch in diesem Genre denken, dass er der Außenseiter ist, der in diese Welt hineinkommt, als Ermittler dazukommt und wir mit ihm auch in dieses Szenario geworfen werden. Aber filmisch ist das ganz klar Martha, diejenige, die zumindest am Anfang so diesen Point of View für uns irgendwie hat.

Maria:
[1:05:11] Aber das ist ja tatsächlich, jetzt, wenn ich mir überlege, wenn ich das andersrum gesehen hätte, wenn wir mit Bernot Blanc fahren wären, das wäre auch interessant gewesen. Aber ich glaube, dass mit Martha auch da, wie du schon sagst, dadurch wird natürlich eine Menge erzählt. Weil sie ist für die Familie, ist sie die Außenseiterin. Es sagen zwar alle, ja, du bist eine von uns und bla, bla, bla. Aber das ist natürlich totaler Quatsch. Also das ist absoluter Bullshit. Sie ist überhaupt keine von ihnen, sondern sie ist eindeutig eine Bedienstete in diesem Haushalt und das ist auch allen vollkommen klar. Also das ist sozusagen, also vielleicht nicht für Harlen, aber für alle anderen Familienmitglieder ist sie, ich sag mal. Weniger gut, sie ist nicht so reich, sie ist keine Amerikanerin und so weiter. Also sie ist ganz offensichtlich ja dann irgendwie doch, steht eben außerhalb von all diesen Dingen. Und sie ist dann eben, und das wird ja dann auch sehr, sehr deutlich, als das Testament verlesen wird, sie ist eben doch nicht Teil der Familie und das wird sie auch niemals sein. Also das ist, das finde ich eigentlich ganz interessant, weil sie dann auch so einzuführen und zu sagen, sie kommt jetzt von außen dazu und sie fährt ihren Weg zur Arbeit. Das ist ja im Grunde ihr Arbeitsweg, den sie dann da macht.

Maria:
[1:06:27] Das fand ich dann dadurch wirklich sehr, sehr schlau gelöst, weil dann eben auch die Fahrt wieder etwas darüber erzählt. Sie erzählt natürlich einerseits, wie der Weg ist, wie das Anwesen aussieht und so weiter. Auch das ist ja auch nicht uninteressant. Das ist auch spannend, das nochmal so ein bisschen mitzukriegen und auch wie unglaublich nervös sie ist. Sie ist ja ganz so am rumzittern mit ihren Beinen da und so.

Christian:
[1:06:44] Stimmt.

Maria:
[1:06:45] Und du denkst auch gleich sofort, okay, also irgendwas ist mit ihr los. Und es wird ja dann auch relativ schnell auch gezeigt, was los ist.

Christian:
[1:06:50] Ja, davor auch noch diese Geschichte mit, sie kann nicht lügen, sie muss sich übergeben. Also da kann man auch schon mal drüber stolpern mit einem Salto und sagen, was ist das denn für eine Nummer hier? Also das ist ja Paradebeispiel für in die Irre führen, weil sowas habe ich noch nicht gehört. Und da hängt jetzt auch der Film ganz stark dran. Und also das macht sich schon irgendwie verdächtig, aber dann auch wieder diese Kurve. Nee, der Film scheint das dann doch irgendwie ernst zu meinen und irgendwie geht das ja auch auf im Laufe des Filmes. Ich dachte, da kommt ja auch noch irgendwie wieder der Twist, der sagt, haha, das ist ja alles nur Stuck. Weil dann gibt es irgendwie auch den Hinweis, ja, vor einem halben Jahr gab es doch irgendwie auf der Familie einen Feier und du musstest dich übergeben, wo ich dachte, aha, die hat das schon jahrelang vorbereitet, diese Geschichte. Und immer, weißt du, so weit bin ich echt gegangen und dachte, ah, clever, ich bin ja so clever, ich bin ja viel cleverer als der Film, ich hab das durchschaut. So, ne, auf dem Level ist man ja irgendwie auch unterwegs. Und deswegen...

Maria:
[1:07:48] Ja, auch weil es natürlich so eine sehr eigenartige Stütze, also so eine narrative Stütze ist, dieses sie muss die Wahrheit sagen und du erkennst es sofort, wenn sie es nicht tut, ist natürlich auch, wie das für so ein Houdanit, sehr interessant, diese Wahl von Charaktertraits, aber eben ja auch äh, ja, noch nie gehört. Also es ist ja einfach sehr, sehr weird. Und man denkt so, hä? Aber man schnuckt es dann irgendwie auch. Also ich habe es tatsächlich relativ doll. Ich war so, ja, okay, das nehmen wir jetzt mal so hin. Weil sonst klappt der Film ja nicht, wenn ich das jetzt nicht irgendwie einfach auch hinnehme. Und jetzt, also wenn ich jetzt weiter darüber rumdenke und sage, ja, aber ist das wirklich so? Was ist das denn für eine Phobie? Keine Ahnung. Dann ist das irgendwie Blödsinn. Man muss einfach dann da irgendwie mal so kurz, ja, sich überwinden und sagen, okay, das machen wir jetzt mal. Auch wenn es eben, wie du schon sagst, auch sehr skurril ist. Also das ist schon sehr eigenartig. Und ich auch ganz, ich habe dann auch öfter gedacht so, aber vielleicht ist sie auch einfach eine richtig eiskalte irgendwie Killerin, die ihnen halt diesen alten Mann da für sich gewonnen hat und jetzt halt das ganze Geld begreift.

Christian:
[1:08:49] Und dann kriegt sie auch noch das Erbe.

Maria:
[1:08:51] Ja, genau, genau. Auch weil man das natürlich, sage ich jetzt mal, von ähnlichen Geschichten ja irgendwie auch gewöhnt ist. Die Bediensteten, die halt, am Ende war es der Gärtner. Also die halt irgendwie sich an diesen reichen Säcken da irgendwie rächen wollen und ihren Teil vom Kuchen haben wollen. Und wir sehen ja auch, was Marthas Probleme sind mit ihrer Familie und ihrer Mutter, die illegal im Land ist und so weiter.

Maria:
[1:09:18] Und wir sind ja auch auf ihrer Seite. Ich habe auch so gedacht, nee, nimm das Geld so jetzt, lass dich hier nicht kleinkriegen. Das machst du jetzt mal. Und sie ist ja auch so schlau, um das auch zu sagen. Also sie sagt ja dann, ich glaube, irgendwer, wer ist denn das? Ich glaube, das ist tatsächlich auch Ransom. Nee, das ist... Das ist Michael Shannon. Ich habe vergessen, wie sein Figurname ist. Aber genau, der dann nämlich irgendwie zu ihr sagt, du und wir können dir dann helfen und wir haben die allertollsten Anwälte und bla bla bla. Und dann sagt sie so, ja, aber ich habe ja dann euer Geld, dann kann ich mir die krassen Anwälte leisten. Und dann denkt man so, oh, also sie ist anscheinend doch schon so schlau, dass sie darüber nachgedacht hat und sich jetzt auch nicht so irgendwie unterbuttern lässt. Also deswegen ist es eben auch so denkbar, dass sie eben vielleicht auch irgendeinen Geheimplot irgendwie hat, weil sie dann eben auch als doch ziemlich clever auch im Endeffekt dargestellt wird und auch das mit den Beweisen vernichten, mit dem Magnet, mit dem sie das Videotape löscht und so weiter. Also klar, es ist alles auch ein bisschen funny und ein bisschen improvisiert, sage ich jetzt mal, aber sie ist in dem, was sie tut, dann irgendwie doch relativ klug die ganze Zeit und versucht damit und umgeht ja auch ihre, ich sage mal, ihre größte Schwäche, das mit dem Lügen, das umgeht sie ja dann auch ganz geschickt und so. Also ja, von daher verstehe ich, dass du da Zweifel hattest, die hatte ich auch.

Christian:
[1:10:35] Und gleichzeitig jetzt auch, wie du das so ausführst, da muss ich dann wieder an diese Szene, an diese Rückblende, an den Abenddenken mit dem Vater, mit dem Harlan. Das ist auch eine sehr liebevolle Beziehung, die die beiden mitnehmen. Klar, sie ist da irgendwie als Pflegerin, aber wenn man, also ja gut, wir sehen das durch ihre Augen so ein bisschen. Gut, wir haben das jetzt nicht als Zeugenverhörrückblende, aber das ist noch eigentlich fast der wärmste Moment mit ihm im ganzen Film. Zu den eigenen Kindern ist er irgendwie kalkulierter und da geht es mehr so um Transaktionen. Die wollen was von ihm und er will was von denen und der eine Sohn wird schon mal irgendwie als Verleger gekappt. Vater sagt, damit er seine eigenen Geschichte irgendwie schreiben könnte. Und so denkt, Vater feuert mich gerade. Also das ist alles ganz anders an diesem Abend. Egal, welche Wahrheit man glaubt, aber man sieht, der rote Faden ist, wie du sagst. Also mit dem will ich auch nicht verwandt sein, mit dem Typ.

Maria:
[1:11:48] Naja, ich hatte schon das Gefühl, dass er seine Kinder irgendwie, Ich habe das schon auch ein bisschen geglaubt, dass er die fördern will und dass die auf einem den Beinen stehen sollen und dass er sie halt deswegen auch vom Geld dann teilweise abschneidet oder was auch immer. Oder halt, weil sie ihn halt beschissen haben. Also wie.

Maria:
[1:12:07] Joanie, die ja dann eben das Geld zweimal einsackt und er sagt so, ja, das geht aber so nicht. Jetzt kriegst du halt gar nichts mehr. Kann man, würde ich sagen, auch verstehen. Und ich glaube halt, die Beziehung zu Martha ist dann auch so intensiv, weil er eben weiß, dass sie es nicht auf das, oder eben, Weil sie die Einzige ist, die nichts von ihm will, was monetär jetzt gerade ist. Und ich glaube, nur deswegen haben sie eben diese innige Beziehung, weil sie nicht ankommt und sagt, ja, übrigens kannst du mir mal ein paar Hunderttausend geben. Sondern sie ist halt seine Pflegerin und sie haben diese Freundschaft irgendwie auch dadurch entwickelt. Und deswegen, glaube ich, nimmt, also ich habe das Gefühl, es wird ja auch ganz oft gesagt, sie hat ja dieses gute Herz und sie ist so righteous und so. Und das hat er scheinbar erkannt. Und seine eigenen Kinder sind eben nicht so. Also ganz offensichtlich durch das Geld irgendwie dann eben auch, ja, ich sage mal, ein bisschen verdorben. Und die sind da nicht ganz so wie sie, sie sind halt nicht so rein im Herzen, wenn man jetzt mal so im Märchenjargon bleiben möchte und ich würde sagen, Die einzige, wo ich jetzt noch sagen würde, da habe ich noch die Bindung ganz gut, ist eigentlich Linda, also seine älteste Tochter. Er will ja dann eben das mit der Affäre, die Richard hat, möchte er ihr da mitteilen. Und sie haben mal diese geheimen Briefe und so. Da habe ich so das Gefühl gehabt.

Christian:
[1:13:31] Super Trist am Ende.

Maria:
[1:13:31] Das war nicht so gut. Aber ich habe auch gedacht, Depp, warum machst du den denn nicht in den Papiermüll oder so?

Christian:
[1:13:38] So ist der Typ. Das glaube ich dem Typen komplett. so ist der.

Maria:
[1:13:42] Ja, ich auch. Der ist zu doof.

Christian:
[1:13:44] Um einen Meter weiter zu denken einfach.

Maria:
[1:13:47] Aber ich habe sofort gedacht, ja, ist da irgendein Geheimtinte, mein Dude? Was ist denn los? Aber ja, hat er nicht verstanden. Aber ja, das ist wirklich doof. Aber wie gesagt, ich hatte halt das Gefühl, dass immerhin die beiden hatten noch ein ganz gutes Verhältnis, weil sie hatte eben was aus sich gemacht. Sie hatte eben diesen Erfolg in der Firma mit seiner Hilfe sicherlich, aber trotzdem hat sie es irgendwie geschafft. Und die hatten irgendwie so, hatte ich das Gefühl, noch ein gutes Verhältnis. Aber bei allen anderen war es, sage ich mal, schwieriger. Und wie gesagt, eigentlich hatte dann eben Martha war dann irgendwie, die Einzige, die eben nicht andauernd irgendwas von ihm wollte und nur auf dieses, Transaktion-Ding aus war, sondern die hatten dann wirklich eine ernsthafte Freundschaft.

Christian:
[1:14:29] Ja, die wollte wahrscheinlich, dass er pünktlich ins Bett geht, dass er sein Frühstück auf isst, also sowas.

Maria:
[1:14:35] Ja, sie hat sich halt eben gekümmert.

Christian:
[1:14:37] Klar, das ist ihr Job, aber Aber das sehe ich auch. Die anderen, die haben schon alle am Erbe eigentlich geknabbert, als er eben noch gelebt hat. So, die wollten halt irgendwie irgendein, irgendetwas auch an diesem Familienimperium. Linda nicht. Also ja, sie hat die Finanzspritze bekommen, wie wir dann ja auch zwischendurch erfahren haben.

Maria:
[1:14:57] Ja, natürlich.

Christian:
[1:14:57] Selfmade Woman mit einem Millionenkredit von Papa. Okay, kennen wir auch diese Erfolgsgeschichten. Aber, guter Hinweis so, sie ist jetzt nicht so abhängig von ihm wie die anderen. Walt, der Verlegersohn, der ständig, komm, Filmrechte, komm, wir können hier noch, der mehr, also der auch so eine gewisse, so ein Claim auch schon irgendwie setzt da drauf. Also der selber keine einzige Zeile schreibt, aber sehr viele Ideen hat, was man noch alles da rausholen kann. Und Vater sagt, ich will meine Geschichten schreiben und die Leute sollen es lesen, fertig. Und der sagt ja auch irgendwie.

Maria:
[1:15:39] Unsere Bücher. Und der Vater sagt, nee, nee.

Christian:
[1:15:42] Meine Bücher. Genau. Und da so diese Grenzüberschreitung oder die Schwiegertochter, die das Geld halt zweimal verwirtschaftet. Also das ist halt auch, wie du sagst, die wollen ihn da alle auch irgendwie so ein bisschen, ich sag nicht mehr in die Pfanne hauen, aber die spielen ja auch irgendwie ein Spiel mit ihm. Und Martha ist die Einzige, die nur Go mit ihm spielt und dann geht's ins Bett.

