Second Unit #377 – Train Dreams (#OscarsUnit)

Artist: Second Unit
Album: Second Unit
Year: 2026
URL: http://secondunit-podcast.de/

Chapters

0:00 Intro
0:21 Begrüßung
5:10 Danksagung
7:03 Vorverständnis
13:43 Plot
23:04 Cast
28:48 Film
1:48:23 Best Picture Nominierungen Oscars 2026
2:33:59 Nächste Sendung: Pina (#3DUnit)
2:35:38 Abmoderation
2:38:00 Outro

Transcript

Christian:
[0:21] Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Second Unit, der Oscars-Unit in dieser Ausgabe. Mein Name ist Christian Steine und ich habe bei mir die wunderbare Maria, a.k.a. die Filmguckerin. Hallo.

Maria:
[0:35] Hallo.

Christian:
[0:36] Wir sprechen heute nicht über Knives Out. Wir sind heute nicht im Krimi-Modus. Naja, vielleicht schon. Aber in einem anderen Kontext. Wir sind bei den Oscars unterwegs. Wir fragen uns vielleicht nicht, wer war es, sondern wer bekommt ihn.

Maria:
[0:51] Ja, wahrscheinlich.

Christian:
[0:54] Ein sogenannter Who-Gets-It.

Maria:
[0:56] Who-Gets-It und in dem Film auch, gibt es ja auch, sagen wir mal, einen Kriminalfall, den es vielleicht auch zu besprechen gibt.

Christian:
[1:04] Ah, sehr gut. Ja, ja, ich merke schon. Ja, ich habe das in der Ausgabe auch schon mit Daniela gesagt zu Perfect Days. Ich bin ja großer Fan von Method Podcasting. Ich versuche ja immer, wenn es geht, den Inhalt des Podcasts an den Inhalt des Filmes irgendwie anzupassen. Was bedeutet, ich habe jetzt hier kein Soundboard vorbereitet, aber wir versuchen uns jetzt so ein bisschen in den Wald zu versetzen. Vielleicht so ein paar Vögelgeräusche im Hintergrund, so Blutdruck schon mal ein bisschen runterfahren.

Maria:
[1:36] Die Säge sägt langsam.

Christian:
[1:39] Was für ein Podcast vielleicht schwer wird, aber so ein bisschen wortkarger irgendwie so der Kontext.

Maria:
[1:46] Du, wir können uns auch einfach zwei Stunden anschweigen, dann haben wir auch was über den Film gesagt.

Christian:
[1:49] Ja, oder halt auch eher so ein lautstarkes Nicken und Grunzen war ja, so der Protagonist hat ja sehr gerne auch über so ein kommuniziert. Mal gucken, wie wir das hinkriegen. Ja, wir sprechen über, wie der Titel des Podcasts schon sagt, über Train Dreams. Und der Film, den wir uns rausgepickt haben aus der Nominierungsliste der Oscar-Verleihung für den besten Film des Jahres 2025. Wir sind im Februar 2026, gehen in den März über und das ist ja dann der Monat, wo die Oscars verliehen werden. Und das nutzen wir gerne, um über die Oscars zu sprechen, um eben auch über einen konkreten Film dieses Jahrgangs zu sprechen und in diesem Fall hast du, Also wir konnten uns erst nicht so richtig, naja, einigen ist das falsche Wort, wir hatten irgendwie nicht so richtig Bock auf die großen Favoriten in der Kategorie.

Maria:
[2:49] Ja.

Christian:
[2:50] Aus verschiedensten Gründen. Da werden wir am Ende vielleicht auch nochmal drüber sprechen, was nicht heißt, dass es schlechte Filme sind, aber einfach so, da fehlt so ein bisschen die Diskussionslust. Dann hast du, glaube ich, zaghaft, so habe ich das in Erinnerung, zaghaft so Train Dreams vorgeschlagen und ich hatte so ein bisschen Hoffnung auf den Film, habe ihn geguckt oder habe dir dann direkt geschrieben, Ja, sofort machen wir. Keine Frage, ist Thema erledigt.

Maria:
[3:15] Ja, ich habe, glaube ich, auch das eher so zaghaft vorgeschlagen, weil ich jetzt auch keine, ich wollte jetzt die Erwartungen nicht nach oben schrauben, weil ich habe ihn tatsächlich auch ganz ohne Erwartungen oder so geschaut und dachte, das möchte ich dir auch gönnen, diese Erfahrung. Und deswegen dachte ich, ich sage einfach nur so, guck dir den mal an so, ohne jetzt mehr durchblicken zu lassen, wie ich den fand, sozusagen.

Christian:
[3:36] Ja, das finde ich auch ganz schwer bei dem Film. Ich will, also, naja, da geht es schon fast los, ne? Wir haben ja noch ein bisschen was hier auf dem Zettel, bevor wir in den Film reingehen. Ein, wie ich finde, großartiger Film. Aber je weniger man von dem Film weiß und je seltener man zu hören bekommt, wie großartig der Film ist, desto besser ist der. Also es gibt nichts Schlimmeres als diese gehypten Filme. Und man sitzt mit verschränkten Armen davor und sagt, na, jetzt musst du mich aber mal überzeugen, ob du wirklich so ein großartiger Film bist.

Maria:
[4:05] Ja, ist auch ein bisschen unfair für den Film. Das war dann super schwer, einen überhaupt noch zu kriegen, wenn man schon die Erwartungen so weit oben sind. Naja, aber in dem Fall haben wir es, glaube ich, ganz gut hinbekommen, das Management der Erwartungen irgendwie ein bisschen nach unten zu schrauben.

Christian:
[4:18] Ja, doch, deswegen vielleicht auch da der Hinweis, glaubt uns, guckt ihn, er ist bei Netflix, also die Schwelle ist sehr gering, man kommt gut an den Film ran, man kann ihn sehr gut gucken. Schließt die Tür ab, macht das Telefon aus, schmeißt es in die Ecke am besten noch, also bloß nicht irgendwie noch nebenbei irgendwas rumgoogeln, setzt euch an den größten Bildschirm, den ihr habt, dreht auf und lehnt euch zurück, weil der Film ist wirklich, Auch sehr bildgewaltig, also das lohnt sich.

Maria:
[4:49] Ja, und auch, wie wir schon gesagt haben, Boxen an, Soundanlage auch schön laut.

Christian:
[4:54] Besten Kopfhörer für alle Beteiligten, also gönnt euch, der Film ist wirklich, ja, und dafür erstmal genug des Vorlobes, des Vorschwärmens, wir tauchen da gleich mal ordentlich ein.

Danksagung

Christian:
[5:08] Ja, wir haben ein bisschen was vor. Aber bevor wir da reintauchen, noch ein kleiner Werbeblock in eigener Sache, denn ihr könnt diesen Podcast hier unterstützen. Das tun auch schon einige Leute, bei denen werde ich mich auch gleich bedanken. Aber alle, die das auch tun wollen, können das am allerbesten auf secondunitstudios.plus oder wo auch immer ihr gerade das hier hört. Ihr guckt mal in die Shownotes und klickt euch da mal durch und könnt mal ein Abo dalassen. Ein bisschen Geld, was hier monatlich reinfliegt. Ihr bekommt auch was zurück. Ihr bekommt die regulären Podcasts, besser, schneller, früher. Ihr bekommt sie mit Kapitelmarken. Ihr bekommt hier unsere strengen Geheimnotizen, die wir uns immer hier nebenbei gemacht haben. Ihr bekommt auch Transkripte zu den Sendungen. Ihr bekommt die Podcasts einen Tag früher. Und ihr bekommt auch Bonussachen, jede Menge Bonussachen. Es gibt eigene Podcasts in diesem Plus-Bereich. Es gibt auch eigene Formate in diesem Plus-Bereich. Klickt euch da einfach mal durch. Schaut mal auf secondunitstudios.plus. Da gibt es auch eine große Übersicht aller Inhalte und auch der exklusiven Inhalte. Und vor allen Dingen unterstützt ihr den Podcast. Ihr unterstützt ihn nachhaltig. Das ist die beste Art und Weise, um zu zeigen, dass das hier weitergehen soll und auch dafür zu sorgen, dass das hier weitergeht.

Christian:
[6:22] Und das tun auch einige Leute so sehr, dass ich mich bei denen persönlich bedanke. Vielen Dank an Anne, Sebastian, Christiane, Entschuldigung, Christian, Rüdiger, Thomas und Markus. Wenn ihr auch erwähnt werden wollt, klickt euch da mal durch. Es gibt auch eine, ja, eine Abo-Kategorie. Da bekommt ihr sogar persönliche Danksagungen, Postkarten auch Ende des Jahres zugeschickt. Also da gibt es dann ein paar Gutis noch obendrauf zu den schon erwähnten. Vielen Dank an alle, die es tun. Vielen Dank an alle, die es genau jetzt tun oder ja, ich lasse noch durchgehen, spätestens morgen, aber dann macht euch einen Reminder. Macht euch mal so eine Erinnerung und dann macht das gerne auch morgen. Ist ja auch schon spät, zumindest hier bei uns. Also, vielen, vielen Dank und ja, vielen Dank.

Vorverständnis

Christian:
[7:03] Dann die Frage, die immer unter den Fingernägeln brennt tatsächlich. Was ist so dein Vorverständnis zu dem Film gewesen? Eben weil das so ein kleines süßes Ding irgendwie auch ist. Wie bist du rein in den Film und bist du durch die Oscars auch jetzt zu diesem Film erst gekommen?

Maria:
[7:28] Also ich habe durch die Arbeit schaue ich immer mal jede Woche eigentlich, was im Kino startet, und dann habe ich tatsächlich gesehen, dass der Film startet und ich hatte davor noch gar nichts davon gehört habe dann das Poster gesehen, und den Titel und dachte dann so oh ja, das sieht eigentlich ganz nett aus aber wie es immer so ist, man bekommt auch eine Menge andere große Filme ins Kino und ich habe es dann irgendwie nicht ins Kino geschafft Kurze Frage.

Christian:
[7:55] Beziehst du dich dabei auf einen deutschen Kinostart?

Maria:
[7:57] Ja.

Christian:
[8:00] Jetzt ärgere ich mich, aber ich habe den da, ich habe, okay, erzähl mal weiter.

Maria:
[8:06] Genau, und ich glaube, da kam nämlich zu so einer etwas ähnlichen Zeit als wie Frankenstein raus. Ich glaube, die haben das irgendwie so bei Netflix so ein bisschen zu einer ähnlichen Zeit irgendwie in die deutschen Kinos gebracht. Und dann hat Frankenstein irgendwie alles auch so medial, glaube ich, dann etwas überlagert. Und er war einfach irgendwie lauter. Und der Film ist so ein bisschen untergegangen, also auch für mich, also ich glaube aber insgesamt auch, aber auch für mich. Und dann habe ich eigentlich erst wieder an den Film gedacht, als wir beide dann hier besprochen haben, welchen Film wir für die Oscar-Ausgabe besprechen möchten. Und ja, wie du ja schon angekündigt hattest, waren wir irgendwie, ich weiß auch nicht, es war ein bisschen schwierig dieses Mal. Es gab jetzt nicht so von vornherein sofort einen Film, wo wir beide total draufgesprungen wären und gesagt haben, also den machen wir auf jeden Fall. Es gab natürlich irgendwie heiße Kandidaten, Aber ich habe dann gedacht, Mensch, da war doch dieser Traindreams und der hat das Praktat so nett aus und ist vielleicht was für mich und habe mir dann tatsächlich, ohne nochmal mich vorher zu informieren, worum es eigentlich geht, den einfach angeschaut. Weil, wie du es schon sagst, der Zugang ist super einfach. Einfach bei Netflix geguckt, mir einen ruhigen Abend gesucht und dann mir den angeschaut. Und war dann dementsprechend, da ich keine Vorerwartungen hatte.

Maria:
[9:18] Total, ich weiß nicht, überrollt kann man jetzt vielleicht nicht sagen, aber wirklich hin und weg. Also ich hatte nicht erwartet, dass der so gut und interessant ist, wie er dann letztendlich war. Von daher, ja, das war dann. Und ich hatte dann so eine ganz gemütliche Couch-Experience, was, glaube ich, auch ganz schön ist. Aber ich hätte ihn jetzt im Nachhinein auch sehr gerne im Kino gesehen. Also das ist ein bisschen schade, dass ich das verpasst habe. Ich habe auch das Gefühl, der war auch sehr schnell wieder raus. Also ich habe dann auch, als ich gehe, halt tatsächlich relativ oft ins Kino und habe dann auch eigentlich den dann nicht mehr in Programmen relativ schnell nicht mehr gesehen. Also der war dann, glaube ich, doch schnell verschwunden auch wieder, sogar aus den kleineren Kinos und so. Und ja, von daher war es für mich jetzt eine Couch-Erfahrung, aber ja, Kino wäre auch sehr schön gewesen. Aber so ist das jetzt nicht gekommen. Aber ja, auf jeden Fall gute Entdeckung, würde ich mal sagen.

Christian:
[10:06] Ich habe mich so geärgert, weil ich mir dachte, nach der ersten Sichtung, Ich habe den jetzt auch zweimal geguckt, nach dem ersten Mal schauen, dachte ich, boah, Den hättest du jetzt echt im Kino gucken müssen, aber dann war ich so sozusagen erleichtert, weil ist ja Netflix Film und dachte ich, na den haben sie hier garantiert nicht ins Kino gebracht, weil zu klein und zu nischig und eben nicht Del Toro, Frankenstein, großer Oscar-Kandidat und Netflix setzt da ja auch, also Netflix programmiert ja bewusst gewisse Filme auch ein bei den Oscars und so. Und da war Frankenstein, ich hatte auch irgendwie noch einen anderen, von einem anderen gehört, der es dann auch gar nicht geworden ist, ich glaube dieser Noah Baumbach Film, ich habe den gar nicht gesehen, ich habe gar keine Ahnung welcher das war Jay Kelly und so war es ja auch glaube ich so ein Ding wieder über Hollywood oder so.

Christian:
[11:00] Naja auf jeden Fall war ich dann erstmal so erleichtert aber wenn du jetzt sagst, der lief auch hier irgendwie im Kilo, also, wirklich ganz ganz stark und ja, ich hab den auch erst so durch die Oscars auf dem Schirm gehabt, ne, und dann mit den Oscar-Nominierungen geht's dann ja auch so bei uns immer los, was, welcher wird es wohl, ne, und dann, ähm, ich hatte den, also ich hab mir dann alle erstmal an, also so ein bisschen so, ne, Zusammenfassung angeschaut, jetzt nicht richtig geguckt, auch keine Trailer oder so, aber so im Schnelldurchlauf, alle mal so ein bisschen, okay, welcher ist jetzt welcher, ja, der Formel-1-Film, okay, der ist mir ein Begriff, dass man mal so ein, zwei Sätze, ein Plakat, dass man einfach mal so ein grobes Ding... Und da hatte ich schon Hoffnung auf Train Dreams, weil dieses... So amerikanische Geschichte, irgendwas so um die Jahrhundertwende. So, das ist eigentlich auch so mein Ding, mein Thema, meine Zeit. Dann dachte ich dann auch, okay, Phil, hoffentlich ist das was. Aber hatte andere denn noch vorher in dieser engeren Auswahl?

Christian:
[12:05] Und da werden wir am Ende, glaube ich, auch noch ein bisschen darauf zu sprechen kommen, was so mit den anderen los ist. Aber war dann auch sehr also es war positives Signal, dass du schon mal gefunkt hast, hey Train Dreams, ich habe ihn jetzt gesehen und ich werfe mal so den Titel in den Hut, dann hatte ich noch in einem Podcast gehört, The Town das ist so ein Hollywood-Podcast, von dem ehemaligen Chefredakteur von The Hollywood Reporter, der sich eben auch sehr viel mit Hollywood LA und so beschäftigt und da ging es dann glaube ich auch um die Oscar-Nominierung und da kam dann auch Also da haben sie über den kurz gesprochen und haben auch gesagt, ja, der gewinnt schon so langsam an Fahrt als Geheimtipp. Also der wird so ein bisschen organischer entdeckt, auch von der Academy. Der war ja auch vielleicht ein bisschen überraschender in der Auswahl und da meinten die halt auch so, ja, kann vielleicht auch daran liegen, dass der eben auch gar nicht so krass von Netflix gepusht wurde wie J. Kelly und wo alle gesagt haben, danke, nein, sondern eher so ein Film, der sich anfühlt wie einer, den man selber entdeckt. Und wie so ein, ne, das ist ja auch immer so ein, in jedem Oscar-Rennen ist ja so dieser, kleine, süße Geheimtipp, wie so ein rohes Ei, den will man nicht zu eng umarmen, um ihn nicht zu zerstören, so, und dann gibt's halt immer die Top-Favoriten und irgendwie von großen Studios gepusht und so. Und da wurde ich dann noch helliger und dann war das so der zweite Punkt und dann hab ich ihn geguckt und dann war der Headtrack voll und dachte, ja.

Christian:
[13:30] So einen, so einen möchte ich auch gerne besprechen, so einen, ein Film im Wald mit wenig Dialogen, aber sehr viel Emotionen, das passt. Das machen wir. Ja, und deshalb besprechen wir ihn jetzt.

Maria:
[13:41] Ja, ich freue mich.

Plot

Christian:
[13:43] Kannst du so wortreich oder wortkarg, wie du willst, diesen Film noch mal oder überhaupt zusammenfassen, falls Leute den vielleicht noch gar nicht irgendwie ... Also gerne mal mit Spoiler, Spoilerwarnung. Aber erinnere mich noch mal zurück.

Maria:
[13:58] Ja, mache ich gern. Also der Film erzählt vom Leben von Robert Greiner, der ein Holzfäller und so Waldarbeiter in Idaho ist. Am Anfang wird auch direkt gesagt, dass er irgendwie niemals weiter als 50 Meilen von seinem Heimatort weggekommen ist. Also er ist so ein bisschen da, oder von dem Ort, wo er dann gelebt hat. Also er hat keine großen Reisen gemacht. Er hat immer irgendwie dort in dieser Gegend gelebt. Und der Film, am Anfang direkt, es gibt eine ganze Zeit ein Voice-Over, das uns so ein bisschen die Geschichte erzählt.

Maria:
[14:38] Irgendwann wird es ein bisschen weniger, aber am Anfang ist es natürlich sehr stark, weil wir da direkt erstmal reingeworfen werden und die Erzählgeschwindigkeit, darüber können wir auf jeden Fall auch gleich noch reden, ist relativ hoch am Anfang schon und dann auch später immer noch, aber am Anfang besonders hoch, weil es wird dann uns erzählt, dass er irgendwie in Weise ist, und eben nach Idaho geschickt wird, mit dem Zug dahin gefährt, wo er dann eigentlich lebt, weil es kein Mensch ist, das ist gar nicht richtig gesagt, bei seinen Onkel, Tante oder irgendwie sowas. Und ja, Dann gibt es einen ziemlich krassen Sprung, 20 Jahre später. Er ist irgendwie erwachsen und lernt Gladys kennen. Und sie verlieben sich instantly und beschließen dann, dass sie ihr Leben verbringen möchten und bauen eine kleine Hütte an so einem Fluss, irgendwie so mitten im Wald.

Maria:
[15:30] Und einen Cut später haben sie schon ein Kind. Also es geht wirklich relativ schnell. Und dann nimmt sich der Film aber etwas mehr Zeit, um dann das Leben, also vor allem das Arbeitsleben auch von Robert unter die Lupe zu nehmen, wie er mit dem Zug halt in die verschiedenen Wälder fährt, wie er dann dort Bäume fällt, wie er mit den anderen Arbeitern am Feuer sitzt und die kennenlernt, wie die Arbeit aussieht. Aber eigentlich geht es immer doch tatsächlich mehr um diese Gemeinschaft dieser Menschen, die da irgendwie doch so ein bisschen auch teilweise lost und so ein bisschen einsam sind und die dann dort zusammenkommen. Und auch direkt am Anfang gibt es eine Szene, wo er nicht Bäume fällt, sondern beim Ausbau der Eisenbahn hilft, und dann gerade mit einem chinesischen Mitarbeiter zusammen irgendwas sägt. Und dann tauchen so drei, vier Männer auf, die den anderen Arbeiter wegzerren, und von der gerade eben frisch gebauten Eisenbahnbrücke runterschmeißen. Das ist eine relativ gewaltvolle Szene, geht aber auch sehr, sehr schnell, muss man sagen. Er ist noch so ein bisschen, er fragt immer so, was hat er denn getan, was ist denn hier los, aber dann ist es eigentlich schon zu spät. Also im Grunde, ja, er sieht ja diesen, diesen.

Maria:
[16:51] Dieses Lynching im Grunde direkt mit und, Es wird ihn dann von diesem Tag an verfolgen. Also durch den ganzen weiteren Film sehen wir dann immer wieder diesen Arbeiter, der sozusagen wie so eine Art Vision auftaucht in seinem Alltag und auch in seinen Träumen. Der Film heißt nicht umsonst Traindreams, also es gibt eine Menge Träume und wie gesagt so Visionen. Und dieses Ereignis lässt ihn nicht mehr los. Und genau, im Grunde genommen geht der Film dann so ein bisschen, wie gesagt, auf diese Arbeit ein, diesen Wald, aber lässt diesen Arbeiter halt auch nicht los. Und eigentlich möchte er aber am liebsten bei seiner Familie sein. Das wurde dann auch ganz oft erzählt, dass er eben dort am glücklichsten ist, bei seiner Frau und Kind und die ihn auch sehr doll vermisst und sie ihn auch. Und eigentlich möchte er gerne dann, sie beschließen dann, also seine Frau und er beschließen dann, eine Segelmühle zu kaufen, damit er einfach dort bleiben kann und nicht mehr weg muss, um zu arbeiten. Und er hat quasi wie so ein bisschen One Last Job, will er dann nochmal eine längere Zeit im Wald arbeiten, um genug Geld zu sammeln, um diesen Traum zu erfüllen. Und als er dann davon zurückkehrt, ist er im Zug und man sieht schon riesengroße Rauchwolken. Der Wald brennt, in dem er lebt und er stolpert dann durch diesen brennenden Wald zu der Hütte und die ist nicht mehr da. Also die Hütte ist weg und auch seine Familie. Und eigentlich ist dann ab dem Punkt...

Maria:
[18:18] Ist er dann einfach ja im Grunde genommen total depressiv, wartet auf seine Familie, die irgendwie nicht zurückkommt. Er sucht die dann auch, aber er findet die nicht. Und er freundet sich dann mit einem, oder der ist schon vorher so ein bisschen in seinem Leben mit einem Ladenbesitzer an, der dann so ein bisschen auch immer mal nach ihm schaut und so. Und er geht dann auch noch mal ein paar Jahre, also es vergehen dann Jahre, es gibt dann relativ schnell auch wieder mal größere Sprünge. Er geht dann auch nochmal in den Wald und möchte dann nochmal arbeiten, aber stellt dann relativ schnell fest, die Welt hat sich weiter bewegt. Er ist jetzt irgendwie deutlich älter geworden. Das fällt ihm alles nicht mehr so leicht. Und danach ist er dann zurück in der Stadt und baut seine Hütte auch wieder auf. Also tatsächlich baut er dann sein Leben so ein bisschen wieder auf. Arbeitet dann als so Fahrer. Er hat dann so eine kleine Kutsche, mit der er so Leute und Dinge durch die Gegend transportiert. Und lernt dann noch so eine Frau kennen, die dort in so einem Firewatch, also in so einem Turm arbeitet, wo sie halt so ein bisschen Wildaufsicht macht. Das ist nochmal so ein kleines Ding, was passiert. Und eigentlich ist er aber von dieser Trauer derzeit sehr stark gefangen, wenn man so will, und wartet. Also ist immer noch in so einer wartenden Position. Dann gibt es auch noch einen...

