| Artist: | Second Unit Studios |
| Album: | TV Unit |
| Year: | 2025 |
| URL: | http://secondunit-podcast.de/ |
| 0:00 | Begrüßung |
| 1:31 | Prämisse der Serie |
| 9:11 | Cast & Crew |
| 17:30 | Die Figuren |
| 23:47 | Die Folgen |
| 1:12:42 | Verabschiedung |
Christian:
Ja, dann würde ich auch sagen, gehen wir los, sind wir drin.
Becci:
Gehen wir rein.
Christian:
Starten wir. Hallo Becci.
Becci:
Hallöchen.
Christian:
Und herzlich willkommen, ich habe es ja schon im Vorgespräch erwähnt, das ist jetzt offiziell die, naja, eigentlich schon zweite Ausgabe der TV-Unit. Es häuft sich, über Serien zu sprechen, deswegen habe ich mir gedacht, machen wir jetzt einfach auch mal einen eigenen Deckel drüber, warum auch nicht.
Becci:
Das unterstütze ich natürlich als Teil eines Film- und Serien-Podcasts.
Christian:
Ja, hier wird noch sauber getrennt, aber vielleicht können wir da zwischen den Diskussionen, zwischen den Punkten auch nochmal drauf zu sprechen, weil Serien gucken ist manchmal auch ein bisschen tricky bei mir. Aber ich habe das getan. Ich habe mal wieder eine Serie, ja nicht nur geguckt, sondern ich habe mich sehr schnell, sehr heftig in diese Serie verliebt und dachte mir, ich will darüber sprechen. Und dann dachte ich mir, machen wir beide das mal, weil ich glaube, bei dir ging es ähnlich, oder?
Becci:
Ja, doch. Also das hat mir sehr großen Spaß gemacht. Man hatte erst so die Werbung gesehen bei Apple TV und irgendwie hat es einen gleich angesprochen. Also nicht auf jeden Fall, weil ich glaube, wenn man irgendwie ein Herz für Filme hat und sich ein bisschen mit der Filmindustrie beschäftigt, dann ist das Plot-mäßig schon mal was, was einem irgendwie gefällt. Und dann sind da ja auch noch lauter tolle Leute dabei und dann geht es auch wirklich sehr besonders los. Also kann man gut machen.
Christian:
Lass uns da sehr gerne mal direkt reinspringen. Vielleicht kannst du ja mal die Prämisse oder den Plot oder so die erste Folge so ein bisschen beschreiben von der Serie The Studio, die wir jetzt besprechen.
Becci:
Genau, The Studio, das namensgebende Studio sozusagen, ist ein Filmstudio in Hollywood, das, ja wie soll ich sagen, vor allem sich dem verschrieben hat, große Blockbuster zu produzieren, aus denen man mit möglichst wenig Einspielen von Kapazitäten möglichst viel Geld rausholen kann. Das war wohl mal anders, das war wohl auch mal ein großes historisches Filmstudio. Und am Beginn der ersten Folge wird die Chefin des Studios abgesetzt. Und jetzt entbrennt ein kleiner Streit zwischen quasi ihren beiden Vizes vorher, nämlich Matt Ramek, gespielt von Seth Rogen, und Sarah Saberstein, gespielt von Ike Barnholz.
Becci:
Darüber, wer der Nachfolger wird. Und ziemlich schnell wird klar, es wird Matt. Und genau, Matt führt dafür verschiedenste Gespräche und kriegt am Ende diesen Job und wird ab da die ganze Zeit so ein bisschen zerrissen sein, dazwischen, dass sein Herz eigentlich für feine Kunstfilme schlägt. Und er aber ja jetzt Chef dieses Studios ist, was eigentlich große Blockbuster produzieren will. Und wir werden ihn in dieser Zerrissenheit dabei erleben, wie er ganz schön viel Quatsch macht und trotzdem zwischendurch der ein oder andere Film dabei rauskommt, der ja auch teilweise absurder nicht klingen könnte. Und da das Ganze ja in Hollywood spielt, laufen uns auch die ein oder anderen Menschen über den Weg, die wir kennen könnten, wenn wir uns mit Hollywood ein bisschen auseinandersetzen. Sehr viele Cameos, sehr viele Leute, die sich selbst spielen und sich dabei auch ganz hervorragend, witzig, alle selbst auf die Schippe nehmen.
Christian:
Ja, ich musste gerade bei deiner Beschreibung auch noch mal an Oppenheimer denken. I have become death, the destroyer of movies. So ähnlich hat nämlich unser Matt Ramek ja auch seinen Heureka-Moment, als er dann endlich da angekommen ist, wo er immer hinwollte in diesem Chefsessel, um zu merken, ich glaube, er sagt das ja irgendwie auch so, oh mein Gott, mein Job ist es jetzt Filme zu zerstören, weil er eben jetzt so auf dieser kommerziellen Schiene da unterwegs ist.
Becci:
Ja, ja.
Christian:
Genau, das wollen wir ein bisschen entpacken. Natürlich eine super Empfehlung. Also, haben wir ja schon gesagt, unsere Liebe wird sich jetzt in dieser nächsten Stunde hier entfalten. Wer noch nichts von der Serie gesehen oder gehört hat, aber aufgrund dieser Prämisse schon interessiert ist und auch, sag ich mal, so ein Podcast wie die Second Unit hört, wird diese Serie, glaube ich, automatisch lieben. Deswegen eine vorsichtige Spoilerwarnung, weil wir auch die Folgen auseinander nehmen, aber das Ganze ist jetzt kein sag ich mal wahnsinnig plotgetriebenes Ding, sondern lebt aus den Momenten lebt aus diesen auch wirklich absurden Prämissen und da wollte ich nämlich gleich einhaken weil bei mir war es nämlich so ich hab die erste Folge gesehen also genauso wie du, viel so von außen gehört, oh und der Bass, wurde immer größer um die Serie hab in die erste Folge reingeguckt Und die, glaube ich, auch noch relativ lang ist. Ich glaube, so fast eine Dreiviertelstunde oder so.
Becci:
Im Vergleich auf jeden Fall länger.
Christian:
Der Rest eher so 30 Minuten.
Becci:
Ja.
Christian:
Und konnte diese Tonalität noch nicht so ganz fassen. In der ersten Folge habe ich schon gemerkt, okay, Seth Rogen steht ja auch für etwas und für eine Art von Humor. Und habe schon gemerkt, ja, das ist auch absurd, lustig, hat aber auch so ein paar, ich sage mal, wahrere, bittere Wahrheiten da drin.
Becci:
Unbedingt.
Christian:
Und gerade in der ersten Folge, wo dann so ein bisschen dieser Wettkampf mit seinem besten Kumpel Saul auseinander bricht, so hey, wer übernimmt jetzt diesen Posten? Und ich habe die erste Folge gesehen und dachte mir, hm, okay, nett, aber was ich jetzt auf gar keinen Fall haben könnte, wäre so eine, ich sag mal, klassische HBO, ich hab's nicht gesehen, aber so wie ich mir Succession vorstellt, diese ständige Intrigen und er muss um seinen Posten kämpfen, weil sein bester Kumpel und man gesteht sich die Feindschaft aber nicht ein und ständig wird integriert und eigentlich geht es nur darum, ihn aus diesem Sessel wieder rauszuholen und er muss jetzt irgendwie so diese großen Intrigen, die dann über Staffeln und Folgen sich aufbauen und Jahre hinweg und so. Und deswegen war ich dann nach der ersten Folge erstmal bisschen abgeturnt und dachte mir, okay, ja, mal gucken. So, und dann aus der Lust heraus dann irgendwie die Zweitfolge gesehen und nach der zweiten dann irgendwie die nächsten drei automatisch hinterher geguckt, weil dann war ich wirklich drin, weil mit der zweiten Folge, für mich sind die ersten beiden so ein One-Two-Punch. Die erste Folge ist so diese Prämisse und irgendwie, vielleicht muss ich mir die nochmal angucken, hat sie für mich irgendwie so diese.
Christian:
Also hätte auch in diese Richtung gehen können von jetzt kommt Serious Drama und Hollywood Infighting und so und dann kommt aber die zweite hinterher, die ganz deutlich sagt, okay, wir gehen den anderen Weg. Wir gehen den Weg der Comedy, wir gehen den Weg der Absurditäten dahinter, wir greifen das auf das Spielen da drin, wir suhlen uns auch in dieser Welt mit Liebe, mit, Zynismus ist zu viel, aber mit Biss auch, also man kommentiert ja auch viel, aber man ist sich selbst auch bewusst, also das gibt es dann später ja auch noch in einer sehr deutlichen Folge, dass das, was die Serie verhandelt, die Welt, in der sie spielt, jetzt nicht der größten Wichtigkeit zuzuordnen ist und hat dadurch halt eine Menge Spaß damit, wie du sagst, auch die ganzen Cameos, die passieren und da war ich dann einfach drin und auch dann die zweite Folge, wir nehmen die Folgen nachher auch noch mal ein bisschen auseinander, ist auch einfach von der Prämisse her fantastisch und die Zuspitzung und die Dramaturgie und da war ich dann einfach drin. Da habe ich die Serie dann verstanden und wusste, ah, okay, wir sind ja im Comedy-Bereich, ich muss mir hier nicht allzu viele schwere Gedanken und Sorgen machen, weil das hätte ich einfach in dem Moment auch nicht haben können. Weißt du, manchmal ist das so, dass ich zum Beispiel Andor die zweite Staffel noch nicht weiter geguckt nach ein paar Folgen, weil ich gemerkt habe, ich kann mit der Schwere gerade nicht so umgehen. Ich kann das gerade nicht so.
Becci:
Ja, da ist das hier das Gegenstück zu sozusagen. Da handelt es zwar auch ein Problem, mit dem wir uns als Filmpodcaster eben ja auch auseinandersetzen so mit dieser ganzen, was passiert eigentlich gerade in Hollywood. Wir als Personen, die auch noch Superheld in den Filmen spannend finden, natürlich nochmal um ein Vielfaches mehr so. Aber es macht es halt auf eine ganz andere ich hatte tatsächlich nach der ersten Episode ein bisschen Angst, dass es so eine Gimmicky Sache wird, also dass sie dass sich so jede Episode auf einem Gimmick ausruht und, da so ein bisschen drin suhlt aber finde ich hat sich auch gelegt also ich hatte ein bisschen Angst, dass sie sehr mit ihrer Kamera spielen werden und ja die Kamera ist auch irgendwie special aber man hat auch oft das Gefühl das bedeutet was, wie die Kamera gerade benutzt wird und so Ja.