Maria:
[1:16:07] Ja, ich hab halt das Gefühl, dass er eben auch erkannt hat, dass das Geld seine Kinder verdorben hat und dass, die einzige Möglichkeit, die jetzt vielleicht auf den rechten Pfad zu lenken, ist halt zu sagen, nee, ich nehme euch das jetzt einfach weg und dann müsst ihr halt alleine klarkommen und ich gebe dafür das ganze viele Geld halt der einzigen Person, die hier ein Heart of Gold irgendwie hat.

Christian:
[1:16:26] Und wenn wir auch noch mal weitergehen, da musste ich jetzt auch gerade noch dran denken, alle in der Familie reden, also sagen zu Martha, wir sind für dich da und der einzige in der Familie, der wirklich für sie da war, war Harlan. Der in diesen zehn Minuten erkannt hat, also vermeintlich, aber aus seiner Perspektive war klar, das war's. Mein Leben ist vorbei. Und sie hat hier gerade einen Fehler begangen. Und er ist, Mit seiner Güte in der Lage, also er will sie ja reinwaschen in dem Moment, er will etwas für sie tun, obwohl ihr Fehler sein Leben nimmt, ist er in den letzten Momenten tatsächlich das, was die Familie die ganze Zeit nur so als Lippenbekenntnis äußert. Er ist tatsächlich für Marta da in seinen letzten zehn Minuten, indem er seinen Superskill von, ich kann ja den weirdesten Plot mir sofort zusammenreimen. Aber das funktioniert. Und die anderen sind ja nicht einmal für sie da, obwohl sie das immer wieder so behaupten, wie du sagst. Jeder meint, dass sie aus einem anderen Land kommt. Mal ist es irgendwie Puerto Rico und mal ist es irgendwie, ich weiß schon gar nicht mehr.

Maria:
[1:17:41] Was da ist.

Christian:
[1:17:42] Kuba. Die kommt ja irgendwie aus allen Staaten Südamerikas. keiner weiß so genau woher. Dann gibt es auch diesen fantastischen Moment und ich glaube, das war auch von Don Johnson, glaube ich, irgendwie improvisiert oder die Idee, der den Richard spielt. Dann gibt es, ich weiß schon gar nicht mehr, warum, ich glaube so ein bisschen auch noch am Anfang irgendwie die Familie in dem Zimmer und sie holen Martha irgendwie dazu. Martha soll irgendwas beurteilen. Ich weiß gar nicht mehr, worum es da genau ging. Aber dieses Detail, dass sie irgendwie dazukommt und auch so genügt. Nein, nein, es ist alles okay. Du kannst deine ehrliche Meinung äußern. Was ja auch schon mal falsch ist. Aber so. Und dann reicht ihr kommentarlos den Teller, den leergegessenen Teller hoch und sie nimmt die da auch und denkt sich, was soll ich jetzt damit? Aber aus seiner Perspektive, sie ist ja nur Personal.

Maria:
[1:18:35] Ja.

Christian:
[1:18:35] Ob es jetzt nun sie oder die andere oder irgendjemand. Irgendjemand muss den Teller wegräumen, aber nicht Richard. So. Und dieses Detail ist halt, das trifft halt so ins so ins Schwarze. Das ist genau das Ding. Oder eben, was ich halt auch noch so krass fand dann im Laufe der Geschichte, dass alle ja auf sie eindreschen mit diesem, wir sind, oh, wir sind ja so gütig, oh, du bist ja Teil der Familie, wir sind ja alle eine Familie und wenn es hart auf hart kommt, ist sie ja die erste, die da irgendwie gekappt wird, so. Und dann gibt es ja noch die Enkelin Meg, die ja, zumindest in der Lage ist, diesen Bullshit zu erkennen und zu durchdringen. Sie äußert oder sie spielt sich ja auch schon oder sie zeigt sich uns als eine, die, ich glaube, Martha muss dann irgendwie den Raum verlassen und muss man durchatmen und Mac kommt irgendwie dazu, so nach dem Motto, ich weiß, die Familie ist völlig bescheuert und ich sehe dich, ich sehe, was bei dir gerade passiert. Sie ist ja so die Einzige, die irgendwie diesen Draht hat und ihr da irgendwie den Joint anpettet.

Maria:
[1:19:41] Genau, dann holt sie den Joint raus, was so ein bisschen auch so, sie teilen sich jetzt dieses Geheimnis, dass sie jetzt da eben dann was rauchen und so.

Christian:
[1:19:47] Genau, und dann ist es nachher im Laufe der Handlung, das Erbe ist verlesen, Martha soll alles bekommen, die Familie regt sich auf, das geht ja gar nicht und wir haben die Rechte und wir müssen das Erbe als unzurechnungsfähig und das ist hier niedere Antriebe, blablabla. Und Martha verschwindet ja und dann klingelt irgendwann das Telefon, als sie da mit Ransom da irgendwie im Café sitzt, das Telefon klingelt und es ist Meg. Ich glaube, alle anderen Familienmitglieder versuchen es auch, aber dann kommt Meg durch, sie nimmt das Telefon, also sie nimmt den Hörer ab und telefoniert mit Meg. Und Meg ist ja auch wieder so auf der Schiene von, oh ja, meine Familie und das ist schon echt krass. Also in deiner Situation möchte ich jetzt aber nicht stecken. Sie versucht wieder diese Brücke zu schlagen und ich habe in der Szene, obwohl ich es vergessen hatte, aber ich wusste, so wie die Szene auch gefilmt war, so nah auf sie, ich wusste, die stehen alle hinter ihr gerade Ich dachte auch.

Maria:
[1:20:41] Sie hat bestimmt vielleicht auch den Lautsprecher an, dass alle das hören können und so. Ich dachte so, oh Gott, das wäre...

Christian:
[1:20:45] Und dann, es ist halt auch so toll gemacht, weil du merkst schon in der Tonlage, irgendwas stimmt da nicht. Du merkst auch, wie misstrauisch Martha ihr gegenüber ist und da schwingt ganz viel mit und dann tröpfelt das im Dialog so durch. Martha, wir sind ja alle bei dir, du bist Teil der Film und das ist so, wie es ist. Aber es ist ja auch nicht ganz fair, das kommt ja so langsam so durch. This isn't fair, this isn't right, kommt von Meg. Alle anderen sind ja, ich bin der Anwalt und sie versucht es auf dieser menschlichen Ebene, aber du merkst, wie da auch die gleichen Vokabeln kommen und wie selbst sie und schon bricht für mich diese ganze Figur auseinander, so wahrlich. War sie schon immer so, also war auch sie eigentlich, steckte das schon immer in ihr drin, dieses wir stehen eigentlich über Martha und Martha ist, also sie war ihr am nächsten, aber halt nie, ganz nah, also aber fantastisch gemacht und das ist ganz stark, das ist halt ein ganz starkes Motiv in dem Film, es gibt viele weitere Motive, das hattest du auch im Vorgespräch schon gesagt, das ganze Thema Rassismus ist auch stark da drin, also wie sie mit ihr umgehen und sie ist ja die Mutter nur illegal eingewandert und man droht da schon mit irgendwelchen Behördengeschichten, dass man da die Mutter anzeigt und so.

Christian:
[1:22:08] Keiner weiß, wo sie herkommt, weil es interessiert auch einfach niemanden. Da hat wahrscheinlich auch nie jemand mal irgendwie mit ihr darüber gesprochen, wo sie eigentlich geboren ist, weil der Nachname und das muss halt … Sie ist ja nur Personal. Genau.

Maria:
[1:22:19] War das nicht so wichtig.

Christian:
[1:22:23] Und Klassismus, genau, Klassismus ist auch noch so eine Ebene, die natürlich ganz stark da mitschwingt. Also kombiniert ja auch mit diesem ganzen Rassismus, wie du sagst, sie ist ja nur Personal und sie steht ja auch irgendwie da drunter und sie kommt von außen dazu, obwohl alle behaupten, sie wäre Teil, ist sie nie Teil, weder im Blocking in der Szene, noch in den Dialogen, noch im Spiel miteinander. Du merkst die ganze Zeit, wie gelogen und fadenscheinig das diese ganze Familie auch ist und vor allem ihr gegenüber.

Christian:
[1:22:54] Und ich glaube auch, dass die Kirsche oben drauf ist bei dieser ganzen Sache. Erstmal ist das auf dem Papier, im Genre, in den Chubs, es ist ein ganz wunderbarer Krimi-Fall. Es ist ein ganz wunderbares Houdanit-Fall. Das flowt gut, das überrascht gut, das schwingt gut, das bricht dann eben auch nochmal und auf einmal haben wir eine Verfolgungsjagd und aus dem Houdanit wird ein Thriller und dann kommt es wieder zurück zum Houdanit. Also da passiert schon ganz viel. Es ist toll gespielt, Benoit Blanc, ist der jetzt lustig, ist der jetzt kompetent? Martha vertuscht die Spuren, das war super lustig, wo ich auch dachte, wow, wie oft kann ein Hund eigentlich noch dem Ermittler hinter dem Rücken die Beweise bringen und sie wirft es wieder weg, also ganz fantastisch alles. Und dann hast du aber, und das meinte ich auch am Anfang so ein bisschen, wenn du das alles weglegst, also unabhängig von diesem ganzen Krimi-Ding, ist das.

Christian:
[1:23:54] Noch zentraler oder noch tiefer darunter, diese ganze Geschichte, also Also mit dem Houdanet wird eigentlich Amerika erzählt, Gesellschaft erzählt, Klassismus erzählt, Rassismus erzählt, also Gegenwart ganz viel erzählt. Und da, ich glaube, das ist so das letzte Ding, der letzte Twist, der dem Film auch dann noch diesen... Hype oder diesen Status eingebracht hat. So, jenseits der Genre-Geschichten steckt da einfach, also da ist eine Menge erzählt, unabhängig von Leichen und Blut und Messern, sondern im Unterbau ist da ganz viel drin.

Maria:
[1:24:32] Ja, es macht den Film natürlich auch sehr facettenreich. Es gibt noch eine Ebene mehr, über die man jetzt nachdenken kann. Wie schon gesagt, ich denke, das ist auch etwas, was der klassische Houdanit auch macht. Da gibt es ja auch mal diese Aristokraten und die Reichen und dann, wie gesagt, die Bediensteten, der Gärtner und so weiter. Das existiert schon alles auch, aber ich denke, das wurde da eben natürlich logischerweise, das war schon so lange oder länger her, erst bei den klassischen Krimifilmen, das wurde vielleicht nicht so kritisch beleuchtet. Und hier wird das eben ganz eindeutig auch erzählt. Und das ist auch ein wichtiger Teil der Geschichte. Und auch wie Marthas, ich sag mal, wie ihre Wohnung oder wo sie lebt mit ihrer Mutter und ihrer Schwester zusammen, das ist ja auch ziemlich deutlich, dass die eben dann doch in Armut leben und die Mutter kann offensichtlich ja nicht arbeiten oder so gehen, weil sie ja dann wahrscheinlich sofort auffliegen würde. Das heißt, die ist immer zu Hause, also es ist alles nicht so einfach irgendwie auch.

Maria:
[1:25:34] Und diesen Part, den sehen wir sonst nicht. Also normalerweise sind halt die Bediensteten dann eben bei ihrem Arbeitgeber zu Hause und müssen dann da die Verhöre über sich ergehen lassen. Aber wir erkennen natürlich üblicherweise nicht, wie deren Leben ist und was sie für Probleme haben. Und natürlich, wie du schon gesagt hast, dieses Gespräch, was die Familie dann irgendwie über Rassismus auch führt. Oder ich glaube, sie reden ja über die illegalen Einwanderer und das ist ein ganz schlimmes Gespräch. Man denkt schon so, oh Gott, das ist so richtig. Ich finde, da kriegt man sofort so PTSD an so eigenen Familienpartys, wo man so denkt, oh, es geht in Richtung Politik, bitte nicht, bitte lieber nicht. Man möchte darüber eigentlich gar nicht nachdenken. Und dann sind ja auch dann doch relativ heftige Meinungen dann dabei, obwohl ja der Nazi so nicht mal irgendwas sagt, sondern das ist ja dann seine Eltern und weiß ich, wer sich denn unterhalten. Und alles wirkt so, ich finde, man hat das Gefühl, man kennt diese Gespräche irgendwie, dieses Beiläufige, jemand erzählt so über seine Meinung und man denkt dann irgendwie so mittendrin, wow, das ist irgendwie gerade ganz schön hardcore, was du hier so sagst. Und also das wird, also auch, das gibt natürlich auch dann eben, die Gegenstimmen gibt es ja auch, aber am Ende gibt er ihr den Teller in die Hand und keiner sagt, was das so für alle ist es irgendwie normal, weil sie es verinnerlicht haben. Und das fand ich, wie du schon sagst, eine extrem starke Szene.

Maria:
[1:26:55] Und um nochmal darauf zurückzukommen, wie sie zur Familie steht, auch bei der Party, es gibt ja immer die Rückblenden auf die Party und sie steht immer irgendwo am Rand, immer irgendwo an der Wand, angelehnt, so ein bisschen im Halbschatten, während alle anderen irgendwie halt so eine gute Zeit haben, hat man das Gefühl, sie wartet einfach, Auf ihren Einsatz, als würde sie, wenn jetzt halt Harlan irgendein musikalisches Problem hätte oder irgendwas wäre, dann ist sie da. Sie passt so auf ihn auf sozusagen die ganze Zeit. Oder ich würde mich jetzt auch nicht wundern, wenn sie jetzt irgendwie noch vielleicht noch ein kleines Tablett mit irgendwas rumgreicht oder so, weil sie jetzt eben sich da vielleicht dann auch der Haushälterin helfen möchte oder so. Also sie ist nicht Teil dieser Party, sie ist nicht Teil der Familie, weil sie macht mit denen jetzt da, sie feiert mit denen nicht, sondern sie ist da in ihrem Job unterwegs.

Maria:
[1:27:47] Und das Telefonat mit Mac, das fand ich eben auch extrem krass. Aber auch, weil ich dachte, also abgesehen davon, dass die Familie sie da so krass auch reindrängt, denke ich. Aber sie es auch ein bisschen selber will, weil sie ja kurz vorher wird ihr ja gesagt, ja, dein Studium kannst du aber nicht mehr fortsetzen, wenn das jetzt hier nicht so läuft und so. Und dann denkt sie so, oh, also es geht ihr dann auf einmal so auf, dass das ja Geld kostet, dass sie das dann irgendwie nicht mehr machen kann.