Maria:
[19:35] Ein Ereignis, das ihn dann nochmal mehr daran bindet. In der Nacht findet er gleich an der Hütte ein junges Mädchen, was er für seine Tochter hält, in Anführungsstrichen, was die so ihr Alter jetzt hätte. Das war so ein, weiß ich nicht, 12-, 13-jähriges Mädchen. Mit einem gebrochenen Bein, er trägt sie nach drinnen und verarztet sie, schläft dann am Bett ein und als er aufwacht, ist sie halt auch weg. Also es ist dann auch nur so ein kurzer Moment, der ihn aber dann wieder in so eine wartende Position bringt, weil er denkt, vielleicht kommt hier nochmal wieder oder vielleicht, ne. Und eigentlich springt der Film dann noch ein paar Mal nochmal in der Zeit. Er ist dann schon relativ alt und besucht die nächstgrößere Stadt, Spokane.

Maria:
[20:21] Und stellt dann, das ist dann ein sehr krasser Kontrast zu einem davor, also wo man immer diesen Wald und diese Wildnis hat, ist auf einmal diese Stadt dann gewachsen, in der er dann anscheinend öfter mal hinfährt. Das wurde dann so erzählt und dann irgendwie da rumwandert, so ein bisschen... Also orientierungslos oder auch vielleicht jetzt nicht unbedingt, also ohne ein Ziel, sag ich jetzt mal. Und ganz am Schluss sieht man, wie er, da gibt es dann irgendwie so einen Flugplatz, da geht er dann hin und da kann man für fünf Dollar irgendwie sich einmal im Kreis fliegen lassen, das macht er dann. Und das ist irgendwie auch noch mal so eine sehr, für ihn scheinbar sehr krasse Erfahrung, die ihn so, ja, noch mal so ein bisschen anders erdet. Und dann gibt es noch mal einen starken Zeitsprung und wir sehen dann seine Hütte noch einmal von außen, die so ganz überwuchert und durch Wachsen mit Bäumen und Pflanzen und so ist und im Grunde genommen liegt er oder seine Leiche vielmehr auf dem Bett und auch die ist ganz durchwuchert von Pflanzen und der Film ist im Grunde zu Ende. Mit seinem Tod endet der Film sozusagen. Genau.

Christian:
[21:22] Ja, und wie du auch schon gesagt hast, ganz wichtig ist auch dieser Erzähler, also dieses Voice-Over, das halt von dem Erzähler stimmt. Das ist ja nicht er selber, sondern tatsächlich ein allwissender Erzähler, der uns dann immer mal wieder Kontext liefert, gerade die ersten Jahre und die letzten Jahre, ja auch immer wieder kommentiert. Interessanterweise, so habe ich das beobachtet, erzählt er nicht, während er mit seiner Familie zu Hause ist, sondern da ist Robert einfach. Also können wir gleich auch nochmal ein bisschen drüber sprechen, über diese Episoden oder über diese Momente. Ja, Wahnsinns, Wahnsinns Ding. Ich finde es auch ganz schwer, irgendwie so... Die Erinnerungen sind wieder hochgeschossen bei mir, so gerade diese Momente. Das ist ein Film, der halt einfach von diesem momenthaften Poesiealbum oder Fotoalbum-Charakter irgendwie, also wie du gesagt hast, es ist ein komplettes menschliches Leben, was gezeigt wird, klar mit vielen Sprüngen, aber eben auch so kommentiert wird. Das wird ja, glaube ich, gleich am Anfang irgendwie auch gesagt, dass er, glaube ich, irgendwie bis in seine 80er irgendwie alt wurde, aber ich weiß gar nicht mehr, irgendwas wurde irgendwie auch gesagt, hat irgendwie nie, weiß ich gar nicht mehr, was es war, hat irgendwie nie.

Christian:
[22:41] Geräte benutzt oder also das hat so sehr gut am Anfang schon irgendwie diesen riesen Bogen aufgespannt, obwohl man noch gar nicht wusste, was das jetzt eigentlich für ein Film so richtig wird, hat er schon gleich so in diesen ersten Erzählminuten, auch schon so aufgemacht. Das ist ja eine komplette Lebensgeschichte, die wir hier irgendwie aufzeigen und ja, sehr, sehr, sehr, sehr schön auf jeden Fall.

Cast

Christian:
[23:04] Cast und Crew, da sind auch ein paar ja nicht nur schöne Leute, sondern auch sehr, sehr, sehr tolle Leute. Also erstmal in Sachen Crew, wir haben bei der Regie Clint Bentley, der auch das Drehbuch mitgeschrieben hat, zusammen mit Greg Quedar. Das Ganze basiert auf einer Novella von, Ich glaube eher französisch ausgesprochen Denis Johnson. Ja, einem Autor, der glaube ich auch schon etwas länger verstorben ist. Genau. Dann beim Cast Joel Edgerton als Robert Grania, Felicity Jones als Gladys Grania. Wie du gerade so schön gesagt hast, Robert hat sie kennengelernt. Ich habe eher das Gefühl, sie hat ihn kennengelernt. Also es ist auch ein tolles Zusammentreffen der beiden. Auch wieder so toll.

Maria:
[23:51] Ja, sie hat ihn geangelt, ganz klar.

Christian:
[23:54] Ja, und irgendwie auch von dem Erzähler so toll. Sie stellt sich ihm, glaube ich, so vor, als ob Frauen das immer so gemacht hätten. Also diese kleinen, feinen Kommentare auf diese Situation finde ich immer so toll, auch in dieser Erzählung.

Maria:
[24:07] Ja, und dann auch, ich glaube, ganz kurz danach kommt dann irgendwie so eine Szene, wo er dann wieder in die Kirche geht und dann sagt die Erzähler so, er fand plötzlich großes Interesse an der Kirche.

Christian:
[24:15] Ja, weil sie im Kirchenkurs sind, ja. Genau. Dann haben wir Nathaniel Arkend als Ignatius Jack. Wir haben Clifton Collins Jr. als Boomer. Das war in den Rückblenden sozusagen oder in den Kindheitserinnerungen war das so ein Wanderer, der da oder weiß ich gar nicht, was das da einer war, aber der da so in so einem Felsen irgendwie festhing. Ich glaube, der da irgendwie, irgendjemand hat ihn da, glaube ich, irgendwie verletzt oder angeschossen oder irgendwie sowas. Und der Robert hat diesen Typen da so irgendwie, also so schon irgendwie als Kind irgendwie mit dem Tod in Berührung gekommen und so. Da springt der Film ja am Anfang auch noch sehr stark. Ist mir nur aufgefallen, weil ich glaube, ich habe das nur so am Rande recherchiert, der Clint Bentley hat auch schon einen Film vorher mit Clifton Collins Jr. Gemacht und das war so ein bekannteres Gesicht, wo ich dachte, Moment, warum ist der in so einer super Mini-Rolle? Habe ich später gesehen, ah, der war mal in dem Film davor, die Hauptrolle. Okay, man kennt sich, man hat da wahrscheinlich so ein bisschen. Dann haben wir Carrie Condon als Claire Thompson, das ist diese Forscherin, Naturforscherin, die am Ende dann nochmal auftaucht. Wir haben William H. Macy als Arne.

Christian:
[25:21] Pebbles, Pebbles, einer der Holzarbeiter, dieser Ältere, der da von so einem Ast einfach erwischt wird, fantastisch besetzt und gespielt, also allein wie der da auf so einem Baumstumpf saß und Pfeife geraucht hat und das Treiben der anderen kommentiert hat und das Wetter kommentiert hat und immer stark Regen sitzt. Zu sagen, also früher, da gab es mal einen richtigen Regen, das ist ja doch kein Regen. Also ihr Jungs stellt euch hier wieder, also fantastisch. Super.

Maria:
[25:52] Das ist aber wirklich super gut. Und dann auch so, ja, früher war es richtig, ja, war es noch richtig heiß, da war es wie in der Hölle und die Sonne war viel näher in der Erde und also richtig so weird und so. Ich hatte auch erzählt, das war so spaßig.

Christian:
[26:03] Ich habe das eigentlich so ganz verstanden, weil ich die Geografie noch nicht so nachgeguckt hatte, aber er sagt doch irgendwie auch immer, wie nennt er die immer? Nevada Boys?

Maria:
[26:14] Die Minnesota Boys.

Christian:
[26:15] Minnesota Boys, genau. Für euch Minnesota Boys ist das ja alles und so. Das fand ich auch irgendwie gut. Diese regionalen Spitzfindigkeiten, die da ausgeteilt wurden. Wir haben Will Patton als Erzähler und wir haben Alfred Singh als Fusheng, dieser chinesische Arbeiter, der da halt runtergeworfen wird. Und da so ein, ja, in diesem traumatischen Erlebnis, da können wir gleich auch noch mal ein bisschen drüber sprechen, wofür das eigentlich steht. Ich dachte auch, dass der Film das irgendwie alles noch größer macht. Ich fand das irgendwie klasse, wie das in diese Lebensgeschichte eingebaut wurde als so ein Background irgendwie. Also das ist jetzt keine ... Keine Erzählung dessen, sondern das ist ein Trauma, was Robert Grenier miterlebt und mit sich halt weiterträgt, wie so viele Dinge im Leben einfach weiterträgt. Das fand ich irgendwie auch ganz, ganz spannend, so dieses, ich meine, der Film ist, glaube ich, 100 Minuten lang und erzählt irgendwie, glaube ich, über 80 Jahre Lebensgeschichte, also und da ist das halt so einer dieser, dieser Fotoalbum-Momente, dieser größeren Momente irgendwie so, wie eben der Arbeiter darum geworfen wird.

Maria:
[27:29] Ich hatte den Film jetzt auch dann zum zweiten Mal geschaut und ich hatte das irgendwie so abgespeichert, dass, also mir war noch klar, dass das super wichtig war, diese Szene, aber mir war nicht mehr klar, dass die so früh im Film schon kommt und wie kurz die ist. Also das war so, ich war dann so beim zweiten Sicht mal so, huch, ach so, das war es jetzt schon. Und das hat mich irgendwie überrascht jetzt auch nochmal, weil das dann doch, ich hatte das Gefühl, nochmal im Nachgang oder wenn man dann über den Film nochmal nachdenkt später, oder es wächst so sehr. Also man hat das Gefühl, das ist super, also es ist ja auch wichtig, aber die Szene selbst ist total banal und geht ganz schnell vorbei. Und das Gewicht kommt dann eigentlich erst später und auch sozusagen für die, Zuschauer irgendwie auch. Also das fühlt sich dann viel, viel doller an. Und beim zweiten Mal schauen war ich dann so, oh, okay, das war jetzt ja echt schnell und auch ging ganz fix und dann kommt halt erst dieses Verfolgtwerden und so davon und von seinem Gesicht und so. Aber ich weiß auch nicht. Ich war jetzt noch mal überrascht, als ich den Film jetzt das zweite Mal geschaut habe.

Christian:
[28:31] Ja, ja, also wenn man halt irgendwie nur so eine knappe Zusammenfassung, ich hatte irgendwie nur drei Sätze von dem Film gelesen und ein Satz bezog sich irgendwie auf dieses Ereignis, wo ich dachte, okay, das ist die große Verhandlung, weißt du? Aber es schwingt halt mit. Können wir gleich auch noch ein bisschen drauf eingehen, ja.

Film

Christian:
[28:48] Vielleicht versuchen wir irgendwie uns dem Film selbst auch irgendwie zu nähern. Vielleicht auch eher über so ein paar, ich will nicht sagen technisch, sondern eher eigentlich das Gegenteil, eher natürliche Dinge. Denn dieses Setting und dieser, also dieser Wald, der ist so wahnsinnig wichtig. Dieser Ort, dieses Zuhause, die Familie, wie du schon gesagt hast, diese Hütte, die sie da bauen, am Fluss, irgendwo um nirgendwo auch völlig abgeschlagen. Da kommt ja niemand vorbei, da ist kein weiteres Leben um dir herum. Die haben da wirklich so ihre Idylle, ihre Einöde, ihr Paradies für sich. Und er muss aber immer wieder gehen. Also er muss ja immer wieder sein eigenes, persönliches Glück verlassen. Und bleibt im Wald, in anderen Wäldern, bleibt in der Natur, aber ist halt auch in seinem Schaffen, in seinem Tun natürlich sehr zerstörerisch irgendwie dabei. Und ich finde diese Gegensätze auch spannend irgendwie gemacht, obwohl der Film so ein für mich so ein entschleunigendes Ding irgendwie ist, wenn man sich wirklich drauf einlässt, weil der langsam erzählt und weil er halt in diesen tollen Wald-Settings und auch diese Geräuschkulisse und so, das ist wahnsinnig beruhigend so irgendwie, trotz der Dinge, die auch passieren, aber ja, das fand ich irgendwie ganz, spannend irgendwie so, dass dieser Film, also wie sehr der Film ...

Christian:
[30:14] Die Natur zeigt, die Natur wiedergibt, sich auch, also auch diese Bilder sehr bildstark ist und irgendwie auch viel, ja, die Natur auch irgendwie zeigt und einfach sein lässt und damit ja auch ganz viel vermittelt und ganz viel erzählt. So auch der Robert, der halt wenig redet oft, sondern einfach irgendwie auch so da ist, dass das, ja, das hat mir schon wahnsinnig gut gefallen. Also ich weiß nicht, wie diese Wirkung auch so dieses Settings für dich war.

Maria:
[30:47] Ähnlich, aber auch, ich finde, es ist schon sehr beruhigend und vor allem natürlich dieser Ort, den sie sich da schaffen, also dieses Zuhause. Das fand ich auch sehr schön gemacht, sehr, wie kann man das nennen, irgendwie sehr anheimelnd oder so hoffnungsvoll. Als sie dann beschließen, dass sie ihr Leben zusammen verbringen wollen, dann legen sie ja erst so Steine da so auf den Boden und dann laufen sie sozusagen auf diesem Grundriss, den sie da jetzt gebaut haben, rum und sagen, ja, hier kommt das Schlafzimmer hin und hier muss auf jeden Fall ein Fenster hin, damit ich den Fluss sehen kann und so. Und das fand ich irgendwie total...

Maria:
[31:24] Ja, total schön und auch nachvollziehbar. Ich glaube, das kennt wahrscheinlich jeder, der mal in einer Partnerschaft war oder ist, dass man dann so gemeinsam ein bisschen eine Zukunft ausdenkt und wie das immer sein soll. Und wir möchten dann immer jeden Morgen aus dem Fenster schauen und den Fluss sehen und keine Ahnung. Und das fand ich irgendwie so, also es gab so sehr viele und das ist, glaube ich, nur einer der Momente, ganz viele Momente, wo man so denkt, das habe ich genauso auch schon mal gemacht oder ähnlich oder ich kann das total gut nachempfinden, was jetzt hier gerade erzählt wird. Und genau, sie bauen sich ja dann da dieses kleine idyllische Haus, wo sie dann da wohnen. Genau, ganz weit weg, hat man das Gefühl. Auch wenn er dann doch öfter mal auch in der Stadt ist und dann da aushilft und so. Also es scheint dann doch nicht ganz super abgelehnt zu sein. Aber für die beiden ist das halt so ein Rückzugsort. Und ja, auch sehr, finde ich, auch nämlich total so wildnismäßig wirkt. Also es wirkt so, als wenn er weg ist, muss er da halt alleine da irgendwie fighten. Und dann nachts jaulen die Wölfe. Und man weiß halt nie so ganz genau, wie sicher das dann alles so ist. Und was ich auch spannend finde, dann auch diese Waldsituationen, in denen er dann ist, wenn er arbeitet.

Maria:
[32:29] Ich finde, das ist dann sehr viel unterschiedlicher. Also da gibt es auf jeden Fall Szenen, in denen es super idyllisch und schön ist. Aber dann eben auch den Kontrast, weil, ja, wie du schon sagst, die zerstören dieses Idyll ja im Endeffekt. Also sie fällen die Bäume. Auch einer der ersten Shots, der auch wirklich super war, ist ja so eine Art Blatt. Point of View des Baums, wo wir die Kamera so an den Baum machen und dann wird er so gefällt und man sieht das sozusagen, man geht so mit, wie der Baum so umfällt.

Maria:
[32:55] Und auch generell, also dieses Bild von fallenden Bäumen, als so ein.

Maria:
[33:01] Wir machen jetzt die Natur komplett aus dem Weg, die muss jetzt reweichen für etwas, was wir bauen wollen oder die muss jetzt ihre Ressourcen hergeben für eine neue und bessere Welt sozusagen. sagen.

Maria:
[33:10] Das ist natürlich etwas, was die ganze Zeit so mit dabei ist und es gibt dann auch eine Szene, die ich auch oder ein Bild, das ich auch sehr eindrücklich fand. Ich glaube, das ist dann als dann William H. Macy da so innerhalb dieser Arbeitswandtschaft sitzt und die Kamera, das ist tatsächlich die ganze Zeit bei ihm so, wenn er da diesen kleinen Schnitt da so hat, wo er da so Sachen erzählt und immer so da so sitzt und so. Und am Anfang ist die Kamera immer so ganz dicht bei ihm und dann zoomt die so langsam raus und enthüllt, dann so ein Setting, so eine kleine Szene, wo alle anderen um ihn herum so langsam zum Vorschein kommen und dann so arbeiten und was tun, während er da in der Mitte rumsitzt. Aber eben das eine Mal ist er da, sitzt er da auf so einem, ich weiß, so einem Stapel Säcke oder so. Und als dann das ganze Bild zu sehen ist, sieht man eben so einen großen Berg, so einen Hügel hinter ihm, der komplett, also wo alles, alle Bäume am Boden liegen, also wo komplett alles ist, nur noch braun und Erde, da ist nichts Grünes mehr. Und sie haben sozusagen ihre Arbeit jetzt da getan. Also das fand ich schon irgendwie auch beklemmend, so gewisser Weise. Also das ist auch etwas, was so... Das ist ja auch so ein wichtiges Thema in dem Film, dieses einerseits die Natur zu schätzen und sie sind ja auch ganz oft da und halten inne und hören sich das an oder schauen sich das an.

Maria:
[34:33] Oder begreifen an der Baumrinde so und rum und erfüllen das so und im nächsten Moment sägen sie halt diesen 500 Jahre alten Baum um. Also das ist halt schon, das ist ja die ganze Zeit so ein Kontrast. Und der Kontrast ist aber eben auch dieses idyllische Zuhause, wo die Natur so ganz unberührt ist und auch da ist nichts kaputt oder wird nichts zerstört.

Maria:
[34:54] Wohingegen aber dann halt bei seiner Arbeit im Tiefenwald dann aber eben die ganze Zeit Dinge zerstört und verändert werden. Und Sie sprechen ja darüber auch am Lagerfeuer. Es gibt ja diese Szene, wo, ich will nicht immer, Ahn, genau, Ahn, wo Ahn sagt oder das auch so ein bisschen erzählt und sagt, hey Leute, wir müssen uns, das zerstört auch so ein bisschen unsere Seele, unsere Arbeit, die wir machen, das macht auch was mit uns. Und diese alten Bäume zu fällen, das ist jetzt, ich würde nicht sagen bad karma, aber so ein bisschen sagt er es ja so und die anderen, also der eine ist immer so ein bisschen ein bisschen ein bisschen jüngerer, der immer so ein bisschen dagegen hält und sagt, nee, ach, die wachsen doch wieder nach und hab dich mal nicht so, aber, als die Szene zu Ende ist, gibt es so einen Moment, wo sie beide schweigen und wenn man so in dem Gesicht des Jüngeren so sieht, nee, eigentlich fühlt er das auch, also es ist jetzt nicht so, dass er das ganz abtun kann, was da der alte Mann quasi vor sich hin labert, sondern er merkt so, nee, das stimmt schon Und das fand ich wirklich auch spannend und interessant und auch dieses Holzfällerleben, was die tun, wie sie da arbeiten, wie sie leben, wie sie in den Zeiten liegen. Also das ist schon alles wirklich spannend. Und ja, einfach dieses Verhältnis Mensch versus Natur, das ist natürlich ganz, ganz groß und ganz wichtig.

Christian:
[36:07] Und gleichzeitig mit dem Blick auch aus der Moderne ja irgendwie auch so, ich will nicht sagen idyllisch, aber halt so entschleunigt auch im Vergleich zu heute. Also ein paar Tage vorher vor der zweiten Sichtung irgendwie noch hier zu Hause so eine Doku hier über die Region und Talsperren und wie da irgendwie dann der Trecker gleich zehn Baumstämme irgendwie zusammengebündelt da irgendwie rauszieht und es sind zwei Arbeiter, weil sie halt Maschinen haben. Und dann habe ich irgendwie drei Tage später diesen Film wieder geguckt und dachte, ah ja, krass, da ist nichts, zumindest am Anfang mit Maschinen. Also da wird halt wirklich per Hand noch der Baum gefällt, jeder einzeln. Also ja, in Summe viel und auch irgendwie, wie du sagst, so rodend und zerstörerisch, aber halt in diesem immer noch irgendwie menschlichem Setting. Wie du sagst, das sind alles so Algenbrödler und auch so Typen, Charaktere, schräge Köpfe irgendwie, merkt man auch schnell. Also unser Robert, der so ein bisschen wie der Erzähler ja auch irgendwie sagt, irgendwie auch dann irgendwann relativ schnell mit der Schule durch ist und irgendwie so, ja, sich gar nicht so viele Gedanken über das Leben macht und irgendwie auch einfach ist und lebt und sein Glück mit Frau und Kind dann irgendwie schnell findet. Aber dieses.

Christian:
[37:28] Ja, diese Charaktere, die da irgendwie auch aufeinandertreffen. Und dann dieser Arn, gespielt von William H. Macy, der schon älter ist und sich vielleicht auch ein paar mehr Gedanken macht, aber auch so kauzig irgendwie rüberkommt und dann, wenn du sagst, ein paar Jüngere, dann gibt es ja auch dieses, abgefahrene Ding, ich habe den jetzt nicht rausgeschrieben, den Schauspieler, die Figur, diesen, wir hätten sie ihn glaube ich genannt, den Apostel oder so, der irgendwie ständig die Bibel zitiert beim Segen und den Robert auch so voll quatscht mit irgendwelchen, großen religiösen lebensphilosophischen Erkenntnissen und Und Robert nickt und man merkt schon so, Halt die Klappe und seh mal ein bisschen mehr so ungefähr. Aber weißt du, so ein schräger Typ irgendwie. Und auf einmal sitzen sie da irgendwie in einer Pausenrunde, alle unter ihren Bäumen mit ihren Becherchen und irgendwie noch irgendwie einem Snack in der Hand. Und auf einmal kommt da jemand ins Bild gestolpert und fragt nach einem Namen und keiner weiß, wer gemeint ist. Und na ja, ich habe noch unfinished business mit dem Namen. Und auf einmal steht der Apostel auf, rennt weg, wird den Rücken geschossen und der Typ steckt sein Colt ein und sagt, ja, der hat irgendwie meinen Bruder wegen seiner Hautfarbe erschossen und ich musste mich hier rächen und hat irgendjemand was dagegen, dann bitte jetzt, ansonsten ein schönes Restleben und dann ist er wieder weg.

Maria:
[38:47] Ja, und alle sind auch so, alle bleiben auch so sitzen und sind so.

Christian:
[38:49] Ja, another day at the office, so, das ist halt.

Maria:
[38:52] Now this happened, so, alle sind so, ja, okay, dann gut.

Christian:
[38:56] Das Leben halt da draußen, oder auch diese Unfälle, Arbeitsunfälle, wenn da irgendjemand von einem Baum halt erschlagen wird oder von irgendwelchen Ästen, die runterfallen, so Beerdigung. Auch da dann irgendwie dieses Bild, was wir gleich am Anfang gesehen haben, was dann auf einmal Sinn macht, diese Stiefel, die zusammengeknoteten Stiefel, die an den Baum genagelt wurden. Und gleich in den allerersten Sekunden des Filmes kriegen wir das in so einer Montage zu Gesicht. Und da ist das schon so festgewachsen. Der Baum ist schon um diese angenagelten Stiefel herumgewachsen. Und später im Film verstehen wir dann auch, was das heißt, wo dieses Bild herkommt. Ja, das ist total ...

Christian:
[39:39] Bild stark, Bild gewaltig, dieses Setting ist irgendwie gewaltig, da drin dann immer wieder diese, Anekdoten ist das falsche Wort, aber so dieses, also für mich, das war jetzt auch so bei der Sichtung ist das halt mit dem Gegensatz zu Hause aufgefallen, aber der Film ist wirklich wie so ein Fotoalbum eines gesamten Lebens. So, da sind halt so, ne, also sozusagen Ausschnitte eines, eines ganzen und gesamten Lebens und bei manchen bleibst du halt länger hängen und guckst dir die Bilder nochmal intensiver an und bei manchen blätterst du vielleicht schneller durch und, ähm.