Christian:
Und auch, wie du sagst, Gimmicky, die Gefahr besteht bei dem, was die da tun, aber dann, und auch da war für mich die zweite Folge, weil, wenn wir ja gleich noch drauf zu sprechen kommen, es hat sich halt auch immer weiter gesteigert, wo ich gemerkt habe, hey, also das Gimmick haben wir schon lange verlassen, weil das hätte man die ersten drei Minuten quasi nur ausgebreitet, aber es geht weiter und es steigert sich immer mehr. Und wir haben schon lange quasi die Pflicht hinter uns gelassen und sind auf so einer Kür unterwegs, die halt fantastisch zu beobachten ist.
Christian:
Es gibt ein paar Namen, die wir auch erwähnen, nicht nur erwähnen sollten, über die wir auch intensiver sprechen sollten, auch schon erwähnt haben. Wir können ja mal so das Kernteam, also die Drehbücher und die Serienschöpfung sind von Peter Hewick, Alex Gregory, Seth Rogen, Frieda Perez und Evan Goldberg. Und Rogan und Goldberg haben eigentlich auch immer Regie geführt in den Folgen. Und Rogan spielt ja eben auch die Hauptrolle als Matt Ramek. Dann haben wir noch einen ganz wunderbaren Cast drumherum, Catherine O'Hara als Patti Lee, diese ehemalige Studio-Chefin, die auch, also allein auch in der ersten Folge fantastisch diese Welt setzt. So?
Becci:
Ja. Und die natürlich, also ich weiß nicht, ob du Schitt's Creek geguckt hast, aber ihre Rolle in Schitt's Creek, die Moira Rose, also sie parodiert in dieser Rolle quasi auch ihre eigene Rolle als Schitt's Creek mit und das ist fantastisch.
Christian:
I love her. Dann haben wir auch schon erwähnt, Ike Barinholtz als Saul Serperstein, dem Kumpel und dem neuen weiterhin Vize. Wir haben Chase Sue Wonders als Quinn Hackett, die junge, aufstrebende Assistentin, die mit der Beförderung von Matt gleichzeitig auch so eine Beförderung erlebt. Und Katharine Hahn, fantastisch, Maya Mason, die Marketingchefin, die einfach spielt, um es mal so zu formulieren.
Becci:
Ein bisschen zu sehr am Puls der Zeit ist vielleicht, ein bisschen zu sehr sich im Internet bei jungen Leuten aufhält.
Christian:
Ja, und auch, also ich habe auch sehr viel dann danach Interviews und so, also gerade über die Entstehung und auch mit dem Cast und das, ja, also da haben sie auch eine ganze, also man merkt, dass Catherine Hahn einfach auch eine Menge Spaß mit dieser Rolle hat. Auch dieser Aspekt von Marketingabteilungen, die sich ja auch in der Kreativarbeit sehen und spannende Punkte wurden da auch so in den Interviews aufgemacht und das verkörpert sie ja auch so dieses, hey, ihr macht zwar den Film, aber ich sorge dafür, dass das Ding nicht nur ein Erfolg ist, sondern dass den überhaupt Leute sehen und auch verstehen, haben wir ja auch ein paar Folgen, wo von ihr ja auch sehr wertvoller Input im Filmschaffen passiert. Halt sehr, ja, ohne, wie sagt man, ohne Blatt vor den Mund zu nehmen.
Christian:
Wir haben dann auch noch Gastrollen, so habe ich das nochmal so ein bisschen definiert, die ein bisschen mehr sind als Cameo, würde ich sagen. Wir haben Brian Cranston als Griffin Mill, der eigentliche, ja, Studio-Besitzer. Er ist ja der eigentliche, ja, Chef ja auch irgendwie, aber ich weiß gar nicht so genau, wie sie das da, ähm, ähm, definiert haben. Mir fehlen auch immer so ein bisschen die Vergleiche. Ich hab das Gefühl, dieses Studio, das fiktive Studio geht so ein bisschen in die Richtung von Warner, ist so mein Gefühl, gerade so in der aktuellen Entwicklung. Und dann könnte man sagen, dass Brian Cranston wahrscheinlich eher so ein David Sasseloff ist, der ganz oben an der Spitze steht, aber selber ja keine kreativen Entscheidungen fällt, sondern im Grunde genommen so jemanden wie Matt Remick unter sich stehen hat, der fürs Geschäft zuständig ist und für die, Umsetzung und da so die Entscheidung trifft. Aber Brian Cranston halt auch diesen Oldschool Hollywood Chef auch perfekt spielt und verkörpert und auch eine Menge Spaß hat.
Becci:
Mit einem Tarn, der eindeutig an Donald Trump angelehnt ist, würde ich sagen.
Christian:
Ich habe auch im Making-of gesehen, als er da in der einen Folge da nur an Unterhose irgendwie rumhüpft, dass das Modell der Unterhose Bryan Cranstons eigene Wahl war. Dass er irgendwie wohl gesagt hatte zu Seth Rogen so, hey, wenn die Szene kommt. Ich hab da noch eine kleine Überraschung und Seth Rogen meinte auch, ich kann bestätigen, diese Art von Unterhosenmodell ist definitiv nicht von unserer Kostümabteilung abgedeckt worden. Das war Brian Cranstons Flavor sozusagen obendrauf. Also der hatte echt Bock.
Christian:
Hat man auch gemerkt, dass er glaube ich sehr viel, also so aus Malcolm in the Middle, so die Phase seiner Karriere, da wieder erfolgreich anknüpft nach dem sehr schweren Breaking Bad nach der Rolle. Wir haben noch Rebecca Hall als Dr. Sarah Cohen, die interessanterweise ja eben kein Cameo, sondern wirklich eine Rolle spielt in der einen Folge. Werden wir auch noch darauf zu sprechen kommen. Und dann haben wir halt Leute, die sich selbst spielen, aber mehr als nur so einmal kurz irgendwie auftauchten. Wir haben David Cromholtz, der als Mitch Weitz den Agenten von Zoe Kravitz spielt. Die ist auch dabei. Der Franco ist dabei. Matt Bellamy, ein Podcaster, der den Podcast, den real existierenden Podcast The Town macht. Auch da noch eine Empfehlung, weil die haben dann nach dieser Gastrolle auch bei The Town so ein doppelfolgiges Interview zu der Serie noch gemacht. Auch interessant, der taucht eben auch in der Serie dann noch auf. Und wir haben Nikola Stola als er selbst, der ja Filmschaffender ist. Und dann ein Haufen Cameos. Ron Howard, Martin Scorsese, Charlize Theron, Paul Dano, Anthony Mackie, Steve Buscemi, Greta Lee, Sarah Polley, Olivia Walzak, Elfron Ice Cube, Adam Scott, Zack Snyder, Aaron Sorkin und ein Haufen anderer Leute, die auf einer fiktiven Golden Globe Verleihung rumlaufen. Also voll ohne Ende und gibt der ganzen Sache damit auch so ein, Also ankert das halt auch in einer filmischen, fiktionalen, aber doch sehr starken Realität. Das ist auch fantastisch.
Becci:
Genau, auch das nicht zu gimmicky. Also auch das ist etwas, was ja sehr schnell so gimmicky werden kann, wie, oh, welches Cameo können wir noch mit reinschreiben, damit noch irgendeine berühmte Person auch Werbung für unsere Sache mitmacht und so. Aber wie du sagst, das macht total Sinn, weil man dadurch wirklich das Gefühl hat, wir sind im echten Hollywood unterwegs. So, auch wenn die Leute natürlich, also die spielen zwar sich, aber ganz sicher nicht sich, wie sie im echten Leben sind so, aber das finde ich halt auch umso toller, dass die das gemacht haben und sich darauf eingelassen haben, da so eine hochgezeichnete, absurde Version von sich selbst zu zeichnen, also Martin Scorsese wirklich, seit seine Tochter ihn auf TikTok immer in diese Comedy-Formate zieht, habe ich das Gefühl, der könnte jetzt auch locker nochmal eine Last Stage of the Career Karriere als Comedy-Schauspieler aufnehmen. Also wirklich, da habe ich mich schon weggeschmissen in der ersten Episode. Und auch Olivia White und Zoe Kravitz für mich beide Chefs Kiss darin, wie sie sich selbst auf die Schippe nehmen.
Christian:
Zoe Kravitz fand ich auch absolut großartig, so diese Folge, da werden wir auch noch drauf zu sprechen kommen, wo es um diese Danksagung bei den Golden Globes hat. Also großartig. Ich fand Ron Howard auch sehr geil. In dieser, ne, Ron Howard ist eigentlich ein Arschloch-Folge, so, die hat man auch gemerkt, also die, die dabei sind, die haben's verstanden, die hatten halt nichts außer Drehbüchern und das ein oder andere Gespräch. Ich bin mal gespannt, wie es jetzt mit weiteren Staffeln weitergeht, wenn alle jetzt quasi auch in on the joke sind, weil sie die Serie gesehen haben, also ich erwarte da auch noch ein paar weitere Cameos, die überraschen können, aber auch so einer wie Zack Snyder, der da bei den Golden Globes da irgendwie so eine Dank ist oder so eine Laudatio hält, ähm, Super, also wirklich super, das hat man schon gemerkt, dass die da alle das Augenzwinkern auch verstanden haben.
Christian:
Erinnert mich, also ich kenne diese ganzen US-Vorlagen nicht so sehr, aber erinnert mich halt an sowas wie Pastewka. Ja, da geht es ja auch darum, dass die reale Bastian-Postewka-Figur so einen fiktionalen Touch bekommt und dann dieses hinter den Kulissen und alle anderen Figuren, die sich selbst spielen, sind alle so auf elf gedreht und das hat hier halt auch ganz wunderbar funktioniert und ist auch wichtig, weil ich glaube, das brauchst du, um der ganzen Sache auch irgendwie so ein gewisses, so eine gewisse Echtheit irgendwie auch zu verpassen. Wenn alles auf so einer fiktionalen Ebene wäre und wir immer nur spekulieren, wer ist jetzt für wen zuständig oder also wer soll wer symbolisieren, so funktioniert das halt total super. Und dann halt so ein Martin Scorsese, der sein, wie hieß das dann noch, dieser Drink, dieser Kool-Aid.
Becci:
Kool-Aid, genau, Kool-Aid. Kool-Aid the Movie.
Christian:
Kool-Aid the Movie, also super. Lass uns vielleicht auch noch ein paar von den Figuren rausgreifen, bevor wir in die Folgen springen. Gibt es noch irgendjemanden, der dir da besonders aufgefallen ist oder Perspektiven, die du vielleicht noch wichtig findest, gerade auch aus dem Maincast?
