| Artist: | Second Unit Studios |
| Album: | Second Unit |
| Year: | 2025 |
| URL: | http://secondunit-podcast.de/ |
| 0:00 | Intro |
| 0:21 | Begrüßung |
| 2:28 | Danksagung |
| 4:05 | Vorverständnis |
| 13:38 | Plot |
| 23:18 | Cast |
| 24:59 | Film |
| 1:31:23 | #OscarsUnit |
| 1:48:12 | Nächste Sendung: Bei Anruf Mord 3D |
| 1:50:15 | Abmoderation |
| 1:52:26 | Outro |
Christian:
Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Second Unit. Mein Name ist Christian Steiner und ich habe bei mir die Maria. Hallo.
Maria:
Hi.
Christian:
Ich wollte gerade sagen, nicht aus Los Angeles, aber das ist schon ein paar Jahre her.
Maria:
Ja, leider.
Christian:
Aber trotzdem zugeschaltet und auch in diesem Fall wieder über, ja vielleicht ein bisschen indirekter, aber auch über die Oscars.
Maria:
Das haben wir schon ein paar Mal gemacht. Mittlerweile können wir das gar nicht ganz gut.
Christian:
Ich wollte gerade sagen, das ist schon fast Tradition geworden, ja. Wir sprechen über The Substance, einem Film, der für die Oscars nominiert ist in der Kategorie Best Picture. Wir bewegen uns, wir sind ja noch im Februar unterwegs, wir bewegen uns auf die Oscar-Verleihung hin. Ich weiß jetzt gerade gar nicht, ich habe jetzt nicht so viel vorher recherchiert, ob die Oscars selbst noch irgendwie verschoben wurden.
Maria:
Ich glaube nicht, ehrlich gesagt. Anfang März war es geplant und wird auch passieren.
Christian:
Genau, weil die Nominierungen wurden durch die Feuer, die in L.A. Passiert sind, um ein paar Tage verschoben. Das war auch sehr dramatisch. Also nicht das Verschieben, sondern das, was in L.A. da passiert ist. Aber ja, genau, dann sind die Oscars ja für Anfang März auch noch gesetzt. Genau, und da wollen wir jetzt über diesen Film sprechen. Wir versuchen das ja eigentlich immer irgendwie so in diesem Zeitraum, zumindest einen Film aus dieser Nominierungsliste rauszugreifen und zu besprechen. Und in diesem Fall ist es The Substance geworden. Ich freue mich sehr auf die Diskussion.
Maria:
Ich mich auch.
Christian:
Ich habe den Film jetzt vor einer guten Woche geguckt und bin sehr froh, dass da durchaus Zeit zwischen der Sichtung und der Besprechung liegt. Ich hatte an dem Abend doch ein bisschen Schwierigkeiten ins Bett zu kommen, aber das werden wir glaube ich nachher alles noch etwas ausführlicher besprechen und vor allen Dingen auch mit Spoilern besprechen, weil ich finde so macht es am meisten Spaß, also seid schon mal gewarnt an dieser Stelle.
Christian:
Bevor wir eintauchen, ich mache eine ganz kurze Schleife noch auf in Richtung Steady. Ihr könnt nämlich diesen Podcast unterstützen und zwar geht das am besten mit einem laufenden, kostenpflichtigen Abo bei Steady, da bekommt ihr dann ein bisschen was dazu. Ihr bekommt den Podcast früher, ihr bekommt den Podcast mit Kapitelmarken, ihr bekommt ein Transkript von dem Podcast, ihr bekommt unsere Notizen, die wir hier nebenbei lesen und versuchen damit durch die Sendung zu gehen. Ihr bekommt aber auch so ein paar Sachen extra. Ihr bekommt mal ein paar Podcasts extra. Wir beide hatten ja auch schon mal über den Planet der Affen dort gesprochen. Das ist bei Steady erschienen. Ich bin gerade dabei, das Archiv aufzuräumen und vor allem das Archiv von exklusiven Bonus-Podcasts aufzuräumen. Das war früher nämlich mal bei Patreon und jetzt sind wir ja bei Steady auch schon seit vielen Jahren. Aber da rutschen jetzt sehr viele durchaus ältere, aber exklusive Sachen noch hinterher. Also da könnt ihr gerne auch nochmal euch durchklicken und das ist hoffentlich ja auch Grund genug, vielleicht dann auch diesen Podcast dort zu abonnieren und dann eben Zugang zu diesen ganzen exklusiven Sachen zu bekommen.
Christian:
Klickt euch da gerne mal durch. Findet ihr alles in den Shownotes. Findet ihr auch auf secondunit-podcast.de und ein paar Leute machen das sogar sehr, ja, sehr dolle mit dieser Unterstützung. Das sind Sebastian, Anne und Rüdiger. Bei denen bedanke ich mich immer extra. Vielen, vielen Dank, dass ihr diesen Podcast so unterstützt. Und ja, wenn ihr auch namentlich erwähnt und bedankt werden möchtet, dann klickt euch da auch gerne mal durch. Genau.
Christian:
Maria, als ich dich gefragt habe, ob wir diesen Film besprechen wollen, hast du gesagt, ja, sehr gerne. Das ist mein Film des Jahres 2024. Da war ich auch sehr motiviert. Erzähl mal, wie du den Film denn überhaupt das erste Mal gesehen hast, vielleicht davon gehört hast, im Rahmen von Filmfestivals, den vielleicht irgendwie gesehen hast. Wie war dein Erstkontakt mit The Substance?
Maria:
Ich glaube, mein Erstkontakt war, der lief ja in Deutschland. Venedig in Cannes.
Christian:
Ich glaube in Cannes.
Maria:
Und da war ich noch in der redaktionellen Arbeit beschäftigt und da hat mir dann natürlich auch eine Kritik und alles und da gab es schon die ersten so ein bisschen, sag ich mal, Wirbel um den Film und so ein bisschen so, oh, und da gab es irgendwie Bewegung im Publikum, als der Film gezeigt wurde.
Christian:
Warst du da auch im Publikum?
Maria:
Leider nicht, leider nicht. Ist ja toll gewesen, aber nein, leider nicht. Und dann war ich auf jeden Fall schon ziemlich wild auf den Film, weil ich so dachte, uh, Buddy Horror und so gut besetzt und das klingt alles sehr gut. Und ja, ich bin dann halt ganz normal ins Kino gegangen, als er dann hier in Deutschland rausgekommen ist. Auch da wiederum dann auch immer so ein bisschen, ich sage mal, aus dem Bekannt-Innenkreis, aber auch so ein bisschen aus den Medien dann immer so gehört, ja, das ist der Skandalfilm und oh mein Gott, und Leute gehen aus dem Kino und Leute übergeben sich und was weiß ich, also welche Storys, es gab ja dann einen Haufen Storys dazu.
Maria:
Und ich war dann im Kino und habe mir angeschaut und tatsächlich sind Leute rausgegangen. Also es war sehr überraschend für mich. Und zwar nicht nur so ein paar, sondern wirklich, also danach war der Kinosaal nur noch halb so voll wie vorher. Ich war wirklich überrascht, weil ich so dachte, man weiß es doch jetzt vielleicht auch schon, dass man sich da einlässt, aber okay. Und es war auch lustig, an welchen Stellen Leute rausgegangen sind. Also ich hatte das Gefühl, so ein paar Sachen, da fing es gerade erst an mit dem Ekligwerden, da waren die schon weg. Und ich habe dann später halt, als es dann richtig losging, gedacht, okay Leute, gut, dass ihr schon weg wart, weil da kam noch einiges. Also das war auf jeden Fall, würde ich mal sagen, dieses Rauswandern und diese starke Reaktion im Publikum war auf jeden Fall ein wichtiger Teil auch der Rezeption für mich. Also ich das einfach wirklich selten sehe, dass Leute wirklich irgendwie das Kino verlassen. Ich hingegen habe mich wirklich blendend amüsiert, ich fand es ganz hervorragend, Also ich meine, natürlich gab es auch den ein oder anderen so zusammenzuckenden Moment, aber so im Allgemeinen bin ich da mit einem dicken, fetten Grinsen rausgegangen, also ich fand das ganz, ganz wundervoll, Und bei dir so?
Christian:
Ich will noch kurz nachfragen, wie war es denn wie war denn so die Stimmung im Saal, weil ich habe den Film zu Hause geguckt ich habe auch durchaus einige Stellen nicht gesehen sondern nur meine Hand, oder durch meine Fingerkuppen hinweg versucht etwas zu erahnen was ich definitiv nicht sehen konnte oder wollte aber das kommt vielleicht später noch zu sprechen aber ich habe schon da gesessen und habe auch gemerkt, das ist glaube ich eine sehr oder muss eine sehr interessante Kinoerfahrung sein diesen Film eben nicht alleine zu schauen oder eben, Mit Partner daneben, sondern also in einer Gruppe, in einer Gruppe mit Unbekannten, wie du sagst, wenn da vielleicht auch dann eine Unruhe entsteht, Leute den Saal verlassen. Wie hat sich das angefühlt, den mit Fremden zu schauen?
Maria:
Eigentlich, also ich mag ja generell Kino sehr gerne, genau wegen diesen sozialen Aspekten. Es gibt immer Menschen, die dann sozusagen am liebsten stille sein und keiner darf mit einem Popcorn knuspern. Ich finde genau das Gegenteil immer gut, wenn Leute irgendwie reagieren. Und bei dem Film haben Leute auf jeden Fall reagiert. Also das fand ich eigentlich echt spannend.
Maria:
Und ja, wie gesagt, also es nimmt einen natürlich dann irgendwie auch, man fängt dann auch an zu unterfragen. Wenn jetzt irgendwie Leute, zum Beispiel zwei Girls, die so neben uns saßen, die haben sich immer schon so ein bisschen so fragend angeguckt die ganze Zeit. Also ich weiß nicht, ob die wussten, auf was sie sich da einlassen. Und war immer schon so ein bisschen Unruhe und so rumruscheln auf dem Sitzen und so. Und dann bei der Szene mit den Fingernageln, da hat sie es erwischt. Also da sind sie dann gegangen. Das war dann einfach zu viel. Wirklich so aufgestanden und rausgegangen. Und quasi ab diesem Zeitpunkt war das dann so ein, ja würde ich mal sagen, so alle fünf bis zehn Minuten hat halt irgendwer anders das Handtuch geworfen eigentlich. Und das hat es natürlich irgendwie ganz interessant gemacht. Und wie gesagt auch so einen Selbstblick irgendwie aufgemacht, weil ich so dachte, okay, bin ich einfach so abgestumpft. Also ich fand es auch eklig, klar. Aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen, rauszugehen deswegen. Also das war irgendwie so, weiß ich nicht. Aber hat es auf jeden Fall sehr viel spannender gemacht, auch zu sehen, wie Leute darauf reagieren. Und auch wenn man jetzt nicht rausgeht, dann gab es natürlich oft dann so das klassische im Sessel zusammenzucken, das Sichtbare. Oder auch gern mal so Geräusche wie oder.
Maria:
Also da ging einiges, bei mir aber tatsächlich auch und auch bei meiner Begleitung. Also da kann ich mich jetzt auch nicht von ausnehmen, würde ich mal sagen.
Christian:
Also ich kann mir vorstellen, dass an den unmöglichsten Stellen aus purer Verzweiflung auch gelacht wird oder so. Ich habe diesen Aufbau und die Entladung selbst schon gespürt und dachte, oh mein Gott, wie muss das wohl sein, wenn ich hier irgendwie mit hundert anderen Leuten sitze, die ähnlich, also das kann so ein Film ja nochmal intensiver machen. Ich war in vielen Stellen auch dankbar, den irgendwie alleine zu gucken. Als er zu Ende war und ich ins Bett gehen wollte, war ich da nicht mehr so dankbar. Aber das liegt auch stark an mir. Ich habe von dem Film ...
Christian:
Ja, auch, also ich habe von dem Bass mitbekommen, auch von dem Hype oder so, ich habe von dem Film gehört, weil über den Film geredet wurde, um es mal so zu formulieren. Also dass da irgendwas ist und dass das ein besonderer Film ist, ein außergewöhnlicher Film ist. Ich habe auch oft eher dann weggehört, weil ich wusste, ich werde mich mit diesem Film nochmal irgendwie beschäftigen. Und ich wusste, je weniger ich weiß, desto besser. Und es gibt ja oft dieses Phänomen, du weißt eigentlich nichts von einem Film, aber weißt dann doch schon relativ viel. Und ich wusste, dass das halt so in diese Body-Horror-Richtung ging und wohl auch echt drastische Bilder irgendwie haben könnte.
Christian:
Ich habe aber immer versucht das so vor mir wegzuschieben, weil ich ja eben, ich wollte in Anführungszeichen auch nicht gespoilert werden ich wollte jetzt nicht wissen, warum die Leute reagieren und was denn was um diesen Film zu sehr ausmacht, wenn ich ihn ja eigentlich nochmal gucken will, ich wusste je weniger ich weiß, desto besser ist der Film irgendwie auch und, dann weil ich auch den einen oder anderen Podcast rund um Hollywood höre ich wusste auch, dass es also dass Mubi diesen Film released hat. Mubi ist ja auch eine Streaming-Plattform, etwas speziellere Streaming-Plattform, die ja eigentlich ich weiß nicht, ob die das immer noch so machen, aber das war ja früher irgendwie so, dass die eigentlich nur so 30 Filme im Angebot haben und jeden Tag geht ein Film und kommt ein Film.
Maria:
Ich glaube, das ist nicht mehr so.
Christian:
Ehrlich gesagt. Es war auf jeden Fall immer so dieser Ansatz, so wir gehen hier auf Klasse und nicht auf Master. Wir sind nicht Netflix und pumpen jedes Jahr 10 Milliarden in Content, sondern wir versuchen zu kuratieren und wir sind so ein bisschen so, was im Englischen, im Amerikanischen glaube ich so diese Criterion Collection auch versucht mit hochwertigen DVD-Blu-Ray-Veröffentlichungen so im Streaming-Bereich zu machen. Wer hier reinkommt, hat auch schon irgendwie so ein Qualitätsmerkmal da mitbekommen. Wir versuchen auch irgendwie Film zu fördern, kuratieren eben auch abseits von Hollywood Mainstream Filme irgendwie zu zeigen. Und die hatten, ich glaube, das ist der erste Film, den sie, oder auch ein großer Erfolg auch für Mobi gewesen, im Release, also den haben sie auch ins Kino gebracht, wie gesagt, das Filmfestival, und ich hatte davon gehört, dass der eigentlich bei Universal rauskommen sollte, das Filmstudio gesagt hat, ja. Ginge das auch weniger? Also könnte man da noch ein bisschen dran drehen? Und die Regisseurin dann gesagt hat so, nein. Und dann hat das Studio auch gesagt, okay, wir rühren das aber nicht an. So, geh, aber, wie sagt man, geh mit Gott, aber geh.
Christian:
Dann darfst du den Film auch woanders hinbringen und dann hat Mubi ihm gesagt, so komm her, wir machen das und hat den Film dann halt rausgebracht, also ich glaube der war schon irgendwie produziert und die haben dann nur noch den Vertrieb übernommen, aber für Mubi halt auch eine riesen Erfolgsgeschichte, also das ist ja ja, werden wir vielleicht auch noch am Ende ein bisschen besprechen aber ja, ich wusste, das ist ein besonderer Film und dann.
Christian:
War ich auch sehr dankbar, dass der jetzt quasi in dieser Oscar-Kategorie nominiert war, das war ja auch etwas, also es war, in den Vorrunden wurde ja auch schon spekuliert, ob der es schafft oder nicht. Und da können wir am Ende auch noch mal ein bisschen drüber sprechen.
Christian:
Du hast die ehrenvolle Aufgabe hier als Gästin, den Inhalt noch mal in Erinnerung zu rufen. Da bin ich mal gespannt.