Christian:
[40:18] Und das ist das, also, ne, weil diese, diese Geschichten im Wald mit der Arbeit sind so eher diese, diese, ich sag mal so, also ich hab mir das so aufgeschrieben, das ist eigentlich auch zu flapsig, aber da passiert irgendwie so das Leben. Das ist so ereignisreicher, so episodenhafter. Dann kommt da dieser Typ und dann passiert dieses und dann gibt es dieses Unglück und noch. Also das sind so die, ich sage mal, großen Ereignisse im Leben von einem Robert. Und der große Gegensatz ist dann eben das kleine Zuhause, das eher idyllische, das leise, das ruhige. Da geht es dann eher darum, wie die Sonne perfekt irgendwie auf die Gesichter fällt beim Picknicken oder wie irgendwie die kleine Blume dem Kind geht. Also so diese zerbrechlichen, zaghaften Momente, die eben das Gegenteil von groß und ereignisreich sind, sondern die halt eher so gefühlt werden auch und erlebt werden. Und das finde ich halt, also da ist mir dann aufgefallen, ach guck mal, der Erzähler hält ja auch seinen Mund. Der erklärt uns hier gar nicht. Hier wird uns nichts erklärt vom Film. Wir sehen es einfach. Wir sind einfach dabei.

Maria:
[41:21] Das finde ich auch ganz toll. Ich hatte auch das Gefühl, auch vor allem diese, ich sage jetzt mal diese Momente, diese Ereignisse, die bei den Holzwellern passieren, dass, Das ist immer so ein bisschen so, würde man jetzt Robert kennenlernen, wenn wir ihn in einer Bar treffen, dann wären das die Storys, die der erzählt. Also dann würde der halt erzählen, ja, wir saßen bei der Mittagspause und dann kam auf einmal dieser Kerl an und hat einfach den anderen Typen erschossen. So, und da war halt dieser Typ, der immer Bibelsachen erzählt hat und dann am Ende kam raus, der war voll der Rassist und hat halt mal jemanden erschossen wegen seiner Hautfarbe und dann wurde der abgeknallt. Also natürlich länger und ausführlicher, aber ich hatte so das Gefühl, das sind so die Momente oder oft waren das Momente, die ihn halt irgendwie so geprägt haben, die so was anderes waren, wo irgendwas Außergewöhnliches passiert ist und wo die in irgendeiner Form immer verändert oder beeinflusst haben. Aber das sind auch die Momente, die man wahrscheinlich mit einer neuen Bekanntschaft auch mal teilen würde, wo man sagen würde, hey, ich bin übrigens Waldarbeiter und dann tauscht man so diese Geschichten aus irgendwie. Und das wird ja auch, ich glaube, als er dann das erste Mal wieder nach Hause kommt und dann mit Gladys spricht und sie unterhalten sich, was ist passiert, dann sagt sie ja auch sogar, da haben die Jungs irgendwelche Storys erzählt, weil sie ist auch so ein bisschen natürlich wahrscheinlich abgeschieden dort und sie möchte dann halt die Geschichten von den Arbeitern wissen. Oder sie fragt dann auch, war jemand dabei, den du schon kanntest? Wie geht es dem und dem? Also das wird alles nicht weiter in den Fokus gesetzt, aber man hat das Gefühl, die haben halt so eine ganz reiche Beziehung und die...

Maria:
[42:49] Sie wartet dann und sie möchte dann halt die Geschichten hören und diese Geschichten, die da halt erzählenswert sind, die sehen wir dann teilweise eben auch. Dem einen ist der Ass auf den Kopf gefallen und dann hat er tagelang, hat er mal mehr abgebaut und dann ist er halt gestorben oder so. Also das ist natürlich auch eine Geschichte, die er dann wahrscheinlich halt erzählen würde und die er auch sehr bewegt hat. wurde. Das wurde tatsächlich auch dann auch gesagt, dass das erste Mal ist, dass in seinem Umfeld jemand stirbt, an dem er irgendwie mehr gehangen hat oder den er besser kannte oder so.

Maria:
[43:17] Also es sind viele Momente dabei, die schaffst du jetzt vielleicht nicht ins Geschichtsbuch oder das ist jetzt nicht das große Weltgeschehen, was in diesem Film erzählt wird, sondern das ist eher etwas, was so in einem Leben so passiert. Also man trifft auf andere Menschen, die haben ihre Storys, dann passieren Dinge und dann erzählt man das so weiter. Also es ist eher so ein bisschen ich sag mal, nicht Alltag, aber im Sinne schon. Also es ist halt sein Alltag und sein Leben, was da passiert. Und da gibt es größere und einschneidendere Dinge, wie zum Beispiel eben dieser, Mord, den er beobachtet. Oder natürlich der Verlust seiner Familie. Und dann gibt es halt diese kleineren Geschichten, wo dann irgendwie, keine Ahnung, manchmal auch witzig, wo dann irgendwie Ahnen dann irgendwie diese Sprengung machen will und es funktioniert halt nicht. Und alle halt die Ohren zu und sind bereit für den großen Knall und er kommt halt nicht. Und dann, das war auch so geil, dann steht er so auf und sagt, niemand fasst dir diesen Auslöser an und geht dann so hin zum Dynamit und macht irgendetwas und dann geht es halt plötzlich.

Christian:
[44:21] Ja, da ging es glaube ich auch los. Da sagt er doch irgendwie hier, ihr Minnesota-Boys, ihr müsst euch mal besonders gut die Ohren zuhalten. Das könnte jetzt laut werden. Das ist sehr gut, ja. Ich würde es glaube ich ein bisschen anders formulieren, weil ich glaube, Robert würde nicht so viel reden in der Bar. Der ist so froh damit, wenn man nebeneinander schweigt. So tiefsinnig und anerkennt, respektvoll. Ich finde, als du das jetzt gerade so erzählt hast ... Das hat so ein bisschen so was, auf eine gewisse Art und Weise so was Göttliches irgendwie, also dieser göttliche Blick von außen, den wir irgendwie auf das Geschehen haben. Weil wir als Zuschauende durch einen Erzähler, der uns die Dinge und auch in Zusammenhang setzt, der uns ja eben auch schon gleich zeigt, hey, er hat schon als Kind diese Erfahrung gemacht, als Kind da irgendwie eine der ersten Kindheitserinnerungen war ja auch da so eine Deportation von einem, chinesischen Mitarbeiter da, glaube ich, in einem, wie heißt es da, in einem Trödelladen irgendwie, der da rausgezogen wird. Und da sagte der Erzähler, glaube ich, auch schon irgendwie sowas von, dass er zum Bleibenden, diese Ungerechtigkeit, diese enorme Ungerechtigkeit, gegen die er nicht zu unternehmen konnte, hat er irgendwie so einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen. Und das meine ich halt so mit.

Christian:
[45:42] Wir haben den Blick von außen, aber durch den Erzähler auch den Einblick in diese Gefühlswelt und haben damit irgendwie so diese, ich sag's jetzt mal so blöd, diese göttlichen Zusammenhänge, die halt eben so ein Leben prägen, ohne dass du jetzt in so einem kausalen Zusammenhang sagen kannst, also das macht der Film ja auch nicht so, ah, hier ist ein Trauma als Kind und deshalb, weißt du, ich dachte jetzt so auch bei dem Titel, ah, okay, der kann nie wieder in den Zug steigen. Und das ist jetzt ein großes Problem. Also der Film verhandelt diese Dinge nicht groß und macht eine Dramaturgie um alles drumherum, sondern der zeigt uns viel und gibt uns dann eben durch den Erzähler auch so innere Einblicke, lässt uns sehr viel in diesem Familiensetting miterleben und mitfühlen. Und da muss auch nicht viel erklärt werden, weil dass die beiden sich unendlich lieben, sieht man in jedem Moment. Und dass da eben auch dieses Kind eine Riesenbereicherung ist und was mit den beiden macht und er seine Vaterrolle in Frage stellt. Also da ist schon mal ganz, ganz viel. Das zeigt uns der Film alles, aber wir haben so einen ganz überirdischen Einblick, um es vielleicht mal so zu nennen, und haben damit eben auch so einen.

Christian:
[46:57] Ja, auch einen anderen Zugang zu dieser Lebensgeschichte. Die eben auch mehr ist als simple Banalität, also Kausalität, als zu sagen, ja, weil er fünf war und keine Eltern hatte, ist er jetzt irgendwie, weißt du, ein schlechter Vater. Und das tut der Film alles gar nicht, Weil die Dinge sind auch nie so einfach. Ich finde das halt ganz spannend mit diesem, ja, wie der Titel vielleicht auch irgendwie suggeriert, mit dieser Episode da an der Brücke, dieser chinesische Hilfsarbeiter, der da halt von anderen Arbeitern geschnappt wird und darunter geworfen wird. Das ist ja für ihn auch so ein einschneidendes Erlebnis, weil... Ja, sein eigenes späteres persönliches Unglück, als seine Familie im Feuer stirbt, sehr wahrscheinlich stirbt, das weiß er ja noch nicht mal, definitiv. Aber da sieht er den ja auch wieder und das ist ja eigentlich so ein Marker, so wie so ein, wie so ein, also wie so ein, wie so eine Idee von Karma oder so ein Gefühl von Karma von, weil er damals nicht eingreifen konnte und vielleicht auch da wieder der Rückgriff dann auf die Kindheit, also diese Systemate, Rassismus ist ja so eine systematische.

Christian:
[48:08] Strukturelle Ungerechtigkeit, er konnte in dem Moment nicht viel dagegen dafür, er wusste gar nicht, wo er sich positionieren soll, das hat ihn aber so geprägt, dass er sein späteres Unglück darauf zurückbezieht und irgendwie auch denkt, ich glaube, er kommentiert das doch auch irgendwie so nach dem Motto, ist schon ein bisschen viel jetzt, dass du quasi jetzt meine Familie hier geholt hast, ich konnte dir nicht helfen, deshalb nimmst du mir jetzt diese, so erklärt er sich das ja selbst, dass das wie so ein Ausgleich irgendwie ist so und das fand ich halt auch total krass, dass das eben auch so ein, Und dann ist das Thema ja auch so ein bisschen wieder erledigt. Das ist jetzt nicht, die Gestalt verfolgt ihn ja nicht in jeder Sekunde, in jedem Moment, sondern das ist so ein waberndes Ding irgendwie, diese Verhandlung.

Maria:
[48:52] Ja, aber ich fand das tatsächlich, die Szene, also das ist die Szene, in der Arn den Ast auf den Kopf bekommt. Und dann gibt es ja noch einen ganz kurzen Moment, in dem sie zusammen im Wald sitzen und Arn dann sagt, hey, isn't this beautiful? Und dann sagt Robert so, was denn? Und er sagt so, na alles. Und schaut sich auf die Natur. Und hat im Grunde aber vergessen, weil sein Name nicht mehr ist, sozusagen nicht mehr der, der er mal war. Aber diese Schönheit, die erkennt er halt noch. Und das ist irgendwie auch so was ganz Grundsätzliches irgendwie. Und dann danach, als dann Arne tot ist, dann gibt es auch so kurz diese Erzählerstimme, die uns halt sagt, dass Robert denkt, der Ast wäre für ihn bestimmt gewesen. Eigentlich hätte der Ast ihn treffen müssen. Und das wäre ja dann quasi der Ausgleich, weil er eben damals nicht geholfen hat. Also er wartet auf diese Bestrafung im Grunde genommen. Und dann gibt es einen Schnitt und dann kommt das Feuer. Also im Grunde, das ist dann sozusagen, als ob der Film uns sagen würde, ja, nee, das war jetzt nicht die Bestrafung, jetzt kommt die Bestrafung. Und dann, genau, wie du ja schon sagst, dann gibt es ja diese Szene am Feuer, wo dann er diesen Arbeiter wieder sieht und dann halt sagt, hey, Das war jetzt irgendwie heftig. Also warum? Warum ist das jetzt passiert sozusagen? Warum war das jetzt die Strafe?

Maria:
[50:12] Und hast du auch schon gesagt, mit diesem Göttlichen. Ich würde das, habe das jetzt eher so für mich als, ich sage jetzt mal, so ein großes Ganzes oder als so ein Blick auf die Geschichte eines Lebens im Ganzen für mich charakterisiert. Und ich denke, das ist auf jeden Fall der Kern des Films. Also ich denke, das ist das Kernmotiv. Weil es wird auch relativ oft auch so ein bisschen, Also jetzt beim zweiten Mal ist es mir natürlich noch viel stärker aufgefallen, aber es wird relativ oft auch auf der Textebene verhandelt.

Maria:
[50:42] Das sagt zum Beispiel ja auch dieses Gespräch mit Arne, wo er dann sagt, wir holzen die Bäume ab und wir wissen überhaupt nicht, was das bedeutet und was das für die Zukunft für Auswirkungen haben wird. Und dann auch später, als er dann Claire kennenlernt, die er dann in dem Firewatch-Tower ist, sie sagt dann nämlich auch, sie erzählt dann von der großen Eiszeit und die alle diese Täler mal geformt hat und dass die ganzen Insekten auf dem Waldboden wissen überhaupt nicht, dass sie ein total wichtiges Rad sind in dieser Welt und dass sie eine total wichtige Aufgabe machen, aber dass sie diesen Blick halt nicht haben. Und ich glaube, das ist exakt das, was der Film uns die ganze Zeit versucht, irgendwie nahezubringen, dass wir den Sinn des Lebens nicht erkennen können, weil wir den Draufblick nicht haben. Also, dass wir sozusagen, dass wir, dass es nicht geht, weil wir halt diesen Schritt zurück nicht machen können. Und das ist ja auch das, was er dann auch die ganze Zeit, er sucht die ganze Zeit nach dem Sinn und ist auf der Suche nach so einer Erkenntnis, die sich irgendwie nicht einstellen will auch. Also, das wird ja dann auch gesagt, dass er dann am Ende des Lebens halt feststellt, ich dachte immer, irgendwann kommt dann so ein bisschen die Erleuchtung und die kommt irgendwie nicht. Und dann gibt es ja diese zwei Momente und zwar einmal den, wo er, in Spokane ist und in so einem Schaufenster sieht er dann die Übertragung von dem Weltraumflug.

Maria:
[52:06] Auf so einem Fernseher und dann steht so eine Frau neben ihm und er sagt, was ist das? Und dann sagt sie, das sind wir und man sieht die Erde, also sozusagen. Und das ist so ein Moment, wo man jetzt wechselt die Perspektive und die ganze Menschheit hat ja damals diesen Moment, wo man festgestellt hat, oh mein Gott, wir sind so klein im großen Weltall und auf einmal gibt es so ein ganz krass einen Perspektivwechsel. Und dann ist er ja relativ direkt danach, fliegt er mit diesem Flugzeug. Und da wird dann irgendwie, da gibt es dann auch so einen total schönen Moment, wo dann halt dieser Erzähler dann sagt so, he felt at last connected to it all. Also dann auf einmal, wo er dann diese andere Perspektive hat, wo er dann von oben auf einmal alles sieht, dann gibt es auf einmal doch noch so einen Moment von der Erkenntnis irgendwie. Und ich habe das Gefühl, das ist halt das, was der Film die ganze Zeit eigentlich in seinem Kern verhandeln möchte. Was ist der Sinn, aber man kann ihn nicht erkennen. Und jeder kleine Moment, der passiert ist, der bildet dann irgendwie am Ende so ein großes Zusammenhang, wenn man so will. Und jeder kleinere Moment hat Auswirkungen, die man vielleicht am ersten Moment überhaupt nicht gesehen hat. Ob das jetzt eben dann dieser Mord ist, den er beobachtet hat. Und vielleicht im Moment ist ihm das nicht klar gewesen, aber es wird ein ganzes weiteres Leben extrem beeinflussen oder eben das Bäume fällen beeinflusst die ganze Landschaft um ihn herum und so weiter, also ich habe das Gefühl das ist so ein bisschen der Kern.

Christian:
[53:35] Stark, ja ganz, ganz stark, ich finde auch den Filmschnitt, also der Film hat ja so poetische Züge, ich würde so gern auch nochmal diese Novelle, diese Vorlage, diesen Text lesen um mal zu gucken, wie das so ist ähm.

Christian:
[53:52] Aber ich finde das halt auch so, wie schon erwähnt, in meinem Kopf sind auch so einzelne Bilder hängen geblieben, wie diese eingewachsenen Stiefel am Baum gleich so in den ersten Sekunden. Jetzt, als du gerade nochmal von dem Flug in diesem Flugzeug erzählt hast, das ist auch ein großartiger Moment. Das ist ein kleiner Schnitt, weil er steigt ja irgendwie mit dem Flieger, ist da ja irgendwie in der Luft und die Pilotin sagt ja auch irgendwie zu ihm so, ja, jetzt mal kurz festhalten und er dreht sich noch so halb um und fragt, wieso? Und in dem Moment sackt sie ja so runter mit dem Flieger. Also da hat er ja für so einen Sekundenbruch teilweise das Gefühl zu fallen. So eine Mischung wahrscheinlich aus Schwerelosigkeit und Fall. Und der Film schneidet für so eine Millisekunde, so ist das in meinem Kopf zumindest, für so eine Millisekunde hast du so einen Schnitt auf einem Kind, was von hinten von der Mutter so umarmt wird.

Christian:
[54:50] Kannst du dich an dieses Bild noch erinnern? Also wie diese Hände so über die Schulter und das Kind so randrücken an sich. Und dieses Gefühl, dieser Schnitt, also ich gehe davon aus, das ist er als Kind, aber das war sein erstes, also wie sie dieses Gefühl des Fallens, Uns dann mit einem Schnitt, mit dieser Millisekunde, mit diesem kleinen Bild, mit diesem unscheinbaren Bild, das Kind, das von der Mutter umarmt wird, an sich herangezogen wird, also gehalten wird in dem Moment. Das fand ich auch so stark, wie dieser alte Mann, der denkt zu fallen, sofort sich an seine Mutter zurückerinnert, wie sie ihn festhält als Kind. Das ist so, das erzählt nicht viel, aber ich finde das emotional halt so stark.

Maria:
[55:31] Ja, ich fand auch, also du hast, wie du gerade gesagt hast, es erzählt nicht viel. Ich habe das Gefühl, es wird generell nicht viel erzählt und trotzdem passiert unheimlich viel auf so einer emotionalen Ebene. Und auch der Film muss gar nicht viel sagen, weil irgendwie kann man, ich weiß nicht ganz genau, wie er es macht, aber man versteht alles relativ deutlich. Und was ich auch beeindruckend finde, weil du hast es jetzt gerade so schön erzählt mit dem Kind. Und ich habe gleich so gedacht, das könnte auch total kitschig sein. Ist es aber nicht. Also der ganze Film, ich habe das Gefühl.

Maria:
[56:02] Der ist überhaupt nicht kitschig, obwohl er das große Potenzial hätte. Also ich glaube, er könnte es sein, mit einem anderen Filmmacher zum Beispiel, oder weiß ich, wie auch immer er die Inszenierung gemacht hätte. Man hätte da jetzt auch überall dicke, schwülstige Musik drauflegen und die Drehendrüse drücken können. Das macht der Film aber nicht. Und ich weiß nicht so ganz genau, wieso nicht, also warum es nicht kitschig ist. Aber es ist es halt zu keiner, fand ich zumindest, zu keiner Sekunde. Ich finde, es ist nie dick aufgetragen und trotzdem extrem, die Emotion funktioniert so gut, es wird so gut übertragen und dafür braucht es überhaupt nicht die große Geste oder die Geigen oder was auch immer mir jetzt dann noch die Tränen rausquetschen soll, sondern es ist irgendwie so ganz, es ist auf einer ganz elementaren Ebene weiß man, was passiert und warum und wie er sich gerade fühlt. Und das zum Beispiel, und manchmal ist das auch natürlich auch sehr, sehr lakonisch oder so ganz so trocken fast schon. Zum Beispiel, es gibt ja dann diese Szene, das ist dann relativ kurz nach dem Mord, Und man sieht dann, wie dieser, ja, irgend so ein Big Wig von dieser Eisenbahngesellschaft dann da irgendwie so eine mini-komische Zeremonie macht, aber so ist auch keine echte Zeremonie. Also man sieht zumindest kein Publikum oder so, man sieht nur ihn, wie er diese Brücke öffnet. Und dann halt so ein paar Arbeiter, die auch… Ich glaube.

Christian:
[57:17] Das war der Testlauf. Das war doch der Testlauf.

Maria:
[57:19] Genau, das war der Testlauf.

Christian:
[57:19] Und zu gucken, ob die hält, die Brücke.

Maria:
[57:21] Genau, das war der Test. Und dann sieht man ihn auf der Brücke. Und dann links und rechts von der Brücke sitzen dann aber getrennt die chinesischen Arbeiter und dann die amerikanischen Arbeiter. Und die sitzen alle nur da und wirken, als ob sie gerade denken, ey, halt einfach die Klappe ist uns was zur Hölle, geh weg. Und dann kommt der Erzähler und sagt, ja, nach zehn Jahren gab es eine andere Brücke und diese Brücke hier war überhaupt nicht mehr relevant. Und das nimmt so extrem die Bedeutung, also der Moment ist eh schon irgendwie unbedeutend, hat man den Eindruck, weil alle sind so ein bisschen angekotzt, aber dann ist es, Man hat das Gefühl, dieser Tod irgendwie auch, oder halt vielleicht auch viele andere Tode, die dann da irgendwie gestorben wurden während dieser Bauarbeiten. Ich denke, man weiß ja auch historisch so ein bisschen, dass da sehr viele Leute draufgegangen sind beim Eisenbahnbau und bei auch vielen anderen, auch bei den Baumfällen und so weiter. Man hat so das Gefühl, es war für nichts. Nach zehn Jahren war die Brücke hinfällig und kein Mensch hat die benutzt. Und irgendwie, also immer wenn der Film, also selbst wenn der in die Gefahr käme, in irgendeiner Form kitschig zu werden, dann kommt halt sowas, was einem direkt irgendwie so eine Faust in den Magen rammt und man denkt so, okay, it was all for nothing und es hat alles auch irgendwie keine Bedeutung in dem Moment. Also es ist irgendwie so, ich weiß nicht, es ist so.

Christian:
[58:38] Aber das passt ja auch so gut zum Film. Es ist ja genau unser Protagonist, der ja auch auf die große Erkenntnis wartet, auf den großen Moment, auf das große, wie du sagst, die kitschige Musik, die ihm alles irgendwie klar macht und weiß macht und das Galaxy Brain explodiert und sagt, oh, ich hab alles verstanden. Aber das kommt halt auch nicht so, weil es halt auch nicht, es passt nicht zur Figur, es passt nicht zur Geschichte, es passt nicht zum Setting, aber trotzdem ist es halt irgendwie in diesen kleinen, stillen Momenten und in der Summe im Großen und Ganzen halt irgendwie so stimmig, schön, wie Arn gesagt hat in seinen letzten Zügen, es ist halt alles wunderschön. Und das schafft der Film halt eben auch.

Maria:
[59:19] Und ich habe schon das Gefühl, dass er am Schluss schon so eine Art, Also keine Epiphanie im klassischen, ich habe Gott gefunden Sinne, aber er hat schon irgendeine Art von Erkenntnis, denke ich. Also die ist jetzt vielleicht auf einem ganz elementaren, profanen Level. Die ist jetzt vielleicht nicht, okay, Gott hat uns geschaffen, damit wir das und das tun, sondern es hängt alles irgendwie zusammen und ich habe jetzt irgendwie so ein bisschen erkannt, vielleicht auch, was mein Leben, was passiert ist und warum Sachen passiert ist und wie Sachen zusammenhängen sozusagen. Ich glaube, das ist es dann schon. Das ist halt sehr elementar, aber ich habe das Gefühl, es hat halt auch eine sehr tiefe Wahrheit, wo man sofort versteht, wie das passiert, wie er diese Erkenntnis hat und was das auch bedeutet.

