Second Unit #367 – Der Junge muss an die frische Luft (#Filmvorschlag)

Artist: Second Unit Studios
Album: Second Unit
Year: 2025
URL: http://secondunit-podcast.de/

Chapters

0:00 Intro
0:21 Begrüßung
2:46 Danksagung
3:51 Vorverständnis
15:20 Plot
21:02 Cast
31:23 Film
1:11:08 Allgemeines Thema: Hape Kerkeling
1:33:37 Nächste Sendung: Der Soldat James Ryan
1:34:44 Abmoderation
1:36:11 Outro

Transcript

Christian:
[0:21] Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Second Unit. Mein Name ist Christian Steiner und ich habe bei mir die wunderbare Daniela Isrost. Hallo.

Daniela:
[0:30] Hallo, schönen guten Tag.

Christian:
[0:32] Du hast im Namen aller einen Film mitgebracht.

Daniela:
[0:37] Ja, ich habe im Namen euch und uns aller den Film Der Junge muss an die frische Luft mitgebracht.

Christian:
[0:44] Ganz genau, das machen wir jetzt hier. Den habe ich mal wieder ausgegraben, den guten alten Filmvorschlag. Das war früher, vor Dutzenden, Tausenden von Jahren haben wir das sehr oft gemacht und ich möchte das eigentlich langsam wieder ein bisschen etablieren. Ich weiß noch nicht genau wie und in welchem Format und so mit welchen Details das tatsächlich dann funktioniert. Aber die Idee war, dass wir schon mal drei Filme zur Auswahl gestellt haben und dann fleißig per, ja, wir haben es überall geteilt, per Social Media, auch in dem letzten Blogbeitrag war es ja dabei, im letzten Podcast habe ich es auch erwähnt. Alle, die es mitbekommen haben, konnten darüber abstimmen. Und dieser Film ist es jetzt geworden. Der Junge muss an die frische Luft.

Daniela:
[1:28] Ja, die anderen beiden wären gewesen. Gundermann und Wir sind jung, wir sind stark.

Christian:
[1:33] Ja.

Daniela:
[1:34] Alles drei gute Filme.

Christian:
[1:36] Alles drei deutsche Filme.

Daniela:
[1:38] Ja, ja, sonst er ist sicher nicht hier. Hattest du einen Favoriten? Für dich?

Christian:
[1:44] Ja, tatsächlich.

Daniela:
[1:45] Du hättest gerne gehabt, wir sind jung, wir sind stark.

Christian:
[1:47] Ja. Und du hast sehr gerne gehabt, der Junge muss an die frische Luft.

Daniela:
[1:51] Ja, ich habe aber bei beiden so sehr hin und her gerissen, hätte ich abstimmen müssen, selber. Habe ich natürlich nicht. Ich will ja nicht das Ergebnis verfälschen, das hier gleich mal zu sagen. Ich glaube, mein Finger wäre dann doch auch auf der Junge muss an die frische Luft gefallen. Aber ich finde, wir sind jung, wir sind stark und auch Gundermann. Es sind halt drei völlig verschiedene Filme. Alle gut.

Christian:
[2:13] Das trifft es ganz gut. Ich hätte wahrscheinlich auch je nach Tageszeit und Wochentag irgendwas anderes abgestimmt. Aber aus dieser Auswahl, aus dieser Abstimmung heraus, es war auch sehr knapp zwischen der Junge muss an die frische Luft und wir sind jung, wir sind stark. Da ist so hängen geblieben, dass wir sind jung, wir sind stark irgendwie auch noch mal hier.

Daniela:
[2:32] Ja, du wirst ja noch die nächsten 40 Jahre podcasten, da können wir noch über viele gute deutsche Filme sprechen, weil auch den Unken rufen zum Trotz, Es gibt ja viele gute deutsche Filme.

Christian:
[2:41] Ja, mindestens 40 Jahre.

Daniela:
[2:44] Mindestens drei gute Filme.

Danksagung

Christian:
[2:47] Genau das. Ich nutze das mal als Überleitung, denn damit ich auch 40 Jahre weiterhin podcasten kann, ist es natürlich auch ganz wunderbar, wenn ihr diesen Podcast unterstützt und damit auch 40 Jahre Podcast noch weiterhin möglich macht. Das Ganze geht am besten über ein kostenpflichtiges Abo bei Steady. Ihr könnt da einfach mal in den Show Notes reingucken, secondunit-podcast.de, da sind auch Links, also ihr findet schon die Links rüber zu Steady und da könnt ihr euch ein Abo klicken. Ich bin auch fleißig im Hintergrund schon dabei, das alles nochmal umzugestalten und abzudaten und alles nochmal ein bisschen neuer auszurichten. Aber ihr könnt euch da natürlich jetzt auch schon sehr gerne reinklicken und das tun auch schon fleißig Leute und an diese gibt nochmal ein konkretes Dankeschön raus und das sind Anne, Sebastian, Rüdiger und Thomas. Vielen, vielen Dank allen, aber ganz besonders euch für die Unterstützung hier und falls ihr das auch machen wollt, klickt euch mal durch, checkt mal das Abo bei SteadyUp.

Vorverständnis

Christian:
[3:51] So, ich muss mal ganz kurz einen Schluck Wasser trinken und übergebe dir einfach mal den Ball zu dem Thema Vorverständnis. Erzähl doch mal, wie du zu diesem Film stehst, hast ihn schon gesehen, wie oft hast du ihn gesehen, wie bist du so jetzt in diese, also nach diesem Abstimmungsergebnis in die Filmsichtung reingegangen?

Daniela:
[4:11] Also, ich habe den Film jetzt mit diesem Mal zweimal geguckt. Ich habe den einmal mit dir, ich glaube 2021 geguckt und dann jetzt nochmal mit dir, 2025. Ich habe den davor nicht geguckt. Ich habe auch das Buch nicht gelesen, weil Der Junge muss an, die frische Luft ist ja ein Film, zu dem es auch ein Buch gibt von Hape Kerkeling, über Hape Kerkeling.

Christian:
[4:36] Von Harpe Kerkeling.

Daniela:
[4:37] Mit Harpe Kerkeling, über Harpe Kerkeling, bei Harpe Kerkeling. Und ja, ich habe schon beim ersten Mal viel erwartet, was erstmal daran liegt, dass ich Harpe Kerkeling, also ich habe da so drüber nachgedacht, jetzt die letzten Tage, was bedeutet mir Harpe Kerkeling und der ist so ein bisschen wie der Onkel, den ich nie hatte, so. Ich bin quasi mit Harpe Kerkeling groß geworden. Also die 80er und 90er, da war ja Harpe Kerkeling auch so das Ding.

Daniela:
[5:08] Herkunft verpflichtet, meine Mutter ist in Recklinghausen geboren, Harpe Kerkeling ist in Recklinghausen geboren und deswegen fühlt sich das so ein bisschen an, als hätten sich unsere Lebenswege vielleicht mal an irgendeiner Stelle kreuzen können. Haben sie bestimmt nicht, aber so bin ich auch in den Filmen. Ich habe kein Pardon geguckt, ist ja auch, also der ist ja mit und von Harpe Kerkeling. Und habe schon was erwartet, aber ich war jetzt auch nicht …, So wie bei anderen Filmen, wo man vielleicht so mega kritisch rein und raus geht und sagt, weil Harpe Kerkeling für mich einfach schon so ein großes Vorschuss an Zuneigung und Sympathie hat, dann müsste der Film jetzt schon richtig scheiße sein müssen, dass ich sage, was ist das denn für ein blöder Film. Und ich kannte halt die Geschichte, die er erzählt in dem Film über seine Familie, über den Tod der Mutter. Also ich wusste, worum es in dem Film geht. Ich habe jetzt nicht den Film angefangen, 21 mit dir zu gucken und dachte, oh mein Gott, was ist denn hier los? Also, weil dafür war auch das Buch zu groß. Und Harpe Kerkeling fand ja zu der Zeit, als das Buch rauskam, war das denn Anfang, Mitte 2008 oder so?

Christian:
[6:15] Kam das Buch nicht irgendwie 2014 oder so raus?

Daniela:
[6:20] Also, ich kann mich nur daran erinnern, dass es halt sehr viel besprochen worden ist in der deutschen Presse. Deswegen war ich jetzt nicht so unvorbereitet, obwohl ich mich nicht vorbereitet habe. Also, die Vorbereitung zu dem Film geschah eigentlich mit dem, was in der Presse damals los war. Und bei dir, Christian?

Christian:
[6:36] Ich weiß das gar nicht mehr. Also wir haben den 2021 zusammen geguckt. So, ja, da habe ich den das erste Mal auch gesehen. Ich versuche das Ganze jetzt auch noch mal zu rekonstruieren, weil Harpe Kerkeling war mir auch immer ein Begriff. Ich bin ein bisschen jünger als du und habe so die, oder ich glaube Anfang der 2000er muss das, glaube ich, gewesen sein. Darüber lacht die Welt, hieß das, glaube ich, das Format, was er da irgendwie bei Sat.1 oder so da übernommen hatte. Auch wieder so eine Sketch-Geschichte und davon ausgehen, das hatte ich so mitbekommen. Es war so in dieser Zeit auch mit Budi-Parade und wo so diese deutsche Comedy-Formate auch so, sage ich mal, explodiert sind.

Daniela:
[7:22] War das das mit Viva, mit der Milka, was wir da in der Doku gesehen haben? Ah, okay.

Christian:
[7:27] Genau. Und das war so... Also da war mir Harpe Kerkeling das erste Mal irgendwie ein Begriff, auch so zeitgenössisch und davon ausgehend hatte ich dann irgendwann auch mal so die Sprünge in die Vergangenheit gemacht und die meisten, also diese Klassiker kenne ich halt eher dann als YouTube-Versionen dieser Königin Beatrix-Geschichte und Hurtz und sowas. Also da habe ich dann gemerkt, davor gab es halt auch noch eine ganze Menge. Und die Filme von und mit Harper Kreckling habe ich, glaube ich, nie so richtig gesehen. Ich glaube, kein Pardon auch noch mal. Aber das Buch hatte ich jetzt auch nicht gelesen, der Junge muss an die frische Luft. Als dieser Film dann auch rauskam, der kam ja 2017, glaube ich, 2018 irgendwie raus, so die Zeit. Also wir werden am Ende vielleicht auch noch mal ein bisschen mehr über H.P. Kerkeling sprechen, aber vielleicht muss man das ja auch schon mal ein bisschen vorbereiten. Ich habe das Gefühl, es gibt so mehrere Epochen in seiner Karriere.

Daniela:
[8:26] Ist auch so, ja.

Christian:
[8:27] Auch mehrere, sage ich mal, Versionen von ihm. Und jetzt haben wir diesen Buchautor, Harpe Kerkeling, der ins Kino kommt und da war ich noch so ein bisschen vorsichtig, sage ich mal.

Daniela:
[8:41] Ich kann ja mal eine Zusammenfassung machen über das, wer Harpe Kerkeling ist. Ich habe mir nämlich ein paar Notizen gemacht. Es ist auch nur ganz rudimentär und du hast eigentlich auch schon das meiste vorweggegriffen. Also wer ist Harpe Kerkeling? Harpe Kerkeling wurde am 9.12. 1964 im Prosper Krankenhaus in Recklinghausen als Hans-Peter Wilhelm Kerkeling geboren. Laut Wikipedia ist Harpe Kerkeling Komiker, Autor, Fernsehmoderator, Schauspieler, Regisseur, Sänger, Hörspielsprecher und Synchronsprecher. Die bekanntesten Figuren beziehungsweise Aktionen, die hast du schon beide erwähnt. Königin Beatrix zum Empfang, glaube ich, im Schloss Bellevue.

Christian:
[9:26] Lecker Mittagessen.

Daniela:
[9:27] Und Hurz zusammen mit seinem guten Freund Achim Hagemann. Und die beiden Aktionen sind aus der Sendung Total Normal entstanden, die im deutschen Fernsehen von 1989 bis 1991 lief. Das fand ich auch nochmal ganz interessant, dass das ja eigentlich nur zwei, drei Jahre waren, weil in meinem Gefühl, also ich kann mich gar nicht erinnern, das geguckt zu haben. Wahrscheinlich habe ich es geguckt und kann mich immer nur an so, wenn ich, wie wir die Doku geguckt haben, ich kann mich dann immer an so fetzen, dann denke ich, ah, das kenne ich. Also ich weiß, ich habe das im Fernsehen gesehen, aber ich kann mich nicht daran erinnern.

Christian:
[9:58] Das wird danach ja wahrscheinlich auch ständig irgendwo immer wieder zu sehen.

Daniela:
[10:01] Ja, es gab das jetzt auch in der Mediathek zum Geburtstag hier 60 Jahre und so, also von H.P. Kerkeling. Genau, Achim Hagemann ist ein guter Freund von H.P. Kerkeling, die auch lange Zeit zusammen Sachen gemacht haben und die beiden haben sich in der Schule kennengelernt. Später kam dann nochmal auch eine sehr bekannte Figur hinzu, das ist Horst Schlemmer und alle, die es nicht gesehen haben, ich habe es mir jetzt letztens nochmal angeguckt, Horst Schlemmer war zu Gast bei Wer wird Millionär und das war, es gibt genau zwei Sachen, an die ich mich erinnern kann, die Günther ja auch gemacht haben, hat. Das war einmal Horst Schlemmer sitzt bei Wer wird Millionär und dann ist mal bei einem Champions League Spiel ein Tor umgefallen und er hat das mit Marcel Reif zusammen kommentiert. Und ich kann mich da bis heute dran erinnern, haben die auch einen Fernsehpreis gewonnen. So, wieder zurück zu Harpe Kerkeling. Habe Kerkeling hat auch Bücher geschrieben. Ich glaube, da werden die zwei bekanntesten Ehe sein. Ich bin dann mal weg über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg und eben der Junge muss an die frische Luft. Als wichtigsten Film oder den, den ich kenne, habe ich mir Kein Pardon aufgeschrieben. Der ist von 1993. Grüße gehen an die Kein Pardon-Fan-Crew raus, weil ich weiß, uns hören bestimmt zwei, drei Leute zu, die den Film schon sehr oft in ihrem Leben geguckt haben.

Daniela:
[11:17] Harpe Kerkeling hat viele Preise gewonnen in seiner Karriere, die ja auch schon jetzt sehr lange ist. Die Karriere unter anderem mehrmals die Goldene Kamera, den Grimme-Preis, den Bayerischen Fernsehen-Preis, Bambis, Deutscher Comedy-Preis und 2011 war Harpe Kerkel den Krawattenmann des Jahres.

