| Artist: | Second Unit Studios |
| Album: | Second Unit |
| Year: | 2025 |
| URL: | http://secondunit-podcast.de/ |
| 0:00 | Intro |
| 0:21 | Begrüßung |
| 6:57 | Danksagung |
| 8:37 | Vorverständnis |
| 18:09 | Plot |
| 19:59 | Cast |
| 22:23 | Film |
| 1:01:36 | 3D im Heimkino |
| 2:05:05 | Nächste Sendung: Euer #Filmvorschlag! |
| 2:06:51 | Abmoderation |
| 2:11:38 | Outro |
Christian:
Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Second Unit. Mein Name ist Christian Steiner. Ich habe bei mir in dreidimensionaler, räumlicher Tiefe, Füllung und Größe den Thomas T.J. Jaspers bei mir. Hallo.
Thomas:
Ja, das würde ich ja hoffen, dass ich so einigermaßen räumlich mich nicht nur vor dir, aber auch hallo an deine treuen, neuen oder ach an alle Zuhörer und Zuhörerinnen da draußen von mir, also in voller räumlicher Pracht hast erscheinen und manifestieren sehen. Ich weiß nicht, wollen wir einen Appell draußen vielleicht schon mal loswerden? Kramt eure rot-grünen Brillen oder eure Jahrmarkt-3D-Brillen raus, weil genau diese beiden, die Ziffer 3 unter Buchstabe D, wird uns ein Stückchen weiter durch diese Sendung verfolgen. Und das freut mich natürlich ungemein. Danke, dass ich hier sein darf. Ich fieber ja solchen Momenten immer sehr, sehr entgegen, wie du weißt. Und ja, dann wieder zurück zu dir.
Christian:
Wir haben was vor. Ich habe dem Ganzen jetzt auch einen Namen gegeben. Das Ganze trägt stilecht natürlich mit einem Hashtag versehen, den Namen 3D-Unit. Wir haben vor ein paar Monaten uns über Avatar, nicht The Last Airbender, sondern Aufbruch nach Pandora, ich muss immer diesen Untertitel suchen, über diesen James Cameron Avatar ausgetauscht, weil wir uns ja ... Damals glaube ich noch so ein bisschen so einmalig dem Thema 3D-Heimkino widmen wollten und dann festgestellt haben, das braucht ein bisschen mehr als eine Sendung und auch mehr als einen Film. Und dann ist die Idee gereift, das Ganze auch etwas, ich sag mal, größer zu planen. Und das tun wir jetzt. Wir sprechen über Alfred Hitchcock bei Anrufmord in der 3D-Fassung.
Thomas:
Du musst dich auch gar nicht schämen, Christian. 14 oder 15 Jahre nach Avatar bist du jetzt auch im Thema 3D angekommen.
Christian:
Das dauert immer ein bisschen länger in der Second-June.
Thomas:
Ich sage ja jetzt schon mal ganz gezielt, ich verweise nicht auf die erste 3D-Welle in den 50er Jahren. Da ist es halt noch ein bisschen länger her, weil da tauchen wir ja gleich, naja, bei tauchen denkt man vielleicht gleich wieder an den nächsten Avatar. Also dahin bewegen wir uns zurück in die Zeit jedenfalls. Aber auf der anderen Seite, somit ist das Thema gereift. Wir haben über viel zu erzählen und viel zu berichten und es freut mich natürlich einfach ungemein, dass du diesen ja nach wie vor sehr kontroversen Thema auch sicherlich unter Cineasten und unter Kinogängern, dass du diesem Thema trotzdem nochmal wieder etwas Platz einräumen möchtest und wir sicherlich nicht stehen bleiben werden bei dem heutigen Film mit dem Thema 3D. Und ich denke, wir haben uns jede Menge interessanter Punkte schon mal so ein bisschen rausgesucht und aufgeschrieben, die, ich vermute, den Leuten, die da so ein bisschen daran interessiert sind, an Kino und aber auch an Technik insgesamt, ja, die da draußen für eine sehr kurzweilige Zeit eigentlich und interessante sorgen dürften.
Christian:
Ja, ich muss immer an das Meme von Arrested Development denken. Das habe ich in der letzten Sendung, wo ich diese Sendung angekündigt habe, glaube ich, auch erwähnt. 3D im Heimkino. Da denke ich immer an die Figur, die aufsteht, eine Rede hält und sagt, es gibt Dutzende von uns. Wir sind Dutzende da draußen. Also so fühlt sich das ein bisschen an, weil wie du schon sagst, das ist alles nicht am Puls der Zeit, möchte ich jetzt irgendwie mal sagen. Aber ich merke, dass sich durch dich und vor allen Dingen auch, da werden wir nachher drauf zu sprechen kommen, Wie ich diesen Film auch in 3D geschaut habe, auch so eine, natürlich so eine Technik, Interesse, was da durchkommt, aber einfach... Auch nochmal größer gedacht, so dieses Thema 3D-Filme, 3D im Heimkino, bei dem du ja auch ein ganz eigenes Setup fährst und ich jetzt eben eher über eine VR-Brille mich der ganzen Sache widme, wo ich mich frage. Also entweder sind wir jetzt mit dieser Auseinandersetzung locker 15 Jahre zu spät oder 15 Jahre zu früh. Also irgendwie so beides, habe ich das Gefühl. Aber da werden wir nachher nochmal ein bisschen drauf zu sprechen.
Thomas:
Ich denke auch, dass genau unsere Diskussion so ein Stückchen dazu beitragen wird, diese Diskussion zumindest für uns einzuordnen, wohl letztendlich nie beantworten zu können. Aber was mich natürlich insbesondere freut ist, dass gerade bei dem Thema 3D ich eine Möglichkeit habe, aus der cineastischen Perspektive, aber auch ein Stück natürlich aus der Tech-Perspektive, über dieses Thema zu reden, weil ich ja nach wie vor großer Verfechter bin und der Meinung bin, dass es ein echter Mehrwert sein kann. Und ich natürlich auch froh bin, dass wir wahrscheinlich reifes Publikum, also reife Zuhörer bei dir haben, die offen für dieses Interesse sind und ja nicht gleich mit dem ersten pauschalen Argument, ist zu teuer, ist zu schlecht, ich habe eine Brille auf der Nase, was soll das Ganze überhaupt? Was ich, wie gesagt, das habe ich beim letzten Mal ja auch schon durchklingen lassen, was ich auch durchaus verstehen kann. Ich kann diese Position der Skepsis, wollen wir das mal so sagen, die kann ich nachvollziehen und die muss man auch wirklich ernst nehmen, Dass wir jetzt hier einfach Gelegenheit haben, uns wirklich über diesen Mehrwert und über diese attraktive Seite, diese anziehende Seite von 3D zu unterhalten. Denn Fakt ist einfach, es gibt eine Menge 3D-Filme. 3D hatte immer im Rahmen auch von künstlerischen Projekten immer schon seine Berechtigung und ich denke durch...
Thomas:
Das, was jetzt gerade so an technologischen Möglichkeiten, du hast beispielsweise VR-Brillen angesprochen, was man an Plattformen, das ist vielleicht das bessere Wort, jetzt zur Verfügung hat, das legt einem das Thema 3D ja im Grunde genommen nahe. Denn ich glaube, jeder, der beispielsweise sich eine moderne VR-Brille kauft, kauft so ein Stück Technologie, so eine Plattform nicht, um irgendwie einfach nur 2D und Schwarz-Weiß zu erfahren, sondern da soll das Erlebnis einfach ein anderes sein. Und ja, ich glaube, wenn man diese Art von Blick auf die Dinge hat, dann hat man eine gute Voraussetzung, um das Thema 3D aus der cineastischen Sicht einfach auch nochmal wieder anders vielleicht sich anzuschauen und anders zu bewerten letztendlich.
Christian:
Bevor wir das tun, bevor wir eintauchen, bevor wir auch über den Film sprechen und über Hitchcock sprechen, noch eine kleine Ehrenrunde, eine kleine Eigenwerbung. Ihr könnt diesen Podcast nämlich bei Steady unterstützen. Da gibt es eine Kampagne, da könnt ihr ein bisschen Geld dalassen. Da arbeite ich auch gerade ganz, ganz fleißig im Hintergrund daran, diese ganze Kampagne nochmal neu zu gestalten, auch neue Dinge anzubieten. Und im Zuge dessen habe ich, oder bin ich auch immer noch dabei, das Archiv einfach mal aufzuräumen. Und da sind jetzt seit kurzem auch nochmal eine komplett neue Sendung, komplett neues Format wieder aufgetaucht. Das hatten wir früher bei Patreon. Jetzt sind wir ja bei Steady schon seit vielen, vielen Jahren. Da habe ich die Gaming-Unit jetzt endlich mal reingekippt. Die war ja so ein bisschen verschollen. Da haben wir beide ja auch über The Last Guardian gesprochen. Das ist schon ein bisschen länger her, das Format. Aber, ne, das ist ja auch das Ding, wenn es jetzt wieder im Archiv da ist und wieder einen Platz gefunden hat, das ist ja meine Hoffnung, dann kann man da vielleicht auch mal wieder dran anknüpfen und auch mal wieder über Videospiele sprechen. Wenn euch das alles interessiert, klickt euch einfach mal auf die Links zu Steady, unterstützt den Podcast, ich kann eben schon sagen, da wird auch noch einiges im Laufe des Jahres kommen.
Christian:
Es schadet nicht jetzt auch schon mal zu unterstützen und sich auf die anstehenden Updates und Neustarts zu freuen. Das tun auch schon Leute und das tun auch Leute in dem Rahmen, dass ich sie namentlich hier erwähne und das sind Anne, Sebastian und Rüdiger. Vielen, vielen Dank, dass ihr das macht. Wenn ihr auch euren Namen hier vorgelesen haben wollt, dann klickt euch da auch mal durch und ja, zahlt für die entsprechenden Pakete.
Christian:
Genau, dann ist ja die Frage, wenn wir uns jetzt dem Film nähern, ich möchte, dass wir erstmal uns auch dem Film nähern und dann so der 3D, dem 3D Aspekt des Filmes, dann müssen wir natürlich über Hitchcock sprechen, Dial M for Murder oder auf Deutsch bei Anruf Mord. Wie ist es denn bei dir, TJ, so mit deinem Hitchcock? Welche Hausaufgaben hast du da so gemacht? Welche Seerfahrungen hast du da so hinter dir? Wie bist du jetzt auch in diese Sichtung gegangen? Hast du den Film wahrscheinlich vorher auch schon gesehen?
Thomas:
Ich habe den Film jetzt, über den wir sprechen, Dial-Em for Murder, genau, bei Androf Mord, so im letzten halben Jahr tatsächlich dreimal geguckt.
Christian:
Kann ich verstehen.
Thomas:
Ja, okay, ja. Vielleicht ihr da draußen auch schon. Oder wenn nicht, dann ist das auf jeden Fall schon mal ein guter Hinweis, sich wieder mal dem Thema Hitchcock zu nähern und um deine Frage zu beantworten. Ja, ich bin halt durchzogen in meinem Leben von cineastischen, von filmischen Eindrücken, unterschiedlichster Couleur, sodass man natürlich zwangsläufig irgendwann einfach mit Hitchcock in Berührung kommt. Und ohne das jetzt zu weit ausbreiten zu wollen, würde ich es zusammenfassen und sagen, ich bin so in Wellenbewegung immer wieder mal mit Hitchcock in Berührung gekommen. Natürlich zuerst vielleicht über so die goldene Ära der Hitchcock-Filme, also die eher sehr glänzenden, die Hitchcocks in Farbe, die, außer jetzt vielleicht Psycho, aber die mit großen Stars auch schon besetzt waren. Also das sind natürlich, ich glaube, so meine erste Erinnerung und einer, der auch wieder so ganz besonders in meinem Herzen ist, ist North by Northwest, der unsichtbare Dritte, weil ich immer schon ein riesengroßer Cary-Grant-Fan war. Carol Grant ist für mich so ein bisschen der Inbegriff des Leading Man, im Grunde genommen der goldenen Zeit von Hollywood. Aber natürlich auch die Blondes, die blonden Damen, die Hitchcock immer ausgewählt hatte.
Thomas:
Das ziehen sich so natürlich durch diese ganz besonderen Hitchcock-Filme. Und das waren im Grunde genommen in Anführungszeichen einfach erst so diese Mainstream-Hitchcock-Filme, wie das Fenster zum Hof, wie gesagt, North by Northwest, also der unsichtbare Dritte, wie auch die Vögel, die so, nicht zu vergessen, Vertigo natürlich und der Mann, der zu viel wusste, das waren die, die mich zuerst einfach immer wieder mitgenommen haben. Und wie das dann gerade bei, denke ich, bei Spielfilmen oder bei einem Regisseur wie Hitchcock, bei einem Ausnahmeregisseur, vielleicht bei dem Regisseur oder einer der Regisseure sicherlich so ist. Sie haben so viel Potenzial, immer wieder neu und auch anders rezipiert und entdeckt zu werden und darüber nachzudenken, sodass ich immer wieder dahin zurückgekehrt bin, aus verschiedensten Perspektiven heraus. Sei es, indem es erstmal der Regisseur selber war oder aber vielleicht einfach auch nur über das Oeuvre eines Schauspielers, wie beispielsweise eben Cary Grant oder James Stewart oder Grace Kelly und so weiter und so fort. So glaube ich, dass ich mit gutem Gewissen oder mit guter Voraussage schon feststellen kann, dass mich das auch... Durch mein restliches weiteres Leben immer wieder begleiten wird.
Thomas:
Ich war, um das vielleicht noch abzuschließen, ich würde jetzt nie sagen, dass mich Hitchcock so sehr nun wiederum in seinen Bann gezogen hat, dass er für mich so ein Startpunkt aller cineastischer Leidenschaft war. Und ich gesagt habe, jetzt habe ich Hitchcock insofern verstanden und habe so eine große Leidenschaft entwickelt, dass es eigentlich nur noch wenig anderes gibt. Ich glaube, dafür bin ich einfach zu vielseitig interessiert. Aber ich bemerke halt immer wieder, dass diese Filme natürlich eine ganz besondere Signatur haben und das immer wieder unterschiedlich offenbaren. Also in Wellenbewegungen, aber der Trend ist auf jeden Fall mit immer größer werdender Faszination vor dem Schaffen und vor dem, was Hitchcock als Regisseur geleistet hat, auf jeden Fall.
Christian:
Ja, bei mir, ich musste echt nochmal ein bisschen in meiner eigenen Letterboxd-Historie graben. Also im Rahmen des Studiums, des Filmstudiums, Filmwissenschaftsstudiums haben wir uns natürlich auch mit Hitchcock beschäftigt und natürlich auch mit seinen ganzen Thesen zum Filmschnitt. Also Hitchcock ist ja auch ein großer Systematiker, Theoretiker, Handwerker. Also über ihn kannst du halt eine ganze Menge auch über Filmen lernen. Und ich bin mir ziemlich sicher, also das Fenster zum Hof habe ich gesehen, Vertigo gesehen, Psycho gesehen. Und was mich überrascht hat, Marnie, den hatte ich gar nicht mehr so auf dem Schirm, aber den muss ich auch in irgendeinem Seminar geschaut haben und ich kann sagen, also bei Anruf Mord war jetzt meine erste Sichtung, von dem hatte ich im Vorfeld auch gar nichts gehört, da werden wir nachher noch ein bisschen drauf zu sprechen kommen, so auch die Produktionsgeschichte des Filmes.
Christian:
Der Film selbst war eine absolute Wonne und eine absolute Wucht und das hat sehr, sehr gut funktioniert, auch in diesem 3D-Setting den Film zu schauen. Also da bin ich sehr, sehr, sehr froh, überhaupt erstmal den Film in dem Format gesehen zu haben. Aber eben auch, also da werden wir auch noch drauf zu sprechen kommen, wie das alles technisch ablief und welche Ecken und Kanten das alles auch hat und wie komplex es ist, eine, ich sag mal, gute bis perfekte Seherfahrung in diesem Format auch zu haben. Da hatte ich auch meine Schwierigkeiten mit der VR-Brille. Aber später. Aber es war wirklich eine absolute Freude. Es war auf doppelter Hinsicht, auf doppelter Ebene eine Freude. Es war erst mal eine Freude. Es ist ein tolles Kammerspiel. Es macht Spaß. Hitchcock, ich habe ein bisschen gelesen, dann auch so im Nachhinein. Für ihn war das jetzt, glaube ich, kein Film mit allzu großer Leidenschaft, mit allzu großem künstlerischem Interesse. Den hat er wohl einfach so ein bisschen auch abgedreht. Grace Kelly sagte ja auch, dass er eigentlich schon gedanklich bei der nächsten Produktion war.
Christian:
Und trotzdem ist das einfach so handwerklich, filmisch, hat das großen Spaß gemacht, weil der Film ja auch aus einer ganz anderen Zeit kommt. Ich habe auch nicht viele sehr Erfahrung in den 50ern, mit Filmen aus den 50ern gemacht. Das hat mir auch gut gefallen. Das war alles sehr besonders für mich, So, um es mal so auszudrücken. Und Form und Inhalt kommen hier sehr, sehr gut zusammen. Also auch da ...
Christian:
Ich musste innerlich beim Film schauen mit dieser schweren Brille auf dem Kopf und allen möglichen Schwierigkeiten trotzdem irgendwie an dich denken und dachte, ja, TJ, so langsam beginne ich dich zu verstehen. So langsam kann ich erahnen, was du da so siehst, wo du herkommst. so. Deswegen war das sehr gut, jetzt auch mal einen Film aus dieser Zeit, auch aus dieser 3D-Phase geschaut zu haben. Aber da werden wir gleich auch noch mal ein bisschen mehr drauf zu sprechen kommen, was ich damit genau alles meine. Du hast die ehrenvolle Aufgabe, beziehungsweise die Aufgabe, glaube ich, auch weitergegeben an ChatGPT, an die KI und Lass uns den Film mal zusammenfassen.