Christian:
[1:00:09] Ich glaube auch, dass das so eine, wie sagt man, so eine kleine Sinfonie auf diese Momente, auf die Summe, auf das Leben ist. Also eben ohne die große philosophische Erkenntnis ist es halt wertvoll, diesen Weg zu gehen. Und wir müssen auch noch über dieses Feuer sprechen. Wir müssen auch über den größten Bruch eigentlich in diesem Film sprechen, in dieser persönlichen Geschichte, die mir also das erste Mal wirklich.

Christian:
[1:00:39] Wie soll man sagen, den Wind aus den Segeln genommen hat. Ich wusste ja auch nicht, worauf ich mich da einlasse, aber als er eben von dem eigentlich letzten Job wiederkommt und die Rauchwolken aus dem Wald schon sieht im Zug und am Bahnhof ankommt und es ist halt Rauch, Feuer, Qualm, Chaos, Panik, Menschen und er versucht irgendwie, zu verstehen, was los ist und dann halt nur noch, nach Hause zu kommen und zu gucken, was da ist, aber da sind halt nur Flammen. Und das finde ich halt auch so krass, wie das auch wie dieses Unglück, sagt der Herr Zähler ja auch irgendwie so die erste Zeit, das sieht man ja, er schläft da in der Asche in der Hoffnung, da kommt noch jemand in der Hoffnung, es kommen die beiden wieder zurück oder irgendwas, auch da so, irgendwas passiert, irgendwas Großes passiert noch.

Christian:
[1:01:40] Und das passiert halt einfach nicht. Und er sucht, er findet aber nichts, dann kehrt er wieder zurück in der Hoffnung, die anderen kommen zurück und das ist so ...

Christian:
[1:01:52] Ich glaube, der Erzähler sagt das auch irgendwie, aber man sieht es auch, man merkt es auch, sein Leben hört dann auch irgendwie auf. So, alles ist anders und sagt, ich glaube, der Erzähler sagt auch irgendwie so, ab dem Moment an hat er eigentlich nur noch gewartet. Er hat nur noch auf die beiden wieder gewartet und auch so krass wie das dann, und das finde ich so toll bei dem Film.

Christian:
[1:02:17] Das wird dann so ein bisschen wie diese Stiefel, die zugewachsen werden. Das verschwindet nie, aber es sackert irgendwie immer tiefer rein, so in ihn auch irgendwie. Und dann kommt ja dieser Ladenbesitzer, der Ignatius Jack, der ihn schon von vorher kannte und ja sieht, in was für einem Zustand er wieder da irgendwie ins Dorf, in die Stadt kommt und man erzählt sich ja wahrscheinlich auch was um Robert herum. Das wird dann auch so später so aufgegriffen, dass er so eine kauzige Legende, so ein Einsiedler irgendwie ist und so die Leute reden über ihn. Und der Jack, der sieht das ja und holt ihn so ein bisschen wieder zurück ins Leben. Das finde ich halt auch so toll, auch sehr ruhig, sehr schweigsam, gerade auch Männer in dieser Zeit, die schütten sich da nicht ihre eigenen persönlichen Gefühle großartig aus. So, aber er holt ihn wieder zurück, indem er ihn halt auch also wieder versucht, in ein aktives Leben zu holen, über das Jagen.

Christian:
[1:03:26] Also das Jagen, um sich zu ernähren, um sich zu kleiden, um halt wieder aktiv das Leben zu gestalten und eben, warten, ja, vielleicht, aber Überleben ist halt auch wichtig dabei, so. Und das sagt alles so tief, das wird dann immer mehr so eine, wie auch dieses traumatische Ding, also wie dieser Mord.

Christian:
[1:03:48] Gerät weiter in den Hintergrund und bricht dann aber in so kleinen Schnitten wieder heraus im Film. Dann ist er da irgendwie Jahre später glaube ich irgendwie beim Holz suchen und hört auf einmal die Stimme seiner Frau. Und ich kriege da jedes, das ist so mir fällt es auch schwer darüber zu sprechen, weil ich finde das so stark einfach. Das ist so einfach und auch da wieder so klein und so unscheinbar erzählt und vermittelt. Ich finde es sowieso Skandal Der Film hätte viel mehr Oscar-Nominierung verdient. Kommen wir nachher auch noch drauf zu sprechen. Ich finde den Filmschnitt absolut großartig in diesem Film. Weil der so viele bedeutende Dinge tut im Filmschnitt. Ohne jetzt da irgendwie so überbordend.

Christian:
[1:04:35] Was wir ja auch schon immer wieder gesagt haben. Was ich auch schon vor Jahren mal aufgegriffen habe. Die Oscars heißen nicht, die Kategorien heißen nicht Best Editing. Sondern Most. Es geht immer um Most. Most Acting. Most Editing. Most Costumes. Most Special Effects und dann verstehst du die Oscars. Und das ist ein Film, der hat eigentlich so die geringsten Schnitte. Die Schnitte sind so klein und fein und wenn da auf einmal auch im Sounddesign, wenn du auf einmal nur so im Blätter rascheln und links auf der Box ist der Kuckuck, aber rechts hörst du die Frauen. Ich zuck da echt so zusammen und er bleibt stehen und guckt natürlich auch und das ist so, das unterstreicht das. Er hat nie aufgehört, sagt er ja selber dann auch am Ende da mit der Naturforscherin da, mit der Firewatch Tower, Sagt er ja selber auch, er wartet eigentlich immer noch darauf, dass er die irgendwie wieder sieht und dann taucht er ja vielleicht, die Tochter wieder auf, aber das ist so, die Tragik ist auch schon wieder zu viel gesagt, aber das ist irgendwie auch so die Poesie dahinter zu sagen, ja, so ein schreckliches Ereignis.

Christian:
[1:05:38] Kann dich nie wieder loslassen. Mit Freunden und Hilfe von außen kommst du vielleicht wieder zurück ins Leben, aber nie wieder so wie vorher und schon gar nicht ohne diesen Background. Und ich finde das, ich glaube auch beim Jagen, denn dann war er, glaube ich, auch mit dem Jack beim Jagen unterwegs, dass das dann irgendwie losging. Dann haben die, glaube ich, irgendwie zusammengeschossen und der Jack schießt und der Knall kommt und der schnitt auf die Erinnerung, wie er mit seiner Frau zusammengejagt hat. Und wir haben diese Erinnerung vorher miterlebt und das war so ein schöner Moment. Und das ist so herzzerreißend, das ist so schwer und viel.

Maria:
[1:06:17] Ja, und das ist auch der Moment, wo er dann tatsächlich zusammenbricht. Also das fand ich halt auch so spannend. Ich fand es beim ersten Mal schon sehr interessant. Ich habe das beim zweiten Mal noch ganz genau hingeschaut. Weil, genau, Jack erschießt diesen Hirsch. Und es gibt diese kurze Rückblende. Und dann bricht er eigentlich zusammen. Er fängt dann an zu weinen und ist komplett am Verzweifeln. Weil ich glaube, in dem Moment er vielleicht auch wirklich erkennt, dass die Familie nicht wiederkommt. Also ich glaube, das ist so ein bisschen so eine Erkenntnis, die er in dem Moment dann hat.

Maria:
[1:06:47] Und er wirklich, er bricht komplett zusammen, was ja dann, wie du schon sagst, für einen Mann und dann auch noch in der Zeit und so, über seine Männlichkeit kann man auch noch mal reden, fand ich auch mega spannend über diese Rollenbilder, whatever, jedenfalls, und Jack, der tut gar nichts. Was ich auch interessant fand, also man würde ja vielleicht auch erwarten, er geht hin und sagt, Mensch, alles wird wieder gut, aber das würde dieser Film nicht tun, also das ist glaube ich nicht im Gestus dieses Films und im Grunde genommen ist er einfach nur da und ich glaube, das reicht schon und das ist sozusagen auch genau das, was Robert braucht. Ich kann mir jetzt auch nicht vorstellen, dass Robert jetzt sagt, bitte therapier mich und erzähl mir jetzt, was alles wieder okay wird und was ich jetzt machen muss. Sondern es gibt dann so einen kurzen Moment und er entschuldigt es sogar, dass er jetzt gerade diesen Ausbruch hat, wo man so denkt, man, man, das ist absolut verständlich, dass du jetzt hier gerade irgendwie echt verzweifelt bist. Aber Jack steht einfach nur da. Ich glaube, er wendet sich sogar einmal ein bisschen ab, geht so ein bisschen in so eine andere Ecke. Dann merkt er, er hat sich wieder gefangen und kommt wieder und sagt, jetzt holt mal mal diesen Elch hier oder diesen Hirsch. Und das ist alles, was er tut. gut, er ist einfach nur anwesend und er ist irgendwie so da und das reicht dann schon. Und dann haben sie, und dann später haben sie dann diese Szene da am Lagerfeuer, wo sie mit den Hunden dann irgendwie da rumschmusen und so und über die Wölfe unterhalten.

Maria:
[1:08:02] Und dann geht es mir auch schon so ein bisschen besser und so, aber ich hatte irgendwie das, ich fand diesen Moment so kraftvoll, auch durch diese Rückblende, diese sehr kurze Rückblende, aber eben auch dadurch, dass sie halt, ich fand das zum Beispiel, ich hatte gar nicht das Gefühl, dass es jetzt.

Maria:
[1:08:18] Ich weiß nicht, bei anderen Filmen würde ich sagen, das ist jetzt so voll typisch männlich, die können jetzt nicht über Gefühle reden und sie können halt nur wütend sein und sie können halt nicht zusammen weinen. Und die weinen auch nicht zusammen, aber trotzdem fühlt es sich anders an. Und ich hatte nicht das Gefühl, das war jetzt dieses, wir müssen stark sein und dürfen als Männer keine Gefühle zeigen, sondern ich gebe dir jetzt mal kurz den Raum, das rauszulassen. Ich mache da jetzt einfach mal gar nichts mit, sondern du machst das jetzt mal kurz für dich, mit dir selber aus und danach machen wir jetzt, zeige ich dir, wie du schon sagst, das Überleben. Wir häuten jetzt dieses Tier und wir gehen jetzt durch die Arbeit, lenken uns jetzt ab oder so.

Christian:
[1:08:51] Ja, und auch da dieses, der Tod gehört zum Leben dazu. Also ich sehe deinen Schmerz, aber es geht halt trotzdem weiter. Du selbst bist noch nicht tot, also komm zurück. Ich reiche dir die Hand, ich reiche dir das Messer, Ich habe den Hirsch erschossen, aber wir beide kümmern uns jetzt um unser eigenes, also der tote Hirsch gibt uns ja was fürs Leben. Und das fand ich halt auch ganz, ganz stark, dass halt eben da das Thema Tod auch so mit drin ist, auch diese Symbolik, so dieses…, Ja, der Tod als Teil des Lebens und eben auch, wie du gesagt hast, er wendet sich ja nicht ab. Das hätte halt auch so das Klischee sein können. Oh, da zeigt ein Mann seine Gefühle, ich kann damit nicht umgehen. Das ist mir als Mann unangenehm. Gerade in der Zeit, so dieses Klischee, nicht nur die stoischen Männer, sondern eben auch so dieses, oh.

Christian:
[1:09:51] Da zeigt jemand Gefühle und das wirft mich aus der Bahn als Mann. Das hatte ich da auch nicht gesehen, sondern eher so, wie du sagst, so ich gebe dir den Raum. Es gibt, das ist vielleicht irgendwie jetzt ein sehr merkwürdiger Querverweis, es gibt ein ganz tolles Kinderbuch, das heißt Häschen tröstet. Ich glaube, das ist der Titel davon. Das hat mich gerade daran erinnert. Das ist großartig, weil ein Kind baut einen Turm und dieser Turm fällt halt zusammen, so ganz elaborierte Bauklötzchen-Geschichte. Und das Kind ist natürlich super traurig und dann kommen da ganz viele andere Tiere an und wollen das Kind halt irgendwie, wollen halt trösten. Dann kommt irgendwie der Bär und sagt, du kannst, komm, wir sind wütend, wir sind einfach jetzt wütend und schreien laut. Und das Kind will aber nicht schreien. Und dann kommt halt irgendwie, ich weiß gar nicht, der Strauß, der sagt, oh, das ist ja alles furchtbar, Kopf in den Sand stecken, bloß schnell vergessen. Das Kind will aber auch nicht vergessen. Und dann geht das halt so die Tiere durch, die alle so ihre Coping-Mechanismen mitbringen und ganz am Ende kommt halt nur das Häschen. Und das Häschen macht nichts, es ist einfach nur da. Und es geht auch nicht weg und es kommt dann halt und ist halt da und kuschelt. Das fühlt sich gut an und dann fängt das Kind mit dem Hasen zusammen an, weil es selber reden will und lachen will und wütend sein will und weißt du so, dann kommen die Emotionen alle raus und die Pointe ist halt eben so, ja das Häschen, was einfach nur da ist, ist halt auch gut, es ist halt auch wichtig. Genau, so ist für mich dieser Jack. Er ist halt auch das Häschen, was einfach nur da ist.

Maria:
[1:11:16] Ja.

Christian:
[1:11:16] Der jetzt auch nicht über diese Emotionen hinweg geht und sagt, hier ist der Whisky, echte Männer weinen nicht, die saufen. Ja, reiß dich zusammen. Ich hau dir eine rein, weil echte Männer spüren nur so ihre Schmerzen. Und weißt du, diese Klischees passieren da halt auch nicht.

Maria:
[1:11:33] Nee, überhaupt nicht.

Christian:
[1:11:35] Aber begleitet halt und führt halt wieder zurück ins Leben, was ich eben auch ganz toll fand. Und auch da, das hast du schon gesehen, so in Gesten, in Blicken. Er gibt ihm ja noch im Brotleib mehr mit. Das ist, auch da, das sind so diese kleinen, stillen Verhandlungen, Momente. Und ebenso auch diese Naturforscherin, die da in einem Firewatch Tower ist, wo andere Filme auch dann wieder gekippt werden. Und oh, die nächste Love Interest. Oh, sie sind ja beide tragisch allein, da könnte man ja irgendwie, die kommen auch nicht irgendwie groß zusammen, sondern die sind in ihrer... Wie sie ja, glaube ich, selber sagen, sie sind die Hinterbliebenen.

Maria:
[1:12:24] Ja, sie warten auf ihren Sinn. Das sagt sie ja sogar, glaube ich. Sie sagt, sie müssen jetzt noch rausfinden, warum sie jetzt noch da sind.

Christian:
[1:12:30] Genau. Und das ist auch da, er fängt also an zu weinen und man merkt, er hat auch nie viel drüber geredet, aber dann blubbert das natürlich so aus ihm heraus, weil sie ihn halt zu diesem Feuer fragt, aus diesem wissenschaftlichen Interesse heraus. Das ist ja ihr Ding, ihre Leidenschaft irgendwie. Und deswegen fragt sie, warst du irgendwie da? Kannst du was erzählen zu dem Ereignis? Und er kann halt nicht viel erzählen, weil er nicht da war und sich halt selber Vorwürfe macht und das alles so mit ihr so ein bisschen durchgeht. Und dann, also mich hat auch diese Antwort total überrascht, als sie dann auch sagte, ja, mein Mann ist vor einem Jahr auch gegangen. Also so diese Verbundenheit dieser hinterbliebenen Seelen irgendwie so zu haben. Ich glaube, das hat ihn auch überrascht und das hat diesen Moment dann wieder so toll gemacht, dass sie auch... Sie waren nicht so überfordert in dem Moment, wie ich dachte, dass sie es wäre.

Maria:
[1:13:21] Ja, oder auch wie er, glaube ich, auch dachte. Ich glaube, er dachte ja auch, er erzählt ihr dann auch, dass er die Stimmen gehört hat. Das ist ja super intim und sagt, ich höre die manchmal am Wald und dann, ich fand das auch so, das hat mich so bewegt, wo er dann sagt, ich traue mich dann gar nicht, mich umzuschauen, weil ich Angst habe, dass ich sie dann verschrecke und dann gehen sie weg und dann warte ich einfach und höre zu sozusagen. Und ich glaube, dann sagt er, ja, das klingt ja, als ob ich irgendwie verrückt wäre. Und dann sagt sie so, ey, jeder muss das mit sich selber ausmachen und muss durch die Sachen gehen, durch die er halt so gehen muss. Und sie ist so super verständnisvoll. Und ich glaube, er ist auch davon überrascht und denkt so, huch, ach so, okay. Und was ich halt auch in dem Moment fand ich auch so interessant ist, erst vom ersten bis zum zweiten Mal, also ein bisschen so, ist mir das aufgefallen. Weil er sagt dann, glaube ich, nämlich auch, also sie fragt ja dann mit seiner Familie und dann erzählte er das und sagt dann, ja, sie haben es halt nicht geschafft. Also ich glaube, das ist das erste Mal, wo er sich das auch eingesteht und das auch so quasi laut ausspricht. Weil er hatte sonst wahrscheinlich fast keinen, mit dem er so redet. Und halt wirklich das auch so in sich eingesteht und sagt, nee, die haben es einfach nicht rausgeschafft. Sie sind einfach gestorben, wahrscheinlich im Wald. Also quasi diese Hoffnung, dass sie zurückkommt, ich glaube, die ist dann wirklich auch nicht mehr da. Und dann kann er das halt auch so erzählen im Grunde genommen.

Christian:
[1:14:38] Diese Erinnerung, ich glaube, als er da irgendwie im Fieber oder so war, als er so krank war, wenn er sich da vorstellt, wie sie die Frau irgendwie im Wald, im brennenden Wald mit dem Kind und dann irgendwie stolpert und das Kind dann noch die Mutter, also…, Crazy.

Maria:
[1:14:54] Ja, aber das fand ich auch, das war so eine starke Szene. Ich fand, das war so eindringlich. Und es ist ja genau, das ist ja so ein Fiebertraum, wenn man so will, den er da hat. Und man denkt sofort, das könnte so passiert sein. Aber es könnte auch was vollkommen anderes passiert sein. Das ist ja, man hat ja eben, und das finde ich auch so interessant, weil man hat ja nur seine Sicht und halt die von dem Erzähler. Also das ist ja, man ist ja sehr eingeschränkt. Es gibt jetzt keine Erklärung. Es gibt ja nichts. Man hat nur sein Wissen und das ist es. Man weiß nicht, was mit denen passiert ist und man wird es auch nicht erfahren. Und halt dieser Traum, den er hat, was mit den beiden passiert sein könnte, es ist ein Ansatz, aber es könnte auch genauso gut was vollkommen anderes passiert sein. Und das werden wir nicht erfahren. Und das fand ich irgendwie so, das hat mich irgendwie so daran erinnert.

Maria:
[1:15:41] Ich konnte das gut nachvollziehen, weil man natürlich dann manchmal, wenn man sich um irgendjemanden Sorgen macht oder man stellt sich irgendein Szenario vor, aus irgendwelchen Gründen, dann hat man ja so verschiedene Szenarien, das ja so aufbauen. Oder die Person könnte, ich weiß nicht, wurde aufgehalten, sie ist in der Bahn noch oder was auch immer. Man stellt sich ganz viele verschiedene Sachen vor, die passiert sein können. Oder was auch immer. Man nennt sich halt so Sachen aus. Oder die noch passieren könnten. Das ist ja auch so. Ich mache das zum Beispiel gerne. Das heißt gerne, aber das ist mein Wesen. Ich muss mir immer alle Szenarien, möglichen Szenarien ausdenken, um auf alles vorbereitet zu sein. Das ist so mein Ding. Und das ist so etwas, das war jetzt ein Szenario, was er sich, was ihm gekommen, was ihm erschienen ist als Vision. Aber es ist im Grunde nur eine einzige, das Plastik-Film ja immer schon so macht, es ist eine einzige Sache rausgegriffen aus einem Meer an noch mehr Möglichkeiten, die wir zwar nicht sehen, aber die wir halt erahnen können. Es ist absolut logisch, dass das nicht das Einzige ist, was er sich vorgestellt hat. Er hat sich ja auch vorgestellt, sie sind vielleicht geflüchtet in einer anderen Stadt, sie kommen nicht zurück, sie sind vielleicht verletzt und keine Ahnung, in irgendeiner Hütte den Fluss runter oder was auch immer. Aber natürlich ist halt diese Variante, die er dann sieht mit dem Feuer und wie dramatisch das im Wald ist und so, natürlich die, sagen wir mal.

Maria:
[1:17:00] Schlimmstmögliche Vision, die er haben könnte und die ihn auch am meisten, glaube ich, mitnimmt und die auch den Zuschauern, glaube ich, am meisten mitnimmt. Und es ist aber trotzdem nur eine Möglichkeit, aber die ist natürlich die schlimmstmögliche. Aber ich glaube halt, mit der muss er sich dann irgendwie auch arrangieren und das nimmt ja wahrscheinlich auch an, das ist wahrscheinlich wirklich in irgendeiner Form passiert. Und dann sagt er eben auch zu Claire, also zu der Wissenschaftlerin, ja, sie sind halt weg, sie haben es nicht geschafft sozusagen. Also das war schon ganz schön krass.

Christian:
[1:17:31] Das ist ja auch so Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Einführungskurs, so die Erzählperspektive, das ist mir nämlich auch gerade gekommen. Habe ich noch nicht darauf geachtet, aber ich glaube, wir haben... Eigentlich ja auch jeden Moment des Filmes irgendwie aus seiner Perspektive erzählt. Mit allwissendem Erzähler drüber, der in den Gefühlsfilm eintauchen kann und so, keine Frage. Aber, das ist mir erst jetzt aufgefallen, dieser Moment, weil er ja nicht da war, wird uns auch nicht gezeigt. Also der Film hätte ja ins Feuer springen können, hätte uns das zeigen können, hätte uns die Wahrheit präsentieren können. Aber dadurch, dass, glaube ich, jede Szene aus seiner Perspektive über ihn erzählt, mit ihm erzählt, ist das halt nicht möglich. Er weiß es nicht und wir wissen es auch nicht. Und obwohl es einen allwissenden Erzähler gibt, der uns diese Information ja hätte liefern können. Tut das auch nicht.

Maria:
[1:18:29] Nee, der Film ist schon sehr, sehr stark auf Robert eingeschränkt, sag ich jetzt mal. Also das Ende seines Wissens ist auch das Ende unseres Wissens. Das finde ich auch sehr, sehr gut, weil das natürlich, das hilft uns irgendwie auch so bei ihm zu bleiben, weil wir wissen nicht mehr als er. Wir sind jetzt nicht, haben nicht mehr Informationen. Und das habe ich zum Beispiel, ich fand halt, diese Leerstelle ist natürlich die allerwichtigste, aber ich fand, es gab auch noch so eine Leerstelle, wenn er weg ist, was macht sie? Also wie ist ihr Alltag? Wie ist Eheleben in dieser Hütte, weil ich habe immer so gedacht, das muss doch irrsinnig einsam sein, dann da draußen und dann mit dem kleinen Kind oder am Anfang ist es ja noch ein Baby, alleine für so ein Baby zu fighten und dann aber auch irgendwie das Leben zu bestreiten und so und ich hatte, also ich habe sie so als so eine ganz.

Maria:
[1:19:16] Selbstständige und irgendwie ja sehr toughe Person wahrgenommen, auch dann dadurch, aber das habe ich auch nur so wahrgenommen, weil ich mir das halt vorgestellt habe, weil ich dachte so, okay, sie muss ja dann da irgendwie ohne ihn dieses Leben irgendwie führen können. Und sie sagt ja dann, es wird dann auch gezeigt, wie sie dann sich um diese Hühner kümmert, wie sie ihren Garten hat, wo sie sich selbst versorgt. Dann baut sie diese Fischfalle dort, wo er dann sogar noch so einen dusseligen Spruch macht und sagt, das ist jetzt hier so ein neuer Hut. Und sie sagt so, nee, ist eine Fischfalle. So, was soll der Scheiß? Und dann sieht man halt einen Schlitt und dann ist die so im Wasser und funktioniert so voll gut. Und man denkt so, ja, man, sie hat das halt hinbekommen. Und das fand ich irgendwie so interessant, also weil halt genau diese Leerstellen, die er ja da eben auch hat, die haben wir auch, wir wissen nicht, wie es ihr da geht und wie ihr Leben ist und wie ihr Alltag aussieht, wir kennen nur seinen Alltag und ja im Grunde auch die ganzen, diese ganzen Figuren, die er dann kennenlernt, diese ganzen anderen Arbeiter, auch die, von denen wissen wir super wenig, die werden wir auch nur kennen in den Momenten, die sie mit ihm haben, also halt zum Beispiel auch dieses Gespräch, was er dann mit.

