Second Unit #31 (Seven)

Diese Woche frohlockt besonders Tamino. Denn mit Seven (Amazon) schauen wir einen seiner absoluten Lieblingsfilme!

Zu Beginn der Sendung haben wir wie so oft einiges abzuarbeiten. Wir bedanken uns in erster Linie mal wieder, und zwar bei unseren großzügigen Flattr-Spendern. Außerdem haben wir ein tolles neues Intro von AbstractCrystalAlien für unsere Sondersendungen bekommen. Vielen herzlichen Dank dafür!

Wir erwähnen sonst ja keine News oder Gerüchte aus Hollywood, doch dass Star Wars nun zu Disney gehört, hat uns dann doch etwas umgehauen. Deshalb ordnen wir diese unglaubliche Erschütterung in der Macht kurz und knapp ein.

Natürlich besprechen wir auch kurz die Frage der Woche zur letzten Sendung. Wir haben einige schöne Kommentare bekommen und gehen kurz auf einige ein. Leider haben wir im Eifer des Gefechts ganz vergessen, dass wir ja die Vorauswahl zum nächsten Hörervorschlag bekannt geben wollten. Deshalb reichen wir das in der nächsten Sendung nach.

Das Getränk der Woche liefert ebenfalls Tamino. Er hat sich für ein Obstwasser entschieden, was ich persönlich vorher gar nicht kannte.

Wir nähern uns dem Film (wie immer) über die Besetzung und die Verantwortlichen. David Fincher hat das Drehbuch von Andrew Kevin Walker verfilmt. In den Hauptrollen spielen Brad Pitt, Morgan Freeman und Gwyneth Paltrow. Die restliche Besetzung verschweigen wir an dieser Stelle, im Podcast selbst spoilern wir aber was das Zeug hält!

Die Abschlussdiskussion und die Frage der Woche gehen auf den Unterschied zwischen Form und Inhalt ein. Wir haben nämlich festgestellt, dass wir zwar oftmals die gleichen Filme mögen, aber in erster Linie aus ganz unterschiedlichen Gründen. Tamino scheint eher auf die Form zu achten und ich eher auf den Inhalt. Deshalb fragen wir euch in dieser Ausgabe: Was fasziniert und interessiert euch zuerst an einem Film: Die Geschichte (das Drehbuch) oder die Umsetzung (die Inszenierung)? Oder meint ihr vielleicht, man könne beides unabhängig voneinander gar nicht sinnvoll bewerten? Habt ihr euch dazu überhaupt schon einmal Gedanken gemacht? Lasst es uns wissen!

Im Zuge dieser Diskussion erwähne ich kurz den Podcast Scriptnotes, den ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich empfehle!

Nächste Woche sitzen wir dann auch endlich wieder im Kino und schauen uns als krönenden Abschluss zu unserem James Bond Special Skyfall (Amazon) an.

[audio:http://secondunit-podcast.de/Podcast/31_Second_Unit_Seven.mp3]

[Download | Länge: 1:11:21 | Größe: 32,8 MB| @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: cc by P.O. Arnäss]

19 Kommentare

  1. Morgan Freeman hat insgesamt 5 Oscarnominierungen bekommen und einmal davon gewonnen, für Million Dollar Baby.
    Ein wirklich super Darsteller.

      1. Ne das stimmt nicht ganz. Er hat zwar den Oscar in diesem Fall für den besten Nebendarsteller gewonnen, war aber insgesamt 3 mal als bester Hauptdarsteller nominiert. Für “Miss Daisy und ihr Chauffeur”, “Die Verurteilten” und “Invictus”. Insgesamt blickt er schon auf eine ziemlich glanzvolle Karriere zurück, aber er hätte echt noch mehr Hauptrollen verdient gehabt.