Maria:
Ich auch. Okay. Genau, also The Substance. Es geht um Elisabeth Sparkle, ein hervorragender Name, wie ich finde. Sie ist gerade 50 oder sie wird 50, an dem 50. Geburtstag erfährt sie, dass ihre Welt sich verändern wird. Sie ist eigentlich so eine Aerobic Fitness, man würde heute sagen Influencerin, aber sie ist halt ein bisschen älter. Das heißt, sie hat so eine TV-Sendung und da macht sie so Fitness und strahlt und sieht immer perfekt aus, obwohl sie schon ein kleines Tick älter ist sozusagen. Und da fährt dann eben durch Zufall von ihrem Produzenten, dass sie abgeschafft werden soll, die Sendungen so abgesetzt werden. Sie ist eben jetzt zu alt, sie hat ihren Zenit überschritten, so wird das ein bisschen deutlich gemacht. Also ab 50 sind Frauen halt da, es geht halt nichts mehr.
Maria:
Und sie ist natürlich davon, sagen wir mal, eher traumatisiert. Und auf dem Heimweg ist sie dann, glaube ich, mit dem Auto, sieht sie dann so ein bisschen wie so, ihr Plakat wird so abgerissen. Und so quasi das Symbol für ihr, das ändere Karriere. Und dadurch hat sie einen Unfall, Ein Autounfall wacht im Krankenhaus wieder auf und dort ist irgendwie ein, ich sag mal, irgendwie überraschend gut aussehender Krankenpfleger, der irgendwie ihre Verzeiflung eben sozusagen so ein bisschen auch bemerkt und eben sagt, ja, du bist die richtige Kandidatin für The Substance und gibt dir dann so einen USB-Stick, wo eben weitere Informationen drauf sind, den schaut sie sich dann an und bestellt dann eben auch The Substance, wo eben sozusagen das Versprechen ist, dass es eine jüngere, schönere, bessere Version von einem selbst erschafft. Und sie bekommt dann eben diese Dinge und injiziert sich dann eben diese Substanz.
Maria:
Und auf eine sehr, sag ich mal, drastische, dramatische Art wird dann aus ihrem Rücken eine jüngere und schönere Frau geboren. Sue nennt sie sich dann und diese beiden Versionen sind irgendwie eins aber irgendwie auch nicht, da müssen wir nochmal drüber sprechen, und genau, jeden Tag muss dann Sue so ein Stabilizer sich injizieren, der aus dem Rückenmark von Elizabeth kommt das ist ein bisschen unangenehm.
Maria:
Und sie müssen alle sieben Tage ihre Rollen tauschen, also sie kann jetzt quasi nicht die ganze Zeit Sue sein, sondern sie müssen immer zurück in ihren alten Körper und so tauschen sie sozusagen dann hin und her. Und die jeweils andere ist so wie ausgeschaltet und liegt dann in so einem kleinen Raum, der dann den Su dann extra baut, im Badezimmer oder neben dem Badezimmer, quasi ja, wie so bewusstlos. Und die jeweils andere führt eben das irgendwie, was auch immer sie für ein Leben halt so führt, zu, wird dann sehr schnell sehr erfolgreich, eben auch als so Fitnessmodel, Influencerin, Aber irgendwie halt ja vor allem eigentlich Sexsymbol, also die Art, wie sie da gefilmt wird und so, ist alles sehr interessant. Und es kommt natürlich, wie es kommen muss. Elizabeth ist dann irgendwie in ihrem alten Körper natürlich sehr unglücklich und merkt immer mehr, wie sehr das an ihr nagt, dass sie eben nicht diese junge Version sein kann mehr. Und Sue wiederum will halt nicht zurück in den alten Körper und beginnt dann sozusagen diese Sieben-Tage-Regel so ein bisschen zu verletzen, was für Elizabeth starke Konsequenzen hat. Also erst wird ihr Finger so eklig, ja, so vertrocknet, zombie-mäßig.
Maria:
Natürlich ist das für Sue total egal, weil ihr Körper sieht natürlich immer noch wunderschön und prall aus. Und es gibt dann aber immer mehr Überschreitungen. Und Elisabeth wird, also ja, hat quasi, bekommt immer mehr so, ihr Körper zerfällt auf so eine ganz unangenehme Art und trocknet so aus.
Christian:
Stirbt auch irgendwie, ne? Das ist so ein Verwesungsprozess. Stirbt so ab, so teilweise.
Maria:
Ja, genau. und währenddessen quasi Elisabeth in ihrer Wohnung da so vor sich hin siegt, wenn sie dann eben wieder an der Kontrolle ist, hat Sue eben wirklich die Zeit ihres Lebens, hat irgendwie da irgendwelche jungen Kerle am Start und kriegt dann eben so ein ganz krasses Angebot für so eine Silvester-Moderation, also Moderation von der TV-Sendung eben an Silvester, also bester Spot und überhaupt, und will dann eben sozusagen überhaupt nicht mehr zurück und ich glaube, es ist ja wirklich mehrere Monate, dass sie dann in der Sue-Rolle bleibt und Elisabeth immer mehr von dem immer ekliger aussehenden Rückenmark versucht rauszuquetschen und irgendwann ist halt ja nicht mehr so viel da. Und ja, und sie tauschen dann zurück nochmal und Elisabeth ist dann wirklich ja so ein vertrocknetes, kleines, gruselig aussehendes Wesen, was aussieht wie 150 Jahre alt und kann kaum noch sich bewegen und das ist wirklich ganz, ganz unangenehm. Und genau, es gibt auch dann sozusagen, sie will dann eigentlich das Substance-Programm abbrechen, also sie möchte dann, quasi Sue sozusagen umbringen, also diesen Körper wieder loswerden und einfach jetzt sozusagen in dieser schrecklichen Form halt dann einfach weiter existieren, aber dann ist es halt nur noch das.
Maria:
Und ja, und dann sie kann es dann aber irgendwie doch nicht durchziehen, sie hat dann quasi diese Spritze schon angesetzt dann zu und dann kann sie es aber auch nicht zu Ende bringen und belebt sie dann irgendwie wieder und dann sind plötzlich beide irgendwie aktiv, also sozusagen am Leben und es gibt einen wilden Kampf und den Sue natürlich, weil sie jünger ist und ja, würde ich mal sagen, unbedingt leben möchte, gewinnt. Und sie tötet dann Elisabeth auf eine ziemlich rabiate Art und bricht dann zu ihrer Silvester-Show auf, die an diesem Tag sein soll und kann aber eben diese Stabilisierung nicht mehr machen, weil ja nun Elisabeth tot ist und als sie dann eben da im Studio ankommt, fängt ihr Körper langsam so an, um die auseinander zu fallen, ihr fallen so die Fingernägel aus und die Zähne und das ist ziemlich krass. Sie versucht dann irgendwie so die Fassade auf sich zu erhalten, aber es klappt natürlich überhaupt nicht. Sie bricht dann ganz verzweifelt zurück auf in ihr Apartment.
Maria:
Und macht dann sozusagen nochmal diese Aktivierung, um aus sich selber eine neue Version zu gebären, wenn man so will. Was auch passiert, also das passiert dann aus ihrem Rücken, kommt dann eben so ein neues Wesen, aber mit einem schönen Junker hat das nichts mehr zu tun. Das ist dann so ein Monstro, wird es auch genannt. Und das ist einfach so ein, ja, wie kann man das bezeichnen, so ein riesengroßer Blob aus verschiedenen Körperteilen. Auf dem Rücken ist so das Gesicht von Elizabeth und auch die ganze Zeit kommen dann neue, also es wächst immer weiter. Da kommen dann so immer mehr Brüste, Arme, ich weiß nicht was zum Vorstein. Und dieses Wesen zieht sich dann schön an und setzt sich so eine Papiermaske von Elizabeth auf und geht dann zurück zu dieser Silvesterübertragung, was komplett gaga ist und stellt sich dann da auf die Bühne und will sich dann quasi im Scheinwafferlicht da irgendwie feiern lassen. Die Maske fällt natürlich dann aber runter und alle sehen dann quasi, was da eigentlich steht und das bricht natürlich Panik aus.
Maria:
Und diese Kreatur wird dann, glaube ich, von dem Produzenten oder irgendjemand auf jeden Fall angegriffen so ein bisschen. Und es gibt so ein bisschen so einen kleinen Kampf natürlich, weil die wollen dieses Wesen da halt nicht in ihrer Live-Übertragung haben. Und dann kommt es zu einer... Ich sag mal, ja, also irgendwie wird sie halt verletzt und ich glaube auch geköpft. Und es gibt dann halt eine übelste Blutfontäne und das ganze Publikum wird komplett Carrie-mäßig in Blut getaucht. Und genau, es ist, alle rennen raus und es ist komplettes Chaos. Und auch die Kreatur entkommt. Und wird dann irgendwann aber dann, also draußen, dann zu so einem blutigen Mousse, Brei, Matsch, fällt so in sich zusammen. Und das Ende ist wie dann eben das Gesicht von Elizabeth, der Teil noch übrig ist, schwimmt auf so einer Masse und kriecht dann so über den Boden und kriecht auf ihren Stern auf dem Walk of Fame, und schmilzt dann irgendwie so da drauf so weg. Und dann ist halt dann nur noch so ein blutiger Fleck übrig. Und am nächsten Tag kommt dann so eine Schrubbermaschine und schrubbt sie weg. Und das ist das Ende des Films.
Christian:
Ja. Auch eine schöne Klammer noch zu dem Anfang.
Maria:
Stimmt, das habe ich gar nicht erzählt. Ja, genau.
Christian:
Weil wir, glaube ich, am Anfang irgendwie sehen, wie der, also, dass dieser Walk-of-Fame-Stern da irgendwie schon ist. Und die Leute, glaube ich, irgendwie so vorbeigehen.
Maria:
Am Anfang wird der, glaube ich, noch eingeweiht. Also ganz, man sieht so das Blitzlichte und so. Und dann irgendwie, ja, immer mehr da wird ein Eis drauf ausgeschüttet, dann irgendwer stolpert oder so und dann geht es auch kaputt.
Christian:
Also da geht es ja schon los, es ist eigentlich schon so eine sehr schöne Zusammenfassung dieser Karriere, ohne halt genau zu zeigen, um wen es geht und um was es geht, aber so dieser Verlauf von dem Stern, In die Vergessenheit oder in die Irrelevanz oder wie man das auch nennen will.
Maria:
Ja, genau.
Christian:
Ein paar Leute, ein paar wichtige Leute. Drehbuch und Regie sind von, hilf mir gern, Coralie Fargo.
Maria:
Fargeant.
Christian:
Mein Französisch ist so schlecht.
Maria:
Meins auch. Sind wir beide perfekt.
Christian:
Hervorragend. Und sie hat auf jeden Fall, es müsste 2017 gewesen sein, den Film Revenge gemacht. Ich glaube auch so ein Independent-Film, der Wellen geschlagen hat. Ich hatte nur so quer gelesen, dass sie so zwischendurch wohl auch dann nach dem Film irgendwie Angebote hatte und Marvel. Und vielleicht könnte sie den Black Widow-Film machen. Und da hat sie aber allen den Stinkefinger gezeigt und gesagt, nee, lass mal. Und hat dann, ich glaube, fünf Jahre an diesem Film hier gearbeitet. Also, genau. Genau. Make-up ist von Pierre-Olivier Perzon oder Persin oder I don't know, Französisch auf jeden Fall.
Maria:
Perzon, warum nicht?
Christian:
Krasses Make-up ist auch nominiert. Make-up und Hairstyling ist so eine Kategorie, da werden wir vielleicht auch noch drauf zu sprechen kommen. Und der Cast knackig klein, Demi Moore als Elizabeth, die sich da deutlich zur Oscar-Nominierung spielt und vielleicht auch noch darüber hinaus. Margaret Corley als Sue und Dennis Quaid als Harvey. Das ist der TV-Produzent. Herrlich unsubtil, schrimmsfutternd, am Pissoir telefonieren und einfach so ein Typ.
Maria:
Ein unangenehmer Mensch. Sehr unangenehm.
Christian:
Ja, ich weiß gar nicht, wo wir bei dem Film anfangen sollen. Vielleicht schaffen wir es so ein bisschen über inhaltliche Punkte, du hast den Film ja noch gut, Gut zusammengefasst. Ich glaube, das allererste Bild sogar, das hatte ich mir nämlich aufgeschrieben, weil what is happening here, ist noch dieses Eigelb. Das aller, aller allererste ist so ein Ei und so ein Eigelb, was sich dann irgendwie so aufspaltet und dann kommt erst der Schnitt auf den Walk of Fame und Ja.
Maria:
Ich glaube, das Ei spaltet sich, weil das kriegt diese Subscriptive Substance in den Zier.
Christian:
Genau, irgendwie sowas. Genau. Und da war dann so, okay, rückblickend und auch wieder, also, ich weiß gar nicht, wo man bei dem Film anfangen soll, aber super Detail, dass Elisabeth die ganze Zeit mit so einem gelben Mantel rumläuft. Also diese Verbindung zu dem Eigelb ist halt auch schon mal sehr deutlich und sehr stilvoll gemacht.
Christian:
Ja, ich habe mich gefragt, so auf inhaltlicher Ebene, vielleicht können wir da so ein paar Sachen noch abklopfen oder so ein paar Fragen auch erstmal noch durchgehen. Das ist ein Film, der in seiner Metaphorik natürlich spricht, der in seiner Inszenierung super stark ist, der in seinen Bildern ganz viel transportiert und ich glaube halt, ja, so das Gegenteil eigentlich von so einer Charakterstudie ist. Also da passieren auch Dinge, auch was du schon da in einem Plot zusammengefasst hast, die halt ähm wie soll man sagen, auch das ähm.
Christian:
Wortwörtliche schnell übersteigen und in so einer auf so Handlungsebenen unterwegs sind, die halt metaphorisch einfach zu deuten sind. Also die klassischen Fragen, wer ist unsere Hauptfigur und was motiviert sie und wo kommt sie eigentlich her? Also ja, das kann man ja auch machen, aber ich glaube, es geht sehr schnell um größere Themen als um die Individuen, die wir hier sehen oder die Frage, wie funktioniert das jetzt eigentlich mit der Substanz und macht das eigentlich Sinn und müsste nicht eigentlich, das ist halt, Ja, es ist bestes Genre, Body-Horror-Genre und auch, also fand ich auch schon so geil, als der Film dann losging und diese Regeln erklärt mit diesem The Substance und sie guckt sich ja den USB-Stick an und wir sehen das ja auch mit ihr und es war natürlich klar, hier sind die Regeln und oh Wunder, spätestens im dritten Akt werden wir uns mit den Regeln nochmal ordentlich auseinandersetzen, weil der Film wäre bestimmt langweilig, wenn sie sich für den Rest ihres Lebens an diese Regeln halten würde und alles ist gut. So, das war klar, dass da die Konflikte dennoch ausbrechen. Aber also gehst du da erstmal so mit, diese Beobachtung? Das ist ein Film, der in seiner, ich sag mal, mit vielleicht einfacher gestrickten Figuren größer erzählen will, um es mal so zu formulieren.
Maria:
Ja, hundertprozentig. Da bin ich auf jeden Fall dabei. Ich bin es auch jetzt im Nachhinein nochmal aufgefallen, wie wenig Gäste, Dialoge es eigentlich gibt. Also es ist auch sehr, sehr viel, wird übers Bild erzählt, über Gesichtsausdrücke, über das Visuelle, über Ton auch.
Christian:
Schnitt.