Maria:
[1:20:24] Mein Gott, wenn ich mir den Namen aus merken könnte. Arne, was er mit Arne hat, zum Beispiel auch in einem Zelt. Sie haben dann dieses Gespräch, wo sie im Zelt liegen und dann auch Arne sagt, und da geht es dann wieder um so Geschichte und so das große Ganze, wo er sagt, diese Zelte sind noch aus dem Bürgerkrieg. Und diese Zelte haben schon mehr Leute beherbergt, als sie sich vorstellen können. Und die haben eine Geschichte, die sie gar nicht kennen und so weiter. Und halt auch diese kleinen Momente, den können wir nur erfahren, weil wir immer bei Robert bleiben. Und halt diesen Moment, der wird so rausgegriffen und so. Und dann spielt er ja da Mundharmonika und so, voll nett. Aber ja, fand ich spannend.

Christian:
[1:21:00] Ich finde das auch so großartig. Da musste ich gerade dran denken, als Robert diesen Arn fragt, ob er denn Familie hat. Und er tief Luft holt und du merkst, okay. Und er sagt, ich habe überall Familie, wo gelacht wird. Das fand ich halt auch als Charakterisierung, also zu einem Satz, bam, fertig. Super gespielt, dieses also das William H. Macy durch das Einatmen, weißt du die Hälfte dieser Szene ist dieser Moment des Einatmens. Es ist einfach großartig. Es ist ganz, ganz toll wie der Film halt so klein, in so Kleinigkeiten so viel erzählt. Das ist wirklich und überhaupt, also dieses so haben wir es jetzt ja auch so ein bisschen gemacht in der Diskussion. Es ist das Fotoalbum. Es ist so, erinnere dich an diesen Moment, erinnere dich an diese Szene, erinnere dich an dieses Bild, erinnert dich an dieses Gefühl, an diesen Sonnenuntergang, an diesen Moment. So funktioniert der Film auch irgendwie. Das ist so ganz ja, Ganz, ganz toll, ganz, ganz, auch toll mit dem Erzähler. Das ist halt, ich glaube auch so durch diese Novellavorlage ist das, glaube ich, auch ein sehr guter Kniff gewesen, da, glaube ich, eine Menge zu übertragen in den Filmen.

Maria:
[1:22:21] Ich finde, man merkt auch sofort, das ist auch ganz oft so bei Literaturverfilmungen, dass man denkt, das ist wirklich gut geschrieben. Also diese Erzählerstimme, da hat man sofort den Eindruck, oh, das ist auf jeden Fall aus dem Buch, weil das ist so gut geschrieben. Also es ist einfach, es macht so viel Spaß, da zuzuhören. Abgesehen davon, dass es auch eine sehr angenehme Stimme ist, aber auch.

Christian:
[1:22:40] Die auch das Hörbuch gesprochen hat von der Nuller.

Maria:
[1:22:42] Genau, genau. Aber es war einfach super geschrieben und ich war auch überrascht, weil ich finde halt, Voice-Over ist immer so ein, ich sag mal, schwierig. Also normalerweise mag ich das eigentlich nicht so gern, weil ich das auch üblicherweise nicht mag, wenn mir irgendwer halt die Welt erklärt im Film, sondern ich möchte die lieber selber entdecken. Aber ich fand, das war, es hat super gut funktioniert. Ja, weiß ich ja nicht, wie du das so empfunden hast, aber ich fand, das hat irgendwie echt gut geklappt. Das hat mich überhaupt nicht gestört.

Christian:
[1:23:12] Perfekt. Also eben auch durch diese Erzählweise, also das beziehungsweise auch durch die Erzählung selbst, es geht halt irgendwie um, ja, wie du sagst, irgendwie um das große Ganze. Im kleinen, konkreten geht es ja irgendwie um das große Ganze und dass da nochmal jemand aus dem großen Ganzen irgendwie sprechen kann, finde ich halt sehr sehr stimmig. So, das, ähm, Das hilft auch. Das hilft auch, um einen größeren Kontext uns irgendwie zu präsentieren. Das ist auch sehr effizient. Das ist der Film ja irgendwie auch auf eine gewisse Art und Weise. Der ist sehr poetisch und sehr, aber damit eben auch sehr effizient, weil der verschwendet keine einzige Minute, keine einzige Einstellung, keine einzigen, also, dass dieser Film nur 100 Minuten lang ist, ist halt eigentlich auch ein Wunder, weil andere schaffen es irgendwie in drei Stunden weniger, aber größer zu erzählen. Das ist einfach krass.

Maria:
[1:24:06] Ja, ich fand auch, weil wir hatten ja auch von jemandem die Schnitte gesprochen. Das ist mir dann heute, ich hätte es fast verpasst beim Blinzeln, aber relativ am Schluss sitzt er so auf dem Bett. Ich glaube, das ist, als dieses junge Mädchen geflüchtet ist. Und da sitzt du auf dem Bett. Und dann gibt es so einen fast unmerklichen Schnitt. Und Jahre sind vergangen. So ein Matchcut. Ja, man sieht das eigentlich nur, weil irgendwie auf dem Fensterbrett stand halt vorher eine Flasche und dann nach dem Schnitt auf einmal ist da eine Vase oder so. Also es ist so, ein kleines Detail sich verändert oder sein Hemd oder so.

Christian:
[1:24:41] Seine Körperhaltung auch. Er ist ein bisschen mehr in sich zusammengesackt.

Maria:
[1:24:44] Genau, aber es ist so, eigentlich ist es unmerklich. Also wenn du blinzelt, merkst du das nicht. Und das fand ich auch so beeindruckend. Aber genau andere Filme würden jetzt ewig rummeendern, was er in den Jahren dazwischen macht und wie traurig er ist und dann noch mehr in die Wunde drücken, wie du ja selber mir hilfst. Und der Film sagt halt, ja, wir schneiden es einfach mal kurz und es sind einfach halt 10, 15 Jahre vergangen. Und jetzt sind wir halt irgendwie in den, keine Ahnung, 60er Jahren plötzlich. Und ich weiß auch nicht, bei der ersten Sichtung hatte ich auch total Probleme, das zeitlich einzuordnen, wo wir uns befinden. Also weil am Anfang wirkt alles noch so sehr ursprünglich. Die hauen mit den Echsen die Bäume klein und mit den Sägen und so. Alles ist so ganz... Ja, wie es schon seit gefühlt tausenden Jahren, wenn man so will, ist. Und dann, später gibt es so eine Szene, wo, ich glaube, ich war immer wieder mal so kurz irritiert, weil dann gab es diese Szene, wo man die Brücke sieht, diese neue Brücke, die sie dann gebaut haben, und dann fahren da so Autos und ich habe so gedacht, hä? Was machen denn jetzt die Autos?

Christian:
[1:25:46] Sind wir nicht irgendwie 1850?

Maria:
[1:25:48] Ja, nee, und das ist man tatsächlich nicht. Und ich glaube, am Anfang wurde sogar gesagt, dass irgendwie dieser Unfall, dieser Mord passiert 1917 oder so. Das wird einmal kurz gesagt, aber ich habe das natürlich im ersten Mal überhört und dachte dann so, hä? Und dann auch später, dann ist er, als er dann schon älter ist und dann nochmal, in den Wald geht, um zu arbeiten, dann hat er ja diese Kettensäge, die er nicht anbekommt. Und ich war so irritiert und dachte so, hä? Eine Kettensäge? Wann sind wir? Ich verstehe es irgendwie nicht. Und das fand ich so cool, weil ich glaube, das denkt er auch. Also ich glaube, in dem Moment, er kriegt die ja nicht an und kommt gar nicht damit klar und ich glaube, er selber denkt so, ich bin im Grunde ein Relikt. Ich habe hier nichts mehr zu suchen. Ich bin eigentlich zu alt für den Scheiß, wenn man es mal so sagen will. Und das war so interessant. Ich fand das beim ersten Mal geschaut, ich war so verwirrt. Und dann am Ende ja erst, wenn er dann diese Mondfahrt, diese Umrundung sieht, erst dann habe ich gedacht, okay, wir sind irgendwie in den 60er Jahren. All right. Jetzt habe ich es langsam geschnallt, wo wir uns zeitlich befinden.

Christian:
[1:26:48] Und das finde ich ja eben auch so großartig bei dem Film. Also es gibt so diese Häppchen, wie du gesagt hast, irgendwie so eine Jahreszahl da irgendwie mal genannt, aber der Film blendet nichts ein, der bricht halt auch nicht, das meine ich halt wieder so dieses Fotoalbum, also der bricht nicht mit seiner Inszenierung, indem er uns Jahreszahlen einblendet, das wäre ein künstliches, Overlay über das Bild, das bekommen wir nicht. Wir bekommen dann auch durch den Erzähler mal so ein bisschen was gedroppt, irgendwann war so die Rede, ja, after the Great War, und dann dachte ich schon, okay, welcher war noch der Great? Das war da glaube ich denn der zweite? Also, weil der Begriff jetzt im Deutschen auch nicht so geläufig ist.

Christian:
[1:27:31] Genau, wie du sagtest, dann so dieser Blick aus der Entfernung so auf diese neue Brücke, wo ich auch dachte, fahren da Autos? Okay, ja, ja. Aber das Gute ist so, Für mich hat das funktioniert, weil das halt eher um das Gefühl dieser Zeit geht. Es geht nicht um die konkrete Jahreszeit, es ist kein Tagebuch. Es geht nicht darum, dass der Eintrag sagt, am 03.08.1953 ist Folgendes passiert, also so was Historisches irgendwie aufzumachen, sondern es geht um Gefühl und wie du sagst, für ihn auch, das war so geil, das fällt mir auch wieder ein. Und da war er doch am Ende da irgendwie in der Stadt und hat sich da so ein Theaterstück irgendwie angeschaut, steht vorm Spiegel. Und dann sagt der Erzähler, ja, das war das erste Mal, dass er seit zehn Jahren sein eigenes Gesicht gesehen hat, wo ich dachte, ja, genau darum geht es. Genau das ist es. Das gefühlte Leben, also diese gefühlte Zeit, was wir ja auch kennen.

Christian:
[1:28:31] Ich renne eigentlich seit fünf Jahren so durch die Gegend, dieses, okay, ich erinnere mich an das Jahr, weiß ich nicht, 2005 zurück. Ah ja, das ist doch zehn Jahre her, oder? Moment mal kurz. Ah, es ist 20 Jahre her? Wie kann das sein? Aber Moment, was ist denn vor zehn Jahren gewesen? Aha, also dieses, die gefühlte Zeit und die reale Zeit. Und genauso geht es Robert halt hier auch. Das ist egal, ob jetzt nun drei Jahre, fünf Jahre, acht Jahre vergangen sind. Es geht um den Sprung, es geht um, wie du sagst, es geht auf einmal um die Kettensäge, wann die erfunden wurde, wann die da auf der Baustelle auftaucht. Ist egal, aber der Moment, als er zum alten Eisen gehört, der Moment, als er abgelöst wird, dafür ist das das Symbol. Und dann geht es nur so um ein grobes Gefühl dabei. Und genauso auch da dieses, was ich halt auch stark fand, dass es da am Ende einfach nur so irgendwas mit Astronauten, das ist ja jetzt auch nicht die Mondlandung, wo wir alle wüssten, okay, ziemlich genau welches Jahr das ist, ist nicht so relevant wie die Tatsache, dass Menschen im All unterwegs sind.

Maria:
[1:29:39] Ja, und er wohnt in so einer Blockhütte, die nicht mal Wasser hat. Man erkennt es ja eben auch nicht, weil er so abgeschieden lebt, er geht nie in diese Stadt. Also man hat gar keine Ahnung und Vorstellung, wo wir gerade sind, weil er diesen ganzen Komfort nicht hat. Er hat seine äußeren Marke auch nicht hat.

Christian:
[1:29:57] Da steht kein Auto vor der Tür, wo man sagt, okay, das ist ein Baujahr so und so. Dann sind wir ungefähr da. Ah, er hat schon wieder ein neues Auto, ist schon wieder Zeit vergangen. Sondern, wie du sagst, er ist in der Hütte im Wald. Und er ist ja auch, sagt ja auch da die Forscherin Claire oder wie sie heißt, sagt doch auch, dass er so der Hermit.

Maria:
[1:30:14] Ja, und jeder Wald braucht einen. Und er ist jetzt der von dem Wald.

Christian:
[1:30:18] Ja, genau. Und er muss ja auch lachen und sagen, na gut, es gibt Schlimmeres, als der Einzige am Wald zu sein. Und dann vielleicht noch, um da so auch die Schleife drum zu machen, auch eine ganz wichtige Einstellung ist, wie er da am Ende im Bett auch nur so reingeworfen. Das finde ich halt auch so toll, das meine ich so mit diesem Überirdischen. Das Ende eines Lebens ist ja nicht zwangsläufig das Ende der Erzählung. Das wird halt am Ende in dieser Montage so ein bisschen reingeworfen, dass auf einmal diese Hütte völlig überwuchert ist und man sieht das auch nur so schemenhaft.

Christian:
[1:30:57] Kein Close-up auf sein totes Gesicht oder auf sein verwesendes Gesicht, sondern auch da mit diesem respektvollen Abstand siehst du einfach nur, wie die Natur um dieses Bett, in dem sichtbar ein Mensch liegt und wir wissen, das muss er sein und dadurch, dass das alles so zugewuchert ist, können wir uns das alles zusammenschließen, dass das ja quasi ein Sprung irgendwie noch ist, also ein zeitlicher Sprung nochmal ist in dieser Montage. Weil es, glaube ich, dieser Moment war, wo er da im Flieger und den Looping dreht. Also da ist alles gleichzeitig. Die Umarmung des Kindes durch die Mutter ist irgendwie genauso wie das Ende. Also das ist ja schon über den Tod hinaus. Also das muss ja Jahrzehnte nach seinem Tod gewesen sein, wenn da schon Bäume irgendwie durchwachsen, so durch seine Überreste. Das ist halt auch stark so, dass das halt in dieser Montage, in diesem Flug, du sagst, das war doch irgendwie auch der Satz, zum ersten Mal hat irgendwie alles Sinn gemacht oder irgendwie sowas. Ganz, ganz stark.

Maria:
[1:31:58] Ja, fand ich auch und ich fand das auch vor allem, ich hatte das Gefühl, das wurde auch, also ich finde es so irrsinnig beeindruckend, wir haben ja schon besprochen, wie kurz der Film ist und wie wenig uns gegeben wird, aber es gibt trotzdem immer wieder Sachen, die so rückgebunden werden und die angeteasert werden und dann am Ende spielt sie eine Rolle und das alles so wirkt so verbunden in irgendeiner Form. Weil er ist ja dann einmal auch krank, also so richtig krank und schwitzt so im Bett und hat dann diesen Fiebertraum und da habe ich nämlich schon das erste Mal so gedacht, das ist ganz schön gefährlich so einsam zu wohnen, weil was ist denn, wenn du jetzt wirklich mal was hast oder eben auch, ich fand das Wohr hat auch so ganz stark so eine Einsamkeit.

Maria:
[1:32:36] Irgendwie vermittelt weil wann will man auf jeden Fall nicht alleine sein, wenn man krank ist dann möchte man also, wenn man krank ist, dann will man auf jeden Fall seine Mama und dann will man dann möchte man eine Suppe gekauft bekommen und einen Tee und, Das war auch so eine einsame und traurige Situation, dass er dann krank war und dann niemand war für ihn da und niemand konnte jetzt auch mal, also auch in dieser, ja auch sehr primitiven Hütte mal den Ofen anmachen zum Beispiel. Vielleicht ist es draußen total kalt und der friert sich ja dann im Bett total, friert er total doll und kann gar nicht sich für sich sorgen im Grunde genommen, weil niemand da ist. Und da habe ich nämlich schon gedacht, ist ja auch irgendwie gefährlich. Und auch wenn du dann, sein Freund war schon gestorben, Jack war tot, er hat ja dann nur erklärt, aber ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass sie so eine enge Bindung hatten, dass die da auch mal vorbeikommen würde. Ich habe schon gedacht, was ist, wenn da mal was Ernstes passiert? Und dann sozusagen am Schluss passiert ja was Ernstes offensichtlich. Wir erfahren ja überhaupt nicht was und wie es dazu kam. Sondern genau, wie du schon sagst, es gab dann so einen großen Zeitsprung. Auf einmal ist er dann schon ganz überwuchert und wir wissen, also irgendwie muss er da in diesem Bett gestorben sein.

Maria:
[1:33:40] Aber er wurde auch nicht entdeckt. Also es kam niemand vorbei, der gesagt hat, Mensch, ich habe schon lange nicht mehr unseren Eremiten gesehen. Wo ist der eigentlich? Ich gehe da mal hin. Sondern er war so eine vergessene Figur irgendwie, so eine Gestalt, an die sich keiner mehr erinnern konnte scheinbar. Und er ist dann halt so ein Ende gefunden. Aber es wird überhaupt nicht als super tragisch entziehen, sondern dass du als ganz friedvoll und so ein ganz Feingehen in die Natur und so ein Übergang und auch so ein bisschen halt, ist ja auch natürlich eine sehr interessante Ironie, der Holzfäller, der daneben lang Bäume gefettet und die Naturzeit hat, wird jetzt von der Natur zurückgefordert, wenn man so will oder.

Christian:
[1:34:22] Das wollte ich gerade sagen, es ist so was nach Hause kommen.

Maria:
[1:34:26] Ja.

Christian:
[1:34:27] Also klar, er ist jetzt wieder da, wo seine Familie ist, so, das war ja auch in diesem Fiebertraum, so diese Nahtoderfahrung und schon hat er sich seine Familie vorgestellt, also da diese Richtung zeigt uns der Film ja auch was, aber eben wie du sagst, er geht zurück, Auf eine gewisse Art und Weise, wo er irgendwie herkommt. So zurück in die Bäume. Und das ist dann auch wieder der Rückgriff. Irgendwie ist dieses Bild in meinem Kopf einfach hängen geblieben von diesen umwucherten Stiefeln an dem Baum. Also so wie diese Stiefel umwuchert wurden, ist er in seinem eigenen Bett. Es gibt niemanden, der die Stiefelfehen irgendwie aufhängen kann, weil er nicht beim Holzfällen irgendwo gestorben ist. Aber das Prinzip, das ist halt wieder, auch da wie diese Mutter, die das Kind von hinten so um sich umarmt. Genauso macht die Natur das mit ihm auch, die Bäume. Und das ist halt diese, weiß ich nicht, Sekunde-Bild oder so. Genau das ist in dieser Sekunde irgendwie zu sehen. Und das finde ich halt auch so kraftvoll, dass der Film und solche Sachen, solche starken Bilder und erzählerisch reichen, kraftvollen Bilder halt so kurz zeigt. Um auch irgendwie ja, also, um vielleicht damit sogar noch die Bedeutung mehr herauszuarbeiten als Close-Up, eigene Szene, anschwellende Musik.

Christian:
[1:35:52] Der wortwörtliche Holzhammer, der uns da irgendwie überrumpelt. Das sind diese ganz, ganz kleinen, stillen Momente, die halt so super wichtig sind bei einem Film.

Maria:
[1:36:00] Ja, es ist irgendwie so, als ob der Film so ein einziges großes Understatement. Also so, nicht zu viel machen, weniger ist mehr. Also das funktioniert halt wirklich so beeindruckend gut. Es hätte ich irgendwie nicht gedacht, dass es irgendwie geht, so in dem Ausmaß. Aber auch als ich vielmehr noch mal geschaut habe, habe ich mir einfach aufgefallen, wie unglaublich kurz der ist. Und wie gesagt, ich hatte jetzt, ich glaube, zwei Monate dazwischen oder anderthalb oder so, von der ersten zur zweiten Sichtung, also gar nicht so viel Zeit. Aber in meiner Erinnerung sind all diese Momente schon so angeschwollen. Also quasi, ich habe quasi die emotionalen Momente und die krasse Bedeutung, das ist für mich in meinem Kopf quasi so gewachsen. Der Film musste mir das gar nicht geben, sondern es ist einfach... Dann sozusagen in einem selbst passiert. Und das ist ja im Grunde genommen immer das Allerbeste, was ein Film machen kann, dass irgendwie etwas ausgelöst wird und man diese Leerstelle einfach selber füllt.

Christian:
[1:36:58] Du hast ja im Grunde genommen wahrscheinlich in deiner Erinnerung aus Bildern Szenen gemacht.

Maria:
[1:37:02] Ja.

Christian:
[1:37:03] Das, was so zwei Sekunden reingeschnitten ist, ist so tief in einem gewachsen, dass man denkt, ah, die Szene, wo das passiert, das war keine Szene. Das ist wie du sagst, wenn du da blinzelst, dann hast du es verpasst.

Maria:
[1:37:14] Ja, total. Ja, ja. Also das ist halt wirklich oft passend. Also ich hatte dann das Gefühl, es gab bei wirklich vielen Szenen, ist mir das dann so gegangen. Also auch dann halt diese kleine Episode, wo er dann zu Hause ist und dann auch gesagt wird, das ist die glücklichste Zeit seines Lebens gewesen. Und in meiner Erinnerung war das total viel Material, wie er dann da irgendwie mit seiner Tochter spielt und am Fluss ist. Und nein, nein, das dauert, keine Ahnung, drei Minuten höchstens. Und dann geht's weiter und dann ist er wieder im Wald. Und ich hab so gedacht, hä?

Christian:
[1:37:42] Das ist doch der halbe Film. Das ist doch mindestens der halbe Film.

Maria:
[1:37:47] So gefühlt irgendwie schon. Also das war wirklich, hat mich wirklich beeindruckt jetzt auch dann noch beim zweiten Mal. Ich bin also echt froh, dass ich den Film jetzt nochmal geschaut habe, weil das hätte ich das wahrscheinlich jetzt gar nicht so doll erfasst. Ich hatte wahrscheinlich jetzt einfach so im Nachhinein, hätte ich mir das viel länger vorgestellt und viel bedeutungsvoller und viel länger ausgewalzt, die einzelnen Szenen. Dabei war das wirklich... Kurze Bilder und, Schnitte und aber eben teilweise sehr kraftvoll inszeniert und auch komponiert. Also ich habe dann zum Beispiel diese Szene, wo er dann zurückkehrt und das Haus ist nicht mehr da und dann, ist da nur noch so ein ich glaube der Schornstein oder so, weil der gemauert war dann steht dann halt nur noch so ein kleiner Überrest und dann setzt er sich da drauf und man sieht so wie so ein Umriss von dem Haus wieder wie damals, als sie das halt erst hingelegt haben und an den Grundriss so gezeichnet haben. Und die Kamera fährt einfach nur so raus, so langsam und dann ist die Szene schon vorbei. Das ist überhaupt nicht lang. Aber das ist so machtvoll, dieses Bild, wie er da in dieser Ruine im Grunde sitzt und alles ist Asche. Und ich weiß auch nicht, es hat mich so bewegt. Es hat mich sehr weit über den Film hinaus bewegt, offensichtlich.

Christian:
[1:39:04] Ja, geht mir ähnlich. Also wir halten schon mal fest und wir gehen schon mal rüber in die Oscar-Diskussion. Also Best Editing, also bester Filmschnitt hätte eigentlich auch noch mit dazukommen können.

Maria:
[1:39:16] Auf jeden Fall.

Christian:
[1:39:17] Hätte eigentlich dabei sein müssen. Wir sammeln jetzt mal die Kategorien. Ich weiß auch gar nicht, was da so, was da sonst noch so alles in diesen Kategorien nominiert war. Aber also tatsächlich ist der Film in den Kategorien Best Picture, Best Song, der Song, der am Ende im Abspann läuft von Nick Cave. Was hatte ich gelesen bei der Premiere? Der Film lief, glaube ich, in Cannes 2025. Im Januar war das, glaube ich. Ist das kein Festival? Nee, irgendein Festival.

Maria:
[1:39:56] Ich glaube, das war irgendein anderes.