Daniela:
[11:36] 1991 gab es ein Zwangsouting von Rosa von Braunheim, das dürften wahrscheinlich auch noch ziemlich viele entweder im Gedächtnis haben oder so in der Retrospektive mitbekommen haben. Der saß, Rosa von Braunheim ist ein Regisseur und Aktivist, würde ich sagen, und saß 1991 halt bei der Sendung RTL, der heiße Stuhl, und hat neben Harpe Kerkeling zum Beispiel auch Alfred Biolek zwangsgeoutet. Da gibt es dann auch in den Jahren, die zwischen 1991 und heute liegen, unterschiedliche Sätze darüber, wie Harpe Kerkeling das gefunden hat. Am Anfang war er, glaube ich, sehr geschockt. Er hatte auch am nächsten Tag, war auf einer Preisverleihung und wusste gar nicht, wie er sich richtig verhalten sollte. Und dann jetzt 2000, irgendwann jetzt 2020ern hat er gesagt, es war das Beste, was ihm damals passieren konnte, aber das kann man natürlich nicht am Tag danach. Also das hat ja hohe Wellen geschlagen. Genau, das war so für mich erstmal die Zusammenfassung zu Harpe Kerkeling, ohne jetzt schon über sein Leben aus dem Film zu viel vorzugreifen. Also da werden wir ja sicherlich gleich drüber sprechen.

Christian:
[12:45] Ja genau, die biografischeren Details, die sind ja auch im Film verarbeitet, aber ich fand es nochmal Mal interessant, du hast das so gut nochmal so rausgearbeitet, dieses Stichwort auch Autor, Buchautor, Romanautor, das sind ja auch, ich glaube offiziell ist das irgendwie auch ein Roman, den er wohl irgendwie geschrieben hat, aber Horst Schlemmer, das ist so eigentlich, glaube ich, die Epoche, Vielleicht ist es ein bisschen subjektiv, weil ich das am meisten noch mitbekommen habe, aber wo, glaube ich, Harpe Keckeling auch so am breitesten, am erfolgreichsten auch in der Öffentlichkeit irgendwie stand. Es gab ja so eine Phase, wo Horst Schlemmer wirklich fast schon auf jeden Big Mac draufgeguckt war.

Daniela:
[13:27] Ja, aber ich glaube, das war in den 90ern ähnlich, da gab es aber Social Media noch nicht. Also wir reden halt von zwei völlig unterschiedlichen medialen Epochen schon, ja, also Ende der 80er, Anfang der 90er gab es halt Fernsehen, Zeitung, Radio und irgendwelche Tonträger, die man in irgendwelche Geräte geschoben hat. Und als Horst Schlemmer dann kam, dann gab, dann war das 2006, 2007, da war es schon eine andere Zeit und man konnte auch die Sachen dann plötzlich im Internet überall hochladen und sehen und das hat man ja mit den alten Sachen auch gemacht, aber die waren dann gar nicht mehr so in der Wahrnehmung. Also medial konnte es anders aufbereitet werden.

Christian:
[14:05] Das stimmt, aber für mich war das dann wirklich auch so die Zeit und so bin ich auch in den Film reingegangen, So habe ich auch lange Zeit auf den Film geguckt, so gucke ich auch noch auf den einen oder anderen weiteren Film über Harpe Kerkeling. Diese Filme von Harpe Kerkeling ist für mich nochmal eine andere Epoche als die Filme über Harpe Kerkeling, weil ich bin dann mal weg. Das Buch ist, glaube ich, irgendwie bis heute das erfolgreichste deutsche Sachbuch aller Zeiten oder so.

Daniela:
[14:35] So, da haben wir uns letztens schon mal drüber unterhalten.

Christian:
[14:37] Weil ich dann direkt gesagt habe.

Daniela:
[14:39] Das ist ein Feuchtgebiet, aber das ist ja ein Roman.

Christian:
[14:41] Genau, also in Dimensionen hochgegangen und Verkaufszahlen ohne Ende. Und dann kam halt irgendwann auch noch, in Anführungszeichen, noch der Film dazu. Und ich glaube, dass das eben auch so, also ich habe da in der Phase, so in der Mitte der 2010er, ich glaube Horst Schlemmer war da auch schon langsam weg, Ich habe da auch so ein bisschen skeptisch drauf geguckt. Also Harpe, der seine Bücher und die kommen dann noch ins Kino, das war mir auch irgendwie zu viel.

Daniela:
[15:10] Naja, war ja dann auch tatsächlich wirklich überall.

Christian:
[15:14] Ja, und also auch das Thema, aber da werden wir dann ja gleich auch im Film nochmal ein bisschen drauf eingehen.

Plot

Christian:
[15:20] Vielleicht kannst du nochmal kurz den Plot für uns zusammenfassen, damit wir auch nochmal wissen, worum es eigentlich hier in diesem Film und warum wir auch über Habe Kerkeling dabei so viel sprechen. Worum geht es bei der Jungen, um es an die frische Luft?

Daniela:
[15:29] Also das ist immer der Part, den ich nicht so gerne mag, weil entweder mache ich es zu kurz oder zu lang. Ich kann nur schwarz oder weiß. Also, wir begleiten den jungen Hans-Peter Kerkeling in den Jahren ab 1972, ich glaube bis 1975, in seinem Großwerden und zwar in einer sehr prägenden Phase seines Lebens und auch einer sehr dramatischen Phase seines jungen Lebens. Harpe Kerkeling wächst in Herten-Scherlebeck. Nee, da ist der Oma-Enne-Kiosk. Also irgendwo am Rande, irgendwo im Ruhrgebiet, wo nur drei Häuser stehen, wächst er auf und ist mit seinen Eltern bei seinen Großeltern im Haus väterlicherseits. Irgendwann beschließt die Familie, in die Stadt zu ziehen. Die Stadt heißt Recklinghausen. Riesenmetropole natürlich. Aber er kommt halt aus einem Dorf.

Christian:
[16:21] Das ist doch nur 15 Minuten von hier. Ich dachte, Opa irgendwie bei der Verabschiedung war.

Daniela:
[16:26] Ja, und weint dann trotzdem. Also Harpe Kerkeling zieht mit seinen Eltern und seinem Bruder dann in die Stadt, und zwar in das Haus seiner Großeltern, mütterlicherseits. Und Oma Enne, die Mutter seiner Mutter, hat einen Kiosk und der steht in Herden. Und da verbringt Harpe sehr viel Zeit, beobachtet die Leute und hat anscheinend auch ein Talent darin, diese Leute nachzumachen.

Daniela:
[16:52] Dann wird gezeigt, dass die Mutter, und jetzt ist so ein bisschen, ich mache das Holtor, Tieflob, weil jetzt kommt für mich auch so ein Break im Film, wo wir bestimmt auch gleich drüber sprechen, diese glückliche Kindheit wird gezeigt, alles ist schön, alles ist toll, sie springen im Heu, sie haben Pferde, sie lachen, sie tanzen, sie springen, Familien feiern mit viel Alkohol, wie man das so in den 70er Jahren hatte. Und dann zeigt sich aber, dass die Mutter eine chronische Nebenhöhlenentzündung hat und immer unter starken, starken Kopfschmerzen leidet und die einzige Möglichkeit, dass es ihr wieder besser geht, ist eine Operation. Eigentlich ein Routine-Eingriff, aber bei der Operation gibt es leider eine Verletzung und die Mutter verliert komplett ihren Geruchs- und Geschmacksinn. Und damit nimmt der Film dann eine Wendung, denn jetzt ist Harpe Kerkeling oder Hans Peter dann nicht mehr der Junge, der Leute beobachtet und in seiner flauschigen Popcorn-Welt lebt, sondern der Junge, der versucht, sein komisches Talent dafür zu nutzen, die Mutter aufzuheitern, damit es ihr besser geht. Der Mutter geht es immer schlechter, die familiäre Situation wird immer schwieriger. Irgendwann beschließt der Opa, dass der Junge jetzt doch mal in die frische Luft muss und fährt mit ihm zwei Wochen oder eine Woche nach Bayern in die Ferien und Hans-Peter kommt wieder und die Mutter interessiert sich eigentlich kaum noch für ihn, ist sehr tief in ihren Depressionen und kommt da überhaupt nicht mehr raus. Und ja, 70er Jahre Depressionen war einfach noch eine ganz andere Zeit.

Christian:
[18:19] Da dachte man, man kann das mit einem Spaziergang in der frischen Luft indirekt heilen.

Daniela:
[18:22] Ja, das denken ja viele bis heute, aber es gab halt, also 10, 20 Jahre später hätte das Umfeld vielleicht auch anders reagiert. Heute kann man ja besser damit oder versucht man ja besser auch eine psychische Erkrankung so zu sehen wie eine physische Erkrankung. Genau. Es gibt aber für die Mutter anscheinend keinen anderen Ausweg, als sich eines Abends ihrem Sohn zu sagen, du kannst heute Abend so lange Fernsehen gucken, wie du willst, Hans-Peter, ich lege mich schlafen. Die Mutter legt sich schlafen, Hans-Peter kommt dann irgendwann zu ihr ins Bett, weil er das Gefühl hat, er müsste bei ihr schlafen und wartet, also wartet, bis das Fernsehen zu Ende ist. Früher gab es ja noch Sendeschluss, Testbild. Geht dann zu seiner Mutter ins Bett und hört dann irgendwie, dass sie komisch atmet und versucht, sie zu wecken, kann sie nicht aufwecken. Der Vater ist auf Nachtschicht und er weiß sich nicht zu helfen, was er jetzt machen soll und bleibt einfach, also einfach bleibt neben seiner Mutter liegen. Er will nichts falsch machen und er will auch seine Mutter nicht alleine lassen. Die Mutter überlebt das aber leider nicht, denn sie hat eine Tablettenüberdosis genommen und sich umgebracht.

Daniela:
[19:29] Genau, dann begleiten wir Hans-Peter dabei, wie er jetzt versucht oder seine Familie versucht, dem Jungen es so…, Gut wie möglich zu machen, wie es vielleicht gar nicht möglich ist für ein Kind, also er und sein Bruder, die die Mutter verloren haben. Wir sehen im Film dann die Beerdigung und wie der Vater von Hans-Peter seine Eltern bittet, aus dem Haus in die Stadt, in die Wohnung zu ziehen und die Großeltern, insbesondere Oma Bertha, versuchen es dem Jungen so angenehm wie möglich zu machen und tun alles dafür, dass es ihm besser geht oder dass er durch diese Zeit durchkommt, irgendwie.

Daniela:
[20:08] Dann kommt das Jugendamt vorbei und guckt, ob die Großeltern überhaupt noch in der Lage sind, den Jungen zu versorgen. Das ist auch so eine meiner Lieblingsszenen, weil sie wirklich sehr gut gemacht ist. Und am Ende sehen wir dann, wenn der Film zu Ende geht, wie der heutige Hans-Peter Kerkeling ins Bild tritt, seinen Abschlussmonolog hält. Und die beiden sich zwar angucken, also der junge Habe Kerkling und der alte Habe Kerkling, sich aber nicht begegnen und dann ist der Film zu Ende. Oh Gott. Ja. Es ist nicht meine, also ich bin ja gerne in deinem Podcast Gast, aber diese Zusammenfassung gebe ich immer.

Christian:
[20:46] Da bist du nicht die Einzige.

Daniela:
[20:48] Das ist wie der heiße Stuhl hier.

Christian:
[20:50] Ich bin ja immer so happy, das nicht machen zu müssen.

Daniela:
[20:52] Ja, irgendwann lade ich dich mal in deinem Podcast ein. Dann suche ich mir so einen richtig komplizierten Film, den ich selber nicht verstanden habe. Tenet oder so. Kannst du den erklären?

Cast

Christian:
[21:02] Okay, dann lass uns mal ein bisschen durchgehen. Ich übernehme wieder. Lass uns mal Cast und Crew durchgehen und mal schauen, welchen Namen ich hier falsch ausspreche. Also, wir haben an, ich sag mal, erster Stelle in dieser Form die Caroline Link als Regisseurin des Ganzen. Ich gehe mal kurz ein bisschen durch, dann können wir vielleicht am Ende noch ein bisschen über einzelne Personalien sprechen. Das Drehbuch stammt von Ruth Thoma. Natürlich die Buchvorlage von Harpe Kerkeling, Kamera, Frau, wie sagt man, Director of Photography, Judith Kaufmann. Dann der Cast, der sehr groß ist und ich glaube durch die Bank einfach fantastisch ist. Ich gehe da auch mal ein paar Namen durch. Julius Weckauf als Harpe Kerkeling, Jan Lindner als Mathis Kerkeling, also der Bruder. Sönke Möhring als Vater Heinz, Luise Heyer als Mutter Margret. Dann haben wir Ursula Werner als Oma Bertha und Rudolf Kowalski als Opa Hermann. Das müssten die väterlicherseits sein.

Daniela:
[22:01] Genau, ja.

Christian:
[22:02] Dann haben wir Joachim Kroll als Opa Willi, Hedi Kriegeskotte als Oma Enne. Das sind die beiden mütterlicherseits.

Daniela:
[22:11] Ja, die aus der Stadt.

Christian:
[22:12] Und die Großmutter, die dann auch verstirbt und da diesen kleinen tollen Laden immer hatte. Wir haben Elena Ulig als Tante Gertrud, Birgit Schade als Tante Lisbeth, Eva Verena Müller als Tante Annemarie, Katharina Hinsten als Tante Veronika.

Daniela:
[22:29] Mein Gott, das geht ja noch eine Seite weiter.

Christian:
[22:31] Ja, Bodo als Onkel Kurt. Dann haben wir noch sehr viel drumherum. Wir haben Kathrin von Steinburg als Frau Klöker. Das ist die Lehrerin von Hans-Peter, die Ihnen da so ein bisschen auf die Bühne hilft.

Daniela:
[22:44] Ich muss über Frau Kolosse.

Christian:
[22:47] Ja, es geht nämlich los. Also ja, Diana Amft als Frau Kolosser, das ist die Verabredung, die dem Vater da irgendwann so ins Wohnzimmer gesetzt wird.

Daniela:
[22:56] Ja, aber die ist ja vorher im Kiosk schon Thema, weil der Frau Kolosser ist ja schon dreimal dieses Jahr der Mann weggelaufen.

Christian:
[23:02] Ja, hast du das schon gehört?

Daniela:
[23:03] Das kann nur an sie selbst liegen.

Christian:
[23:05] Ja, wir haben Martina Altner-Schabong als Frau Redeker, das ist auch eine Kundin im Laden, die gerne nachgeahmt wird von Hans-Peter. Wir haben Maren Kreumann als Frau Höttermann. Das ist die Beamtin vom Jugendamt, die da am Ende auftaucht. Und wir haben Harpe Kerkeling als, ja, er selbst als ominöser, nicht genannter Part in diesem Film. Ja.