Becci:
Also ich finde noch ganz spannend, dass Sel, also der Stellvertreter und Quinn besonders gut irgendwie gemeinsam funktionieren für mich. Also ich meine, es ist auch irgendwie so eine klassische Geschichte, da gibt es jetzt eine Assistentin, die mit ihrem Chef sozusagen aufsteigt und eigentlich noch nicht so richtig Ahnung hat von der Materie, die auf sie wartet, weil sie das alles auch noch gar nicht so lange gemacht hat und die ganzen Machtverhältnisse und so noch nicht kennt. Aber sie ist halt so geil... Und selbst überzeugt auch davon, dass sie das verdient hat und das machen kann. Und dann trifft sie halt auf diesen Typen, der eigentlich denkt, ach ja, das ist halt nur die alte Assistentin, mit der kann ich ja machen, was ich will. Und es ist halt einfach nicht so, sondern sie gibt auch immer überall ihre Meinung dazu. Und da gibt es ja dann auch eine spezielle Folge, wo es um die beiden im Speziellen geht. Also ich finde, die funktionieren so im Zusammenspiel total gut für mich.
Becci:
Und überhaupt, also ich finde, es gibt immer so Duos, die gut funktionieren. Ich finde auch Catherine O'Hara, also Patty Lee und Matt Ramek zusammen funktionieren hervorragend, weil auch da ist ja so ein Setup von, sie ist die alte Chefin, die abgesetzt wird und die wird es jetzt sicher alles ihm in die Schuhe schieben, dass er da jetzt ihr Nachfolger ist. Und dann ist sie aber tatsächlich total nett zu ihm, aber in einer besonderen Art natürlich auch irgendwie abgedreht und dass sie halt trotzdem irgendwie so eine Beziehung miteinander haben, die sie vorher als FreundInnen auch hatten und dass das dann dadurch nicht kaputt geht, aber natürlich sich irgendwie auswirkt, finde ich auch ganz hervorragend. Also ich finde, es gibt sehr viele gut funktionierende Duos.
Christian:
Stimmt, eine gute Beobachtung, ja. Ich fand das bei ihr auch spannend, das war ja so das, was ich meinte so nach der ersten Folge, da hätte es nämlich ja auch weitergehen können, dass sie anfängt an ihm zu sägen und quasi das Comeback vorbereitet und so diese ganzen, also die Serie hätte halt super fies und auch so zynisch bissig düster sein können und stattdessen sagt sie an der zweiten Folge zu ihm so, äh, ne, also sie sagt ja immer noch sowas von, das war halt Kacke und ich bin halt immer noch böse. Aber gleichzeitig beste Entscheidung überhaupt, weil jetzt kann ich hier Filme produzieren, klebe meinen Namen drauf, bin weiterhin reich, muss nicht mehr so viel arbeiten wie vorher und so im Sinne von fuck you, but thank you. Das funktioniert auch sehr gut und er sieht in ihr ja trotzdem auch irgendwie diese Mentorin, die sie wahrscheinlich vorher war, vor dem Start der Serie und weiß er ja selber auch, dass er ihr da quasi in den Rücken fallen muss, um dann selber den nächsten Sprung irgendwie zu schaffen. Ähm, ja, das ist, da gibt's so einige, aber ich finde, also ich finde ihn auch spannend, die Figur, Matt Ramek, ähm, genau, es ist auch eine schöne Prämisse dieser Serie, dass er das ja selbst sofort auch versteht, diesen Zwiespalt von, also was ja auch in der ersten Folge, glaub ich, da gleich durchkommt mit diesem Kool-Aid-The-Movie, ne, er denkt, ich kann Scorsese an Land ziehen und die Arthouse-Variante machen und die Oscar-Nominierungen sind schon vorbereitet Und er schafft es sogar.
Becci:
Scorsese dafür an Land zu ziehen, ja? Er überredet Scorsese davon, aus seinem letzten großen Film einen Kool-Aid-Film zu machen. Also theoretisch schafft er für einen kurzen Moment das, was er sich vorgestellt hat, aber stellt halt fest, mit den Realitäten, die das Business hat, klappt es dann doch nicht und er muss ihm dann wieder absagen so.
Christian:
Ja, ja, und das fand ich halt auch so cool, diese... Und Scorsese münzt das ja um auf diese Geschichte, auf dieses Massaker, diese Selbstmord-Sekte, die da irgendwie, und weil da Kool-Aid gefunden wurde, gilt das da irgendwie als dieser Kool-Aid-Vorfall und Scorsese pitcht das als seine Arthos-Variante, damit dieser Name da da irgendwie drauf klebt. Also diese ganzen Momente auch hinter den Kulissen, wie diese Pitches laufen, wie diese ganzen Beziehungen, ich kann Scorsese hier jetzt nicht irgendwie absagen, das musst du machen und man versucht die ganze Zeit das Gesicht zu wahren und das funktioniert bei ihm halt sehr, sehr gut und da passt Seth Rogen auch super in dieser Rolle als dieser, ja, er will niemanden ans Bein pissen, aber das ist jetzt sein Job und das ist die große Krux eigentlich dieser Serie und damit auch dieser Figur.
Becci:
Er will ja sogar nicht nur niemandem ans Bein pissen, sondern er will eigentlich, dass die alle seine Freunde sind. Für ihn ist das Großartige an diesem Job eigentlich, dass er jetzt Kontakt hat zu den ganzen RegisseurInnen, die er vergöttert, zu den ganzen SchauspielerInnen, die er toll findet und eigentlich tief in seinem Inneren will er denen einfach nur gefallen und will, dass die ihn mögen. Und er ist aber halt der Studio-Chef, der eigentlich die Leute auf Studiokurs bringen muss, also genau der, der das nicht machen kann so in seinem Job, sondern der, der halt die bösen Botschaften überbringen muss, der die Budgetkürzung, die, Drehbuchänderung, die Wünsche vom Marketing-Team und all das, er ist der, der das den Leuten vermitteln muss, denen er eigentlich nur gefallen will, das ist eigentlich auch zutiefst tragisch so.
Christian:
Und auch die Entscheidung treffen muss, das ist es ja oft, die stehen dann da irgendwie zu dritt vor ihm am Schreibtisch und irgendwie die junge, aufstrebende Produzentin sagt, aber wir machen es so, denn der alteingesessene Produzent und sein bester Kumpel sagt, es geht nur anders und daneben die Marketingchefin, die sagt, damit es funktioniert, muss es aber nochmal anders aussehen und er muss die Entscheidung treffen und das ist halt sehr großartig in der einen oder anderen Folge, wie er halt das nicht kann, das nicht will, aber muss, aber irgendwie auch nicht und da entspannt sich dann halt eben die ganze oder viel der Comedy eben raus und das finde ich so schön und so frisch an der Serie, dass es dann eben nicht das Zynische hinter dem Rücken irgendwie in den Rücken stechen Variante der Geschichte ist, so Powerplay und sowas, sondern halt eher die Absurdität dahinter und das strahlt für mich dann eben auch durch die ganze Serie, dass alle Beteiligten und auch dieses kreative Team unter anderem ja auch mit Seth Rogen wissen,
Christian:
Wie absurd das eigentlich auch alles ist. Und vielleicht gehen wir mal durch die Folgen durch. Da ist ja auch die ein oder andere Folge, die das gut verkörpert und symbolisiert. Aber wir gehen mal so der Reihe nach durch. Also die erste Folge, haben wir schon viel von erzählt, ist halt The Promotion, wo es darum geht, dass er dann in diesen, ja, in diese Position kommt. Und auch da schon irgendwie dieses Hin und Her, wer redet mit wem und wann kommt wieder Anruf und bloß nicht. Das funktioniert so als Prämisse, finde ich sehr, sehr gut.
Becci:
Genau, und ist ja auch die Folge, die die ganze Cool-Aid-Geschichte anlegt, die sich ja auch als Bogen durch die ganze Staffel zieht. Also nicht in jeder Episode spielt der Cool-Aid-Film eine Rolle, aber er ist das durchziehende Momentum, was immer wieder auftaucht. so.
Christian:
Ja. Hast du noch was zu der Folge? Sonst können wir auch gleich zu der zweiten springen.
Becci:
Wir können gerne gleich zu der zweiten springen.
Christian:
Meine absolute Lieblingsfolge, wie schon erwähnt, da hat's Klick gemacht und nicht nur Klick, sondern das Herz war weit offen und da füllte sich diese Serie rein. The Warner. Eine Folge, die, wenn ich das richtig verstanden hab jetzt so in den Interviews, tatsächlich nicht ganz aus einem Take besteht, sondern ich glaub, die haben vier zusammengewurstelt, ohne dass man's groß sieht, aber die Idee dahinter ist, dass die Regisseurin Sarah Polly ein Film dreht, gerade mitten in der Produktion ist und für diesen Film ein One-Take macht. Und der One-Take ist ja eben ein Take ohne Schnitt. Und das ist natürlich in der Produktion sehr aufwendig, weil die drehen auch irgendwie draußen und das Licht muss stimmen.
Becci:
Sie brauchen ganz besonderes Sonnenuntergangslicht, was an einem bestimmten Winkel durch das Glashaus fällt.
Christian:
Genau, und man hat dann irgendwie nur so eine halbe Stunde irgendwie an dem Tag irgendwie zur Verfügung so und Matt, der immer noch eher in dem Filmliebhabermodus ist, fährt mit seinem Kumpel, Und Sal ans Set, weil er unbedingt sehen will, wie dieser Take gedreht wird. Er will unbedingt dabei sein, er liebt es ja, das ist ja Movie-Making-Magic überhaupt. Und Sal sagt ja schon zu ihm oder versucht es so durch die Blume hinzukriegen, dass er eben nicht am Set erscheint, weil nichts ist schlimmer als den Studio-Chef in dieser hochbrisanten, angestrengten Stresssituation auch noch daneben zu haben, der auf alles drauf guckt und halt eigentlich nur Chaos hinter den Kulissen erzeugt.
Becci:
Genau, der ja auch im Prinzip jeden Beteiligten irgendwie ablenken kann, weil auch die Schauspielerin hat irgendwie ihre Stakes, die sie klären will mit dem Studiochef und die Regisseurin und da laufen ja verschiedene Leute rum, die dann auch von ihm abgelenkt werden, auch wenn er das natürlich nicht will, aber er ist halt das Rädchen, was da alles zum Einstürzen bringt von diesem One-Take.