Christian:
[1:39:58] Sundance?

Maria:
[1:39:59] Maybe.

Christian:
[1:40:00] Ich weiß es gerade nicht. Auf jeden Fall ist der Anfang 25 im Januar auf dem Festival. Da hat die Netflix eingekauft und dann groß im November released für eben auch so diese Oscar-Season. Und als der auf dem Festival lief, gab es den Song auch noch nicht im Abspann. Interessanterweise der Nick Cave-Fan an meiner Seite, der mit mir den Film geguckt hat, sagte auch, dass Nick Cave, glaube ich, auch zwei Kinder verloren hat. Und ja, also vielleicht ist da auch noch mehr drin in dieser Konstellation. Habe ich auch gesagt, würde mich nicht wundern, wenn der den Film auch gesehen hat, gesagt hat, braucht ihr noch einen Song? Ich hab da mal, ich hab Lust, so. Weil das ja auch kurios ist, dass der Film halt erstmal ohne diesen Song irgendwie rauskam und dann aber zum Kinorelease, und jetzt ist der auch noch Oscar nominiert, Dann haben wir noch Best Cinematography, also Kameraarbeit, Kameraregie sozusagen. Und ja, haben wir auch schon gesagt, so die Bilder, auch diese ganzen Sonnenaufgänge, Untergänge, das natürliche Licht, was da eingefangen wurde. Also auch, wie du sagst, diese Zooms, die raus, reingehen, fast schon wie bei so einer Natur-Doku. Das ist auch ganz, ganz klasse gemacht und eben das beste adaptierte Screenplay.

Maria:
[1:41:21] Also ich finde Kamera hat es auf jeden Fall auch verdient. Also visuell hat mich der Film auch extrem beeindruckt. Ja, und der Schnitt. Also es ist einfach, ja, also Gesamtkunstwerk mäßig finde ich das wirklich einiges. Passiert auch, dass erst mal auf den ersten Blick relativ unscheinbar wirkt auch. Und wenn man dann genauer reinguckt, dann stellt man eigentlich erst fest, wie genial es dann doch teilweise gemacht wurde. Also ja, das mit dem natürlichen Nichts habe ich tatsächlich dann gelesen, dass sie dann eigentlich gar kein Kunstlicht verwendet haben, außer in ein, zwei Szenen. Und das fand ich dann auch nochmal total beeindruckend. Ich habe auch das Gefühl, das Problem, oder nicht das Problem, sondern das ist, weil der Film ja nicht so krass besprochen wurde oder nicht so doll in den Medien war. Ich glaube, bei jedem anderen größeren Hollywoodfilm wäre das die Schlagzeile. Oh mein Gott, es gab gar kein Kunstlicht, sondern es gab nur natürliches Licht. Es gibt doch diesen einen Kubik-Film, der auch keinen, wo alle nur Kerzenschein und so haben. Und das gehört zu der Erzählung des Films so doll dazu.

Christian:
[1:42:23] Leo hat eine echte Bärenleber gegessen.

Maria:
[1:42:26] Er hat wirklich die Leber gegessen. Und er ist doch Veganer.

Christian:
[1:42:30] Wirklich. Hat er eigentlich auch wirklich mit einem Bären gekämpft? Ja, bestimmt auch das. Krass, ja, wow.

Maria:
[1:42:37] Das ist so viel Acting. Ja, und hier, Matthew McConaughey hat 50 Kilo abgenommen. Ja, hallo.

Christian:
[1:42:42] Genau.

Maria:
[1:42:42] Also halt so diese Erzählung fehlt so doll, aber wenn man es dann quasi erstmal, rausfindet und es ist ein bisschen, ich habe jetzt ein bisschen recherchiert und habe das dann rausgefunden mit dem natürlichen Nicht und habe dann so gedacht, ja natürlich, also als ich dann den Film jetzt nochmal gesehen habe, habe ich gedacht, das ist ja, also das sieht halt super natürlich aus, weil sie halt auch in der Natur waren, weil sie also quasi on location geshootet haben, und das merkt man einfach, das gibt dem Film so viel, also das ist unbelievable, also von daher ja, Beste Kamera, bitte. Ich bin dafür.

Christian:
[1:43:17] Ich wäre auch für Best Picture zu haben. Ich meine, also wir müssen, das ist ja kein, wir sind ja kein Wettbüro, wir machen jetzt hier keine großen Tippspiele oder so. Ich finde es auch immer ein bisschen, also wer das macht, so gerne, aber ich finde es halt ein bisschen mühsam auch in dieses Pferderennen da irgendwie einzusteigen, weil schlussendlich.

Christian:
[1:43:37] Also mir ist es ziemlich Wumpe, wer da gewinnt, weil ich habe einen fantastischen Film jetzt zweimal gesehen und ich habe viele andere gute Filme auch aufgrund dieses Oscar-Renz jetzt gesehen und einer, der, naja, sehr gut klang, aber kommen wir gleich auch noch drauf zu sprechen. Aber also ja, ich gönne diesem Film, ich gönne dem Film alles, weil das ist, sag ich ja, das ist für mich so dieses zarte Pflänzchen, dieser Geheimtipp, dieses Wohlfühlfilm ist irgendwie auch falsch, aber irgendwie schon, weil, weiß ich nicht, das ist irgendwie, der fühlt sich gut an, der ist so stark und so reich und so kraftvoll und so poetisch. Poetisch und so schön und irgendwie einfach toll, dass es den Film gibt, auch toll, dass der es auch schon so weit geschafft hat und die Spekulationen aus dem The Town Podcast, der eben auch gesagt hat, naja, vielleicht, also ich glaube nicht, dass der große Chancen hat in der Kategorie, der ist halt nicht laut und der ist nicht wie andere schon so im Vordergrund, aber wer weiß, vielleicht ist das so ein Film so, ich könnte mir vorstellen, dass der bei.

Christian:
[1:44:54] Nicht auf der Eins, aber vielleicht so stark im vorderen Feld ist, dass die anderen Filme, um die gestritten wird, das ist ja oft das Ding bei den Oscars, das ist ja so eine gewichtete Wertung, also der Film, der bei allen auf der Zwei ist, gewinnt den Oscar, weil der Film, der bei einigen auf der Eins und bei den anderen auf der Fünf ist, hat einfach nicht die Punktzahl erreicht. Das ist ja so eine Rechnerei und das wäre so meine Hoffnung, dass der vielleicht bei sehr vielen Leuten einfach irgendwie so weit vorne ist, Lieblingsfilm, weil der nicht so showy, nicht so laut, nicht so knallig ist, aber dass den alle, die ihn gesehen haben, irgendwie so ins Herz schließen und wer weiß, vielleicht kann der dann irgendwie auch nochmal so sich an allen vorbeimogeln.

Maria:
[1:45:38] Ich denke halt auf jeden Fall auch einer der Gewinne ist auf jeden Fall, dass jetzt die Sichtbarkeit einfach, dass der jetzt ein bisschen noch im Nachhinein dann doch noch ein bisschen Aufmerksamkeit bekommt. Das ist ja auch einer der Gründe, warum wir uns so viel jetzt entschieden haben, weil wir dachten, wir geben dem Film jetzt nur eine Plattform, weil über One Better After Another haben alle schon geredet. Da können wir sicherlich auch noch was beitragen, aber man könnte auch einfach mal einem Underdog die Chance geben. Ob man jetzt gewinnt oder nicht, ist, glaube ich, jetzt gar nicht so relevant, sondern es ist eigentlich wichtig, dass der jetzt mal ein bisschen eine Plattform hat und wie du auch sagst, das hat sich jetzt so organisch entwickelt. Das ist ja auch mal schön, dass mal ein Film, der jetzt vielleicht gar nicht das riesen Werbebudget bekommen hat oder auch die riesen Oscar-Kampagne, die andere Filme bekommen, trotzdem jetzt irgendwie in der Auswahl gelandet ist. Einfach nur, weil es ein sehr guter Film ist.

Christian:
[1:46:23] Und für mich ist das auch, ich kau da noch auf einem großen Gedanken rum, den ich vielleicht auch noch mal irgendwie an anderer Stelle, weil das wird hier den Rahmen auch sprengen. Ich habe mittlerweile so viele Probleme mit Netflix. Als Plattform, als nächstes großes Monopol, was sich da irgendwie anschiebt. Ich habe wahnsinnig viele Probleme mit Netflix. Jetzt ist es ironisch, dass wir Netflix-Filme sprechen, aber so die Quintessenz ist ja auch, also ich finde, der Film ist halt eben, also, Selbst Netflix konnte diesen Film nicht ruinieren, um es mal so auszudrücken, weil die haben einen fertigen Film gesehen, wahrscheinlich eine starke Publikumsreaktion auf dem Festival erlebt, haben Blankoscheck ausgeschrieben, haben gesagt, ne, also nehmen wir und das war's, so, weil...

Maria:
[1:47:19] Ja, ich denke, das große Glück ist, dass sie den halt nicht selber produziert haben.

Christian:
[1:47:24] Netflix kann es halt einfach nicht, in meinen Augen. Netflix hat halt auch keinen Geschmack. Das haben die letzten zehn Jahre gezeigt. Deswegen wollen sie Warner kaufen. Die können halt so etwas nicht. In meinen Augen. Das hat noch ganz viele weitere Aspekte. Aber umso besser, dass dieser Film, also ich bin einerseits sauer, dass der halt nicht irgendwie jetzt jederzeit im Kino läuft. Aber vielleicht auch ganz gut, dass man den irgendwie zu Hause noch so genießen kann und so mitnehmen kann. Da draußen schreit die Stadt, oder?

Maria:
[1:47:58] Ist ja einfach gerade jemand durch die Straße gefahren und die ganze Zeit gehupt hat.

Christian:
[1:48:01] Das war wahrscheinlich die Netflix-Polizei, die gesagt hat, Moment, Freunde.

Maria:
[1:48:09] Ja, die haben das gehört und waren so, wo sind sie? Wer redet hier gerade schlecht über Netflix? Unsere Lizenz ist a tingling.

Christian:
[1:48:15] Ja, ja. Es wird über Warner gesprochen, über eine Übernahme, da müssen wir einschreiten.

Best Picture Nominierungen Oscars 2026

Christian:
[1:48:20] Genau, also, ja, aber was haben wir da noch so in der Kategorie Best Picture? Also man muss ja immer sagen, für die Filme aus 2025 die Oscars werden 2026 verliehen. Wir können ja mal ein bisschen durchgehen, vielleicht noch irgendwie ein, zwei Sätze so zu denen, die wir auch gesehen haben, noch verlieren. Vielleicht fangen wir einfach mal so mit den Favoriten an. Also wir hatten im Vorfeld überlegt, One Battle After Another oder Sinners zu besprechen, weil das einfach so die Spitzenkandidaten sind. Sinners hat ja, glaube ich, irgendwie auch Rekorde jetzt gebrochen mit den meisten Nominierungen ever. Ich habe das gar nicht mehr so am Rande.

Maria:
[1:48:57] Ja, stimmt.

Christian:
[1:48:59] Aber, Den haben wir zumindest jetzt nicht in die Auswahl genommen, also ganz gerne auch noch irgendwie zwei, drei Sätze dazu sagen. Ich fand den Film fantastisch, ich finde den großartig, der ist auch, also diese Szene, diese Musikmontage da in der Mitte ist, ich habe Gänsehaut bekommen und hatte Pipi in den Augen, weil das einfach wunderschönes Film, Filmemachen ist, fantastisch. Ich habe nur gesagt, ich habe das Gefühl, wir haben die Diskussion letztes Jahr schon geführt mit, oh, ein Horror-Genre-Film in der Oscar, gut, jetzt hat er halt wahnsinnig viele Nominierungen und wir hatten letztes Jahr über The Substance gesprochen, und der ist es halt dann nicht geworden so, aber ich dachte mir, ich weiß nicht, ob ich, nochmal vielleicht so eine ähnliche Diskussion führen will jetzt mit diesem durchaus anderen Film, starken Film, deswegen war ich da jetzt nicht so, Also habe ich den jetzt nicht so nach vorne gestoßen? Wie fandest du den?

Maria:
[1:49:55] Ich mochte den auch sehr. Also ich habe den halt damals im Kino schon geschaut, als er rauskam. Deswegen ist das jetzt für mich gerade so irritierend, dass jetzt nochmal so ein Hype Nummer zwei passiert gerade mit den Oscars. Die vier Nominierungen verstehe ich offengestanden auch nicht. Also ich fand den Film gut oder sogar sehr gut. Ich fand auch diese Musikszene, wie du schon beschrieben hast, absolut fantastisch. Aber ich hatte schon auch ein paar Probleme mit dem Film Also ich fand ihn jetzt nicht perfekt Also da bin ich jetzt nicht hundertprozentig dabei Sage ich jetzt mal Also, Zum Beispiel da, wie da Männlichkeit Inszeniert wurde Und diese Bros Da diese beiden Brüder Und nee, das fand ich dann hier und da Dann schon auch ein bisschen weird Oder hat mir nicht so richtig gefallen, Aber generell verstehe ich auf jeden Fall den Appeal Von dem Film Aber den Hype, der jetzt gerade nochmal passiert, den fand ich jetzt ein bisschen irritiert. Oder hat mich überrascht auch, dass ausgerechnet dieser Film die meisten Nominierungen ever bekommt. Wo ich dachte, also, Der war jetzt gut, aber jetzt so krass und auch wieder nicht. Also ich weiß auch nicht. Das hat mich irgendwie überrascht. Aber ja, also ich bin ja bei dir auf jeden Fall dabei, dass wir den jetzt nicht genommen haben, verstehe ich. Und bin ich auch, wir hätten es wahrscheinlich wirklich wiederholt, weil es dann doch ein bisschen ja, Genre und das ist ein bisschen ähnlich. Und Talking About Genre, lass uns mal kurz über Frankenstein reden.

Christian:
[1:51:20] Ich habe den auch gesehen. Das meine ich halt wieder so ein bisschen auch mit Netflix. Das ist so Netflix-Oscar-Film mit Ansage, da geht der Algorithmus irgendwie los, da wird dann, also ich habe einen Riesenrespekt für Del Toro, ich mag den, der hat, also der kriegt von Netflix da diese Blankoschecks irgendwie auch und darf machen, was er halt irgendwie gerne macht, es ist halt schlussendlich nicht für mich. Der hat mich damals bei Shape of Water, das ist ja auch schon fast wieder zehn Jahre her, glaube ich, auch so ein Oscar-Film, hat ja auch, glaube ich, Oscar als bester Film gewonnen damals.

Maria:
[1:51:51] Und Regie hat er auch bekommen, glaube ich.

Christian:
[1:51:52] Und Regie, genau, also auf jeden Fall was die Zeit, was den Film anging, da hatten wir damals auch noch, glaube ich, Livestream und so hier gemacht. Ich bin dabei. Also Team Shape of Water voll, das hat funktioniert. Del Toro großartig, emotional. Ich war voll dabei, aber dann auch durch. Für mich ist dann Del Toro auch, Das war okay, das war aber auch genug für mich. Und ich verstehe so seinen Geschmack und sein Ding, was er da immer macht, aber es ist halt einfach der nicht für mich. Und in dem Fall hat es mal für mich geklappt. Frankenstein auch, nett, gut, alles, keine Frage, aber nicht für mich.

Maria:
[1:52:33] Hattest du den Pinocchio von ihm gesehen? Nö. Das hättest du vielleicht noch mal reinziehen, den fand ich halt irgendwie sehr interessant. Also der passt trotzdem in sein Oeuvre super gut rein, Aber der hat mir wirklich richtig gut gefallen, weil ich fand Frank Nisch dann nämlich ziemlich schlecht, muss ich jetzt mal sagen. Also der hat mich überhaupt nicht gekriegt, was ich komisch finde, weil ich mag der Toro sonst wirklich gern. Also ich mag auch seine anderen Filme, die meisten, nicht alle, aber die meisten. Und da habe ich so gedacht, nee, also ich fand der Film war todeslang, Unnötigerweise. Ich fand, der war viel zu lang. Da war viel zu viel drin, was mich überhaupt nicht interessiert hat. Ich habe mich mit keiner Figur identifiziert. Die war mir alle irgendwie egal. Und was ich halt tatsächlich, weil ich hatte dann so ein paar Tage vorher erst dieses Matt Damon Statement gelesen, dass sie alle diese Second-Screen-Drehbuch-Schreiberei da machen müssen, wo sie quasi im Film noch fünfmal sagen, worum es geht, damit alle das mitbekommen. Auch die loslegen, die gerade was anderes nebenbei machen.

Christian:
[1:53:30] Ja, TikTok aufhaben. Genau.

Maria:
[1:53:33] Und ich fand das bei dem Film war das, das war so, so deutlich also bei Frankenstein war das also da wurde ja alles nochmal, wie nochmal so erklärt und ich musste wirklich lachen so relativ gegen Ende, kommt ja dann Frankenstein da springt ja diese Hochzeit da und dann das Monster flippt aus und tötet dann da eben diese Braut und alles und sein Bruder sagt zu ihm, ich glaube du bist das Monster und man denkt so ja, Dankeschön, Captain Obvious, das habe ich schon vorher verstanden. What the fuck? Darum geht es in dem Buch und in der Geschichte im Allgemeinen, dass nicht dieses Wesen das Monster ist, sondern der Schöpfer ist eigentlich das Monstrum. Und ich dachte so, okay, das ist mir jetzt einfach zu doll. Das ist mir einfach zu offensichtlich. Und auch das ganze CGI hat mir auch nicht gefallen. Also nee, das war wirklich nicht mein Film. Also da habe ich wirklich so kurz gedacht, weil du jetzt vorher so meintest, dass er da diesen Blankoscheck hat, der Toro. Und da habe ich mich so gefragt, ist das wirklich deine künstlerische Vision gewesen? Oder hat halt jemand gesagt, mach mal dir so einen richtig klassischen Film, wie alle das von dir erwarten, und danach kannst du wieder was Neues ausprobieren. Also weil irgendwie wirkte das so wie, alles so Schema F, wie wir es halt von ihm kennen. So eine Gruselgeschichte und bla bla bla.

Christian:
[1:54:57] Frankenstein. Ja, ja, jubisches Monster und die Menschen sind ja eigentlich ein Monster.

Maria:
[1:55:01] Ja, das war alles so ein bisschen platt und ich hatte das Gefühl gehabt, das hat überhaupt nichts hinzugefügt zu dem, was er vorher schon gemacht hat. Das war so more of the same. Also, ja, nee, ich bin kein Fan.

Christian:
[1:55:15] Guter Hinweis auch mit diesem Matt Damon-Zitat, weil genau das ist bei Train Dreams alles nicht, das ist halt kein Netflix-Film, das sag ich ja. Als ich gelesen habe, ah, den haben die auf einem Festival eingekauft, dachte ich so, ja, so müsste es eigentlich laufen. Also je weniger Netflix sich da einmischen kann, desto besser werden die Filme gefühlt. so, weil, ah ja.

Christian:
[1:55:40] Ja, dann, also ich hatte eigentlich auch auf One Battle After Another gezielt, da hatte ich ja auch zu dir gesagt, hey, dann will ich erst mal gucken, bevor wir uns für einen Film entscheiden, weil der ja auch sehr weit vorne war in der, Liste der Nominierten, also direkt hinter Sinners, ich glaube ein, zwei Nominierungen weniger und der hat dann ja auch nochmal so einen Hype, abbekommen, der im Kino ist der okay gelaufen, der war irgendwie auch sehr teuer und auch da in dem Podcast The Town haben sie sich auch sehr viel über den Film dann irgendwie ausgelassen, so dieses hey, was ist das eigentlich für ein Missmanagement, wenn der irgendwie, glaube ich, weiß ich gar nicht, was der gekostet hat, über 100 Millionen gekostet im Budget, weil Leo kriegt da irgendwie seine 20, 25 Mille per, Vertrag und so, wo alle gesagt haben, das ist ja eigentlich irgendwie auch so ein Flop mit Ansage, also finanzieller Flop mit Ansage. Dann hieß es Aber als der Film dann lief, ja doch, der ist gut und der ist relevant. Ich habe mir den angeguckt und ich bin zu spät dazugekommen. Ich bin tatsächlich mit diesem Hype und mit dieser, so dieses, oh, das ist aber ein Film über unsere Zeit, für unsere Zeit. Und ich habe den geguckt und dachte, ja, aber dafür ist mir das irgendwie alles ein bisschen zu wenig. und wieder geht es irgendwie um Leo und um ihn und um ganz viel um ihn. Aber die Tochter fand ich irgendwie viel interessanter und also die.

Christian:
[1:57:07] Also, der ist nicht schlecht, so, aber das ist halt der Punkt, wenn irgendwann so der Hype-Train schon so, vorausfährt und so große Wellen alles schlägt und du kommst dann irgendwann dazu und sagst, ah, okay, ich erwarte jetzt The Second Coming of Citizen Kane so ungefähr und dann kriege ich halt nur einen guten Film und so, weiß ich auch nicht. Aber irgendwie war ich so ein bisschen, im Englischen würde man sagen, underwhelmed von der ganzen Sache.

Maria:
[1:57:34] Ja, das ist total lustig, weil bei mir war es exakt andersrum. Ich hatte gar keine Erwartungen. Ich hab den irgendwie in der ersten Woche im Kino geschaut, aber auch nur, weil irgendwie nichts anderes lieb. Und ich dachte so, ja komm, Simo und setz rein, was soll's. Und ich fand den Trailer super langweilig. Hab den schon vorher ein paar Mal im Kino gesehen, den Trailer.

Christian:
[1:57:52] Ja, ich auch.

Maria:
[1:57:53] Und hab so gedacht, boah, das sieht ja richtig boring aus.

Christian:
[1:57:57] Das war nämlich auch das Ding, als ich den Film geguckt hab, hab ich mich an den Trailer erinnert. Den hab ich auch ganz oft im Kino gesehen. Und als ich im Kino den Trailer gesehen hab, hat, also, ich hab den gesehen und dachte, er wisst nicht, was ihr mit dem Film anstellen sollt. So ein Trailer ist das. So ein Trailer, der versucht mir einen Film zu verkaufen, bei dem ich merke, ihr nehmt so die dreieinhalb lustigsten Szenen irgendwie raus und versucht das alles auf so eine, Satir-Comedy-Ecke und Leo und im Bademantel und stolpert als bekiffter Dude irgendwie durch die Gegend und ich wusste aber schon, das ist der Film nicht. Also ich sehe, wie ihr versucht, diesen Film zwanghaft zu vermarkten, weil der wahrscheinlich sich irgendwie in kein Muster pressen lässt, was für irgendwie 90-Sekunden-Trailer vor, weiß ich nicht, dem neuesten Avatar irgendwie funktioniert, so ungefähr. Und, Also das habe ich schon gerochen, dass das ein Film ist, der nicht so einfach zu packen sein wird.

Maria:
[1:58:52] Ja, das stimmt. Das war mir auch ein bisschen klar bei dem Regisseur, dass wir da jetzt nichts super Mainstreamiges zu erwarten haben. Und auch nur deswegen bin ich auch tatsächlich da noch reingegangen, weil ich dachte, ich mag seine Filme sonst. Und das wird schon. Also ich war dann trotzdem ganz guter Dinge. Aber ich hatte gesagt, ich hatte gar keine Erwartungen. Also da ich den Trailer so langweilig fand, dass ich dachte, ja, ich gehe halt mal rein, mal schauen. Und dann war ich total hin und weg. Also das war dann wirklich genau das Gegenteil. Ich hatte eine Unerwartung rein und war dann total positiv überrascht. Ich sehe aber auch, ich habe jetzt auch, also vor allem jetzt im Nachgang, also als ich rauskam aus dem Film, war ich komplett begeistert. Also bin ich total, war ich total, dachte jetzt, okay, bester Film des Jahres. Und das ist er auch trotzdem noch so ein bisschen für mich. Also auf jeden Fall zumindest vom Kinoerlebnis, weil ich da eben so mitgerissen wurde. Und der ist ja auch relativ lang, das habe ich überhaupt nicht gespürt. Ich war die ganze Zeit total dabei. Aber jetzt im Nachgang habe ich dann auch noch mal so ein bisschen mich damit beschäftigt und so ein bisschen auch Kritiken gelesen und auch was Leute kritisiert haben. Und da kann ich auf jeden Fall mitgehen und würde sagen, ja, der Film ist nicht ganz unproblematisch und da gibt es auf jeden Fall Sachen, wo man sagen könnte, ja, weiß ich jetzt nicht. Und ja, Leo als irgendwie so strahlende, alles überstrahlende Figur, ist das eigentlich so eine gute Idee? Weil in dem Film geht es eigentlich was ganz anderes.