Maria:
[1:28:07] Aber ich hatte auch das Gefühl, das ist dann auch ein Ausblick in die Zukunft von Martha. Denn sie hat ja jetzt dieses ganze viele Geld, ich weiß nicht, 60 Millionen oder so, Also wirklich extrem viel Geld und das ist das, was passieren wird. Leute werden sich bei ihr einschleimen, so tun, als wären sie ihre Freunde, damit sie halt dann irgendwann früher oder später um die Ecke kommen können und sagen können, ach Mensch, aber ich habe jetzt gerade ja so ein Problem, kannst du mir nicht mal ein bisschen und so aushelfen? Ich bräuchte ja doch nochmal ein bisschen Finanzspritze. Und ich fand, das war im Grunde wie so ein, was eigentlich dann passieren wird, weil sie ist dann im Grunde, ist sie dann wie Harlen, wie Harlen vorher war. Alle tun so, mein Papi und der ist der tollste Typ und ganz toller Typ, aber eigentlich wollen sie halt sein Geld und darum geht es die ganze Zeit also klar, es geht auch ums familiäre, aber eigentlich wollen sie sein Geld und im Grunde macht er natürlich, er weist er, Marta jetzt auch nicht den besten Dienst, indem er ihr das alles gibt, also natürlich schon, weil, Reich sein ist bestimmt super aber trotzdem, das mit dann echte Freunde finden, wird dann ein bisschen kompliziert, so wie sie dann sofort halt merkt, ihre einzige, Verbindung zur Familie, nämlich Meg, hintergeht sie quasi sofort. Also sie schleimt sich bei ihr ein, um dann zu sagen, aber mein Studium bezahlst du denn aber schon? Und Martha sagt, ja, ich kümmere mich dann um dich. Also es wird dann sogar so umgedreht. Ja, I will take care of you.

Maria:
[1:29:28] Und das ist dann schon, ich fand eben diesen Aspekt so unangenehm, weil man so denkt, okay, wenn du das mit den Freundschaften hast, das hat sich dann erledigt. Du hast dann eine Familie noch, die halt von Anfang an vielleicht dabei war, aber, Das war es dann, weil jeder will halt dann deine Knete, wenn der davon weiß.

Christian:
[1:29:46] Stimmt.

Maria:
[1:29:46] Das ist irgendwie, fand ich das auch sehr, also in dieser Hinsicht auch nochmal doppelt tragisch irgendwie.

Christian:
[1:29:51] Stimmt, ja. Und da passt auch das Bild, das Ende, wie sie da in einem Bademantel auf dieser Terrasse steht mit dem Kaffeebecher, der vorher ja auch eben gehört hat und genau diese Rolle, also diese Position eingenommen hat, auch wortwörtlich da über der Familie zu stehen. Also auch da das Klassending dann eben so getauscht zu haben. Sie ist jetzt auf einmal über der Familie mit dem Reichtum.

Maria:
[1:30:16] Ja, aber eben auch ganz alleine. Die anderen sind eine Gruppe, sind dann wieder ihre Familiengruppe, die haben sie ja noch, aber sie ist allein.

Christian:
[1:30:24] Da würde ich aber auch tauschen, hätte ich auch lieber das Geld oder Familie, bei der Familie hätte ich das Geld genommen.

Maria:
[1:30:31] Nee, es ist ja auch nicht ihre Familie, es wird ja sehr, sehr klar. Und ich meine, ihre eigene Familie kann sie dann einfach da sofort einziehen lassen, Aber in dem Moment ist sie halt alle. Sie ist dann im Grunde, hat sie diese Gruppe gegen sich, die sie jetzt alle hassen.

Christian:
[1:30:45] Da müssen wir auch noch über eine Person, über eine Rolle, ein Plotpoint sprechen, nämlich die Bombe. Chris Evans, Ransom, der ja also auch wieder in diesem ganzen Who-Dunit-Kosmos ja auch noch so wunderbar ist, weil er, ich weiß es nicht, nach einer Stunde oder so, erst in der zweiten Filmhälfte so grob auftaucht. Er ist eben nicht als Teil der Familie, bei den Verhören dabei, am Anfang irgendwie dabei. Er kommt nur kurz bevor das Erbe verlesen wird. Und er platzt auch wie eine Bombe in diese ganze Konstellation, nachdem wir auch so langsam rausgefunden haben, was ist wirklich passiert.

Christian:
[1:31:35] Wer ist Marta und diese ganze Konstellation? Okay, sie hat den Fehler gemacht, sie versucht, ihre Spuren zu verwischen, alles klar. Die Familie, der ist doof, sie ist doof, sie ist gut, aber irgendwie auch, also das haben wir alles so langsam zurecht gepuzzelt und das habe ich auch so gemerkt, ich habe so langsam so ein, ich bin wieder drin, also ich bin so.

Christian:
[1:31:53] Ich schwimme nicht mehr irgendwie, ich treibe hier nicht mehr so rum, ich habe so langsam wieder den Kopf über dem Wasser und dann kommt der rein. Dann kommt der Ransom dazu, auch so angedeutet schon in diesen Rückblenden, oder Chris Evanster. Kommt da noch was? Und ja, es kommt noch was. Er ist wirklich so diese Explosion, die da so mittendrin passiert, dient alles nochmal. Und eben auch in dieser wirklich fantastischen Szene, wo er da in diesem Stuhl sitzt und einfach mal so der kompletten Familie sagt, eat shit, eat shit, you eat shit, you definitely eat shit. Was so die Figur wieder beschreibt, seine Rolle wieder beschreibt. Er regt ja wirklich die komplette Familie auf. Also danach sind ja alle nur noch am Krakielen und er sitzt irgendwie in der Mitte und genießt alles an diesem Moment. Und Benoit Blanc, der rollt mit den Augen und ist raus aus dem Raum. Der hat alles gesehen, was er sehen muss. Aber das ist ja auch ganz fantastisch, dass halt eben auch in diesem Krimi-Plot-Ding, nachdem wir denken, wir haben jetzt alles verstanden, nochmal so eine Wildcard dazukommt, wo man sich auch fragt, wer ist das? Und was will der eigentlich? Und was macht er eigentlich? Und alle zeigen ja schon mit dem Finger irgendwie auf ihn und sagen, aber bei der Beerdigung warst du nicht. Und dann wird ja auch erst das Erbe verlesen. Und er ist ja auch der Einzige, der sichtbaren Spaß dabei hat.

Maria:
[1:33:11] Er hat die Time of his life, das war so witzig. Absolut, absolut.

Christian:
[1:33:15] Aber dann ja eben, und das finde ich dann auch wieder bei dem Casting so gut gelöst, also Chris Evans in so einer Rolle, in der wir ihn nicht kennen und oh, er genießt irgendwie so dieser Chaosfaktor zu sein und so, aber dann kommt eben dieser Switch raus. Hey, Martha, also er ist ja auch wieder...

Maria:
[1:33:37] Der rettet sie ja eigentlich.

Christian:
[1:33:38] Genau, aber auch wieder auf so einer Ebene, ähnlich wie Meg, der halt in der Lage ist, den Bullshit zu adressieren. Alle anderen sind ja der Meinung, hier gibt es ja gar kein Bullshit. Also hier der Elefant im Raum, der ist gar nicht da. Und er ist da auch einer der wenigen, der auf den Elefanten zeigt und sagt, ich sehe genauso wie du den Elefanten und auch liebes Publikum, ich bin in der Lage, den Elefanten zu adressieren. Was ihn sofort wieder... Auch nahbar und anders irgendwie positioniert in der ganzen Situation. Und als er denn da in einem Diner sitzt und sagt, pass auf Martha, weißt du, so Karten auf den Tisch, ich will einfach nur meinen Teil vom Erbe haben, ich wusste da schon alles, ich helfe dir, du hilfst mir, Clean Slate, wir sind beide hier raus, Thema erledigt. Da dachte ich auch, naja, also A, ich kaufe ihm das ab, B, das ist der Chris Evans in der Rolle, wie ich ihn kenne, also deswegen funktioniert das jetzt auch gerade sehr gut und dann auch wieder so durchgerechnet, wo ich mir denke, fair. Das ist irgendwie ein guter Deal. Und auch da wieder, er kommt ja gar nicht mit der Ebene und sagt, das ist aber sehr unfair und das ist aber alles falsch und dir steht ja gar nichts zu, sondern Karten auf den Tisch. Du dein Teil, ich mein Teil, deiner ist größer, ist alles kein Problem, ich will nur meins, weg bin ich. Und dann aber erst am Ende diesen Twist zu bekommen, dass er der Eigentliche und so, Fand ich alles sehr, sehr interessant, sehr geil, sehr, sehr, auch da, also hat diesen Film wieder so durchgeschüttelt, so.

Christian:
[1:35:05] Ja, du nickst und sagst, Fanclub.

Maria:
[1:35:10] Ja, total. Nee, auf jeden Fall. Also, wie du schon sagst, man hat ja dann, also als er dann das erste Mal auftaucht, hat man das Gefühl, also man macht das so, ich habe alles verstanden, ich habe jetzt alle Figuren so ein bisschen geschnallt. Und was ich auch ganz geil fand, das war, die Figuren selber haben ja auch, die hatten da so eine Ruhe, die hatten dann, die Verhöre waren vorbei, die dachten, die sind jetzt auf der sicheren Seite, jetzt hören wir das Testament und da ist ja schon klar, dass wir alle jetzt unseren Anteil bekommen und so hatten ja auch alle schon so ein bisschen, sagen wir mal, Vorstellungen, was wir da denn so hätten, eben der eine in den Verlag und Linda das Haus und so weiter.

Maria:
[1:35:42] Und dann kommt er halt da rein und er bringt ja denen alles durcheinander. Also und die Polizei ist ja noch da und eben auch und Blanc und so und alle und plötzlich lassen sie alle so ihre guten Masken fallen und sofort wird deutlich, ja, also hier ist nichts mit Harmonie. Also die machen sich ja gegenseitig auch dann an, also nicht nur ihn, sondern ja dann auch gegenseitig, weil Richard dann, ach, wie sprichst du mit meinem Sohn und bla bla, also nicht, weil die verteidigen sich ja auch ein bisschen, aber irgendwie auch nicht. Ich habe auch ein bestimmtes Gefühl gehabt, dass sogar seine Eltern ihn nicht so richtig gut fanden. Also die waren auch nicht die größten Fans, hatte ich den Eindruck. Und das war natürlich dann irgendwie sehr, sehr cool, weil eben auch deren ganze Fassaden dann wegbröckeln und auf einmal da alles explodiert. Und er hat ja, wie du schon sagst, so einen unglaublichen Spaß. Und das hat man auch richtig gesehen, wie er jetzt gerade, also Chris Evans gerade so dachte, no, jetzt kann ich mal so richtig hier, so richtig rumstressen und richtig chaotisch sein. Ich muss überhaupt nicht der große Superheld sein, aber ich kann jetzt so richtig, richtig ein richtiges Arschloch sein. Und mit Genuss, also das war eben wirklich so sehr, Wie so ein Bart Simpson eigentlich. Ich mache jetzt hier den Streich und ich finde es richtig geil. Scheiß drauf, was ihr jetzt alle davon haltet.

Maria:
[1:36:51] Ja, also absolut. Das hat mir auch richtig gut gefallen. Und auch dieses Eat Shit, das ist ja auch so super kindlich. Ich bin Kindergartenkind. Ich beleidige jetzt dich und dich und dich und dich. Und keiner konnte immer so richtig umgehen, weil alle waren natürlich irgendwie noch so ein bisschen so fein und schick gemacht und für dieses Testament da jetzt und wollten super offiziell wirken. Das hat überhaupt nicht funktioniert dann mit ihm. Also das hat wirklich super viel Spaß gemacht. Also ja, ich bin auf jeden Fall Fan.

Christian:
[1:37:16] Und wirklich diese Bombe, die er selber ja eigentlich ist, dieses Familienmitglied, das in der Lage ist, die Masken aller Beteiligten halt so... Perfekt abzureißen. Und die gibt es halt immer. Familie ist auch ganz oft Inszenierung und Schauspiel, Außenwirkung, Wahrnehmung. Und dann gibt es halt immer so diese eine Person, die es halt schafft, mit so drei Sätzen und zwei Blicken, dass alle explodieren an Weihnachten. Und wenn die Person das auch noch weiß und zelebriert und dabei grinst, so wie Chris Evans in diesem Moment, Also im Film ist es halt immer sehr fantastisch.

Maria:
[1:38:02] Das war wirklich ganz, ganz großartig. Und dann aber finde ich auch, dann nimmt er ja Marta im Auto mit und man denkt so, oh, er rettet sie. Das ist ja voll nett. Er ist anscheinend doch ein ganz guter Typ. Zumal man ja auch schon vorher, also ich habe auch schon während dieser ganzen E-Chip-Geschichte und dass er sich da so freut, da kriegt er ja zumindest von mir auch große Sympathien. Also ich habe so gedacht, ja, das sind alles voll die Arschlöcher. Du sagst, Anzina, jetzt ruhig mal richtig auch mal sagen. Ich finde das alles sehr, sehr gut. Ich fand, er war dann so ein sehr großer Sympathieträger. Dann rettet er sie auch noch.

Maria:
[1:38:30] Und dann holt er diesen Eimer da raus. Ich habe so gedacht, du Arschloch. Also doch, das fand ich so, so interessant, weil das ging ja auch sehr schnell. Also er taucht auf, dann macht er diese ganze Familie verrückt, dann rettet er sie und dann ist er im Grunde schon, weiß ich nicht, zehn Minuten später stellt sich heraus, er ist doch ein Idiot. Er will halt doch nur seinen Erbanteil. Und ich meine, ja, es ist vielleicht ein fairer Deal, aber sehr nett war das nicht. Und also das ist schon so. Und ich habe auch dann direkt gedacht, ja, nachher kommt er wieder an und erpresst sie weiter. Das kann er ja quasi endlos machen und so. Also das, er ist eben auch sehr, sehr wandelbar gewesen. Also ich habe ihm das aber auch abgeknüpft erst, dass er jetzt hier so ein Held ist und sie halt jetzt da rettet und mitnimmt und sagt, ja komm hier, steig ein, meine scheiß Familie und so. Und ich habe mich dann auch ganz bedrohend gefühlt. Also so, was, das kann ja wohl nicht sein. Also das macht er schon sehr gut. Da war ich, Total dabei und habe das irgendwie auch so auch wirklich mitgekauft. Und dann denkt man ja auch wirklich die ganze Zeit, er ist jetzt mit ihr dabei und sammelt jetzt die Beweise und fährt mit ihr dann da eben zum Labor.