Thomas:
Übrigens, weil du das gerade sagtest, für euch da draußen auch nochmal, weil dieser Film, das muss ich doch nochmal im ganzes Hinweis sagen, den Titel hattest du auch schon genannt, nur so als Tatsache, im gleichen Jahr wurde ja auch der nächste Hitchcock-Film ja schon gleich und einer mit einem großen Namen, in die Kinos gebracht, von ihm gedreht und das war Rear Window, das Fenster zum Hof, auch wieder mit Grace Kelly. Die hat er sozusagen damit rübergenommen und gesagt, komm, jetzt hier, da ist gleich das andere Set fertig, mach mal. Und der Film hat natürlich dann im Hitchcock-Oeuvre einen anderen Klang vielleicht jetzt als bei Anruf Mord. Das zeigt aber, wie du gerade sagtest, dass wahrscheinlich eher mehr, nicht wahrscheinlich, aber natürlich war das Fenster zum Hof, hatte noch mal einen anderen Production Value dahinter. Allein vom, da wollen wir nur nicht drüber reden, aber jeder, der das kennt, wird das so vergleichen können. Das andere war ja das kleine Kammerspiel. Das andere war im Grunde genommen das große Kammerspiel, auch an einem Apartment mit einem Blick auf den Hinterhof. Aber was ich dann immer so faszinierend finde.
Thomas:
Hitchcock war ja jemand, der das auch, wie du schon sagst, sein Künstler war und der auch immer sagte in eigenen Interviews, ich brauche eigentlich nicht anfangen zu drehen, wenn ich nicht schon genau weiß, wie der Film auszusehen hat. Er hatte das Skript, er hatte die Setzeichnung und er brauchte im Grunde genommen nur sagen, so lieber Kameramann, genau so will ich das haben. Deshalb hat er sich auch gar nicht so sehr bemüht, glaube ich. Und das war auch immer, also bemüht natürlich schon, aber nochmal wieder 20 Einstellungen zu drehen, sondern, und er war auch immer jemand, der relativ gut im Budget war, weil er wusste das genauso. Er wusste, so soll der Film aussehen, so will ich ihn haben, hier ist das Drehbuch entsprechend. Und ich glaube, nur deshalb kann er so zwei tolle Filme in einem Jahr gemacht haben, ja, die einfach so durchchoreografiert sind und so. Ja, und einfach diesen Eindruck hinterlassen haben. Nun denn,
Thomas:
so, genau, worum geht es aber jetzt hier bei Anruf Mord?
Thomas:
Ich versuche diese drei Sätze wieder einigermaßen so vorzulesen, als wenn ich sie aus eigener Geisteskraft entstanden wäre. Also es geht, wir haben hier einmal Tony Wendis, das ist ein ehemaliger Tennisprofi, bietet einen finsteren Plan, um seine wohlhabende Frau Margot zu ermorden und ihr Vermögen zu erben. Er erpresst einen alten Bekannten, den Kleinkriminellen Charles Swan, dazu die Tat auszuführen. Tony plant akribisch jedes Detail und sorgt dafür, dass Margot während eines Telefongesprächs angegriffen wird. Doch als der Plan eine unerwartete Wendung nimmt, gerät Tony in eine gefährliche Spirale aus. Lügen, Verdächtigungen, Verdächtigungen, Verdächtigungen, die immer größer werdende Bedrohungen. Er kann sein Verbrechen vertuschen, oder kann er seinem Verbrechen vertuschen und der Justiz entkommen. Die Spannung steigt, als sich die Schlinge um Tony immer weiter zuzieht und der Druck unerträglich wird.
Thomas:
Die Dreifachnennungen, die waren übrigens gerade der Tatsache, dass du durchs Dokument gesprungen bist. Dankeschön. Und ich war eben ganz kurz, aber sowas muss ja auch mal sein, abgesehen davon. Da hatte ich jetzt mal eben geguckt, wo ich jetzt stehen geblieben bin, weil auswendig gelernt hatte ich die Texte jetzt nicht so. Ja, also genau, das hoffe ich. Also spätestens jetzt habt ihr Lust auf den Film. Könnt ihr euch natürlich gerne an dieser Stelle erstmal angucken und dann auf jeden Fall wieder zu uns zurückkommen. Um zu hören, wie es jetzt hier weitergeht. Aber das denke ich, ohne zu viel zu verraten, passt das schon ganz gut.
Christian:
Klar, wir werden auch gleich noch spoilern, aber lassen wir uns vorhin noch ein bisschen durch Crew und Fast gehen. Natürlich schon erwähnt, Regie Alfred Hitchcock nach einem Drehbuch von Frederick Knott und Charles Dorrit. Also das Drehbuch basiert ja auf einem Theaterstück.
Thomas:
Ja, ja, ja. Ich sag jetzt mal ja, weil ich das auch irgendwo im Hinterkopf hab.
Christian:
Ich meine, wir gelesen haben, es gab irgendwie ein Theaterstück, das irgendwie quasi Uraufführung als Fernsehaufzeichnung irgendwie in der BBC hatte, dann irgendwie, glaube ich, auf die Bühne kam und dann eben als Filmdrehbuch hier.
Thomas:
Das ist ja oftmals bei Hitchcock so gewesen, dass er entweder Theaterstücke oder gerne Krimi-Geschichten gelesen hat, die haben ihn inspiriert und ist ja heute auch noch so. Ja, das ist ja auch das Großartige.
Christian:
Das Stichwort Kammerspiel, das hat mir auch schon so gut gefallen. Kammerspiel immer mal wieder irgendwie so in die Filmsichtungskiste reinzuwerfen, ist immer eine sehr schöne Auffrischung, so einfach mal zu sagen, Nimm mal ganz viel weg, reduzier es auf einen Ort. Da sind ja eigentlich auch relativ wenig Figuren dabei, relativ kleine Besetzungen und so verdichtet. Du verdichtest damit alles auf Punkt und auf Ort und das hat mir sehr gut gefallen.
Thomas:
Ich glaube, er konnte 1948 mit Cocktail für eine Leiche auch sehr gut üben, denn das war ja sozusagen, ist für mich immer noch Paradebeispiel eines Kammerspiels von Hitchcock gewesen, wie er das aufgezogen hat und mit welcher besonderen Technik nämlich keine Schnitte einzuführen, sondern das alles eben halt die Akte nacheinander abzudrehen. Aber gut, wir reden nicht über Cocktail für eine Leiche, aber man sieht viele Bezüge dazu, wenn man sich, wie zu vielen anderen Hitchcock-Filmen hat auch, ist halt seine Signatur, die sich da irgendwo durchzieht. Über die werden wir vielleicht hier und da auch noch ein bisschen reden.
Christian:
Wir haben in der Besetzung Ray Milland als Tony Wendis, als diesen... Wie sagt man Privatier als in Rente gegangenen Tennisspieler, was ich auch schon großartig fand. Grace Kelly als Margot Wendes, als die Ehefrau, die ihn unterhält. Wir haben Robert Cummings als Mark Halliday, die Affäre von Margot. Wir haben Anthony Dawson als Charles Swann, als vermeintlichen Mörder. Und wir haben John Williams als Chief Inspector Hubbard mit, ich finde, eine der besten, letzten Einstellungen eines Filmes überhaupt. Also wie der Film zu Ende geht, ist einfach großartig. Die letzte Einstellung.
Thomas:
Ja, schön.
Christian:
Genau. Und dann lass uns doch einfach auch schon mal direkt in den Film reinspringen, in die Diskussion reinspringen und vielleicht erstmal ein bisschen den Film als Film unabhängig seiner Präsentationsform auch besprechen. Ich habe mir ein paar Sachen aufgeschrieben, wir können da gerne so ein bisschen hin und her springen und für mich war erstmal die Entstehungszeit des Filmes, die auch offensichtlich im Film erkennbar war. Das ist alles eigentlich nicht so meine Zeit, auch nicht so meine filmische Zeit, aber es war natürlich fantastisch. Alle tragen Anzug und Abendkleid, es wird eigentlich bei jeder Gelegenheit geraucht, es wird auch bei jeder Gelegenheit gesoffen. Also, wer da das Mordisch überführt wird, greift als erstes zum Jodie-Walker-Glas. Also, die Art von Zeit ist es auch. Wir haben da auch noch so ein paar Aspekte, die vielleicht auch für den Plot dann wieder relevanter sind. Da können wir gleich auch noch mal ein bisschen drauf zu sprechen kommen. Aber ja, und dann eben dieses Kammerspiel. Also, viel, ich sag mal, Action im Dialog. Ja, es ist viel ... Im Plot, in der Handlung los, mehr los als jetzt irgendwie in großen Schauwerten, in großen Verfolgungsjagden, die uns hier nicht präsentiert werden, aber das, wie gesagt, hat mir alles erstmal sehr, sehr gut gefallen. Das hat so einen guten, gemütlichen Abend im Heimkino irgendwie auch ausgemacht. Wie war das so für dich?
Thomas:
Naja, ich liebe ja einfach auch diese Art von Settings und ich mag es, wenn ein Film eine gewisse Eleganz einfach auch ausstrahlt.
Thomas:
Dieses Und im Grunde genommen ja auch wirklich dieses Widersprüchliche, weil du behandelst ja wirklich ein sehr dunkles Thema. Auch eines der Fragen, die ja immer wieder in vielen Hitchcock-Filmen zentral stehen, ist einfach so die Frage nach dem perfekten Mord. Ja, und an sich ist das Thema ja halt mobile wirklich. Ich meine, das ist ja, also wenn man sich das mal so vorstellt, was passiert denn da eigentlich? Aber diese Eleganz und dieser Tanz der eigentlich, der Figuren, um diese und in der Geschichte und jetzt, aber da werden wir dann, wie gesagt, wirklich im Schwerpunkt überreden müssen, durch die Präsentation, durch das 3D halt besonders zur Geltung kommt. Und mal ganz ehrlich, für viele Leute ist ja einfach Argument genug, den Film in 3D zu sehen, weil es der einzige Film ist in dem Grace Kelly. Mal in 3D tatsächlich auch wiederbelebt, sozusagen wieder auferstanden in 3D in voller Pracht und Schönheit zu sehen ist. Das hat für mich etwas, das so diese Zeit einfach so definiert. Und ich glaube, man kann sowas in 500 Jahren auch noch anschauen. Das ist natürlich eine lange Zeitspanne. Also ich merke jedenfalls, als ich den Film mit 20 geguckt habe, diese Art von Film mit 20 oder jetzt in meinem vorgerückten Alter mit Mitte 50, es ist immer etwas, dass diese Filme, dass diese Eleganz ist zeitlos und transportiert, ja. Du könntest im Grunde genommen als Mann mehr oder weniger in den...
Thomas:
In der Garderobe, die dort gezeigt wurde, ist immer noch in dem Anzug immer noch rumlaufen irgendwie und, so gestylt sein und das wäre immer noch irgendwie okay, aber um Gottes Willen nicht nur auf Garderobe und so wie die Leute halt ausstaffiert sind, reduzieren, sondern es ist der Set an sich, es ist die Ausleuchtung, es sind die Perspektiven der Kamera, es ist das Schauspiel einfach auch, weißt du, dieses Schauspiel hat für mich sowas, dieses dialogzentriertes Schauspiel. Das ist für mich etwas, es wird so locker gespielt, so mit kleinen Nuancen in der Mimik, wenn so die Figuren umeinander rumgehen, sich zulächeln irgendwie oder du sagtest ja auch gerade John Williams, der Chief Inspector Hubbard, wenn er wirklich so anfängt seine Mutmaßungen und seine Fragen zu stellen. Also ganz, ganz viele Elemente, die ich jetzt gar nicht, ich kann die auch gar nicht totalisieren, aber die so viel Spaß machen. Letztendlich auch dieses Filmkorn, diese Farben durch das Technikolor und so weiter, das ist etwas, was…, Ich glaube, das ist auch für mich immer so eine inhärente Sehnsuchtsgeschichte, die ich mir da abhole, weil es wirklich großes Kino war einfach, vieles großes Kino.
Thomas:
Im Gegensatz zu dem, was, und ich will die mal eigentlich gucken, auch bei aktuellen Produktionen so ein bisschen nach links und rechts, weil ich, also nicht umsonst hatten wir ja mal eine Zeit lang auch einen eigenen Podcast, der sich gerade so um diese goldene Ära von Hollywood gedreht hat. Und ich liebe das, ich liebe das, wenn ich Technikolor beispielsweise im Vorspann lese, dann weiß ich eigentlich schon, wow, das ist.
Thomas:
Das ist klar, wenn man sich natürlich auch mit den Studiogeschichten beschäftigt, dann war das weiß Gott nicht alles Gold, was glänzt. Man sieht, was mit den Vertragsschauspielern damals alles angestellt worden ist, mit Kinderstars etc. pp. So nun nicht, aber die Filme an sich, das ist natürlich etwas, was ja, was modernes Kino im Grunde genommen tatsächlich, wo das Fundament liegt, was es begründet. Und um dann diese Einmaligkeit zu sehen, es gab halt wirklich nur einen Hitchcock. Also diesen Film, den du jetzt siehst, ist von einem Ausnahmeregisseur wie vielleicht es Einstein in der Physik als Beispielsweise war, wo es nur ganz wenige gibt, die das einfach gemacht haben. Also das ist so, wo ich sage, das ist ein Genuss. Wenn wir hier nachher unsere Aufzeichnung beendet haben, dann kann ich eigentlich wieder runtergehen und mir den Film gerne nochmal angucken, weil ich liebe das einfach so, wie das ineinander zusammengefügt wurde.
Christian:
Der Film ist für mich, auch jetzt, was du gerade gesagt hast, lässt sich so als zeitlose Zeitkapsel irgendwie definieren. Er ist in seiner Zeit natürlich verankert und verhaftet, aber er schafft es irgendwie auch zeitlos dabei zu sein. Und auch da Hitchcock natürlich der ... Der, ja, wie soll man sagen, auch der Film, naja, wie soll man sagen, der Filmmeister, der halt auch schon vergleichsweise früh, wenn man so will, der Film ist irgendwie 70 Jahre alt, also der schon vor langer Zeit auch so grundlegend gearbeitet hat, wo du einfach merkst, ja, also Hitchcock hat es geschafft, dieses Handwerk auch so runter zu destillieren auf das, was Film ausmacht. Und das macht es so zeitlos. Ja, also wie du sagst, die haben da die perfekten Nadelstreifenanzüge dieser Zeit, die vielleicht auch zeitlos sind. Die Kostüme ohnehin, Grace Kelly ist, also das ist Wahnsinn, auch was sie da anhat in dem Film. Das ist ganz, ganz toll und stark. Aber das macht es halt eben auch irgendwie so zeitlos. Ja, und auch dieses also wie du sagst, der perfekte Mord, die Suche nach dem perfekten Mord, ja, der der.
Christian:
Krimi auch als Genre, der ja immer noch geschrieben und gelesen wird ohne Ende. Ich fange jetzt auch an, mich mit Krimis in Buchform mehr und mehr auseinanderzusetzen und merke, wie dankbar dieses Genre ist, um eine, ich sag mal, gängige Form zu haben, mit der du dich bedienen kannst, um dann, ja, also die, Für mich sind in Krimis eigentlich die Mordfälle immer so das Unwesentlichste. Also das ist halt eigentlich so die Sache, um die es für mich kaum geht. Und hier ja eigentlich genauso. Also wir haben einen Täter, wir haben ein Motiv, wir haben eine Tat und das wird uns alles ausdefiniert. Wir wissen, wer, warum, was tut. Und dann ist wieder Hitchcock derjenige, der sagt, ja, und ich mache es dir trotzdem spannend. Ich sorge trotzdem dafür, dass du deine Augen hier nicht abwenden kannst. Ich sorge trotzdem dafür, dass du hier von mir hereingezogen wirst, also, Film ist ja ohnehin Magie und Taschenspielertrick ohne Ende, aber er schafft es, wie der damals der muskierte Magier bei RTL, zu sagen, so funktioniert der Trick. Ich zeige dir genau, was ich hier tue und du sitzt davor und sagst, ja, irre, also kann ich mir immer, wie du sagst, kann ich mir gleich wieder angucken.
Thomas:
Das ist auch so, ich hab das beim Making-of, weil den hatte ich davor geguckt, das Fenster zum Hof auch, aber das trifft dir genauso zu wie auf eigentlich, natürlich immer etwas ausgereifter. Man kann auch im Oeuvre des Hitchcock sehen, dass er sich entwickelt hat und dass er auch experimentiert hat. Aber nichtsdestotrotz, im Intimentar Bestandteil ist immer, er zeigt den Schauspieler, den Protagonisten, also in dem Fall beispielsweise, bleiben wir jetzt mal ganz kurz bei, war das sehr prägnant, ist bei James Stewart. Der guckt raus, dann zeigt Hitchcock, was er sieht. Und dann zeigt er einfach gleich wieder danach die Reaktion, wie dann entsprechend in dem Fall James Stewart oder wer auch immer also auf dieses gerade Beobachtbare reagiert hat. Das sind drei Schutz im Grunde genommen. Da ist einmal das Gesicht, dann die Handlung, dann wieder die Reaktion auf diese Handlung im Gesicht.
Thomas:
Und das, also ich meine, man kann es daran analysieren. Man kann dann sagen so, okay, also das hat er das erste Mal gerade angewendet. Das zweite, irgendwann hört man einfach auf zu zählen, weil was dann kommt, ist dann einfach diese fortlaufende Handlung, dieser Spannungsbogen. Der nimmt einen dann wieder raus, also mich zumindest, raus aus dieser Analyse, weil er genau das macht, was du gerade eben beschrieben hast. Und was ich finde, was einfach, also was eine hohe Kunst ist, aber was letztendlich cineastischer nicht sein kann, ist, diese Elemente, diese Perspektiven so zusammenkommen zu lassen, dass es was Irres Spannendes gibt. Das ist so eine Geschichte. Genauso wie dann, noch mal so ein Begriff zu Hitchcock, MacGuffin, er war ja einer, der im Grunde genommen sagte, es geht mir doch gar nicht um das Objekt als solches, das irgendwie, ja, sondern es geht doch darum, es geht um die Person, es geht um die Geschichte. Für die Geschichte ist es doch eigentlich völlig egal. Er war ja auch so ein Typ, wenn ich das mal ganz kurz erzählen darf, so in dem Making-of, dann weiß man, wie Hitchcock so tickt. Ich mache die Kurzfassung. Ich glaube, es war nicht Skoczy, aber das war Peter Bogdanovich. Der hat ihn ja interviewt und die sind mit dem Fahrstuhl runtergefahren und dann fängt er im Fahrstuhl an, mit Leuten, die reinkommen, eine Geschichte zu erzählen.