Christian:
[2:00:06] Ich fand auch seine Rolle, sein Zutun in dieser Geschichte eigentlich am uninteressantesten. Aber er hat halt so eine Prominenz. So, klar, Leo...

Maria:
[2:00:18] Ja, ich meine, wenn man halt auch so einfach, wenn man vielleicht sagen will, es soll die Geschichte von so einem Loser sein, also vielleicht sollte das ja auch so ein bisschen Dekonstruktion von dieser Hauptfigur sein, von diesem Protagonisten oder so, kann man vielleicht sicherlich auch noch irgendwie ein bisschen drehen und wenden, wenn man will und hätten wir sicherlich auch getan, hätten wir jetzt den Film besprochen, aber ja, also genau, da war schon eher so ein Waschlappen und so, aber es gab halt trotzdem auch jede Menge Sachen, die ich irgendwie beeindruckend und spannend fand. Und diese ganze Szene mit dem Haus, mit Benicio de Toro, der dann da irgendwie diese ganzen geflüchteten Leute da, die ganzen mexikanischen, ich sag jetzt mal in Anführungsstrichen illegalen, da irgendwie Leute versteckt hat. Und dann kommt da die Polizei und die flüchtet in ihre, durch irgendwelche Tunnel und irgendwelche. Aber das wurde so alles so nonchalant am Rand erzählt. Das fand ich extrem gut, da war ich total dabei. Das fand ich die beste Szene von allen, also mit Abstand und so. Also ja, spannender Film, über den sie hätten auch eine gute Sendung sicherlich machen können.

Christian:
[2:01:18] Ich finde den halt eben auch so als Gegensatz zu Train Dreams so spannend, weil der ist halt, One Battle After Another ist halt so laut. Ist halt genau das, was Train Dreams nicht ist. Also es ist ein Leo in der Hauptrolle, der sich immer in den Vordergrund spielt, der so auch im Vordergrund geschrieben ist. Das Gegenteil von diesem schweigsamen Wortkragen und das, Die ganze Stimmung ist halt eine ganz andere als bei Train Dreams, aber man muss die Filme nicht miteinander vergleichen, aber ich finde diesen Gegensatz irgendwie nur so spannend, dass das halt so ein Spektrum aufmacht. Der eine ist klein und, was ich meinte, so zärtliches Pflänzchen und das ist halt so der Scheinwerfer, der glüht und auf den alles gerichtet ist und der so, ja ich weiß, die Metapher ist gerade irgendwie schief geworden, das ist der Scheinwerfer, der auf sich selbst scheint, aber das ist für mich auch irgendwie Leonardo DiCaprio, aber gut.

Maria:
[2:02:09] Ich denke halt, aber das finde ich, dass das stimmt, aber für mich jetzt nur so einen gewissen Teil, weil der Film ist ja jetzt kein, ich sag mal so Blockbuster. Also es ist kein so ein Film, wo irgendwie ich jetzt sagen würde, der ist perfekt massenkompatibel und alle gehen super mit. Und ich glaube, das kommt nur durch Leonardo DiCaprio zustande. Ich glaube, das kommt nur durch seinen Star-Glow, dass man so denkt, das ist so ein klassischer Hollywood-Film, was da, finde ich, eigentlich nicht ist. Also ich denke, hätte da jetzt jemand anders die Hauptrolle gespielt, wäre das auch ein ganz anderer Film geworden. Also dann hätte der eine ganz andere Wirkung, glaube ich, auch noch mal gehabt. Und jetzt kann man halt sagen, ja, jetzt haben wir halt die große Kampagne im Oscar-Rennen und ist ja wieder klar. Aber ich finde, es ist eigentlich nicht sehr klar.

Christian:
[2:02:56] Also, ich finde, für mich ist das so Arthouse-Blockbuster.

Maria:
[2:03:01] Oh ja, ja, das ist eine gute Beschreibung.

Christian:
[2:03:03] Also wir machen hier so eine Verfolgungsjagd am Ende, die wir halt irgendwie so groß, halt eben so, ironisch ist das falsche Wort, aber die wir halt schon wie eine Verfolgungsjagd inszenieren, aber ganz anders und botenständig und damit halt so uns nach vorne spielen wollen. Und ich finde eben, also vielleicht ist es auch, das wäre nochmal eine ganz andere Diskussion, ich finde glaube ich auch Leonardo DiCaprio als Menschen immer problematischer, keine Frage, weil irgendwie ist der Typ glaube ich jetzt schon jenseits der 50 und komischerweise seine Freundin immer noch und schon wieder 20. Ich weiß nicht, wie der das hinkriegt, aber das ist nochmal ein anderer Aspekt. Aber ich finde, er heißt mittlerweile, es ist schwierig, finde ich, ihn zu casten. Also ich finde, der ist mittlerweile so groß. Ja, das ist so, da kommen wir gleich auch noch auf einen anderen zu sprechen, der auch irgendwie schwierig ist, sobald der in dem Film auftaucht, aber anders. Aber Leo ist so, der zieht auch irgendwie so viel Aufmerksamkeit auf sich.

Maria:
[2:04:04] Das stimmt, aber ich habe jetzt gerade, ich hätte jetzt sofort unterschrieben, aber dann habe ich gedacht, so Killers of the Flower Moon, da habe ich das anders empfunden. Da war er sehr gut gecastet, weil er da so gegen den Strich gecastet war. Da war er so hässlich gemacht und dann gab es auch noch De Niro als zweites so Gegengewicht, das hat das irgendwie besser funktioniert.

Christian:
[2:04:25] Ja, aber ich finde das mittlerweile irgendwie, ich finde, das kann auch an mir liegen, aber ich finde so viel mittlerweile bei ihm so gewollt. Also es ist so, so...

Maria:
[2:04:33] Ja, ich verstehe, was du meinst.

Christian:
[2:04:35] Weißt du, es ist so... Und damit auch wieder so groß. Oh, ein Leo, der als Slacker-Dude gegen das Ideal spielt. Ja, aber das haben wir jetzt mittlerweile irgendwie auch gefühlt seit zehn Jahren so, dass er sich dann aber mit sehr viel Hochglanz in Rollen casten lässt, die dann eben ja nicht mehr der strahlende Jüngling, Schönling Hollywood. Und das finde ich ist halt auch so eine Masche mittlerweile geworden, aber ich sag ja das ist vielleicht nochmal eine Sache, vielleicht muss ich mich dann auch mal gesondert mit DiCaprio auseinandersetzen, aber auf wen ich schon angespielt habe.

Christian:
[2:05:12] Und der kann tatsächlich mal einen richtig großen Haufen Steine auf den Kopf kriegen, ist Brad Pitt in einem Formel 1 Film ich wollte diesen Film eigentlich auch vermeiden irgendwie hab ich mich auch ein bisschen geärgert den dann doch noch geguckt zu haben, weil der Typ halt wirklich, ja ich weiß nicht, ob du das damals mitgekriegt hast mit der ganzen Geschichte mit Angelina Jolie und wie er da irgendwie, ich glaube, Bierflaschen irgendwie im Flieger auf seine eigene Frau wirft, seine Kinder bedroht und so der Typ, der kann einfach der kann weg, und umso schlimmer fand ich dann auch den Formel 1 Film, weil der halt so, hatte ich hier glaube ich auch irgendwie geschrieben das ist so, also das ist das ist so ein richtig schlimmer Dad-Film, das ist so ein richtig fieser weißt du, Vater-Film, weil die ganze Zeit geht es in dem Film darum, wie, ich weiß nicht, wie alt Brad Pitt mittlerweile ist, wahrscheinlich auch 75 oder so, ich weiß es nicht, aber wie der noch ein letztes Mal, ja, der, der.

Christian:
[2:06:12] Der eigentlich viel abgehalfterter ist, als der Film ihm das unterstellt, weil er dann schlussendlich doch, er kommt von außen und er ist ja immer der Rennfahrer gewesen. Ihm geht es ja nur ums Benzin, ihm geht es ja nur um den Thrill und noch ein letztes Mal fliegen und ich Ich bin von einer ganz alten Sorte, aber trotzdem auch ein ganz moderner Mann, weil ich höre der Frau auch vorher zu, bevor ich ihr schöne Augen mache und sie mit ins Bett nehme. Und ja, es ist ganz schlimm. Also diese Rolle ist furchtbar in diesem Film, absolut furchtbar. Der ist toll inszeniert, der Film.

Christian:
[2:06:48] Joseph Kuczynski, der nach Top Gun, Maverick, Formel 1 Film mit der Formel 1 produziert, von Apple mit ganz viel Geld produziert. Wir haben hier Kameramomente, auch da Kameraarbeit, also bis ich Train Dreams gesehen habe, habe ich auch gesagt, der Formel 1 Film verdient einen Oscar für die beste Kamera, weil die da echt tolle Innovationen auch drin haben, wie die Kamera schwenkt, das Gefühl in diesen Autos drin zu sein. Die Musik von Hans Zimmer ist endlich mal wieder ganz weit vorne. Ich habe den Soundtrack auch rauf und runter hören, weil der ist wirklich, der pusht, der ist ganz, ganz klasse. Also dieses Gefühl von Geschwindigkeit, das dieser Film vermittelt, ist wirklich großartig, ist wirklich toll, ist wirklich großes Kino. Mich nervt halt einfach nur diese, mich nervt der Typ Brad Pitt, mich nervt diese Rolle Brad Pitt und das ist halt wirklich.

Christian:
[2:07:45] Ja, es ist halt, also das ist halt, Es ist schwer in Worte zu fassen, aber es wird ihm halt so der rote Teppich ausgerollt in diesem Film. Der Person Brad Pitt, das war auch so um den Film herum, noch ein letztes Mal der große Star sein dürfen. Noch ein letztes Mal das alte Hollywood, aus dem er kommt. Also nicht das alte Hollywood der 1920er Jahre, sondern der 90er, wo noch Starpower funktioniert hat. Wo es noch besonders um die Männer in ihren Hauptrollen ging und ein letztes Mal angehimmelt werden. Und genau das, das ist so das Interessante, liefert der Film auf beiden Ebenen. Das verhandelt er inhaltlich, weil das ist die Figur, die noch, Der abgehalfterte Formel-1-Fahrer, der es in den 90ern nicht geschafft hat, aber immer auf dem Gaspedal blieb und immer irgendwie in seinem schrottigen Van von Rennen zu Rennen fährt, weil ihm geht es ja nur um den Fun of the Game, bla bla bla. Und dann wird er da zurückgeholt in die große Formel-1-Liga und gewinnt natürlich auch dann da irgendwie die Weltmeister. Alles nicht verdient inhaltlich, aber dann eben auch auf dieser Meta-Ebene genau das nochmal Brad Pitt zu liefern, so dieses ein letztes Mal noch the last standing Hollywood-Star, ich fand's einfach nur furchtbar. Also, es hat mich so geärgert. Es hat mich einfach so geärgert.

Maria:
[2:09:04] Das fand ich absolut verständlich. Also, ich fand den Film von vornherein total interessant, also nicht nur wegen Brad Pitt, sondern auch wegen, ich dachte, Da dachte ich, muss ich mir jetzt einen Formel-1-Film reinziehen? Ich habe ihn mir dann nicht angeschaut. Trotzdem, ich das Gefühl hatte, das Echo war sehr positiv. Der Film war ja auch sehr erfolgreich. Da war ich auch schon total überrascht, weil ich so dachte, hä, wieso gehen das alle in so einen komischen Rennfilm? Ist mir irgendwie unklar, was da los war. Also ja, das habe ich dann trotzdem nicht abgeholt. Ich war dann zwar irgendwie interessierter, weil ich dann von mehreren auch aus meinem Umfeld von Leuten gehört habe, so, ah ja, der war so krass und der war so geil und hast du auch gesagt, dass die Kamera an die Rennen und so und das verstehe ich, also da bin ich auch total dabei, würde ich auch sagen, das finde ich auch spannend, aber und das heißt, das ist halt auch, das ist so ein bisschen das Echo, was ich auch gehört habe, ist, ja, das Rennen ist super, aber sobald da irgendwer die Story auspackt, hat man halt, ist es halt langweilig, so, und da hat man keinen Bock drauf, und dann ziehe ich mir das halt auf jeden Fall nicht im Kino rein, also, I don't know.

Christian:
[2:10:06] Ich hab halt, ich, zwischendurch habe ich mich halt echt für mein eigenes Geschlecht geschämt, weil ich habe halt die Mechanismen knallhart gespürt.

Maria:
[2:10:15] Dang.

Christian:
[2:10:16] Ja, an manchen Stellen hat es vielleicht auch besser funktioniert, als es hätte sollen, aber einfach also wirklich so dieses, das ist auch so dieses, abgehalftete James-Bond-Ding, dieses Jet-Setting um die Welt und über alles irgendwie, ne, die Schönen und die Reichen und natürlich irgendwie schleppt er da seine eigene Mechanikerin, aber es ist ja eine Mechanikerin, ne, also wir sind ja ein sehr moderner Film, weil die Frauen, Und sie muss sich ja auch in ihrem Berufsstand dagegen wehren und bla bla bla. Aber es ist so dieses ...

Maria:
[2:10:45] Aber dann fängt ja was mit dem Rennfahrer an und das ist halt super klischee-mäßig.

Christian:
[2:10:48] Ja, super klischee-mäßig so. Ja, also das hast du halt alles kommen sehen und das passiert auch. Und das ist so, du merkst einfach, wie der Film für Männer 40 plus einfach gemacht ist.

Maria:
[2:11:05] Voll. Ja, nee, das ist irgendwie unsympathisch, da hast du schon recht.

Christian:
[2:11:09] Ja, und das ist, wenn du halt auch dann nicht ein Mann über die 40 bist, dann, also, funktioniert halt doch einfach weniger so.

Maria:
[2:11:17] This movie is not for you then, muss ich mal sagen.

Christian:
[2:11:20] Ja, aber, naja, der Score ist auf jeden Fall sehr großartig und Brad Pitt kann endlich die Fresse halten und abhauen. So, dann ein anderes Beispiel, weil garantiert nicht für Männer jenseits der 40, weil die hatten wir auch im Kinosaal und die haben sich lautstark mit genervten Stöhngeräuschen durch diesen Film kommentiert, war Hamlet.

Maria:
[2:11:41] Wirklich?

Christian:
[2:11:42] Ja, wir hatten da so ein Kandidat, also... Ich rolle nochmal zurück. Vielleicht erzählst du erstmal von Hamnet, weil du hast mir von dem Film, glaube ich, auch schon irgendwie im November oder so erzählt. Da hörte ich schon von dir, ja, das ist vielleicht auch einer der Besseren des Jahres.

Maria:
[2:11:58] Ja, also ich hatte den, ich habe mich auf jeden Fall auf den gefreut. Ich hatte schon so ein bisschen gehört, dass so Menschen in meinem Umfeld den gesehen hatten und so meinten, es ist ein großes Tränenfest, also nimm dir Taschentücher mit. Und mit dieser, mit der Haltung mich auch ins Kino gegangen. Also ich habe extra kein Make-up aufgetragen an dem Tag, weil ich dachte, das habe ich danach nicht mehr an meinem Gesicht. Das ist überall, aber nicht in meinem Gesicht. Und es war dann auch tatsächlich so. Also ich habe auf jeden Fall sehr viel geweint bei dem Film. Und das war irgendwie auch ganz interessant, weil ich war dann, ich glaube, ich war so in Woche zwei oder drei, also schon ein kleines bisschen später als Kinostadt. Wann war das? Tja, wann war das?

Christian:
[2:12:43] Februar? Nee, Januar.

Maria:
[2:12:44] Nee, warte mal, das war noch im Januar. Aber der kam ja so Anfang Januar raus. Und ja, ich war dann halt irgendwie, ja, ich war dann so irgendwann, ja, so in der zweiten Woche, denke ich mal, war ich dann da. Auch unter der Woche dann. Ich dachte, na gut, so wird bestimmt nicht so voll sein. Nein, es war komplett ausverkauft. Neben uns war noch so ein Platz, also man sieht dann immer so den Plan, wenn man die Tickets kauft, da war noch so ein Platz frei. Ich dachte, okay, da kann ich mir eine Jacke hinlegen, da kommt ja eh keiner mehr. Nein, da kam auch noch jemand. Also es war wirklich komplett voll. Hab mich total überrascht, aber ich hab mich auch total für den Film gefreut, weil ich da dachte, geil, irgendwie finden Leute sind interessiert so scheinbar, voll cool. Anja, doch, sag ich mal, jetzt nicht den Mainstreamigsten Film der Welt, also es ist ja auch eher so ein, Indie-Teil, es geht um Shakespeare, aber eigentlich geht es nicht um Shakespeare und am Titel erkennt man auch nicht, dass es jetzt zwingend, was ist, was mit Shakespeare zu tun hat, glaube ich. Also ich glaube, die wenigsten Leute haben diese Verbindung hergestellt. Aber ich wusste das eben natürlich schon. Ich habe das ja vorher so ein bisschen gesehen, worum es geht und so. Und ich fand, es war eine sehr schöne Kinoerfahrung, auch weil das so ein gemeinsames Schluchzen war. Also es war jetzt nicht, dass ich da jetzt die Einzige war, sondern es hat aus allen Ecken und Enden im Kino hat man es öfter mal so ein bisschen so schniefen und irgendwie so die Taschentuchpackungen, die aufgerissen werden, hat man so gehört. Das war schon irgendwie sehr schön. Ich mag sowas immer ganz gern, wenn es so eine gemeinsame Erfahrung ist und das war in dem Film auf jeden Fall so. Und ja, mir hat der Film wirklich sehr gut gefallen.

Maria:
[2:14:11] Der Fokus, der dann am Ende doch eigentlich eher auf dieser Familie und auf dieser Frau und auf ihren, auch auf diesem sehr, sehr weiblichen Thema der Geburt und und Kinder bekommen und was heißt das dann, welche Verantwortung hat man dann und auch so ein bisschen dieses Witchy-mäßige, das sie ja auch so hatte und diese Verbindung mit dem Wald und der Natur, das fand ich alles richtig, richtig toll. Also das hat mir richtig gut gefallen. Natürlich das Ende war natürlich der große Tierjerker, hat auch gut geklappt bei mir, aber ich habe da glaube ich tatsächlich bei der Geburt mehr geheult, das fand ich irgendwie super verstörend, ich weiß auch nicht, wo sie dann diese Zwillinge bekommt und das war erst nicht klar und dann Ich weiß nicht, es hat mich irgendwie total bewegt.

Maria:
[2:14:53] Ja, von daher, ich fand den Film sehr bewegend und auch sehr schön. Das sah auch alles sehr schön aus, inklusive der Hauptdarstellenden, die natürlich auch alle sehr schön aussahen. Und man kann ja wunderbar in beide Richtungen, glaube ich, auch so rumschmachten, wenn man das will. Ich habe dann nachher bei Letterboxd ein paar Kommentare gelesen, wo es die ganze Zeit eigentlich nur um den Slutty O-Ring von ihm ging und wie geil dieser O-Ring war. Und ich fand es so lustig, weil es so ein kleines Detail war, aber alle sich total darauf gefreut haben. Und ich denke, der Film hat auf jeden Fall, Jetzt auch im Vergleich zu Traindreams, der ja auch traurig ist und auch so eine nicht ähnliche Stimmung, aber eben auch mit dem Wald, diese Motive und so, ja auch ähnliche Motive macht, auch aufbringt und so und ja auch der Verlust von einem Kind und so weiter. Also es gibt auch so ein bisschen so Ähnlichkeiten zwischen den Filmen.

Christian:
[2:15:40] Gutes Double Feature, kann ich empfehlen.

Maria:
[2:15:42] Ja, wenn man richtig losheulen will, kann man das machen. Aber trotzdem fand ich halt, ich fand Traindreams, beziehungsweise ich fand Hamnet, hat er viel stärker auf die Tätreddreendrüse gedrückt. Also der Film hat ja im Grunde alle Tasten gedrückt, auf die man so drücken kann, wenn man jetzt jemand zum Weinen bringen möchte. Also das Thema war traurig. Im Film haben alle geweint. Die Musik war traurig. Da wurde jetzt nochmal und nochmal und nochmal auf die Leute riesengroße Close-Ups draufgehalten, die jetzt gerade sich die Augen auf den Kopf heulen. Das war ja schon sehr forciert. Es hat trotzdem geklappt für mich und ich habe mich jetzt auch nicht, es hat mich jetzt nicht abgestoßen. Ich finde, manchmal ist man dann so, wenn man so denkt, ich werde gerade manipuliert, dann ist man ja so auf so einer Abwehrhaltung, dann klappt es nicht mehr. Das ist nicht passiert, aber so im Nachhinein habe ich auch schon so gedacht, war jetzt schon auch ganz schön, also ja, war jetzt schon doch sehr, sehr doll. Dieser Drang, jetzt das Publikum zum Beinen zu bringen, war schon relativ krass, sag ich jetzt mal. Im Unterschied zu Train Dreams, wo das ja irgendwie sehr anders inszeniert auch ist. Aber trotzdem, ja, Hamnet, guter Film, hat mir gut gefallen, sehr schön auch gemacht. Vielleicht nicht perfekt, aber ja, finde ich, fand ich schon sehr, sehr gut. Und ich würde auch sagen, da gibt es auf jeden Fall auch Oscar-Potenzial, würde ich mal sagen.

Christian:
[2:17:01] Ja. Mich hat der Film zerstört.

Maria:
[2:17:05] Das glaube ich.

Christian:
[2:17:06] Mich hat er völlig kaputt gemacht.

Maria:
[2:17:08] Ich glaube, wahrscheinlich auch für Eltern besonders krass. Also ich habe ja kein Kind, deswegen, aber ich denke, wenn man ein Kind hat, dann ist alles nochmal hundertmal schlimmer, gehe ich davon aus.

Christian:
[2:17:17] Es war schlimm, aber es war wunderschön, aber es war schlimm, es war doll, es war, Das war fantastisch im Kino. Ich habe den auch im Kino gesehen. Und das war so ein magisches, transzendentales Kinoerlebnis. Wirklich. Ich saß in der letzten Reihe ganz links in der Ecke, weil ich auch schon dachte, okay, mal gucken, was da auf mich zukommt.

Maria:
[2:17:42] Ich muss nur flüchten können.

Christian:
[2:17:44] Nee, eben nicht. Ich will halt nicht gesehen und nicht gehört werden. Aber ja, das hat dann auch nicht so gut funktioniert tatsächlich, weil der Film hat mich echt absolut kaputt gemacht. Und ich gebe diese Diskussion um diesen Film, so ja, nimm Taschentücher mit und das habe ich alles gehört und dachte auch, ja gut, habe mir halt eine Popcorn gegönnt, habe mich da hinten hingesetzt und dachte mir, mal gucken, was da kommt. Oh ja, schön, hier im Wald und so, ist ja alles nett. Ich wusste Shakespeare und irgendwie die beiden und Kind und verlieren da irgendwie ein Kind. Aber ich wusste halt nicht, was ist das in den ersten fünf Minuten? Und dann geht's um das geniale Genie namens William ist in der Lage, sein, Schmerz in Weltliteratur und oh Vibe, du verstehst nicht, ich bin das Genius, das die Welt übersteigt und dann kommt der Ehekrach. Also wenn Männer diesen Film gemacht hätten, wäre das ein ganz anderer Film gewesen, weil dann wäre es um andere Dinge gegangen. Und das habe ich so ganz kurz mal so aufblitzen sehen und dachte, was passiert hier noch? Was kommt hier noch? Weil es gerade am Anfang da so ein bisschen...