Maria:
[1:39:35] Und dann haben sie diese total bekloppte Verfolgungsjagd und so weiter. Also sie erleben ja dann auch was zusammen und sie sind ja auch so ein bisschen so ein Team irgendwie. Und mit Bernot Blanc ist sie ja eher so ein Team wider Willen. Eigentlich will sie mit ihm ja kein Team sein. Aber mit ihm, mit Ransom ist sie ja dann irgendwie so ein auch ungleiches Gespann, was irgendwie auch Spaß macht, sich das anzuschauen. Und sie fährt dann eben mit dem Auto zum Beispiel und drückt übelst auf die Tube. Und er sagt so, ja komm, jetzt fahr doch mal schneller. Und sie so, ich fahr schon so schnell, ich kann. Also es ist einfach witzig. Also die beiden sind wirklich super gut zusammen. Also hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und eine gute Rolle für ihn. Habe so gedacht, good for him. So fand ich gut.

Christian:
[1:40:16] Ja, hat mir auch wahnsinnig viel Spaß, auch damals im Kino schon wahnsinnig viel Spaß gemacht. Auch noch ein Detail bei den Kostümen. Ist mir vorher auch noch gar nicht aufgefallen, aber seine wirklich elaboriert guten Sweater, Pullover und so, die sind halt alle so leicht runtergerockt. Also seine ganze Kostümierung, irgendwie auch die Schuhe und die Absätze und so, er trägt teures Zeug, um das er sich nicht gut kümmert. Also die Pullover sind aufgerippelt, auch schon, ich habe da ein paar Sachen dann, die mir aufgefallen sind, so ein bisschen auch so irgendwie um den Hals herum, da siehst du, ah ja, die wirklich teuren, wunderbar, Strickpullover, die sind nicht mehr gut in Schuss, was halt auch viel so über ihn irgendwie aussagt. Kann sich zwar das teure Zeug leisten, weil Opa ja Geld hat und so, aber ist nicht in der Lage, das halt so wirklich zu, ich sag mal, zelebrieren, respektieren, was ja auch so ein bisschen so auf sein, wie sagt man?

Maria:
[1:41:18] Ja, so verwöhntes Kind halt.

Christian:
[1:41:20] Ja, ihm steht das zu.

Maria:
[1:41:21] Leistet nichts selbst, ja, ja, total. So ein Anspruchsdenken irgendwie.

Christian:
[1:41:26] Genau.

Maria:
[1:41:27] Total. Also seine Figur war mega interessant und natürlich auch am Ende diese Auflösung, wo er dann eben als Einziger dann nochmal, also nicht wie im normalen Houdanet, wo alle da so im Raum rumstehen und alle hören sich jetzt an, wo, wer, wann war und so, sondern nur er ist ja dann irgendwie dabei und Marta. Und auch da ist er immer noch so von sich überzeugt. Also er denkt ja, er hat alle, er ist mit allen Wassern gewaschen und er hat überhaupt nichts zu befürchten. Auch das fand ich extrem unterhaltsam, weil ich so dachte, gleich kommst du Penner. Also weil man ja irgendwie auch so mitfiebert. Man denkt so, jetzt kriegst du dein Fett weg. Und so ist es ja dann auch. Also auch da gesagt, nochmal Twists and Turns mit dem Messerangriff, in Anführungsstrichen, und so weiter. Aber wie er dann da auch so sitzt und sich so sicher fühlt und man denkt so, gleich wird es dir weggewaschen.

Christian:
[1:42:23] Ja, weggewaschen ist auch eine gute Ausdrucksweise, weil da noch zwei Sachen dazukommen oder drei.

Maria:
[1:42:30] Allerdings.

Christian:
[1:42:31] Erstmal wird da noch angekotzt, was ich auch sehr passend fand in dem Moment.

Maria:
[1:42:37] Fantastisch, ja.

Christian:
[1:42:37] Also die Smugness wirklich aus dem Gesicht gekotzt wurden Und dann, ja eben, also es ist ja auch so diese Dekonstruktion von ihm, wie du sagst, von dieser Überheblichkeit, von diesem Anspruchsdenken, von dieser ganzen Rolle, von diesem, und das meine ich auch wieder so mit diesem Social Commentary, den Rian Johnson da auch setzt. Zweiter Knives Out Film, so ist jetzt nicht Teil dieser Diskussion, aber da geht es ja auch ganz stark darum, um dieses, ich weiß nicht, was Entitlement im Deutschen hat, so dieses, ja, Anspruchsgefühl, Anspruchsdenken.

Maria:
[1:43:08] Eigentlich schon, ja.

Christian:
[1:43:10] Darum geht es ja auch dann wieder und das ist hier eben diese Person und diese Rolle und daneben auch dieser Kommentar, also da geht es ja eben auch darum, dass Martha dann irgendwie lügt, und ihn dann halt eben, sie muss sich übergeben und das irgendwie in sein Gesicht, also da ist es schon mal so gleich diese Kommentierung und dann aber eben auch die Unfähigkeit, also die, Es ist ja auch wieder Ego. Es geht um Ego. Das männliche Ego, das Ego von Ransom, der ja dann irgendwie darauf läuft ja auch alles hinaus, dass eben der Opa nicht nur gesagt hat, du kriegst kein Geld mehr, sondern ja auch noch gesagt hat, Martha ist besser im Go-Spielen, als du es jemals warst. Und das ist ja das eigentlich titelgebende Messer. Der Messerstich ist ja in dieses Ego. Das sagt er ja glaube ich selber irgendwie auch oder irgendjemand, Bennoa Blog Oder er sagt das, glaube ich, so, das war der Moment, wo der Plan dazu kam, wo es eben auch darum ging, ihr das in die Schule zu schieben.

Christian:
[1:44:16] Also seine Unfähigkeit oder seine Inkompetenz oder sein Ding ist so ein bisschen, also er ist der große Masterplaner, dann fand ich das auch noch so bezeichnend, ich glaube, als er da so in dieses Haus platzt und sich irgendwie gleich da bei den Snacks im Regal bedient und den Witten markiert und dann sieht er Benoit Blanc, der ja auch irgendwie, wir machen die Ermittlungen und so, er spricht ihn glaube ich irgendwie nur so an oder irgendwie so im Flur und sagt, was ist denn das hier? Also im Englischen sagt er irgendwie CSI KFC.

Maria:
[1:44:50] Ja, stimmt. Das war die mit dem Südstaaten-Akzent vorhin. Das war die Anspielung.

Christian:
[1:44:54] Das ist die Anspielung von ihm gewesen, wo du gleich merkst, ah ja, der lässt sich von dem Akzent blenden und sagt, was ist das denn hier für ein Depp? Was ist das denn hier für ein Möchtegern-Ermittler? Bei dem stehe ich doch zehn Stufen drüber. Da kann man hier ja gar nichts.

Maria:
[1:45:07] Ich glaube sogar auch, als er reinkommt und die Polizisten sagen, ja, wir müssen sie noch hören. Und er steht auch nicht darauf. Und dann sagt er, ich glaube, dann sagt ja sogar dieser Krimi-Fan-Polizist, sagt er dann so, aber wir sind die Polizei. So ganz so, aber das geht doch so nicht. Und er ist so, ja, mir doch scheißegal.

Christian:
[1:45:24] Wer hier seid. Ich glaube, er sagt irgendwie auch, können wir das im Gehen machen? Oder irgendwie so, nach dem Motto, muss ich stehen bleiben dafür?

Maria:
[1:45:31] Ich habe auch kurz so gedacht, oho, das ist aber ganz schön frech mit dem Polizisten. Also man ist selber ja auch so, weil er halt auch diese Autorität ja überhaupt nicht anerkennt.

Christian:
[1:45:38] Und er hat ja auch in seinem super, super Masterplan Benoit Blanc eigentlich engagiert. Das war ja auch noch das ganze Ding. Er war ja derjenige, der Benoit Blanc dazugeholt hat. Und in dem Moment dachte ich auch so, ja, ja, du bist schon sehr von dir überzeugt.

Maria:
[1:45:52] Du denkst, du bist schlauer als alle anderen.

Christian:
[1:45:54] Genau, das war wie so ein Hund, so ein Abschnüffeln, so nach dem Motto, okay, das ist jetzt dieser Benoit Blanc, der kann mir hier gar nichts. Der ist ja nur mein Werkzeug, damit am Ende das rauskommt, was ich erzielen will. Nämlich ich kriege das Geld, beziehungsweise sie halt eben nicht.

Maria:
[1:46:12] Ja, ja, der hat ja auch gedacht, sein Plan hat richtig gut funktioniert. Er hat alles so gemacht, wie er sich das vorgestellt hat. Er hat alle Hürden überwunden. Und jetzt, deswegen sagt er dann auch bei Noir Blanc in der Auflösung, in absoluter Hochstimmung taucht er dann beim Testamentsdings auf. Und das ist ja auch so. Es kommt er an und ist, also so was man sich überzeugt, alles kein Problem, alles gut.

Christian:
[1:46:29] Und dann ist er auch noch zu blöd zu erkennen, dass sein Großvater nur diese Messerattrappen da in seinem Haus hat. Und das fand ich halt auch so schön. Das war auch so pointiert. So dieser Zeitlupensturz mit dem Messer und auf sie und dann auch so diese Pointe, die halt sagt so, ah ja, das ist ein Fake-Messer. Und auch da.

Maria:
[1:46:51] Ja, und er so, shit.

Christian:
[1:46:52] Ja, er ist halt nicht so gut wie er denkt.

Maria:
[1:46:56] Ja, total. Nee, das fand ich auch so witzig. Und ich fand aber auch, dass auch das wurde ja auch vorbereitet ein bisschen. Also es gab ja dann auch am Anfang, sagt ja dann Linda, ja, mein Dad hat immer diese Spiele gespielt und alles ist irgendwie so ein bisschen fake und so und so weiter. Also sie sagt das ja sogar über ihren Vater. Und dann am Ende kommt es wieder vor, dass das eben, das ist ein Fake-Messer. Und das hat man natürlich aber vorher überhaupt nicht dran gedacht, also nicht mehr sozusagen, dass das wirklich überhaupt wäre. Aber in dem Moment habe ich so gedacht, ach ja, stimmt ja. Das hat sie am Anfang gesagt, dass das sehr gut sein könnte, dass das hier alles lustiger Trappen sind, halt aus seinen Romanen und so und halt so kleine Gimmicks. Und das war so cool.

Christian:
[1:47:33] Und auch da wieder filmisch super vorbereitet. Ich habe mir das aufgeschrieben als Chekhovs Messerstuhl. Also diese Attrappe, dieser Messerring, das ist ja so ein Stuhl. Und ich glaube, Martha ist die Einzige in einem Verhör, die auf diesem Ding, also die von diesen Messern so umgeben ist. Alle anderen sitzen immer daneben. Alle anderen sitzen immer durch.

Maria:
[1:47:55] Sie sind halt aus dem Winkel gefilmt, wo sie so, wo das nicht genau in der Mitte ist. Aber man muss auch sagen, es ist nicht nur vielleicht, nicht nur so ein, Wie kann man das sagen? Nicht nur so eine Attacke, sondern auch ein großer Heiligenschein vielleicht.

Christian:
[1:48:11] Sehr gut, ja. Umgeben von Fake-Messern, ja, genau.

Maria:
[1:48:16] Ja, vielleicht. Aber ich finde halt, das sieht schon aus wie so, auch vielleicht wie so aus einem altertümlichen Bild so ein großer Heiligenschein. Und wenn du sagst, sie ist die Einzige, die da drin sitzt, dann macht das auch total Sinn für mich.

Christian:
[1:48:27] Ich glaube, Benoit Blanc sitzt auch zwischendurch nochmal da drin.

Maria:
[1:48:31] Möglich, aber.

Christian:
[1:48:31] Ich glaube, er setzt sich da irgendwie auch noch kurz rein.

Maria:
[1:48:33] Aber sie ist halt so, auch ja dann auch so zentral positioniert. Und das ist dann auch wirklich so eine schöne...

Christian:
[1:48:38] Die Messer zeigen ja alle so auf sie.

Maria:
[1:48:40] Genau, sie zeigen alle so auf sie. Das ist natürlich eine schöne Komposition. Und ich glaube halt bei den anderen, weil das ist mir tatsächlich auch aufgefallen, dass bei dem Verhören und so, dass die alle da nicht, also dass das immer genau so im Winkel war, dass die da eben nicht genau so sitzen, dass das alles auf sie zeigt. Sondern immer so ein Slidebie nicht. Und da habe ich immer schon so gedacht, das ist doch so eine gute Gelegenheit. Warum machst du das denn nicht? Das hätte doch voll geil ausgesehen. Aber er hat es jetzt aufgehoben fürs Ende, weil es eben so geil aussieht, wollte er vielleicht den Effekt jetzt nicht so abnutzen. Und das fand ich schon sehr, sehr cool. Und genau, wie du schon sagst, das war dann eine echt schöne Sache. Und dann eben ja eins dieser Messer halt zu nehmen und sie wirklich zu versuchen, damit umzubringen. Aber das ist auch etwas, was man auch dieser Figur nur zutraut. Also ich meine, er ist überführt, das Spiel ist vorbei. Und er in seiner verletzten, wie du schon sagst, Männlichkeit oder in seinem Selbstbewusstsein sagt sie, ja, ich nehme aber immerhin jetzt dich noch mit. Es reicht, ja, so, und dann klappt das nicht mal. Ah, herrlich. Hat mir sehr gut gefallen.

Christian:
[1:49:41] Ja, und dann auch diese ganzen wunderbaren Details danach noch in diesem Ausklang. Der Vater von ihm, der ja glaube ich da mit dem nackten Dollarschein neben dem Polizisten herläuft, der den Sohn abführt. Dann findet Linda diesen Brief, liest ihn und danach sieht man nur, wie Richard ein blaues Auge hat.

Maria:
[1:50:02] Stimmt. Das habe ich mich gefragt, wo das herkam. Das habe ich gar nicht geschnallt. Ich dachte so, hä, kommt das auf einmal? Aber ja, natürlich.

Christian:
[1:50:12] Da hat es halt, ich glaube, sie hat ihm einmal ordentlich die Meinung gegeigt, um es mal so zu verändern.

Maria:
[1:50:17] Ja, vor allem, weil ja auch alle halt auch immer sagen, sie haben diesen Ehevertrag und er hat panische Angst, dass diese Ehe scheitert, weil dann hat er gar nichts mehr, aber er hat sie ja trotzdem betrogen, der Depp. Und naja, das ist dann passiert. Hervorragend.