Daniela:
[23:34] Über wen jubeln wir zuerst?

Christian:
[23:38] Ich würde als erstes einfach mal über Julius Weck aufjubeln wollen, der die, wie sagt man, undankbare Aufgabe hat, einen jungen Hans-Peter Kerkeling zu spielen und das absolut fantastisch macht. Also da ja auch, wie alt war der? Acht Jahre, neun Jahre irgendwie zu beträgen?

Daniela:
[23:55] Gesagt, er war schon zehn.

Christian:
[23:57] Kann auch zehn gewesen sein, aber ja, Kinderrolle, Kinderbesetzung, Kinderstar und das hatten wir ja auch noch mal da in dem Making-of ein bisschen gesehen, dass die ja auch gesagt hatten, ja, eine nahezu unmögliche Aufgabe und man war sehr happy, als man denn die Nachricht hatte, wir haben ihn. Wir haben den jungen Hans-Peter gefunden, weil das auch echt eine fordernde Rolle ist. So, ein forderndes Setting und vielleicht kann ich da einfach direkt mein Lob an Caroline Link weiterleiten. Ich glaube, dass dieser Film, also der Film funktioniert, weil Julius Weckauf funktioniert und der kann nur funktionieren, wenn alles andere drumherum funktioniert und ich glaube, dass da wirklich die Fäden dann zusammenlaufen bei Caroline Link in der Regie. Ich glaube, was die da geleistet hat, indem sie, also ne, dass das Körper mal irgendwie den, ähm.

Christian:
[25:03] Ich glaube, das war nur in einem Film. Ich erinnere mich an diesen Steve Jobs Film, von Aaron Sorkin geschrieben, wo es irgendwie auch so diesen einen Dialog gab, so großer Streitmensch, Steve Jobs, was machst du hier eigentlich in der Firma? Und der sagt, naja, ich bin hier quasi der Dirigent. Die Instrumente spielen die anderen, aber ich bin derjenige, der hier quasi dirigiert. Unsichtbare Arbeit, aber der Kern, der alles zusammenhält. Und das sehe ich bei Caroline Link genauso. Also ein Julius Weckauf, der mit seinen knapp zehn Jahren frei, absolut frei und auch im Wortsinne spielt. Also ich glaube, für den war das ein großes Abenteuer, diesen Film zu machen. Und nur deshalb funktioniert das alles. Deshalb funktioniert diese Besetzung, deshalb funktioniert diese Hauptrolle, deshalb funktionieren diese Szenen, das merkst du auch, dass da eine Leichtigkeit herrscht. Und ich glaube, dass das alles bei Caroline Link zusammenkommt. Und auch sie ist die Dirigentin dieses Orchesters. Und die, wie sagt man, die größte Posaune spielt Julius Weck auf, aber alle anderen um ihn herum tragen ihn und halten ihn auch. Und das, ja, ich finde, das sieht man so indirekt auch in jedem Moment.

Christian:
[26:24] Und ich glaube auch das Team drumherum, was sie sich da zusammengestellt hat, ist einfach hinter den Kulissen, aber auch in der Besetzung so, das klang da auch so ein bisschen im Making-of durch, dass so…, Also alle haben da diese gemeinsame Aufgabe gesehen. Da hat niemand, zumindest in diesen Szenen, kommt das jetzt nicht irgendwie so durch, als ob da irgendjemand das Bedürfnis hätte, sich in den Vordergrund zu spielen und diesen Zehnjährigen an die Wand zu spielen.

Daniela:
[26:50] Ja, Lars Eidinger hätte da nicht mitspielen können.

Christian:
[26:53] Guter Punkt. Ja, du bringst auf den Punkt, was ich hier versuche zusammenzubringen. Ja, du musst halt, du musst halt, also du musst das halt, es ist Teamwork in diesem Fall. Und das sehe ich hier durch die Bank.

Daniela:
[27:09] Ich möchte gerne noch was zu Sönke Möhring sagen. Jedes Mal, wenn ich den sehe, checke ich es nicht. Und wenn ich ihn dann höre, gibt es einen absoluten Crash in meinem Kopf, weil er klingt genauso wie sein Bruder, der Wotan Wilke-Möhring. Wotan Wilke-Möhring. Die klingen einfach absolut gleich. Das macht mich jedes Mal völlig fertig, wenn ich den Sönke-Möhring sehe, weil die sehen sich schon ein bisschen ähnlich, aber jetzt nicht so krass, dass ich es sofort sehe. Also habe ich ungefähr schon zehnmal in meinem Leben gegoogelt, wer das ist, um dann festzustellen, dass er der Bruder von Wotan Wilke-Möhring ist. Dann möchte ich gerne noch was zu Luise Heyer sagen, die die Mutter Margret spielt. Diese Frau, diese Schauspielerin hat einen großen Platz in meinem Herzen. Ich weiß nicht warum. Ich finde sie einfach absolut großartig und ich fand es dann gerade bei der Recherche auch nochmal interessant, weil ich geguckt habe, welche Preise hat denn dieser Film gewonnen. Und sie hat einen Bambi für den Preis bekommen, war aber gleich mit noch einem Film nominiert, nämlich das schönste Paar, der auch 2018 in den Kinos war.

Daniela:
[28:10] Der Film ist ein ziemlich harter Tobak, aber ich fand den damals auch sehr gut. Also ich habe den ziemlich gut in Erinnerung und auch Luise Haier als Schauspielerin. Ich freue mich immer, wenn ich sie sehe. Also ich finde, das ist so eine, die hat man nicht immer namentlich so auf dem Schirm, halte ich aber für eine sehr gute Schauspielerin. Und ich möchte noch was zu Ursula Werner sagen, die die Oma Bertha spielt. Erstmal, sie ist in Berlin-Prenzlauer Berg groß geworden und hat eine Tischler-Ausbildung. Und der Vater von Harpe Kerkeling ist Tischler. Das fand ich irgendwie lustig. Und so eine Oma Bertha hätte ich auch gerne. Also diese Frau in diesem Kittel, in dem Oma-Kostüm, das war für mich beim Gucken. Ich denke mal, bei solchen Frauen, und ich weiß, ich habe das damals bei Titanic auch über die Schauspielerin gesagt, die hier Misery gespielt hat.

Christian:
[28:59] Kathy Bates.

Daniela:
[28:59] Kathy Bates. Das ist für mich, Ursula, Ursula Werner kommt für mich in die gleiche Kategorie. Ich glaube, die riecht alle nach Karamellfrauen, die so sind. Also ich möchte mal in dieser Rolle von ihr so geherzt werden. Das hat mir super gut gefallen, wie die gespielt hat, ja.

Christian:
[29:17] Ja.

Daniela:
[29:17] Aber du hast natürlich recht, es gab jetzt für mich keinen Ausfall in dem Cast. Auch eine Maren Kräumann, die dann einfach da für zwei Minuten in diesen Film reinschneit. Ich meine.

Christian:
[29:27] Die auch mit Harpe Kerkeling gedreht hat, ne? Die hat da irgendwie bei keinem Padong mitgespielt.

Daniela:
[29:32] Keinem Padong hat sie mitgespielt. Auch eine großartige Rolle. Also Maren Krollmann ist einfach.

Christian:
[29:35] Ja, ich fand das auch, ich fand das auch, also Joachim Kroll, der hat mir auch wahnsinnig gut gefallen und ist für mich auch so exemplarisch von... Er hat so seine zwei, drei Momente, das ist der Großvater, der auf den Tisch schaut und sagt, er muss jetzt mal in die frische Luft und wie der da auch, also so im Leisen und im Lauten hat er so ein, zwei Momente. Einmal ist es da dieser Moment, wo er so auf den Tisch haut und mit dem Hans-Peter dann wandern geht. Aber wie er auch seine eigene Frau betrauert, während sie schon im Sterben liegt und da so im Flur mit anhört, wie sie sich quasi ja schon von Hans-Peter verabschiedet. Und das fand ich halt auch eine starke Szene. Also in diesen Rollen drumherum gibt es halt auch so diese Highlights. Die bekommen alle so ihre Momente, wo sie mal dürfen, aber wo der Scheinwerfer dann auch nicht zu überstrahlt. Das gefällt mir alles sehr, sehr gut.

Daniela:
[30:34] Ja, da hat das Casting, finde ich, also da haben sie gute Arbeit gemacht und haben ein gut Fingerspitzengefühl bewiesen, weil mit jemand anderem, also Lars Eidinger ist jetzt so das Ende der Ego-Stange, ja, aber dazwischen gibt es ja noch ganz viele, die auch sich selber gerne sehen und natürlich, das sind alle Schauspieler, die wollen spielen, die wollen auch zeigen, was sie können, aber sie haben auch alle bewiesen, dass sie zeigen können, was sie können, ohne den jungen Julius Weckauf, der bis dahin nie gespielt hat. Irgendwie an die Wand zu spielen. Und das finde ich wichtig und gut, wenn man sich auch als schauspielende Person so ein bisschen zurücknehmen kann und sagen kann, ja, ich habe jetzt hier meine Rolle, aber ich bin jetzt gerade nicht, der Fokus liegt jetzt nicht auf mir, sondern auf einem zehnjährigen Kind.

Christian:
[31:18] Ja.

Daniela:
[31:19] So, und das finde ich ganz stark und das haben sie wirklich gut gemacht.

Film

Christian:
[31:23] Ja, dann lass uns vielleicht einsteigen in die Filmdiskussion über auch so den Anfang des Filmes. Wir haben ihn jetzt ja auch nochmal zusammen geguckt und auch nebenbei so ein bisschen uns ausgetauscht dazu. Also ich finde, der Film fängt, ich weiß nicht, ich habe nicht auf die Uhr geguckt, die ersten 20, 30 Minuten schon wie so ein klassisches Biopic, wie so eine filmische Biografie an. Wir sehen den Jungen, das Kind aufwachsen, wir sehen das Ensemble um ihn herum, die wichtigsten Personen und ich hatte, Schwierigkeiten ist vielleicht auch zu stark, aber ich habe das gemerkt beim Reinkommen in dem Film, ich weiß nicht wie es dir dabei so ging, aber das war dann schon, an manchen Momenten ein bisschen.

Christian:
[32:19] Anstrengend auszuhalten. Gerade die Momente, also es ist ja dann oft so bei solchen Biopics, du musst ja erstmal wissen, wer ist die Person, um die es hier geht. Du brauchst ja diesen außerfilmischen Kontext irgendwie. Und ich habe die ganze Zeit versucht, diesen Film auf so.

Christian:
[32:38] Auf einer anderen Ebene auch zu schauen und zu sagen, was bringt mir dieser Film? Was ist, wenn ich, weiß ich nicht, in England sitze, keinen Kontext über diese Person habe und jetzt kommt irgendwie jemand aus Deutschland und sagt, diesen Film musst du jetzt gucken. Und ich gucke ihn mir irgendwie an. Also ich verstehe Deutsch, ich verstehe die Sprache, ich habe aber keine Ahnung. Who the fuck is Hans-Peter Kerkeling? Funktioniert der Film dann irgendwie noch? Und da würde ich sagen, die ersten 20, 30 Minuten ist es ein bisschen schwierig, weil es das klassische Biopic-Muster bedient von wir setzen schicksalshafte Momente, die du als solche erkennst, weil du weißt, wer die reale Person ist, was aus ihr geworden ist. Du hast diesen gegenwärtigen popkulturellen Kontext. Und wenn dann da die Großmutter zu ihm sagt, Hans-Peter, willst du ein Pferd haben? Und er sagt, was? Und sie sagt, willst du ein Pferd haben? Und er sagt, ja klar. Und dann kauft sie ihm ein Pferd, das ist eine super Szene, toll. Und dann zu ihm sagt, während sie dann mit der Pferdekutsche durch die Hauptstraßen von Recklinghausen brettern und dann zu ihm sagt, Hans-Peter, hör mal zu, Junge, wenn du was willst im Leben, dann musst du das einfach machen. Egal, was die Leute denken. Und du sitzt davor und sagst, oh, ah.

Christian:
[33:56] Sich als Königin Beatrix verkleiden und da irgendwie zum Bundespräsidenten wollen. Ah, da muss man aber schon ganz schön, ah, da kommt das her, dieser Mut, dieser, oh, oh, ja. Das fand ich ein bisschen anstrengend.

Daniela:
[34:10] Also ich habe auch das Gefühl, ich habe zwei Filme geguckt, und zwar so wie du sagst, die ersten 20 bis 30 Minuten fühlte sich an wie ich gucke viele Schnipsel, die irgendwer in irgendeiner Art und Weise so aneinandergepasst, Und dann eben diesen Wechsel zu, und jetzt erzählen wir euch mal die Geschichte, wie Hans-Peter Kerkeling seine Mutter verloren hat, in welchen dramatischen Umständen. Und das fühlte sich für mich an, als wären das zwei unterschiedliche Sachen. Und das war ganz komisch, weil ich am Anfang auch dachte, ich saß da und hab das geguckt und dachte, boah ey, wie sollen wir über diesen Film sprechen? Wieso ist das hier so eine Aneinanderreihung? Und ich konnte mich auch nicht mehr daran erinnern, dass das so war. Also, ich habe den ja schon mal geguckt und ich wusste ja, was ich gesehen habe und ich habe ja jetzt auch in Vorbereitung das Hörbuch mir mal angehört. Ich habe es noch nicht zu Ende gehört, aber bin jetzt kurz davor und dachte dann irgendwie, ja, das sind die wichtigsten Momente, die er auch in seinem Buch größtenteils so beschreibt, aber wieso sind die so aneinandergeklebt? Also, es fühlte sich an, als hätte, würde ich viele Clips gucken und keinen richtigen Film.

Christian:
[35:15] Mehr den Filmtrailer als den Film selbst zu sehen, so.

Daniela:
[35:18] Ja, Trailer vielleicht auch nicht. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben würde. Aber es fühlte sich an wie eine Aneinanderreihung von Dingen. Und dann so nach 20, 30 Minuten, dass es dann losging, so die Mutter mit den Nebenhöhlen und ständig Kopfschmerzen. Und man merkte, der Umzug nach Recklinghausen war, das war dann so die Erkrankung ihrer Mutter, die war ja dann auch so schwer krank. Das heißt, die Mutter von Hans-Peter hat ihre Mutter gepflegt, hat die Kinder gehabt, der Mann war ständig unterwegs. Und da kriegte der Film dann so eine Wendung und wurde dann auch zu einem flüssigeren Film. Und das Gefühl hatte ich davor nicht. Also da geht es mir genauso wie dir, ja.