Christian:
Ja, und er versteht auch noch nicht seine neue Position. Er steht über allem. Über jeder einzelnen Person an diesem Set steht er halt drüber, weil er dafür sorgen kann, dass Dinge passieren oder nicht passieren. Angefangen von, wenn der Setrunner, der Assistent irgendwie den falschen Kaffee bringt, dann muss der um seinen Job genauso fürchten wie die Schauspielerin, die sagt, ich will aber den Privatjet irgendwie, wenn wir hier auf Filmfestival-Tour gehen, bis hin zur Regisseurin, die sagt, naja, ich will aber eigentlich noch den einen Song-Track hier drin haben, der kostet 200.000 Euro. Dollar, Budget ist schon überschritten, also alle wollen was von ihm und, fürchten ihn ja eigentlich auch in dem Moment und er versucht oder denkt immer noch, er ist halt irgendwie nur der Dude, der da irgendwie zuguckt und Spaß am Film hat, aber ja und das ist, also ich finde die Folge, die ist so fantastisch, weil die so gut geschrieben ist, weil die in jedem kleinsten Moment jedes, also wirklich, Durch sein Beisein am Set und die kleinsten Dinge, die er tut, die so nebensächlich erscheinen, sich immer mehr aufbauschen und am Ende zu so einer Verkettung von Unfällen passieren und so explosionsartig auch auseinandergehen, das finde ich so fantastisch. Und dann ist diese Folge selbst, zumindest halt, wie sie suggeriert, auch noch als One-Take gemacht. Und als das halt im Laufe dieser Spielzeit so klar wird, habe ich gemerkt, okay, das hier ist was ganz Besonderes. Die Folge, die Serie, hier versteht man viel von dem, was man davor hat und ich fand es großartig.
Becci:
Ja, und ich meine, gleichzeitig geht sie ja durch dieses Ganze, wir machen einen One-Shot über einen One-Shot, das ist ja quasi schon die Meta-Ebene von der Meta-Ebene, dass halt in Hollywood aktuell schon so eine Fixierung auf, krass, die haben das als One-Shot gedreht, besteht. Deshalb, ich finde es fast gut, dass sie dann sagen, ja, es ist gar kein echter One-Shot, sondern wir haben ihn zusammen gestümpert, würden jetzt wahrscheinlich manche sagen, weil ja dann Leute sagen, das ist ja dann aber nicht das Echte und also so diese Kunstfilm-Blase, nenne ich es jetzt mal, die so an Filmen machen, auch teilweise rangeht, so dieses, ja, die Technik, das ist jetzt das ganz Besondere daran. Und da war es auch, wo ich meinte, die erste Folge erschien mir Gimmicky, weil die ist kein One-Shot, aber sie hat auch sehr viele lange Shot-Szenen, so durchs Treppenhaus da in diesem besonderen Studiegebäude. Also die ist sehr wackelig dabei und man hat schon manchmal das Gefühl, es soll imitieren, wie die Stimmung auch ist in einem Film, der in einem One-Shot gedreht wird. Und da fand ich es halt dann so geil, dass dann gleich die zweite Episode genau dieses Thema aufgenommen hat, was sie nur mit der Kamera schon so angeteast hatten in der ersten Episode.
Christian:
Und ich fand es einfach so großartig, weil allein, also ich fand es wirklich virtuos, wie das Ganze sich so gesteigert hat, so innerhalb dieser Dramaturgie bis hin zu dem, Das Auto, was er am Anfang der Folge da geparkt hat, weil ja immer was in diesem One-Shot schief geht. Und entweder er kommt aus der falschen Tür raus oder stellt sich raus, dass er das Hemd angezogen hat, was jetzt fehlt. Und also ich fand das einfach fantastisch. Und das meine ich, das war so, das Gimmick war für mich so in den ersten zwei Minuten quasi dieser Folge und dadurch, dass man halt immer weitergegangen ist und sich immer weiter gesteigert hat, auch in der Absurdität und auch in dem Aufwand, auch in dem Umfang bis hin zu, ja, so Stuntmomenten, fällt nachher noch über den Tisch und so. Also du merkst, dass man immer weitergegangen ist und immer aufwendiger wurde, anstatt sich halt zurückzulehnen und zu sagen, wir haben das Ding schon auf dem Papier erledigt. Also die Prämisse ist schon längst erfüllt, dieser Folge und trotzdem steigert sich das alles noch weiter. Fand ich einfach absolut fantastisch.
Becci:
Ja.
Christian:
Nächste Folge, The Note, Folge 3. Ich glaube, das ist die Folge mit Ron Howard, ne?
Becci:
Mit Ron Howard, genau. Und Anthony Mackie.
Christian:
Willst du den Film auch sehen?
Becci:
Zumindest die Variante nach, keine Ahnung, was war es 110 Minuten oder so haben die halt auch irgendwie.
Christian:
Gesagt so in den Interviews, dass die halt wirklich sich Mühe gegeben haben, also es geht um einen Film, den Ron Howard rausbringt mit Anthony Mackie in der Hauptrolle.
Christian:
Er ist irgendwie der Taxifahrer, ich glaube Zac Efron ist irgendwie auch dabei irgendeine Verfolgungsjagd, so das sieht irgendwie nach Thriller-Spannung irgendwie aus aber von den Filmplakaten, die sie da zeigen, bis zu dem Trailer bis, also die Ausschnitte, die sie da sehen, so ist es.
Christian:
Haben sie selber gesagt, sie haben das so aufwendig, so gut wie möglich gemacht, damit diese Folge halt funktioniert. Weil der Gag ist halt, dass Ron Howard irgendwie das Ende halt voll verkackt. Also das ist ein super spannendes Ding und irgendwie im letzten Akt, der dann irgendwie auch ähm, den Film viel zu lang macht, gibt so eine persönliche Geschichte und der Film fällt irgendwie auseinander und jetzt ist aber das Problem, dass eben Matt Ron Howard sagen muss, noch eine Vorgeschichte hat, aber ihm erstmal sagen muss, Ron, das Ende müssen wir anders machen, also er muss ihm erstmal in den Film reinreden, dann erfährt er, dass es eine ganz persönliche Nummer für Ron Howard ist, weil das geht um einen Cousin der Hauptfigur und Ron Howard hat seinen Cousin verloren und das ist autobiografisch, Mist. Und dann stellt sich noch raus, dass Matt vor 20, 25 Jahren irgendwie noch gesagt hat so, hier Ron, dein Beautiful Mind mach mal das Twist-Ende bitte bekannt, weil dann ist der Film noch besser und großer Gag und alle haben drüber gelacht und was für ein blöder Kommentar war das wohl und Ned hat's bis heute nicht vergessen und fantastisch, wie sich das alles auch so dramaturgisch personell, zuspitzt, aber, ja, also auch da so funktioniert das halt hinter den Kulissen vor der Hollywood. So schlechte Nachrichten, man muss den Leuten da reinreden, aber niemand will es tun und eigentlich versucht Matt sich die ganze Zeit aus der Verantwortung zu ziehen und andere Schuldige für die Überbringung dieser Notiz zu finden.
Becci:
Ja und hier ist es ja sogar auch noch eine eine Nachricht, die sehr logisch also uns als Menschen, die sich mit Film auseinandersetzen, das ist ja was, wo ich sage, ja der Film war sicher, also die waren ja alle zufrieden mit dem Film, der hatte ja sogar so eine Art Endszene und dann kommt das wie so ein Epilog hinten dran.
Becci:
Und jeder in der Kette der Menschen, die kurz gefragt werden, ob sie nicht der Überbringer der Nachricht sein wollen, sieht ja, dass das die richtige Entscheidung ist. Also hier wird gar nicht so richtig gestritten über das Was, sondern es geht wirklich nur über das Wie. Also selbst der Hauptdarsteller, Anthony Mackie, von dem sie die ganze Zeit noch denken, von dem müssen sie geheim halten, dass dieser letzte Teil des Films eigentlich, selbst der wollte eigentlich schon lange, dass dieser Teil aus dem Film rauskommt und so. Ja, aber Matt ist der, der es am Ende überbringen muss. Und natürlich gibt es dann da auch so einen Showdown und alles läuft alles andere als sanft ab bei der Überbringung dieser Nachricht. Und dann mag ich auch an der Serie, und dann ist die, also dann gibt es noch so einen ganz kleinen, dann haben sie noch einmal dieses Telefonat und dann ist die Episode auch zu Ende, also man hängt jetzt nicht noch künstlich 10 Minuten, Aftermath nach dieser Überbringung der Nachricht ran, sondern die Überbringung der Nachricht ist das Highlight, es gibt noch einmal diesen Glimpse mit dem Telefongespräch ganz am Ende, so wo er eben sagt, ja okay, wir machen's aber ich werde dich dein Leben lang hassen dafür, dass wir das jetzt gemacht haben, also im Prinzip der genau das zusammenfasst, was der große Konflikt dass Matt Ravick ist, in einem kurzen Telefongespräch. And that's it, dann ist die Episode zu Ende. Lieb ich.
Christian:
Und auch da, ich hab ein bisschen was so hinter den Kulissen mir auch noch angeschaut, also Ron Howard war auch so begeistert von der Rolle und auch, dass er mal so ein eher Arschloch spielen durfte und so, das fand er alles super. Weil du hast gerade eben auch diese Kameraarbeit erwähnt. Die haben zum Beispiel dann in dieser Szene, in diesem Konferenzraum, haben sie zum Beispiel den Konferenztisch irgendwie extra so gebaut, dass mittendrin die Kameraleute irgendwie laufen konnten und haben das dann später per CGI, dieses Loch quasi im Tisch rausgenommen, hatten auch irgendwie dann die Fenster in diesem Konferenzraum extra so gebaut, dass die sich halt so drehen können, dass die Spiegelungen nicht existieren. Also super durchdacht alles. Und man merkt großer Aufwand. Und diese Kameraarbeit ist eben auch so besonders. In den Serien haben sie auch gesagt, die haben halt sehr lange Takes auch gemacht und eben dadurch auch sehr aufwendige Arbeit mit der Kamera, wie die Kamera geführt wird und so. Aber auch für die Spielenden war das ganz besonders, weil die gesagt haben, hey, ihr dürft improvisieren, so.
Christian:
Aber dann muss das auch richtig gut sein. Also mach keinen Scheiß, weil dann ist der lange Take vorbei und alle wussten das auch. Und das merkt man auch, das ist so eine Brisanz. Das hat so was so ein bisschen so Jazziges. Weißt du, du merkst, die sind da alle auch, haben die auch gesagt, irgendwann hat sich so ein Rhythmus eingestellt, dass die dann auch wussten, die haben viel geprobt. Also viel so ohne Kamera, ohne Dreh erstmal nur so in Proben gearbeitet und später im Laufe der Zeit hatten dann alle Beteiligten also wussten auch, wann ist die Kamera von mir so weg, dass ich quasi das nächste auch so vorbereiten kann und das merkst du auch in den Szenen, dass oft, zwischendurch fand ich es ein bisschen anstrengend, die Kamera schwenkt viel hin und her, um diesen langen Take auch zu behalten und während die Kamera weg ist, bewegt sich die Figur aber schon wieder ganz woanders im Raum, sodass wenn sie zurückschwenkt, also Es ist dynamisch, da ist viel Bewegung drin und das bringt auch so diese Brisanz in die Serie, dass du merkst, lange Takes, viel Bewegung und das hat wohl auch beim Spiel so dazu geführt, dass die, also alle waren so.