Christian:
[1:50:31] Ja, also ich könnte wahrscheinlich jetzt nochmal so drei Stunden über den Film sprechen und das, wie gesagt, nur so über die ersten fünf Minuten nochmal, aber ich glaube, wir sind der Sache schon mal sehr gut durchgegangen. Und ich würde jetzt auch gerne so die Diskussion noch ein bisschen weiter aufmachen, ein bisschen weiter öffnen so zum Ende, haben wir am Anfang schon mal angedeutet. Knives Out, diese Benoit Blanc-Reihe, Ryan Johnson, Daniel Craig, die eben auch so zusammen da ganz wichtig sind, auch irgendwie zusammen produzieren. Und dann eben jetzt auch als Player noch Netflix dazu. Also ich finde das irgendwie, ich habe da so drüber nachgedacht, den Film jetzt vor ein paar Tagen gesehen und irgendwie.

Christian:
[1:51:16] Ja So in der Rückblende im Kino geguckt und kurz vor einer Pandemie und dann ist der zweite in der Pandemie rausgekommen, jetzt kommt der dritte mehr oder weniger nach der Pandemie und was ist eigentlich so in den letzten sechs Jahren passiert und ich habe das Gefühl, dass diese Trilogie irgendwie auch so ein, wie soll man sagen, wie so ein Gradmesser in dieser Zeit und auch in dieser Veränderung der Kinowelt hin zu Streaming, hin zu einer veränderten neuen Kinowelt. Und ich habe so das Gefühl, dass man auf diese Filme auch so kompakt zeigen kann, um irgendwie abzulesen, was eigentlich in den letzten Jahren vielleicht auch fast unbemerkt so passiert ist im Filmbereich. Ich weiß nicht, ob du das irgendwie ähnlich siehst, ob du ähnliche Beobachtungen hattest, aber aus dem Kinoerfolg, aus der Feel-Good-Kinogeschichte, so yay, Chris Evans Sweater und alles ist so, wir haben alle Bock, wie du sagst, dieses Couch-Gefühl irgendwie, also irgendwie so dieses warme, wohlige Kino-Ding ist halt jetzt eine von vielen Netflix-Kacheln, die übermorgen von der nächsten Kachel wieder abgelöst wird. Also jetzt, um mal ganz platt zu sagen, wurde da irgendwie aus einem Film banaler Content mit diesem Verkauf an Netflix?

Maria:
[1:52:35] Ich weiß nicht, ich habe irgendwie nicht das Gefühl. Also tatsächlich, deswegen habe ich ja auch, ich hatte das eben ja so krass verknüpft, dass ich den ersten Teil, also in meinem Hirn, auch auf der Couch bei Netflix geguckt habe. Weil ich das, ich hatte das irgendwie so stark miteinander verschränkt schon, auch als ich jetzt den Film schauen wollte, für unseren Podcast, habe ich auch gleich, ich wusste auch gleich, wo ich den streamen kann, ich hatte das irgendwie so gespeichert, dass das jetzt super krass zusammengehört, wahrscheinlich aber dann eher wegen des zweiten Teils, also vermutlich wird dafür natürlich eine Menge Werbung gemacht worden sein, ich habe den auf jeden Fall dann eben, den habe ich auf jeden Fall im Streaming geschaut, der war ja wahrscheinlich gar nicht im Kino, und.

Maria:
[1:53:16] Das ist für mich jetzt irgendwie super dicht zusammen. Ich würde aber sagen, wohl wegen des Erfolges des ersten Teils und auch natürlich wegen dieses unglaublichen Casts und über was wir alles gerade gesprochen haben, eben ja auch ein bisschen so ein Hype und so, war das ein sehr, sehr schlauer Einkauf. Und der zweite war ja dann dementsprechend auch, glaube ich, sehr erfolgreich auf der Plattform. Also es ist jetzt vielleicht kein Film wie andere Netflix-Filme. Also ich meine, es gibt da natürlich auch die Erfolgreicheren, würde ich jetzt mal sagen. Und da gehört ihr auf jeden Fall dazu, aber ich habe auch das Gefühl, das ist auch so ein guter Film, irgendwie für so einen gemütlichen Abend zu Hause, vielleicht mit der Familie, wie ich auch schon vorhin gesagt habe, das hat so was Weihnachtliches, also ich könnte mir total gut vorstellen, da kommt da jetzt auch im Dezember, der neue Teil, kann mir total gut vorstellen, den mit meiner Familie zu Weihnachten irgendwie, alle sind ganz vollgefressen und liegen auf der Couch, da ist das der perfekte Film, da kann man, das kann man gut gucken, man kann da so ein bisschen mit, fiebern und miträtseln, das ist gut gemacht.

Maria:
[1:54:14] Die Oma hat genauso viel Spaß vielleicht wie möglicherweise der Teenager, auch wenn er es natürlich niemals zugeben würde und so weiter. Also ich habe das Gefühl, das ist so ein Ding, was sie jetzt auch ein bisschen ausschlachten wollen. Dann eben dieses so gemeinsame Erlebnis, aber halt so eben so in einem intimen Kreis, in dem man dann vielleicht so ähnlich in einer ähnlichen Situation ist, wie halt auch vielleicht die Filmfiguren sind. Du sagst ja schon, das ist oft in so einem kleinen Kosmos, das sind wenige Figuren und genau so stelle ich mir eben auch den Filmabend vor. Man hat so ein bisschen vielleicht was Nettes zum Essen vorbereitet, weiß ich, und dann guckt man sich das schön zu Hause an. Ich.

Maria:
[1:54:48] War, wie gesagt, vorhin ganz überrascht, dass ich im Kino geschaut hatte, weil ich das irgendwie ganz anders abgespeichert. Vielleicht aber auch, weil der Film das halt auch so gut hergibt. Irgendwie so dieses gemütliche Kaminfeuer-Feeling.

Christian:
[1:54:59] Familien.

Maria:
[1:55:01] Familien, genau. Also irgendwie. Und den zweiten habe ich auf jeden Fall zu Hause geschaut. Und jetzt der dritte. Ich habe jetzt eben die Ankündigung und so. Anscheinend bin ich auch Zielgruppe. Ich habe auf jeden Fall auch Werbung dafür bekommen und so weiter. Und ich habe auch gleich so gedacht, auf jeden Fall ziehe ich mir den rein. Ich habe richtig Bock. Also ich war sofort Feuer und Flamme so und habe auch gleich gedacht, cool, dann kann ich dann vielleicht einfach zu Weihnachten irgendwie so mit Eltern unterjubeln. Richtig gut. Also weil das irgendwie, ich habe das Gefühl, das ist so ein Ding, was man gut machen kann. Und ich muss jetzt, um jetzt kurz den Bogen zurückzuschlagen zum Kino und vor der Pandemie, ich habe schon das Gefühl...

Maria:
[1:55:39] Ich muss den jetzt nicht im Kino gucken. Also ich denke, das passt schon so auf der Couch im Streaming. Das passt gut zu dem Film. Und deswegen war ich auch so überrascht, dass ich den erst im Kino geschaut habe, weil ich so dachte, ja, okay, aber geht doch zu Hause auch ganz gut. Also da ist jetzt der Schauwert, den ich jetzt vielleicht sonst haben wollen würde, wenn ich ins Kino gehe, vielleicht gar nicht so krass hoch. Aber andererseits natürlich macht es auch Spaß mit einem Publikum sowas zu schauen, wenn die auch Reaktionen zeigen und so. Das ist natürlich auch cool, aber ich dachte so, weiß ich nicht, muss jetzt gar nicht sein. Und das ist vielleicht auch so ein Ding, in die Richtung, in die sich halt natürlich auch Kino und Streaming entwickelt hat. Also man geht, oder sag ich mal, der normale Kinogänger geht vielleicht dann eher zu den großen Bildern bei Avatar, anstatt jetzt zu so einem kleinen Krimi-Ding, wo man sich denkt, ja, der kommt doch eh in zwei Wochen auf Netflix raus. Ist doch jetzt egal. Oder so wie aktuell Frankenstein. Der läuft jetzt im Kino. Ich glaube, ist er schon auf Netflix oder kommt er bald? Also es ist nicht viel Zeit dazwischen. Es gibt sozusagen für beide ein bisschen was, sowohl für den Kinogänger in, als auch für die Leute, die es im Streaming gucken wollen. Aber das Kino verliert natürlich dann trotzdem das Rennen.

Christian:
[1:57:03] Ja, so spannend, was du auch erzählst, weil genau das ist ja auch so ein bisschen jetzt die Frage, also dieses, was war vor der Pandemie, was ist in der Pandemie aus Kino geworden und was haben wir jetzt noch übrig, so, dass, Ist glaube ich, ja, also sowas, was ich so mitbekomme, also vom Hollywood-Multimillionär-Chef bis hin zum Drehbuchautor, bis hin zur Schauspielerin, also alle fragen sich das ja gerade irgendwie so ein bisschen. Und wir, die einfach nur Bock auf geile Filme haben, ja auch irgendwo, also das klang bei dir jetzt auch so ein bisschen durch, bei mir, also mein eigenes Kinoverhalten, hat es sich verändert, wohin hat es sich verändert? Die These ist ja auch berechtigt zu sagen, ähm, funktioniert der Film überhaupt noch im Kino? Also gibt's das Publikum noch? Hat das Publikum in den letzten Jahren nicht genau diese Erfahrung gemacht, die du gerade beschrieben hast, zu sagen, naja, so ein Ding, das ist doch in drei Wochen bei Netflix oder das kann ich doch zu Hause viel besser gucken.

Christian:
[1:58:14] Also ich habe da jetzt auch nicht so die krassen Antworten, aber ich finde es irgendwie so interessant, dass diese Reihe so da irgendwie so reingrätscht, weil das war einfach so. Der erste Film war ein überraschend großer Kinoerfolg. Der hat 40 Millionen US-Dollar irgendwie gekostet, hat 300 Millionen eingespielt. Also das ist allein schon von diesen Zahlen her...

Christian:
[1:58:36] Ein wahnsinnig großer Erfolg. Eben auch ohne Romanvorlage und Videospielverfilmung und der zwölfte Comic im Film. Es ist einfach nur so ein kleines Ding, was in Anführungszeichen klein. 40 Millionen ist jetzt auch nicht irgendwie wenig. Aber in diesen Hollywood-Kino-Blockbuster-Geschichten ist das wenig. Und gerade auch dieser Mittelbau, von dem ja alle auch sagen, entweder die Filme kosten eine Million, was wirklich gar nichts ist in Hollywood, oder sie kosten 350 Millionen und müssen aber 800 Millionen einspielen und sind bei 700 Misserfolg so ungefähr. Also diese Diskrepanz ist immer größer geworden. Und dann kam da schon 2019, überleg mal, das war das Jahr, wo Avengers Endgame irgendwie rausgekommen ist, wo Disney, glaube ich, irgendwie absoluten Rekord an den Kinokassen, ich glaube, die hatten zum ersten Mal in der Geschichte irgendwie 10 Milliarden oder so irgendwie in einem Jahr eingenommen, Die Blockbuster stapelten sich aufeinander. Es war Peak Cinema in allen, also Kino feuerte aus allen Rohren. Und dazwischen eben auch sowas. Also eben für alle, die keinen Bock auf Marvel und Action und bla, dann ist sowas dabei. Ensemble Cast, klein, süß, alles fein. Und Rian Johnson druckste dann auch so ein bisschen rum, so gibt es eine Fortsetzung oder nicht, kommt da noch was, der Erfolg war ja auch da, so das Publikum sagt, wir wollen mehr oder wir haben es genossen, was da passiert ist, so.

Christian:
[2:00:06] Und dann kam so, das weiß ich auch noch, dann kam halt so diese Nachricht und das war glaube ich 2021 oder so, schon auch fortgeschritten in der Pandemie, so diese Nachricht, Netflix legt fast 500 Millionen auf den Tisch, also die Die haben halt sehr viel Geld ausgegeben, und alle kriegen sozusagen einfach diesen Blankoscheck. Also Danny Craig kriegt seine Millionen, die er haben will für zwei Filme und Rian Johnson kriegt sie und fand ich auch irgendwie relativ clever von Netflix zu sagen, wisst ihr was, wir nehmen quasi die Kinoauswertung so aus der Kalkulation raus. Wir garantieren euch, weniger als vielleicht, das ist ja immer die Frage, wäre das im Kino überhaupt noch möglich gewesen? Wir garantieren euch, weiß ich nicht, jetzt mal so grob geschätzt, so zwei Drittel von dem, was, wenn beide Fortsetzungen so viel wie der erste einspielen würden, davon zwei Drittel und ihr kriegt es aber so flat out und müsst euch gar nicht erst an der Kinokasse wie so ein Marktschreier um das Kinopublikum scheren, sondern wir machen das mal einfach mal so quasi in der Vorabrechnung. Mitten in der Pandemie und Rian Johnson und alle Beteiligten sagen, wir nehmen das Geld, also so, Deal.

Christian:
[2:01:18] Den ich von allen Seiten auch sehr clever finde. Wiederum. Also Netflix, wie du sagst, zu sagen, wir holen uns, wir wissen, was wir kriegen und wir kriegen was sehr Gutes. Das ist ja auch immer so ein bisschen die Kritik bei Netflix. Das sind halt glorifizierte Fernsehfilme, weil das, was der Algorithmus da irgendwie ausspuckt, ist halt oft irgendwie, weiß ich nicht, Chris Hemsworth, der als Polizist oder Soldat, wir kennen diese Dinger so. Und dazwischen ploppen dann eben mal, oh, der nächste David Fincher und oh, Greta Gerwigs nächste Produktion. Und man holt sich ja so ein bisschen hier Guillermo del Toro. Man setzt ja auch so ein paar kleine, sag ich mal, Blümchen so in diese große Wiese, die Netflix irgendwie ausmacht mittlerweile. Netflix will erstmal...

Maria:
[2:02:05] Es gibt auf jeden Fall Perlen, ja, ja. Ohne die würde es ja auch nicht gehen.

Christian:
[2:02:09] Genau. Und auch da zu sagen, naja, wir holen uns das ins Portfolio, würde ich Netflix auch nicht so clever gemacht und Geld spielt bei denen eh keine Rolle. Und Rian Johnson, der auch sagt, ey, also in seiner Haut möchte ich auch nicht stecken, ob jetzt aus einem Film, der auch keine 40 Millionen mehr kosten kann, sondern vielleicht 60 kostet oder 70 oder 80, ob du das heutzutage noch wieder zurückbekommst, also mit einem Faktor von.