Christian:
[36:01] Ja, da kommt dann dieser Bruch, ich würde sogar so weit gehen und sagen, dann ist das schon gar nicht mehr, also es beginnt mit der Kindheit des bekannten Komikers Hans-Peter Kerkeling und dann kommt da so eine Wendung, die aus dem Film ein größeres Familiendrama machen. Also du nimmst das ja mit und sagst, okay, da ist dieser Junge und was du ja auch meintest, du spürst die Bürde des Kindes, diese Verantwortung, die das Kind gegenüber der eigenen Mutter irgendwie spürt und der Mutter geht es nicht gut und das Kind bürgt sich das aber irgendwie auf und versucht sie ja zum machen zu bringen. Kinder das eben so machen. Ja, und dann gibt es ja auch irgendwann später noch so, als sei da, ich weiß gar nicht mehr.

Christian:
[36:49] So gegen Ende hin, glaube ich, es gibt so ein paar Momente, wo der Film aus dem Off, den jungen Julius Wegauf, also den jungen Hans-Peter Kerkeling, das Erlebte kommentieren lässt oder so ein paar Sätze übers Leben irgendwie so einsprechen lässt. Und irgendwo da in diesem Kontext meine ich auch, dass da so diese, also das hat mich so getroffen, weil da dieses Kind dann irgendwie davon spricht, dass es sich doch noch ein bisschen mehr hätte anstrengen können, um den Tod der Mutter zu verhindern.

Christian:
[37:18] Das hat mir so den Boden, also überhaupt, als es dann mit der Mutter passiert und auch die Streitereien vorher und du merkst, der Film kippt dann, aber nicht im negativen Sinne, aber der Film, der begehrt da so einen Spurwechsel und es wird auf einmal eine Geschichte über Depressionen. Also der Film ist von vornherein sehr stark in diesem Familienkontext verankert. Es ist ein Kind in dieser Familie. So, diese Familie ist gleich ganz wichtig und da schafft der Film es auch schon ganz oft so universell zu erzählen, was ich auch zu dir meinte. Also der Onkel, der halt immer wieder der Tante gegenüber, die ja eine Ordensschwester ist und weißt du, an Karneval, Tante, ich weiß gar nicht mehr wie sie ist, Tante so und so, schon wieder das gleiche Kostüm. Das sind so diese Witze, wo ich gesagt habe, das ist meine Familie. Also das ist so, irgendjemand in diesem Familienkontext macht auch und hätte immer diesen Witz gemacht. Also dieses, der Film schafft es über diese konkrete Familie, finde ich, auch etwas Universelles irgendwie, über die Zeit und über das Leben auch in Deutschland, in Westdeutschland in dieser Zeit und vom Mad Eagle bis zu den Gardinen, die da irgendwie an den Wänden hängen.

Daniela:
[38:28] Sahne, Torte mit Sahne.

Christian:
[38:30] Und willst du noch ein Eierlikörchen?

Daniela:
[38:31] Oh, furchtbar.

Christian:
[38:32] Und es wird ständig geraucht und das waren alles so, aber es ist eine Familie, du merkst, da ist eine Herzlichkeit, da ist eine Wärme, das ist ein Schutzraum, das ist so eine Gemeinschaft. Und da erzählt der Film schon mal ganz, ganz viel und da drin verankert der Film dann dieses Kind, Hans-Peter Kerkeling, von dem wir wissen, der wird später, und dann kommen halt immer diese Momente am Anfang, das Gefühl, das musste alles mal so rausgefeuert werden, Und so der Menschenbeobachter Hans-Peter Kerkeling, weil er im Laden seiner Oma, er imitiert da die ganzen Kundinnen schon mal, oh, da kommen die ersten Lacher aus der Familie, das erste Publikum, die erste Bühne, so alles fein, aber dann wechselt der Film oder geht, also er öffnet sich immer weiter und erzählt dann, finde ich, so eine unfassbar, nicht universelle, aber das konkrete übersteigernde Familiendramatik. Was ist, wenn in diesem Kontext diese Depression ist? Am Beispiel der Mutter, das hätte auch eine andere Person in der Familie sein können, aber das macht der Film so toll. Dann wirft er diese Figuren in diese Thematik rein und öffnet sich halt, wie ich finde, von dieser einen Person, berühmten Person, später berühmten Person, hin zu so einer Familiendramatik.

Daniela:
[39:55] Ich finde halt, also Familie ist ja die ganze Zeit über ein wichtiges Thema, weil Hans-Peter Kerkling, gut, dass wir auch immer den kompletten Namen sagen, Hans-Peter halt in so einer Großfamilie auch aufwächst, ne? Also er hat seine Großeltern alle um sich herum, klar in einem kleinen Vorort und dann in einem eigenen Haus. Aber mir ist es jetzt gerade nochmal aufgefallen, als du gesagt hast, ja, die Familie als Schutzraum, das stimmt ja, aber sein Schutzraum, er verliert ja seinen Schutzraum nicht erst in dem Moment, in dem seine Mutter stirbt, sondern schon in dem Moment, in dem die Mutter, eigentlich gar nicht mehr in der Lage ist, sich eine Selbstversorgung.

Daniela:
[40:35] Zu, rückzuhalten. Also sie ist so angepiekst durch die Pflege der Mutter, die Pflege der Kinder und dem Haushalt und ihrer Erkrankung, dass sie auch bei der kleinsten Sache sofort ausflippt. Und das wird ja in einer Szene gezeigt, wo Hans-Peter die Milch umkippt und wir sehen es in dem Film nicht, aber sie schlägt ihn halt und er rennt dann wild über den Flur zu seinen Großeltern und trommelt an die Tür und holt sich dann da wieder seinen Schutzraum. Und ohne seine Großfamilie, wäre das nicht gewesen. Und dann ist es ja total schön zu sehen, dass dann die anderen Familienmitglieder sowohl während der Erkrankung der Mutter, also sie können alle der Mutter nicht helfen, aber sie können den Kindern helfen. Und dass das dann auch so eine wichtige Priorität auch für die Großeltern hat, die ja als Oma Bertha und der Opa Hermann dahinziehen, da sind die ja selbst schon über 70. Also die sind über 70 und fangen jetzt an, ein neunjähriges Kind groß zu ziehen.

Christian:
[41:39] Können ja beide gar nicht mehr so richtig, sagen sie selber auch.

Daniela:
[41:41] Ja, der eine kann nicht gucken und hören und sie hat die Hüfte schon seit Jahren kaputt, schwert sich aber auch gegen jede Gehhilfe. Ja, also für ihn war die Familie halt absolut prägend. Und was du auch sagst, fand ich so interessant mit den Familienfeiern, weil ich habe in den 70ern nicht gelebt, aber ich kenne die Fotos aus den 70ern von meiner Familie und meine Oma hatte viele Geschwister, die haben auch alle im Ruhrgebiet gewohnt und da wurde ja nur gesoffen und geraucht, wie du das sagst. Und da sah es dann halt genau so aus.

Christian:
[42:12] Ich kann bestätigen, das wurde im Norden ja.

Daniela:
[42:14] Das weiß ich, das weiß ich. Aber das war in den 70ern so. Und dann war es egal, ob die Kinder da ein Säugling, auch mit den Autos, dann sind die nicht angeschnallt, die Kinder sitzen vorne, hinten im Kofferraum. Also, ja. Ja. Wilde Zeiten auf jeden Fall.

Christian:
[42:34] Ja. Ja, aber da, also mit dieser Eröffnung des Filmes auch auf diese Thematiken, ich finde es übrigens wichtig, weil der Film macht das ja auch, er nennt ihn ja auch Hans-Peter und ich Harpe.

Daniela:
[42:45] Ja, aber wir sagen immer Hans-Peter Kerkeling. Ich meine, dass wir den ganzen Namen sagen, weil wir immer noch den Nachnamen dahinter schieben, als wüsste niemand, dass Hans-Peter, das meine ich so.

Christian:
[42:54] Das stimmt natürlich. Mir ist das auch aufgefallen, die Namen in einem Film sind durchaus wichtig, weil nicht einmal Harpe, hätte ja auch sein können. Das meine ich so mit Biopic-Moment, dass dann auf einmal irgendwie der Onkel Kurt ankommt und sagt, Mensch Hans-Peter, der Name ist aber ganz schön lang, was hältst du denn von Harpe?

Daniela:
[43:14] Halleluja.

Christian:
[43:14] Ja, so der große Künstlername ist geboren. Aber diese Öffnung des Filmes, Dieses Familiendrama, was der Film dann so im Mittelteil, im Hauptteil irgendwie auch erzählt. Also da gewinnt der Film für mich erstmal. Da löst, wie gesagt, der Film sich von dieser, ich sag mal, von dieser einen Biografie und erzählt halt irgendwie so eine gesamte Familiengeschichte und damit ja eben auch etwas, wo wir uns irgendwie wiederfinden können, so, mehr und mehr. Und ich glaube auch, das ist eine Leistung von Caroline Link, diesen Spagat irgendwie auch zu schaffen. Also ich glaube, dass auch dieser Film schwierig irgendwie ist. Also so in der Produktion, auch im, im.

Christian:
[44:13] Die Bücher von H.P. Kerkeling sind durch die Decke gegangen und dann dieses Ich-bin-den-mal-weg, werden wir am Ende auch nochmal alles ein bisschen einordnen, aber das ist ja ein Wahnsinnserfolg gewesen und dann kommt er mit diesem zweiten Buch, der Junge muss an die frische Luft und erzählt was Biografischeres, das Ich-bin-den-mal-weg war ja so ein Reisetagebuch, sehr lustig, sehr launisch, auch persönlich, aber im Endeffekt, so wie ich das in Erinnerung habe, Ich hatte das auch irgendwann mal gelesen. Ich glaube, nichts, was dich irgendwie angreifbar macht. Also das ist so nette Unterhaltung. Mit diesem Buch erstmal und mit dieser Geschichte packt Harpe Kerkeling ja schon auch aus. So, und das merkst du ja eben auch in dem Film, das sind echt teilweise dicke Bretter, die er da anbohrt.

Christian:
[45:02] Und trotzdem, also das Buch hat sich ja auch verkauft, aber wie geht man diesen Spagat von, naja, das ist vielleicht auch ein Film für Fans von Harpe Kerkeling, die vielleicht auch Interesse an Harpe Kerkeling haben und deshalb ins Kino gehen oder deshalb das Buch gelesen haben, aber dann erzählt er in diesem Kontext halt so eine tiefe, ernste, traurige Geschichte. Geschichte, die halt auch super wichtig ist und dieser Spurwechsel irgendwie hinzubekommen und das Ganze eben auch in diesem Kinderkontext auch zu verorten. Das ist ja jetzt kein Erwachsener, der sich erinnert in diesem Film, sondern das ist das Kind, das das erlebt.

Christian:
[45:47] Um dann auch danach wieder Spurwechsel zu schaffen und auch wieder eine Heiterkeit reinzubekommen und dann steuert der Film ja auch auf das Ende zu, da werden wir auch noch drüber sprechen, Aber, Also Hut ab, dass das so offensichtlich leicht, scheinbar leicht funktioniert.

Daniela:
[46:06] Und das passiert, also ich finde das halt gut, weil sich der Film nicht dafür entscheidet, jetzt anderthalb Stunden lang diese tiefe Trauer des Jungen zu erzählen, sondern zu zeigen, egal, also ich will das damit nicht klein machen, das wird ja super schlimm gewesen sein. Ja, ich weiß nicht, wie das ist, wenn er mit neun seine Mutter verliert. Das dann aber nicht in so eine super dramatische, also man hätte ja auch einen ganz anderen Film darüber machen können. Aber so schreibt Harpe Kerkeling auch seine Bücher nicht. Also so ist auch, der Junge muss an die frische Luft nicht geschrieben. Und ich finde, dass Caroline Links sich dann auch gut entschieden hat, die Handschrift des Harpe Kerke Links für ihre Regie zu nutzen und zu sagen, ja, wir haben die traurigen Momente und es sind wirklich schlimme Momente. Und ich finde auch das Ende, ich muss immer weinen am Ende, also ich bin ganz tief berührt, aber es nicht in so eine, und jetzt nochmal mit Absicht Salz in die Wunde zu schießen, so und jetzt, also da entscheidet sie sich dagegen und das nimmt ja trotzdem nichts an Schwere. Also, es wird ja niemand aus dem Film hinterher rausgehen und sagen, haha, das war ja die lustigste Komödie, die ich seit Jahren gesehen habe. Und der Film schafft das aber gut und das ist einfach eine gute Entscheidung der Regie, das dann auch so zu machen. Also ….

Christian:
[47:34] Ja, und das aber auch hinzukriegen, dass das halt eben nicht dann auseinanderfällt. Auch kein Kitschfilm wird.

Daniela:
[47:39] Ne?

Christian:
[47:40] Genau, und auch nicht dann, weißt du, das Bedürfnis zu haben nach dieser, also das fängt ja schon mit der Großmutter an. Die Großmutter, die irgendwie stirbt und die sich da von ihm verabschiedet und die ja auch schon so ein Teil dieses Schutzraumes oder Schutzwalls irgendwie war, ne? die ihm das Pferd gekauft hat und so. Und dieses, dass die dann geht und wie das den Opa auch mitnimmt, wie der seine Frau verliert. Und also der Film, der geht da so Dinge durch und tiefer und tiefer. Und der macht das aber so toll, weil der dann auch nicht, also dieses Gespür für diese Stimmung auch zu haben, zu wissen, wie lange halte ich das jetzt auch? Um, weißt du, die Szenen dann nicht schon in dem Moment, wo es passiert, gleich irgendwie wieder mit einem Gag so aufzulösen, dass du sagst, ja, weder das eine noch das andere kommt jetzt hier irgendwie zur Geltung.

Christian:
[48:32] Und das schafft der Film. Also ich habe das Gefühl, dass du dieser Bogen, diese Wendung, die er geht, so in diesen Stimmungswechseln halt eben ganz fein und ganz treffend ist. Also das hat für mich alles funktioniert. Die Probleme, die ich am Anfang hatte von wegen, oh, jetzt ist hier irgendwie alles Biopic und jeder Satz ist irgendwie wichtig für die Ewigkeit so, das verlässt er dann irgendwie schnell. Und ich vergesse dann auch, dass das jetzt später Happe Kerkeling und dieser ganze Kontext, das habe ich so in diesem Hauptteil überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt, weil ich dieses Kind sehe und das dann irgendwie da versucht und mit der Mutter und so sensibel die Stimmung der Mutter analysiert und versucht darauf einzugehen. Und dann der Familienkontext, der das ja auch alles mitbekommt, da irgendwie am Sommerfest und alle sind sensibel und geeicht, aber niemand kann da wirklich was tun.