  2. Euretwegen schaue ich mir jetzt nochmal Se7en an. Ich berichte zurück, falls ich tatsächlich was zu Meckern finde.

  3. Zur Frage der Woche (auch wenn die Woche natürlich schon ein halbes Jahr her ist, aber ich höre aktuell eure Episoden zu Filmen die ich selber kenne):

    Mich kriegt ein Film auch eindeutig über die Inszenierung und die steht bei mir ein gutes Stück über dem was passiert. Ich liebe es auch mir großartige Fotos anzusehen und Filme, die diese optische Ebene ja noch um die Audioebene erweitern, sind da quasi die Deluxe-Version. Deswegen sind auch Regisseure wie Fincher, Nolan, Aronofsky oder Gilliam bei mir ganz hoch angesiedelt. Weil es handwerklich, optisch und inszenatorisch immer brilliant ist. Das kann bei mir sogar so weit gehen, dass ich für den Plot nur noch marginal Interesse zeige (anders hier bei SEVEN, da ist Geschichte UND Inszenierung meisterhaft). Stark finde ich es, wenn Regisseure so überzeugend in Szene setzen, dass obwohl kaum etwas passiert, bereits die audiovisuelle Umsetzung eine intensive Stimmung vermittelt (z.B. Alexander Payne, oder Jim Jarmusch auch wenn das bei denen meist die Selbe Stimmung, nämlich Melancholie ist).

    Wenn ein Plot allerdings zu dünn / idiotisch ist, kann auch kein schickes Gewandt mehr etwas retten (Beispiel: HAYWIRE).

    1. Da sprichst du mir genau aus der Seele. Schade dass hier damals zu dem Thema nur so spärlich diskutiert wurde, ich hätte da gerne noch mehr Meinungen zu gelesen.

  4. So erstmal allgemein ein großes Danke an euren Podcast!! Ich höre euch gerne zu!
    Zu kritisiren habe ich allerdings, dass ihr mal gerne in so einen Flow kommt, wo ihr fast nur noch Negativpunkte eines Filmes aufzählt. Dies passiert euch manchmal selbst dann, wenn ihr den Film garnicht schlecht findet. So habt ihr es schon geschaft, mir einen Film etwas madig zu reden^^. Bei “Sieben” verhält es sich jedoch komplett anders und behauptet, dass dieser markellos sei. Das will ich gerade aus dem Hintergrund, dass manche meiner Lieblingsfilme wegen euch nun einige Kratzer haben nicht so stehen lassen ;-)!

    1. Als Tracy Mills ihr Herz gegenüber Somerset ausschüttet und über sehr Persönliches mit ihm spricht, finde ich nicht authentisch. Sie trifft ihn einmal bei sich zu Hause und dann vereinbart sie mit ihm ein Treffen, um über ihre Probleme zu sprechen. Da fände ich es viel naheligender, wenn sie mit einer guten Freundin oder ihrer Mutter oder so darüber gesprochen hätte. Zwar gibt es im Leben solche Personen, zu denen man sehr schnell Vertrauen aufbaut, dennoch fande ich es hier im Film befremdlich und nicht glaubwürdig.

    2. Seltsam war, wie David Mills Somerset erstmals begegnete. Er trifft seinen Nachfolger nicht irgendwie im Presidium, nein, sondern erstmals am Tatort. Sie stellen sich auch nicht auf “normale” Art vor, sondern zicken sich richtig klischeehaft an. In wie vielen Filmen habe ich das unter Polizeipartnern schon so gesehen?!

    3. John Doe plante ja die Ermittler von einem Hinweis zum anderen zu lenken. Dass er fest davon ausging, dass eine gemalte Brille auf dem Foto der Frau den Ermittlern sagt, sie sollen die Frau fragen, was sie auf den Foto sieht, finde ich weit hergeholt. Auch das mit den Teilchen im Magen, dass ein Hinweis auf den Zettel hinterm Kühlschrank sein soll, da der Boden zerschrammt ist, fande ich seltsam.