Thomas:
Dann standen wir am Pool, da war blutüberströmt und er spielt mit den Leuten, die wollen gar nicht aussteigen, die wollen von ihm eigentlich hören, Hitchcock, erzählen Sie doch mal, was ist denn da jetzt passiert? Er macht das nicht und Peter Bogdanovich fragt ihn dann auf dem Weg durchs Foyer, Alfred, ich weiß nicht, was ich gedutz habe, Alfred, erzähl mal, also was ist denn jetzt? sagt, du, das habe ich mir doch gerade ausgesprochen, das weiß ich doch nicht, aber es ist doch völlig egal, was passiert. Weißt du, so dieses, darum kommt es nicht mehr an. Der Spannungsbogen liegt in der Erwartungshaltung, die du irgendwo einfach selber hast, das, was bei dir im Kopf passiert. Und das ist einfach etwas, ja, da muss man, wenn man Filme mag, und da muss man einfach dranbleiben irgendwie, weil das natürlich interessiert an das.
Christian:
Mir ist das auch gar nicht aufgefallen, dass Hitchcock ja hier im Grunde genommen alle Karten auf den Tisch legt. Das habe ich auch erst später noch mal so in einer späteren Auseinandersetzung noch mal so nachgelesen. Das haben so andere auch beobachtet, wo ich dachte, boah krass, das ist mir noch nicht mal aufgefallen. Ja, es ist mir noch nicht mal aufgefallen, wie unspannend dieser Film eigentlich im Papier sein sollte, weil ich so drin war. Das ist dann auch wieder dieses so, ja, der perfekte Mord. Also er hat das ja wirklich bis ins Detail alles geplant und dann kommst du hinter dem Vorhang und denk dran der Schlüssel und ich rufe dann an und dann pfeifst du dreimal und dann weiß ich Bescheid und man sitzt da und denkt sich.
Thomas:
Kannst du den Film ausmachen, ich weiß was passiert eigentlich jetzt.
Christian:
Aber die Frage, klappt das wirklich? Und dann war ja klar, dass da was dazwischen kommt und auch dieses.
Christian:
Dass der Toni ja auch dann sozusagen on the spot umplanen muss und irgendwie war ich auch dabei, ich weiß schon gar nicht mehr, war ich jetzt für ihn? War ich jetzt gegen ihn? Was wollte ich eigentlich von dem Film? Weiß ich schon gar nicht mehr. Ich war einfach dabei und hab mich gefragt, was, Was passiert hier? Und das war, also das war klasse. Das war einfach wirklich toll.
Christian:
Und also, ja, also auch der ganze Aufbau auch dahin, also auch da wieder so das Kammerspiel. Das war ja schon klasse, als er da seinen ehemaligen, ich glaube, irgendwie Schulkollegen, den Charles Swan irgendwie dazu holt. Und ich liebe das ja auch. Ich liebe das ja, wenn sich im Dialog, im Hin und Her, die Dinge erst entfalten. Also dieses, ich liebe es, wenn Charaktere mehr wissen als ich und ich dann erst nach und nach hinzukomme in die Informationslage, weil es war ja schon klar, der Toni, was hat er da vor? Warum, was macht er da jetzt? Warum ruft er den an? Und dann dachte ich mir schon, okay, der will irgendwie was von ihm. Aber wie kriegt er ihn denn dazu? Das war ja dann schlussendlich dieser Punkt. Wie kriegt er ihn jetzt dazu, dass er für ihn diesen Mordfall Also auch da diese Spannung im Dialog, aber auch in diesen kleinen einzelnen Momenten schon zu schaffen, war einfach super. Also da bin ich voll dabei. Das liebe ich auch bei Kammerspielen. Einfach diese Figuren, die voreinander sitzen und sich im Dialog messen.
Thomas:
Genau, diese Dialogfestigkeit, diese Freude letztendlich am Dialog, aber auch schon so diese Überzeugungskraft, die er selber hatte, also nicht nur im reinen Dialog, aber Tony hatte ja auch so ein bisschen vorgetäuscht, dass er das Haus nicht verlassen konnte, weil er ja Twisted Angle, also weil er sein Bein irgendwie verrenkt hatte. Dann hat er erst seinen Gehstock genommen, um dann zu zeigen, hier, ich humpel und hinke ja wirklich ein klein bisschen. Und dann genau im richtigen Moment im Dialog, als sich so langsam offenbarte und aufblätterte, dass er ihn im Grunde genommen nur aufgrund falscher Tatsachen, wollte ein Auto von ihm kaufen, ja eigentlich zu sich gelockt hat und worum es eigentlich ging, um eben halt den Mord an seiner Frau, in dem Moment einfach den Gehstock zur Seite legt und dann einfach wieder normal geht. So nach dem Wort, jetzt kann ich halt alle Vorwände und Hüllen fallen lassen. Jetzt will ich dir genau erzählen, worum es im Grunde genommen geht. Und auch die Kleinigkeiten, der Brief, den er dann fallen lässt, damit dann entsprechend sein alter Kumpel dann auf die Erde greift und ihn entgegennimmt und er auch schon dann die Handschuhe bereitlegt, dass er die Fingerabdrücke, dass sein Freund keine Fingerabdrücke hinterlässt und während sie im Dialog sind schon mal so sein Taschentuch zückt und dann entsprechend die Fingerabdrücke an den Brandygläsern abzutzt. Also all diese Sachen. Weißt du, das ist mit so einer natürlichen Lässigkeit einfach.
Thomas:
Diese Art von ... Für mich ist das einfach auch ... Gut, ich meine, dafür sind es Schauspieler halt. Der Name sagt es ja, ich schaue. Aber das ist einfach so ein natürlicher Flow, der da so stattfindet. So ist doch im Grunde genommen alles ganz klar. Und ich habe das schon so durchdacht, dass ich das Gefühl habe, er selber als Schauspieler schauspielert so in dieser Szene.
Thomas:
Das macht so Riesenspaß. Das ist ja nur ein. Wir sind ja gerade mal so bei einer Szene, die so 10, 15 Minuten dauert, also dieses Gespräch mit seinem alten Schulfreund und das alleine zu betrachten, das könnte man ja schon so rausdestillieren und sagen so, wie ziehe ich einen Dialog auf, der spannend ist, der einen Twist in sich auf einmal hat und wo du jemand anderen so davon überzeugst und unter Druck setzen kannst, dass er eigentlich gar nicht anders kann, als deine Frau umzubringen. Denn sein Freund, der gute Anthony Dawson, also Charles Schwann, zweifelte ja an der Einstellung. Aber versucht sich selber auch zu wehren und mal so einzuwerfen. Ja, was ist denn das? Wenn ich jetzt die Polizei anrufen würde, was würdest du da machen? Und da konnte du sofort parieren. Du konnte dann sofort ziehen und sagen, okay, das ist schön.
Christian:
Was auch so toll ist dabei, auch mit diesem Briefumschlag, Das ist ja auch ein ganz wichtiger Moment, eine wichtige Szene und da ist ja eben dann auch wieder der Hitchcock so der Meister fürs Detail. Also jede Szene, jede Hitchcock-Szene, jede Dialog-Szene kannst du halt für ein Filmseminar rausgreifen und du kannst halt so grundlegend Film lernen und diskutieren. Wie funktioniert, wie filmst du einen Dialog, wie schneidest du einen Dialog, wie lenkst du die Aufmerksamkeit des Publikums, weil das ging mir ja genauso, als der Brief auf den Boden fiel, ist mir das natürlich sofort aufgefallen, aber dann auch wieder gar nicht. Und du fragst dich dann ja auch schon in dieser ersten ich sag mal, also diese Szene, wo er da seinen ehemaligen Schulkumpel da.
Christian:
Vereinnahmt für seine Zwecke da lernst du ja auch schon eine ganze Menge über Toni über seine Pläne also er hat das ja alles bedacht und auch seine Vorbereitung dass er diesem Kumpel da ja schon eigentlich monatelang gefolgt ist du merkst, was für ein Typ das ist, du merkst, mit welcher Ernsthaftigkeit er diesen perfekten Mord plant und mit welcher Spitzfindigkeit und mit welchem Detailblick er das alles macht. Und trotzdem ist auch da wie der Hitchcock ja so gut dabei zu sagen, schau auf die Details, du als Zuschauer, achte auf das, was hier passiert. Und trotzdem ist ja dann wieder das, was bei diesem Mordversuch dann eben schiefläuft, schiefläuft, ja auch wieder nur so ein simples Detail, auf das man vielleicht gar nicht so sehr geachtet hat, weil er in dem Moment, glaube ich, gar nicht, so wie jetzt bei dem Briefumschlag, das war schon sehr deutlich, aber das meine ich so mit diesem Taschenspieler- Trick, der halt nicht respektierlich sein soll, sondern so dieses.
Christian:
Wenn er dann dreimal irgendwie so quasi vor deinen Augen hin und her wedelt und deine Aufmerksamkeit irgendwie erhascht, dann kriegst halt nicht mit, wie der hinten aus deiner Brieftasche irgendwie der Geldschein gezogen wird. Und genau das kann Hitchcock halt, zu sagen, schau, schau, schau, aber achte nicht auf das, was ich eigentlich mit dir mache. Und das ist dann diese Schere, die sich da so, also mir ging das irgendwie so, wo ich so dachte, ich sitze jetzt hier schon so auf der Kante und versuche schon der ganzen Sache zu folgen, aber im eigentlichen Moment habe ich dann doch wieder nicht auf das Wichtigste geachtet. Und dann auch wieder das Tolle auf die Figur Toni, dass dieser ungeplante Moment da reinkommt. Er hat den perfekten Mord geplant, aber das Unplanbare ist das Verhalten seiner Frau, die dann eben doch nicht da mitspielt, im entscheidenden Detail, weil sie sagt, ich will heute aber nicht das Haus verlassen, ich will hier bleiben. Und das hat ja seinen perfekten Mord ruiniert.
Thomas:
Und spätestens da sind wir dann am Swimmingpool, wie der zurückverweist auf die Geschichte mit Hitchcock im Fahrstuhl, angekommen, weil man natürlich dann wissen möchte, wie gehen denn die, Protagonisten, oder in dem Fall muss man ja eigentlich sagen, ihr Ehemann war ja mehr der Antagonist, weil er ja den Mord geplant hat. Wie geht er denn jetzt mit dieser kleinen Störung im System, mit dem, dass es ja dann doch etwas anders gelaufen ist, dann ist es ja nur nicht seine Frau, die umgebracht wurde, sondern seine Frau hat seinen Freund, also den sie ja ermöhnen wollte tatsächlich, mehr oder weniger aus Notwehr, ja, umverletzt erstmal und eigentlich hat sie ihn, wenn man so will, nur indirekt umgebracht, weil er ist ja, wir Spoiler, Ist ja in die Schere reingefallen beim Sturz und das war letztendlich das, was sozusagen wohl dann tatsächlich zum Zweigentod geführt hat. Ja und das ist natürlich eine komplette Umkehr dessen, was eigentlich hätte passieren sollen und dann ist man natürlich total...
Thomas:
Also auf der einen Seite sage ich, aber jetzt muss der Film zu Ende sein, weil spätestens hier muss er doch seinen Plan eigentlich, also es ist dermaßen schief gegangen, hier muss er sich doch selber stellen und sagen, sorry Leute, also wie kommt er da wieder raus, um es mal so zu sagen. Und das ist ja dann so dieses, jetzt will man einfach auch, ja vielleicht nicht nur diese Ebene, aber auch, wie soll denn das gehen, wenn er seiner Frau wieder gegenübersteht, von der er gehofft hat am Telefon, das war ja auch dieser perfide Moment, für die, die ihn nicht gesehen haben, also das Telefon spielt halt eine große Rolle.
Thomas:
Er hört im Grunde ich muss mal eben schämen, er hört zu wie seine Frau tatsächlich gerade um ihr Leben kämpft so und, dann ist ja ein Augenblick wirklich Ruhe und dann geht seine Frau ans Telefon, um ihm zu erzählen, was jetzt gerade passiert ist und in dem Moment siehst du ja halt wirklich nur so sein Gesicht, als er so realisiert mit dir habe ich jetzt eigentlich nicht mehr gerechnet also ich sage das jetzt ein bisschen flapsig, aber das muss man sich mal eben so, Lieber nicht vielleicht sogar, dass man sich sehr zu empathisch wird. Aber es ist wirklich so. Und dann hat er so diese Kaltblütigkeit im Grunde genommen, rein logisch schon wieder zu denken und zu sagen, du, aber jetzt bitte nicht gleich die Polizei anrufen, sondern ich komme jetzt erst mal gleich nach Hause.
Thomas:
Und dann wirklich sehr kaltblütig und noch mal total durchberechnet, zu handeln. Und spätestens da wünscht man ihm ja eigentlich alles, nur nichts Gute an der Stelle. Ja, nicht nur, dass er... Das mit seiner Frau vorhatte, aber dass er auch bis zuletzt noch versucht, irgendwie aus der Nummer rauszukommen dann. Das ist dann sozusagen der zweite Teil des Films, mehr oder weniger nach dem Mord.
Christian:
Das macht es dann ja auch wieder so spannend in diesem Film von 54, der sich galant zeigt, der ja auch, Filmkonventionen und auch gesellschaftlichen Konventionen dieser Zeit entspricht, aber auch da Hitchcock ja irgendwie an dem an den eigentlichen Ereignissen hinter der Fassade.
Christian:
Interessiert ist. Also wie du ja auch schon gesagt hast, es ist Mord und Totschlag, es ist Ehebruch, es ist ja eigentlich sehr düster, dunkel und perfide, was da passiert. Aber es gibt sich nach außen hin mit Brandy, Zigarette und Nadelstreifenanzug halt im genauen Gegenteil davon. Und das, finde ich, macht es halt auch so interessant. Du würdest halt heutzutage diese Art von Handlung natürlich in nahezu allem komplett anders irgendwie inszenieren. Also die Basics von Filmen, von Struktur, von Schnitt und so, da würdest du dich wahrscheinlich ja noch bedienen. Aber es sieht anders aus, es fühlt sich anders an, aber es ist halt trotzdem, vergleichbar. Und das finde ich ist eben auch so spannend, wie du sagst. Weil ich war dann wieder so, ich war dann so ein bisschen bei Tony eher dabei oder habe mich von ihm auch blenden lassen, als er dann ja in dieser Spontansituation spontan reagieren musste und ja super schnell, im Englischen sagt man ja he's quick on his feet, also er hat ja wirklich sehr schnell geschaltet und sehr schnell angefangen den Schlüssel aus der Tasche raus und sofort irgendwie versucht wieder die.
Christian:
So die ja die Indizien halt sofort irgendwie auszuspielen, natürlich dafür zu sorgen, dass seine Frau dann vor Gericht kommt und der Todesstrafe dann irgendwie die Todesstrafe halten soll, auch da wieder super morbide alles, aber er ist halt, also er ist halt, ich sag mal, befähigt. Und es macht halt immer Spaß, in einem Film jemanden zuzuschauen, der Fähigkeiten besitzt. Und die spielt er halt alle aus. Und da war ich halt auch fasziniert, was tut er da eigentlich? Okay, jetzt, das kommt dahin, das versteckt er hier. Mir war schon klar, er will ihr das irgendwie in die Schuhe schieben, Aber mir war nicht ganz klar, unter welchen Ausmaßen und Auswirkungen er das da genau fährt. Aber ich wusste, er ist mir da gerade eigentlich voraus. Er weiß mehr als ich weiß. Er hat den Plan. Ich sehe zu, wie ich durchführe. Erst danach werde ich verstehen, was er da eigentlich gemacht hat. Also das war auch wieder total klasse gemacht und hat wieder eine Spannung reingebracht in etwas, was ja eigentlich viel weniger spannend sein sollte.
Thomas:
Ja. In dem Zusammenhang möchte ich auch nochmal dieses Element, diesen Charakter, diese Eigenschaften, die seine Frau mit in diesen Film eingebracht hat, nochmal ein klein bisschen in den Mittelpunkt rücken. Denn wir haben jetzt wirklich, also vielleicht noch nicht so sehr über den Inspektor gesprochen, der kommt ja jetzt auch im zweiten Teil eigentlich, aber über Tony und über seinen Jugendfreund Charles. Ja, natürlich ist es ein bisschen ein Klischee, wenn man sagt, dass seine Frau, dass Grace Kelly hier natürlich das Weibliche, das Irrationale, so ein Stück, das Emotionale tatsächlich auch in den Filmen so hineinträgt. Weil sie ist ja, ich habe immer so das Gefühl, sie ist auch elegant, aber sie ist halt ein bisschen nahbar. So sitzt halt da und macht ihre Schnipsel beispielsweise. Und sie reagiert ja auch ganz anders, enttäuscht. Wenn sie jetzt beispielsweise, ach ich wollte halt eigentlich auch ausgehen. Und er wollte sie ja dazu überreden, halt nicht auszugehen, weil das war der Abend, an dem der Mord geplant war. Dann will er ihr zuliebe dann auch zu Hause bleiben. Dann sagt sie, ach nee, mach mal, ich beschäftige mich hier mit meinen Zeitungsausschnitten und klebe die dann ein. So sie ist so ein bisschen so diejenige, die, wie soll ich sagen, so diese Erdung auch wieder so ein bisschen mit reingebracht, die nicht zu elegant war. Immer natürlich im Ansehen, keine Frage. Im zweiten Teil übrigens auch sehr, sehr interessant nachher, wie sie sich dann verändert hat.
Thomas:
Aber trotzdem immer so genau der richtige Konterpart, weißt du, sie war nicht so also selbst in dem also in den Szenen, wo der Mord eigentlich passierte und auch danach das war ja natürlich so der emotionalste Moment da ist sie auch nicht diejenige gewesen auf die Straße schreiend rausgelaufen ist oder nochmal 20 mal mit der Schere nachgestochen hat oder sonst irgendetwas, sondern, das war immer für mich so genau die richtige Portion, jetzt nicht zu overacten an der Stelle, sondern sich irgendwo in diese Eleganz noch mit einzufügen. Das hat sie vielleicht von Haus aus. Grace Kelly ist ja, finde ich, auch eine sehr elegante, Schauspielerin immer gewesen, die da prima reinpasste, sonst hätte ja Hitchcock nicht alles gegeben, um sie nochmal zu überzeugen, als sie schon in Monaco war, verheiratet war, nochmal wieder zurückzukehren, weil sie ja unheimlich gerne nochmal wieder in einer seiner Filme verpflichten, auftreten lassen wollte. Sie wollte wohl aber ihr damaliger Der Ehemann wollte das wohl nicht mehr. Aber egal, das ist eine andere Geschichte. Also natürlich passt sie da auch hervorragend rein.