Christian:
[49:18] Und das macht der Film, also der Film gibt all diesen Elementen Raum und also das ist ganz stark, weil es so leise ist, weil der da nicht poltert. Und dann eben auch wieder diese Gänge da rauszubekommen, diese Szene mit dem Jugendamt, das ist lustig, aber eigentlich verlassen wir auch gerade und sind immer noch in einem ernsteren Kontext, aber der Film löst sich nach und nach davon und dann funktioniert diese Szene auf der Bühne in einem Kindertheater und weißt du, dann haben wir wieder Biopic, der Engelschor, the genius has arrived on the stage und jetzt geht so das in die Zukunft weiter und dann merke ich wieder, ah ja, ich gucke einen Film, basierend auf einem Buch und die Geschichte, H.P. Kerkeling, ah ja, das muss ja noch irgendwo hingehen. Und das schafft der Film, obwohl ich so meine Probleme vielleicht mit dem Ende und mit dem Anfang habe, vielleicht auch jammern auf hohem Niveau, aber der schafft diese Spurwechsel einfach. Also da habe ich nichts dran auszusetzen. Und das finde ich total stark.

Daniela:
[50:18] Ich habe mich auch in der Vorbereitung jetzt nochmal gefragt, ob das ein Film ist für die Leute, die das Buch gelesen haben. Also eigentlich macht man ja immer, also es wird ja so wenig erklärt. Also wie du sagst, man setzt ja fast voraus, dass die Leute, die ins Kino gehen, wissen, wer Hans-Peter Kerkeling ist. Und das wird dabei einen schwulen Jungen beim Großwerden zu sehen. Und warum betone ich das jetzt so? Weil es zwei, dreimal eine Szene gab, wo er halt den Katalog durchblättert und man sieht immer die im Unterwäschen-Männer-Models so. Und er sagt dann sowas ähnliches in der ersten Szene so, was ich wollte, wusste ich schon ganz früh. Und wenn du nicht weißt, dass Harpe Kerkeling schwul ist, dann checkst du es vielleicht gar nicht. Aber vielleicht ist es auch gar nicht wichtig, das zu checken.

Daniela:
[51:01] Und dann gibt es noch so eine zweite Komponente, die ich sowohl in dem Hörbuch, aber auch in dem Film ganz stark fand. So dieses Durchziehen der Eltern und Großeltern, dem Erleben des Zweiten Weltkriegs. Und das passiert dann aber auch immer in so Nebensätzen. Da wird da Karneval gefeiert und dann kommt Hans-Peter in die Küche und die eine Tante, die vorher noch fröhlich gesungen hat und Polonaise angestimmt hat, sitzt weint am Küchentisch und Hans-Peter fragt, was hat sie denn? Und der Mann der Tante, also der Onkel, sagt, ach, das hat was mit dem Krieg zu tun. Oder der Großvater, der zweimal betont beim Laufen, dass er die Fußzehen, drei Zehen in Sibirien verloren hat, als er wieder zurück zu seiner Frau laufen wollte und zu seiner Familie. Und das gibt so ganz einige Momente davon.

Daniela:
[51:52] Und was er dann auch eben in diesem Schluss sagt, diese Prägung der Eltern, und das fand ich total interessant gemacht und finde das im Hörbuch noch viel, viel stärker, dieses sich Klarwerden darüber, dass ich als Hans-Peter Kerkeling oder ich als Daniela ja auch das Erlebte meiner Großeltern und Eltern in mir trage, weil meine Großeltern aufgrund ihrer Erfahrungen, Entscheidungen getroffen haben, die meine Eltern geprägt haben, die dann Entscheidungen mit meinen Großeltern getroffen haben, die mich geprägt haben. Und ich fand das ganz gut, dass es in dem Film nicht ganz so viel Raum einnimmt wie in dem Hörbuch, Aber in dem Hörbuch geht Harpe Kerkelin schon sehr explizit auch auf Familiengeschichten ein. Über den Großvater, der bei der KP, also in irgendeiner kommunistischen Partei war und zwölf Jahre von den Nazis in Gefangenschaft gelebt hat und im KZ Buchenwald war. Und wenn man das weiß über Menschen…, Reagiert man vielleicht oder geht auch anders miteinander um? Und ich fand es total spannend, dass er uns seine Familiengeschichte oder Karoline Link, heißt eigentlich Karolin oder Karoline? Karolin.

Christian:
[53:00] Das wird man uns hoffentlich in die Kommentare korrigieren.

Daniela:
[53:03] Ja, ein schlauer Fuchs von euch kann das mal in die Kommentare schreiben. Das, Frau Link, dass man das entschieden hat, das mit reinzunehmen und das nicht tot zu schweigen, so wie die Großväter so viel geschwiegen haben, auch in dem Film, aber das auch nicht so groß gemacht.

Christian:
[53:21] Das stimmt. Das ist ein Aspekt, der in einem Film, ich kenne das Buch nicht, also in einem Film gar nicht so deutlich wird.

Daniela:
[53:28] Ja, aber es wird auch nicht verschwiegen, dass es da vor wenigen Jahren, also 64 geboren, der Krieg ist gerade 20 Jahre her und natürlich werden seine Eltern und erst recht die Großeltern ja Erfahrungen gemacht haben.

Christian:
[53:40] Das stimmt, aber ich habe das zum Beispiel in dem Film jetzt gar nicht als, oder nicht besonders stark, du hast recht, diese Sätze fallen mit dem Großvater und so, aber ich habe diese Ebene, also für mich hat der Film diese Ebene gar nicht so weit aufgemacht. Also er macht es dann am Ende so in diesem allerletzten Schluss nochmal ein bisschen mehr. Da kommt dann ja auch der gegenwärtige echte Harpe Kerkeling vor. Da müssen wir auch noch drüber sprechen, wie das alles so funktioniert. Weil er sich da versucht in diese Familienbiografie ein bisschen mehr einzuordnen, habe ich das Gefühl oder er macht dieses Feld da so ein bisschen auf aber da sind wir schon am Ende und eigentlich ist das auch nur so eine, Abschlussnotiz irgendwie oder so eine schöne Klammer, aber ich habe einfach das Gefühl, dass dem Film da auch ein bisschen der Raum, also, weil es einfach eine kürzere Geschichte ist eine kürzere Spielzeit ist so, dass er da diesen Raum gar nicht so sehr hatte, um das so groß aufzumachen.

Daniela:
[54:45] Ja, braucht er auch nicht.

Christian:
[54:46] Wie das Hörbuch.

Daniela:
[54:47] Also mir ist es nur gerade da am Küchentisch mit der Tante aufgefallen und in dem Hörbuch erklärt er dann natürlich auch dann, was das mit dem Krieg zu tun hat. Die war verschüttet mit ihren Eltern und als man sie ausgegraben hat, war das Kind vollweise. So, und ich fand das beim Hörbuchhören jetzt nochmal total toll. Spannend klingt so komisch, aber so wichtig, dass er da auch drauf eingeht und dass der Film das dann eben nicht komplett weglässt.

Christian:
[55:15] Ja, wir haben ja dann diesen Weg zum Ende, zu dieser letzten Einstellung, dieser letzten Szene. Also vorher, wir kommen aus diesem Familiendrama langsam raus, haben eben diese Szene mit dem Jugendamt und da gewinnt der Film wieder so ein bisschen mehr an Leichtfüßigkeit. Das Ganze ist ein bisschen komödiantischer auch gemacht, weil die ja so ein bisschen dem Jugendamt… Ich glaube.

Daniela:
[55:38] Das ist mit Abstand eine der witzigsten Szenen. Oder für mich ist es, glaube ich, die witzigste Szene im ganzen Film.

Christian:
[55:43] Da so ein bisschen vorspielt. Also Oma, du darfst nicht aufstehen, damit niemand sieht, dass deine Hüfte… Opa, du musst hier den Weg dir reinpauken, damit du nicht gegen die Möbel im Flur läufst. Und ich weiß gar nicht mehr, wie war das noch? Opa sagt nix und Oma läuft nicht. Die haben alle so ihre Rolle, was sie nicht tun sollen und Oma, du kannst auf gar keinen Fall lügen. Deswegen darfst du auch nicht viel sagen und wir studieren hier quasi ein Theaterstück ein und so, auch da die Tragik, also das macht der Film dann auch wieder so toll, dass dann zwischendurch da die Szene kommt, wo alle sehr bedröppelt auf den Boden gucken, weil Hans-Peter ja auch fragt, was ist, wenn wir das hier nicht, also muss ich denn hier weg? Und die Oma sagt auch, das wollen wir nicht.

Daniela:
[56:35] Was ich jetzt gerade total spannend finde, weil der Vater von Harpe Kerkeling lebt ja zu der Zeit, bis 2018 übrigens, dass er dann so auch, wie er sein Vater dann mit Hans-Peter zu seinen Eltern fährt und sagt, könnt ihr zu uns ins Haus ziehen? Das war halt früher so, ne? Also die Väter haben gearbeitet und da war das kein Thema. So, ja, dann werde ich jetzt halt Hausmann und kümmere mich um mein Kind.

Christian:
[57:06] Was da ja auch noch hinzu kam, der Vater, der irgendwie Tischler-Schreiner ist, der irgendwie auf Montage fiel, also auch noch weg. Also nicht nur irgendwie nine to five.

Daniela:
[57:15] Ja, so ein super Tischler, der nur mit Edelhölzern oder so klang das für mich. Es muss ja nicht immer Kirschbaum sein oder Mahagoni sagt das seine Frau.

Christian:
[57:24] Ja, aber ja, und dann kommen wir so über diese Szene vom Jugendamt, wo langsam wieder Leichtigkeit in den Film dann zurückkommt, ähm, Kommen wir dann auf die Bühne, auf die Theaterbühne in der Schule. Da hatte vorher die Lehrerin gefragt, also glaube ich auch schon so nach dem Tod der Mutter, Mensch, Hans-Peter, willst du hier mitmachen beim Theaterstück? So, und dann lehnt er erstmal ab, aber wir springen dann ein bisschen später in den Film nochmal ins Klassenzimmer und er sagt, kann ich nicht doch mitmachen so jetzt? jetzt, also auch da, der Film kodiert das ja, hey, die Trauerphase ist überwunden und so. Und dann kriegt Hans-Peter so eine Nebenrolle.

Daniela:
[58:07] Die kleinste Rolle der Welt mit einem Satz.

Christian:
[58:09] Ja, genau. Sie sagt ja eigentlich auch, eigentlich ist das ein Satz, den ich aus dem Off reinsprechen wollte, aber sagt ja niemand, dass der nicht auch auf der Bühne, so. Und dann kriegt er da seine Rolle und dann haben wir diesen Moment, der in großer Komik ausartet. Ja, aber ich finde den Weg dahin.

Daniela:
[58:26] Genau, und den Weg dahin, wie er sich diese Rolle erschließt, finde ich so spannend, weil er steht dann in dem, ich glaube sogar, dass es das frühere Bütchen seiner Oma Anne ist, wo er dann drin steht. Sieht zumindest so aus, habe ich so wahrgenommen. Und dann beobachtet er den jetzigen Besitzer des Bütchens oder des Kiosk und wie er sich darüber mokiert. Ich weiß gar nicht, worüber er sich beschwert.

Christian:
[58:50] Ich weiß das auch nicht mehr.

Daniela:
[58:51] Aber er macht den dann eins zu eins auf der Bühne so nach. Und das, also ich fand das einfach schön. Das fand ich gut. Am Anfang waren so ein paar Sachen, da hatte ich so ein bisschen Schwierigkeiten mit, weil es mir dann oft so, mein, gespielte vorkam. Aber wie er dann sagt, ich mache diesen, ich muss ja, weil sie, sie proben das ja. Und er sagt seinen Satz auf und dann sagt die Lehrerin ja noch mal ein bisschen mehr Hans-Peter, mit ein bisschen mehr Elan. Und er sagt, ja, aber ich weiß doch gar nicht, Wie heißt denn der Nachbar und was macht er da? Ich verstehe den nicht. Warum regt er sich denn auf, wenn Hans Damm Fußball spielt? Und dass er das dann so über Beobachtung einfach macht. Und das dann eben so auf die Bühne mitbringt. Dann, wenn er dann spielt, dann finde ich es schon wieder, fand ich es so ein bisschen übertrieben, weil es dann so halb im Horst Schlemmer-Kostüm.

Christian:
[59:40] Genau.

Daniela:
[59:41] Kann ja auch sein, dass das damals so war, aber es wirkt halt einfach ein bisschen, das fand ich so ein bisschen drüber einfach.

Christian:
[59:48] Ja, das sind dann wieder diese Bögen von, also, sag ich ja so, dieses Biopic-Muster, was ja versucht, Fäden oft zusammenzuziehen, die vielleicht viel loser und selten so verdichtet, also da hast du ja schon wirklich das Gefühl, dass da so ein prototypischer Horst Schlemmer auf der Bühne vor dir steht. So, wo ich mir auch denke, ja, sieht auf dem Filmposter super aus, ist natürlich im Moment auch für den Trailer. Also da kommt dann irgendwie so ein Zynismus auch in mir durch, der sagt, ja, sehr stark verdichtet.

Daniela:
[1:00:24] Würde sich da ein bisschen mit dem Holzhammer.

Christian:
[1:00:25] Genau. Aber wir sind dann schon auf dem Weg nach draußen und dann macht der Film etwas, dann sind wir auch eigentlich schon durch, aber eine Sache, die mich jetzt beim zweiten Mal auch schon wieder irgendwie, ich will sagen schockiert hat, aber so rausgeworfen hat, weil auf einmal sind wir in einer Außenansicht an einer Kneipe, Bar irgendwie, die wir glaube ich auch vorher schon gesehen haben. Ich glaube, die Familie torkelte da schon irgendwie mal raus oder hat da schon irgendwie auch gefeiert. Aber wir sehen halt das Außenschild.

Daniela:
[1:00:56] Ich glaube, die Geburt von Hans-Peter hat der Vater da voll trunken. Wie man das früher, macht man das heute eigentlich auch noch? Mein Gott, diese Pinkelpartys.

Christian:
[1:01:05] Auf jeden Fall waren wir da schon mal und dann gibt es einen Schnitt und wir sind drinnen in der Kneipe. Aber auf einmal sehen wir einen Fernseher, auf dem Horst Schlemmer zu sehen ist.

Daniela:
[1:01:16] Ich muss immer lachen, wenn ich an Horst Schlemmer denke.