Christian:
[2:02:40] Fünf, sechs, sieben, acht bis zehn hoch. Weiß ich auch nicht, ob das überhaupt noch geht. Die Diskussion ist ja eben auch seit Jahren im Gange. So die ehemaligen Knallerdinger, die immer gezogen haben, ziehen nicht mehr. Und dann kommen da die Überraschungserfolge, bei denen auch niemand irgendwie vorher sagen kann, was das jetzt nun irgendwie wird und so. Alle rätseln und sagen, die einen schreien und sagen, das Kino ist schon lange tot und jetzt erst recht und die Nächsten sagen, nee, da passiert nur gar, also da ist so viel los und ich finde halt, dass eben so diese Knives Out Filme da auch immer wieder so ein Beleg für sind. Der erste, independent Kinoerfolg, wow, mega. Der zweite, der so, wenn ich jetzt ketzerisch sein darf, sich bei Netflix versendet oder bei Netflix sehr gut aufgehoben ist. Beide Seiten haben irgendwie recht Und jetzt kommt so der Dritte und da frage ich, also es ist so schade, dass wir, also dem hätte ich noch zugetraut, also wenn, dann hätte der Dritte vielleicht jetzt nochmal wieder so als Gradmesser funktionieren können im Kino, um einfach mal so zu fragen, auch das Publikum zu fragen, habt ihr noch Bock auf sowas? Und wenn ja, wie doll. Also wenn der, also der kommt auch ins Kino, der läuft aber halt wieder, weil Netflix sagt, zwei Wochen, eine Woche, irgendwie sowas, wo du halt nicht richtig erkennen kannst. Die Diskussion gab es auch beim zweiten Film, dass auch innerhalb Hollywoods, dass es auch hieß, Netflix hat mehrere, also hunderte von Millionen wahrscheinlich einfach.

Christian:
[2:04:09] Nicht bekommen, weil die hätten den ja auch zwei Monate im Kino zeigen können und voll auswerten und das Geld quasi nochmal extra einstreichen können und dann bei Netflix zeigen, machen sie ja nicht, ganz bewusst nicht. Aber ich glaube so der dritte wäre jetzt echt nochmal so ein richtig spannender Gradmesser, weil ich habe auch keine Ahnung, ob das nochmal geht, ob die Leute sich zu sehr verändert haben, sich das Kino zu sehr verändert hat, aber ich hätte schon eher Bock, in dem Kino zu gucken.

Maria:
[2:04:39] Ja, ich meine, eine Woche hast du die Chance. Also beziehungsweise wahrscheinlich länger, aber ich habe gerade geschaut, also eine Woche vorher ist der Kinostart und dann, also dann, ich glaube, am 12. Dezember dann schon bei Netflix. Ja, ich weiß auch nicht. Also ich frage mich halt auch immer, ob sie sich nicht selber das Wasser abgraben, weil sie die Kinostartzeit nicht mehr machen oder nur selten machen. Ja, oder ob halt dann einfach die Einnahmen vom Streaming halt dann doch so krass sind, wie sie sich das dann irgendwie erhofft haben. Und das wäre ja dann vielleicht, ja, es ist irgendwie schwierig. Ich finde es auf jeden Fall auch kompliziert.

Maria:
[2:05:13] Aber was du sagst mit der Sicherheit, also dass Rian Johnson und alle Beteiligten halt sagen, ja, gib uns hier die Knete, das ist voll cool, das machen wir. Das kann ich absolut nachvollziehen, das hätte ich exakt auch so gemacht. Vor allem natürlich auch in dieser unsicheren Pandemiezeit, als ja auch alle geschrien haben, Kino ist tot, das war's, das gibt's nie wieder. Ist ja jetzt Gott sei Dank nicht so, aber kann ich absolut nachvollziehen, das würde jeder so tun. Und was ich auch spannend finde, ich habe das irgendwie jetzt in meiner Vorrecherche gelesen, also Knives Out, der erste Teil.

Maria:
[2:05:46] Da hat Rian Johnson dann tatsächlich noch beschlossen, dass er alle Swear-Words rausstreicht, damit der Film PG-13 ist. Auch da ist natürlich eine Überlegung, es soll vielleicht doch noch ein bisschen Familienfilm sein, wo man auch noch eine Teenager mit reinnehmen kann. Und wie wir alle wissen, sind natürlich die allergrößten Kinoerfolge der letzten Jahre immer oder sehr oft Familienfilme. Eben was für die ganze Familie, dass natürlich mehr Tickets verkauft, weil es geht halt nicht nur Mama, Papa rein, sondern alle mit den Kindern und so weiter. Und Oma, Opa vielleicht auch noch. Vater kauft natürlich viel mehr Tickets als jetzt, so ein Film ab 16 oder so. Oder ich habe mal einen Film für Erwachsene, das gute alte Drama zum Beispiel, hat es, glaube ich, auch nicht so leicht an den Kinokassen, weil, naja, da gehen halt dann die Erwachsenen rein und vielleicht die Älteren oder so. Und eben sozusagen zu sagen, ich nehme alle Swear-Words raus, ist ja auch eine künstliche Entscheidung, die er eben getroffen hat, um einen größeren Erfolg zu gewährleisten. Und ich weiß jetzt nicht mehr ganz genau, wie es im zweiten Teil war, ob es da Swear-Words gab, aber wenn du dann sozusagen auf Netflix bist und du hast dein Geld schon bekommen, Dann kannst du machen, was du willst. Dann kannst du die so auf... Rumsweren lassen, wie du Bock hast, wenn du willst. Also wenn das deine Vision ist. Das heißt, du hast natürlich auch eine größere Freiheit, die man sich dann irgendwie auch nehmen kann. Weil man sagt, ja, Netflix hat mir den Vertrag gemacht, das kriegt das Geld auf jeden Fall. Die quatschen mir vielleicht auch nicht viel rein, weil der erste Teil war ein guter Erfolg. Ja, geil, besser kann man es doch gar nicht haben.

Christian:
[2:07:16] Voll, wir wissen auch alle, was wir bekommen. Netflix weiß, was sie von mir bekommen. Ich weiß, was ich von Netflix bekomme, weil das liegt schon auf dem Bankkonto. Und ich weiß, was ich auch nicht bekomme. Große Kino-Auswertung und auf jeden Fall, das mit dem Swear Words, das war tatsächlich auch die Szene mit Chris Evans, da hat er allen Leuten das F-Wort an den Kopf geworfen, in der Szene ursprünglich und dann hat Ryan Johnson eben genau das, was du gesagt hast, das war genau die Intention, also jetzt gar nicht mal zu sagen, ich will mehr Geld und so, sondern auch eher dieses, er hat gesagt, er hat als, Jugendlicher, als Kind irgendwie mit 10, 11, 12 oder so, zusammen mit der Familie genau so diese Agatha Christie-Filme gesehen und hat es genauso genossen. Er wollte genau dieses generationsübergreifende Alle können hier genauso, wie du es beschrieben hast, zusammenkommen, weil für Oma sind die.

Christian:
[2:08:07] Weißt du, Generation 50-Plus-Schauspielenden und die sagt, ich mag den Christopher Plummer und ich mag Jamie Lee Curtis und ich mag die. Und die Kids haben die Kids irgendwie zum draufzeigen und sagen, die finde ich gut. Also alle kommen zusammen und ich glaube das auch. Ich glaube diese universelle Verbindung des, ich sage jetzt mal Krimis, das ist ja auch eine Filmform, der alle folgen können. Wie du sagst, am Anfang, in den ersten fünf Minuten, die Leiche liegt mit Blut und alle fragen sich, was ist da passiert? Während bei Science Fiction und Tropes oder Fantasy, da hast du dann wieder Leute, die eher rausfallen und sagen, so wie ich auch. Also wenn da irgendwie ein Zauberer mit einem Umhang durch die Gegend läuft und irgendwie in einer weißen Robe, dann bin ich tendenziell, also da muss mich das schon sehr überzeugen. Aber diese Houdanit-Geschichten, auch über so einen Ensemblecast zu gehen, ist, glaube ich, auch das Geheimrezept.

Christian:
[2:09:02] Es wird ja auch beides gehen, um da ein bisschen versöhnlich zu werden. Also ich hätte auch nichts dagegen, dass Netflix im Oktober, November zwei Monate lang den Film ins Kino bringt und ich in der Vorweihnachtszeit das mit dem Publikum erleben kann und dann pünktlich zu Weihnachten mit der eigenen Familie schon zu Hause. Also andere Streamingdienste hätten es vielleicht ein bisschen anders gemacht.

Maria:
[2:09:25] Ja, denke ich auch.

Christian:
[2:09:27] So ein Apple oder so ein, auch Amazon bringt die Filme ins Kino oder wie die ganzen anderen Dinge noch heißen. So, aber Netflix ist halt immer so drauf erpicht. Also für die ist das ja schon eine Riesenausnahme, den überhaupt ins Kino für eine Woche oder als Special Event irgendwie zu bringen. So, das machen die dann ja auch wegen Oscars in den USA.

Maria:
[2:09:48] Genau.

Christian:
[2:09:49] Es gibt viele Gründe, aber das Kino selbst als Ort ist ja nicht so sehr der Grund. Und ich weiß nicht, vielleicht ist das auch so die die Gretchenfrage bei der ganzen Sache. Wofür gehst du denn noch ins Kino? Was bringt dich ins Kino und du hast Knives Out 1 im Kino geguckt? Wenn du jetzt die Wahl hättest, würdest du den Dritten auch noch im Kino gucken wollen? Oder ist das jetzt ein Streaming-Film für dich geworden?

Maria:
[2:10:16] Nee, für mich ist es tatsächlich. Ich habe sofort flauschige Decken um meine Couch vor Augen. Ich würde jetzt dafür nicht zwingend ins Kino gehen. Aber wie gesagt, auch weil der Film das für mich irgendwie so vorgibt. Also ich habe das Gefühl, das ist alles so gemütlich. Es gibt ein gutes Ensemble, einen coolen Cast. Dann gibt es einen spannenden Fall. Da kann man mit seinen Freunden rumrätseln. Man will vielleicht auch dann, und das ist im Kino ja zwar möglich, aber manchmal verpönt, dann auch vielleicht miteinander quatschen und sagen, was ist denn der und was macht denn der jetzt und so Krams. Also es ist ja auch vielleicht auch so ein bisschen so ein Miträtselfilm, wo man dann auch mal kurz drüber quatschen will, wenn man so wie ich halt gerne während des Films auch quatscht. Und das ist im Kino ja dann vielleicht nicht immer so erwünscht. Von daher wäre das jetzt für mich nicht zwingend ein Kinofilm. Ich könnte es mir trotzdem vorstellen. Also ich könnte mir schon vorstellen, den mir im Kino anzuschauen. Weil wie du schon auch gesagt hast, das macht mit dem Publikum natürlich auch Spaß. Also das ist ja auch cool, wenn die Leute mitgehen und wenn du vielleicht einen vollen Kinosaal hast und es gibt großes O und A und Gelächter und so, das macht ja auch Spaß. Das kann ich mir sozusagen für den Film auch gut vorstellen, dass ich dann auch Bock drauf hätte.

Maria:
[2:11:33] Und allgemein, ich gehe für viel ins Kino. Ich gehe schon immer noch sehr viel ins Kino, das schon. Aber ganz oft ist das schon so, wenn ich weiß, zum Beispiel Frankenstein ist das beste Beispiel, gerade rausgekommen im Kino und oder jetzt schon bei Netflix, ich bin nicht ganz sicher. Aber das ist so ein Film, wo ich denke, ich hätte mir wahrscheinlich im Kino angeguckt, Aber ich weiß ja, dass es jetzt bei Netflix kommt. Also kann ich mir das Geld sparen und gehe dafür in einen anderen Film? Also ich gehe dann trotzdem noch ins Kino, schaue mir aber was anderes an, weil ich halt weiß, okay, da müsste ich halt länger drauf warten. Aber ich will jetzt wissen, was das für ein Film ist. Alle reden drüber oder was auch immer. Warum auch immer ich jetzt gerade Interesse an dem Film habe und dann muss ich sozusagen, kann ich das Geld eben einfach anders investieren. Weil man muss auch wirklich sagen, es ist ja auch eine finanzielle Sache. Es ist halt nicht ganz billig. Ich gehe dann doch ganz gerne fast einmal die Woche. Das geht dann schon irgendwann, wenn man immer noch Snacks und schnicki-schnacki drumherum will, dann geht das schnell ins Geld. Und dann denke ich natürlich, naja gut, wenn ich den Film sowieso zu Hause gucken kann. Ich habe natürlich wahrscheinlich wie die meisten, ich habe ein geiles Heimkino, einen guten Fernseher, schnicki-schnack, richtig geil, kann ich mit guter Qualität gucken und vielleicht auch mit der gleichen Person, mit der ich sowieso ins Kino gegangen wäre, dann passt das schon für mich. Das heißt schon, wenn da schon draufsteht, es ist eine Netflix-Produktion, dann denke ich zweimal darüber nach, ob ich jetzt wirklich ins Kino gehe.

Christian:
[2:12:53] Aber hast du das auch so als Gefühl für andere Filme? Also ich kann ja auch mal so für mich die Fragen beantworten, weil ich spüre das auch in mir. Also jetzt klar, bei uns ist jetzt nochmal ein bisschen anders durch in Pandemie noch Kind dazugekommen und eben dann auch nochmal der Umzug. Jetzt Wuppertal ist eine andere Kinolandschaft einfach als Berlin oder Berlin ist einfach wirklich die beste Kinolandschaft in Deutschland, weil du einfach wirklich auch jeden Tag in supergutes und anderes und weirdes und so. Aber so einfach so aus mir heraus merke ich schon, ich kann nicht mit dem Finger drauf zeigen, wohin es sich verändert hat, aber ich glaube schon auch, dass diese Pandemie-Erfahrung und wie du sagst, alle Faktoren, die noch so obendrauf dazukommen. Also Umzug und irgendwie Kind und teuer, Kino-Ticket und jetzt hier vielleicht nochmal irgendwie eher nochmal mit dem Zug nochmal irgendwie nach Köln fahren oder kommt man wieder noch gut zurück und so. Aber... Ich will nicht sagen, also es hat sich was verändert irgendwie. Und ich gucke auch auf Filme. Ich merke das auch, auch so im Gespräch mit Daniela so. Ja, man sieht irgendwie ein Filmplakat, man hört so Namen und denkt sich auch schon, ja, den können wir auch zu Hause gucken.

Maria:
[2:14:10] Ja, oder?