Thomas:
Und trotzdem, ja, also ich finde, das hat das auf dieser Ebene, der mehr irrationalen, emotionalen Ebene, wo vielleicht wir uns sogar auch ein Stück weiter noch mit identifizieren können. Indem wir sagen, okay, so kaltblütig kann man eigentlich irgendwie gar nicht sein. Das ist ja schon, wie du schon so ein bisschen sagtest, bei Toni, der uns immer so ein Stück voraus ist, wo wir ihn schon fast durch seine Akribie anfangen zu bewundern. Wie kann jemand eigentlich so sein? Wie musst du denken? Was für ein Mindset musst du eigentlich haben, dass du das kannst? Hat sie uns immer so ein Stückchen, mich zumindest ein Stückchen zurückgeholt und gesagt, oh, als emotionale Komponente, das war prima, dass diese Momente einfach so da waren, weil sonst wäre es für mich ein bisschen zu sehr komisch. Elegante Akribie gewesen, zu sehr dann doch auch dieses logisch aufeinander aufbauen, vorausschauende, planende. Nicht nur natürlich seine Frau, aber auch noch, der übrigens, das war ja ihr Liebhaber, der ja auch noch Mystery- und Kriminalautor war, kommt da noch dazu, der gute Robert Robert, also Mark Holliday, gespielt von Robert Cummings. Er war ja auch ein bisschen derjenige, der mehr so dieses.
Thomas:
Auch die anfing Skepsis zu entwickeln, ob da eventuell irgendwas nicht stimmen könnte und man merkte, er hatte also ich hab zumindest ich hab die gute Grace Kelly verstehen können, warum sie mehr Leidenschaft in ihm gesehen hat als in ihrem eigenen Ehemann. Also von daher bottom line ist, ich fand das sehr gut ausbalanciert an der Stelle wenn man sich nachschaut, welcher Schauspieler, welcher Charakter hat, welche Eigenschaften in diesem Film mit hineingebracht, um eine Balance herzustellen.
Christian:
Und da kommt dann natürlich auch der Chief Inspector Hubbard wieder ganz wunderbar hinzu, der halt noch ein bisschen finniger ist als Tony. Also beide spielen ja Schach miteinander. Und der Chief Inspector ist aber noch eine Nummer besser. Der ist noch eine Nummer akribischer, nochmal ein bisschen, also klar, das ich hab, muss ich ganz ehrlich sagen, schlussendlich die Auflösung nicht so hundertprozentig verstanden, wie ich das alles kann.
Thomas:
Du kannst ihn ja auch noch ein paar Mal gucken. Das ist mir aber genauso gegangen, aber nachher flutscht das ein bisschen.
Christian:
Genau, dieser Schlüssel nochmal und warum hat sie jetzt gezeigt und er aber mit dem Schlüssel gezeigt, das ist ja schuldig, war mir dann auch gar nicht mehr so wichtig, auch da so der McGuffin ist mir egal, so, ne, gib mir den Trick, gib mir den Zaubertrick, Hitchcock. Ähm, Aber da lässt sich ja auch festhalten, der Chief Inspector Harbert ist genauso, rational, oder ist auf dieser rationalen Ebene halt unterwegs und Tony findet an ihm seinen Meister, sonst würde er ja davon kommen, sonst hätte er es ja geschafft.
Thomas:
Ja.
Christian:
Und das ist eben auch spannend, dass die beiden da auf dieser Ebene so zusammenkommen und ja eben wohl lange Zeit der Chief Inspector die Nummer glaubt und dann halt über diesen einen Punkt stolpert.
Thomas:
Entschuldige, ja, bitte.
Christian:
Also er ist eben ja glaube ich nicht von Anfang an auf den Fersen, sondern da kam dann ja ein anderer Fall dazwischen und dann hat er nochmal ein bisschen nachgehakt.
Thomas:
Aber ich finde man merkt schon sehr schön auch gleich zu Anfang, die beiden sehen sich schon so ein bisschen als Konkurrenten. Diese Phase des, wir tasten uns erst einmal ab, die fällt eigentlich schon ziemlich schnell weg, weil schon im ersten, also ich habe die Dialoge jetzt natürlich nicht genau im Hinterkopf, Aber so an der Dialogführung kann ich mich noch erinnern, wenn er das erste Mal eintritt, gibt es ja auch diese Musik, also man merkt auch, dass vom musikalischen Thema her gesehen jetzt was anderes passiert, dass auf einmal, also jetzt wirklich die Polizei eine Rolle, der Inspektor eine Rolle spielt, und damit im Grunde genommen dialogisch dieses Kammerspiel natürlich wirklich meisterhaft fortgeführt. Indem er halt, indem er eigentlich das macht, ich weiß nicht, ob man das auf der Polizeischule auch so als Lehrstück sehen kann, wie ich mir so klassisch so einen investigativen, erfahrenen.
Thomas:
Skeptischen, bis aus Blutskeptischen Inspektor von, sagen wir mal, Scotland Yard oder so, einfach so vorstelle. Das ist dieses Gewiefte irgendwie. Wie dieses, er stellt dir die Frage A, aber hat im Grunde genommen eine Schlussfolgerung B schon im Hinterkopf. Er will sich selber einfach nur nochmal überzeugen, dass entweder seine Schlussfolgerung stimmt oder vielleicht nicht stimmt. Weil wenn sie stimmt, alles klar, wenn sie nicht stimmt, stellt er die Frage B und hat eine Schlussfolgerung C im Hinterkopf. Weißt du, also dieses induktive Gewebe von möglichen Dingen, die da so passiert sind, von Ereignissen, die stattgefunden haben, von Ursachen und Wirkungen. Das finde ich, das hat er das bringt er einfach.
Thomas:
Da passt seine Mimik, da passt die Art und Weise, wie dein Charakter sich durch den Raum bewegt. Ich sag jetzt schon mal wieder etwas verstärkt Raum, weil wir vielleicht gleich so ein bisschen da hinkommen auch. Aber da passt natürlich auch absolut seine Dialogführung. Er ist auch nie fordernd, er ist immer so ein bisschen hinterfragend und er hat auch so eine Eigenschaft, finde ich, die das auch nochmal wieder so unterschreibt. Er hat dieses, ich muss mich nicht in den Vorderungen, ich höre erst mal zu. Ja, weil es könnte ja sein, dass so im nächsten Nebensatz der fällt, der da gleich fällt, dass da irgendetwas Wichtiges gesagt wird, was eventuell, was ich gerade brauchen kann, um eine Beweisführung weiterzuführen. Das ist ja auch so geil.
Christian:
Das fällt mir auch gerade auf. Also wir könnten wirklich noch drei Stunden über dieses Kammerspiel und die Figuren sprechen, weil der Toni ist ja, er ist der Agierende.
Thomas:
Genau.
Christian:
Er muss reden, planen, machen. Er ist in der Aktion. Und der Chief Inspector hat ja die wunderbare Rolle, dass er in der Reaktion bleiben kann. Er kann ja, das Beste, was ihm passieren kann, ist, dass jemand wie Tony anfängt zu reden. Das ist ja genau das, was er will. Wie du sagst, mit der richtigen Frage, die was ganz anderes meint und was Drittes eigentlich beabsichtigt, genau die Falle zu stellen im Dialog, die dann genommen wird. Ich fand das halt auch so klasse, als er den Toni ja mit unter einem Vorwand rausschickt, schon bei der ersten Tatortbegehung als Sklaver. Da wusste ich, okay, der hat viel mehr drauf, als er nach außen hingibt. Der hat mehr Karten auf der Hand, als er als er nach außen hin zeigt. Das hat mir super gut gefallen. Da wirst du schon okay. Auf den muss man Acht geben und das merkt Tony ja auch. Er weiß ja auch, was passiert, aber er kann da nicht, also schlussendlich dieser eine Schritt, den der Chief Inspector ihm voraus ist, ist derjenige, der ihm dann auf die Füße fällt. Das war super mit anzusehen, weil auch da so Hitchcock, es sind ja mehrere Spannungsbögen im Laufe des Filmes und keiner davon ist, wer hat wen warum umgebracht das ist kein einziger Spannungsbogen in diesem Film, weil wir sehen das alles.
Thomas:
Wir wissen das alles.
Christian:
Die Fragen sind ganz.
Thomas:
Andere das ist fantastisch und dann fällt man noch ein und dann wirklich so zum Schluss hin, dann wird ja seine Frau weil sie ja nun erstmal verdächtigt wird dass sie ja nun wirklich diesen Mord begangen hat sie wird ja dann tatsächlich zum Tode verurteilt.
Thomas:
Also dann fällt sozusagen, weil sie ja ganz zum Schluss kommt sie ja nun auch nochmal wieder zurück zum Tatort, ganz entscheidend sogar, um dann auch wirklich ihn nachher zu überführen, ihren Ehemann zu überführen, dass er sie umbringen wollte. Aber worauf ich hinaus wollte ist, also dieses Emotionale, was ja dann wegfällt, weil sie ja nun erstmal nicht da ist, das übernimmt ja dann tatsächlich ihr Liebhaber Mark Holliday. Und zwar, das geht sogar so weit, dass er Toni mit seiner, also er hat sich dann überlegt, wie man ihr helfen könnte, weil er ist auch der Meinung, sie ist natürlich unschuldig, unschuldig zum Tode verurteilt. Am nächsten Tag soll sie durch den Strick per Hengen hingerichtet werden und versucht natürlich jetzt sich eine Geschichte auszudenken, wie er beweisen könnte, dass sie unschuldig ist. Und das ist ziemlich genau die Geschichte jedenfalls, so wie sie auch tatsächlich abgelaufen ist. Das heißt, er konfrontiert ihren Ehemann mit dieser Geschichte, so wie er, wie sie eigentlich, so. Und ja, ich meine, das muss man sich, also auch diese, oder beziehungsweise dieses Element, vielleicht auch sogar diese Wendung. Und dann nochmal so zu sehen, wie reagiert er denn eigentlich darauf? Und er ist immer noch nicht so weit, dass er einknickt, sondern ich glaube, er sagt ihm ja irgendwie sowas wie nach dem Motto, naja, er stellt erstmal so Fragen, das ist aber auch unglaubwürdig, was meinst du, wenn ich das der Polizei sagen würde und so und ach ja, ich weiß ja, du bist ja so ein krimineller Mystery-Autor irgendwie, ist eine nette Geschichte, aber mir ist das auch nicht, die du dir da ausgedacht hast.
Christian:
Das macht er ja auch zu seinem Argument. Das kann gar nicht funktionieren, wenn ich jetzt so zur Polizei gehe und diese Geschichte erzähle, weil die wissen Du bist Kriminalautor oder sagte der, wie hieß er, der Marc sagt das, glaube ich. Ich kann nicht mitkommen, weil wenn ich dabei gesehen werde, dann sagen alle, das ist eine ausgedachte Geschichte, so irgendwie sowas. Supergeile.
Thomas:
Passiert alles in eine und dreiviertel Stunde Spielzeit, ja. Was du vorhin gerade gesagt hast, heutzutage braucht man vielleicht eine Fortsetzung um den Film oder beziehungsweise ein zweites Mal in die ähnliche Thematik einzutauchen und hier ist es schon geglückt, weil du gerade sagtest, dir ist der Zaubertrick noch nicht so ganz bewusst wie dass es dich jetzt, dass es ein Film schon schafft, die Karte hochzuhalten und zu sagen, schau mich noch ein zweites Mal, Christian.
Christian:
Eine Sache, die ich noch ganz kurz loswerden will und dann gehen wir wirklich ins 3D-Thema. Ich fand es einfach nur nochmal, um es festzuhalten, weil die Art und Weise, wie Tony mit Margit umgeht, war auch so ein Ding, was ich so in der Zeit verankert sah. Sie ruft nicht zuerst die Polizei, aber er ruft die Polizei, dann kommt die Polizei und das Letzte, was sie tun, ist, das Opfer sofort zu vernehmen. Ja, also da waren auch schon wieder so Geschichten, wo ich mir dachte, das geht auch nur in den 50ern, also es würde heute so gar nicht mehr gehen, weil der Ehemann schiebt sich dazwischen und sagt, meine Frau kann nicht, ich übernehme das und alle sagen, ja natürlich.
Thomas:
Also um so ein ganz klein bisschen zu sagen, nicht nur in den 50ern, das ging auch in den 80ern vor einem Millionenpublikum noch gut, weil ich bin ja mit Dallas groß geworden und Dallas war ja im Begriff der Fernsehserie, wo die Familien oder insgesamt, wo es kaum eine Szene gab, wenn ein J.R. Ewing aufgetaucht ist mit einem Drink in der Hand und geraucht nicht so sehr, aber geraucht wurde natürlich auch. Und also da wollen wir uns jetzt nicht drüber weiter unterhalten, aber das gebe ich dir natürlich, da gebe ich dir recht, aber sowas muss auch sein einfach, weil alles andere wäre irgendwie merkwürdig, weil es tatsächlich so in diese Zeit halt einfach so mit definiert und es gab aber natürlich auch schon viele andere Filme so in den 50er, Anfang der 60er Jahren, wo dieses klassische.
Thomas:
Wenn man das so will, dass das Rollenbild der Frau stark hinterfragt wurde und Ja, das sieht man, leider hat die gute Grace Kelly zu wenig Filme gedreht, aber das sieht man beispielsweise bei Marilyn Monroe Filmen, sogar bei Doris Day Filmen, die oftmals missverstanden werden an der Stelle, die ja sehr, sehr moderne Frauen auch schon gespielt hat in den 60er Jahren. Also von daher, solche und solche in diesem Film, ja, ist es so, wie du gerade sagst. Im nächsten Film übrigens Fenster zum Hof spielt sie eine andere Frauenrolle. Also da wehrt sie sich tatsächlich deutlich stärker gegen die Art und Weise, wie ein James Stewart im Fenster zum Hof sie tatsächlich einschätzt. Und ja, also von daher, Gott sei Dank gab es da natürlich auch schon eine gewisse Bandbreite. Aber ja, es passt hier irgendwie einfach auch so hin und es ist auf jeden Fall anzumerken.
Christian:
Ja, und dann wollen wir natürlich über 3D sprechen.
Thomas:
Ja, da war noch was.
Christian:
Da war noch was, ja.
Thomas:
Aber ist doch toll, dass man doch bei dem Film ein bisschen länger, ein bisschen länger, ein bisschen länger, ist ja auch was Besonderes, Christian, weil so im Vorgespräch hatte ich ja auch schon mal so ein bisschen, da hattest du mal so ganz interessiert nachgefragt. Der Film geht ein und eine Dreiviertelstunde und hat eine Intermission. Das ist ziemlich ungewöhnlich, weil ich sag mal, ja, Intermission war nichts Unbekanntes, aber vor allem bei Filmen, die einfach eine Spielzeit von zweieinhalb, von drei Stunden hatten. My Fair Lady, Ben Hur, Giganten, habe ich jetzt als nächstes nicht gucken. Aber da ist es auch. Also Filme, die so drei, dreieinhalb Stunden haben, ist klar, dass man da irgendwo eine Intermission einbaut. Jetzt hatte dieser ja auch eine Intermission. Und diese Art von Intermission, ja, die war der Technik geschuldet. Denn, ja, wir haben uns ja den Film ausgesucht. Hallo, da draußen, ihr seid tatsächlich noch beim Thema Second Unit, 3D-Unit. Das ist der einzige, leider, leider, leider, Der einzige Hitchcock, der 1954 in 3D gedreht wurde.
Christian:
Ja, da ist auch die erste Frage, warum?
Thomas:
Ja.
Christian:
Warum hat Hitchcock diesen Film in 3D gemacht? Was war da los?
Thomas:
Genau, genau. Also wenn man sich so ein bisschen, und das findet man unter anderem auch bei YouTube, dieses Making-of dazu anguckt, wo, war das jetzt Peter Bogdanovich, glaube ich, darüber redet? Oder Scorsese? Ich glaube, Scorsese.
Thomas:
Da gibt es so einen 6-Minuten-Schwerpunkt dieser Film in 3D. Also erstmal wird darauf hingewiesen, dass dieser Film es in 3D ziemlich schwer hatte. Aber Moment, alles der Reihe nach. Also warum Intermission? Wir reden natürlich über die 3D-Welle der 50er Jahre. Analoge Technik. Und analoge Technik bedeutet Filmprojektor, Ratter, Ratter, Ratter, Filmfolie, Akte, also all das Ganze, was vielleicht der eine oder andere draußen noch kennt, was jetzt nostalgische Geräusche vielleicht in einem hervorbringt, aber wenn man im Kino sitzt, nicht unbedingt, weil man ja den Film lieber hören möchte, nicht unbedingt Projektoren und Vorführgeräusch wahrnehmen möchte. Aber es war eben halt so, dass man immer oder oftmals in größeren Lichtspielhäusern mit zwei Projektoren gearbeitet hat. Das war für den Filmvorführer insofern relativ komfortabel. Ein Film wurde in mehreren Rollen, in mehreren Akten ja angeliefert. Und so konnte man wechselseitig die Projektoren zum Einsatz bringen. Ein Film, der zwei Stunden lief, drei Akte vielleicht. Das heißt, man hat Projektor A für die erste gute halbe, dreiviertel Stunde. Projektor B für den zweiten Akt, Projektor A wieder für den dritten Akt und so konnte man immerhin unterherschalten und den Film ohne Unterbrechung zeigen und das war bei Filmen von anderthalb, ein, dreiviertel, zwei Stunden noch üblich.
Thomas:
Ja, aber jetzt reden wir 3D und 3D bedingt ja einfach nun mal, wie es auch bei euch und bei uns allen so ist, zwei Augen das heißt, wenn ihr ein Auge zumacht, dann ist das räumliche, geht das räumliche Sehen verloren, das Gehirn unser Gehirn weiß noch so ein bisschen hat noch so tiefen Informationen, weil es natürlich von der Wahrnehmung her die Dinge kennt, die um uns herum so sind, aber faktisch kann man, natürlich nicht mehr räumlich sehen also, ich brauche zwei Bilder logischerweise also links und rechts, zwei Projektoren, Christian. Das heißt also, man hat dann...
Christian:
Man hatte wirklich auf einem Projektor quasi das linke Auge, auf dem anderen das rechte Auge.
Thomas:
Ja, liegt auf der Hand, ganz genau, so hat man das gemacht. Also es war leider nicht so, dass man auf einem Filmstreifen irgendwie so in der Mitte waagerecht geteilt.