Christian:
[1:01:18] Ja, aber das hatte ich wieder komplett irgendwie vergessen, dass der Film halt so in die Gegenwart, aber auch aus seiner filmischen Welt heraus springt. Also das ist H.P. Kerkeling im Kostüm, Horst Schlemmer in Bühnenauftritt und dann weiß ich gar nicht mehr, wie kam denn da noch? Ich glaube, dann kommt der echte Arpe Kerkeling irgendwie auch schon aus dem Off, der glaube ich anfängt, was zu kommentieren. Und dann springen wir da auf diese Wiese, auf diese Familien-Picknick-Ausflug-Situation, wo er dann so ein bisschen ausholt und so auch nach dem Motto irgendwie und irgendwann habe ich dann auch gemerkt, dass halt so alle in mir sind. Ich bin meine Oma Enne und ich bin meine Mutter und ich bin mein Vater und dann sehen wir sie alle Ja. Also egal, ob vorher filmisch, tot oder lebendig, aber alle sind zusammen. Julius Weck auf, der junge Hans-Peter auf dem Weg durch die Felder und Wiesen vor den Toren Recklinghausens.

Daniela:
[1:02:26] Seine Mutter ist dann auch wieder dabei. Wir sehen eigentlich den ganzen Cast, aber in ihren Rollen zusammen mit dem jungen Hans-Peter über den, also zwischen so zwei Feldern auf so einem asphaltierten Weg langlaufen und dann den heutigen Hans-Peter. Harpe Körkeling, erst mal aus dem Off und irgendwann, Hans-Peter geht dann so vor und irgendwann lässt er seine Familie an sich vorbeigehen und dreht sich um und sieht dann sein älteres Ich und dann hört man noch Oma Werther sagen, wie sie sagt, komm Hans-Peter und dann dreht er sich um und geht.

Daniela:
[1:03:00] Und für mich ist das die schönste Szene in dem ganzen Film. Und ich bin total glücklich damit. Und ich weiß noch, nachdem ich den das erste Mal gesehen habe, ich kann mich selten an Filmzitate erinnern. Also ja, ich bin dein Vater, alles da, wo es Leute können, ich wissen das so. Aber ich kann mich wenig an Filmsätze erinnern. Ich bin einfach niemand, der sich das gut merkt. Aber nachdem ich das erste Mal den Film geguckt habe und ich weiß, ich kriege ihn nicht eins zu eins zustande, weil er anders ist, als ich ihn mir gemerkt habe, aber ich habe ihn mir jetzt auch nicht aufgeschrieben. Aber Hans Harpe Kerkeling sagt aus dem Off, ich bin die Richtung, in die meine Mutter mich mit dem Kinderwagen geschoben hat. Und für mich ist es einer der schönsten Filmsätze und das Versöhnlichste, was man über seine Mutter sagen kann, nachdem die ihr Kind alleingelassen hat mit neun Jahren. Und deswegen liebe ich diese Szene so. Auch diese Verbindung wieder aufzunehmen zu seiner Familie, die ja.

Daniela:
[1:03:57] Er beschäftigt sich ja auch jetzt mit über 60 noch so sehr mit seiner Familie. Jetzt das nächste Buch dann über die königliche Herkunft, die uneheliche königliche Herkunft seiner Oma. Ich finde das einfach großartig, wie er dann so seine Familie durchgeht und sagt, ich bin meine Mutter, ich bin mein Vater, ich bin meine Oma, ich bin mein Opa. Und das ist ja auch so. Und das zu erkennen und das mit so einem Wohlwollen nach all dem Tragischen, was passiert ist und nach all den Verlusten. Er hat ja, ja, seine Mutter sehr tragisch verloren, aber er hat ja auch seine Oma verloren und seine Großväter verloren und seine andere Oma verloren. Und dass man dann so dieses, ich bin aber nicht allein. Ich habe euch ja alle noch, weil ich bin ja ihr. Und das finde ich einfach so schön. Und deswegen, ich liebe diese Szene. Ich habe das jetzt auch gemerkt, als wir den geguckt haben. Und auch, wenn du sie nur erwähnst, merke ich, wie ich schon fast Tränen in den Augen habe, weil ich diese Szene einfach so toll finde. Und dann macht mich das auch, ich weiß immer, ich wusste schon beim Gucken, dass ich mich zwingen muss, ihm nicht die ganzen Herzen in Sternen bei Letterboxd zu geben, weil danach wäre der Film so ganz kometenhaft weiter oben. Aber filmisch ist er dann sehr gutes Mittelmaß, aber diese letzte Szene, die hat einfach so einen speziellen Platz in meinem Herzen.

Christian:
[1:05:16] Ja, also die ist, da passiert eine ganze Menge. Also das ist hochkomplex, also weil so viel da gleichzeitig passiert. Also filmisch, also dass da auf einmal der echte Harpe Kerkeling auftaucht, das überfordert mich schon mal. Also da weiß ich, also ich weiß noch gar nicht, was ich von all diesen, von all dieser Komplexität halten soll, weil das schon, also es ist erstmal viel und irgendwie so ein bisschen hat mich das rausgerissen, dass der echte Harpe Kerkeling da auftaucht, weil der auf einmal auch, also das will der Film ja auch, aber der pickst so von außen in diese filmische Welt rein, also da kommt dieser Fremdkörper von außen, der ja aber eigentlich dann wieder auf dieser Ebene drüber ja total dazugehört. So, das, das, das finde ich erst mal schwierig. So, dass das ein Satz ist, den halt nicht der Junge Hans-Peter sagt, sondern der echte, alte Harpe.

Daniela:
[1:06:10] Ja, aber der Junge kann das ja noch gar nicht sagen. Der weiß es ja noch nicht.

Christian:
[1:06:14] Ja, ja.

Daniela:
[1:06:14] Ich finde auch Filme spannend, dass Hans-Peter zurückguckt, der Junge.

Christian:
[1:06:19] Ja.

Daniela:
[1:06:20] Auf sein älteres Ich, obwohl er doch eigentlich für sich nach vorne guckt. Aber Harpe Kerkeling guckt nach vorne. Also Hans-Peter dreht sich um zu seinem älteren Ich und guckt zurück.

Christian:
[1:06:32] Aber der Erwachsene, der dreht sich ja glaube ich auch irgendwie um.

Daniela:
[1:06:35] Er dreht sich dann weg und geht.

Christian:
[1:06:36] Genau, also das ist alles sehr komplex. Dann ist mir aufgefallen, dass die beiden kein einziges Mal sich ein Bild teilen. Das ist überschnittgelöst, was ich dann auch wieder sehr komplex finde. Was will der Film jetzt damit sagen? Also der Fremdkörper, also H.P. Kerkeling, der Erwachsene, was dann auch stilistisch wieder interessant gelöst ist, der halt nicht Teil dieser Filmwelt dadurch ist, sondern halt überschnitt auch draußen bleibt wo ich mich dann frage, okay, hättest denn nicht das Voice-Over vielleicht auch gereicht? Also muss ich den echten Harpe sehen der den filmischen Hans-Peter, irgendwie zuguckt und so sie nicken sich nicht zu, aber sie irgendwas kommunizieren die sich da an Bestätigungen irgendwie zu also da wird eine Verbindung gemacht wo ich mir dachte, ist mir das bildlich vielleicht auch einfach zu komplex? Also reicht dieses Voice-Over mit dem Wissen, dass es der echte, Harpe Kerkeling, der echte erwachsene Harpe Kerkeling, der da gerade spricht, hätte das nicht auch schon gereicht?

Daniela:
[1:07:41] Für mich fühlt sich das gerade an, während du so sprichst, als würde der, also wenn ich jetzt Harpe sage, meine ich immer den alten und wenn ich Hans-Peter sage, meine ich den jungen. Für mich fühlt sich das so an, als würde Harpe Kerkeling sein jüngeres Ich entlassen mit dem Blick so, ich weiß, es wird alles gut. Es ist schwierig, aber es wird alles, wird auch noch schwierig, aber es wird alles gut.

Christian:
[1:08:02] Ich habe mich wirklich gefragt, also als der Film da so Fahrt aufnimmt mit diesem Horst Schlemmer auf der Bühne, das fand ich auch irgendwie sehr komplex, weil dann holt der Film wieder diese ganzen Kontexte rein, die du wissen musst. Zurück in das Szenario gesprungen, wenn ich irgendwie in England groß geworden wäre und mir kommt jetzt jemand und präsentiert mir diesen Film, dann hätte ich diesen Sprung ja gar nicht verstanden. Wer ist der Typ auf der Bühne mit der Perücke? Was hat das jetzt zu bedeuten? Wer spricht da aus dem Off zu diesem Kind? Aber das bedeutet ja nicht.

Daniela:
[1:08:36] Dass es nicht funktionieren kann. Also wie viele Filme guckt man, deren popkulturelle Verweise man nicht richtig einordnen kann, selbst wenn man denkt, man könnte es.

Christian:
[1:08:45] Klar, klar. Aber ich habe mich gefragt, wie bringt man diesen Film zu Ende?

Daniela:
[1:08:54] Genau so, wie sie es gemacht hat.

Christian:
[1:08:56] Ja, das ist eine Entscheidung. Und ich weiß halt nicht, ob ich diese Entscheidung gut finde. Also ob das für mich die Entscheidung ist oder das Ende ist, was für diesen Film, sie ist gut. Und ich verstehe das auch voll. Ich bin da auch, emotional packt mich das halt auch, weil da auch eine große Keule ausgefahren wird, diese, wie du sagst, diese Einordnung und dieses Versöhnliche, wo ich mich aber die ganze Zeit frage, ich weiß nicht, ob das einfach für mich alles so aufgeht, so, dass diese ganzen Sprünge und diese ganzen Kontexte und diese ganzen Meta-Meta-Meta-Geschichten da irgendwie passieren, ähm. Weiß ich noch nicht, vielleicht muss ich den Film noch mal gucken oder so. Ja, vielleicht ist auch Meinung an. Nicht mehr jetzt, aber es ist schon spät.

Daniela:
[1:09:45] Nee, heute nicht mehr.

Christian:
[1:09:46] Aber also da bin ich vor allen Dingen auch gespannt, ob andere Leute da vielleicht irgendwie auch was zu sagen können. Wie die mit dem Ende umgehen, wie sie es sehen, fühlen, verstehen, deuten. Das interessiert mich auch alles nochmal. Also das ist sehr poetisch gemacht, das ist sehr schön gemacht. Das ist alles nicht die Frage. Aber bei mir ist es, glaube ich, eher so dieses, innerhalb des Filmes habe ich so meine Schwierigkeiten, weil der sich von so viel da loslöst und frei macht und ich mir denke, ja, weiß ich aber nicht so genau.

Daniela:
[1:10:19] Ich akzeptiere deine Meinung.

Christian:
[1:10:22] Du akzeptierst deine Meinung oder meine Meinung?

Daniela:
[1:10:24] Nee, ich akzeptiere deine Meinung, halte aber weiterhin an meiner fest und lasse mich da auch von niemandem beirren.

Christian:
[1:10:32] Das musst du auch nicht. Das ist, glaube ich, jetzt in dem Fall Selbsttherapie für mich. Also, es hilft mir, diesen Film besser zu verstehen. Ich weiß nicht, ob ich das tatsächlich tue. Also, das Ende vor allen Dingen. Ja, aber das ist vielleicht ein guter Anlass, um auch nochmal über Hapik Herkling nochmal ein bisschen weiter zu sprechen.

Daniela:
[1:10:50] Nein, ich möchte jetzt endlich meinen Funfact zu diesem Film loswerden. Ich hole meinen Zettel.

Christian:
[1:10:54] Sehr gut, dann kann ich nochmal hier meine Kehle befeuchten, währenddurch er an einem Platt an was steht. Es ist eigentlich wieder böse.

Daniela:
[1:10:59] Dass wir hier fünf Seiten Notizen haben.

Christian:
[1:11:01] Du hast fünf Seiten Notizen.

Allgemeines Thema: Hape Kerkeling

Daniela:
[1:11:02] Nee, drei davon sind von dir. So, der Film, der Junge muss an die frische Luft, landete 2018 auf Platz drei der Kino-Jahres-Charts in Deutschland, noch vor … Warte.

Christian:
[1:11:16] Warte, oh, das wird schwer, äh, was lief denn da zu der Zeit, nee.

Daniela:
[1:11:22] Kann dir drei zur Auswahl geben.

Christian:
[1:11:23] Ich hab seit der Pandemie nicht mehr so viel … Fifty.

Daniela:
[1:11:25] Shades of Grey.

Christian:
[1:11:27] Mhm.

Daniela:
[1:11:30] Was haben wir denn noch?

Christian:
[1:11:33] Ich bin ja nur … Fifty.

Daniela:
[1:11:33] Shades of Grey, Infinity War oder Bohemian Rhapsody. Also Der Junge muss an der frischen Luft war vor einem dieser Filme.

Christian:
[1:11:43] Vor einem?

Daniela:
[1:11:45] Ja, ich hab's versaut, vor mehreren. Also einer von denen war vor noch, vor noch, vor noch, der Junge muss an der frischen Luft. Also Der Junge muss an der frischen Luft … Bohemian.

Christian:
[1:11:54] Rhapsody war davor.

Daniela:
[1:11:55] Entweder Bohemian Rhapsody, Infinity War.

Christian:
[1:11:57] Ja, Bohemian Rhapsody war davor.

Daniela:
[1:11:58] Ja, okay. Infinity War war nämlich auf Platz vier. Und dann dachte ich noch, manchmal ist man ja schräg, ach, das waren noch Zeiten, als die Marvel-Filme noch nicht so erfolgreich waren, weil ich aber, da stand Avengers Infinity War und ich dachte, ja, ja, die ersten Avengers-Filme, die hat ja keiner geguckt und beim zweiten Mal draufgucken fiel mir dann auf, dass das ja einer meiner Lieblings-Marvel-Filme ist. Also, bin mir ein bisschen geschämt. Ja, das fand ich aber interessant, dass der Junge muss an der frischen, 400.000 ist ungefähr, die da zu dann.

Christian:
[1:12:28] Also die Zuschauer zahlen jetzt nicht das Einspielergebnis, sondern die Leute, die… Nee.

Daniela:
[1:12:31] Nee, das Einspielergebnis waren drei Millionen. Also drei Millionen Leute haben den Film geguckt, etwas mehr als drei Millionen. Aber der Abstand zwischen Infinity War und Der Junge muss an die frische Luft waren knapp 400.000 Zuschauer. Ich fand das einfach nur lustig, dass so ein deutscher Film sich dann vor so einen Giganten noch setzt. Ja, also genau. Jetzt habe ich es ein bisschen versaut, ne? Eigentlich wollte ich so Trommelwirbel und so, guck mal, aber naja.

Christian:
[1:12:55] Können wir im Schnitt noch lösen alles.