    4. Kurz vor dem Schluss bei 1:55:15 (die Version, die ich schaue dauert insgesamt 2:01:35) sieht man für den Bruchteil einer Sekunde ein Bild eingeblendet. Ist das Tracy Mills? Das ist in der Szene, in der David Mills hin und hergerissen ist, was er tun soll.

    5.Hat Somerset Mills bei der Verfolgungsjagd absichtlich nicht getroffen? Aber er hätte ihn ja auch leicht treffen können, so hunderprozentig genau, kann er in dieser Situation nicht daneben zielen und warum ist er nicht einfach weggerannt, sondern hat extra gewartet?

    Beste Grüße

    1. zu 3.
      Ich meinte, dass die Ermittler die Frau fragten, was sie auf den Fotos des Tatorts sieht, nicht auf dem Foto ihres Portraits.

    2. Danke für das Lob! Ja, das ist manchmal viel leichter über negative Dinge zu sprechen. Macht auch manchmal mehr Spaß ;-P

      Zu den anderen Punkten: Ich sage Tamino mal Bescheid ;-)

    3. Danke für die ausführliche Antwort. Ich gebe dir mal kurz meinen Standpunkt zu den einzelnen Punkten.

      1. Ja, sie kennt ihn erst sehr kurz, allerdings ist es im Leben wie du ja auch sagst manchmal so, dass man schnell zu jemandem Vertrauen aufbaut. Außerdem sagt sie, dass sie mit jemandem sprechen will, der schon lange in dieser für sie fremden Stadt lebt und diese sehr gut kennt. Daher macht es absolut Sinn, dass sie sich an Sommerset wendet. Ist für mich nicht im Mindesten unglaubwürdig und finde ich definitiv besser, als wenn sie dieses Gespräch mit irgendeiner Freundin von außerhalb geführt hätte.

      2. Keine Ahnung wie die Polizeiarbeit in den USA so aussieht, aber selbst wenn das ungewöhnlich ist, seinen Partner erst am Tatort zu treffen, verstehe ich das Problem, das du mit dieser Szene hast, hier nicht so recht. Ist halt ein etwas spannenderes erstes Treffen als in irgendeinem Büro und wirft uns direkt ins Geschehen. Ich kenne nicht allzu viele andere “Polizeifilme”, daher kam mir das hier auch nicht klischeehaft vor.

      3. Darüber habe ich früher auch nachgedacht und es stimmt, dass diese Art des Hinweisehinterlassens auf den ersten Blick recht riskant wirkt. Allerdings ist es sicher, dass der Magen und die Wohnung des Opfers genau untersucht werden und daher äußerst wahrscheinlich auch der Zettel gefunden wird. Was das Bild der Frau angeht, denke ich schon, dass ein kluger Ermittler hier den richtigen Schluss ziehen kann, auch wenn da wohl nicht jeder x-beliebige Polizist drauf kommen würde. Allerdings denke ich, dass John Doe eben keinen x-beliebigen Gegenspieler haben möchte, sondern einen ihm in gewisser Weise ebenbürtigen, was beide Vorgehensweisen sinnvoll erklärt.

      4. Kann ich mich nicht bewusst daran erinnern, würde aber Sinn machen, wenn es seine Frau wäre, mit deren Bild ihm der Verlust noch einmal endgültig bewusst wird und ihn dann zum Abdrücken bewegt.

      5. Du meinst vermutlich Doe und Mills? Ich denke, dass Doe sich hier einfach nur bestmöglich verteidigen und dann entkommen wollte. Erst als er am Ende die Überhand über Mills behält, entscheidet er sich, ihn zu verschonen. Es wird nie genau gesagt, ab wann Doe Mills als sein letztes Opfer ausersehen hat und daher könnte er sich auch erst nach der Verfolgungsjagd dazu entschieden haben.

      PS: Welche deiner Lieblingsfilme haben wir denn angekratzt? :-)

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