Christian:
Aber dazu noch eine Frage, man musste die Leinwand auch nicht anpassen? Man musste nicht wie heute, da ist das ja eine eigene Leinwand, ein eigener Projekt.
Thomas:
Also das hängt davon ab. Es gab zwei hauptsächliche, kennt man heute, kennt ihr heute auch noch, zwei hauptsächliche 3D-Wiedergabeverfahren dann für das Wiedergabeverfahren von Bahnhof Mord. Das ist ja ein Film, der in Neural Vision 3D, glaube ich, gedreht wurde. Was den Vorteil hatte natürlich, dass ich jetzt nicht diese Rot-Grün an der Glüfenbrille tragen musste.
Thomas:
Sondern, dass ich diese Sonnenbrillen, ihr kennt die auch aus dem Kino wahrscheinlich jetzt. Wer hat nicht mal einen 3D-Film gesehen? Was den Vorteil hatte, dass dieser Film eben halt von den Farben her nicht verfälscht wurde. Oder so gut wie nicht jedenfalls. Also ich habe ihn in Farbe gesehen, es gab eine bessere räumliche Aufteilung zwischen links und rechts, also und so weiter. Das heißt, ja genau, Christian, der eine Projekte fürs linke, der andere für das rechte Auge. Ja, und jetzt kann man sich natürlich schon gut vorstellen, also Intermission deshalb, weil die beiden Projektoren waren parallel belegt, mit dem gleichen Film, mit den Identions-Szenen. Und wenn der Film nun mal durch war nach einer, weiß ich nicht, 50 Minuten wann auch immer die Intermission ist musste es eine Pause geben, weil entsprechend die nächsten Filmakte wieder für den zweiten Teil für das linke und rechte Auge eingelegt wurden, werden mussten damit der Film dann logischerweise einfach in den zweiten Teil gehen konnte und deshalb ist es einer der wenigen Filme unter zwei, unter ein oder dreiviertel Stunde die tatsächlich mit der Intermission kommen weil das einfach systembedingt war und.
Thomas:
Christian, und das war natürlich auch einer der größten Schwierigkeiten. Im Grunde genommen auch wirklich einer, wie sagt man jetzt so vielleicht neu dazu, Showstopper, warum zwischen 1952 und ab 1954 die Ära der 3D-Filme auch schon wieder zu Ende ging. Und Hitchcock selber sagte jetzt einfach mal so sinngemäß, dass für ihn 3D, ein Wunder des neunten Tages, Ich weiß nicht genau, warum er am neunten Tag sagte, sieben Weltwunder, acht, aber von daher der neunte Tag und er aber erst am neunten Tag hinzugekommen wäre, so als Augenzwinkern. Denn das Problem war einfach, dass analoge Technik natürlich gewissen Wiedergabeschwankungen in der Geschwindigkeit, bei Filmrissen, also mit solchen Schwierigkeiten generell zu kämpfen hatte. Und das Problem war, wenn du nicht, wenn du zwischen dem linken und rechten Bild, ich glaube, das kann sich jeder einfach mal vorstellen, Gleichlaufschwierigkeiten hast, dass auf einmal der Projektor fürs rechte Bild eine halbe Sekunde schon im Film weiter ist oder eine halbe Sekunde zurück als der andere Projektor fürs linke Bild, dann bekommst du jetzt mal ein bisschen flapsig, um eine Sprache aus, Bildsalat irgendwo. Das heißt, dann bekommst du für das linke Auge andere Bilder zu sehen als das rechte Auge. Und irgendwann macht das nur noch eins, Unwohlsein, Kopfschmerzen, die Räumlichkeit geht verloren.
Thomas:
Mit der Konsequenz, was die Leute natürlich gesagt haben. Also das ist keine Konkurrenz für normales 2D, für die normalen 2D-Filme. Der Aufwand war ja auch dann hoch.
Christian:
Das Personal muss sich auskennen. Durchaus finde ich so Faktoren, die wir dann in der heutigen Zeit bei 3D auch manchmal wiederhören. Es ist kompliziert, heute haben wir dann das Problem, dass die Bilder irgendwie viel dunkler sind, Und was du ja auch mal gesagt hast, wenn sie vergessen, irgendwie da die richtige Linse auf dem Projekt dort raufzulegen, abzunehmen, also das... Die Komplexität der Filmvorführung größer wird und das sorgt eben dann, wenn das nicht sauber und perfekt funktioniert, sorgt das einfach dafür, dass die Leute sagen und dafür noch mehr Geld ausgeben ist jetzt nicht, also für in Anführungszeichen, wenn es technisch nicht perfekt läuft für ein minderwertiges Produkt, mehr Geld ausgeben zu müssen, hat ja niemand Bock drauf.
Thomas:
Genau. Und bei der Gelegenheit auf der produzierenden, auf der aufnehmenden Seite, auf der filmschaffenden Seite, da kann man die Aufnahmekette natürlich kontrollieren. Das heißt also, wenn wir uns die Kamerarigs, die Kamerasysteme damals angucken, und auch die Kameraleute und gerade so jemand wie Hitchcock, der sehr viel Verständnis und auch Akribie hatte bei der Wahl, wie die Kameras positioniert werden, mit welchen Abständen. Es war nicht eine Kamera, wie gesagt, es war ein Kamerasystem, ein Rig aus zwei Kameras, eine fürs linke, eine fürs rechte Auge. Das kann natürlich das Studio kontrollieren, das kann der Regisseur kontrollieren an der Stelle. Ja, das schwächste Glied in der Kette ist einfach immer die Wiedergabekette. Es ist tatsächlich die analoge Technik, die hier ganz, ganz viele Probleme mit reinbringt und die letztendlich dafür gesorgt hat, dass die Akzeptanz gerade dieser Filme, die nicht im Rot-Grün verfahren und um einfach mal eine Zahl zu nennen, so ganz genau, ich habe es versucht rauszufinden, von den Quellen her ist es nicht belegt. Man redet davon, dass zwischen 52 und 54 fünf bis zehn abendfüllende Spielfilme im Anagly-Verfahren und ungefähr 60 bis 70 im sogenannten Polarisationsverfahren, das ist das, in dem auch bei Anruf Mord, also das Farbverfahren, das moderne Verfahren eingesetzt worden ist.
Thomas:
Dass diese Welle dann auch wieder relativ schnell vorbei war, weil... Die analoge Filmzeit, die digitale Filmzeit kam ja erst jetzt, also da war man ja sehr, sehr weit, logischerweise in den 50er Jahren entfernt. Und deshalb war es auch kein Argument mehr, weil die Leute ins Kino zu locken, denn 3D wurde ja populär und wurde im Grunde genommen von der Filmindustrie gefördert mit dem Hintergrund, dass das Fernsehen in den 50er Jahren immer dominanter wurde und die Leute, ein Phänomen, das uns nicht ganz unbekannt ist, heutzutage auch, gesagt haben, woher soll ich nur ins Kino gehen, wenn ich mir hier zu Hause abends den Fernseher anschalten kann und deshalb musste auf der technischen Seite natürlich die Filmstudios, die Kinos sich einfach neue Sachen einfallen lassen. Größere Leinwände, besserer Ton und in dem Fall 3D als ein Zugpferd, was damals so natürlich im Fernsehen tatsächlich technisch nicht möglich war. Erst mit dem Farbfernsehen wurde dann das anaglyphische möglich.
Christian:
Ich habe mir zwei Fernseher nebeneinander gestellt und man versucht irgendwie, linkes Auge, rechtes Auge auszustrahlen, aber das wäre noch auffälliger geworden.
Thomas:
Ja, vielleicht bist du so ein Künstler, wenn es ganz schnell geht, sag mal so, so ab 50 Mal links und rechts oder 60, Auge auf und zu, dass du dann so ein plastisches Bild bekommst. Also für euch da draußen auch nochmal, wir sind jetzt natürlich wirklich bei den kritischen Punkten angekommen und ganz ehrlich, das kann ich auch nachvollziehen. Also ich, der nun wirklich sehr großer Befürworter und Fan von plastischen Bildern und 3D bin, mir einen Film anzugucken, der nach fünf Minuten schon Gleichlaufschwierigkeiten hat, wo mein linkes Auge ein anderes Bild als das rechte sieht. Das kann man nicht gucken. Das hat nichts mit Genuss zu tun an der Stelle.
Christian:
Dann, Kannst du vielleicht kurz und knapp so ein bisschen ein Gefühl dafür geben, wie hast du den Film denn jetzt in 3D geguckt? Also, weil du sagst, die Abspielkette ist das Entscheidende und dann kann ich gleich mal erzählen, wie das bei mir nämlich war, weil wir ja sehr unterschiedliche Erfahrungen und Möglichkeiten da haben. Wie kann man sich das denn, also wie hast du denn diesen Film in 3D genossen?
Thomas:
Also erst einmal bin ich natürlich sehr, sehr dankbar, dass dieser Film überhaupt als richtige 3D-Blu-Ray rausgekommen ist. Denn Gott sei Dank haben wir ja wenigstens einen relativ, 2010 ist natürlich auch wieder, wenn man so an IT- und Medientechnik legt, eine Ewigkeit her, aber wir haben wenigstens einen Standard für damals für 3D-Blu-Rays. Und auch für euch da draußen, das ist wirklich übrigens ein Glück, weil diesen Film gab es nur noch sehr, sehr selten überhaupt in 3D bei speziellen Filmfestivals.
Christian:
Ganz kurz, weil die haben, die Anekdote habe ich nämlich auch gelesen, dass da irgendwie das erste Kino in New York irgendwie den Film gezeigt hat, Premiere gefeiert hat und zwei Tage später ruft das Kino beim Filmverleiher an und sagt, die Leute kommen nicht, wir müssen denen 2D zeigen dürfen.
Thomas:
Geht nicht, exakt.
Christian:
Und dann hat man noch umgeschwungen, aber der hat dann auch nicht mehr viele Leute ins Kino geholt.
Thomas:
Ja und wir können auch noch froh sein, dass überhaupt diese 3D-Fassung erhalten geblieben ist. Es gibt ja viele der Filme der 50er Jahre, wenn man sich beispielsweise die Restaurationsgeschichten auch von dem Fenster zum Hof oder von Vertigo anguckt, wie die mühevollen Archiven der Welt überhaupt nochmal die Kopien zusammen suchen, um überhaupt diese Filme modern restaurieren zu können. Auch, ja, dann da muss ich ehrlich sagen, dann ich kann jetzt schon mal so vorwegnehmen, wenn ihr halbwegs noch interessiert seid an diesem Thema 3D, vergesst mal all die Blockbuster da draußen und das moderne Actionkino. Und fangt mal an, euch.
Thomas:
Mit so einem Film beispielsweise auseinanderzusetzen, das 3D zu genießen. Genau. Du fragst es so ein bisschen zum Setup. Ja, das ist natürlich in Zeiten wie diesen insofern nicht mehr ganz so einfach, weil es gibt keine, ich glaube, das hatte ich beim letzten Mal bei Avatar auch schon erzählt, die Industrie hat zumindest, wenn es um die TV, um die Fernseher geht, egal welcher Größe, 55, 65 Zoll, 90, was es da gibt, kein 3D mehr implementiert. Das heißt, das sind halt normale Bildschirme, die haben vielleicht 120 Hertz, 4K, Dolby Vision, alles gut, 8K vielleicht auch schon, aber 3D nicht mehr. Wenn man 3D heutzutage zeitgemäß erleben möchte, dann bleibt nichts anderes übrig, als mit einer VR-Brille sich das 3D anzuschauen, sich eine VR-Brille zuzulegen. In Klammern, da tut es auch schon erstmal so das kleinste Modell, um durchaus schon einen Eindruck zu bekommen, wie sowas aussieht. Das muss also nicht gleich die Apple Vision Pro sein, die ich auch noch nicht auf der Nase habe, die aber natürlich irre gut sein soll, weil sie auch kleine OLED-Bildschirme hat und all das Ganze. Also gar keine Frage, aber kostet ja auch dementsprechend. Wobei sicherlich mal eine Idee wäre, irgendwo in den Apple Store zu gehen und mal zu fragen, ob man sich die mal einfach mal anschauen kann. Aber vielleicht besser nicht, weil nachher erst mal ...
Christian:
Kann man. Also kann man sich Demo-Termine buchen. Aber wie du sagst, muss ich vorsichtig sein, damit man nicht mit 5.000 Euro unter dem Arm rausrennt, weil man sagt, ohne geht nicht mehr.
Thomas:
Aber gut, also von daher, man kann ja nicht nur 3D-Filme damit schauen, das muss ja dazu sein, die ist auch noch für andere Dinge halt wirklich gut. Oder man geht vielleicht dann den etwas günstigeren Weg und sagt, ich gehe in Richtung Projektion und, Da hat man eigentlich eine ganze Bandbreite von gebrauchten Geräten, denn die Projektorhersteller haben relativ schnell, das war 2010, 2011 natürlich auch diesen Trend erkannt. Ich glaube 2011 kam der erste Projektor tatsächlich raus, noch relativ unbezahlbar, der tatsächlich 3D wiedergeben konnte und dann haben sie das eigentlich so gut 10 Jahre, hatte auch fast jedes Einstiegsmodell noch 3D an Bord. Dann haben die günstigen Projektoren dieses Feature langsam aber sicher weggelassen, weil immer mehr HDR, immer mehr 4K. Bis es dann sozusagen eine neue Geräteklasse gab, das sind diese Ultra-Kurzdistanz-Projektoren, die auch ganz gerne als Laser-TVs bezeichnet werden. Da sind ja viele Chinesen, die am Start sind und erstaunlicherweise haben viele von diesen entweder von Haus aus oder per Firmware-Update auch schon wieder die Möglichkeit, dass man sich auf 80, 100, 120 Zoll tatsächlich 3D-Inhalte anschauen kann, sowie die hochpreisigen richtigen Heimkino-Projektoren.
Thomas:
Und letzteres, also ich war ja immer schon jemand, der, so ein bisschen hast du mein Setup ja mal vor Jahren kennengelernt, mein Altes, der tatsächlich klassisch, dessen Vater Filmvorführer war und der großes Vergnügen hat, Bilder auf der Leinwand tatsächlich zu sehen. Da habe ich mich übrigens auch, das weiß ich noch mit deinem, mit Tamino mal eine längere Zeit auseinandergesetzt, was so diese Faszination hat. Das ist offensichtlich für Menschen Unterschied, die für manche Menschen Unterschied macht, ob sie sich ein Fernsehbild anschauen oder wenn man so will, traditionell sehr verklärt, reflektives Licht. Also was erst auf die Leinwand und dann auf die Netzhaut gelangt.
Thomas:
Und deshalb ist mein Setup nach wie vor ein klassischer Heimkinoprojektor. Ich glaube, die heißen auch Distanzprojektoren, weil sie ja nicht direkt vor der Leinwand stehen, sondern so bei mir ungefähr sechs Meter von der Leinwand entfernt. Und ich habe dann nochmal in ein Modell investiert, das 3D an Bord hat, was aber leider höherpreisig ist, weil die auch schon sehr teuren Einstiegsprojektoren der wenigen noch verbliebenen klassischen Heimkino-Projektorhersteller auch 3D mittlerweile nicht mehr an Bord haben. Also das bedeutet tatsächlich, dass wenn da draußen jemand sich gerne einen neuen Projektor kaufen möchte, einen klassischen Distanzprojektor, Heimkinoprojektor, der noch standardmäßig 3D an Bord haben soll, dann reden wir hier, ich will nichts Falsches sagen, aber dann reden wir hier in einer Preisklasse um die, jetzt nicht erschrecken, um die 14.000, 15.000 Euro.
Thomas:
Das ist dann, es gibt auch wieder kleinere von namhaften Herstellern, aber die haben das 3D-Feature nicht mehr, denn die Hersteller wissen genau, wer Wert drauf legt, der muss halt tiefer in die Tasche greifen, war früher nicht so, da wurde es halt mitgegeben, weil jeder hatte es, also mussten es alle Hersteller in allen Preiskategorien anbieten, das ist leider nicht mehr der Fall. Aber man wird natürlich dann belohnt mit einem State-of-the-Art 3D-Bild. Das heißt, der Projektor, den ich am Start habe, ist ein Laser 4K-Projektor, der sogar in der Lage ist, 8K auch wieder zu geben, was eine Spielerei ist. Aber man merkt in allen Belangen, das Objektiv ist ein Glasobjektiv aus sehr vielen Elementen, das knackscharf ist bis im Randbereich hin. Die Panels sind reaktionsschnell, der hat einen unheimlich guten Schwarzwert, also fast so eine OLED-Qualität. Wenn ich kein Bild zuspiele, dann sehe ich auf einer weißen Leitmann schon fast gar kein Licht mehr. Und ist auch, wenn es um die 3D-Qualität, also hat eine unheimlich gute Kanaltrennung zwischen linken und rechtem Auge und das ist, ich kann die Parameter meiner Wiedergabe eben halt auch selber komplett beeinflussen ich kann sagen, ich hätte ein bisschen mehr Licht, ein bisschen weniger und so weiter und das ist natürlich etwas, wo das 3D eine Qualität hat die glaube ich so manchen Skeptiker überzeugen würde und.
Christian:
Dann hast du aber auch noch eine Brille auf der Nase Das.
Thomas:
Ist dann eine passive Brille? Nein, es gab nur einen einzigen Projektor. Das war damals zur Einführungszeit. Ich glaube, ein LG-Projektor, der hatte sogar zwei Projektoren in einem Gehäuse. Der hatte sogar ein Doppellampensystem, also noch einen Lampenprojektor. Da konnte man tatsächlich passiv mit einer passiven Brille arbeiten, setzte voraus, dass man allerdings eine Leinwand hat. Und das war im Kino, wo mit Polfiltern gearbeitet wird. Pol steht für polarisiertes Licht. Die Leinwand darf natürlich dann die Schwingungsebene des Lichtes nicht zerstören. Das heißt, die Leinwände sind sogenannte Silberleinwände gewesen, so eine Silberfolie drauf. Man sieht das auch wirklich, wenn man sich diese Leinwände hat, so leicht silber schimmern.