Daniela:
[1:12:56] Der Film hatte das beste Startwochenende eines deutschen Films überhaupt und hat natürlich auch einen Haufen Preise gewonnen, unter anderem Luisa Heyer, die den Margret, also die Mutter von Hans-Peter spielt, einen Bambi, Charlotte Link, den Bayerischen Fernsehpreis, den New Face Award natürlich für Julius Weck auf und meine heißgeliebte Oma Berthe hat den Deutschen Schauspielpreis gewonnen. Und das war jetzt nur so die, wo ich gedacht habe, das ist vielleicht interessant, wurde auch auf verschiedenen Filmfestivals gespielt und wird auch an Schulen gezeigt. Und was ich jetzt auch noch gelesen habe, ist ab sechs Jahre, weil man entschieden hat, ja, es geht um etwas sehr Dramatisches, etwas sehr Trauriges, aber dass der Film immer wieder sehr schnell den Sprung von diesem Traurigen zu dem, etwas heiteren Film findet und dass man das Kindern durchaus zumuten kann, das zu gucken. Ich fand es eine interessante Entscheidung.

Christian:
[1:13:54] Also auch da wieder, diese Feinfühligkeit von Caroline Link, dieses Gespür, weil jetzt, wo du sagst, ich glaube, dass dieser Film, eine Begleitung für das Thema sein kann. Also die Oma, die stirbt, die Mutter, die stirbt. Macht der Film alles sehr, sehr feinfühlig. Da ist da, also das wird ernst, das wird tief, aber irgendwie, es kippt nicht. Es kippt nicht in so was Überbordendes, auch von der Stimmung her. Und ich kann mir schon vorstellen, also gerade, wie du sagst, Einsatz im Schulkontext, das ist, glaube ich, eine gute Diskussionsgrundlage, so. Das kann ich mir schon sehr gut vorstellen.

Daniela:
[1:14:38] Nachdem ich jetzt mal einen schönen Fact hier so versaut habe, kannst du zu Hans-Peter Hape...

Christian:
[1:14:43] Nee, ich dachte, wir machen das beide nochmal so ein bisschen, Weil wir irgendwie jetzt auch aus diesem, also wir kommen jetzt aus dem Kontext, wir sind jetzt, wo sind wir denn, Anfang 2025 und Ende 2024? Ich weiß schon gar nicht, ich habe keine Zeit mehr.

Daniela:
[1:14:56] Ende 2024.

Christian:
[1:14:57] Letztes Jahr war das 60. Geburtstag von H.P. Kärtling.

Daniela:
[1:15:01] Wir haben am 9. Dezember geboren, genau.

Christian:
[1:15:03] Ich hätte schon gedacht, das ist schon wieder ein Jahr her, aber das war im Dezember, alles klar. Da gab es eine große Doku in der ARD WDR, die nochmal so einen großen Rundumschlag auch zu der Karriere von Harpe Kerkeling macht, viel aus dem Archiv zeigt und dann eben auch viel Interviews und dann, was wir ja hier auch in dem Film gar nicht so sehr zu Gesicht bekommen. Das hier ist ja eher die Kindheit und ich sag mal so die, was wir gesagt haben, so der familiäre Schutzraum, der vielleicht so als, Sprungbrett ist schon zu viel gesagt, der so als dieser Kinderwagen, der in die Richtung geschoben wurde. Wir können ja metaphorisch gesehen den Kinderwagen in die Richtung schieben sehen und danach passieren dann ja die großen Sachen und irgendwie der, ich weiß gar nicht mehr, wie das war, das war doch irgendwie mit Otto Walkes, irgendwie die, Imitationsgeschichte und dann hat Otto den Harpe entdeckt und sagt, sollst da mal dranbleiben, das, also und ne, die Sprünge, die da irgendwie und der Brief an Loriot.

Daniela:
[1:16:09] Den sehen wir noch. Der schoss mir jetzt auch gerade durch den Kopf, der Brief an Loriot, wo er sich bewirbt auf eine Rolle für einen Film und dann schreibt ihm die Fernsehproduktionsfirma zurück, nee, das geht leider nicht, du bist zu jung und dann sagt die Oma Bertha und das finde ich auch so süß, wie sie sagt, ja, dann ist doch gut, dann musst du einfach nur älter werden. Ja, genau.

Christian:
[1:16:29] Und was war das denn noch? Ja, Was war das noch? Ich hatte das neulich in einem Interview noch gesehen, da erzählte er dann nämlich die Anekdote, er ist dann ja auch durch die ganzen Talkshows getingelt nochmal für diese Doku und wo er dann irgendwie, glaube ich, erzählt hat, dass das Management von Otto dann irgendwie so, als er da so ein bisschen entdeckt wurde, die haben irgendwie bei ihm angerufen, bei der Oma dann. Er war ja dann irgendwie auch schon mit 16, 17 oder so, als das so losging, so auf den ersten Bühnen und so die ersten Formate und sowas alles. Er war ja noch sehr, sehr jung und dann hat er irgendwie erzählt, dass die Oma erzählt hat, ja, der Otto hat angerufen. Ja, wie, Otto hat angerufen. Ja, fand er gut und der will irgendwie Kontakt mit dir. Ja, hast du die Nummer? Nee, die habe ich nicht aufgeschrieben. Und dann musste er irgendwie sich dahinter kleppen.

Daniela:
[1:17:13] Kommt das nicht auch in dem Film bei Kein Pardon vor, aber in irgendeinem anderen Kontext? Oder bilde ich mir das jetzt gerade ein?

Christian:
[1:17:19] Das ist bei mir 20 Jahre her, dass ich den Film gesehen habe, aber also ich wollte nur sagen, so die eigentliche Karriere beginnt ja erst danach und diese Doku, die ist halt wirklich, also die zum 60. Geburtstag, die ist ganz nett gemacht, so auch so ein bisschen Haus- und Hofberichterstattung, wie ich finde.

Daniela:
[1:17:38] Ja, ich fand das ja richtig gut, das alles nochmal zu sehen.

Christian:
[1:17:42] War es auch, aber dann hatte ich danach irgendwie nochmal gelesen und jetzt auch irgendwie in den Talkshows gesehen, Horst Schlemmer feiert seinen Comeback und in der Doku kam das alles noch ein bisschen anders rüber, dass jetzt der 60-jährige Harpe Kerkeling sagt, ich bin Privatier und wunderbar und nicht mehr in der Öffentlichkeit und jetzt kommt er aber wieder zurück in die Öffentlichkeit. Und das ist so ein bisschen auch der Bogen, den ich nochmal zum Anfang schlagen wollte, so, ich sag mal, das Medienphänomen Harpe Kerkeling, der vielleicht beginnt jetzt die nächste Epoche wieder so in diesem Werdegang von Harpe Kerkeling, so nach, ich sag mal, du hast es ja jetzt auch gesagt, mit dem Einspielergebnis von dem Kinofilm, also der, ich weiß nicht, was das richtige Wort ist, aber der Kassenschlager Harpe Kerkeling. Und das meine ich halt, dieses Buch Ich bin denn mal weg, das halt wirklich Rekorde um Rekorde gebrochen hat. Und da hatte ich auch noch mal mich so ein bisschen eingelesen, auch damals, als wir da die Doku geguckt hatten, weil das eigentlich auch noch mal so eine ganz interessante Geschichte ist. Er hatte, wenn ich das richtig verstehe, diese Reise im Sommer 2001 gemacht, also noch vor 9-11, bevor sich die Welt danach ja auch nochmal ganz krass verändert hat. Also im Sommer 2001 hat er da seinen Rucksack relativ spontan gepackt und ist einfach losgelaufen. Dann hat es, glaube ich, nochmal drei oder vier Jahre gedauert, bis das Buch überhaupt rauskam. Das hat er dann wohl irgendwie, also er hat das Ding gemacht.

Christian:
[1:19:06] Ist da gelaufen und so. Und dann hat er das, glaube ich, immer mal wieder mehr erzählt und dann kamen so die Bücherangebote. Also ich hatte das ja, weil das ja dieser Riesenerfolg war, dachte ich, der geht da hin und einen Monat später ist das Buch im Laden und zwei Monate später fließt das goldene Wasser bei Harpe Kerkeling so ungefähr. Aber das hat alles noch viel, viel länger gedauert.

Christian:
[1:19:27] Und dann, ich glaube auch, das war alles, glaube ich, noch ein bisschen zögerlicher auch mit dem Buch und so. Und dann kam das aber und war dann halt dieser Mega-Erfolg. Und dann kam dieses zweite Buch Der Junge muss an die frische Luft, was ja irgendwie auch nochmal, wie ich finde, auf eine gewisse Art ganz anders ist. Also das ist jetzt eben diese Familiengeschichte, Harpe Kerkeling, also der schmiert allen Leuten, die da dieses Buch vorher gekauft haben, ich bin denn mal weg, ein heiteres Reisebuch mit schönen Gedanken übers Leben und sich selbst, schmiert er jetzt ja echt krasses Zeug aufs Brot. Also der Suizid der Mutter und die Großmutter. Und wie du sagst, dann auch noch alles verortet in deutsche Kriegshistorie. Und das sind ja schon echt große Sachen, die er da irgendwie verhandelt, wo ich mir auch dachte, krass, dass er da jetzt nicht irgendwie alle verprellt hat, sondern dass dieses Buch sich auch extrem gut verkauft hat und dieser Film jetzt auch so extrem erfolgreich ist. Also er hat da so einen Punkt erreicht, wo ...

Christian:
[1:20:34] Er, glaube ich, machen kann, was er will, macht, was er will und die Leute auch mitgehen, wohin er will. Und das finde ich irgendwie schon krass. Also das ist ein krasser Punkt in einer Karriere, wo er ja auch irgendwie immer mal wieder so sein, also das kommt bei solchen Dokus halt auch immer schlecht immer durch, weil zum 60. Und alle sind gnädig und die ganze Welt umarmt ihn. Aber der hatte da auch, wie du sagst, Anfang der 90er Zwangsouting und der hatte auch so seine Phasen, wo nicht viel ging und wo die Leute auch gesagt haben, wer? Nee, lass mal. Und wo er angeeckt ist und wo es dann auch nicht mehr alles so lustig war.

Daniela:
[1:21:15] Der hat es nicht auch in der Doku gesagt, dass er eigentlich schon dachte, er wäre weg vom Fenster und dann kam doch nochmal irgendwas. War das hier dieses Darüber lacht die Welt? Ich weiß das gar nicht mehr.

Christian:
[1:21:25] Ich glaube auch.

Daniela:
[1:21:25] Aber ich meine, er sagt da auch, dass es so eine Phase gab, wo sich eigentlich niemand mehr für ihn interessiert hat.

Christian:
[1:21:31] Ja, und dann kommt er halt eben auch so als Buchautor zurück. Also das finde ich halt eben auch krass. Der schafft das schon auch irgendwie sich da neu und anders zu erfinden. Und ich fand es halt nur so krass, also dann in dieser Phase, eben weil das auch so omnipräsent wurde, vor allen Dingen auch Horst Schlemmer, da gab es ja auch noch diesen Film Ich kandidiere oder wie der hieß. Den habe ich auch mal geguckt.

Daniela:
[1:21:54] Ja, Ein Mann, Ein Fjord oder sowas.

Christian:
[1:21:55] Ja, das war dann auch alles nicht mehr so der Knaller.

Daniela:
[1:21:59] Nee, weil die Leute dann, glaube ich, satt waren an Horst Schlemmer und da hat er ja auch gut den Punkt dann erwischt zu sagen, ich mach jetzt mal wieder eine Pause.

Christian:
[1:22:07] Ja. Ja, und ich frag mich, was da jetzt noch kommt, also wie er jetzt auch wieder zurückkommt. Er hat schon angekündigt, dass Horst Schlemmer mit einem neuen Kinofilm wieder kommen soll und da frag ich mich halt auch so, ob das also Also ich glaube.

Daniela:
[1:22:24] Alle warten auf den neuen Horst Schlemmer-Film vielleicht.

Christian:
[1:22:29] Ja, und ich bezweifle das. Also ich weiß auch nicht, ob Horst Schlemmer als Figur noch so funktionieren kann. Ich glaube, Harpe ist schon sehr gut geeicht. Und also auch in Interviews, so sagt er selber auch, gerade weil die Zeiten sind, wie sie sind, will er ihn zurückbringen und so. Da bin ich auch mal gespannt drauf. Aber also das riecht für mich jetzt weniger nach Neuerfindung und mehr nach, So nochmal die alten Hits anknüpfen.

Daniela:
[1:23:00] Ich stelle mir gerade die Fragen, was macht eigentlich Christian Ulmen? Aber es liegt bestimmt an den Zähnen, die Horst Schlemmer trägt.

Christian:
[1:23:06] Der ist doch beim Tatort.

Daniela:
[1:23:08] Ach ja, stimmt.

Christian:
[1:23:09] Der macht doch seriöses Sonntagabend Fernsehen.

Daniela:
[1:23:11] Ach doch, die sind doch raus. Naja, wir schweifen ab. Ich habe mich jetzt gerade gefragt, was macht Christian Ulmen?

Christian:
[1:23:17] Ja, der wird wahrscheinlich das goldene Wasser trinken, was auch bei Horst, nicht Horst Schlemmer, bei Happe Kerkeling aus dem Wasser hinkommt. Ja, aber also ich bin gespannt, was da jetzt noch kommt mit Harpe Kerkeling, aber ich finde ihn interessant, ich finde ihn auch, also es ist ein spannender Werdegang, diese ständigen Neuerfindungen, diese unterschiedlichen Kapitel also du kannst es gibt bestimmt Leute da draußen, die sagen ich finde seine Bücher toll, sobald er eine Perücke aufsetzt und falsche Zähne, dann finde ich das nicht mehr so super, dann ist mir das zu albern und zu klamaukig und zu platt Und andersrum genauso. Die Leute sagen, Horst Schlemmer, dicke Plauze, alter Trenchcoat ist super. Das mit dem, ich habe noch kein einziges Buch von dem gelesen, die Bücher, das muss ich nicht.

Daniela:
[1:24:04] Das ist ja so spannend, weil Horst, ach Horst, jetzt geht das schon wieder los. Jetzt geht es los, ja. Horst Schlemmer gehört für mich zum Leben einfach mit dazu. Nee, das ist bei Habe Kerkeling tatsächlich so. Der gehört einfach zu meinem Leben mit dazu, ohne dass ich mich mit seinem Oeuvre komplett beschäftigt hätte. Also ich habe seine Bücher nicht gelesen. Ich bin dann mal weg, angefangen mal als Hörbuch, habe es dann aber nicht zu Ende gehört. Ich habe dann jetzt hier Kein Pardon, habe ich ein paar Mal geguckt. Club Las Piranhas habe ich die letzten 30 Minuten nicht mehr geguckt. Und Der Junge muss an die frische Luft, habe ich jetzt zweimal geguckt und bin dabei, das Hörbuch zu hören. Aber irgendwie ist für mich Harpe Kerkeling gehört irgendwie in mein Leben.