Christian:
Wie sagt man, so ein bisschen angespitzt bei der Sache. Man muss aufpassen. Das ist keine Sache, die du mal so runterspielst, weil du weißt, wir haben 20 Takes und im Schnitt ist alles geregelt. Sondern du musst da wirklich am Ball bleiben. Und dann gab es irgendwie die Anekdote, dass Ron Howard, also es entbrennt dann ja dieser Streit in einem Konferenzraum zwischen Matt Ramek und Ron Howard. Und dann gibt es den Moment, wo Ron Howard ihm seine Kappe einfach ins Gesicht wirft und Matt rückwärts über so einen Tisch fällt. Und er sagte, das war halt auch nicht im Drehbuch. Das hatte sich Ron Howard überlegt, hat das irgendwie bei den Proben, hat er einfach ihm diese Kappe ins Gesicht geworfen. Das ist von Seth Rogen fantastisch. Dann haben sie halt diesen Predfall noch mit eingebaut. Also es gibt Improvisationen in dieser Serie. Es muss halt nur wirklich so sitzen und das ist halt fantastisch. Auch wie gesagt, Ron Howard in dieser Arschlochrolle, so das absolut großartig. Ja, hat mir auch sehr, sehr viel Spaß gemacht.
Becci:
Ja.
Christian:
Die vierte Folge, The Missing Real, ist so eine Film-Noir, also da wird man richtig, also da steigt die Serie so richtig ins Genre. Da haben sie richtig mal im Genre gespielt und haben da so eine Detektiv-Geschichte, Film-Noir-Geschichte draus gemacht.
Becci:
Auch mit allen stilistischen Elementen, die so ein Film-Noir halt braucht.
Christian:
Genau, ich fand es fantastisch, auch die Erklärung, warum es dieses Voice-Over gibt, warum Matt diese Monologe hält. Er spricht sie ins Telefon, weil sein Therapeut gesagt hat, damit kann er seine Gedanken irgendwie entfalten. So fand ich super. Und ja, er ist halt auf Detektivsuche. Also er sucht eine fehlende Filmrolle. Olivia Wilde hat ihren neuesten Film auf Film gedreht und irgendwie ist die letzte Rolle verschwunden. So und das ist natürlich super wichtig, weil da ist der beste Take irgendwie drin. Und ja, dann beginnt die große Detektivarbeit. Ich fand es nett so in diesem Genre-Ding zu arbeiten sie fällt dadurch ein bisschen raus weil sie so was anderes mit dieser Serienwelt auf einmal macht wie ging dir das?
Becci:
Also ich fand die, also ich fand Olivia White einfach klasse, ich fand sie wirklich klasse, ich mag die auch irgendwie schon immer und das auch, also schon allein, dass dann Zac Efron die Hauptrolle in ihrem Film spielt, so das finde ich schon mal witzig, der alte Highschool Musical, Star und also ja, sie fällt raus, aber ich finde, sie hat, Also alles, was die Serie auszeichnet, hat sie dann trotzdem wieder gehabt. Sie hat wieder gehabt, Matt will eigentlich am liebsten befreundet sein, nur mit der ganzen Filmcrew, die aber versucht, ihn fernzuhalten von der Closing-Party, die es irgendwie gibt, dass niemand ihm sagen will, wann die wo stattfindet und so. Matt will, dass Olivia Wilde ihn cool findet und sieht deshalb sehr viele Anzeichen nicht, die man im Laufe der Zeit sehen könnte, obwohl er der Detektiv ist in dieser Episode. Also die ganze Tragik dieses Charakters erleben wir halt jetzt nur in ein anderes Setting gesetzt. Und fand ich eigentlich, also ich mag auch so Konzeptfolgen grundsätzlich in Serien. Ich finde, das kann man schon, wenn man zehn Folgen hat, kann man schon eine Sonne reinsetzen.
Christian:
Ja, ich bin gespannt, ob das auch nachher so ein Trope in der Serie wird, ob wir das in weiteren Staffeln, ja, ob dann irgendwann die Science-Fiction-Folge kommen.
Becci:
Ja, ja, why not? Keine schlechte Idee, ja.
Christian:
Die Folge 5, die hattest du auch schon erwähnt, The War.
Becci:
Genau, die einzige Folge, bei der nicht Matt derjenige ist, der für den großen Konflikt und das große Chaos sorgt, indem er Entscheidungen trifft, die man so nicht treffen sollte in seiner Position, sondern das ist die Folge, in der jetzt eben Quinn und Cell ihren großen Krieg ausfechten darüber, wer die besseren Entscheidungen an der Seite von Matt. von Matt gibt. Und ist also auch sehr hilarious dann am Ende mit also das mit einem, also dieses typische Schmetterling-Effekt Motiv, das mit einem kleinen Streit zwischen den beiden, den sie wahrscheinlich am nächsten Tag vergessen hätten, weil das zu ihrem Arbeitsalltag einfach dazu gehört, mit dem Wurf eines, was war's? Burritos. Quasi ein komplette Filmkulisse, Filmset, alles in sich zusammenstürzt und sie dann plötzlich gezwungen sind, zusammenzuarbeiten im Vertuschen, nachdem sie ja eigentlich gerade ihren War ausgefochten haben. Ja, hat mir sehr gut gefallen und ist, wie gesagt, für mich dadurch rausgefallen, dass Matt halt so ein bisschen an der Seite stand in der Episode.
Christian:
Er war eigentlich, ja genau, er war so eine Nebenfigur, ne? Ja, stimmt. Hat mir auch gut gefallen, weil sie auch wieder so meine Befürchtung aus der ersten Folge genau in diese Form gekippt hat, die ich gut fand. Also, ne, das meinte ich ja. Da waren jetzt wirklich so dieses Gegeneinander Kämpfen um Bedeutung und, ne, so mein Regisseur, den pitch ich jetzt zu diesem Drehbuch. Nein, meiner. Und da arbeitet man dann so gegeneinander und das resultiert halt in höchster Absurdität statt irgendwie tiefster, ernster, Boshaftigkeit und das fand ich, aber es ist ja wieder auch ein wahrer Kern da drin, also wie viel passiert in Hollywood, weil zur richtigen, zur vermeintlich richtigen Zeit, die richtige Person, an der richtigen Party, auf der richtigen Stelle, das richtige Gespräch und wie viel Arbeit drumherum passiert, damit genau diese scheinbar zufälligen Momente passieren, fand ich halt auch sehr, sehr gut und scharf beobachtet und das, nimmt in meinen Augen auch nicht diese.
Christian:
Spitze Kritik auch an dieser Hollywood-Welt raus, sondern verpackt das für mich halt in eine ja, gut Form so. Das ist zwar lustig, aber es bleibt immer dieser wahre Kern da drin. Genau, Folge 6 sind wir dann glaube ich schon The Pediatric Oncologist. Fand ich großartig, fand ich schwer, war auch ein bisschen anstrengend zu gucken, weil sie halt diese Pettiness von Matt als Figur, diese, ich weiß gar nicht, wie man das auf Deutsch übersetzen würde, dieses.
Christian:
Kleingeistigkeit oder dieses, ja, also es geht darum, dass Matt eine neue Partnerin hat und die ist halt, ja, was ist die so Krebs, also so Spezialistin, Ärzte.
Becci:
Onkologin.
Christian:
Genau.
Becci:
Und noch dazu für Kinder, also sie behandelt krebskranke Kinder und sie forscht auch dazu und sorgt dafür, dass Kinder keinen Krebs mehr haben müssen, die das vor Jahren noch hatten. Also sie macht was sehr Wichtiges.
Christian:
Ja, genau. Und was, ja, sie verbessert die Welt. Und Ben sitzt daneben und spricht davon irgendwie, wie er den Action-Transformers Film Teil 8 gemacht hat. Und ja, und sie findet das alles am Anfang so lustig. Und man merkt schon, ja, da gibt es irgendwie so eine Misskommunikation zwischen den beiden. Und am Anfang ist das alles noch okay, weil man hat sich irgendwie frisch kennengelernt und dann lädt sie ihn halt zu so einem Ball, so einem Bankett irgendwie ein, so Spendengala.
Becci:
Mit ihren Freunden, die auch alle Onkologinnen sind.
Christian:
Nur. Und dann geht es ja irgendwie darum, dass da so eine Versteigerung stattfindet für irgendeinen Golf. Und das ganze Geld ist ja für einen guten Zweck. Und der Freundeskreis von ihr hat sich da so drauf eingeschworen. Und Matt sitzt halt dazwischen und muss aus der Entfernung halt so Johnny Doxville-Zombie-Durchfall-Movie-Film-Trailer umschneiden, weil die können halt nicht zu viel Explizites im Trailer schneiden und er ist aber jetzt nicht im Schnittraum dabei und muss aber übers Telefon Entscheidung treffen, wie viel, Pups-Witze jetzt im Trailer drin sein dürfen oder nicht. Der Gegensatz könnte nicht größer sein an diesem Abend, aber es steigert sich halt einfach so weit, dass ja klar wird so dass, Ja, Matt zu sehr an das glaubt, was er da tut. Und das meine ich halt. Also das ist so eine treffende Kritik, aber mit so einer umarmenden Liebe für die Sache. Und trotzdem ist man sich halt bewusst, dass andere Dinge wichtiger sind.
Becci:
Weil es hätte, also natürlich hat diese Diskussion auch einen Punkt, ja. Es gibt sehr viele Jobs auf dieser Welt, die in dem Moment, wo sie was tun, sehr wichtig sind, Leben retten, was weiß ich. Aber Kunst, wenn es halt keine Kunst gäbe, wäre die Welt auch ziemlich scheiße. So und darüber könnte man halt jetzt hochphilosophisch diskutieren, das heißt tief in dieser Diskussion drin schwebt ja ein großes philosophisches Momentum, aber das funktioniert für Mäd halt nur als ein persönliches, das ist aber die Sache, die ich sehr wichtig finde in meinem Leben und ich möchte, dass ihr jetzt alle anerkennt, wie wichtig das ist, was ich da mache. Und dieser ganze große philosophische Schwanz, den die Diskussion haben könnte, fällt sofort ab und ist dann weg vom Fenster und dadurch hat es glaube ich auch einen Großteil des Humors, dass es eben nicht versucht, die Schwere in diese Diskussion reinzubringen, sondern einfach mal zu sagen, man Matt, akzeptiere doch einfach, dass du da halt Geldentscheidungen triffst und Quatsch dabei auch rauskommt und nicht jeder der Filme und Trailer, die du produzierst, irgendwie die große Kunst vor dem Herrn sind.