Thomas:
Speziell beschichtet, damit eben halt die Polarisationsebene des Lichtes, die die Informationen für das linke und rechte Licht tragen, dass die nicht zerstört wird. Dass die also genauso reflektiert wird, die Polarisationsebene des Lichtes, wie sie auf die Leinwand aufgetroffen ist. Der erste Projektor setzte eine solche Leinwand voraus. Aber da haben die Hersteller von Projektoren natürlich gesagt, die Leute, wenn sie zu Hause jetzt nicht alle Silberleinwände, also ihre Leinwände austauschen, weil diese Silberleinwände nicht nur Vorteile haben, auch Nachteile, wenn man kein 3D projiziert und haben dann gesagt, gut, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als auf das aktive System zu gehen, indem der Projektor in entsprechend hoher Frequenz immer wechselseitig das linke und das rechte Bild zeigt. Und so eine Shutterbrille, der Name sagt es ja schon, shattert, das heißt immer in dem gleichen Rhythmus entweder das linke oder das rechte Auge abdunkelt, damit nur das Bild für das linke Auge und dann 60 Millisekunden später oder in noch schneller Geschwindigkeit das Bild für das rechte Auge tatsächlich dann durchgelassen wird zum Auge selber. Und aufgrund der Geschwindigkeit ergibt sich dann eben halt ein gemeinsames räumliches Bild. Was den Vorteil hat, du kannst jede Leinwand dann natürlich damit bespielen.
Christian:
Dazu so die letzte Frage, wie würdest du den Komfort von so einer aktiven Shutterbrille auch in deinem Setup beschreiben? Also macht das was mit den Augen? Werden die schneller müde? Gibt es jetzt irgendwie Kopfschmerzen von Leuten, denen du sagst, hier setzt man die Brille auf, erste 3D-Erfahrung seit irgendwie Avatar? Ja, das ist ein.
Thomas:
Vielen Dank für die Frage, die ist wirklich sehr wichtig für euch da draußen auch, wenn ihr jetzt einfach zuhört und ein bisschen was erfahren. Also erst einmal kann ich nur jedem raten.
Thomas:
Guckt euch das natürlich selber einfach nochmal in Ruhe an.
Thomas:
Aber um deine Frage, ich muss fairerweise dazu, es gab noch ein anderes System, das sogenannte Infinitec-System, ich will nicht zu technisch werden, spielt im Moment auch keine Rolle mehr, weil es nur bei Lampenprojektoren tatsächlich funktionierte und voraussetze, dass du zwei Projektoren tatsächlich auch im Einsatz hast. Aber da gab es natürlich Leute, die sagen, wenn ich mir Projekte für 15.000 Euro kaufe oder aufwärts, dann kann ich mir doch zwei günstige kaufen für 2.000, 2.500 Euro, hab dieses doppelte Licht auf der Leinwand und kauf nochmal für diese, das ist auch ein passives System, da wurden so Filter vorgesetzt und dann hast du eben halt, diese Filter haben dann dieses Licht polarisiert und dann hast du eben halt auch nur eine passive Brille gehabt und die hat dann entsprechend wie im Kino bei passiven Brillen auch das 3D-Bild für dich erzeugt. Das ist für manche Leute natürlich einfach, und eine passive Brille hat ja auch ihre Vorteile, also du hast nichts, was du aufladen musst und es ist so, sie lässt mehr Helligkeit durch, als es eine Shutterbrille tatsächlich tut. Und Helligkeit ist ein entscheidender Faktor. Man sagt ungefähr, dass eine Polfilterbrille 20% der Helligkeit hinter der Brille, also 20% der Helligkeit rausfiltern, dass noch 80% hinter der Brille ankommen.
Thomas:
Und wenn du eine Shutterbrille hast, dann sind es immerhin 50%. Also das Bild ist deutlich noch mal dunkler, als wenn du durch eine dunklere Sonnenbrille guckst, als bei einer Polfilterbrille. Hat aber, wie gesagt, seinen Nachteil, du brauchst halt zwei Projektoren dazu. Okay, gut. Deine Frage.
Thomas:
Das ist eigentlich die Gretchenfrage. Und ich glaube, da ist leider, leider aus aktuellen Diskussionen immer wieder zu entnehmen, dass das Kind oftmals schon in den Brunnen gefallen ist. Weil wir kommen jetzt auch so ein bisschen auf diesen Kern oder beziehungsweise auf die Frage der generellen Akzeptanz von 3D, wo wir uns letztes Mal auch schon so drüber unterhalten hatten. Ich bin der Meinung, dass dir moderne 3D-Filme dem nicht geübten Zuschauer, das wird mir eigentlich immer bewusster, je mehr ich 3D-Filme eigentlich schaue, dass sie ihm zu viel abverlangen.
Thomas:
Das klingt ein bisschen komisch aber man sagt, Moment mal, Augenblick aber ich gehe doch durch die Welt und auch wenn ich vielleicht träume beziehungsweise vielleicht sind auch Träume so 3D werden als 3D wahrgenommen, aber nein wenn ich so tagsüber, dann ist doch alles 3D wir reden über Akzeptanz also eigentlich muss es doch so sein wenn ein Film sagt, ich bin in 3D, dann okay ich setze die Brille auf und dann ist es genau dann kriege ich genau den gleichen Wahrnehmungseindruck wie die reale Welt und mich drum herum auch. Das ist natürlich nicht der Fall. Das kann auch nicht der Fall sein, weil beispielsweise alleine natürlich das Licht auf der Leiband ein ganz anderes ist, die Helligkeit ganz anders als Umgebungslicht, als das, was wir haben, wenn wir... Durch die Welt gehen und die Sonne scheint als Beispiel. Oder aber der Fokuspunkt.
Thomas:
Auch bei 3D ist es ja so, dass mit Fokus und Tiefenschärfe gearbeitet wird. Das heißt also, ich möchte jetzt gerne den Blumentopf, der da hinten in der Ecke steht, die möchte ich mir jetzt gerne angucken. Oh shit, der ist gerade unscharf. Warum? Weil der Regisseur jetzt die Figuren in der Ebene davor wichtig findet und sie dann dementsprechend dort scharf stellt. Das alles sind also mit anderen Worten nicht natürliche, räumliche Informationen, die ich auf einmal präsentiert bekomme und die mein Gehirn verarbeiten muss. Und verarbeiten bedeutet, es ist eine Energieleistung und es ist eine Konzentration, die stattfinden muss. Und all diese Elemente plus die Handlung, plus die Effekte, plus den Sound, also all die Sinneseindrücke, die auf mich einplassen, plus die, wie gesagt, diese neue 3D-Perspektive, das kann natürlich dazu führen, dass es eigentlich weniger die Technik ist, aber das ist insgesamt eine Überforderung der eigenen Sinne, der eigenen Wahrnehmung ist, die dazu führt, dass man relativ schnell ermüdet und einfach das Gefühl hat, auch wenn man den Film, also wenn man es ausgehalten hat, zwei, zweieinhalb Stunden sich den Film anzuschauen, dass man einfach sagt.
Thomas:
Ne, ganz ehrlich, das schaffe ich. Also vielleicht auch eine Frage des Alters, sicher eine Frage der Übung, das merke ich auch. Und das tritt natürlich eher bei Filmen auf, die visuell unheimlich fordernd sind. Ganz ehrlich, wenn ich einen modernen Blockbuster-Film gucke, der zwei Stunden lang zweieinhalb ein Action-Spektakel ist, dann bin ich bei zwei, die ist schon ziemlich am Ende meiner, dann bin ich schon, dann habe ich schon genug gegessen eigentlich. Und das heißt also, jetzt habe ich lange geredet, aber ich würde euch da draußen unbedingt empfehlen, Mit uns Kontakt aufzunehmen, das könnt ihr natürlich gerne mit uns darüber diskutieren, aber steigt, wenn ihr noch Interesse habt und 3D kann fantastisch sein, wir werden es auch nochmal jetzt gleich ein bisschen bei dem Film vielleicht besprechen. Warum?
Thomas:
Steigt langsam in dieses Thema ein, überfordert euch nicht, überlegt, was euch Spaß machen könnte, überlegt, was ihr Filme vielleicht mögt oder überlegt auch, auch das ist heutzutage ja eine Möglichkeit, da werden wir vielleicht beim nächsten Mal noch etwas tiefer einsteigen. Man hat heutzutage ja fantastische Möglichkeiten, seine Urlaubsfotos, seine alten Familienfotos über eine KI in 3D sich anzuschauen. Ich kann euch gar nicht sagen, wie viel Spaß das ist, eure Kinderfotos auf einmal oder eure Konformationsfotos, die Gruppe auf einmal vor euch zu sehen oder auch in der Tiefe oder wie auch immer. Mit solchen Sachen vielleicht auch ein Stück weit anzufangen und euch diesem Thema zu nähern. Denn das ist für mich etwas, wo 3D braucht Zeit, um sich bemerkbar zu machen, um erfahrbar, erlebbar und genossen werden zu können. Und da gucke ich dich jetzt wieder an, Christian. Denn das ist etwas, du hattest ja schon vorher so ein bisschen genickt und auch schon ein bisschen ins Mikrofon gesagt, ja, was jetzt hier bei dem Hitchcock, bei Mortis, Your Hobby auf jeden Fall zum Mehrwert 3D erkennbar beigetragen hat, oder? Ja, voll.
Christian:
Also ich will auch noch mal über mein Setup sprechen. Ich hatte tatsächlich die VR-Brille auf und da kam ja, glaube ich, auch so ein bisschen diese Idee auch zu diesen Auseinandersetzungen, zu diesem Projekt. Also ich habe mir im letzten Herbst eine VR-Brille, eine MetaQuest gekauft und ja, ich schimpfe auch sehr, sehr, sehr stark über das Unternehmen im Hintergrund, aber das schieben wir mal kurz ein bisschen beiseite.
Christian:
Und eine, also die Meta-Quest, diese Quest-Brillen sind, sage ich jetzt mal, auch finanziell relativ niedrigschwellig um in diesen VR-Markt. Und der ist ja mehr als 3D-Filme. Also eigentlich reden wir da über VR-Videospiele in der Hauptsache. Apple kommt jetzt in den Markt und sagt, lass das mal mit den Spielen und denkt mal Computing im Raum. Okay, vielleicht, aber nicht zu dem Preis. Also wir haben da jetzt so ein bisschen Bewegung drin, seitdem Apple auch da unterwegs ist. Und es passiert vielleicht ein bisschen mehr. Aber wir haben immer noch diese MetaQuest-Brillen, die keinen Computer brauchen, die kein Kamerasetup im Raum brauchen. Die setzt du auf, die sind autark, Die brauchen kein Kabel in irgendwas. Die sind, sag ich mal, so die schnellste und einfachste und günstigste Möglichkeit, VR zu erleben, also Virtual Reality und ganz stark im Bereich Videospiele. Und als ich das dann alles so ein bisschen ausprobiert habe und gemacht habe, habe ich gemerkt.
Christian:
Bin ich auf die Idee gekommen, habe an dich gedacht und dachte mir, naja, eigentlich müsste ja 3D-Film auch mit diesen Dingern gehen, wir sehen es ein bisschen bei Apple auch, also da gibt es dann in der Apple-TV-App, als das Ding gestartet ist, haben die Filmstudios, glaube ich, mal wieder die PraktikantInnen irgendwie wachgerüttelt und gesagt, Hey, wir haben doch noch diese ganzen 3D-Filme so aus den letzten 10, 15 Jahren irgendwo auf einer Festplatte rumliegen. Haut die mal da in den Apple-TV-Store und gibt den Leuten mal jetzt das, was, ne, jetzt haben wir da eine neue Plattform für. Meta ist da noch nicht so weit, keine Ahnung, ob die noch mal irgendwie Verträge abschließen, aber 3D-Heimkino hat dadurch eine, sag ich mal, etwas neue Komponente noch dazu bekommen. Ich brauche keinen Projektor für 15.000 Euro Minimum und eine Leinwand und noch Brillen, sondern ich setze eine Brille auf und die fangen schon bei ungefähr 300 Euro an, diese Dinger.
Christian:
Und das war jetzt auch so meine Welt oder mein Blick da rein und mein Blick auch auf die 3D-Leinwand. Also die VR-Brille auf dem Kopf, dazu noch die App, ich glaube sie heißt 4XVR, den hast du mir auch empfohlen. Ganz wunderbarer Videoplayer, der eben auch in der Lage ist, das Material von einer, also das 3D-Material von einer Blu-ray ziemlich direkt wiederzugeben. Ich muss nicht noch irgendwelche Files konvertieren und dann wieder mit Qualitätsverlust oder so arbeiten. Ich kann eine Blu-ray nehmen, da mache ich dann ein paar Dinge mit und sorge dafür, dass ich sie in digitaler Form auf diese Brille schieben kann und das Ganze geht sehr, sehr gut.
Christian:
Und dann sitze ich da in einer, naja, in einer VR-Umgebung, in einem virtuellen Kino tatsächlich und habe dann eine Leinwand und auf dieser Leinwand läuft dann mein Film und der läuft in 3D. Und ich habe halt eben diese VR-Brille auf dem Kopf. Ich brauche auch keine extra Kopfhörer, das geht auch ganz, ganz gut mit der Brille. Also auch da so niedrigschwellig wie möglich. Nicht noch irgendwie fünf weitere Geschichten irgendwo einstöpseln, sondern relativ einfach. Also der Weg der Blu-ray auf diese Brille ist noch ein bisschen komplizierter. Das wäre natürlich fantastisch, wenn es da einfach irgendwo auch eine Möglichkeit gäbe zu sagen, hier ist der Store und hier klickst du und schon hast du den 3D-Film einfach direkt. Okay, fein. Aber es ist natürlich auch sehr, und auch da wieder, es gibt Dutzende von uns da draußen, die sich diesen ganzen Wahnsinn antun und eine domklobige, auch von der Akkuleistung her.
Christian:
Vielleicht nicht direkt zwei Stunden durchhaltende VR-Brille. Also bei dem Film bin ich schon an die Grenzen gekommen, hab so gerade eben mit einer Akkuladung gestoppt. Aber jetzt mal so grundsätzlich, der Weg geht. Und den Weg bin ich gegangen. Ich war auch erstaunt, wie gut das funktioniert. Ich habe immer noch ein bisschen Probleme mit dem richtigen Sitz der Brille. Das mag aber auch an der Hardware liegen. Mir kommt ein bisschen zu viel Licht unten durch die Nasenöffnung rein. Das sind vielleicht noch alles so, sage ich mal, Feintunings auch für die nächsten Sendungen und die nächsten Monate und die nächste Zeit. Aber so grundsätzlich, und das war erst mal so meine Erkenntnis, wir hatten über Avatar gesprochen, da habe ich mal ein bisschen reingeschaut, da haben wir so 20 Minuten in 3D geguckt, habe gemerkt, oh ja, das ist aber auch schon, das ist was, wenn man sich so der Sache irgendwie mit so einer VR-Brille auf dem Kopf nähert. Und ich habe diesen Film jetzt komplett in 3D mit dieser Brille geguckt. Und habe auch da gemerkt, so, ich sage es ja, Dutzende, wir reden von Dutzenden, die sowas, glaube ich, über sich ergehen lassen, weil das schon echt auch viel abverlangt. Also du hast halt etwas Schweres auf dem Kopf. Und auch diese Standardhalterung, da habe ich ja auch nochmal ein Upgrade gemacht. Diese Gurte, die da drin sind, die Meter in die Packung tut, die sind halt Mist.
Christian:
Also da geht es halt um Sitzkomfort. Dann habe ich noch eine Brille, also ich brauche Brillengläser, also eine Sehschwäche. Das heißt, ich habe auch da nochmal so.
Christian:
Brillenglas-Einsätze in meine VR-Brille noch reingepackt. Also auch da kommen die Investitionen obendrauf, um den Komfort noch zu verbessern. Aber wenn all das erstmal getan ist, dann geht es grundsätzlich. Und es geht erstaunlich gut. Es ist nicht perfekt. Ich fand zum Beispiel die Intermission fantastisch. Also Faustregel, ich weiß, wir sind mit viel zu spät in dieser Diskussion. Aber jeder 3D-Film über 90 Minuten kann in diesem Setup, in dem ich mich bewege, eine Intermission vertragen.
Thomas:
Hitchcock hat an eine VR-Brille gedacht.
Christian:
Ich glaube auch. Der war wie generell, als uns das bewusst war. Also einfach das mal so nach einer Dreiviertelstunde kurz mal absetzen.
Thomas:
Ist so.
Christian:
Auch mal kurz die Augen wieder entspannen. Ich meine, ich konnte ein paar Notizen machen, weil das ist halt schwierig in diesem Kontext mal eben irgendwo was aufzuschreiben.
Thomas:
Exakt.
Christian:
Auch da so das Heimkinoerlebnis ist was anderes. Irgendwie keine Cola auf dem Tisch, keine Chips dahin stehen. Ist anders. Und man sitzt auch isoliert und starrt nach außen betrachtet eine Wand an. Also okay. Aber es geht und da vielleicht so den Bogen zu schlagen und dann war das ein wirklich sehr schönes Erlebnis, diesen Film in dieser sehr ungewöhnlichen Form dann halt zu sehen, weil das habe ich schon gemerkt, also ein Film durch die filmischen Mittel und Techniken der 50er Jahre, wie du sagst, das ist das Anti-Blockbuster-Kino, was wir heute kennen. Ja, ich hatte so zwischendurch dann mal irgendwie geguckt, Man of Steel, den wir vor kurzem in der Superhero-Unit gebrochen haben, den haben sie in 3D konvertiert ins Kino gebracht. Da ist mir schon bei 2D ja schon schlecht geworden und ich glaube auch.
Thomas:
Den hattest du damals nicht in, oder hast du in 3D dann nochmal gesehen?
Christian:
Ich glaube schon, aber ich habe so kurz überlegt, so ist das was jetzt so mit der Brille und will ich das, bis ich gemerkt habe, also dieses Schnittgewitter, diese Wackelkamera, dieses Action-Ding, das will ich gar nicht in 3D gucken. Aber dieser Hitchcock dieses Kammerspiel, diese ruhigen, wohlüberlegten, Die pointierten Bewegungen der Kamera, die sind sehr reduziert.
Thomas:
Da ist kein Schnittgewitter.
