Second Unit #05 (Captain America)

Diese Woche geht es kontrovers zur Sache. Tamino findet Captain America: The First Avenger nämlich ziemlich mies, während ich ganz gut unterhalten wurde.

Gleich zu Beginn der Sendung sprechen wir das hübsche neue Design hier an. Das Logo ist leider noch nicht soweit, doch wir bedanken uns trotzdem schon bei PlayStar für seine Mühen.

Als Verköstigung gibt es diese Woche Dr. Pepper, die mich immer an diese Szene aus Forrest Gump erinnert. Als kleiner Hinweis sei auch vor Spoilern gewarnt, wobei wir höchstens auf Details eingehen. Gegen Ende der Diskussion wird es dann ein wenig kontrovers, als Vergleich bedienen wir uns dieser großartigen Szene aus Men in Black.

Nächste Woche wollen wir Dirty Harry gucken, zu dem es hier bei uns an der Uni eine kleine Vorlesung geben wird, die wir hoffentlich produktiv mit in die Diskussion einbauen können.

[Teaser-Bild: cc by DuckBrown]

[Download | Länge: 1:00:05 | Größe: 27,7 MB]

[audio:http://secondunit-podcast.de/Podcast/05_Second_Unit_Captain_America.mp3]

10 Kommentare

  1. Sehr interessante Podcasts, sehr schöne HP, auch, wenn noch nicht alles funktioniert und der Hintergrund ziemlich stiril und öde ist. Das Proletariat fordern mehr Farben!!

    1. Vielen Dank! Die Website ist momentan noch eine Operation am offenen
      Herzen und wird es wohl auch in Detailfragen noch ein wenig bleiben. Die
      Forderungen nach mehr Farben muss das Proletariat aber wohl auf die
      Straße tragen. Uns gefällt es nämlich schlicht ;-) 

  2. Vielen Dank! Die Website ist momentan noch eine Operation am offenen Herzen und wird es wohl auch in Detailfragen noch ein wenig bleiben. Die Forderungen nach mehr Farben muss das Proletariat aber wohl auf die Straße tragen. Uns gefällt es nämlich schlicht ;-)

  3. America – the brave and bald. Ich sehe den Film aus anderen Gründen kritisch als Tamino das tut, was ich ihm hiermit vorwerfe. So. Wo soll ich anfangen?

    Wenn man dieser Blockbuster-Comic-dreistellige-Millionenbudget-Verfilmungen nicht ganz und gar überdrüssig ist, dann kann man dem hier besprochenen Film zugestehen, dass er wenigstens genau das ist. Insofern: Punkt für Christian. Dass Tamino an so vielen Stellen mäkelt, die eigentlich typisch für diese Art von Filmen sind, veranlasste mich zu dem hinfälligen Schritt, die von Tamino kritisierten Punkte zu entkräften. Weil der Film (wie so viele Comicverfilmungen) an allem möglichen mangelt – aber nicht an einem holzschnittartigen Superhelden, wie es sich verdammt nochmal gehört. Der Reihe nach:

    A) Der Charakter von Captain America (CA) – Wir bekommen in mindestens drei Szenen gezeigt, welche Persönlichkeit CA beseelt, bevor er CA wird.

    1. Szene, die Schlägerei im Hinterhof. CA ist da noch schmächtig, im Prinzip der Willkür des Stärkeren, der ihn berauben(?) will und wird
    (wenn nicht Bucky hilft), ausgeliefert. Aber, es zeigt sich wie einerseits furchtlos, andererseits unnachgiebig, niemals aufsteckend,
    beinahe stur CA ist. Man könnte das auch als Optimismus deuten.

    2.Szene,der Flaggenmast. Nach einem für CA verheerenden, entkräftenden Marsch, der klar macht: der Junge hat diesen “Special-Forces-Typen” nichts entgegenzusetzen. Er wird zerrieben im Drill. Gleichzeitig – und Christian brachte hier richtigerweise den Terminus
    out-of-the-box-thinking ins Spiel – ist er der einzige, der sich seines Gripses bedienen muss. Er wählt die für ihn beste Strategie, die darüber hinaus der der anderen überlegen ist, weil ihnen diese Perspektive verborgen bleibt. Die Lösung liegt nicht im Klettern (dies wird ja implizit empfohlen) mit nach oben gerichteten Blick(!), sondern im Erfassen der Situation und dem aufmerksamen Blick nach unten, wo sich der Splint befindet, den es zu entfernen gilt.