Maria:
Genau, also die Inszenierung ist doch sehr, sehr präsent. Und die Dialoge, es gibt natürlich welche und es gibt natürlich auch, sage ich erst mal, Monologe, wenn dann Elisabeth dann da sozusagen mit sich selber spricht, in ihrer Küche da irgendwie das größte Chaos der Welt anrichtet und auf Sue schimpft. Aber das ist alles, würde ich sagen, es gibt so Text, ist jetzt eher nicht so viel, wie man das vielleicht erwarten würde, wenn man sagt, genau wie du sagst, eine Charakterstudie hätte natürlich viel mehr los auf der Textebene, das ist jetzt hier eigentlich nicht so. Das ist mir quasi im Nachhinein nochmal aufgefallen, fand ich eigentlich ganz interessant, weil es dann doch wirklich die Performances, abgesehen vom Wort, sind dann doch hier wirklich viel, viel wichtiger und die sind natürlich auch fantastisch. Also mal abgesehen, die Performance an sich sind wirklich absolut perfekt und die werden eben dann auch durch die Inszenierung nochmal erhöht. Also wie du schon sagst, Dennis Quaid, das erste Mal, als man ihn sieht, ist ja so nah, also wirklich so furchtbar nah an der Kamera und schwitzt so und ist so schmierig und pinkelt so, während er telefoniert. Und wir brauchen eigentlich nicht unbedingt, also ich meine, das ist auch noch krass, aber eigentlich brauchen wir schon gar nicht dieses Gespräch, was wir dann nach dem Restaurant haben, und man so denkt, das hatte ich mir schon gedacht. Also ist schon klar, dass das so einer ist. Also es wird sofort deutlich, was das für eine Person ist, einfach nur dadurch, wie er inszeniert ist und auch wie nah er uns kommt und ja, das Schrimpsessen.
Christian:
Ja.
Maria:
Puh, sag ich jetzt mal.
Christian:
Ich hab's nicht aufgeschrieben, aber wir könnten, glaube ich, irgendwie so ein, Und wir könnten uns vielleicht die Szenen aneinander werfen, die wir am ekligsten in dem Film fanden. Und diese Schrimmszene, die hatte ich schon wieder komplett vergessen bei allem, was danach passiert. Aber das war schon auch echt anstrengend, ja.
Maria:
Ich fand es so widerlich. Also ich fand, das war wirklich die anderen Sachen cool. Also alles gut und schön, aber ich fand es auch nicht, weil das so real war. Also das ist halt so, das hat mich irgendwie, hat mich das auf eine andere Ebene, hat mich das irgendwie angewidert. Und ich habe irgendwie heute ein Interview noch gesehen mit Coralie Forger, und sie hat erzählt, dass Dennis Quaid um die zwei Kilo Schrimps gegessen hat für diese Takes, und da habe ich so gedacht, nice, das hat mir gut gefallen so guter Einsatz, und es hat sich auf jeden Fall gelohnt, also das war eine super, super gute, wenn auch sehr unangenehme Szene.
Christian:
Body Horror auf verschiedenen Ebenen, ja.
Maria:
Ja, genau Ach, die so fettig und dann diese fettigen Hände. Nee.
Christian:
Aber was du auch gesagt hast, Performances, also klar, das, was Dennis Quaid da halt macht, der Film ist das Gegenteil von subtil. Und den Gedanken hatte ich schon sofort, als ich seine Figur gesehen habe. Aber völlig in Ordnung.
Christian:
Ich meinte auch gelesen zu haben, dass Demi Moore gesagt hat, diese Szene so in der Mitte des Filmes, wo sie sich für ein Date fertig macht. Und es halt nicht vor die Tür schafft. Also da gab es schon diese Aufteilung und da ist sie schon abgelöst von Sue. Und das ist ja auch, ne, Gegenteil von Subtil, sie sitzt in ihrem Apartment, hat diesen krassen Blick auf L.A. In irgendeinem Gebäudekomplex und hat im Rücken ein Poster aus ihrer Blütezeit sozusagen der Karriere und vor ihr irgendwie so ein Werbeplakat. Und dieses Werbeplakat wird dann im Laufe des Filmes die neue Sendung von Sue. Also sitzt sie da auf ihrer, auf ihrem Sessel, auf ihrer Couch und blickt aus dem Fenster und sieht ihre bessere Variante, die jetzt auf ihrem Sendeplatz ist, ihre Nachfolge. So und damit, das sorgt dafür, dass sie es dann halt nicht aus dem Haus schafft. Sie ist verabredet, sie hatten, also Elizabeth ist verabredet, hat ein Date und weiß nicht, was sie anziehen soll, wie sie sie schminken soll und, Das geht so Stück für Stück und die komplette Szene ist ja ohne einen einzigen Monolog, Dialog, irgendwas. Und da hatte ich gelesen, dass Demi Moore meinte, das war eigentlich so für sie ihre herausforderndste Szene, das zu spielen. Weil das halt komplett auf Gestik, Mimik, auf eben alles ohne Text angewiesen ist. Und dass das wohl auch sehr intensiv zu drehen war.
Maria:
Ja, ich muss, ich fand auch, also zumindest emotional fand ich das auch die Szene, die mich am meisten gepackt hat, ehrlich gesagt. Also eben weil ich glaube, das kann wahrscheinlich jeder und jede Person nachvollziehen, so eine Unsicherheit, bevor man irgendwo hingeht oder eine Unsicherheit im Allgemeinen, wie man aussieht, ob das irgendwie passt oder nicht. Sich noch fünfmal umzuziehen, dann schminkt man sich, dann geht irgendwas daneben, dann denkt man, oh Gott, was ist das schon wieder? Also es ist so, ich fand das so, das war so tragisch. Also diese ganze Szene war unheimlich tragisch, weil es halt, der Minur sieht hervorragend aus und trotzdem ist sie halt so unsicher und alleine schon, wie dieses Date zustande kommt, das ist ja eigentlich dieser Typ, den sie, das erste Mal trifft und dann ist irgendwie so ein Highschool-Buddy von ihr oder ich glaube, Er ist gar kein Buddy, sondern er hat es einfach nur an sie erinnert und ist ein bisschen so ein Fanboy schon fast.
Maria:
Und eigentlich ist es ihm nicht klar, dass er nicht in ihrer Liga ist. Und das ist ihr auch klar und das ist allen klar. Und er kommt auch viel zu stark da gleich auf sie zu und das ist super unangenehm. Und dann glaube ich aber, weil sie dann eben in so einem Tal ist, ich glaube, das war nachdem ihre Finger dann, die Finger da so krüppelig ist, ich glaube, dann hat sie gedacht, ich brauche jetzt irgendwie Bestätigung. Irgendwer muss mich jetzt feiern und dann gehe ich jetzt doch mit dem Kerl aus, was soll's. Und dann kann sie aber einfach nicht. und sie kann da nicht gehen und sie ist so krass verzweifelt und ich habe das wirklich sehr doll gefühlt. Also ich habe so gedacht, ja, ich kann das absolut nachvollziehen und das hat mich irgendwie sehr erschüttert und, Ich fand, das war eine sehr, sehr starke und sehr gute Szene.
Maria:
Und irgendwie, ja, wie gesagt, ich kann es auch verstehen, dass die bestimmt am schwierigsten zu drehen war, weil es keinen Text gibt, an den man sich festklammern kann. Aber der hat es auch wirklich überhaupt nicht gebraucht. Also ich habe genau gewusst, was sie gerade denkt. Und das war wirklich, wirklich gut.
Christian:
Ich habe mich im Laufe des Filmes gefragt, wie die beiden miteinander in Beziehung stehen. Also die Regel von dieser Substanz ist ja, es gibt nicht zwei Versionen. Also die brechen das ja auf so wunderbare Formeln runter, so sieben Tage und jeden Tag dies und du musst das und so. Aber immer wieder wiederholen sie, also ich weiß nicht mehr genau, was da Wortlaut war.
Maria:
You are one.
Christian:
You are one, genau. Und da habe ich mich dann auch gleich gefragt, so bei der ersten Szene, wo wir Sue sehen, also es ist ja dann auch wieder in einem Genre-Kontext, und ich wusste nicht viel von dem Film, ich werde reingeworfen, okay, worum geht's, okay, Demi Moore, Karriere, alles klar. Und dann gewinnt der Film ja ganz viel Tempo mit dieser Substanz auf einmal, weil dann dies, das, alles beachten und als das erste Mal Sue dann auftaucht und dann ja auf die Idee kommt, sich auf die Stelle zu bewerben, die durch Elizabeth freigeworden ist, also aus diesem Casting zu gehen, was Elizabeth vorher noch gelesen hat, bevor sich da diese Substanz spritzt auch. Da habe ich mich dann auch gefragt, okay, also ich will das jetzt nicht so durchreiten, aber einfach auch zum Verständnis. Glaubst du, Sue weiß alles, was Elizabeth weiß? Also hat sie sozusagen den Segen des Alters? Ist sie dieses ganze Ding auch schon mal komplett durchgegangen? Nimmt sie das mit, wenn sie da in einem Casting sitzt? Wie hast du das gelesen?
Maria:
Ich war genauso verwirrt, ehrlich gesagt. Und auch bis zum Schluss war mir nicht ganz klar, also das ist das eine, ob sie die Erfahrungen hat und das Wissen, was Elisabeth hat. Erst habe ich gedacht, ja, aber dann wiederum auch, weiß ich nicht, weil sie dann doch auch in ihrem Sein und so doch so jung und auch ein bisschen naiv gewirkt hat bei manchen Sachen. Also zum Beispiel, als er mit diesem jungen Kerl dann da ankommt und ich habe so gedacht, weiß ich jetzt nicht. und, Vor allem habe ich mich dann später gefragt, die Erfahrungen, die sie macht, macht die auch Elisabeth? Also ist das eigentlich was, was ihr dann auch was bringt? Oder ist sie eigentlich quasi ausgenockt, kriegt gar nichts mit und das ist eigentlich ein völlig von ihr entkoppeltes Leben, was da geführt wird? Das habe ich mich die ganze Zeit gefragt. Ich fand, das wurde auch nicht zwingend gesagt, wie das eigentlich ist und wie sich das verhält. Aber die beiden waren ja irgendwie, also es kommt ja dann irgendwann eben dieses krasse Konkurrenzdenken irgendwie auch auf. Und ich würde auch sagen, so eine Art Hass. Und ich denke, sie können ja unmöglich genau eine Person sein, weil dann würde Elisabeth ja das nicht tun, dieses immer weiter rauszögern, weil sie ja ihren alten Körper damit zerstört. Also das ist halt auch so weird. Ich kann die Frage nicht wirklich beantworten. Ich habe mich das auch gefragt. Und sie sind irgendwie eins, aber irgendwie auch nicht. so.
Christian:
Ja, und das macht es halt so spannend. Ich frage das jetzt nicht aus irgendwelchen Regel-Technikalitäten heraus, dass man sagt, das ist aber unlogisch. Ich glaube oder ich habe es halt eben auch so gedeutet und gesehen, dass es eine Verbindung gibt und dass das wie so eine also wie so eine also dass da Gefühle auch ausgetauscht werden und dass da auch so eine Suchterfahrung, so ein Sog irgendwie entsteht. Ich glaube, wenn aus, also Sue ist sieben Tage unterwegs und wenn sie wieder zurück zu Elizabeth geht, also wenn da diese Übertragung, die Rückübertragung irgendwie stattfindet, ich glaube, da bleibt was. Ich glaube, da bleibt was übrig. Ich glaube, die beiden tauschen.
Christian:
Also haben diese, haben irgendeine Art von Verbindung, zumindest da am Anfang, weil so habe ich das dann eben auch gesehen, dass die beiden auch weitermachen, also dass wenn Sue da mit dem jungen Typen, wenn sie den jungen Typen irgendwie abschleppt, das macht auch was mit Elizabeth und ich glaube andersrum genauso. Und deswegen entsteht da, glaube ich, dann auch so diese, ja, Konkurrenz ist es auch, aber so dieser Hass irgendwie auch aufeinander, weil die, glaube ich, auch irgendwie, also sie können ja nicht ohne einander, sie brauchen einander, aber ich glaube auch mehr als nur auf dieser körperlichen Austausch eben. Ich glaube, da werden auch Dinge ausgetauscht. Und das ist dann wiederum so der Bogen.
Christian:
Was du ja auch beschrieben hast in dem Plot, ob das denn zu auf die Idee kommt, aus sich nochmal eine jüngere, verbesserte Version zu machen. Und das läuft ja so schief. Das habe ich dann auch so gesehen. Kann man so sagen? Ja, ich habe das halt auch so gedeutet, dass sozusagen wie so eine Art Konzentrat, also das mit jedem Klonprozess oder wie man es nennen will, sozusagen etwas seelisches, geistiges, emotionales, wie man es auch immer nennen will, aber dass so diese, wie so ein Filter, wie so ein Hochkonzentrat aus dem, was vorher war und dass dieses, dieser Blob, dieses Monster, das ja immer noch sich nach Anerkennung sehnt und schminkt und auf der Bühne steht und in den Scheinwerferlicht will und Applaus haben will, dass das sozusagen so dieses Bis zum nächsten Mal. Ich weiß, Freud ist überholt, aber das hat er doch, glaube ich, als dieses It bezeichnet, dieses grundlegendste emotionale, dieser grundlegendste emotionale Antrieb irgendwie. Und das ist bei Elizabeth und dann Sue und dann diesem Blob ist das die Suche nach Anerkennung, auch diese Verwundbarkeit. Es ist alles sehr menschlich, alles ohne Wertung, aber dass das sozusagen über jeden Prozess hochkonzentrierter wird.
Maria:
Oder vielleicht genau andersrum, es wird immer ursprünglicher, also der Kern wird so freigelegt.
Christian:
Genau, das meine ich.
Maria:
Das ist eben dieses, das finde ich ganz interessant, also sozusagen am Schluss bleibt dann wirklich nur noch dieses Sehnen nach Anerkennung, ganz egal, wie man jetzt gerade aussieht und wahrscheinlich auch in dem Wissen, dass das vielleicht ein bisschen schwierig wird oder vielleicht auch nicht in dem Wissen, sondern einfach, dass nur noch dieser Trieb übrig ist. Das ist alles, was noch da ist von ihrem Sein. Jetzt werden wir ja hier richtig freudianisch, aber tatsächlich passt es auch gut mit den drei Schichten und dann diesen drei Figuren. Würde schon ganz gut passen mit dem Über-Ich und so. Und dem Ich und dem Es. Ja, cool.
Christian:
Nächste Hausarbeit angemeldet.
Maria:
Ja, ich würde sagen, welcome to my TED-Talk. So ungefähr. Nee, auf jeden Fall. Also das ist schon eine spannende Sache. Und es ist ja auch so, dass Sue, man hat sie ja auch als, oder ich habe sie auch als viel, naja, selbstsüchtiger wahrgenommen und auch viel mehr auf ihr eigenes Wohl bedacht. Und sie handelt ja sozusagen in dem vollen Wissen, dass ihr Leben oder ihr Handeln da jetzt Elisabeth langsam bei Sicherheit zerstört. Sie sieht es ja auch. Oder ihren Körper da zerstört. Aber dann einfach das nicht aufgeben kann. Und halt für was? Also was ist das, was sie bekommt? irgendwie so ein bisschen sinnlosen Sex mit einem hübschen Kerl und halt sich halbnackt vor der Kamera regeln. Herzlichen Glückwunsch. Also das ist dann das, was sie dann hat. Also das ist irgendwie.
Maria:
Ja, fand ich auch so hohl eigentlich. Also dieses Leben, nach dem sie sich so krass sehnt, ist halt, Habe ich so gedacht, es ist ja dann auch nicht sehr erfüllend. Da ist ja niemand, der sie jetzt liebt oder niemand, der für sie da ist. Es ist ja trotzdem noch ein ganz einsames Leben eigentlich. Und es geht ja dann nur um dieses im Rampenlicht sein und von allen bewundert zu werden. Aber das ist ja, wie gesagt, eigentlich finde ich doch eher eine ziemlich hohle Sache. Und da hätte ich mir dann schon für Elisabeth auch gewünscht, das vielleicht auch irgendwann festzustellen, dass das eigentlich vielleicht nicht das einzig Wahre ist. Aber in ihrem Fall ist natürlich das das einzig wahre, aber das ist es, was sie kennt und was sie sich weiter wünscht sozusagen, weil sie hat ja nichts anderes. Sie hat dann dieses alte Bild von sich da irgendwie in ihrem Apartment und das ist das, was sie sein will und nichts anderes. ist.