Christian:
Da ist alles überlegt. Wie wir schon gesagt haben, da passiert viel im Dialog und da ist keine, ich sag mal, Hektik in den Bildern. Das war wahnsinnig toll. Das war so, so klasse. Und dann noch den Hitchcock, der sich Gedanken gemacht hat, der sagt, ich hab jetzt hier so meistens drei Ebenen, Vordergrund, Hintergrund und dazwischen. Ich kann ja was damit machen. Und er macht auch was damit. Und das ist kein, kein, ich sag mal, kein Effekthaschender, also wenn wir heute an 3D denken, dann zucken wir zusammen, weil wir wissen, es wird was ins Auge geworfen. Ja, da kommt der Pfeil, da kommt das Flugzeug, da kommt der Superheld, da kommt irgendetwas, was uns anspringt. Das macht Hitchcock zum Beispiel hier gar nicht. Er hat diesen wirklich also großartigen Moment, dass, wie sagt man, also die wichtigste Szene des Filmes ist dieser Mordversuch und es gibt diesen einen Moment, wo Grace Kelly sich da auf diesem Schreibtisch nach hinten wendet und die Hand aus der Leinwand zu uns greift. Ganz viel passiert so in die Leinwand rein und das war dieser Moment, wo sie quasi zu mir greift, um an diese Schere zu kommen. Sie greift ja verzweifelt, sie ringt um ihr Leben und die Lösung ist, dass da eine Schere liegt und damit sticht sie ja zu.
Christian:
Fantastisch. Also dieser ganze Film ist in dieser 3D-Fassung fantastisch gemacht, weil wir immer, das habe ich auch noch in anderen Reviews gehört, die so 2013, wie du gesagt hast, der Film kam nochmal in 3D ins Kino, wurde restauriert, so man hat dieses 3D dann auch nochmal gerettet. Leute, die den damals auch in 3D im Kino gesehen haben, die auch gesagt haben.
Christian:
Ich habe ein Gespür für diesen Raum. Es ist ein Kammerspiel, es geht um das Apartment und es ist wichtig zu wissen, wo ist der Tisch, wo ist der Vorhang, wo ist der Couch-Tisch, wo die Handtasche draufsteht, wo ist das Schlafzimmer, wo ist die Tür, wo ist der Flur. Und das ist halt so großartig gemacht. Hitchcock hat das 3D nicht benutzt, um uns irgendeinen Blödsinn ins Gesicht zu werfen, sondern er hat es genutzt, um diesen Raum, um den es ja auch geht, besser erfahren zu lassen in 3D und das funktioniert alles sehr, sehr gut und ich weiß nicht, wo wir da falsch abgebogen sind, aber in diesem modernen 3D hieß es so Hauptsache viel und doll und boah und der Schlüssel ist doch eigentlich zu sagen, nee, nee, nee, nee, das Gegenteil, Das ist richtig. Mach weniger, mach langsamer. Gib mir und meinen Augen Zeit und du musst nicht groß werden, du musst viel kleiner werden in dem, was du da tust. Steck die Leute in dein Zimmer, das reicht in 3D, weil ich weiß, wo stehen, ich kann diesen Raum jetzt besser und der Raum ist wichtig für die Handlung des Filmes, ich kann diese Räume besser wahrnehmen. Und das war wirklich, um dieses Schwärmen mal nachzuschließen, das war sehr, sehr gut, weil Form und Inhalt wirklich zusammengekommen sind. Nichts hat gegeneinander gearbeitet.
Christian:
Es war eine Wonne, diesen Film in dieser Form trotz schwerer Brille und diesen ganzen, sag ich mal, technischen Widerständen so genießen zu können. Das war super.
Thomas:
Mit diesem Plädoyer, das könnte ich ja, mach da bloß ein Copyright drauf als großes Plädoyer für die Rückkehr des Themas 3D, für die cineastische Rückkehr, weil du hast das einfach sehr schön zusammengefasst. Ich hatte, also um die Stichworte nochmal zusammenzuführen, auch gesagt, 3D eben halt als erzählerisches Werkzeug.
Christian:
Ja.
Thomas:
Ja, also ich glaube, ich kann eigentlich nur noch wieder viele Dinge wiederholen und sagen, dass die Leute spätestens jetzt, nachdem wie du das beschrieben hast, eigentlich auch nochmal wirklich hören können. Und man kann es ja auch selber, ja so einfach ist 3D halt nicht mehr, aber zum Beispiel über so eine VR-Brille erleben, wie unterschiedlich 3D einfach sein kann. Und ich kann das ja nur unterstreichen, indem ich einfach sage, ich bin ja nun wirklich ein Stiefel 3D gewöhnt. Und zwar so sehr, dass ich ja wirklich fast nur noch die Brille auf habe.
Thomas:
Aber ich bin nach wie vor, ich bin jetzt gerade dabei, ich glaube, das war das letzte Mal auch schon, es dauert halt ein bisschen länger, die ganzen Marvel-Filme einfach nochmal aufzurollen, weil ich habe sie halt. Und der nächste, den ich jetzt gucke, wird Ant-Man sein. Das ist die Nummer 11. Und vor Ant-Man, ich brauch dir das nicht sagen, du wüsstest das auch so, ich verrate's, war es halt die Avengers, Age of Ultron. Das war halt die Nummer 10.
Thomas:
Jetzt überlege ich, war es, ja, das war der, genau. Und ich muss ehrlich sagen, bei mir ist das ja so, ich gucke sowas ja gerne vorm Zu-Bett-Gehen, weil das ist dann so die ruhige Zeit und man war mit dem Hund noch mal draußen. Und ich muss ehrlich sagen, manchmal erwische ich mich dabei, denkt natürlich auch mal so ein bisschen davon ab, wie der Tag an sich war, anstrengend oder nicht, dass mir so nach anderthalb Stunden schon echt ein bisschen die Puste ausgeht. Ja, weil ich, weil es einfach, da sind wir wieder dabei, ich will mich auch nicht zu sehr im Kreis drehen, aber weil es anstrengend ist, weil es vorhersagbar ist, weil es einfach auch, ja, weil es selbst mich überfordert und.
Thomas:
Da freue ich mich und das muss ich auch dazu sagen, es gibt Gott sei Dank nicht nur Filme, mit dem Hitchcock-Film Paradebeispiel, aber es gibt natürlich auch neuere Produktionen, die kleiner sind. Die besonders, also, ja, wir können mal ein paar noch mal so ein bisschen raussuchen irgendwie, aber Wim Wenders hat beispielsweise einen Film gedreht über diesen Künstler Anseln von, ich vergesse den Namen immer wieder, egal, wo du von diesem monumentalen Künstler, der ja sehr große Kunstwerke schafft, der hat ja ein ganzes Anwesen, ich glaube so eine Art alter Flugplatz mit Hallen in Frankreich. Und dann siehst du halt auch, und er hat auch eine wundervolle Kameraführung, wie sowas, oder Werner von Herzog, das war, wo er in den Chavo-Hüllen in Frankreich war, die ja normalerweise fürs Publikum geschlossen sind, um die alten Höhlenmalereien, die ältesten mit der Menschheit in 3D in Szene zu setzen.
Thomas:
Und da sieht man wirklich einfach so, wie das erst in der Perspektive Sinn macht. Manche Bilder, Motive erkennt man erst, wenn man die Staffelung der Objekte einfach sieht. Und das sind so Sachen, Leute, das ist einfach wunderbares 3D, das Auge hat Zeit. Du sagtest jetzt gerade, noch einmal zurück zum Hitchcock. Ich habe ein paar Szenen so rausgesucht, rausgesucht, aber ich werde nicht nur mal so, die für mich so diese 3D-Erzählung einfach auf den Punkt bringen. Wenn der Dialog der beiden Schulfreunde Tony und Charles stattfindet.
Thomas:
Dann kann man mal drauf achten, dass wenn auf einmal, Tony das erste Mal seinen Plan offenbart, das ist das einzige Mal, dass Hitchcock von der Kamera, er sitzt dann in seinem Polstersessel und zeigt ihn dann aus der Frosch-Perspektive. Ja, dieser Polstersessel ragt ein bisschen in den Raum rein. Aber das meiste, wie du sagtest, Gott sei Dank spielt sich in der Tiefe ab. Aber du bekommst nochmal so ein anderes Gefühl für diese Überlegenheit der Geschichte in dem Moment. Ein weiterer Punkt, wenn dieser, wenn er mit Tony durch den Raum geht und erzählt, wie er wo, wann zu stehen hat, dann sieht man eine isometrische Ansicht. Dann sieht man die beiden von oben. Das einzige Mal, dass die Kamera die Vogelperspektive einnimmt. Oder aber, wenn beispielsweise Tonys Frau, wenn sie, Margaret, der Polizei, diese kleine Lügengeschichte auftischt.
Thomas:
Warum sie nicht gleich die Polizei angerufen hat. Dann geht ihr Mann hinter ihr. Und man sieht ja in der Kamera, wie er so diesen Blick ... Und du siehst also richtig, wie er so um sie rumtanzt im Raum. Das hat Hitchcock ja immer ganz, ganz stark, dass die Figuren um sich herum bewegen. Das hat man beispielsweise auch sehr schön, wenn du North by Northwest dir anguckst, der unsichtbare Dritte, wenn das erste Mal James Mason und Cary Grant aufeinandertreffen. Dann sieht man, wie so zwei Tiere irgendwie so ein bisschen abtasten und sich umherum tanzen im Raum. Und das sind natürlich Einstellungen, Da kann es nicht schöner sein, als das im Raum tatsächlich zu sehen. Und hier sehe ich wirklich durch die Perspektive, dass auch bei den anderen Filmen, auch bei Cocktail für eine Leiche als Kammerspiel, obwohl er nicht in 3D gedreht wurde, aber natürlich hat Hitchcock sich hier genau die gleichen Gedanken, vielleicht ein bisschen anders technisch nachher umgesetzt, weil es war nicht in 3D. Aber ich habe ihn ja mal selber gedreideht und es funktioniert erstaunlich gut, wie er die Objekte im Raum und die Bewegung im Raum platziert hat. Das ist super und das ist Weltklasse und deshalb schade, schade, schade, dass nicht Fenster zum Hof auch noch in 3D gewesen sind.
Christian:
Das wollte ich gerade sagen. Ich hoffe auf ein Filmarchiv in Südargentinien, das sagt, es gab doch eine 3D-Filmrolle und wir haben sie gefunden, so ungefähr. Das wäre natürlich fantastisch. Aber genau das, also ich habe diesen Film geguckt und dachte mir, ey, das Fenster zum Hof in 3D, das wäre natürlich auch nochmal was, weil der ja eben auch über Blick und Entfernung und Räumlichkeiten und...
Thomas:
Das funktioniert übrigens auch sehr gut mit einer KI-3D-Version, wenn ich das mal schaue. Das lass uns mal ankiesern.
Christian:
Weil das habe ich auch für die nächsten Auseinandersetzungen nochmal auf dem Zettel, also Also aus den Dutzenden werden wahrscheinlich, also die Zielgruppe wird immer kleiner, aber es gibt die Möglichkeit und da bin ich auch interessiert und fasziniert von mittels KI-Software. 2D-Filme in 3D selbst zu konvertieren.
Thomas:
Ja, das kann der Nichte. Wobei, um das vielleicht auch wirklich langsam abzuschließen, es ist einfach nochmal ein großes Plädoyer, sich zumindest, wenn wir reifere Zuhörer und Zuhörerinnen haben, die an solchen Sachen einfach interessiert sind, sich diesem Thema nochmal irgendwie anzunähern. Und ihr werdet irgendwie eine Plattform finden. Also noch günstiger wäre auch mal, sich so eine gebrauchte VR-Welle irgendwo zu besorgen. Oder mittlerweile, wie du sagtest, es gibt hier und da einfach vielleicht schon der Kumpel von einem Kumpel, der mal sowas hat und sagt, okay, ich will jetzt mal gezielt, einfach mal gezielt gucken.
Thomas:
Also kleiner Tipp, es gibt ja auch so ein bisschen YouTube-VR. Da muss man nicht irgendwie erstmal sehen, wie kriege ich jetzt, so wie du jetzt auch, so ein Ding erstmal auf dem USB-Stick, sondern kriege ich schon mal irgendwie so ein bisschen einen Eindruck. Da gibt es auch den einen oder anderen Trailer von älteren Filmen in 3D. Dann kriegt man einfach schon mal so ein bisschen so einen Eindruck. Und wenn man sich, glaube ich, darauf einlässt, dann hat man tatsächlich sehr, sehr viel Faszination noch einmal diese Filme. Und Gott sei Dank, es gibt ja nicht nur aus der Zeit Hitchcock, es gibt ja dann doch auch noch einige andere sehr schöne 3D-Filme, die in diese Zeitspanne fallen, die man dann einfach vielleicht nochmal neu entdecken kann und zu seinem Erfahrungsschatz, seinem cineastischen hinzuzufügen vermag. Also man hat da viele Möglichkeiten und es ist ein bisschen so ein Plädoyer dafür zu sagen, dass 3D tatsächlich etwas sehr cineastisches sein kann, um nochmal dieses Wort zu verwenden.
Christian:
Und ich meinte vorhin, vielleicht sind wir 15 Jahre zu früh. Also ja, Wir sind auch gerade in einer Zeit und da muss man Apple halt immer wieder ein bisschen rausheben, weil die tatsächlich Potenzial haben mit ihrer eigenen Brille, mit dieser Plattform, die sie da geschaffen haben, mit eigentlich sehr großen Vorhaben, die, sage ich mal jetzt eher an den Inhalten stottern. Aber man hat ja Großes vor, man ruft ja die Ära des Spatial Computing aus und ich verfolge das halt auch sehr interessiert aus unterschiedlichen Gründen so, aber eben auch so diese.
Christian:
Ja auch aus filmischer Hinsicht. Also da gab es ja diesen einen Film, irgendwas mit einem U-Boat Submerged hieß der, glaube ich. Und was ich da, ich habe den selber halt nicht auf der Brille irgendwie gucken können, aber was ich da so gehört habe, war die Beobachtung, dass, also der Film ist in diesem eigenen Spatial-Format auch aufgenommen worden. Also das ist mehr als nur 3D. Ich stelle mir das so in eine VR, eingeschränktere VR-Richtung auch vor. Der Film ist von Edward Berger, der jetzt mit Konklave bei den Oscars auch wieder dabei war, also auch von einem renommierten Filmemacher.
Christian:
Was ich da so gehört habe, war von Leuten, die sich das auch selbst angeschaut haben, die sagen, ja, man merkt, das fühlt sich anders an als ein Film und das erinnert vielleicht ans Theater und das, also vielleicht könnte sich da auch noch etwas Neues draus entwickeln, etwas anderes draus entwickeln. Also nicht nur sagen, ein Film in 3D, sondern vielleicht erleben wir, wenn die Plattformen mitziehen, wenn die Inhaltsanbieter mitziehen, vielleicht könnte da in den nächsten Jahrzehnten auch etwas Eigenes draus werden. Und da wollte ich nur einen Bogen zurückschlagen. Die haben auch gesagt, also die Erfahrung, die dieser Film, das ist so ein Kurzfilm, 18 Minuten oder so, der auch sehr bedacht mit Schnitten umgeht, weil die Leute auch sagen, ja du kannst bei so einem Format die Leute nicht alle paar Minuten oder Sekunden halt räumlich neu anordnen.
Christian:
Also es gilt, eine Menge von Filmischem neu zu erlernen oder anders umzusetzen. Und ich fand es nur so interessant, dass man den Bogen zurück zum Theater gesponnen hat, weil da sind wir jetzt auch bei Dial-Am for Murder und deswegen funktioniert der, glaube ich, für mich auch so gut. Das ist ein Kammerspiel, das basiert auf einem Theaterstück. Das Ganze ist, also hat eine theatralische Herkunft. Und ich glaube, dass das jetzt auch in Bezug auf 3D dann so eine wunderbare Symbiose eingeht. In dem Moment, wo du halt etwas hast, was auch filmisch ist.
Christian:
Aus dem Theater geboren wurde, funktioniert das im 3D-Format einfach viel besser, als einen Haufen computeranimierter SuperheldInnen durchs Weltall zu jagen, in Schnitten, in Action, in Einstellung. Also da sind vielleicht wieder filmische Elemente da drauf, die in diesem 3D-Format weniger gut funktionieren. Und das ist für mich jetzt auch so ein Schlüsselerlebnis aus dieser Filmsichtung. Filme aus der Zeit, aus diesem, sag ich mal, ersten 3D-Boom, aus den 50ern sich rauszusuchen, die halt filmisch auch nochmal ganz anders arbeiten und wenn es dann noch ein Kammerspiel ist, dann also dann bin ich sehr interessiert an der ganzen Sache. Wenn du jetzt aber kommst und sagst, naja, ich hab jetzt hier noch irgendwie den vorletzten Marvel-Film, der ja auch noch in oder in Avengers Endgame oder was ich ja meinte mit Man of Steel, ja, Superman in 3D, also da bin ich auf dem Papier schon erstmal interessiert, aber eigentlich auch wieder abgeschreckt, weil das in der modernen filmischen Inszenierung einfach zu weit weg geht von dem, was 3D gut tut. Und trotzdem kriegen wir halt 3D draufgeschlagen und draufserviert und draufgeschmiert. Hatten wir ja auch schon viel drüber gesprochen. Das sorgt auch einfach dann dafür, dass glaube ich, die Akzeptanz nicht groß ist, weil das funktioniert weniger. Aber alles, was so in diese Richtung geht, Filme der 50er, Kammerspiele.
Christian:
Da ist was. Da merke ich was. Und wenn man das halt in die Gegenwart holt und sagt, alles, was vielleicht noch kommen könnte für die Zukunft in einem neuen Medium, einem neuen Format, einer neuen, sag ich mal, filmischen Entwicklung, ja, dann geht's zurück in die 50er. So, guck, was da los ist. Und auch da, wir haben ihn schon erwähnt, Scorsese, der so eine Einführung da irgendwie mal zu so einer 3D-Projektion von Dial-M4-Mörder gegeben hat, hat auch gesagt, das ist der Film, den habe ich meiner Crew, als wir damals diesen Hugo, diesen seinem 3D-Film.
Thomas:
Ja, exakt.
Christian:
Er hat auch gesagt, ich habe Dial-M4-Mörder von Hitchcock in dieser 3D-Fassung meiner Crew gegeben, wir haben ihn zusammen geguckt mit zwei Projektoren, wir haben die Nummer hier durchgezogen und dann haben die Leute verstanden, worum es geht.
Thomas:
Ja.
Christian:
Und das ist, glaube ich, eine gute Beobachtung.