Daniela:
[1:24:49] Und ich glaube, dass es aber ganz viel auch damit zu tun hat, dass der auch immer in das Leben meiner Eltern beziehungsweise meiner Mutter irgendwie mit dazu gehörte und dass die in der gleichen Stadt groß geworden sind. Weiß ich nicht, ist einfach eher so dieses Ding, als das komplette Werk mir jetzt, also ich finde den einfach auch wahnsinnig lustig. Ich bin eher nicht so die, die dann die Bücher guckt, aber wenn ich den dann mit so einer roten Perücke sehe, als Paartherapeutin oder was er da alles für tolle Rollen hatte, dann, also diese Comedy-Shows, die er auch gemacht hat, wo er dann seinen Freund anruft und dann irgendwie so peinliche Telefonate an der Kuchentheke führt. Ich kann mich da einfach tot drüber lachen. Und es gibt wenige Comedians, über die ich mich wirklich, wirklich, wirklich bürmeln kann. Also Komiker. Ich finde, ja, es gibt wenige Komiker, über die ich mich kaputt lachen kann. Aber Harpe Kerkeling gehört einfach mit dazu. Der trifft so meinen Nerv. Und der wird auch nicht ohne Fehler gewesen sein, in dem, wie er Spaß über andere Leute gemacht hat. Aber ich habe ihn nie so wahrgenommen, wie jetzt andere, gerade in seinem Alter, die dann sagen, ja, jetzt darf man ja über gar nichts mehr Und müssen wir jetzt hier jedes Wort auf die Goldwaage legen und wieso kann ich jetzt keine Scherze mehr über irgendwas machen? So, ja, kann es machen, aber dann bin ich halt nicht da im Publikum. Und das habe ich bei Harpe Kerkeling nicht so wahrgenommen. Auch jetzt, wie er sich positioniert, auch gegen die AfD, das finde ich gut.

Christian:
[1:26:18] Gut, das hatte ich auch noch mal in einem Interview irgendwie gesehen, da haben sie das nämlich auch noch mal so rausgearbeitet, dass er halt jemand ist und das spürst du so durch, das ist dann glaube ich der rote Faden, der sich durch alles zieht, diese Menschlichkeit bei ihm. Also er ist ja auch einer, der sich die Perücke aufsetzt und die Leute irgendwie vorführt, wie gewisse andere, sag ich mal, Menschen im Comedy-Bereich hier in Deutschland, aber er schafft es irgendwie nicht. Auch wenn es ein Vorführen ist und auch ein bisschen menschlicher dabei zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass er auch kein Problem damit hat, selbst so in den Mittelpunkt zu stehen, dass über ihn gelacht wird. So, die Absurdität entsteht mehr, also entsteht auch stark aus ihm heraus, und dann natürlich die Reaktion auf ihn, während andere halt nur mit dem Finger auf andere zeigen in solchen Situationen und sagen, guck mal, wie scheiße bist du denn und lass mal jetzt darüber lachen. Und bei Harpe ist es eher das Muster von, guck mal, was für ein Quatsch ich hier mache. Die Nummer da mit dem Eisbecher zu Angela Merkel und so. Ja, es ist halt einfach super. Selbst diese kleineren Sachen. Ich liebe diese Nummer, wo er da im RBB-Fernsehen da irgendwie ist und sich als.

Christian:
[1:27:46] Kleingartenbesitzer da irgendwie vor dem Förster da irgendwie, der sagt, die Sau muss weg und zur Not schieße ich sie selber ab und der da so einen alteingesetzten Fernsehmoderator da irgendwie kurz vor der Rette noch in die Weißglut bringt, weil der nicht aufhört, dazwischen zu reden und mittendrin das Studio verlassen will und sich eingesperrt fühlt und das ist einfach großartig so. Der führt die Leute da auch vor, Aber es ist halt irgendwie ...

Christian:
[1:28:12] Ja, das ist so entwaffnender irgendwie und der hat ja auch so seine Dingern da gedreht, also sagt er ja auch da, diese Nummer mit Königin Beatrix, das war angedacht, dass er das Kostüm überzieht und dann fahren sie da vor den Zaun vor und werden abgewiesen und das ist ein Intro von 30 Sekunden für die Sendung und dann moderierte die Sendung an und sagt, so, das war jetzt eine Nummer, die schief gelaufen ist, mal gucken, was wir sonst nicht auf die Reihe gekriegt haben in dieser Sendung. Und stattdessen haben sie ihn da reingelassen und haben da ja eigentlich so einen riesen Sicherheits-Fuck-up verursacht, für den mit Sicherheit Leute sehr viel Ärger bekommen haben, also die Tragfähigkeit dahinter halt dann erst aufgezeigt wurde. Aber man nimmt ihnen das halt irgendwie nicht übel, weil es bleibt halt irgendwie albern und Quatsch und das ist irgendwie so, es ist charmanter, entwaffnender und so ein bisschen menschlicher eben als bei anderen. Und wenn es dann eben auch noch aus so einer gewissen Position herauskommt, auch ich finde Horst Schlemmer ist da irgendwie auch so ein Beispiel, der glaube ich von manchen auch in seiner Haltung so vereinnahmt werden könnte als Figur. Deswegen bin ich auch gespannt, wie der zurückkommt. Ob der sich auch gegen etwas positioniert in dieser Kunstfigur. Da bin ich mal sehr gespannt drauf. Aber ich ...

Daniela:
[1:29:33] Ja, was schlimmer ist ja immer so die wandelnde Grenzüberschreitung. Ich glaube, niemand darf heute noch eine Frau so ungestraft als Schätzelein bezeichnen. Und alle finden es lustig, aber sind nicht so angegriffen dabei. Und das macht halt das aus, was Harpe Kerkeling gut kann.

Christian:
[1:29:50] Ja.

Daniela:
[1:29:51] Ja.

Christian:
[1:29:52] Ja. Ja, auf jeden Fall eine spannende Persönlichkeit. Und dass der halt eben solche Bücher und solche Filme mit verursacht, ist halt spannend. Also auch da so, vielleicht ist das so das Fazit auch zu dem, was Harpe irgendwie auszeichnet. Also der Film ist so exemplarisch dafür, weil der mehr unter der Haube noch ein bisschen mehr liefert. Also auch da diese unfassbare Menschlichkeit in dem Film, die eine reine, zynisch gesehen eine reine Werbeveranstaltung für einen Entertainer sein könnte, der vielleicht schon das nächste Buch verkaufen will. Und alle wissen, dass dieses mega erfolgreiche Buch eines noch erfolgreicheren Autors zwangsläufig Leute ins Kino bringen wird. Also die, man hätte sich bei weitem nicht so viel Mühe machen müssen, um diese Zahlen, die du vorgelesen hast, irgendwie, ja, dann wären wir vielleicht noch hinter den Avengers gewesen, aber who cares?

Daniela:
[1:30:40] Also ich finde das sehr gut, dass er davor ist.

Christian:
[1:30:42] Ja, ja, ja, aber ich meine nur, der Film hätte das Geld gedruckt, egal was das für ein Film gewesen wäre. Und dann ist das aber eben noch so ein Ding, auch noch was zu erzählen und zu zeigen und zu ...

Daniela:
[1:30:55] Ich habe ja heute, wir haben ja überlegt, welche drei Filme wir in diese Umfrage mit reinnehmen und dann hatten wir ja damals ja schon geguckt, was sind so die erfolgreichsten deutschen Filme und dann habe ich heute ja geguckt, wie viele Zuschauerzahlen, wie hoch waren denn die Zahlen und dann drei Komma irgendwas Millionen und dann dachte ich, ja, aber was war, ist der denn wirklich nicht unter den Top Ten? Und dann habe ich nochmal nachgeguckt, so ein Keinohrhase hat irgendwie 6,2 Millionen und dann so ein, der auf Platz eins der Schuh des Manitou und dann kommen da nur solche Sachen und dann dachte ich, ja, okay, irgendwelche Liebesfilme, frühere 70er Jahre über Fortpflanzung, so ein kleines Sexfilmchen, irgendwas schon wieder vergessen, wie der hieß, wo ich denke, was sind das denn, Honig im Kopf, also nur solche Sachen. Da dachte ich, ja, okay, gut, dann ist mit drei Millionen wohl nichts zu reißen, du brauchst schon sechs, naja, okay.

Christian:
[1:31:50] Aber da musst du dann halt auch wieder die Trends und die Zeiten und in den 80ern bist du, also hast du mehr Leute ins Kino bringen können als im Jahr 2018.

Daniela:
[1:31:59] Ja, aber wahrscheinlich ist sogar noch ein dritter Till Schweiger Film, Coco W. Oder so, ist bestimmt auch noch mit dabei oder so, keine Ahnung, der hat die Leute halt damals ins Kino gezogen. Ich fand es einfach interessant, das jetzt heute noch mal zu sehen. Wo hatte denn, vielleicht kannst du uns noch die Info geben, bevor wir es vergessen, an welchem Ort hatte denn der Film Premiere, Christian?

Christian:
[1:32:17] Ach, das willst du jetzt auch noch jobben? Ich hatte das hier schon längst. Der war in Essen in der Lichtburg. Liebe Grüße an Menschen, die zu der Zeit in der Lichtburg gearbeitet haben.

Daniela:
[1:32:28] Genau, im Ruhrgebiet, ja.

Christian:
[1:32:31] Ja, und der Film ist, glaube ich, kein einziges Mal in Recklinghausen gedreht worden.

Daniela:
[1:32:36] Genau, es gibt keine Szene, die in Recklinghausen gedreht worden ist.

Christian:
[1:32:39] Also der spielt ganz viel da und ich glaube irgendwie in, boah, was hatte ich gesehen, irgendwie in Gelsenkirchen, glaube ich.

Daniela:
[1:32:45] Gelsenkirchen in Essen, die Kneipe, die sie da zeigen, das ist in Essen, Gelsenkirchen, ich glaube in Bochum. Es gab aber auch noch Drehorte in Berlin und in Bayern natürlich, weil die da den Wanderurlaub machen.

Christian:
[1:33:00] Genau, genau. Also schon im Ruhrgebiet, da war man auch sehr stolz drauf, aber man hat halt auch gesagt, ja. Das Recklinghausen der 70er ist nicht mehr das Recklinghausen der 2010er.

Daniela:
[1:33:12] Also für mich sieht Recklinghausen ja immer gleich aus, aber ich kenne auch genau drei Straßen, vielleicht jetzt sieben.

Christian:
[1:33:20] Ja, aber das ist doch dann, ja, der Junge muss in die frische Luft.

Daniela:
[1:33:25] Das war der Junge, muss eigentlich frische Luft. Sind wir jetzt fertig?

Christian:
[1:33:28] Ja.

Daniela:
[1:33:28] Ah, gut.

Christian:
[1:33:29] Also wir könnten noch und ich glaube, wir werden auch noch, aber jetzt an dieser Stelle sind wir, glaube ich, erst mal fertig.

Daniela:
[1:33:35] Okay.

Nächste Sendung: Der Soldat James Ryan

Christian:
[1:33:36] Was das angeht. Dann bleibt mir nur noch zu sagen, was wir in der nächsten Sendung besprechen werden.

Daniela:
[1:33:40] Jetzt wird es hart. Ich weiß es ja schon.

Christian:
[1:33:42] Kompletter Spurwechsel, kompletter andere Gangart. Wir sprechen über der Soldat James Ryan mit dem wunderbaren David zu Gast.

Daniela:
[1:33:51] Ach so, ich dachte, du sagst jetzt mit dem wunderbaren Tom Hanks.

Christian:
[1:33:54] Der hat es leider nicht wie war das immer bei der muss ja noch seinen Flieger kriegen deswegen hat er es nicht in Los Angeles deswegen wird er es nicht geschafft haben werden aber der David ist mit dabei, wir werden über den Film sprechen wir versuchen das Ganze auch in den Jahrestag des Kriegsendes einzuordnen am 8. Mai ist Kriegsende in Europa Befreiung vom Nationalsozialismus wird da gefeiert. Da geht die Diskussion, finde ich, schon los.

Daniela:
[1:34:31] Ja, die schaden wir aber nicht jetzt. Also ich nicht.

Christian:
[1:34:33] Der Soldat James Ryan ist auf jeden Fall Thema. Ich glaube, das passt auch ganz gut zu diesem Anlass und den werden wir dann dort besprechen.

Abmoderation

Christian:
[1:34:43] Tja, dann bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen, dass ihr diesen Podcast hier nicht nur hören, sondern auch abonnieren könnt, egal wo und wie ihr ihn gerade hört. Es gibt mit Sicherheit irgendwo dort einen Knopf, der heißt Abonnieren, kostenfrei in Podcast-Apps bei YouTube, bei Spotify, was immer ihr da benutzt. Außer ihr habt das jetzt auf Kassette übertragen und hört das auf eurem Hi-Fi.

Daniela:
[1:35:08] Auf der schwarz gebrannten Kassette.

Christian:
[1:35:09] Ja, also Method Podcasting gibt es ja, vielleicht gibt es auch Method Podcast Listening, wenn ihr euch in die 70er Jahre von Recklinghausen zurückversetzt, dann.

Daniela:
[1:35:19] Schallplatte.

Christian:
[1:35:20] Ja, Schallplatte wahrscheinlich, ne, ja. Dann vielleicht nicht abonnieren, aber dann könnt ihr ja einfach das Smartphone zücken und dann trotzdem nochmal abonnieren. Ihr könnt auch den Podcast natürlich auf allen möglichen Plattformen folgen, ganz besonders bei Most oder No Blue Sky, finde ich das schön, wenn ihr das mal tun würdet. Also klickt euch da gerne mal durch die Links. Die findet ihr in den Shownotes in eurer Podcast-App oder auf secondunit-podcast.de. Da findet ihr eh alles. Da findet ihr einen Kommentarbereich, da könnt ihr gerne Feedback auch zu dem Film und auch zum Ende des Filmes und auch zu HP Kerkling da lassen. Das würde uns natürlich auch sehr, sehr freuen. und wenn ihr schon da seid, klickt euch mal durch, abonniert das Ganze auch noch zusätzlich und mit Geld bei Steady. Dann bleiben hier auch die Lichter für die nächsten 40 Jahre an. Das fände ich auch ganz hervorragend und ihr bekommt auch ein paar Goodies dafür. Gut.

Outro

Christian:
[1:36:12] Ich hole tief Luft, verliere meine Stimme und sage vielen Dank für dieses Gespräch.

Daniela:
[1:36:18] Ja, vielen Dank für die Einladung. Bis bald.

Christian:
[1:36:21] Bis dahin. Tschüss.