Christian:
Und eben, also sie hat nichts anderes mehr und sie hat auch das ja nicht mehr.
Maria:
Das hat sie auch nicht, ja.
Christian:
Das merkt sie ja auch durch diesen, wie du gesagt hast, 50. Geburtstag und die Sendung ist gecancelt und der Stern, der Hollywood Walk of Fame Stern, der halt auch immer mehr in Vergessenheit gerät und beschädigt wird und das hat uns dieses, das haben uns diese Bilder ja auch schon gezeigt, welchen Weg ihre Karriere gemacht hat und, deswegen habe ich mich gerade am Anfang auch des Filmes gefragt, ob das jetzt auch so eine, ich sag mal, also der Film hätte auch noch ganz anders sein können. Ich dachte wirklich am Anfang, okay, hier beginnt jetzt Sue das System zu sprengen, weil sie weiß, was danach noch kommt. Also die ist da irgendwie in ihren Zwanzigern vielleicht, Ende 20 oder so oder vielleicht halb so alt wie Elizabeth, aber sie weiß, was danach kommt. Sie kennt den Weg der nächsten 25 Jahre und da dachte ich, okay, jetzt ist sie in der Lage quasi das System mit sich selbst auszutricksen, weil sie die Spielregeln, schon einmal durchgespielt hat und jetzt mit dem Wissen so Groundhog Day mäßig so, sie geht da jetzt nochmal durch und kann jetzt nochmal andere Wege gehen oder so, aber das macht der Film halt auch nicht, sondern wie du sagst, das geht halt viel, fokussierter auf diesen Drang, auf diesen Trieb, auf diese Selbst Suche, Sucht. Das fand ich halt auch spannend. So, dass das dann der Weg ist, den wir da weiter sehen.
Maria:
Das hatte ich halt auch gedacht, oder ich hatte es mir auch erst gewünscht, dass quasi, ich hab halt auch am Anfang hab ich gedacht, okay, das ist wirklich die exakt also ihr Bewusstsein ist jetzt einfach übergewandert an diesen anderen Körper, was ich glaube ich auch nicht zwingend sagen würde, dann sozusagen später, aber am Anfang hab ich das gedacht, okay, das ist jetzt einfach Elisabeth, die jetzt einfach in diesem jungen Körper unterwegs ist, mit all ihrem Wissen, all ihren Erfahrungen, und jetzt macht sie halt Harvey diesen Produzenten, macht sie das richtig zur Sau, hab ich so gedacht, also jetzt kommt sie halt dann da groß raus und dann sägt sie dann richtig hardcore ab, wie er sie abgesägt hat, sozusagen so eine kleine Rache-Geschichte vielleicht. Oder sie macht jetzt dieses ganze sexistische System stürzt sie jetzt einfach über den Haufen und so. Aber das war ja überhaupt nicht der Fall. Also es war ja gar nicht. Also sie hat wirklich mit allem mitgespielt und immer freundlich gelächelt. Sogar als sie ihre Zähne verloren hatte, hat sie noch freundlich gelächelt. Und da hast du gedacht, okay, also das war, sag ich mal, eine Erwartung, die nicht erfüllt wurde. Ist jetzt nichts Schlechtes. Also ich fand es trotzdem sehr, sehr gut. Aber ja, demig hätten sie halt auch gehen können. Haben sie sie aber nicht. Also es war irgendwie spannend.
Christian:
Ja, das bissiger ist es jetzt. Es ist so, also und dann hätten wir wahrscheinlich auch diesen ganzen Body Horror am Ende und in der Mitte gar nicht so sehr gehabt. Also der will ja auch noch in andere Richtungen und vor allem auch noch eskalieren, aber vielleicht kommen wir da gleich auch noch ein bisschen drauf zu sprechen. Ich wollte noch kurz ein bisschen die Inszenierung erwähnen, weil die ja auch super stark ist. Also der Film ist in seiner Inszenierung eigentlich so selbstbewusst wie in seiner Thematik, also der, der präsentiert sich halt, Und stilsicher, stilvoll, aber auch so allein die Gegensätze dieser Sendung, die da produziert werden von Elizabeth, die so diesen, wie ist das, Telegym oder so, diesen.
Maria:
Das gab es ja hier auch.
Christian:
So diesen altbackeneren Charakter irgendwie hat in der Bildkomposition.
Maria:
So Bodies und so, diese Legge.
Christian:
Aber so Standbild und Körper bewegen sich, aber das Bild bleibt ruhig. Und wo ich auch mal so sagen würde, okay, vielleicht könnte man noch versuchen, die Bewegung nachzuahmen am Fernseher. Aber bei dem, was Sue dann abliefert, in der Schnittfrequenz, in der Beleuchtung, in Bildausschnitten, in der Technomusik, also da ist halt, da geht es um was ganz anderes.
Maria:
Da geht es nicht mehr um Mitmachen.
Christian:
Nee, also das Produkt ist auch ein anderes. Und das meine ich halt, wie der Film da auch diese Gangarten wechselt und wie er auch natürlich mit ganz, also auch leiseren Momenten sehr bissig und sehr scharf und sehr direkt auch unterwegs ist. Allein die Tatsache, wie die ganzen Kerle dann im Laufe des Filmes, als es da so losgeht, dass sich da an einem Körper von Sue Dinge verändern, weil sie ja nicht mehr diesen Stabilisator so sehr benutzen kann und das vor Lauf einer Kamera passiert. Ich fand das einfach auch so krass, wo da irgendwie diese zehn Kerle, also ohnehin Männer mit ihren Kameras, die Frauenkörper und so, okay, Film ist nicht so viel, aber als es dann heißt so, ja, wir haben da was gesehen, komm, mach mal auf der großen Leinwand, Frame für Frame.
Maria:
Das ist so der Albtraum einer jeden Person.
Christian:
Ja, und nur Badders, die da eben dann sich wirklich die Körper und den Körper von so Frame für Frame anschauen. Das hat halt auch schon eine ganze Menge gesagt. Und das meine ich halt so, das ist die Inszenierung, das ist, also wahrscheinlich könnte man irgendwie auch schon die nächste Hausarbeit über die Kameraarbeit einfach in diesem Film. Ja, was wird gezeigt, wie wird geguckt, Blicke, der Male Gaze, der ja da auch bei dem Arzthelfer da am Anfang, also selbst mir auch aufgefallen ist, wie der ihren Körper anschaut. Ich wusste noch nicht genau warum, aber das war ja auch schon sehr klar und dann hat sich ja eben gezeigt, dass er da so auf der Suche nach der nächsten Kundin oder wie auch immer man das nennen will ist. Aber also krass, also die Inszenierung ist in so vielen Aspekten jenseits von Make-up und Effekten einfach total stark und krass und, Ja, provokativ.
Maria:
Ja, ich fand einfach auch diesen ganzen Aspekt, die eine Zeit ist vorbei, was wir jetzt gerade schon besprochen haben, diese 80s Aerobic Fitness Sachen, die Elizabeth gemacht hat, wie steif und altbacken das wird. Aber dann wiederum das, was Sue macht, das wirkt so, ja, schon fast futuristisch. Also das ist ja dann alles da so ganz krass überblendet und die Kamera bewegt sich da permanent um sie herum. Und aus den wildesten Winkeln wird dann irgendwie ihr Arsch und ihre Brüste und alles wird irgendwie gefilmt und so. Und es gibt so keinen Körperteil, der irgendwie versteckt wird, sondern alles wird so komplett gezeigt.
Maria:
Wo ich auch so dachte, ist das jetzt so ein Blick auf die mediale Inszenierung von weiblichen Körpern? Wie war sie mal? Wie ist sie jetzt? Wie ändert sich das? Und dann eben auch das Vergehen von Zeit, was ja quasi, würde ich mal sagen, der Kern der Inszenierung des ganzen Filmes eigentlich ist. Und das wird ja mit Wiederholungen die ganze Zeit gemacht. Also es gibt ja dann zum Beispiel immer diesen Flur. Am Anfang geht Elisabeth den lang, da hängen alle Plakate von ihr. Ein zweites Mal geht sie den lang, da ist kein Plakat mehr von ihr übrig. Dann geht Sue dort lang. Es gibt das erste Plakat von ihr, wo du weißt, okay, der Flur wird sich noch füllen mit ihren weiteren Plakaten und ihren weiteren Karriereaufstieg und so. Oder eben das mit dem Walk of Fame Stern und dann eben auch das Apartment, das sehr erst, ja ich würde mal sagen, das sieht auch einfach aus sehr 80s mäßig aus, das alles so mit so Teppich ausgelegt und da gibt's da so Marmor und dann dieses riesengroße Bild von ihr.
Maria:
Also das atmet ja auch alles ein bisschen so den Geist von der vergangenen Zeit und dann kommt Sue und will alles ändern und dann wiederum Elisabeth macht dann da irgendwie das übelste Chaos und lässt alles da im Chaos versinken dann später, als sie dann so wütend auf Sue wird. Und also ich hab immer das Gefühl, es gab halt wirklich diese gleich, also wenige Orte, immer wieder gleich in Orte, immer in anderen Zuständen, in anderen Zeitzuständen. Und das fand ich extrem stark. Also ich fand das irgendwie, ich hatte das Gefühl, dass teilweise waren sogar die Kamerabewegungen die exakt gleichen und die Einstellungen, wo wir langgefahren sind, exakt genau das Gleiche. Nur dass eben sich, sagen wir mal, verschiedene Details immer mal mehr oder weniger subtil halt verändert haben. Und dann irgendwie dadurch uns gezeigt wurde, okay, irgendwas ist passiert. Es gab irgendwie etwas. Und das ist natürlich das, was Filmen am allerbesten kann. Das Vergehen von Zeit irgendwie. und da ruhig was zu erzählen und das Tolle an dem Film ist, wie gesagt, es braucht fast gar nichts mehr. Es ist absolut verständlich, was los ist, was passiert ist. Wir können diese Lücken selber füllen, wir brauchen da jetzt gar nicht die krassen Dialoge und die krassen Erklärungen dafür und das fand ich wirklich richtig interessant und.
Maria:
Vielleicht hast du ja auch eine coole Idee, weil ich habe irgendwie so ein bisschen drum überlegt. Ich fand nämlich, es gab ja wie gesagt wenig Orte, würde ich mal sagen. Also es war ja sehr begrenzt. Und es gab ja diesen einen Ort, wo sie die Substance holt. Also diesen komischen Hinterhof. Dann geht sie da so in den dritten Hinterhof. Man denkt, gleich kommt hier irgendein Messerstecher um die Ecke und das war's. Dann muss sie da irgendwie unter so einer Tür durchkriechen und was weiß ich. Und dann ist sie da in so einem Raum, wo alles drunter gekommen ist, bis auf diese eine Wand mit den Fächern, wo dann die Substance drin ist und so. Das fand ich irgendwie, ich habe mich so gefragt, was will uns der Künstler damit sagen? Was meinst du? Also ich fand das irgendwie, ja, ich konnte es nicht richtig entschlüsseln.
Christian:
Du meinst so diesen Ort, diese...
Maria:
Ja, also warum war das so inszeniert und nicht anders? Also war das so ein, sollte das heißen, das ist so underground und dieses Produkt, das ist halt, das kennt keiner und das ist total geheimnisvoll und deswegen kann das sicher eine Öffentlichkeit sein, aber dann irgendwie ist es ja trotzdem super Hochglanz, also dieses ganze, auch das Design von dem Produkt und so, das ist ja alles so super designy und so ein bisschen so, aber es ist dann trotzdem halt in diesem runtergekommenen Areal und wo sie ja normalerweise auch gar nicht sein würde, also es ist ja ein Ort, den sie glaube ich nicht besuchen würde, und sie ist auch super unangemessen angezogen, mit diesem Mantel und an ihren hohen Schuhen, und dann kommt sie gar nicht klar und muss erst den Sonnenbrillen abnehmen, weil da drin so dunkel ist und so. Und was ich vor allem gedacht habe, weil sie, vor allem als ich dann durch die Tür, das ging ihr nicht richtig auf, dann muss sie da unten so durchkriechen und so, in diesem Dreck da. Da habe ich so gedacht, okay, ist das so ein bisschen so eine Art Erniedrigung sein? Du musst jetzt erst mal da durch und du musst jetzt zeigen, was du es wirklich willst und was du dafür bereit bist zu tun. Und dann kannst du den heiligen Gral oder so holen. Keine Ahnung, ich fand das irgendwie, ja, ich fand das einfach irgendwie spannend, wie das inszeniert wurde.
Christian:
Ich glaube, da geht es ja auch so ein bisschen um diese Substanz auch, also in diesen Momenten und mit diesen Bildern. Also für mich war das zunächst diese... Durchaus klischeehafter, der Film arbeitet mit vielen Klischees, diese klischeehafte Drogenbebilderung. Der Hinterhof, es ist nicht der Typ, der aus seinem Pickup-Truck im Kofferraum unter dem Boden noch das Geheimfach, um da irgendwie die Substanz oder die Pillen rauszuholen, aber es ist quasi die, wie du sagst, es ist die Hochglanz-Variante von den dreckigen Drogen. Und das ist ja dann auch wieder gesagt, dass so diese Ästhetik, auch dieses Video, wie sich das Produkt bewirbt, das ist ja Werbung in dem Moment und das ist so eine unfassbar selbstbewusste Werbung, weil die klare Regeln aufstellt, klare Versprechen macht, klar kommuniziert.
Christian:
So klar, wie Werbung ja manchmal gar nicht sein kann, aber dieses Produkt macht ja so klare Versprechen, was ich halt auch als Kritik an diesem ganzen Werbekontext, aber auch an diesem Schönheits-, also gezielt aus so Frauenprodukte-Kritik. Ja, also das ist, das fand ich halt auch an dieser Substanz, also die Substanz, dieses Fläschchen, die Spritze, na klar, das geht so Richtung Droge, ja, das ist die Drogenmetapher, weil die Spritze gesetzt wird, klar, und da haben wir auch drüber gesprochen, Trieb, Abhängigkeit, Sucht sind da so die Stichworte, aber auf der anderen Seite präsentiert sich das wie klassisches Make-up oder ein, ne, also mit der Creme nur 30 Tage und du siehst aus, als ob du so dieses Versprechen. Aber auch diese Steigerung davon und auch dann wieder in dieser Inszenierung so ein Technik-Gadget, also wie so ein wirklich.
Christian:
Ich habe es sofort so verstanden, das ist ein sehr erfolgreiches Produkt. Ja, also da ist Geld im Spiel. Das ist nicht das Crystal Meth, was irgendwo im Wohnmobil in der Wüste gekocht werden muss, was gepanscht und gestreckt wird, sondern das ist die Hochglanzvariante. Das ist das Ding, was Paläste und Schlösser finanziert. Also was, weißt du, was so dermaßen erfolgreich ist und wahrscheinlich auch so teuer ist und so in diesem Kosmos unterwegs ist, dass es sich auch auf diese Art präsentieren kann. Also in dieser, weil als sie dann ja da drin ist und wie du sagst, mit diesen Schließfächern und so, das ist ja alles sehr stylisch, sehr professionell, sehr hochglanz wieder und ich glaube, dass man da einfach, ja, mehrere Ebenen in dieses Produkt auch projiziert hat, mehrere Kritiken auch in dieses Produkt gebracht hat. Und das fand ich halt auch total, total stark. Also auch diese, also der Film ist nicht, also der Film ist sehr plakativ, aber hat unfassbar viele Ebenen dabei, finde ich.
Maria:
Auf jeden Fall.