Thomas:
Ja, ich glaube, bevor wir den erzählen, sagt, denke ich mal so langsam für dieses Mal auch wieder die magischen 3D. Und Hugo hast du übrigens auch ein schönes Beispiel genannt, was wirklich erstaunlich gut funktioniert und wo man auch erkennen kann, dass eine ähnliche Herangehensweise von Scorsese nachvollziehbar stattgefunden hat bei der Erschaffung der Welt, bei der Art, wie die Kamera in den Raum und die Handlung einfängt. Intelligent halt irgendwo, ja, als Moderner natürlich, klar, zeitgemäßer, aber sehr schön, den ich damals mit meiner Frau, das ist ja zauberhaft, der Film auch gerade, da der auch gut funktioniert, oftmals sind ja auch die Animationsfilme, die ja beispielsweise auch, weil sie ja sowieso meistens nicht Realität zeigen wollen, sondern eben halt eine Fantasiewelt, also auch vom grafischen Stilismus her.
Thomas:
Ich glaube, was tatsächlich so ist, wie du gerade sagst, um das auf den Punkt zu bringen. Wir sehen, wir haben einen Vertreter eines 3D-Films, My Dial M for Murder, der auf Ebenen funktioniert, der auf der geschichtlichen, auf den Ebenen funktioniert, wo Hitchcock-Filme immer gut funktionieren, weil es halt Hitchcock-Filme sind. Und wir haben hier, wir haben einen Raum, wir haben mal eine Außenaufnahme, wir haben zu 98 Prozent allerdings den gleichen Raum, in dem es abspielt, mal ist man kurz im Schlafzimmer, wird nochmal kurz in die Küche geguckt, das war es aber.
Thomas:
Und wir als Menschen haben sehr viel visuelle Referenz für Räume, für die Objekte im Raum, für die aus unserem Alltag heraus, wie die Menschen im Raum stehen, wie die gestaffelt sind, wie die Größenverhältnisse sind. Das alles fällt bei hyperrealen Fantasy-Welten. Also nichts Falsches stehen da draußen. Ich will jetzt hier kein Superman oder Man of Steel Plädoyer für das eine oder andere abhalten, aber es geht jetzt hier einfach um die Präsentation an sich. Da haben wir es halt nicht.
Thomas:
Und es gibt ja auch zunehmend Leute, die einfach schon Schwierigkeiten haben, wenn die Welten zu inkonsistent fantastisch werden. Also auch im Zuge natürlich der Evolution der Marvel-Filme an sich. Denn wenn man sich die früheren Marvel-Filme, die 2000, wann fingen wir denn eigentlich an? 11, 12 mit Iron Man anguckt oder Hulk und guckt, wo sie jetzt dann gelandet sind. Klar müssen auch Marvel-Filme sich verändern. Aber ich weiß nicht, ob die Leute durchweg sagen wollen, die Welten sind glaubhafter geworden. Im Sinne von besser, besser nachvollziehbar, in sich konsistenter. Wenn man da schon Schwierigkeiten hat, Wie soll denn, und dann natürlich die Effekte und die Schnitttechnik, die modernen, wenn dann auch noch Handycam-Aufnahmen, also wirklich sehr, sehr in sich bewegte Bilder.
Thomas:
Ja, wie soll das vernünftig funktionieren erst einmal so? Das ist gut gemeint im Sinne von 3D, so nach dem Motto, das ist doch alles viel cooler. Aber es funktioniert einfach nicht mehr nachvollziehbar. Es funktioniert nicht mehr. Du hast vielleicht erst den Wow-Faktor. Das ist ja wirklich mal cool. Wenn jetzt wirklich mal irgendwie etwas vor deiner Nase stehen bleibt, diese Pop-Out, aber alles ermüdet. Und alles ist irgendwie nachher gleich. Und auch das 3D wird gleich, weil es immer die gleiche Art von 3D-Tiefe ist, von Staffelung ist, die du im Grunde genommen schon in den letzten 10 Blockbusters auch gesehen hast. Weil es ist ja auch relativ einfach. All die Effekte kommen aus dem Computer. Und natürlich alles das, was im Computer animiert wird, hat automatisch irgendwo auch eine Tiefenachse, die du dafür verwenden kannst, um entsprechend dann auch die Objekte im Raum in 3D für das linke und rechte Auge erzeugen zu können.
Thomas:
Also, kann ich total nachvollziehen. Ich kann euch da draußen auch total nachvollziehen, wenn ihr der Meinung seid, so funktioniert das für uns nicht. Plus die technischen Schwierigkeiten, wir haben über die analogen Schwierigkeiten gesprochen, als wir über Avatar gesprochen haben, auch die digitale Projektion in 3D ist natürlich nicht ganz von gewissen Schwierigkeiten in der Wiederkabelkette verschont. Wollen wir jetzt nicht erstmal weiter einsteigen, aber in Summe macht sowas dann irgendwann einfach keinen Spaß mehr. Wenn es auch noch teurer ist, wenn es lange Filme sind, die Technik nicht genau stimmt und dann sagt man sich, okay, warum eigentlich und ist dann froh, dass der überwiegende Teil der Filme, die neu in die Kinos kommt, dann ganz normal in 2D zu sehen ist.
Christian:
Ja, mein Tipp ist tatsächlich, solltet ihr wie auch immer, warum auch immer irgendwie eine VR-Brille irgendwo noch in der Schublade liegen haben, weil die vor drei Jahren unterm Weihnachtsbaum lag und seitdem auch da wieder verschwunden ist. Holt sie mal raus und versucht euch mal vielleicht diese Brille auch für den einen oder anderen Filmabend zu schnappen. Und vor allen Dingen mit diesem Film, also es gibt die 3D-Blu-Ray, die ist verfügbar. Das ist ein relativ einfacher Weg. Also wir reden jetzt nicht davon, wie du sagst, mittels KI-Software da Filme noch irgendwie, sondern das ist machbar. Das ist machbar. Die Hürde ist ... Also es gibt Hürden, keine Frage, das ist nicht so leicht wie Netflix an und ich drücke auf Play, aber irgendwo auch wieder einfacher, als es vielleicht auch lange Zeit war, weil bei der Technik auch keine, wie du sagst, keine großen Summen dann investiert werden müssten.
Thomas:
Ja, und vielleicht hat man einfach ja mal Lust, was Neues mal wieder zu erleben oder nach all dieser ganzen, das muss man ja auch sagen, im Grunde genommen ist das Thema 3D im Kino im Großen und Ganzen ja durch und warum, wenn man jetzt so ein bisschen Luft und mal wieder Lust auf das Thema 3D bekommt, dann würde ich auf jeden Fall einfach vorschlagen, mal diesen Weg wirklich zu gehen.
Thomas:
Du hast ihn ja auch gerade so schön beschrieben was natürlich auch Sinn macht ohne jetzt Werbung zu machen aber jeder gut sortierte Heimkino-Händler davon gibt es ja dann auch schon den einen oder anderen der vielleicht nicht so weit weg ist die haben auch Spaß an diesem Thema einfach weil da sind wir noch da sind noch die 3D-Enthusiasten die es durchaus gibt.
Thomas:
Und auch da können wir natürlich gerne dann im Zuge vielleicht auch in der KI-Diskussion ein bisschen tiefer einsteigen weil ich wollte eigentlich nur noch hinzufügen dass ich sehr enttäuscht wäre, wenn Kunst und Kultur und Technik, wenn also diese Ebenen nicht in irgendetwas Virtuellem zusammenkommen, um einfach auch neue Welten zu erschaffen. Denn wir leben ja jetzt auch schon mehr oder weniger im Zeitalter des KI generierten Videocontents. Das heißt, ich habe mal irgendwie gehört, das heißt irgendwie, es gibt eine Ausbildung oder Ausbildung nicht, aber eine Fortbildung als Promptmeister, also mittlerweile in der Lage zu sein, möglichst sinnvolle Prompts für die KI zu generieren. Dann hast du dann entsprechend gleich deine Zauberwelt, die sich da vor dir auftut und generiert wird. Das alles sind natürlich Entwicklungen, und da liegt es natürlich auf der Hand, wenn man mit solchen Brillen arbeitet sowieso, die sofort an Räumlichkeit und sofort an Tiefe und Struktur und Perspektive denken. Und von daher wird es sicherlich weitergehen. Und schön ist zu sehen, und das möchte ich vielleicht so ein ganz kleines bisschen da draußen bei diesen ganzen neuen Technologien doch zu bedenken geben, Und ich finde es immer sehr, sehr wertvoll und sehr wichtig und schön zu wissen, woher die Dinge eigentlich auch kommen.
Thomas:
Und nun werdet ihr da draußen sagen, ja Moment mal, aber 3D gab es ja auch schon vor den 50er Jahren. Das ist ja bei der Fotografie im Grunde genommen auch schon alter Hut. Ich glaube die ersten stereoskopischen Bilder sind 1890, 95, was auch immer entstanden. Ja, das stimmt. Da kann man eben halt tatsächlich sehen, dass offensichtlich die Sehnsucht des Menschen, ja, doch diese Immersion, diese Perspektive, diese Wirklichkeit so abzubilden, wie sie nun einfach mal ist mit der Tiefe, dass die irgendwie tiefer wurzelt ist. Ja, auch immer mit den technologischen Plattformen, die aktuell einfach am Start sind. Und ich denke, dann hat man zumindest vielleicht ein ganz klein bisschen so... Den Bedeutungsraum, den tatsächlich 3D auch im Kino hat, in dem 3D etwas hinzugefügt hat, in dem es halt tatsächlich in Wellen immer mal wieder zurückkommt und mit Sicherheit auch wieder kommen wird, eigentlich nie ganz weggegangen ist, wie ihr an dieser lebhaften Diskussion hoffentlich gemerkt habt, dass die einfach ihre Daseinsberechtigung hat und ihr da draußen, wie wir hier auch, könnt Teil dieser wunderbaren Erfahrung einfach sein und einfach sehen, aufgrund eines Films über Androff Mortar, Lamp for Murder, Oder wie divers das Thema 3D in der cineastischen Landschaft tatsächlich verankert ist.
Thomas:
Und was damals Hitchcock inspiriert hat, und du hattest jetzt Scorsese mit Hugo beispielsweise jetzt erwähnt, was aber auch wiederum er ausgelöst hat für das Kino der Neuzeit, der Gegenwart und auch für zukünftige Entwicklungen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, das macht doch Spaß. Dass 3D auch mal aus dieser, Achtung, Wortspielperspektive zu betrachten, dass es einfach nicht verschwinden kann, weil es ein Fundament dessen ist, unserer modernen Seherfahrung, unseres modernen Kinos, und deshalb einfach verwoben ist im cineastischen Geflecht der Filme an sich. Und deshalb glaube ich, dass du mit der 3D-Unit, Christian, den Nagel auf den Kopf getroffen hast oder die Schere in die richtige Richtung. Um hin und wieder jedenfalls mal dieses Thema mit aufzunehmen. Da bin ich dir total dankbar und freue mich jetzt schon auf die nächsten Themen, die uns nicht ausgehen werden, ob man es glaubt oder nicht.
Christian:
Das werden wir auch tun. Also wir bleiben, du und ich bleiben an dem Thema 3D-Film auf jeden Fall dran. Da wird es auch noch weitere Auseinandersetzungen geben. in der nächsten Sendung hier bei der Second Unit machen wir aber erstmal wieder einen kleinen Themenwechsel und haben auch mal wieder was vor.
Christian:
Ihr müsst uns helfen. Also, wir wollen in der nächsten Ausgabe der Second Unit einen Film besprechen, den ihr da draußen bestimmt zumindest abstimmt. Wir haben mal wieder den Hashtag Filmvorschlag vor. Wir haben eine Vorauswahl getroffen, nämlich drei deutsche Filme und ihr könnt euch für einen dieser Filme entscheiden und diesen Film dann, der mit den meisten Stimmen, der kommt dann eben hier auch in die Sendung und wird besprochen. Wir haben zur Auswahl Wir sind jung, wir sind stark, Gundermann und Der Junge muss an die frische Luft. Alles drei Filme, die wir unbedingt besprechen wollen und welchen dieser drei Filme wir besprechen werden, das könnt ihr entscheiden. Ihr klickt euch einfach mal durch, wenn ihr diesen Podcast hier hört, findet ihr auch Notizen und da drin ist ein Link zu einem Umfragetool. Und da könnt ihr dann eben eure Stimme dalassen und dann in der nächsten Sendung werde ich dann mit der wunderbaren Daniela zusammen den Gewinnerfilm aus dieser Umfrage schauen, besprechen. Der bekommt dann eben eine Second Unit. Klickt euch da gerne mal durch. Ihr habt, wenn ihr das hier hört, wenn dieser Podcast rauskommt, noch ein paar Tage Zeit dazu. Also seid schnell, nicht lange warten, sondern schnell klicken, schnell abstimmen und dann können wir in der nächsten Ausgabe den Film mit den meisten Stimmen besprechen.
Christian:
Ich bin sehr, sehr gespannt drauf.
Thomas:
Ich auch.
Christian:
Wir finden dich auch noch im Kaijuland. Da bist du ja eigentlich zu Hause.
Thomas:
Ja, bei den richtig großen Dingern sozusagen.
Christian:
Ich wollte sagen, 3D, 3D, alles dabei.
Thomas:
Ja, genau. Ihr könnt gerne mal auf kaijuland.de reinschauen. Die schönsten Folgen sind immer die, wo du zu Gast bist auch mal, weil wir uns ja gegenseitig mal so ein bisschen, wie sagt man, vielleicht befruchten oder gegenseitig gerne diskutieren. Austauschen, natürlich austauschen. Und von daher, guckt da gerne mal rein. Und da wird auch wieder dieses Jahr eine Menge passieren. Da sind es vor allem dann auch Randy und Henning, die dort so den meisten inhaltlich liefern. Aber einfach mal reinhören, wenn ihr euch so für also wirklich so für japanische nicht nur Riesenmonster, aber auch, wir besprechen auch Animes und wir besprechen auch mal Mangas, also all das Ganze. Wir planen jetzt auch mal zeitgenössisches japanisches Dramakino mit aufzunehmen und solche Dinge. Also macht uns Spaß, ist was anderes, zeigt aber wieder, wie divers da draußen die Filmwelt sein kann. Und ja, wir haben so ein Thema mit einer Schnittmenge, wo wir uns ab und zu mal treffen mit der Second Unit und ich denke, das macht auch echt viel Sinn, denn jeder hat so ein bisschen so sein Publikum und seine Ausprägung und von daher kaijuland.de wenn ihr wirklich auf dieser Schiene unterwegs sein wollt. Würde uns freuen, wenn ihr einfach mal vorbeischaut und, Dann hören wir uns da vielleicht bei Gelege mal wieder oder eben halt hier bei dir, Christian, in der Second Unit.
Christian:
Ganz genau. Und wenn ihr hier am Ball bleiben wollt, dann macht ihr einfach Folgendes. Ihr abonniert den Podcast, egal wo und wie ihr den jetzt hört, aber da gibt es garantiert eine Möglichkeit, auch die nächsten Ausgaben direkt zu bekommen. Ihr dürft den Podcast natürlich unterstützen. Denkt an Steady, auch da gibt es alle möglichen Links in den Shownotes zu dieser Sendung. Oder, und das ist, wenn ihr euch nur eine Sache merkt, dann merkt euch secondunit-podcast.de, weil da findet ihr alles. Da findet ihr die Links zum Abonnieren, da findet ihr die Links für Steady, da findet ihr vor allen Dingen auch einen Kommentarbereich zu dieser Episode. Oder das ist mir eigentlich immer am liebsten, weil, wie du, TJ, ja schon gesagt hast, wir können uns sehr, sehr gerne austauschen. Wenn ihr selbst Fragen, Anregungen, Eindrücke, Seherfahrungen, Probleme, was auch immer mit dem Thema 3D habt, immer da rein. Da können wir nämlich am besten weiter diskutieren. Da bleibt es auch, ich sage immer, ganz selbstbewusst auch, das sind die Fußnoten zu der Sendung. Also da geht es dann nochmal mit Ergänzungen weiter. Und das würde mich natürlich auch interessieren, was bei euch so, also gerade wenn ihr auch sagt, ja klar, habe ich schon mit meiner VR-Brille 3D-Filme geguckt oder natürlich habe ich das 3D-Kino vor der Tür und bin jede Woche in der 3D-Vorstellung meiner Wahl. Also egal wie, egal was, lasst es gerne dort in den Kommentaren und lasst uns da ein bisschen weiter austauschen.
Thomas:
Ja.
Christian:
Genau.
Thomas:
Spannend. Das stimmt gut.
Christian:
Muss ich jetzt hier nur noch meine entsprechenden Knöpfe und Regler finden, hier ist alles anders dieses Mal, aber vielen, vielen Dank TJ, vielen, vielen Dank für den Film und für das 3D-Kino und für die 3D-June.
Thomas:
Ich danke dir von Herzen, ich danke euch da draußen, dass ihr bei dieser fast schon extra langen Folge so lange mit dabei geblieben seid, also Respekt, Respekt kann ich nur sagen, dann möchte ich euch genauso auf die Schulter klopfen wie uns jetzt hier und ich würde mich nochmal zuletzt in Richtung Christian richten und sagen, lass uns das nächste 3D-Thema bald planen. Nicht zu viel, aber immer wohl dosiert. Und ich denke, so ein klein bisschen so ein paar Hinweise waren ja hier und da schon in der Perspektive dieser Sendung verstreut. Also hört sie gerne nochmal. Ihr müsst sie sowieso hören. Das ist ja viel zu lang geworden, um mich einmal durchzuhören und viel zu interessant.
Christian:
Ich habe heute gelernt in 3D. Also ihr habt zwei Abspielgeräte. Eins packt ihr euch links ans Ohr, das andere rechts ans Ohr. Dann müsst ihr gleichzeitig auf Play drücken und dann gibt es uns auch ein 3D. Ein Spatial Audio gibt es dann.
Thomas:
Und ich sponsore eine Rot-Grün-Brille, die ich gerade in die Kamera halte. Eine echte Anagly-Brille. Meine, ich kann mir die auch noch unterzeichnen. Irgendwie du und ich so signieren als besonders Goodie. Dass ihr dann auch noch besonders spacig aussieht, während ihr irgendwie, ein Spatial Audio oder sowas auf den Ohren habt. Eine ganz, ganz klasse Sache. Merkt euch, also nicht nur die Podcast-Adresse von Christian, secondunit-podcast.de, sondern auch Alfred Hitchcocks Dial-Am for Murder bei Anruf Mord. Ein wunderbares Kinoerlebnis, ein eleganter Film, eine packende Story und eine charmante, ja, ich sag's nochmal, Grace Kelly in 3D, Punkt.
Christian:
In diesem Sinne, ja, vielen Dank und bis zum nächsten Mal. Ahoi, tschaui.
Thomas:
Auch von mir, tschüss.