Christian:
[2:14:11] Leben ist busy genug. Dreimal geblinzelt und dann ist der auch, egal, ob jetzt nun Streaming oder Netflix oder Kaufen oder Leihen oder man kauft sich die. Aber so dieses, irgendwas hat sich da verändert. Irgendwie ist in diesem ... In dieser Auswahl oder auch in diesem Blick oder in dieser Datenverarbeitung, um es mal so zu nennen, irgendwie schneller der Stempel drauf, irgendwie zu Hause.

Maria:
[2:14:37] Das geht mir auch so, ja, total. Und ich habe auch das Gefühl, dass das oft vom Genre auch abhängt. Also es gibt auf jeden Fall Genre, die ich sehr, sehr häufig im Kino gucke. In meinem Fall ist das zum Beispiel Horror. Ich gucke super viele Horrorfilme im Kino, auch weil ich die Publikumserfahrung mag. Also ich mag das dann, wenn alle um mich rum auch angespannt sind und in die Stuhlinie beißen, weil es gerade so aufregend und gruselig ist oder halt auch mal sich erschrecken oder so. Das ist dann für mich sozusagen auch etwas, was ich am Kino dann eben auch gerne mag, dann diese gemeinsame Erfahrung. Und auch, weil ich das Gefühl habe, ich bin dann eben doch deutlich mehr im Film involviert. Also ich bin dann da mehr drin. Das macht beim Horror, finde ich, auch mehr Sinn, weil man möchte ja, ich will ja gegruselt sein und ich will nicht abgelenkt sein von meinem Handy oder von was auch immer jetzt gerade noch in meiner Wohnung so vor sich geht.

Christian:
[2:15:29] Oder die Macht haben, Pause zu drücken.

Maria:
[2:15:31] Ja, genau. Oder ich muss mal noch, ich muss mal, ich sehe gerade den Wäscheständer, der steht da schon und der guckt mich schon an und ist schon seit drei Tagen trocken oder was auch immer, sondern ich bin halt wirklich dann in diesem Erlebnis drin, in dem Film. Und dann kommt, glaube ich, auch noch dazu, dass ich dann, es gibt ja dann auch da oft irgendwie auch Hypes und dann ist der neue Hype-Film hier und dann der neue Indie, den man noch gar nicht im Film hatte, nochmal hier im Kino und so. Und dann will ich auch ganz oft einfach wissen, was hat es damit auf sich? Ich will dann wissen, was ist da los? Und ich weiß eben auch, diese Filme kommen wahrscheinlich erst in drei, vier Monaten überhaupt im Streaming. Und das heißt, ich will dann schon aber jetzt wissen, was abgeht und dann bin ich eben da nochmal besonders motiviert. Also das sind so, glaube ich, die Filme, die ich am häufigsten irgendwie im Kino schauen gehe. Muss ich ganz ehrlich sagen.

Christian:
[2:16:18] Auch noch ein spannender Aspekt, weil das war auch noch Knives Out 2019, war für mich Film-Twitter.

Christian:
[2:16:24] Ja, Social Media ist für mich jetzt nicht tot, aber also ich bin auch nicht auf Blue Sky aktiv. Ich bin auch sehr raus aus vielen Social Media Bereichen, auch aus Film Social Media Bereichen und das, was du gerade meintest mit Hypes und was wird diskutiert, so wie halt eben damals dieses Ding, diese Marketinggeschichte bei Knives Out, dieses, da beginnt ein Narrativ um den Film. Oh, Rian Johnson, Passion Project, oh, der bringt dieses Genre zurück und Twist and Turns und Ensemble. Also da konnte sich auch sowas aufbauen und ich glaube, dass Twitter da eben auch als Plattform gut damals für mich funktioniert hat, um diesen Hype auch irgendwie mitzunehmen, auch zu sehen und den auch zu spüren. Und jetzt gibt es, also es gibt kein direktes Äquivalent für mich in meinem Leben, aber ich glaube auch so fürs Größere. Und Rian Johnson ist auch ein Filmschaffender für Film-Twitter gewesen. Also da haben was Memes, was so dieses Selbstverständnis irgendwie angeht, das funktioniert halt irgendwie besser als ein, keine Ahnung, Transformers 25. Den hat Film-Twitter nie interessiert, wenn der rauskam. so, wenn der jetzt wieder rauskommt, ist es halt auch egal. Aber das war so ein Film, der, glaube ich, eben auch so in diesem Mundpropaganda kommt mit zu und so.

Christian:
[2:17:43] Das hat sich halt eben bei mir auch ziemlich stark verändert. Das fehlt halt, diese Plattform fehlt, diese vielleicht auch so dieses, wie die Viralität so drumherum, um so einen Erfolg irgendwie auch.

Christian:
[2:17:56] Ich will auch nicht sagen, dass ich das vermisse oder so, aber ich merke da schon, dass sich da eben auch was verändert hat irgendwie. Und das kommt auch in diesem also es kommt da mit hinzu und ich habe auch gerade so ein bisschen drüber nachgedacht, was das so Horror, klar, das ist ein Genre, das sich irgendwie so fürs Kino auch, also das.

Christian:
[2:18:15] Kino-Ort auch, also was noch mehr dadurch bekommt, was profitiert vom Kino. Und da bin ich auch irgendwie, das meinte ich vielleicht auch so mit dieser, Datenanalyse, so Filmplakat, vielleicht noch ein Name, vielleicht mal ein Trailer irgendwo gesehen. Und dann ist so dieser Stempel und mein Gedanke war auch, also vielleicht ist es auch nur anekdotisch, aber ich glaube, ich gehe jetzt auch eher wiederholt in Filme als noch vor der Pandemie. Also die.

Christian:
[2:18:48] Das Netz ist irgendwie, also es bleibt weniger im Netz hängen, in diesem Schleppnetz, wo ich quasi durch die Welt gehe und gucke, welche Filme in diesem Netz drin bleiben. Aber wenn da ein Film drin ist, wenn ich sage, oh, der interessiert mich aber, dann bin ich tendenziell noch eher dazu bereit, den vielleicht nicht noch einmal im Kino zu gucken, weil ich sage, hey, der profitiert ja so stark vom Kino. Dann gucke ich ihn vielleicht eher noch mal ein zweites, oder würde ihn eher noch mal ein zweites Mal gucken. Alles andere, was so an neuen Filmen, wenn es mich nicht interessiert, interessiert mich das nicht, aber das, was da noch so läuft, dann vielleicht noch mal eher, aber vielleicht auch noch mal ein bisschen anders gucken, weißt du, noch mal eher noch mal im IMAX oder so gucken, oder vielleicht dann doch in 3D, da habe ich auch ein bisschen jetzt mehr Interesse gefunden, aber so dieses, hey, Kino als Ort, Kino als besonderer Ort, was kann das Kino, wie kann das Kino den Film bereichern und wie kann auch eine wiederholte Sichtung, mit Änderungen nochmal dieses Filmerlebnis bereichern, bevor er nur noch im Heimkino irgendwie für mich zum Schauen ist. Das ist, glaube ich, auch anders. Ich glaube, ich wäre früher nicht so oft für den gleichen Film ins Kino gegangen.

Maria:
[2:19:55] Ich glaube, ich habe das in meinem ganzen Leben vielleicht zweimal gemacht. Ich finde das sehr interessant, dass du das so oft machst.

Christian:
[2:20:01] Also mache ich das auch nicht mega oft.

Maria:
[2:20:03] Aber ab und zu.

Christian:
[2:20:05] Ja, und wenn der Film dann wirklich zieht. Ich meine, gut, dieses Jahr war es halt Superman, den habe ich irgendwie dreimal im Kino geguckt. Ich hatte den auch ein viertes Mal im Kino geguckt.

Maria:
[2:20:14] Wow.

Christian:
[2:20:15] Ja, das bin ich. Ich meine, ich habe auch Endgame, glaube ich, dreimal damals im Kino geguckt. Aber an sowas denke ich halt schon. Diese außergewöhnlichen Filme, also so für einen selber irgendwie außergewöhnlichen Filme, also dass das, glaube ich, auch sich ein bisschen verändert hat. So dieses, ähm, Ja, also das Kino als Ort hat sich irgendwie für mich verändert, auch zum Positiven und auch zum Negativen. Wie du sagst, ich habe das halt auch, dass ich bei manchen Filmen so drauf gucke und mir denke, das ist kein Kinofilm mehr für mich oder den muss ich jetzt nicht, ich muss nicht diese in Anführungszeichen Strapazen auf mich nehmen, um ins Kino zu gehen, finanziell und Zeit und sowas. Das reicht auch irgendwie zu Hause. Aber wenn da was ist, dann vielleicht nochmal eher, nochmal ein zweites Mal, aber weißt du, nochmal auf der doppelt so großen Leinwand oder in dem Super-Premium-Kino, weil der hat mir gut gefallen und der ist ja auch nicht mal lange da. Und ich kann ihn halt nie wieder so sehen, wie ich in dem Kino gucken kann, weil meine Leinwand ist nicht so groß, ich habe einen Fernseher. Dass das eher noch so ein Faktor ist, irgendwie zu sagen, ah, ich weiß, was ich bekomme, aber ich bekomme es vielleicht nochmal einen Tick besser oder ein bisschen anders.

Maria:
[2:21:27] Aber spannend, dass du das sagst, mit dem Wiederschauwert, sage ich jetzt mal. Weil ich habe das schon auch, ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe das schon beobachtet, dass auch viele alte Filme jetzt gerade wieder den Weg ins Kino finden. Ich glaube, zuletzt war es Der weiße Hai. Jetzt haben wir Zurück in die Zukunft, wird jetzt nochmal aufgelegt und so. Ich hatte das Gefühl, das hat auf jeden Fall zugenommen.

Christian:
[2:21:50] Das glaube ich auch.

Maria:
[2:21:50] Seit der Pandemie. Also ich denke, da gibt es auf jeden Fall einen Trend. Genau aus dem Grund irgendwie. Man kennt den Film zwar schon, aber man hat den vielleicht noch nie, also für ein neues Publikum noch nie oder schon sehr lange nicht mehr, auf der Leinwand gesehen. Und das ist aber dann irgendwie, das ist ja dann wiederum so ein bisschen so dieses Kultkino-Erlebnis, so Midnight Movie oder so Filme, die so einen Kultstatus haben, wo alle schon wissen, was passiert, aber der Spaß ist, das gemeinsam zu erleben.

Maria:
[2:22:21] Ich war zum Beispiel, kleine Anekdote, ich war im Sommer im Freiluftkino und habe Dirty Dancing geschaut und es war ausverkauft und die Leute haben die ganze Zeit mitgemacht. Also es war wirklich, es gab Szenenapplaus, es gab Szenenjubel, es gab gemeinsames Sich-Ekeln vor diesem einen Typ, der so old zu ihr ist und so. Also das hat dadurch so viel mehr gewonnen durch die Leute. Es gab wirklich Leute, die hatten so Wunderkerzen bei, die dann geschwenkt haben am Schluss und so. Also es gab wirklich an sich voll Mühe gegeben. Leute sind kostümiert erschienen und so. Also es war wirklich so ein Kultding. Und ich habe das Gefühl, dass das auch wieder sehr viel wichtiger wird oder dass das versucht wird, auch zu forcieren, indem man jetzt sozusagen Klassiker, in Anführungszeichen, nochmal auf die große Leinwand bringt. Und dann in der Hoffnung, dass halt bei der Zukunft Leute auftauchen, die halt im Cosplay sind oder was auch immer. Die sich halt oder die vielleicht die jetzige Elterngeneration mit ihren Kindern reingeht und sagt, den habe ich damals auch schon auf der Leimert gesehen, das ist so ein toller Film, die gucken wir uns das nochmal an und so und dass dann da wiederum versucht wird.

Maria:
[2:23:28] Diesen Erlebnisraum Kino mit anderen Leuten als so sozialen Ort nochmal neu zu beleben und vielleicht auch dann dadurch zu versuchen, das wieder anzuschieben, dass das auch für andere Filme funktioniert. Ich sage nur Badenheimer hat gut funktioniert also war doch ein Knüller oder letztes Jahr Wicked, wo alle möglichen Leute sich dann angezogen haben und es gab die wildesten TikTok-Trends, was weiß ich.

Maria:
[2:23:51] Ich habe das Gefühl, dass das gerade stark versucht wird, das zu erzeugen, weil man das eben natürlich zu Hause nicht bekommt. Also das ist das, was, wo man dann eben wirklich hingehen muss und sollte und das macht ja dann auch Spaß. Das mag ich auch. Also ich habe mich bei Barbie total gefreut, dass alle Rose anhatten. Ich fand es ein Knüller. Also richtig geil. Ja. Und ja, ich denke, dass das in so eine Richtung steuert, also eben um zu versuchen, sich davon abzuheben, vom Streaming irgendwie in irgendeiner Form. Oder wenn man so am Potsdamer Platz zum Beispiel in Berlin im Kino gibt es so ein ganz großes, so witzig, es gibt ein ganz großes Plakat, auf dem der Kinosessel drauf ist, weil der halt so ultra bequem ist. Und das ist quasi der Star dieses Kinos, dieser Sessel, weil alle diese, die haben wirklich alle Seele ausgestattet mit diesem krassen Sessel und du kannst den irgendwie zurückmachen, da kommen die Beine, da kannst du deine Beine rauflegen, dann hat jeder so einen kleinen Tisch für seine tausend Snacks, das ist ein Knüller, komm schon, ich liebe dieses Kino, nur wenn ich sitze.

Christian:
[2:24:54] Also da, ich bin so müde, aber da könnte ich nochmal drei Stunden, ich finde diese Obsession des Kinosessels, also das ist für mich übers Ziel hinausgeschossen. Ja, natürlich möchte ich auch gern bequem sitzen. So.

Maria:
[2:25:09] Das wäre schon nett.

Christian:
[2:25:10] Ja, aber im Kino.

Maria:
[2:25:12] Jeder weiß, der schon mal drei Stunden unbequem gesessen hat, ist das wirklich viel wert.

Christian:
[2:25:15] Aber für mich gehört das irgendwie auch ins Kino dazu. Also wenn ich zu bequem im Kino sitze, dann ist es auch nicht gut, finde ich. Und diese Dinger, wie so ein Transformer, wenn du einmal irgendwie deine Cola falsch in dieses Ding da reinpackst und das auf einmal zu so einer Liegecouch mit Vibrationseffekt und irgendwie noch Bräunungsstufen oder so wird, denke ich mir, nee, ich will das alles gar nicht. Und ich will dann auch nicht irgendwie drei Monatsmieten dafür bezahlen, für dieses Erlebnis, sondern ich will halt eine gute Leinwand. Geben wir die Leinwand da vorne so, hauptsache ich sitze. Ich will nicht stehen müssen, aber ich will jetzt auch nicht irgendwie, weiß ich auch nicht.