Christian:
Also es ist nicht nur diese eine Sache, es ist nicht nur die Kritik am, weiß ich nicht, an den Medien oder auch am, ja, an der Darstellung von Frauenkörpern im Fernsehen, sondern das geht durch mehrere Ebenen. Auch der ganze Body-Horror-Aspekt, über den ich auch gerne sprechen würde. Ich habe mir im Laufe des Films irgendwann aufgeschrieben, okay, die Inszenierung ist auch dann in ihrer Masse irgendwie ermüdend, diese ständige Techno- gedröhne und die ständigen Ärsche und Brüste im Gesicht, so, das ist, ich hab's verstanden, danke, kommt noch was? Und ich hätte das nicht sagen dürfen oder aufschreiben dürfen. Ich hatte das Gefühl, ich habe den Filmabend etwas verflucht und herausgefordert, weil es kam wirklich noch so einiges und die Gangart hat sich auch noch geändert. Ja, es blieb nicht nur auf dieser Ebene.
Christian:
Und ja, also da müssen wir auch drüber sprechen, das ist ein ganz wichtiger Aspekt und das finde ich auch ganz stark an dem Film, das alles so stark und selbstbewusst in diesen Genre-Kontext zu verhandeln. Also eben dieses Horror-Genre, Body-Horror-Genre zu benutzen und damit auch zu erzählen und sich auch nicht, ich bin da großer Fan von, wenn, wenn man Genre auch für sowas benutzt, also wenn Genre hat ja oftmals diesen Stempel, ja das ist halt nur ne, das ist halt nur eklig. Das ist halt nur irgendwie Horror. Das ist nur, das Monster springt aus dem Schrank, damit wir uns erschrecken. Das passiert ja auch.
Maria:
Das wäre das Klischee, ja.
Christian:
Aber du kannst halt Genre benutzen, um halt auch mit dem Genre sehr, sehr gut, sehr tief und auch sehr, sehr deutlich oder sehr vielschichtig auch zu erzählen. Und das macht dieser Film halt unfassbar gut.
Maria:
Ja, auf jeden Fall, das stimmt. Obwohl ich das natürlich, also das Horror oder vor allem auch Buddy-Horror, sagen wir mal so platt sein soll, das ist ja ein Klischee, was es ja dann quasi oft gibt, vermutlich auch von Menschen, die das vielleicht nicht so gut auskennen oder nicht so richtig das sich angucken normalerweise. Aber, ist natürlich großer Quatsch. Also ich denke, dass gerade im Horrorbereich ja immer viel verhandelt wird. Man muss halt dann ein bisschen tiefer graben vielleicht, um zu verstehen, keine Ahnung, dass die Zombies die willenlosen Konsumenten sind oder was auch immer. Das ist ja sozusagen in der Theorie, in der Filmtheorie ja sehr deutlich, würde ich mal sagen. Also wenn man sich damit beschäftigt hat, dann weiß man das, dass da immer noch was drinsteckt. Also oft gibt es auch Filme, in denen nichts weiter drinsteckt. Sure. Aber der hier, dieser Film natürlich, der ist ja ganz, ganz deutlich auch darin, das ist ziemlich klar, dass das jetzt hier nicht zwingt, nur um irgendwie sich die Hände vor das Gesicht schlagen und Igitt-Igitt schreien geht, sondern das ist halt, das will uns was sagen, wenn da eben diese Körper auseinanderfallen oder total altern oder was auch immer. Und das fand ich eigentlich.
Maria:
Also ich meine, das ist natürlich, wie du schon sagst, das ist nicht subtil, aber das muss es auch überhaupt nicht sein, weil trotzdem würde ich sagen, die Botschaften, die da drin sind, da kann man, glaube ich, sehr viel diskutieren und das ist jetzt nicht zwingend extrem klar, was der Film machen will, es ist nur klar, dass er was machen will und dass es irgendwie eine Botschaft gibt und ich glaube, nicht umsonst gibt es dann auf YouTube irgendwie die 1000 Videos, wo gesagt wird, ah, das Ending explained, der ganze Film explained, Weil ich glaube, du kannst da viel, wenn du willst, reinexplainen. Also da geht einiges.
Maria:
Aber ja, um auf jeden Fall nochmal kurz beim Body-Horror zu bleiben. Das ist schon sehr, sehr explizit. Also ich denke da, und ich muss auch wirklich sagen, ich kenne mich ganz gut aus im Genre. Ich mag das auch. Gucke mir das auch eigentlich immer ganz gerne an. Auch wenn es natürlich eklig ist. Also gehört ja quasi dazu. Also das ist ein bisschen Teil davon. Und auch ich habe in dem Film gesessen und gedacht, das habe ich noch nie in meinem ganzen Leben gesehen und das hat noch nie irgendjemand so gemacht und dann dieses Monstro, ich habe auch vorhin schon gesagt, es gab auf jeden Fall Anleihen an Carrie und so mit diesem Blutspritzen und diese Leute, die da alle vollgespritzt werden, okay, aber das Design von diesem Wesen und was es auch erst tut, wie es dann sich auch diesen Ohrring da irgendwie in diese Seite da so reinpiekt und irgendwie dieses Kleid anzieht und, diese ganze Mischung und dann wie dann, wo war denn das? Ich weiß gar nicht mehr, wo das rauskam, aber irgendwo kommt eine Brust raus aus dem Mund, aus einem der Münder.
Christian:
Ja, da wächst noch was nach.
Maria:
Und dann fällt so eine einzelne Brust, so eine runde Brust, so auf den Boden und man denkt so, what the fuck? Und, Und das fand ich einfach, ich war so überwältigt davon, wie ungewöhnlich das und wie selbstbewusst, wie du schon gesagt hast, wie selbstbewusst das gemacht wird. Und es wird so gesagt, das ist mein Film und jetzt flutscht jetzt halt eine Brust aus diesem Monster raus und das machen wir jetzt mal. Und das wird auch alles gezeigt und das haben wir auch schon besprochen. Es gibt ja nicht zu Unrecht die Oscar-Nominierung jetzt für, was war das, Kostüm und Frisur?
Christian:
Make-up.
Maria:
Make-up. eigentlich natürlich aber für diese Prosthetics, für diese krasse Arbeit, die da geleistet wurde mit all diesen Wesen und Varianten dieser Wesenheiten, und das wirklich auch so durchzuexerzieren und zu sagen, das machen wir jetzt und ich will das jetzt machen, auch als, Regisseurin und wir arbeiten jetzt monatelang daran, dass wir dieses Wesen irgendwie zu einem echten Leber wecken, also jetzt auch nicht zu sagen, wir machen jetzt hier ein CGI, sondern wir machen jetzt so eine echte Prothese da und so einen Anzug, wo wir jetzt jemanden reinstecken, das fand ich einfach absolut großartig und es hat mich halt, sage ich mal, an die besseren Filme aus dem Genre erinnert, weil eben, das eigentlich immer eine Wirkung hat, wenn du da was Echtes vor dir hast, das sieht man und das spürt man und das hat einen ganz anderen Impact und das war, denke ich, ist für den Film extrem wichtig und das hat mich auch extrem überzeugt, also ich fand das wirklich, das sah alles ganz, ganz, abgesehen vom eklig sein, aber so vom Technischen sah das einfach absolut großartig aus, also das war Aber an keiner Sekunde habe ich gedacht, es sieht ein bisschen verkleidet aus oder so. Ich habe immer gedacht, nee, das ist ein lebendes, atmendes Wesen, was ich jetzt gerade vor mir sehe. Und das macht halt irgendwie was mit einem, auch auf so einer jetzt nicht intellektuellen oder so Ebene, sondern auf so einer körperlichen Ebene macht das irgendwie was.
Christian:
Also ich bin sehr begeistert davon, wie der Film funktioniert. Also rückblickend bin ich sehr begeistert davon, was der Film mit mir gemacht hat. Weil das echt ein ganz ungewöhnlicher, eigener Spannungsbogen irgendwie ist. Spannung ist das falsche Wort, Anspannungsbogen und Entladungsbogen. Weil, also ich kann sowas nicht gut sehen im Film. Ich kann also den späteren Teil, das Ende, Wo die Blutfontänen und so, wo wir schon die Ebenen verlassen haben, die, sag ich mal, realitätsnahen Ebenen verlassen haben. Da gehe ich mit. Ich kann aber egal wo, egal in welchem Kontext, ja, das Close-Up irgendwie im OP auf den Brustkorb und das Skalpell setzt an. Sowas kann ich grundsätzlich nicht gut sehen und mir war klar, dass ich schon bei dem Filmprobleme bekommen werde, wenn da The Substance heißt und die Spritze auf dem Plakat sitzt und ich dachte, oh Gott, ey, okay hoffentlich nicht zu viel rumgespritze, so das kann ich einfach nicht gut sehen Ja.
Maria:
Das war auch völlig okay.
Christian:
Als dann die Wirbelsäule aufgegangen ist war ich schon echt bedient und den Part habe ich im Wohnzimmer in der Spiegelung des Fensters durch meine Hände gesehen. Also da war ich schon eigentlich dabei, mich selbst, vor mir selbst, vor diesem Film zu schützen so ungefähr. Ich habe den auch in Begleitung und Überwachung geguckt. Das hat ganz gut getan, glaube ich. Ist die Szene vorbei? Kann ich wieder? Also das war schon, also da ging es schon los. Aber ich wusste ja, das bin ich. Und der Film macht das ganz fantastisch. Auch da wieder so diese Gegensätze oder auch diese, was er da mit einem macht, weißt du, der haut einem wirklich die Körperteile in diesen Aerobic-Videos und generell, wenn Sue im Bild ist, dann fliegen die Körperteile in Schnitten, in Beleuchtungen, Technobeats, dann bist du da wirklich so in so einer aufsexualisierten Ästhetik, Die aber, und das ist ja das Paradoxe, gerade auch in den USA, ja das komplette Gegenteil davon ist.
Christian:
Sie steht da ja nicht splitternackt und hält ihre Brüste in die Kamera, sondern sie ist in einem Aerobic-Kontext und will dir zeigen, wie du deinen Körper bewegst, um irgendwie fit zu sein. Aber, weißt du, das ist so, das ist so, Mann, mir fallen gerade die Worte nicht ein. Das ist halt eben so, das Gegenteil quasi von doppeldeutig. Es ist auch nicht eindeutig, aber es ist so fadenscheinig, weil es verkauft sich ja komplett falsch.
Maria:
Es ist sowieso paradox.
Christian:
Ja, genau, es ist dieses Paradox, es ist dieses auch Gegensätzliche. Sie stellt sich ja hin und sagt, so Leute, wir machen Sport und es geht halt nur um Sex die ganze Zeit, pur. Aber es ist auch kein Sex, es ist halt diese Zeigbare und auch da, da kommt ganz viel wieder rein. Es ist der Kapitalismus, der diesen Frauenkörper da bewegt. Und es ist die Inszenierung, mit der sie selbst ihren Körper bewegt. Und es ist dieses, alle treten da in so, sage ich mal, Abhängigkeitsverschämungen. Abhängigkeitsverhältnisse in diesen Szenen aufeinander. Sie mit der Kamera, die Kamera mit ihr, der Sender mit ihr, sie mit den Leuten, die es an den Fernsehern sehen sollen, die Kameramänner, die sie beglotzen und in Verlängerung ihres Körpers diese Kameras irgendwie auf sie richten und so, das passiert ja ganz, ganz viel. Aber dann gibt es halt die wirklich nackten Momente, die intimen Momente.
Christian:
Die verletzlichen, wo beide, Demi Moore, Margot Corley, in diesem Badezimmer ihre nackten Körper zeigen, aber in völlig anderen Kontexten, weil Wirbelsäulen aufreißen und Menschen aus anderen Menschen geboren werden. Und da geht es halt um das genaue Gegenteil von dem, was der Film aber irgendwie eine halbe Stunde vorher dir noch so ins Gesicht geschrien hatte, aber niemals das gesagt hat, was er behauptet hat. So diese, weißt du, die Paradoxie war aufgelöst, Aber es ging um einen komplett anderen Kontext. Und da habe ich schon gemerkt, okay, das ist auf so vielen Ebenen, weißt du ...
Christian:
Da passiert schon wieder so viel und dann beginnt dieser Body-Horror-Aspekt, der dann auf dieser Ebene auch mit so einem krassen, Spannungsverlauf arbeitet, weil das ist erstmal so richtig, also was du gesagt hast, wie es im Kino gelaufen ist, das war die Ansage des Filmes, da kannst du wahrscheinlich mal die Stoppuhr rausholen und sagen, weiß ich nicht, nach 30, 45 Minuten hat der Film wahrscheinlich die erste Ansage gemacht, nachdem irgendwie der ich sag mal Filmtrailer, YouTube-Trailer, so die ganzen Aerobics-Szenen da, ne, nachdem quasi die Leute, gerade die Männer, damit ins Kino gelockt wurden, kommt dann die Szene, die sagt, so und jetzt geh. Also wenn du jetzt noch bleibst, so, ne, also da wird die Spreu vom Weizen getrennt. Wer wegen dieser Aerobics-Nummer gekommen ist, geht in dem Moment aus dem Kinosaal. Und der Film sagt, verpisst euch auch, liebe Leute, so. Und dann gibt's diesen Verlauf und dann verfault da ihr Finger und also dann geht das mal so klein und verhältnismäßig leise weiter und dann kommen wieder diese fetten Ansagen, denn dann holt sie da aus diesem eitrigen Rücken mit dieser Megaspritze so den Vorrat für die nächsten 30 Tage raus und dann wird Elisabeth ja wirklich gemolken, ja, in dem Moment.
Maria:
Ja, das war unangenehm.
Christian:
Und dann, das war wirklich so der Punkt da am Ende, als dann, also ich glaube im Wikipedia-Artikel ist Gollum das Stichwort, also diese noch menschenähnliche Elizabeth, aber die ja dann, danach kommt ja dieser Blob, der da aus Sudan da so rauskommt. Und als dieser Blob erst mal gekommen und entstanden, also der Film hat sich so aufgeladen. Diese Anspannung ist bis dahin so deutlich geworden. Es gab diesen Kampf zwischen Gollum und Sue und da ging es ja auch richtig heftig her und die Bilder und die Stunts. Und dann kommt da dieses Wesen und da habe ich auch gemerkt, wie ich auf einmal, und das meine ich mit dieser Übersprungshandlung, das war der Moment, wo ich mir vorstellen kann, dass im Kino auch gelacht wird, weil ich kann wieder loslassen, weil jetzt verstehe ich, wo wir gerade sind. Wir haben jetzt diese Ebene überschritten. Wir haben jetzt diesen Sprung geschafft ins Fantastische. Wir sind aus dieser, sage ich mal, realistischen, aus diesem realistischen oder realitätsnahen Kontext rausgesprungen. Wir haben die Regeln auch so deutlich überschritten, dass wir jetzt in dieser, auf dieser Fantastischen, im Sinne von Fantastik auf dieser Ebene jetzt weitermachen können.
Maria:
Ja, das ich halt irgendwie auf jeden Fall, also das denke ich auf jeden Fall auch und im Grunde auch sobald dann Monstro da in dem Fernsehstudio ist und diese Dinge passieren, genau da ist, das ist dann so absurd, da ist, also Also ich fand es auch immer noch teilweise eklig, aber das auf einer ganz anderen Ebene unterwegs, weil das hat eine andere, ich würde mal sagen, Bedeutungsebene, weil zum Beispiel am Anfang, also es geht ja, wie du schon sagst, es geht mit dem Finger los, mit dem kleinen Finger und Elisabeth wacht auf und der sieht eben so vertrocknet und widerlich aus, wie er eben dann da so aussieht. Und dann ruft sie ja, glaube ich, auch direkt da an bei der Substance-Unternehmung da oder was auch immer, diese Firma da, ich weiß nicht, ich freue mich auch immer, gibt es dann da so ein Callcenter? Naja, okay. Jedenfalls ruft sie da an und dann sagt sie, ja und hier und das ist passiert und was mache ich denn jetzt? Und dann sagen die, das ist halt, das ist jetzt so, das ist final, also es gibt kein Zurück davon.