    3. Szene, die Granate. Auch hier wieder Drill, CA ist erbärmlich. Eine Granate fällt, alle suchen Deckung, schützen sich, um im Spiel zu bleiben, weil es nichts nützt ein toter Soldat zu sein, außer CA. Er tut instinktiv etwas, das man als Opferung abtun kann – Menschenleben zu retten, auch wenn seines dabei erlischt. Das ist der Preis. Er ist bereit sich zu opfern, für den Preis letztlich die amerikanischen Werte zu verteidigen oder Menschen, die bloß um ihn herumstehen. Er will das Gute beschützen,
    nicht weil man es ihm befiehlt oder weil es ihm Ruhm einbringt sondern weil er daran glaubt.

    Der verantwortliche Arzt empfiehlt dem Militär daraufhin, diesen jungen Mann auszuwählen, weil er sich als Übermensch, der er wird, die Frage stellen wird: Wenn ich der Übermensch bin, warum soll ich den Menschen dienen, wenn ich sie doch auch beherrschen kann. Er, der schwach war, wird nicht vergessen, was der Unterschied zwischen Macht und Ohnmacht ist. Deshalb ist er der richtige Kandidat.

    Außerdem ist er noch furchtbar patriotisch, idealistisch usw. usf. Stereotypisch, holzschnittartig, aber dennoch:
    Die Charakterzeichnung ist eindeutig zu erkennen. Hier kann ich Tamino in seiner Kritik nicht verstehen. Ähnlich wie Christian. Chris Evans spielt den Charakter glaubhaft, auch ohne markantes Kinn.

    B) Das Gute und das Böse – Kapitalismus vs. Kommunismus. Wie blödsinnig und eindimensional der Bösewicht sowie der Gute auch sein mögen – konnte oder wollte Tamino nicht erkennen, dass CA für die verklärten amerikanisch-freiheitlich-kapitalistischen Werte steht und Red Skull für die kommunistisch-totalitären? Red Skull “arbeitet” zwar für die Nazis, findet Hitler und das alles aber blöd und will stattdessen, sobald er im Besitz der ultimativen Waffe ist, seine eigenen Weltherrschaftspläne verwirklichen.

    Man erinnere sich nur, wann der Original-Comic entstanden ist. Die Gefahr, die Amerika (der Westen) sah, war nicht der Nationalsozialismus, sondern der Kommunismus (Stalin), der sich Bann brächte, wenn erstmal die Nazis beiseite geräumt wären. “Ein
    Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus” sind die einleitenden Worte des kommunistischen Manifests, die darauf hinweisen wie spukhaft diese Anschauung wahrgenommen wurde, besonders bei den Besitzenden, die zu verlieren hatten, damals wie heute.

    Die McCarthy-Ära und der Kalte Krieg folgte und wie man noch heute zum linksdenken oder gar Russland (mittlerweile zwar auch kapitalistsich, aber egal Hauptsache das Feindbild hängt, da hat der Tag Struktur) in Amerika steht, lässt sich indirekt in diesem Film sehen. RED Skull. Böse. Captain Amerika. Gut.

    Apropos, dass der Superheld einen militärischen Rang bekleidet, habt ihr nicht thematisiert. Auch hier ließen sich Motive ableiten. Dass er zunächst als Propagandainstrument dient (erfolgreich als geistiger Mobilmacher im Inland und schließlich erfolglos als Mutmacher an der Front) bevor er als Befehlsverweigerer zum Kriegshelden emporsteigt, habt ihr angeschnitten. Ebenfalls ein ausbaubarer Aspekt.

    Ich will hier schließen. Der Film ist ein Superheldenfilm, der Amerika verherrlicht, dabei beinahe eklig patriotisch ist, Schwarz-Weiß malt, und damit so entlarvt, dass er fast schon wieder Spaß macht und man ihm Ironie unterstellen könnte. So wie Steven Colbert.

    Wenn meine Replik hinfällig ist, dann war eure Besprechung notwendig. Weitermachen bitte.

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