Christian:
Ja, ich fand auch die Diskussion, die sie geführt haben, Kunst versus, naja, was ist, also wie wichtig ist Kunst in der Welt, so, da hatten beide Seiten einfach Recht, ne, also das war schon mal ein guter Streit, wo du eben auch sagen kannst, ja, irgendwie haben sie alle Recht.
Becci:
Ja, ein echtes Dilemma sozusagen.
Christian:
Das Dilemma und dann bricht es aber eben runter auf die Figur Matt, wo du sagst, also ich finde solche Folgen immer schwer, weil der ist wirklich sehr, sehr.
Christian:
Mir fehlen da so die Worte, aber er ist halt, also für mich war er in dem Moment halt nicht sympathisch, er war kein Sympathieträger, also die Figur, die Diskussion hatte so ihr Für und Wider in alle Richtungen, aber er als Figur und als Verkörperung dieser Seite war dann einfach immer am Rand und über den Rand hinweg des auch Ertragbaren für mich. Also er hat ja immer wieder auch diese Entscheidung getroffen, zu sagen, ich packe jetzt das viele Geld für diese Versteigerung obendrauf, um den eins auszuwischen. Also er wurde halt so fies und er wurde halt so schwer zu mögen, fand ich. Ich bin die Reise aber mitgegangen, weil das diese ganz feine Linie für mich war, wo es funktioniert hat. Und das ist für mich schwer, große Kunst, dass das funktioniert. Und gleichzeitig, deswegen hat es vielleicht auch für mich so funktioniert, hatte ich immer den Eindruck, dass eben dieses kreative Team dahinter auch mit mir, also ich war auf derselben Wellenlänge. Ich glaube, die waren, die haben genau das Gefühl, was ich gefühlt habe. Dieses, also auf der abstrakten Ebene haben sie alle irgendwie recht und man kann für und wieder und hähä, aber konkret kann eigentlich niemand auf der Seite von Matt sein, weil er ein Arschloch in dem Moment war. Und das halt auch zu verstehen und auch zu wissen und das meine ich halt so, die alle Beteiligten wirken schon in der Serie hinter den Kulissen sag ich mal, bodenständig genug.
Christian:
Im Zweifel bei dieser Diskussion auch zu verstehen wie andere Seiten darüber denken man nimmt sich ernst, Ernst genug, aber nicht zu ernst. Und das macht für mich die ganze Serie auch so schön. Das ist halt, also es bricht halt für mich an keiner Stelle, wo ich das Gefühl hatte von, oh, da wird es jetzt zu fies, da wird es jetzt zu schwermütig, zu ernst. Sondern alle sind, glaube ich, am Ende des Tages auch, lieben das Thema, aber wissen auch um die Probleme dahinter. Und das fängt für mich die Serie einfach perfekt ein. Folge 7 ist deine Lieblings, nee, fast deine Lieblingsfolge.
Becci:
Ja, also ist auf jeden Fall eine Folge, vor der ich Angst hatte. Ja, ja. The Casting. Genau, The Casting. Es geht quasi wieder um unseren Kool-Aid-Film und um Diversity-Casting. Und ich hatte schon ein bisschen Angst, dass sie das verkacken, diese Episode. Dass das irgendwie so ein Bashing von Diversity-Casting im Allgemeinen wird. Also ich meine Seth Rogen und, wie heißt der andere hier, Evan Goldberg, die haben zwar so jüdische Wurzeln beide, aber ansonsten sind sie halt auch zwei weiße Dudes, die in Hollywood Sachen machen und relativ privilegiert und so. Und ich dachte, na, sind es die Richtigen, um eine Episode über Diversity-Casting zu machen? Und ich finde am Ende, also ich fand es extrem unangenehm, diese Folge. Es war wirklich so Stromberg-Level von Unangenehmheit beim Gucken. Vielleicht sogar, wie heißt die Christian-Ulm-Serie? Jerks-Level an Unangenehmheit beim Gucken.
Becci:
Aber ich finde, am Ende haben sie die Linie sehr gut gehalten. Nämlich die zu sagen, das Problem ist nicht grundsätzlich Diversity-Casting, sondern das Problem ist, wenn Leute nur um das Label Diversity-Casting draufstehen zu haben, Diversity-Casting-Versuche zu betreiben und das treiben sie halt komplett ad absurdum in der Episode. Also es geht los mit, eigentlich könnte es rassistisch sein, wenn wir Ice Cube als Kool-Aid-Man casten und dann machen sie immer kleinere Anpassungen am Cast und irgendwann ist es ein kompletter POC-Cast, aber dann sind keine queeren Personen dabei und ist es nicht eigentlich auch rassistisch, weil man nur schwarze oder POC-Personen castet für einen Drink, der eigentlich vor allem von armer Bevölkerung getrunken wird und so. Also so lauter Fragen, die an sich gut sind, aber in ihrer Gesamtheit, wie diese Leute damit umgehen, halt vollkommen Quatsch sind. Und deshalb hat es mir am Ende dann doch gefallen, auch wenn es sehr unangenehm zu gucken war.
Christian:
Ich fand auch, dass die Serie, also die Folge in dem Moment, ohne das halt explizit zu machen, aber ja implizit, Ist ja der eigentliche Punkt, also die Figuren, unser Maincast, der eben sehr weiß ist, aber versucht ja das Richtige zu tun in dem Moment und sich ja auch dieser Problematik bewusst ist, hey, jetzt sind hier irgendwie ein Haufen Weißer, die jetzt irgendwie versuchen, einen diversen Cast und ist das nicht auch schon rassistisch, was wir jetzt hier machen? Also sie sind kurz davor, die eigentliche Erkenntnis zu gewinnen, dass die Struktur, in der sie sind, das Problem ist, aber genau davor schrecken sie ja zurück und versuchen dann ja immer, genau das nicht zu verändern. Die sind kurz vor der eigentlichen Erkenntnis und damit macht die Serie, finde ich, auch auf dieser Metaebene ja diesen Punkt so stark. Die sagt ja eben nicht, dass Diversity-Casting ist das Problem, sondern die Strukturen, die halt alles andere als divers sind, die versuchen jetzt diverse Dinge zu erzeugen, was halt einfach nicht funktionieren kann.
Becci:
Und dann halt immer versuchen, so die eine Token-Person zu fragen, die dann für eine ganze Community sprechen soll und explizit ausspricht, ich will aber nicht für alle schwarzen Menschen sprechen. Ich will nicht für alle POCs sprechen. Und trotzdem werden sie halt nur als das angesehen in dem ganzen Dialog.
Christian:
Und man ist sich der Sache ja auch bewusst aufgrund, also in diesem Team, dass sie sagt, ja, uns ist klar, dass das problematisch ist. Wir machen es aber trotzdem, weil sonst müssten wir ja an uns etwas ändern. Aber das ist halt so großartig in dieser Folge gemacht. Und auch, ich fand das halt so großartig, sehr böse, aber sehr feinfühlig trotzdem. Und was ich so gehört habe, findet das wohl auch hinter den Kulissen statt, diese Art der Diskussion, als man dann versucht hat, so ein Diversitätsgleichgewicht herzustellen, indem man miteinander aufwägt. Ja, also wenn wir jetzt irgendwie zwei Frauen dabei haben, ist das so viel wert wie irgendwie ein Schwarzer, aber wenn die ganze, also diese Rechnung, die da aufgestellt wurden von einem Haufen weißer, auch hauptsächlich Männer da an der Tafel, fand ich, das war schon, das war schon großes Tennis. Und auch immer auf dieser Linie zu bleiben, das ist eben nicht unangenehm und nicht böse, nicht zynisch, sondern das war schon echt sehr fein, sehr fein, fein gemacht fand ich das. Also nie über die Sache selbst sich lustig zu machen, sondern über die Art und Weise, wie mit der Sache umgegangen wird.
Becci:
Ja.
Christian:
Ja. Klasse, auf jeden Fall. Ja, dann kommt aber deine eigentliche Lieblingsfolge.
Becci:
Jetzt kommt meine Lieblingsfolge, genau. Die Golden Globes-Folge, die wir ja vorhin auch schon mal angeteasert haben. Die ja nochmal, wir haben jetzt gesagt, es ist nicht so, dass Cell die ganze Zeit irgendwie intrigiert, weil Matt den Job gekriegt hat, den er auch gewollt hätte. Aber in Folge 8 wird es auf jeden Fall nochmal wieder aufgegriffen, dass er ja auch ein Kandidat für den Job gewesen wäre. Denn die beiden gehen zu den Golden Globes, übrigens auch mit Patty, die als Produzentin des Films auftritt, um den es da geht, eben den Film von Zoe Kravitz. Und Matt, also Matt, wie wir ihn halt kennengelernt haben, die letzten sieben Folgen, hat nur ein Ziel. Zoe muss ihm auf der Bühne danken. Ihm persönlich, nicht dem Studio, ihm.
Christian:
Ja, das erklären sie auch in der Folge, weil die Studio-Chefs ja selbst nie beteiligt als Produzierende auftauchen. Also die bekommen keine Auszeichnung. Ich glaube, das war sogar auch ein Punkt bei dieser Pediatric Oncologist Folge, dass Rebecca Hall ja immer gefragt hat, ach, das heißt, du hast den Film gemacht. Nee, ich habe an dem Film gearbeitet. Ja, was hast du denn gemacht an dem Film? Naja, ich hab das Geld besorgt oder ich hab dafür gesorgt, dass aber es ist ja nie eine richtige, kein Drehbuch geschrieben, keine Regie geführt, keine Rolle gespielt, ne? Matt hat halt nie direkt an diesem Film was gemacht und das sagt ja glaube ich auch Patty zu ihm, so jetzt kann ich halt endlich Auszeichnungen bekommen. Ich bin jetzt Produzentin, scheißegal wie viel ich gemacht hab an dem Film, ich steh drauf, ich werd auf die Bühne geholt als Produzentin. Bei den Oscars wissen wir ja auch, dass nicht die Regie den besten Oscar, also es ist ein eigener Oscar, aber der beste Film geht an die Produzierenden. Und dann ist alles, was Matt noch hat, eine Danksagung zu bekommen. Das ist alles, was er haben kann und was er will. Und auch da wieder so diese Kleingeistigkeit von ihm großartig.