Maria:
Und ich finde, dadurch hat das eben, das ist eben das eine, dass es so eklig aussieht, Aber dann irgendwie auch die Bedeutung ist halt, das geht nie wieder zurück. Immer ist das Teil des Lebens, egal wie lange du jetzt noch leben wirst. Sie hätte auch genauso gut sagen können, ich breche das jetzt hier sofort ab. Aber sie wird immer diesen ekligen, verdruckten Finger haben. Und dann später auch. Und deswegen fand ich das dann, eigentlich bei jedem Mal aufwachen, war für mich das Grauen, ging von vorne los. Weil du wusstest ja dann quasi nicht, was ist jetzt passiert, was kommt jetzt als nächstes. Ich glaube, es gab noch so eine Stufe dazwischen, wo ihr Gesicht ist so halb, so ein bisschen angetrocknet oder ihr Bein auch. Es gab dann so verschiedene Stufen, wo dann so ihr Körper so nach und nach so ein bisschen, sag ich mal, vertrocknet, verwest, abstirbt, wie auch immer.
Maria:
Und jedes Mal fand ich, dass diese Körperlichkeit, das war das eine, dass das eklig aussieht und so weiter, aber einfach dieses Wissen, dass das jetzt ihr neuer Körper ist. Es gibt jetzt davon kein Wegkommen mehr. Das ist jetzt einfach so für immer. Und irgendwann wird es eigentlich auch immer schwerer zu verstecken. Mit so einem ekligen Finger kannst du vielleicht noch in den Handschuh stecken. Okay, aber irgendwann, wenn du deinem Gesicht anst, das kann man dann schwer verbergen. Und als sie dann aufwacht und siehst du, dieser Gollum, Also da war für mich halt vorbei. Ich fand das so, so krass. Einfach nur durch die Vorstellung, dass sie nie wieder zurück kann. Und man hat ja auch gesehen, wie sie vorher aussah. Sie ist halt diese wunderschöne Frau.
Maria:
Obwohl sie das ja selber sozusagen nicht so sieht oder ihr Umfeld das vielleicht nicht so sehen mag, weil sie eben älter ist, aber sieht einfach extrem gut aus und fantastisch. Und dann ist sie auf Ende von dieser ganzen Erfahrung ist sie dann dieses runzlige, kleine, gruselige, krumme Wesen und entscheidet sich ja dann trotzdem sogar auch dafür, dieses Leben jetzt weiterzuführen und, hält ja dann daran fest, wie auch immer das funktionieren soll. Das werden wir auch niemals rausfinden, aber das passiert ja dann auch nicht, aber ich fand einfach dieses, das hat so viel Gewicht dadurch. Also es war jetzt kein, vielleicht in anderen Splatter oder so Film, da hast du halt den Gore-Effekt, weil irgendwem die Eingeweide rausgeschnitten werden, der ist dann tot, das war's. Aber in dem Fall war das halt so, das ist jetzt diese ekligen Effekte, da ist jetzt was Widerliches passiert und damit muss sie jetzt irgendwie leben.
Christian:
Die Tragung dahinter, ne?
Maria:
Ja, genau, das ist irgendwie so und gerade sie, weil man ja weiß, sie sehen sich so nach der Anerkennung, nach dem Rampenlicht, nach der Schönheit, sie hat auch immer diese kleine Schneekugel da und so. Und sie sehnt sich so sehr danach, so ein perfektes Bild zu sein, dieser perfekte Körper. Und nun gerade für sie ist es eben natürlich besonders schwerwiegend, dass sie das dann nie wieder erreichen kann, also nicht mal ein bisschen. Und das fand ich halt, diese ganze Bedeutungsebene, die liegt ja quasi da drunter. Und sie nimmt ja auch schon, um Sue auf die Welt zu bringen, zu gebären, zu erschaffen, was auch immer, nimmt sie ja auch schon diese extrem riesige Narbe auf ihrem Rücken, da irgendwie auf sich, die dann Sue da auch auf eine eklige Art und Weise zunehmt. Also quasi hinter all diesen Body-Horror, hinter all diesen ekligen Sachen steckt immer irgendetwas, was die Situation irgendwie mit Bedeutung auflädt. Also es ist jetzt nicht einfach nur ein Schockeffekt und alle schreien, ihr geht und rennt aus dem Kino, sondern es gibt halt irgendwie eine Bedeutung und irgendwie ein Gewicht für all das. Und das, finde ich, macht den Film sehr besonders. Oder in dem Fall, weil es eben auch leicht zu erkennen ist, dass da jetzt irgendwas dahinter steckt, ja, macht das irgendwie den Film sehr interessant und irgendwie sehr.
Maria:
Erhebt ihn halt ab, würde ich mal sagen, von vielleicht Filmen, wo das eben für den Effekt gemacht wird und es wird hier halt aus einem erzählerischen Grund gemacht und das fand ich irgendwie sehr gut und sehr, ja, hat mich irgendwie sehr bewegt auch ganz oft.
Christian:
Das stimmt, also so wie du das jetzt auch nochmal beschreibst, dass, also.
Christian:
Also das, was aus Elizabeth wird, in einem anderen Kontext würden wir das als klassisches Filmmonster bezeichnen, ist ja hier ein Werdegang, der immer in Beziehung und in Relation zu Sue steht und damit ja irgendwie zu sich selbst. Das, was wir sehen, tut sie sich ja selbst an für etwas. Und dann rätseln wir und sagen, ja, was ist das denn? Hat sie da noch diese Verbindung? So nimmt sie da Gefühle irgendwie mit? Oder ist das diese rauschhafte Erfahrung, die dann noch bleibt? Aber irgendwas ist da, wenn Sue in Erscheinung tritt, dass Elizabeth gewillt ist, weiterzugehen, nicht aufzuhören, nicht aufhören kann. Fand ich halt auch total krass. Also das, da sind auch wieder so viele Ebenen drin, so viele Themen, die der Film da auch aufgemacht hat. Ich fand das dann auch, also das Ganze ist ja ein sehr feministischer Film. Also die Regisseurin hatte auch in diesem Revenge-Film, da ging es halt auch sehr stark um das Thema, um diese Aspekte. Und hier, also ich habe zum Beispiel auch das Symbol oder die Metapher gesehen von so einer Mutter-Tochter-Beziehung irgendwie.
Christian:
Die beiden hängen ja, also Elisabeth ist ja quasi die Gebärende, wenn wir in diesem Bild irgendwie bleiben wollen. Und beide stehen aber in so einem Konkurrenzkampf. Das ist ja eben auch, das ist ja der Weg, den die beiden gehen. Da habe ich jetzt auch gerade drüber nachgedacht, was du so beschrieben hast. Wir sehen diesen Verfall von Elizabeth, das ist ja glaube ich auch dieses, was auf der einen Seite gegeben wird, muss auf der anderen genommen werden. Jeden Tag, den Sue länger sozusagen am Leben ist oder länger in der Führung steht, wird ja quasi als Zeit, deswegen ich habe das auch immer so als körperlichen Verfall, also so als Absterben irgendwie gesehen, der Zellen des Körpers bei Elizabeth. Also je länger dort, desto kürzer dort. Und das sagt ja auch schon wieder so ganz, ganz viel. Die beiden könnten wahrscheinlich die perfekte Symbiose sein, wenn sie sich an die Regeln halten würden, wenn sie ein Miteinander gehen würden, dann wäre der Film ja ein ganz anderer. Dann wäre diese Geschichte, also das ist ja denkbar, dass es nicht zu dem kommt, was wir da sehen. Es ist denkbar, dass sich beide Seiten an die Regeln halten und.
Christian:
Dieses System aufrecht bleibt. Das ist ja eigentlich nicht quasi zum Scheitern verurteilt, sondern wir sehen, wie es hier scheitert. Aber eigentlich könnte man ja meinen, könnte das so auf ewig weiter so gehen.
Maria:
Ja, aber ...
Christian:
Es gibt noch die Szene da in einem Diner, was ich auch so stark fand, wo diese alte Anzeige anspricht und sagt, na, hat die andere Seite schon angefangen, an dir zu knabbern oder irgendwie sowas?
Maria:
Ja, genau, genau. Das war das eine. Aber ich glaube halt, was der Film ja dann eben sagt oder was die Aussage sein soll, für mich jetzt mal, ist ja, ja, es könnte alles ganz perfekt sein, wenn alle sich an die Regeln halten würden, aber dass Systeme, in denen sie sind und die Anforderungen und die Ansprüche, die an sie gestellt werden und das Bild, was von Frauen ja auch die ganze Zeit suggeriert wird, macht es ihnen unmöglich, dieses Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Weil eben Elizabeth, weil sie älter ist, in dem Fall nichts mehr wert ist. Sie hat ihren Wert als Frau verloren. Sie hat ihre Karriere verloren. Sie ist nicht mehr sexuell anziehend genug. Sie kann vielleicht auch, weil sie eben schon älter ist, keine Kinder mehr bekommen. Das heißt, ihr Wert, den die patriarchale Gesellschaft ihr zuschreibt, ist null.
Maria:
Und der von Sue ist genau das Gegenteil. Weil sie ist halt jung, sie ist super sexy, sieht absolut perfekt aus. Sie ist quasi der Traum von allen Männern. Und dieses Leben zu leben ist sozusagen für die Frau natürlich viel attraktiver. Weil das andere Leben, da kriegt sie nichts mehr. Sie hat ja nichts mehr, was sie erreichen kann. In den Augen der Gesellschaft ist sie nichts mehr wert. Und das andere Leben ist dafür alles wert. Und ich denke, das ist exakt die Aussage, die der Film machen will. Also der Film, den du dir vorstellst, wo alles total schön läuft, das klingt sehr, sehr schön und harmonisch, aber ich glaube, dass der Film hier sagen wird, ist, dass es einfach für diese Frauen oder für Frauen im Allgemeinen, wenn wir jetzt mal so ein bisschen den größeren Boden spangen wollen, ist das eigentlich nicht möglich. Es geht nicht. Das verwehrt uns die Gesellschaft sozusagen. sagen.
Christian:
Und deswegen ist das auch nicht der Film, den wir vorhin uns überlegt hatten. Der große Triumph, dass die beiden Hand in Hand miteinander arbeiten und mit ihren Mitteln, die Ältere, die weiß, wie es geht, die Jüngere, die eben, im Mittelpunkt der Gesellschaft steht oder im Mittelpunkt dieses Systems stehen kann, dass die beiden zusammen gemeinsam das System sprengen, das haben wir hier halt nicht. Wir sehen ja, wie das System diese beiden Vielen Dank. Seiten der Medaille, der gleichen Medaille halt in den Abgrund treiben.
Maria:
Und auch wie sie natürlich Frauen gegeneinander aufhetzen, indem sie sagen, du bist jetzt abserviert, für dich kommt jetzt die nächste, bessere Version und dadurch kann ja nur Konkurrenz entstehen. Wie soll da gemeinsame Womanhood und Schwesternschaft sein? Das geht ja in diesem System überhaupt nicht. Und deswegen stoßen sie sich ja auch so krass ab eigentlich dann irgendwann. Weil sie können ja, unsere schöne Vorstellung von sie reißen gemeinsam das System ein, das können sie da gar nicht in dieser Welt, in der sie da sind, weil sie eben permanent gegeneinander aufgewiegelt werden. Und immer im Endeffekt auch vielleicht auch die anderen Tänzerinnen, die da noch neben ihr stehen, die würden jederzeit alles dafür tun, an ihrer Stelle zu sein. Und da wird es keine Freundschaften geben, denke ich mal.
Christian:
Umso faszinierender und das fällt mir jetzt erst im Laufe dieser Diskussion auf, dass dieser Film auch bei den Oscars nominiert ist also werden wir jetzt mal diesen ganzen Body Horror Aspekt außen vor lassen, der den Film ja eigentlich auch sag ich mal, als Ausreißer in dieser Kategorie zeigt Academy hat schon immer eher Probleme mit Genre zu viel Genre, oh oh oh dann wird es ja massenkompatibel und dann fehlen uns die vielschichtigen Ebenen, um das Klischee einfach aufzugreifen aber selbst wenn man das außen vor lässt ist das ein Film der ja also diese letzte Einstellung dieses Blob-artige also das Gesicht von Demi Moore in diesem Blob auf dem Hollywood Walk of Fame und, Da frage ich mich, ob die Academy den Film auch bis zum Ende geguckt hat oder ob die alle irgendwie bis zur ersten Szene gekommen sind und gesagt haben, ja, Demi Moore macht da schon echt viel, komm, den können wir auch nominieren. Also das ist schon irgendwie auch so ein Stinkefinger, der auch sehr stark an das System gerichtet ist, was sich jetzt hinstellt mit der goldenen Trophäe und sagt, finden wir gut, finden wir toll, finden wir ganz, ganz stark.
Maria:
Haben wir jetzt auch selber reflektiert? Das machen wir jetzt auch ab sofort nicht mehr. Ab sofort haben wir auf Ü50 Frauen unseren Film. Ja, ja, bestimmt. Ganz toll.
Christian:
Also ich bin, also ich werde jetzt noch mal ein bisschen anders auf die Oscar-Verleihung dieses Jahr gucken. Ich bin sehr gespannt auf die Reden, falls dieser Film in der einen oder anderen Kategorie ausgezeichnet wird.
Maria:
Ja, ich auch.
Christian:
Da bin ich wirklich mal gespannt. Ja, wollen wir damit auch schon Richtung Oscars gehen? Also wir hätten noch sehr, sehr viele Aspekte, die wir eigentlich machen könnten, aber ich glaube, wir können auch langsam abbiegen.
Maria:
Können wir gerne machen, das passt.
Christian:
Ist ein Film, über den kannst du zehn Stunden sprechen und hast immer noch nicht alle Aspekte irgendwie gefunden und gesehen und erwähnt.
Maria:
Wie gesagt, wir können darüber Doktorarbeiten schreiben, ist überhaupt kein Problem. Also habe ich mir sehr sicher. Komischerweise sagen wir das öfter, fällt mir jetzt gerade noch auf, ich glaube, über Pläter haben wir das auch behauptet. Aber ich bin auch sicher, dass es geht.
Maria:
Aber ja, der Film hat wirklich sehr, sehr viel zu bieten. Und ich habe halt jetzt in Vorbereitung auf unser Gespräch vorhin nochmal ein Interview geschaut mit den drei, sage ich mal, Frauen dieses Films. Und ja.
Maria:
Ich weiß nicht, aber ich mochte dieses Bild. Ich fand, das war einfach ein schönes Bild, wie sie so draußen saßen, saßen zu dritt auf der Couch. Die Interviewerin war auch eine Frau und ich habe so gedacht, ja, das hat sich richtig gut angefühlt, dass da mal ein paar Frauen über ihre Arbeit gesprochen haben und über ihre Kunst und wie sie an die Rollen angegangen sind und wie sich das angefühlt hat und so weiter und so fort. Eben auch, weil es hier ja auch um Weiblichkeit und das Bild von Weiblichkeit und Körperwahrnehmung und vielleicht nochmal ganz kurz, um nochmal ganz kurz da reinzuschwenken, weil ich das irgendwie spannend fand. Ich habe das jetzt nur während des Interviews so ein bisschen rausgehört oder auch das erste Mal aufgegangen sozusagen, dass es natürlich auch irgendwie ganz stark um so Selbsthass geht und um so Körperbilder, die man so eingetrichtert von außen so bekommt. Und weiß ich, irgendwer sagt mal irgendwann in deiner Kindheit zu dir, weiß ich nicht, keine Ahnung, du hast irgendwie dein einer Finger, er ist ja größer als die anderen, und dann kannst du nie wieder aufhören, darauf zu glotzen. Und das wird dir für immer, hängt dir das nach. Und ich glaube, das ist bei Frauen besonders krass, also weil sie ja immer darauf gedrängt werden, dass sie irgendwie aussehen, ist das Einzige, was sie zählt. Und das ist, was sie ausmacht und was sie wertvoll macht. Und wenn das nicht perfekt ist, dann ist es schwierig.