Maria:
[2:25:50] Also ich meine, abgesehen davon, wie man dazu steht, also das ist ja anscheinend verschiedene Meinungen, weil ich finde es richtig geil. Aber es ist halt auch ein Versuch, Leute ins Kino zu locken. Also weil so einen geilen Sitz habe ich zu Hause nicht. ich habe jetzt keinen Sitz, der noch irgendwelche Sachen ausfährt und meinen Becher hält. Also das habe ich nicht zu Hause. Und das ist natürlich eine Möglichkeit, Leute reinzulocken. Aber ich fand es einfach so geil, dass die halt dieses Riesenposter haben. Das ist einfach so funny. Also wo der Held vorbeiläuft und man denkt so, ah, welche Filme kommen denn? Oh, geiler Sitz. Also es ist halt so bescheuert, als würde ich mich jetzt nur deswegen dafür entscheiden.

Christian:
[2:26:23] Früher hing da Daniel Craig in Benoit Blanc.

Maria:
[2:26:26] Ja, richtig.

Christian:
[2:26:27] Und jetzt hast du so einen Kinosessel. Ja. Nee, aber was vielleicht auch noch so mit dazu kommt, weil du das auch so angedeutet hast, das können wir jetzt auch nicht mehr riesig aufmachen, aber ich glaube auch, dass die Technik zu Hause so im Durchschnitt in den letzten fünf bis zehn Jahren auch immer besser geworden ist. Das ist vielleicht auch nur anekdotisch und irgendwie bei uns so, aber die Fernseher werden besser und größer und die Ausstattung wird auch für weniger Geld immer besser. Also da sehe ich halt auch, dass so, weißt du, also die Zeiten sind halt vorbei, wo wir irgendwie auf der flimmernden Röhre zu Hause irgendwie im 4-zu-3-Format, in Briefmarkengröße irgendwie, unsere Filme geguckt haben, sondern...

Maria:
[2:27:12] Ja, oder selbst wenn ich die, sagen wir mal, ich denke, man muss gar nicht so weit zurückgehen. Ich denke, wenn man sich heute eine DVD anguckt und man ist vielleicht eine Blu-Ray gewöhnt, dann sieht man da einen deutlichen Unterschied. Also dann ist das Kino, ja, sagen wir mal zum Beispiel der 2000er, als DVDs irgendwie in waren, war immer noch Kino das eindeutig bessere Erlebnis, weil man eben ein geileres Bild hatte und vielleicht auch besseren Sound aus, weil man hatte, wie zum Beispiel mein Vater, so ein 5.1 Stobie-Surround-System in der Wohnung oder so. Aber selbst da ist das Kino immer noch überlegen gewesen. Und ich glaube, du hast schon recht, ich denke, das ist mittlerweile vielleicht nicht mehr zwingend so, aber bei manchen Filmen, wie gesagt, ich glaube jetzt dann der neue Avatar wird auch the shit wegen den Bildern. Leute gehen dann deswegen ins Kino, weil sie wissen, das sieht mega gut aus und die wollen das auf der größten Leinwand Deutschlands gucken, so am besten. Das ist natürlich auch dann so ein Schauwert, den mein Heimkino auf jeden Fall nicht bieten kann. Oder das ist auch allgemein bekannt, würde ich mal sagen, dass das eben im Kino besser kommt, weil es eben bei solchen Filmen um die Bilder geht und nicht zwingend um die geile Geschichte. Wie wir alle wissen, ist die jetzt nicht so krass. Sondern da geht es um die bestsollsten Effekte und wie toll diese Welt aussieht.

Christian:
[2:28:25] Ja, voll.

Maria:
[2:28:26] Da gibt es eben auch Filme, die natürlich extra dafür gemacht werden, wo du sagst, das sieht halt mega gut aus, gehe ich ins Kino für, weil ich will jetzt die krasse Schlacht, ich weiß nicht was sehen oder so. Und also, ja, ich denke, es hat sich viel entwickelt und viel verändert.

Christian:
[2:28:43] Ja, ich glaube aber auch.

Maria:
[2:28:44] Aber ja, das mit dem Streaming, ja.

Christian:
[2:28:46] Ich glaube aber auch so, und dann können wir auch langsam zum Ende kommen, aber ich glaube auch, dass, also, ich bin da bei dir, es hat sich was verändert. Ich spüre es ja auch bei mir. Ich beobachte das auch bei anderen. Es fällt aber schwer, den Finger drauf zu zeigen. Und ich glaube auch, dass so diese einfachen.

Christian:
[2:29:05] Vermeintlich offensichtlichen Dinge auch nicht zu 100% zutreffen, weil ich auch nicht nur für die größten, fettesten Bilder ins Kino gehe, sondern wie du auch gesagt hast, so ein Ding wie Babenheimer hätte eigentlich gar nicht funktionieren sollen oder nicht so durch die Decke gehen. Ich glaube, dass irgendwie in dieser ganzen Suppe, in diesem ganzen Treibsand Strudel von was passiert gerade im Kino und was ist die Zukunft von Hollywood und wo geht die Reise hin und wird alles von irgendwelchen Tech-Giganten geschluckt und es ist nur noch Content auf irgendeiner Plattform und was ist mit Kino und so. Ich glaube, irgendwo dazwischen ist auch so ein Kern, der sagt, das Publikum will aber überrascht werden, will irgendwas anderes und es ist noch nicht ganz klar, wohin die Reise geht. Und das ist, glaube ich, auch mehr als einfach nur der nächste Trend. Es ist einfach nur mehr als zu sagen, Superhelden sind out, jetzt müssen wir Videospiele verfilmen. Oh, Videospiele sind out, jetzt müssen wir wieder Brettspiele verfilmen, sondern ich glaube, dass so weißt du, und das Publikum weiß es auch nicht so genau und das ist für mich so auch die Lektion aus Babenheimer so und das heißt eben auch nicht oh, mach jetzt nur weißt du, die.

Christian:
[2:30:27] IMAX Biopics und die pinken, feministischen Auteur-Blockbuster. Das ist nicht die Lösung, aber das sind beide Symptome davon. Das, glaube ich, das Publikum schon auch sagt, wir wollen ins Kino, aber, Und irgendwie auch anders ins Kino. Und jetzt ist die Frage, wie man das bedient und wo da die Lösung ist. Und deswegen, vielleicht auch der Bogen zurück, es wäre so spannend gewesen, vielleicht gibt es da nachher auch nochmal Hochrechnungen, vielleicht lässt sich auch jetzt so der Hype und die Meinung um den dritten Knives Out dann nochmal einordnen, ob man da so Rückschlüsse ziehen kann, ob man irgendwie in der Lage ist nachher zu sagen, ach guck mal, egal wie sich die Welt verändert hat, die Leute hatten immer Bock. Auf den cozy, whodunit, familienfreundlichen Rian Johnson Film oder so. Ich weiß es nicht, aber mal gucken. Ich hoffe, dass wir irgendwie auch Erkenntnisse daraus ziehen können.

Maria:
[2:31:27] Ich würde es ihm gönnen, sagen wir es mal so.

Christian:
[2:31:31] Ist es dann auch für dich so jetzt erstmal genug mit Knives Out oder sagst du, alle drei Jahre bin ich bereit, Netflix aufzumachen und mir an Weihnachten mit der Familie so einen Leichenschmaus zu gönnen.

Maria:
[2:31:47] Ehrlich gesagt, ja. Ich freue mich schon wirklich auf den neuen Teil. Und jetzt, wo ich auch den ersten nochmal geschaut habe, aus diesem Anlass, ich werde den zweiten auf jeden Fall demnächst hinterher schieben. Also ich habe richtig Bock, jetzt den nochmal zu gucken. Eben auch, weil ich das auch schon mal so ein bisschen vergessen habe. Und da kann man wieder von vorne mitfiebern. Und man weiß ja, es wird gut. Es ist gut besetzt. Es ist eine gute Geschichte. Das heißt, man kann sich irgendwie darauf verlassen, dass man gut unterhalten ist. Das ist irgendwie auch immer ganz beruhigend zu wissen, wenn man einfach so weiß, das wird bestimmt gut. Also das ist irgendwie auch nice. Von daher, ja, also ich hätte nichts dagegen, wenn das jetzt hier so eine regelmäßige Sache wird und ich mich dann darauf immer jeweils freuen kann. Ich bin dabei.

Christian:
[2:32:32] Geht mir ähnlich. Also ich könnte das jetzt auch alle paar Jahre irgendwie, auch bei Netflix, ich bin da auch gar nicht so, glaube ich, so böse drum, wie ich da manchmal klinge, weil es ist jetzt irgendwie auch so, wie du sagst, so niederschwellig irgendwie. Man kann sich auf die Couch flitzen und dann geht's los. Und es geht mir ähnlich wie dir. Es juckt in den Fingern, den zweiten auch nochmal zu gucken. Und auf den dritten freue ich mich halt auch.

Maria:
[2:32:59] Was halt irgendwie, was ich halt so nett finde, das ist halt gute Unterhaltung, aber es ist nicht stupide. Das ist irgendwie, ich würde sagen, so abschließend auch, was wir gemeinsam besprochen haben über den Film, es macht halt mega Spaß, es ist super detailliert, super vielschichtig, aber es ist auch nicht anstrengend. Also ich muss jetzt nicht irgendwie drei Stunden, wie bei drei Stunden im Eimer total krass aufpassen und total schnallen, was jetzt gerade ganz da passiert, sondern das ist so, man wird so gut mitgenommen irgendwie. Es ist so, man denkt zwar mit, aber es fühlt sich nicht stressig an und das ist irgendwie viel wert.

Christian:
[2:33:33] Die Auflösung kommt.

Maria:
[2:33:35] Die Auflösung kommt, man kann sich sicher sein, dass man nicht, kurz vor Schluss den Abspann kommt und man denkt so, was ist denn jetzt hier los? Und man weiß, was man hat und es wird gut.

Christian:
[2:33:50] Perfekte Überleitung zum Thema der nächsten Sendung hier. Also man weiß, was man hat.

Maria:
[2:33:56] Aber ich weiß nicht.

Christian:
[2:33:57] Ob es gut wird. Im nächsten Monat, im Dezember geht es erneut ins Kino, planmäßig und zwar zu Stromberg, der neue Film. Also wir haben vor einem Jahr mit dem guten Max Snyder zusammen den Stromberg-Film besprochen und auch schon mal eine Folge bei ihm im Podcast, wo es um die Serie ging, aber wir haben eben hier, schon den ersten Film besprochen und kaum haben wir irgendwie das Mikrofon ausgemacht, gab es die Ankündigung für den zweiten Film und der kommt jetzt im Dezember und das ist klar, dass wir den auch besprechen und da bin ich gespannt, um es mal so zu formulieren. Also die Fallhöhe ist höher als jetzt beim dritten Knives Out, wo ich, wie du sagst, ich weiß, was ich bekomme, ich bin da gut aufgehoben, mal gucken, was zehn Jahre später aus Stromberg noch rauszuholen ist. Ich habe ein kleines bisschen Angst. Mal gucken.

Maria:
[2:34:50] Verständlich, das hätte ich auch.

Christian:
[2:34:53] Maria, es war wie immer eine große, große Freude. Ich hoffe mal, dass wir auch die anderen beiden Knives-Out-Filme in den nächsten, ich sage mal, Jahren irgendwie auch noch in die Sendung bekommen. Also die Tür ist auf. Nice, gerne. Wenn sie durchgehen, wir können sie dann noch mal zumachen. Wo finden wir dich denn noch im Internet?

Maria:
[2:35:14] Man findet mich auf Blue Sky. da bin ich noch als die Filmguckerin am Start. Aktiv würde ich jetzt vielleicht nicht zwingend behaupten, aber ich bin da. Manchmal reposte ich irgendwas oder ich like da eigentlich eher. Oder auch bei Letterboxd, auch als die Filmguckerin. Das, finde ich, macht immer viel Spaß. Da kann man mal gucken, was hat der andere geguckt? Was ist gerade so trendy bei meinen Freunden? Ich mag das. Ich finde es nice. Gute Plattform.

Christian:
[2:35:39] Same. Also da entdeckt man dann auch mal wieder was anderes und was gerade so besprochen wird und diskutiert wird. Ja, sehr schön. Werden wir auch alles verlinken. Vielleicht auch noch zum Abschluss noch ein kleines bisschen Eigenwerbung. Also ihr könnt bei uns einfach mal vorbeischauen auf secondunit-podcast.de Da gibt es einen Beitrag zu diesem Podcast. Falls ihr auch kommentieren wollt, macht das sehr, sehr gerne. Klammer auf. Ich arbeite gerade noch im Kommentarsystem. Das könnte sein, dass euer Kommentar vielleicht ein paar Tage dauert, bis er freigeschaltet ist oder so. Aber gucken wir mal, dass das bald wieder besser flutscht. Aber sehr, sehr gerne Feedback dalassen zum Film, zum Podcast, auch zu dieser ganzen, wie hat sich das Kino für euch eigentlich verändert? Gibt es da andere...

Christian:
[2:36:26] Andere Kriterien bei euch, das würde mich auch sehr interessieren, wie ihr das so handhabt. Und natürlich auch sehr, sehr gerne das Plus-Abo nochmal abschließen, falls ihr es vorhin vergessen habt, dann macht das jetzt auf jeden Fall secondunitstudios.plus. Ist aber auch alles verlinkt, wenn ihr diesen Podcast hört, egal wo ihr seid. Ihr habt mit Sicherheit irgendein Gerät vor eurer Nase, wo dieser Podcast drin abspielt. Und da findet ihr auch alle Links, die ich hier gerade schon erwähnt habe. Da klickt euch gerne mal durch. Folgt uns auch sehr, sehr gerne, besonders auf Mastodon. Da hänge ich gerade gerne ab. Abonniert den Podcast, auch wenn ihr irgendwie reingestolpert seid. Herzlich willkommen. Apple Podcast, Spotify, YouTube, Podcast App eurer Wahl. Da sind wir überall zu finden. Und genau, dann bleibt am besten dran und verbindet euch mit uns. In diesem Sinne sage ich einfach mal vielen, vielen Dank fürs Zuhören und fürs Mitmachen. Und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Maria:
[2:37:23] Ciao.