Becci:
Ja, und dann versucht er jetzt ja, Zoe Kravitz zu beeinflussen, das zu tun. Die aber ja natürlich ihre vollkommen ungeplante, spontane, emotionale Rede schon bis ins letzte Detail so durchgeplant und geprobt hat, dass sie leider keine Änderungen mehr daran machen kann.
Christian:
Ja.
Becci:
Was ihn in einen tiefen Konflikt stürzt, der dann angeheizt wird davon, dass Cell, der sogar nur irgendwo da oben auf den Balkonen an irgendeinem Tisch sitzt und sich richtig aufgeregt hat am Anfang, dass Matt unten mitsitzen darf und er oben sitzen muss, plötzlich zum Star des Abends wird, weil er seinen guten Kumpel, der auf Apple TV aktuell unvermeidliche Adam Scott, wieder trifft, der mal auf seiner Couch gepennt hat. Adam Scott gewinnt einen Golden Globe und erwähnt Cell in seiner Rede. Und auf eine Weise, die dafür sorgt, dass ab da jeder, der auf der Bühne steht, Celestein dankt.
Christian:
Er wird zum Meme des Abends, ja.
Becci:
Er wird zum Meme, er wird gefeiert, er tanzt da oben auf dem Tisch. Die Kameras sind nur noch auf den Balkonen plötzlich, wenn irgendwelche Preise vergeben werden. Und das treibt natürlich Matt in seinem inneren Konflikt in den Wahnsinn, dass er als Studiochef, der jetzt... Die Chance hätte, dass einer seiner Filme ausgezeichnet wird, aber nicht mal eine Dankesrede kriegt. Und Sal sitzt einfach da oben, hat Glück, dass er mal bei Adam Scott auf der Couch, nee, andersrum, wie auch immer. Und das macht ihn jetzt eben zu diesem, gibt ihm diese Aufmerksamkeit, nach der Matt sich so sehnt. Und das ist, also ich hab's so geliebt, wirklich. Also diese Folge, das hat mich so glücklich gemacht. Und dann auch noch alles drumrum, diese ganzen Hollywood-Leute, die da rumlaufen, dieses ganze, Und ja, schon, also das sind halt alles Leute, die machen die ganze Zeit Filme, deren Leben ist auch im Privaten quasi ein Film, wenn die da rumlaufen. Jedes Gespräch, was die da führen, haben die theoretisch vorher dreimal ein Drehbuch für geschrieben und vor sich hingeprobt und so, ja. Es ist geil, richtig geil.
Christian:
Und auch da, ich liebe diese Pettiness von Matt, er muss das ja wissen. Also es ist ja jetzt nicht nur, dass diese Danksagungen irgendwie passieren, er muss es vorher schon wissen, bevor Zoe Kravitz auf die Bühne geht. Versprich mir, sag mir. Er geht ja sogar noch irgendwie da in den Backstage der Golden Globes, da in diese Regie und sagt, hier, ich hab die neue Rede von Zoe Kravitz, du musst dafür sorgen und so. Großartig. Und das ist dieses Fremdscharm und ich finde, das ist, also dieser Stromwerkvergleich ist fantastisch, weil den habe ich vorher gar nicht gesehen. Höchst unterschiedlich, aber im Kern sind diese beiden Figuren so gleich. Sie wollen einfach nur geliebt und gemocht werden. Es äußert sich halt unterschiedlich bei den beiden. Aber dieser verletzliche, innere, weiche Kern ist bei beiden da und das ist halt eben auch Matt, der, will doch nur und auch irgendwie da im Auto noch in der Limousine da mit seiner Mutter das Telefon hat, was sie auch in Klammer bildet, die ja im Grunde genommen auch, ihm sagt so, naja, Was hast du denn vorzuweisen, Kind? Und naja, vielleicht werde ich heute gedankt.
Becci:
Und dann, wie das Ganze ausgeht am Ende.
Christian:
Rotatig.
Becci:
Also wirklich, also das Gold einfach, so zu bauen, dass das das Ende ist.
Christian:
Und das finde ich auch da wieder, so das Team hinter den Kulissen, diese Liebe für alles, für die Materie, für die Welt, für die Figuren, aber diesen Mut, immer diesen Schritt auch weiterzugehen. Und aus dieser Liebe heraus für diese Charaktere, aber trotzdem ihm diesen Erfolgsmoment halt nicht zu gönnen, macht es halt irgendwie so schön. Das ist ganz fantastisch eingefangen. Das gefällt mir großartig.
Becci:
Ja.
Christian:
Und dann haben wir noch die letzten beiden Folgen, die ja in einer Doppelfolge sind. Wir sind auf der CinemaCon, so heißt die neunte Folge. Und die zehnte Folge ist dann The Presentation. CinemaCon ist eine große Kinomesse oder wie nennt man das denn? Konferenz der Kinobetreibenden. Das ist jetzt nicht nur eine Filmgeschichte, sondern, das habe ich auch so in den Making-ofs gehört, das ist halt wirklich so, dass auf der Bühne, bevor irgendwie der neue weiß ich nicht, DC-Comics Superhelden-Ding gezeigt wird, sind die Chefs der Kinoketten, die dann über neue Snacks referieren und welche Cola man jetzt im Angebot hat und welche Innovation der Popcorn-Buckets im neuen Jahr auf uns zukommt. Also auf der Ebene wird ja auch diskutiert, weil es um die Kinos geht und da haben dann eben auch, mittlerweile kennen wir ja auch die großen Filmstudios und ihre eigenen Präsentationen und dann geht es eben auch darum, wer gewinnt Cinemacon? Wer hat die beste Präsentation für das nächste Jahr? Und ich habe diese Podcast von The Town auch gehört, wo sie über genau sowas gesprochen haben. Wer hat das beste Line-Up? Wer schwächelt? Welche Filme will man sehen? Und so. Da wird ja auch in Filmkreisen ein ganzes Video darüber diskutiert. Und da soll das Team rund um Matt die perfekte Präsentation halten. Im Kern natürlich Kool-Aid, The Movie, der große Mega-Blockbuster und naja, eine Menge läuft halt schief und macht Spaß.
Becci:
Und ein Grand Hollywood Buffet spielt eine große Rolle dabei.
Christian:
Oldschool, Oldschool Hollywood Buffet.
Becci:
Oldschool Hollywood Buffet, genau.
Christian:
Was ich so fantastisch fand. Was waren es? Die Mushrooms, glaube ich, ne?
Becci:
Ja, was halt auch deshalb ja besonders lustig ist, weil ja Seth Rogen auch dafür bekannt ist, ja, also damit schon mal was zu tun gehabt zu haben in seinem Leben.
Christian:
Auch da kann ich die Anekdote erzählen, diese Szene, wo der völlig zugedrönte Studio-Oberboss da irgendwie in diesen Gondeln von Las Vegas unterwegs ist, sagte Seth Rogen, dass ihm das irgendwie auch passiert ist. Also er war irgendwie auch mit einem Kumpel völlig high in Las Vegas und drüber ohne Ende und irgendwie gab es da auch diesen Moment, wo sie den Kumpel verloren hatten, um den dann halt völlig high auf so einer Gondel wegschwimmen zu sehen. Und er sagte, das ist mir vor Jahrzehnten passiert und diesen Moment habe ich nie vergessen und habe den da mal verewigt.
Becci:
Ich kann mich auch nicht entscheiden, ob ich jetzt den Haien bei Brian Cranston oder die Haie Zoe Kravitz lustiger fand. Also sie waren halt beide auf ihre Art einfach extrem lustig in dem, wie sie jetzt reagiert haben auf diese Drogen. Ja, also Zoe Kravitz, die quasi so außerkörperliche Erfahrungen hatte und quasi nicht mehr wusste, wird jetzt mit mir oder mit irgendwelchen Rollen oder geredet und also sehr gut, die ja auch eigentlich extra nicht mal Alkohol trinken wollte an dem Abend, weil sie so fit sein wollte für die Präsentation und bei Bryan Cranston auch so witzig, das ist ja der Grund, warum sie eben... Also zusätzlich dazu, dass Matt alles falsch berechnet hat, aber sie haben ihm ja schon vorher eigentlich für sein Alter ein bisschen zu viel von den Cookies gegeben, weil niemand wusste, wie alt dieser Mann eigentlich ist, weil er halt in Hollywood da 100 Schönheits-OPs und so und sie erfahren dann halt erst an dem Abend, wie alt er eigentlich ist und dass man da noch viel weniger eigentlich hätte nehmen müssen und so und dass sie deshalb halt so abdrehen.
Christian:
Ich fand einfach auch dieses, das war wohl auch irgendwie so improvisiert, aber diese Formulierung Oldschool Hollywood Buffet und dann halt auch von ihm immer dieses nicht explizite, aber das implizite Zwinker, Zwinker, als ob das ja der Terminus für alle im Business ist und alle wussten nicht, was, hä, okay. Und aber als, also er hat sich so ingefühlt in dieser Sache, so Teil dieses, äh, dieser Hollywood-Klicke, dieser Oldschool-Hollywood-Riege und fällt aber damit nur noch umso mehr raus, weil er zu doof ist, das richtige Verhältnis, die richtige Einheit von Gramm und was waren's, Ounces und so, irgendwie so zu vermischen, dass es halt viel zu hoch dosiert war, also fantastisch, einfach nur großartig.
Christian:
Ähm, je mehr er versucht hat, cool und Teil des Clubs zu sein, desto mehr hat sich gezeigt, wie außerhalb er eigentlich steht. Und auch da wieder diese perfekte Klammer, die Figur, die ja nur Teil sein will und gemocht werden will und umso mehr damit rausfällt, je mehr sie sich bemüht und so. Und dann klar, diese ganze Stoner-Comedy, die ja auch irgendwie an dieses, ich glaube, wie heißt der? Weekend at Bernie's oder so? Da gibt es doch so ein Film-Comedy-Klassiker, wo sie da irgendwie, glaube ich, mit so einer Leiche tun, als ob die lebendig wäre und, weißt du, Hut aufsetzen und irgendwie mit den richtigen Marionettensystem versuchen, dass niemand das erfährt und so gehen sie ja mit dem Studioboss da um, der ja, bei dem niemand ja erfahren darf wie high und wie drüber der eigentlich schon ist Und auch.