Christian:
[2:18:52] In dem einen oder anderen Moment ja auch darum ging, um seine etwas, wie sagt man, schwankende Karriere und mit Frau und Kind und oh, der Stress und bei Kerzenschein aber irgendwie noch die große Poesie aus sich herauspressen. Und da dachte ich auch, ja, bitte, bitte jetzt nicht diese ab. Ich sehe die Abzweigung, die der Film hier aufmacht und dann sind wir sie nicht gegangen, sondern dann sind wir sie ganz anders gegangen. Und es war, also ich sage ja, also Kino, das war einfach, der Film hat mich wieder komplett ins Kino verlieben lassen, weil du wirklich, also da kam dann der Paul Meskel Fanclub Wuppertal, EFRO kam so zwei Minuten, glaube ich, nachdem der Film losging und es wurde irgendwie noch gequatscht und gekichert Und da dachte ich dann auch so, na gut, das war denn, und Popcorn rascheln und so, die Nummer, das Kino halt. Und irgendwann, ich glaube auch so nach einer halben Stunde oder so, keine Ahnung wann, aber irgendwann konntest du Stecknadeln fallen hören.

Maria:
[2:19:53] Ja, war so still.

Christian:
[2:19:55] Genauso wie du gesagt hast, die Stimmung kippte meisterlich, wie so ein Orchester haben wir uns da alle irgendwie Taschentücher.

Maria:
[2:20:07] Hörst du denn nur? Ja, man hat mir kaum getraut, mal irgendwie zu schluchzen, weil man das Gefühl hat, das ist so laut, alles andere war so still.

Christian:
[2:20:13] Mich hat der Film, das habe ich so auch noch nicht erlebt. Ich bin beim Film gucken, sage ich mal, sind die Dämme recht stabil bei mir. Aber der hat mich so gekillt, dass ich wirklich schluchzend hinten in der letzten Reihe. Und du kennst das, wenn du denn halt so, wenn du selber gar nicht so richtig weißt, was mit dir gerade los ist und du denkst, ich bin aber auch im Kino. Ich kann jetzt nicht zu laut hier flennen. Ich spüre die Blicke schon auf mich im Dunkeln. Und genau so war es ja. Das war dann so ein luftanhaltenes.

Christian:
[2:20:48] Aber es war furchtbar. Also es war gut, weil es war viel. Und wie du sagst, also dann halt irgendwie sofort die Verbindung irgendwie zum eigenen, zur eigenen Familie, zum eigenen und dann wieder zu sich selbst irgendwie und dann zu merken so, oh wow, das trifft mich jetzt ganz anders, als mich der Film irgendwie vor fünf Jahren oder vor zehn Jahren getroffen hätte. Und das war dann einfach, und dann auch dieses Ende, also ich wusste halt nichts großartig von dem Film, aber irgendwann waren es dann auch so eine Mischung auch aus Freudentränen, weil dann die Tatsache, also diese Geschichte, diese Gefühle, diese Trauer, diese Emotionen dann mit diesem Theaterstück, von dem ich halt eigentlich nichts weiß, außer dem, was halt bei jedem Wer-wird-Millionär-Quiz mal irgendwie gestellt wird. Aber dann zu sehen und das dann auch zu verstehen, genauso wie sie, zu verstehen, was auf der Bühne eigentlich passiert und eigentlich erzählt wird. Ich war auch sehr dankbar über die Untertitel, die mir dann auch geholfen haben und das war dann der Moment, wo halt irgendwie der Günther, der mitgeschleppt wurde, irgendwie lautstark gestöhnt hat, weil es war halt Shakespeare dann auf einmal auf der Bühne. Aber das hat für mich halt alles so gut funktioniert, weil das so rund wurde und.

Christian:
[2:22:12] Es war pure Kinomagie. Es war so magisch.

Christian:
[2:22:18] Wie du sagst, rational verstehe ich das auch alles. Film ist Manipulation, ist emotionale Manipulation. Gerade in einem dunklen Kino, gerade mit wildfremden Leuten um einen herum, funktioniert das alles nochmal mehr und besser. Das habe ich dann auch noch mal wieder aufs Neue gelernt, weil du kannst nicht auf Pause drücken, du entkommst nicht, du entkommst diesem Ding da gerade nicht und das war einfach so stark, das war also….

Christian:
[2:22:50] Wahnsinn war das. Und das war dann auch, ich hab den so glaube ich zwischen den beiden Train Dreams Sichtungen so geguckt. Also es war so ein Triple Feature quasi, Train Dreams, Hamnet und dann nochmal Train Dreams. Beim ersten Mal Train Dreams, sag ich mal, haben die Dämme gewackelt. So, das war auch dann schwierig.

Christian:
[2:23:14] Hamnet hat mich zerstört und beim zweiten Mal Traindreams hatte ich dann da und dachte, also ich habe Dinge gesehen, lieber Film, das ist jetzt, damit komme ich jetzt wieder besser, klar, beim zweiten Mal Traindreams. Ich bin abgehärtet, was das jetzt angeht. Aber ja, also ich, also auch da, also ein wundervoller Film, absolut wundervoll und das ist für mich auch so ein bisschen so die Quintessenz und auch die Pointe, die ich eigentlich jedes Jahr wiederhole bei Oscars und wofür sind diese Preise eigentlich und das ist doch Quatsch und das ist doch eigentlich auch, ist es auch alles, aber für mich und jetzt dieses Jahr hat es auch mal wieder besser funktioniert mich mehr intensiver mit Filmen auseinander zu setzen. Vier Stück habe ich halt noch offen. Ich versuche die auch noch irgendwie so schnell wie möglich nachzuholen. Das kann auch noch Wochen und Monate dauern, aber es ist so ein Geschenk, einfach mal.

Christian:
[2:24:12] Diese Verleihung, diese Nominierung, einfach als simple Einladung zu sehen. Hier ist eine Liste von Filmen. Zehn Filme sind das, Best Picture. Da geht es nicht darum, welcher Film ist besser als der andere. Da geht es auch nicht darum, welcher Film bekommt eine Trophäe und ist das verdient oder ist das und was sind die Chancen und was. Mir geht es um diese Liste. Mir geht es um die Nominierung und einfach das als Einladung zu sehen und zu sagen, beschäftige dich mit diesen Filmen. Schau sie dir an, schau sie dir zu Hause an, wenn sie da sind. Geh dafür ins Kino, wenn es geht, aber mach was mit diesen Filmen und vor allen Dingen als jemand, der.

Christian:
[2:24:50] Gerne Blockbuster, der gerne Superheldenfilme guckt. Also ich bin filmisch durchaus woanders zu Hause, aber einfach mal so einmal im Jahr diese Liste so quasi kommentarlos zu bekommen und so unvoreingenommen wie möglich da reinzugehen, weil ich nicht viel weiß, außer sie sind auf der Liste, deshalb gucke ich sie jetzt. Also wenn ich jetzt von Hamnet viel gesehen hätte, Trailer und Kritiken und, je mehr ich gewusst hätte auch von Traindreams, es ist so ein Geschenk, diese Filme einfach mal so unvoreingenommen sehen zu können und so wenig wissend wie möglich diese Filme sehen zu können. Und dafür finde ich das einfach großartig. Und welcher Film dann nachher, was wie gewinnt und was ist jetzt nun gerechtfertigt und die Snubs und die dies und die das. Die Diskussion sind mir gar nicht so wichtig, wie zu sagen, ey cool, da kommt einfach einmal mehr so eine Liste reingeflattert, von der ich weiß, auch wenn sie mir nicht gefallen oder aber ich kann mich damit auseinandersetzen und daran reiben. Und dafür sind für mich die Oscars einfach immer perfekt.

Maria:
[2:25:52] Ja, das war das vor dem Sonntag, würde ich mal sagen.

Christian:
[2:25:56] Ja, Punkt.

Maria:
[2:25:58] Ich stelle mich natürlich absolut überein. Und nee, ist auf jeden Fall immer eine schöne Möglichkeit, auch Sachen sich anzuschauen, die man vielleicht sonst vielleicht nicht geschaut hätte oder von denen man auch noch gar nichts gehört hat. Also ich sage, Betrayed Dreams, die haben jetzt sogar eine ganze Folge gemacht. Nur weil er auf dieser Liste gelandet ist, weil ich habe, wie gesagt, ich habe den jetzt auch gar nicht sonst auf dem Schirm gehabt so doll oder habe es auch wieder vergessen gehabt, dass es den Film gab. Es war eher so ein, ah ja, habe ich mal gesehen, sah schön aus, aber ob ich den jetzt wirklich geschaut hätte, keine Ahnung. Also maybe, aber hätte ich jetzt nicht ganz 100% sicher gefunden. Was ich übrigens auch gemeint fand, dass Netflix hat mir dann nicht irgendwie so als Empfehlung angezeigt oder manchmal gibt es ja diese Kategorien, was dir gefallen könnte, wo ich so dachte, eigentlich müsste mich doch der Algorithmus so gut kennen, dass die wüssten, dass ich den Film gut finde. Aber der wurde mir gar nicht angezeigt.

Christian:
[2:26:43] Das würde aber auch unterstellen, dass der Algorithmus dafür da ist, um dir Filme zu zeigen, die dir gefallen.

Maria:
[2:26:48] That's true.

Christian:
[2:26:49] Vielleicht ist er ja auch dafür da, dass der die Interessen von Netflix vertritt, weil es ist wichtig, dass Frankenstein ein Engagement von plus 350 Prozent hat für diese Woche.

Maria:
[2:27:00] Ja, das ist vollkommen recht. Trotzdem war ich ein bisschen angepisst, dass ich den halt auch nirgendwo gesehen habe in meiner Nutzeroberfläche. Also nicht mal, wenn du so ein Runterscrollst, gibt es ja manchmal halt noch diese Genresachen und so. Der war da nicht.

Christian:
[2:27:12] Ich musste den auch suchen.

Maria:
[2:27:13] Also genau, ich habe so gedacht, ihr habt da so ein Juwel in eurer Bibliothek? Und jetzt, ich habe den ja auch vor allem geschaut, als dann auch die Nominierung ja schon bekannt war. Also ich habe ihn dann nicht mal davor gesucht, sondern da hätte man ja auch sagen können, hey, wir haben hier eine Oscar-Nominierung bekommen, wir packen jetzt mal auf die Startseite. Und das ist auch nicht passiert. Das fand ich so weird. Also keine Ahnung. Von daher ja, als Angebot, mal spannende Sachen sich reinzuziehen und was anderes mal zu gucken, auf jeden Fall. Ich gucke dann trotzdem nicht alles im Endeffekt. Also ich werde mir jetzt F1 nicht reinziehen, vor allem jetzt auch nicht mehr nach deiner Kritik, denke ich jetzt so, boah, nee, also das klingt ganz furchtbar. Vielleicht mal so einen kleinen Hate-Watch, wenn ich mir irgendwann aufgelegt bin, aber ich denke nicht.

Christian:
[2:27:52] Vielleicht gibt es irgendwann mal so einen Fan-Edit, der einfach Brad Pitt da rausschneidet. Also diese ganzen Rennsequenzen und Hans-Zimmer-Musik und dann so.

Maria:
[2:28:03] Ja, maybe. Das klingt so witzig. Ja, warum nicht? Ja, aber von daher, genau, ich finde es auch immer schön, dass wir die Sendung, dass ich jetzt schon seit Jahren mit dir immer die Oscars bespreche. Das ist echt super cool, weil man dann halt doch auch die Motivation hat, sich die Filme auch anzuschauen und auch mehrere zu schauen. Und wie gesagt, dieses Jahr war es ja überraschenderweise gar nicht klar, welchen wir besprechen, relativ lange. Das war ja sonst immer anders. Da hatten wir eigentlich immer so schon schnell einen Favoriten. Und dieses Mal haben wir so ein bisschen gesucht, was auf jeden Fall dazu geführt hat, dass ich auch mehr geschaut habe. Weil ich immer so dachte, okay, was machen wir beim Podcast? Ah, ich gucke mir jetzt mal Frankenstein an. Vielleicht ist das ja was. Also hätten wir auch machen können, aber ich hätte einfach ganz nur rumgehatet, wie scheiße dieser Film ist. Kann man ja auch mal machen. Macht ja auch Spaß. Aber ich hätte ihn, glaube ich, sonst wahrscheinlich jetzt eher nicht geschaut oder wahrscheinlich erst sehr viel später, weil ich irgendwie schon so die ersten Trailer und so, wo ich dachte, hm, weiß ich jetzt nicht. Aber dadurch habe ich eine Zeit geschaut und ja, okay, hat man auch mal gesehen, ne? Und ich bin auf jeden Fall jetzt auch noch, was jetzt noch übrig ist von der Liste, ich bin jetzt auf jeden Fall noch auf Sentimental Value gespannt. Das war auch ein Film, wo ich eigentlich gar kein Interesse hatte. Und erst so dachte ich, weiß ich jetzt nicht, so ein Drama. Klang jetzt erstmal nicht super spannend, aber jetzt durch die Nominierung ist man irgendwie noch interessiert und denkt, naja, warum ist der nominiert? Ist der wirklich so gut? Man will da was rausfinden, ob das irgendwie stimmt oder auch nicht, was alle sagen. Also ich glaube, den gucke ich mir wahrscheinlich noch an und The Secret Agent. Ich finde, der klingt auch ganz interessant.

Maria:
[2:29:31] Ein Film, der mich gar nicht interessiert, also wirklich überhaupt nicht, ist Marty Supreme. Ich weiß nicht, wieso. Alle sind so aufgeregt mit diesem Film und ich denke die ganze Zeit so, boah, nee.

Maria:
[2:29:42] Vielleicht habe ich auch einfach eine Timothée Chalamet-Allergie und mag den irgendwie nicht mehr so viel sehen. Ich weiß auch nicht. Ich habe das Gefühl, der ist so überpräsent.

Christian:
[2:29:52] Das ist jetzt auch wieder die Oscar-Season oder die Oscar ... Dann gibt es halt das Marketing um die Verleihung. Und manche ... Ich bin dabei, mich interessiert der tatsächlich noch, aber auch eher, weil er so ein bisschen hier auf der Liste steht und von mir aus würde ich auch sagen, ja, kann auch noch warten, aber ja, ein bisschen abgeturnt bin ich auch, aber irgendwie dann wieder interessiert, um zumindest zu sehen, also gibt es einen Grund, den Film auch irgendwie scheiße zu finden oder geht Timothee Chalamet jetzt einfach nur so drumherum auf die Nerven? So ein bisschen wie bei Leo, dieser Faktor von, ist der jetzt so dabei, irgendwie auch so ein Zenit zu überschreiten? Aber naja, Meine Probleme mit Leben müssen wir nochmal so besprechen.

Maria:
[2:30:44] Anscheinend, das ist eine eigene Sendung. Ja, ich meine, bei Timothy ist es halt, was ich auch immer so ein bisschen lustig finde. Also außer bei Dune habe ich immer das Gefühl, alle in allen Filmen wird so versucht, es gibt so eine Art Geheim-Contest zwischen den Filmschaffenden, wer es schafft, dass Timothy Chalamet am hässlichsten aussieht. Also irgendwie, ich finde irgendwie so, es gab auch so ein paar Filme, wo ich so dachte, meine Güte, der ist doch eigentlich ein ansehnlicher Typ und dann machen die irgendwas mit ihm, damit der so blöd aussieht. In dem Fall jetzt halt diese schreckliche Brille. Und irgendwie ist er auch, hat er aber diese komischen weißen Unterhemden an und so. Ich dachte so, nee, das ist irgendwie, nein. Das ist irgendwie so witzig. Also allein das unterhält mich schon extrem gut. Also ich weiß auch nicht.

Christian:
[2:31:26] Das ist so dieses, irgendwann kommt der Punkt, den hat Timothy Chalamet sehr schnell erreicht, dieses unfassbar, bei Frauen wird man immer sagen, ach, das ist so mutig. Das ist so mutig. Sich so zu zeigen, ist das aber ein mutiges Spiel, oder? Das ist Oscar-verdächtig.

Maria:
[2:31:45] Und der ist ja auch keine klassische Schönheit, der ist ja so ein bisschen interessant und dann kann man den halt immer so in irgendwelche Bescheidungssysteme...

Christian:
[2:31:52] Das ist ganz schön ein markanter Typ.

Maria:
[2:31:53] Ja, genau, so Charaktergesicht.

Christian:
[2:31:56] Genau. Ja, das wäre Leo auch sehr gerne. Ich, hör auf. Ich bin auch spät dran, glaube ich, mit diesem Leo-Hate. Ich glaube, da die 90er rufen irgendwie an, ne?

Maria:
[2:32:10] Naja, war so in 2000, als er so das erste Mal mit den ganz jungen Models dann irgendwie die ganze Zeit unterwegs war.

Christian:
[2:32:16] Vielleicht muss man Leo nochmal irgendwie extra. Egal, egal. Auf jeden Fall. Ein paar Sachen haben wir zumindest noch offen. Ich bin auch gespannt, was Leute sagen, die da draußen zuhören, ob die nicht nur irgendwie Favoriten, aber ob die auch so für sich irgendwie besondere Filmsichtung haben, besondere Entdeckung irgendwie auch gemacht haben. Wir haben jetzt Sentimental Value, Bogonia, Marty Supreme und The Secret Agent halt nicht gesehen, also nicht jetzt hier besprochen. Bogonia hast du noch gesehen, aber den habe ich noch nicht geschaut. Würde mich auch interessieren, ob es da vielleicht irgendwie noch ein paar Meinungen oder vielleicht auch so ein paar, Punkte noch so zu den Filmen gibt. Ja, und ich sehe zu, dass ich die noch nachhole. Vielleicht bis zur Verleihung, vielleicht auch danach noch irgendwie, aber dann irgendwie diesen Jahrgang nochmal wieder voll zu machen, das habe ich jetzt auch viele Jahre einfach nicht geschafft. Eher so aus persönlichen Gründen. Ja, aber ich habe wieder Bock, ich habe wieder richtig Lust auf die Oscar, auch auf die nächste Oscar-Season. Wir nähern uns ja auch den 100. Oscar-Verleihung.

Maria:
[2:33:22] Ja, stimmt.

Christian:
[2:33:24] Ich glaube jetzt die 98. oder so.

Maria:
[2:33:26] Dann machen wir zur 100. machen wir dann die Leo-Edition.

Christian:
[2:33:32] Zehn Filme, mit denen Leo für Best Picture nominiert war, aber nie gewonnen hat, oder was?

Maria:
[2:33:36] Genau, alle Nominierungen und wir reden über alles außer The Revenant. Das machen wir, das klingt auch richtig gut.

Christian:
[2:33:44] Das sind so die, die, wie heißen sie noch? Diese goldene Himbeere, ja. Die goldenen Leo verleihen wir dann an Leonardo DiCaprio. Finde ich gut, ja.

Maria:
[2:33:55] Nice, machen wir.

Christian:
[2:33:55] Ja, mal gucken, mal gucken. Und,

Nächste Sendung: Pina (#3DUnit)

Christian:
[2:33:59] Jetzt machen wir aber erstmal hier den Sack zu und in der nächsten Sendung, in der nächsten Second Unit machen wir weiter mit dem Film Pina. Wir machen wieder die 3D-Unit auf, da mache ich wieder zusammen mit DJ weiter. Da besprechen wir 3D-Filme im Heimkino und besprechen einen Tanzfilm tatsächlich über Pina Bausch. Spina Bausch hat hier in Wuppertal Tanztheater sehr stark geprägt und damit auch über Wuppertal in die Welt hinaus.

Christian:
[2:34:29] Große, große Tänzerin und prägend für ihr Tanztheater, wie sie es, glaube ich, genannt hat. Ich muss mich da auch noch ein bisschen reinlesen. Und da hat Wim Wenders eine Dokumentation mit dem Pina Bausch Tanztheater gemacht. Eigentlich sollte es, glaube ich, eine Doku über Pina Bausch selbst werden, die dann aber kurz vorher oder während der Produktion verstorben ist. Und dann haben sie hier in Wuppertal in der Stadt auch irgendwie Tanzstücke im öffentlichen Raum quasi aufgeführt, das Ganze dann eben mit der Kamera begleitet und eben auch in 3D gedreht. Also da kommt ganz, ganz viel zusammen. Die Stadt Wuppertal kommt da zusammen. Das Thema Tanz, Tanz, Film, 3D-Kino. Ich bin da sehr gespannt drauf, wie eben auch 3D im jetzt nicht erzählenden Format, im klassisch erzählenden Format funktioniert. Sehr, sehr nischig, weiß ich, aber ist vielleicht auch mal ganz gut als Konterprogramm dann nach den großen goldenen Statuen. Deswegen, ich freue mich da sehr drauf und habe auch schon ein kleines bisschen Respekt vor dem Thema. Mal gucken, wie das so wird. Genau.

Abmoderation

Christian:
[2:35:37] Ja, Maria, dann, wir versinken jetzt nicht für ein Jahr in der Schublade, bis es wieder weitergeht. Wir haben auch schon wieder weitere Pläne, aber erstmal an dieser Stelle vielen, vielen Dank hier fürs Mitmachen, vielleicht auch, naja, aushalten an manchen Stellen vielleicht, aber...

Maria:
[2:35:57] Nein, gar nicht. Das ist immer ein Vergnügen, mit dir zu reden.

Christian:
[2:36:00] Stimmt, du hast F1 nicht geguckt, deswegen streiche ich den. Ah, Frankenstein, du hattest deine Probleme mit Frankenstein.

Maria:
[2:36:06] Das stimmt. Aber das hat ja nur am Rande was mit dem Podcast zu tun. Ich hätte wahrscheinlich auch so geschaut, vielleicht nur später und mich dann geärgert. Jetzt habe ich es direkt hinter mir, ist doch auch nicht schlecht.

Christian:
[2:36:18] Sehr gut, die wissenschaftliche Neugier, die da der Antrieb war. Wo finden wir dich denn noch im Netz? Was können wir von dir noch lesen?

Maria:
[2:36:26] Ich glaube, man findet mich jetzt eigentlich nur noch bei Blue Sky. Da bin ich noch als die Filmguckerin unterwegs. Nee, stimmt nicht. Und bei Letterboxd. Ich schreibe da zwar nie was, aber wenn man wissen will, was ich die ganze Zeit so gucke und wann ich wie oft Trainings geschaut habe, dann bin ich da auch noch zu finden, auch unter die Filmguckerin tatsächlich. Das ist überall mein Name. Genau, da findet man mich noch.

Christian:
[2:36:48] Sehr gut. Ja, ihr findet auch alle Links bei uns auf der Website secondunit-podcast.de oder in den Shownotes von welcher Podcast-App auch immer ihr gerade benutzt. Schaut da gerne mal rein, klickt euch gerne mal durch. Wenn ihr schon dabei seid, abonniert natürlich diesen Podcast, egal auf welcher Plattform, in welcher App eurer Wahl. Denkt dran, ihr könnt den Podcast auch unterstützen, wenn euch das gefallen hat, was ihr hier hört und wenn ihr mehr davon haben wollt und wenn es weitergehen soll, immer gerne unterstützen auf.

Christian:
[2:37:17] Secondunitstudios.plus Ihr könnt auch über Steady ein bisschen Geld dalassen. Das geht auch. Und ja, folgt uns sehr, sehr gerne. Wir sind gerade ein bisschen dabei. Ich bin gerade ein bisschen dabei, in Sachen Social Media aufzuräumen. Weg von Meta Plattform. Also folgt uns sehr, sehr gerne auf Mastodon, falls ihr das benutzt. Blue Sky haben wir auch. Und einen E-Mail Newsletter. Ganz oldschool und ohne irgendwelche komischen Algorithmen dazwischen könnt ihr auch da einmal im Monat Post ins Haus bekommen. Komplett kostenfrei und einen kleinen Einblick und größeren Einblick auch bekommen, was hier so hinter den Kulissen passiert, woran ich gerade so ein bisschen arbeite, was die Themen der nächsten Podcast so sind für den nächsten Monat. Da kann man auch sehr gut einfach mal ein bisschen mitlesen und am Ball bleiben.

Outro

Christian:
[2:38:00] Gut, bevor ich jetzt hier völlig übermüdet in mich zusammenfalle, aufgrund der späten Stunde, eigentlich bin ich auch schon wieder ein bisschen wach. Vielleicht muss ich nochmal zurück in den Wald nochmal von Zügen träumen. Mal schauen. Vielen, vielen Dank, Maria, an dieser Stelle und bis zum nächsten Mal.