Maria:
Und ich fand das so interessant, weil tatsächlich beide, also Margaret Corley als auch der Minou erzählt haben, Und dass sie das total gut kennen und dass sie auch immer unsicher waren. Und dann halt natürlich auch in der Öffentlichkeit werden ja dann auch, vor allem bei der Mimur, ihr Körper auch besprochen. Und wie die aussehen und warum die so aussehen. Und auch der Mimur ist ja so krass muskulös in G.I. Jane. Und darf sie das? Und ist das in Ordnung? Und sie sieht aus wie ein Mann und so weiter und so fort. Und dann hat sie auch gesagt, das macht auch was mit einem. Und das ändert das ganze Selbstbild. Und dann halt in diesen Film zu gehen und diesen Film zu machen. Und sich damit auseinanderzusetzen und auch wirklich, wie du schon sagst, einen dicken, großen, fetten Stinkefinger auch in alle Richtungen einmal kurz zu zeigen, ist dann, glaube ich, besonders wichtig. Kraftvoll und auch wichtig für diese Frauen an sich, aber irgendwie für alle Frauen im Allgemeinen, aber eben auch für die. Deswegen ist, glaube ich, auch die Auszeichnung, ich glaube, der Mimo hat ja schon den Golden Globe gekriegt für ihre Performance.
Maria:
Und ich glaube, deswegen ist vielleicht auch die Oscar-Nommierung zustande gekommen, weil das eben so, ich sage mal, sich so verschränkt. Also ihr persönliches Leben, sie war ja jetzt, glaube ich, längere Zeit eigentlich nicht mehr so oft zu sehen, eben vielleicht auch, weil sie ein bisschen älter ist. Und sie hatte eben diese große Büte seit den 90ern. Und jetzt kommt sie mit diesem Film in die Ecke, was völlig unerwartet ist, also überhaupt nicht mehr so ein Hollywood-Teil und wo es um, also so klassische Hollywood-Filme, was sie vorher gemacht hat. Und das ist natürlich auch so eine Art Neuerfindung und aber auch mit so einer krassen Aussage. Also ich kann mir schon vorstellen, dass das deswegen auch jetzt eben bei den Nominierten gelandet ist.
Christian:
Ja, das ist für alle Beteiligten ein enormes Risiko. Also vielleicht bis auf Dennis Quaid, weil der spielt halt einfach drüber und der muss sich auch keine Sorgen machen, dass der nächste Film halt irgendwie kommt oder nicht kommt. Aber gerade Demi Moore und gerade auch die Regisseurin Corley Fajon.
Maria:
Ich weiß es aber nicht.
Christian:
Aber das auf jeden Fall beide, also beide haben ja eigentlich, vielleicht sogar die Regisseurin noch einen Tick mehr, sich ja irgendwie auch in so eine, also mit diesem Stinkefinger auch in so eine Sackgasse manövriert zu sagen. Also der Film geht ja keinerlei Kompromisse ein. in der Performance, aber auch in seinem kompletten Dasein. Und jetzt mal so ganz platt gesagt, also in beiden Fällen hätte das auch das, Karriereende sein können.
Maria:
100 Prozent, ja.
Christian:
Danach kommt da nichts mehr. Was hast du vorher gemacht? Den Film? Nee, machen wir nicht. Nicht mit dir. Weil das ist schon was anderes, als irgendwie Black Widow zu machen, ohne jetzt auf den Film selber einhacken zu wollen, aber das ist halt das komplette Gegenteil von Mainstream-Kino. Wie du ja gesagt hast, die Leute sind aus dem Saal gegangen. Das ist das Gegenteil von dem, was du willst. Als Filmstudio zumindest. Aber die wollten das hier. Das ist nicht zufällig passiert. Das ist jetzt nicht der Skandal rund um den Film. Oh, wir wurden falsch verstanden. Sondern der Film ist so, Ja, mir fehlen die Worte. Der Film ist halt so, ja drastisch, aber auch erfolgreich. Also erfolgreich im Sinne von, der nimmt sich etwas vor und er setzt es konsequent und perfekt um. Und dann können wir darüber streiten und sagen, oh, das ist aber viel und das ist aber nicht subtil und das ist schon sehr toll und weiß ich nicht, ob ich das vertragen kann und so. Aber er ist halt absolut kompromisslos bei der ganzen Sache und das macht ihn auch so rund. Also diese Anekdote, die ich gehört habe, dass es Universal wohl gesagt hat, geht's auch weniger, geht halt voll am Film vorbei.
Maria:
100 Prozent und das ist natürlich dann auch ein, muss man wirklich auch sagen, Hut ab dann für die Regisseurin, die dann gesagt hat, nein, das ist meine Vision und wir machen das so. Meinte ich ja von außen auch mit den Kostümen und diesen ganzen Prothesen und was weiß ich. Den Mut zu haben, zu sagen, das ist meine Vorstellung davon und ich möchte das jetzt umsetzen und das machen wir jetzt. Da auch wirklich keine Kompromisse einzugehen, weil man halt eine künstlerische Vision hat, die man nicht verraten möchte. Und das ist natürlich jetzt in dem Fall natürlich von großem Erfolg gekennzeichnet. Aber du hast völlig recht, es hätte auch ganz wunderbar nach hinten losgehen können. Also es hätte auch genau in die andere Richtung gehen können. So, kein Mensch guckt's, ein paar Hardcore-Genre-Fans ziehen sich das rein, finden es vielleicht ein bisschen cool und das war's. Das hätte genau so passieren können.
Christian:
Und in zehn Jahren kriegt er dann den Stempel Kultklassiker, Kultfilm und hat dann, was ist eigentlich aus Demi Moore geworden? Und dann kommen die Interviews, die sagen, das war ja so toll vor zehn Jahren, als du deine Karriere mit diesem Film beendet hast. Da sind wir ja jetzt erst alle sehr dankbar für, weil wir sozusagen die Zeit hinterhergekommen ist.
Christian:
Ich glaube auch, das ist dann wieder der Aspekt, der den Film so für die Oscars irgendwie dann wieder, also das geht dann wieder für mich im Kopf auf, warum der bei den Oscars gelandet ist. Weil kompromisslose künstlerische Visionen sozusagen gegen äußere Widerstände und gegen Filmstudios hinweg mit Mut und Tapferkeit in jedem Department und wenig Mitteln, das neckt sich die Academy so weg. Das ist deren täglich Brot. Wenn die sowas hören, sagen die, oh ja, klasse, das muss nominiert werden. Ich kann mir vorstellen, dass die Oscar-Kampagne auf der Ebene gefahren wurde und dass man gesagt hat, bitte, bitte guckt euch nicht die ersten und letzten Bilder an. Aber so ist halt auch immer Politik dabei bei solchen Verleihungen und gerade bei den Oscars. Aber ja, also ich bin es immer noch, bin überrascht, dass der Film in dieser Auswahl gekommen ist. Finde es stark, finde es gut.
Maria:
Ja, ich auch. Ich habe mich auch sehr gefreut.
Christian:
Wir können ja mal kurz durchgehen. Ich kann ja mal ganz schnell vorlesen, wer jetzt, ja, es ist immer so schwierig. Es sind die Filme von 2024, die 2025 ja dann ausgezeichnet werden. Aber es ist in alphabetischer Reihenfolge. Anora, The Brutalist, Like a Complete Unknown, Conclave, Dune, Part 2, Emilia Perez, I'm Still Here, Nickel Boys, The Substance und Wicked. Und das sind die Filme, die in der Kategorie bester Film nominiert sind. Ich kann zu den restlichen Filmen gar nicht so viel sagen, außer dass ich Dune gesehen habe und sehr schnell sehr bekehrt wurde. Aber mit Dune können wir uns auch außerhalb der Oscars sehr gut hier in dieser Sendung beschäftigen. Da ist die Schnittmenge sehr groß. Deswegen habe ich den auch ganz bewusst hier nicht reingeholt in die Diskussion. Aber du hast noch einiges mehr gesehen auf der Liste.
Maria:
Ja, ich habe noch gesehen The Brutalist, Conclave, dann Dune habe ich auch gesehen, Emilia Perez und Wicked von dieser Liste. Also ich bin da, glaube ich, ganz gut dabei.
Christian:
Ich glaube, das sind auch die Filme, die jetzt in Deutschland so gestartet sind. Also der Like a Complete Unknown ist, glaube ich, jetzt zum Zeitpunkt der Aufnahme ein, zwei Wochen erst im Kino.
Maria:
Ja, genau, der kommt.
Christian:
Ich glaube, Nickel Boys nach der Oscar-Verleihung, das ist klassisch, Black American Cinema, ist gerne hier in Deutschland auch erst, wenn du sagen kannst auf dem Filmposter, wie viele Oscars der Film bekommen hat. Das ist ein Marketing-Ding. Jedes Jahr gibt es diese ein, zwei Oscar-Filme, die exakt die Woche nach der Verleihung, damit das halt, sag ich mal, damit das deutsche Publikum auch sagt, ah, Oscar, ja, dann gucke ich den im Kino. Gibt's einfach, gibt's einfach, weil man, weil man meint, die Filme wären sonst nicht vermarktbar, aber naja gut.
Maria:
Ja, da behämmert, aber ja, vielleicht möglicherweise. Ja, aber ich denke mal auf jeden Fall, dass der, also, dass Substance hat wahrscheinlich starke Konkurrenz. Die Filme sind ja auch sehr verschieden, wie es immer so ist, ne? Also, der ist ja, ich denke mal, der ist auf jeden Fall ein Ausreißer, wie du schon sagst. Genre-Film, sehr ungewöhnlicher Film, sehr, ich sag jetzt mal, unkonventionell, wohingegen die anderen teilweise auch, also es ist so ein bisschen gut gemischt, würde ich sagen, aber ein paar davon sind, würde ich mal sagen, doch eher, Alt bekannt, geht immer, so ein Biopic, Bob Dylan, Biopic, sure, klare Sache, macht alles Sinn. Ich hätte jetzt, was ich, glaube ich, auf der Liste auch am zweitspannendsten fand, was ich gesehen habe, ist Emilia Perez, ein Musical, es geht um Transpersonen, also es ist auch sehr, ich sage mal, ungewöhnlich von der grundsätzlichen Handlung und Richtung des Films her. Da war ich auch jedenfalls überrascht. Der hat hier, glaube ich, auch sogar die meisten Nominierungen bekommen. Also der hat sehr, sehr viele Nominierungen bekommen. Wo man dann auch, also ich habe mich dann auch sofort gefragt, liegt es am Film oder liegt es am Thema? Will man sich da jetzt als Academy als besonders offen und tolerant beweisen, indem man jetzt diesen Film besonders doll rauskehrt? Oder liegt es wirklich am Film? Also ich bin nicht sicher, hätte ich gesagt. Ich finde es ein bisschen komisch.
Christian:
Ich habe auch bei dem, bei dem habe ich auch einige Kritik gehört.
Maria:
Ja, ja.
Christian:
Die Fans-Community gesagt hat, das ist jetzt auch irgendwie der Regisseur, glaube ich, der und die Darstellerin, die auch sehr zweifelhafte Aussagen in der Vergangenheit irgendwie gemacht hat über Minderheiten. Und ich glaube, ich kriege das auch nur so am Rande mit, dass da die Oscar-Kampagne, glaube ich, gerade in sich selbst zusammenfällt. Es ist halt auch immer so ein politisches Ding und damit meine ich jetzt nicht politisch im Sinne des Themas, sondern die Art und Weise, wie Oscar gewonnen werden, ist halt Plakatschiff Warte kleben, Interviews führen, also das ist ein Wahlkampf, den eigentlich jeder Film da irgendwie auch macht. Da wird auch Geld reingepumpt von den Filmstudios. Und bei dem Emilia-Perez ist es in den USA auch nochmal ein bisschen besonders, weil das Netflix-Film ist. Netflix hat sich die Rechte in den USA eingekauft, deswegen hat es dort, diesen Stempel und diesen Kontext, was ja dann in dieser Oscar-Diskussion auch nochmal weitere Schichten aufmacht, weil Netflix bringt Filme eigentlich nicht ins Kino und wenn, dann, minimalen zwei Wochen in New York und irgendwie L.A. damit. Also Netflix hat ja gesagt, wir wollen eigentlich das Kino ablösen. Und die Academy sagt ja bis heute, finden wir irgendwie nicht so geil, wissen wir nicht, was wir damit machen sollen.
Maria:
Ja.
Christian:
Weißt du, Apple hat schon einen Oscar bekommen. Weswegen ich zum Beispiel auch glaube, dass das vielleicht bei The Substance mit Mubi nochmal so ein Stichwort oder eher noch ein Pluspunkt ist, zu sagen, oh, das ist dieser kleine, unbekannte Streaming-Dienst, der diesen Film gemacht hat. Kann halt auch sein, dass Netflix da den eher vor die Füße fällt. So, dass man sagt, nominieren, ja, auszeichnen, weiß ich nicht.
Maria:
Ja, also ich würde mich auf jeden Fall für The Substance freuen. Also mein Oscar würde er kriegen für besten Film. Habe ich ja schon gesagt, dass er im letzten Jahr mich wirklich extrem überzeugt hat. Ich bin aber nicht sicher, ob er ernsthafte Chancen hat. Also ich weiß nicht.
Christian:
Ich glaube es auch nicht.
Maria:
Ich denke leider nicht. wem ich es dann tatsächlich noch mehr gönnen würde, wäre dann eben Coralie Fajar, sie hat ja auch den Regie die Regie-Oscar-Nominierung da würde ich mich einfach wirklich, wirklich freuen also da würde ich denken, das wäre berechtigt und das wäre auch ein cooles Zeichen, den Oscar mal einer Frau zu geben zur Abwechslung und, ich finde halt wirklich von der Regie, also sie hat das Triebuch ja auch noch geschrieben also beides und wir haben uns auch gerade schon besprochen, wie sehr sich für den Film eingesetzt hat, wie lange es gedauert hat, den zu machen und so weiter. Und dann aber eben auch so ein Brett zu liefern und dann wirklich auch, wie wir auch schon gesagt haben, die Inszenierung ist mega krass und mega gut und der ganze Film ist wirklich sehr, sehr rund. Also von der Regie her würde ich sagen, das ist absolut verdient. Also sie würde den von mir aus, ja, von mir aus würde ich mich, glaube ich, noch mehr freuen als über ein Best Picture-Oscar. Weil da würde ich, ja, das wäre halt wirklich mal Ich glaube.
Christian:
Demi Moore hat auch sehr gute Chancen in der Kategorie. Ich frage mich wirklich, wie das bei dem ist, also bei dem Film. Die Academy bekommt ja dann auch diese Screener, also die können ja alle die Filme gucken, wie sie wollen. Ich weiß nicht, ob das irgendwie ein Server ist oder wirklich noch DVDs verschickt werden. Aber ich frage mich halt auch da so, also die Leute, die Academy, die tausenden von Menschen weltweit sitzen jetzt nicht alle im Kino wie du und sagen, ich gucke mir den Film an, sondern also wie schnell wird man da zur Fernbedienung greifen und sagen, holy moly, aus, danke reicht, so, ob das passiert.
Maria:
Kann sein.
Christian:
Und dann hast du ja diese Gewichtung, das ist ja eine gewichtete Abstimmung, die da stattfindet und die Filme werden ja in Relation gesetzt und irgendwie der erste bekommt so und so viele Punkte, der zweite so und so viele Punkte und das ist ja, das führt ja dazu, dass Filme, die bei vielen auf der Eins und bei auch vielen auf dem letzten Platz liegen, halt schlechter, eine schlechtere Punktzahl erreichen, als der eine Film, der bei wirklich allen auf der Zwei gelandet ist. Der niemand auf die Eins setzt, aber den alle auf die Zwei oder Drei setzen. Und dann hast du halt Geschichten wie Green Book, die gewinnen und alle sagen, warum?