Becci:
Hier wieder dieses Momentum, was du ganz am Anfang angesprochen hast von, das könnte jetzt auch fies werden, dass zum Beispiel Patty hat ja diesen kurzen Moment wo sie dann Matt Berlini anrufen will, um, um unseren Matt hier in die Scheiße zu reiten und Und quasi, dass das dann im Podcast auftritt und alles irgendwie den Bach runtergeht. Und sie ruft ihn auch kurz an, aber dann stellt sie fest, ach nee, eigentlich sind es ja auch ihre Freunde und es ist alles irgendwie liebevoller. Und dann ist sie wieder mit drin in dieser ganzen, das ist ja fast wie ein Heist inszeniert, wie sie ihn dann da durch die verschiedenen Casinos in Las Vegas wieder zurückbringen, um ihn irgendwie wieder fit für diese Präsentation zu machen. Und am Ende hat man dann ja so einen richtigen, wir schaffen das jetzt gemeinsam Moment, den ich gar nicht mehr erwartet hatte bei dieser Serie. Das ist wirklich fast wie so ein Happy End am Ende auf der Bühne. Alles klappt mit der Präsentation. Also natürlich nicht so, wie es ursprünglich geklappt hat, aber ich glaube, niemandem im Publikum fällt am Ende auf, dass alles eigentlich ganz falsch gelaufen ist. Und sie sind alle ziemlich zufrieden. Und ja, das ist natürlich, hat man ein bisschen Angst, dass es dann auch das Ende der Serie sein soll. Aber es ist einfach ein gut passendes Ende für die Staffel gewesen. Auch wenn ich es nicht erwartet hatte.
Christian:
Ja, sehr versöhnlich am Ende.
Becci:
Ne?
Christian:
Sehr schöner Bogen, ja, ja. Ja, das sind die Folgen, das ist die Serie. Wir sind beide sehr gespannt auf die zweite Staffel, die auf jeden Fall kommt.
Becci:
Genau, mittlerweile wissen wir es.
Christian:
Genau, also ich sehe da auch glorreiche Zeiten auf die Serie zukommen. Ich bin mal gespannt, ob die bei den Awards auch irgendwie abräumt. Hollywood, über Hollywood geht ja immer gut bei Preisverleihung.
Becci:
Ja, ja, ja.
Christian:
Aber auch unabhängig davon, wie gesagt, also ich bin sehr begeistert. Auch die Interviews, die ich alle mir angeschaut habe, gerade mit Seth Rogen, den hatte ich so nicht auf dem Schirm. Als, ja, diese Art von kreativem Kopf. Also ich glaube, der ist weitaus klüger. Und auch, also allein diese ganzen Gratwanderungen, die die Serie macht. Allein das bei dem Casting so, wie feinfühlig und wie klug, aber auch bissig und also wie so ein Laserpointer zielt die ja immer wieder auf auch die Problematiken, die da sind, ohne, was wir schon besprochen hatten, ohne sich darüber zu erheben oder das auszuhöhlen. Sehr, sehr großartig und ich glaube, so wie der sich halt in den Interviews gibt, wie er auch von der Serie erzählt, ich glaube, dass das ein sehr.
Christian:
Das ist ja nur die Erscheinung, die ich beurteilen kann, aber dass es ein sehr gesunder Kopf ist, der sich, also das spiegelt sich in meinen Augen auch in der Serie wieder, dass man halt nie die eigene, den eigenen Boden unter den Füßen verloren hat bei der ganzen Sache. Und damit aus dieser Perspektive so erzählt. Und das meine ich, es bleibt warm, es bleibt liebevoll zu den Figuren, es kippt nicht in irgendwas Fieses, Böses, aber es verschließt auch nicht die Augen davor. Das romantisiert sich jetzt nicht in Hollywood zurecht, wie es vielleicht ein Demi Chazelle irgendwie getan hätte, der ganz viele Sachen einfach gar nicht sieht, gar nicht sehen will und immer wieder nur ins gute Alte zurück oder so, sondern das ist am Puls der Zeit.
Christian:
Das analysiert die Wunden, das macht sich lustig über die Wunden, aber mit so einer umarmenden Geschichte. Und das finde ich irgendwie auch... Also das ist sehr, sehr schön und ich habe große Hoffnung auf die zweite Staffel, vielleicht auch ein paar Befürchtungen jetzt, weil man ist nicht mehr der Underdog, also das kann auch schwierig werden, wenn jetzt alle nur noch applaudieren und sagen, das war ja ganz toll, was ihr da gemacht habt und natürlich sind wir sofort dabei und haben keine Einwände so. Wenn man aber diese Bodenständigkeit behält, dann freue ich mich auf jeden Fall auf die zweite Staffel.
Becci:
Ja, ich auch. Und ich habe natürlich so ein bisschen die Hoffnung, dass sie es gut schaffen, auch noch so ein paar aktuelle, also relativ aktuelle Diskurse einzubauen. Also das sind ja, man hat schon das Gefühl, die sind sehr am Puls der Zeit gewesen mit den Diskursen, die halt gerade so in Hollywood geführt werden. Und da passiert ja auch dauernd irgendwie was Neues, wo ich denke, das kann sich auch tragen über ein paar Staffeln, weil es immer wieder neue Ereignisse gibt, auf die man referenzieren und die man irgendwie so umbauen kann, dass sie in diese Serie so reinpassen. Von daher, ich freue mich auch erstmal und bin eher sehr positiv gestimmt, dass die das weiter gut hinkriegen werden.
Christian:
Ich bin auch sehr gespannt, was Apple draus macht. Also die Serie haben wir am Anfang kurz erwähnt, die läuft auf Apple TV Plus. Das heißt im besten Fall unendlich Geld zur Verfügung, wie es halt schon so andere, wie auch Martin Scorsese schon erfahren hat. Da ist eine Menge zu holen, wenn man irgendwie Teil der Riege irgendwie auch ist. Ich glaube, dass die Serie eben jetzt auch diesen Sprung so in die Favoritenliste der oberen Chefetage bekommen hat, einfach weil die hat einen Buzz, die wird diskutiert, ich weiß nicht, wie es mit Zahlen aussieht, aber ich glaube, die sind Apple auch nicht ganz so wichtig, wie zumindest diese, die wollen Hits und die wollen auch Hits, die ausbrechen aus, hey, wir sind hier der Spatenkanal, ne, so und da trifft es, glaube ich, sehr, sehr gut rein. Ich habe auch irgendwie gehört, das war, glaube ich, bei den Golden Globes, genau, da hatten wir, ach, so ein geiler Moment, da hatten wir ja immer wieder den Netflix-Chef Ted Sarandos, der immer wieder gedankt wurde. Und Matt ist ja auch, wie macht er das nur und was mache ich falsch und warum wird Netflix-Chef Ted Sarandos immer wieder gedankt und dann auf dem Klo spricht er ihn an und sagt, du, ich schreibe das in den Vertrag ein, also das müssen die Leute. Und er ist völlig perplex. Und auch da, diese ganzen Beta-Ebenen, super geil. Und ich hatte halt gehört, dass Apple wohl gesagt hat, können wir das nicht mit Tim Cook machen?
Christian:
Also kann nicht Tim Cook den Netflix-Chef ersetzen und da haben die vom Kreativ-Team gesagt, nee, es geht halt nicht. Also es ist halt einfach nicht vergleichbar. Netflix hat einen anderen Status als Apple und der Gag funktioniert halt sonst nicht. Man hat sich da durchsetzen können. Und deswegen frage ich mich, ob da jetzt so ein, ob das in der zweiten Staffel auch noch gehen wird, zu sagen, wir lassen mal die Anzüge und die Excel-Tabellenträger da draußen ein bisschen vor der Tür stehen, weil wir haben was Eigenes vor. Also wie viel wird da jetzt auch irgendwie reingeredet oder so? Mal gucken. Aber ich bin sehr optimistisch. Und meine größte Erkenntnis aus der ganzen Sache ist, dass ich mich noch mal ganz anders mit Seth Rogen auseinandersetzen muss. Also mit dem würde ich wirklich gern mal irgendwie eine Apfelschorle trinken, Weil ich glaube, der hat echt sehr spannende Sachen auch so zu erzählen. Also vielleicht entwickelt der sich auch gerade so ein bisschen aus dieser, ich mache ja nur lustige Stoner-Comedies. Also der ist sich auch der Absurdität dahinter nicht, also der weiß das. Das finde ich sehr, sehr gesund und sehr human an der ganzen Produktion. Das gefällt mir.
Becci:
Ich habe auch deshalb ein gutes Gefühl, weil bis jetzt alle Serien, die ich auf Apple TV geil fand, in der zweiten Staffel eigentlich noch besser wurden. Also sei es For All Mankind, sei es Severance, sei es Ted Lasso, sei es Shrinking, also Foundation, also alle haben in der zweiten Staffel nochmal eine Schippe draufgelegt und von daher, also ich bin sehr optimistisch, dass es gut weitergehen wird.
Christian:
Ja, ich freue mich auch schon drauf. Ich hoffe, es dauert nicht so lange wie bei Severance. Da waren es ja, glaube ich, drei Jahre zwischen den Staffeln. Mal gucken, wie sich das so gibt. Muss ich auch noch gucken, die zweite Staffel Severance. Also … Do it. Ja, und das meine ich, das ist das Schwierige. Diese eher schwereren Sachen ist momentan ein bisschen schwieriger, einfach da reinzukommen. Aber ja, was Serien angeht, geht uns auf jeden Fall der Stoff nicht aus. Das war eine sehr schöne Diskussion, Becci. Vielen, vielen Dank. Ja, wahrscheinlich sehen wir uns dann zur zweiten Staffel spätestens wieder.
Becci:
Ja, sehr gut. Ich komme.
Christian:
Und habt ihr was bei den KulturpessimistInnen noch dazu vor? Also ich reserviere schon mal den Spot für den Jahresrückblick. Also das Studio wird da auf jeden Fall sehr eng in der Auswahl sein. Mal gucken, was das kommt.
Becci:
Nee, tatsächlich, also es hat jetzt nicht so ganz bei uns reingepasst. Wir sprechen tatsächlich in der nächsten Episode über den neuen Superman-Film. Ich habe schon viel an dich gedacht letzte Woche, weil wir Superman 1 bis 4 geguckt haben in der letzten Woche. Auch Höhen und Tiefen, sage ich mal so. Und nee, genau, es hat jetzt nicht reingepasst, aber wir haben ja immer den Jahresrückblick, wo es dann auftauchen kann und ziemlich sicher auch wird. Also da können wir, glaube ich, von ausgehen.
Christian:
Ja, da gehört es hin. Ja gut, dann bis spätestens Jahresrückblick und oder Staffel 2.
Becci:
Alles klar.
Christian:
Bis dahin. Tschüss.