Maria:
What is happening? Ja, das stimmt.
Christian:
Und da kann ich mir vorstellen, das ist Substance so ein Kandidat, der bei manchen Leuten irgendwie dreimal auf der Eins steht, weil sie ihn so gut finden und bei vielen Leuten irgendwie vielleicht nicht mal auf den Zettel kommt, weil die sagen, habe ich bei der ersten Nummer da im Badezimmer ausgemacht, ist nicht mein Fall, danke.
Maria:
Ist mir zu krass.
Christian:
Aber dann halt so aus gutem Gewissen, um das Gewissen zu beruhigen, dann bei Demi Moore ganz viele Kreuze machen und sagen, ja, ja, aber das war schon toll gespielt.
Maria:
Ja, ich weiß, ich halt auch so ein bisschen jetzt in der, ich sag mal, medialen Berichterstattung über den Film und vor allem über den Minutes-Performance auch jetzt so ein paar Mal aufgeschnappt habe, war so, dass, ja, und sie hat sich ja total viel getraut und sie hat sich ja dann da auch irgendwie, sie sieht ja dann eben halt auch hier und da echt hässlich dann irgendwie später aus und Mut zur Hässlichkeit und sie ist ja auch schon ein bisschen älter und so und das ist ja schon krass, wie sie sich dann auch präsentiert, wo ich dachte, ey, genau das, Also genau das ist das, was der Film kritisiert und ihr macht jetzt so eine Berichterstattung.
Maria:
Habt ihr den Film nicht gesehen? Wahrscheinlich nicht. Oder habt ihr einfach das nicht verstanden? Also ich finde, die Berichterstattung um sie herum ist teilweise fein. Also wo ich denke, ja, wo auch Leute dann die Performance waren voll krass und unerschrocken und was weiß ich, okay, aber nicht unerschrocken, weil sie halt mal ein bisschen hässlicher aussehen oder weil sie eben mal nackt ist, wo ich halt sofort dachte, oh nee, bitte nicht. Halt genau das Gegenteil von dem, was der filmen wollte. Und das tut mir dann, wie immer, das hat mir echt leicht getan. Ich so dachte, mein Gott, es ist halt wirklich, ja, am Thema vorbei, würde ich mal sagen. Das war ein bisschen doof. Also wenn sie jetzt sozusagen aus diesen Gründen den Oscar bekommen würde, weil sie, ja, mit über 50 sich nackt auf den Boden legt und, oh mein Gott, man kann ja ihren Körper sehen, der vielleicht nach irgendwelchen Standards jetzt nicht mehr absolut perfekt und straff aussieht, dann wäre das halt für mich der falsche Grund aber das kann ich mir halt vorstellen dass die Academy da auch dann halt hier und da sagt oh ja, sie hat sich voll getraut das jetzt mal zu machen deswegen machen wir das jetzt und das wäre für mich halt blöd also würde ich sagen.
Christian:
Nee Die Anekdote erzähle ich ja auch jedes Mal wenn wir über die Oscars sprechen, dass bei allen Kategorien außer vielleicht bester Film dass man immer das Best durchstreicht und Most drüber schreibt und dann weiß man worum es der Academy geht Ja, most Make-up, most Acting, most Music und dann so.
Maria:
Stimmt.
Christian:
Mich hat es zwischendurch an Leonardo DiCaprio's The Revenant erinnert. Da habe ich auch auf die Finger bekommen, als ich das gesagt habe. Und das stimmt natürlich, weil das halt nicht vergleichbar ist. Das ist auch so völlig anders, weil thematisch ist das eine halt irgendwie ziemlich banal und das hier halt sehr unbanal. Aber ich musste mich einfach so dieses, ja, also Leo ist da ja wirklich, weißt du, der ist da wirklich durch den Schlamm gerobbt. Und was der sich, also was für eine...
Maria:
Er hat die Leber gegessen.
Christian:
Ja, ja, und das als Vegetarier. Der hat da wirklich so die Nummer. Und hier halt auch so dieses, also wirklich ganz mutig. Also wie viel Demi Moore auch im Trailer gesessen haben muss, um das Make-up über sich ertragen zu lassen. Also und dann auch, also wie du sagst, und dann nackig da auf dem Boden liegen. Also wow, das in ihrem Alter und so. Das ist dann so diese, sag ich ja, most. Vielen Dank.
Maria:
Aber ich glaube halt, dass im Gegensatz zu dieser Leo-Erzählung, die, glaube ich, doch einen wahren Kern hat, das bei Demi Moore nicht stimmt. Also ich glaube, dass es einfach nicht wirklich wahr ist. Und ich kann mir halt, wenn man den Film gesehen hat, nicht vorstellen, dass sie halt das Drehbuch gelesen hat und gedacht hat, dafür hole ich mir jetzt einen Oscar.
Christian:
Nee.
Maria:
Also anders als Leo, der, glaube ich, genau das gedacht hat. Wenn ich mich da jetzt richtig reinknie, dann kriege ich ihn endlich. Und so war es ja dann auch. Und ich glaube aber bei Demi Moore, wie wir auch schon besprochen haben, Das Risiko ist viel größer gewesen und ich denke, es war nicht abzusehen, dass das jetzt in die Richtung geht hier. Und deswegen würde ich es auch viel mehr gönnen, als ich das Leo damals geguckt habe.
Christian:
Also allein diese Szene, was wir meinten, da am Spiegel und sie schafft das Date nicht. Und das meine ich halt. Man würde sich ja wünschen, dass da auf dem Umschlag vielleicht noch so eine Szene oder eine Begründung draufsteht, damit man es besser verstehen kann. Weil wenn die Academy sagt, also die Szene hat mich emotional wahnsinnig berührt, würde ich sagen, alles richtig. Wenn es aber heißt, nackig auf dem Boden und so viel Make-up im Gesicht, also so viel Prothesen im Gesicht und so hässlich und so, dann würde ich sagen, okay, können wir vielleicht, können wir vielleicht.
Maria:
Nackt in ihrem Alter, unbelieverbar.
Christian:
Genau. Mutig.
Maria:
Mutig.
Christian:
Mutig ist er aber nicht für die Szenen, sondern für andere.
Maria:
Also ich meine für die sicherlich auch, also das erfordert sicherlich auch Mut, aber aus anderen Gründen, als die ganz oft an Berichterstattung ist, aber ja. Also ich würde es ihr auf jeden Fall trotzdem gönnen. Also ich denke, ich würde mich freuen.
Christian:
Ich sage ja allein für die Rede. Ich will sie reden hören. Ich will die Rede sehen. Ich bin gespannt.
Maria:
Sie könnte ja vielleicht so ein extra Bub aus ihrem Kleid rausfallen lassen, wenn sie auf dem Boden landet.
Christian:
Ja, aber dann ist er in den USA wieder, das hatten wir ja schon vor 20 Jahren, dann ist er wieder unter der neuen Regierung erst recht, dann ist er vorbei.
Maria:
Ich meine natürlich ein Fake-Bub, aber das ist ja so witzig. Ich würde mich freuen.
Christian:
Das ist ja noch schlimmer fast. Das fand ich auch in dem Film so krass. Ich will das... Nur ganz kurz noch, aber ich hatte schon echt den Eindruck, dass der Film auch auf so ein amerikanisches Publikum irgendwie geschielt hat. So diese Nacktheit versus Gewalt oder so Nackt versus Blut, wo man merkt, was in Amerika irgendwie besser geht im Kino und was nicht so gut geht. Und naja, im nächsten Podcast über den Film können wir da auch nochmal drüber sprechen.
Maria:
Teil 2.
Christian:
Ich wollte gerade sagen, wenn wir die nächsten fünf Stunden aufmachen. Ja, gibt es noch was zu den Oscars zu sagen? Also dein Favorit, The Substance, der Film für dich auch des Jahres 2024, dem du es am meisten gönnst. Hast du, wettest du, hast du so einen, sag ich mal, so einen analytischen Pick?
Maria:
Im Spiel?
Christian:
Ja, wenn du jetzt die 50 Euro in den Topf werfen würdest, wo würdest du das, in welchen Topf würdest du die werfen?
Maria:
Emilia Perez.
Christian:
Ja?
Maria:
Für bester Film. Ja, ich denke schon. Also ich würde es, also ich persönlich, ich habe den Film ja gesehen, ich war jetzt nicht hundertprozentig überzeugt. Also das war interessant, aber dann auch ein bisschen boring. Egal. Und ich glaube aber tatsächlich, wie ich vorhin schon meinte, ich glaube, das ist ein bisschen was Politisches und man will sich vielleicht als ganz weltoffen und als akzeptierend vielleicht auch irgendwie präsentieren. Wie du schon sagst, vielleicht macht uns jetzt doch die Kampagnen im Vorhinein doch nochmal kaputt, wer weiß. Und ich, mehr weiß ich nicht. Sowas wie Wicked ist, glaube ich, zu populär gewesen.
Christian:
Und ich glaube auch außerhalb der USA nicht so ein Ding. Und die Academy ist halt eben jetzt nicht mehr nur aus US-Besetzung.
Maria:
Ja, und ich denke halt, also der Film war zwar gut, aber jetzt nicht Oscar-worthy, würde ich sagen. Aber, Und ich glaube, vielleicht hat noch der The Brutalist Chancen. Das würde ich vielleicht auch noch denken.
Christian:
Da würde ich meine 50 Euro, glaube ich, reinwerfen. Ich habe den Film nicht gesehen, aber es geht ja, glaube ich, irgendwie auch American Dream und ich glaube auch über das Filme machen.
Maria:
Es geht halt auf jeden Fall so um diese, Immigrationserfahrung und in Amerika sich zurechtzufinden und so weiter. Das war auch wirklich stark in dem Film, aber sonst, denke ich, ist er eigentlich ein bisschen zu artsy, als dass er jetzt vielleicht doch einen Oscar kriegen könnte. Also dafür war er ja doch ein bisschen zu sperrig, auch mit seiner Länge von, dreieinhalb Stunden, vier Stunden, das war echt ein sehr langer Film. Weiß ich nicht. Bin nicht richtig sicher, aber ich, ja, mal gucken. Also ich, wie gesagt, mein Geld geht an Emilia Perez. Gucken wir mal, bin gespannt. Also ja, du sagst, Bruder, lass dich bis bei, das würde ich auch sagen, könnte auch möglich sein, aber ja.
Christian:
Ich wollte gerade sagen, das können wir dann nochmal, wenn die Oscars waren, in den Kommentaren nochmal ausbaldofern. Aber wir wetten ja nicht, es ist ja es ist ja nur ein symbolischer Wetteinsatz, ja.
Maria:
Ja, spannend.
Christian:
Ja, in der nächsten Sendung hier bei uns geht es wieder um ein komplett anderes Thema. Wir wechseln wieder die Gangart. Es steht dann mal wieder das Thema 3D Heimkino auf dem Programm. Also für alle da draußen, für alle fünf oder, zwei, die den Podcast wahrscheinlich auch machen, aber Thomas und ich, wir sind da jetzt ja irgendwie an so einem Thema auch dran, das haben wir in der Ausgabe zu Avatar ja auch schon so ein bisschen angedeutet, dass wir über das 3D-Heimkino tatsächlich mehr sprechen wollen. Und das machen wir mit dem Film Bahnhof Mord. Hitchcock hat da in den 50ern, wurde dazu gezwungen, 3D-Filme zu machen und ich versuche den tatsächlich mit einem VR-Headset zwei Stunden lang zu schauen. Das Setup steht. Ich habe ein bisschen Angst, aber irgendwie auch große Neugier, ob das überhaupt funktionieren kann und wie das funktioniert. Und ja, dann werden wir über den Film sprechen in der 3D-Fassung. Also mal gucken, wie das dann so ist. Also so mindestens zehn Jahre zu spät, das weiß ich auch. Ich habe auch neulich da gelernt, so der 3D-Standard, der technische 3D-Standard ist auch in 4K gar nicht möglich. Also es geht halt einfach nicht so. Mal gucken.
Maria:
Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob du dann Hitchcock, der ja immer die Senken Cameo hatte in seinen Filmen, in allen, soweit ich das weiß, ob du ihn leichter finden kannst und es 3D ist. Ob er dann so ein bisschen mehr ins Bild springt.
Christian:
Oder noch schwerer, weil er wirklich da hinten, hinter der Flasche da...
Maria:
Hinter den anderen.
Christian:
Ja, genau, dass er sich so versteckt, dass ich vielleicht irgendwie nochmal aufstehen muss, um ihn zu sehen. Mal gucken.
Maria:
Mal gucken.
Christian:
Ja, aber das gibt es in der nächsten Sendung. Thomas ist wieder dabei und dann... Also wir werden uns natürlich über den Film auch da bin ich auch gespannt drauf. Ich habe gar nicht so viele Hitchcocks geguckt. Genau, deswegen, ich freue mich drauf. In 2D, 3D, das wird gut.
Christian:
Ja, Maria, wo finden wir dich denn noch so in diesen Unweiten des Internets, falls wir Oscar-Abrechnungen an dich stellen wollen?
Maria:
Oh ja, man findet mich jetzt eigentlich nur noch auf Blue Sky. Ich bin bei allen anderen Dingen aus Gründen, würde ich mal sagen. Nicht mehr. Genau, aber auf Blue Sky findet man mich unter die Filmguckerin. Da ist mein Profil. Also mein Name ist, bei meinem Namen bin ich treu geblieben und ja, bin jetzt gerade dabei, das als neue Social-Media-Plattform für mich zu entdecken ein bisschen. Genau, da kann man mich finden.
Christian:
Ganz genau, das verlinken wir auch alles. Wenn ihr diesen Podcast hört, dann habt ihr auf eurem Abspiel-Endgerät auf jeden Fall die Möglichkeit, da euch durchzuklicken, egal wo das ist. Ihr könnt uns aber auch finden bei secondunit-podcast.de, das ist die Heimatbasis. Gerne, gerne, gerne auch in den Kommentaren was dalassen, also was sind vielleicht eure Oscar-Favoriten, wie war eure Filmerfahrung bei The Substance, welche Ebenen und Aspekte hätten wir noch erwähnen müssen auf jeden Fall. Könnt ihr alles sehr gerne dort machen, da ist auch gerne mal was los in den Kommentaren, und genau, das findet ihr alles im Netz, ihr findet auch den Podcast hier in jeder Podcast Plattform zum Abonnieren, zum Weiterhören wir haben auch die letzten Jahre immer mal wieder was zu den Oscars gemacht, da dürft ihr euch auch sehr sehr gerne natürlich durchhören, ihr könnt den Podcast unterstützen bei Steady wie schon erwähnt, macht es sehr sehr gerne, auch über Paypal ist das möglich, aber bei Steady gibt es eben auch noch ein paar Goodies und, alle Details, alle Links dazu zum Folgen auch bei Blue Sky und Mastodon und allen anderen Netzwerken findet ihr auch in den Shownotes. Also klickt euch da sehr, sehr gerne mal durch.
Christian:
Genau, ja, Maria, jetzt vielen, vielen Dank für die Sendung, für die Diskussion und mal gucken, ob wir auch vor dem Februar 2026 nochmal wieder zusammenfinden. Ja, ich würde mich freuen. Für eine Besprechung. Ich weiß nicht, was auf dem Planet der Affen gerade los ist. Ich glaube, der ist noch so ruhig.
Maria:
Ja, da ist gerade, glaube ich, nicht so viel los. Vielleicht finden wir einen anderen Affenfilm. Ich meine, Affen gibt es immer. Da geht was.
Christian:
Das machen wir. Und bis dahin, vielen Dank fürs Tuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Maria:
Ciao.