Second Unit #363 – Die Mörder sind unter uns (#DEFAzember)

Artist: Second Unit Studios
Album: Second Unit
Year: 2024
URL: http://secondunit-podcast.de/

Chapters

0:00 Intro
0:23 Begrüßung
10:25 Danksagung
12:24 Vorverständnis
23:08 Plot
27:52 Cast
38:08 Film
1:48:06 Allgemeines Thema: Die DEFA
1:58:42 Nächste Sendung: Kong: Skull Island
2:00:33 Abmoderation
2:10:19 Outro

Transcript

Christian:
[0:23] Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Second Unit. Mein Name ist auch in dieser vorweihnachtlichen Saison Christian Steiner und ich habe bei mir den Christopher von den KulturpessimistInnen. Hallo!

Christopher:
[0:37] Hallo!

Christian:
[0:38] Ja, wir feiern gleich zwei Sachen. Wir feiern die Vorbereitung oder je nachdem wann ihr es hört, vielleicht feiern wir sogar schon direkt Weihnachten. Und wir haben das Ganze mit einem vorweihnachtlichen Schmankerl gemacht an dieser Stelle, nämlich mit dem allerersten DEFA-Film Die Mörder sind unter uns. Also sehr weihnachtlich geht es zur Sache, obwohl Weihnachten auch ein Thema in diesem Film ist. Aber eigentlich feiern wir an dieser Stelle den DEFA-Zember.

Christopher:
[1:08] Genau. Eine Aktion, die, also ich weiß es nur von mir, von mir ins Leben gerufen wurde, vor ein paar Jahren jetzt auch nicht rituell gefeiert wird, aber ich dachte, der Dezember war noch frei, was die Filmmonate angeht. Und ich bin auch immer ein großer Verfechter davon, dass man auch die anderen DEFA-Filme schaut, die keine Märchenfilme sind, weil das ja meistens die sind, die sie kennen. Aber wie wir heute sehen werden, es gibt auch sehr viele andere sehr gute DEFA-Filme.

Christian:
[1:38] Ja, und ein sehr schönes Wortspiel. Ich glaube auch ein sehr guter Anlass. Also die Filme der DEFA. Die DEFA ist ja das Filmstudio der DDR, gewesen, jetzt eine Filmstiftung, die sich um den Nachlass, um diese Filme halt kümmert und die halt versucht auch, relevant zu halten und auf Plattformen zu bringen und zum Schauen verfügbar zu machen. Da werden wir vielleicht am Ende noch ein bisschen drüber sprechen, was das eigentlich alles ist. Und ja, ich glaube, viele Menschen, also für mich jetzt nicht, ich bin nicht so aufgewachsen, dass irgendwie an Weihnachten die, ich kann mich auch gar nicht irgendwie an, Märchenzeit erinnern, aber schon gar nicht irgendwie Defa-Filme. Wie war das bei dir? Hast du da irgendwie so einen, sag ich mal, weihnachtlichen Schreckstrich, märchenhaften Schreckstrich, Familientraditionsbezug zu?

Christopher:
[2:40] Überhaupt nicht. Also ich kenne natürlich drei Haselnüsse für Aschenbrottel, aber auch nur so peripher. Ich fand Märchen noch nie spannend und kann mich dafür auch immer noch nicht so wirklich begeistern. Ähm, Ich bin auf das Thema DEFA aufmerksam geworden, als ich, ich glaube, ich habe noch nicht in Potsdam gewohnt, aber ich war schon öfters hier, um Becky zu besuchen. Das muss so 2016, 2017 gewesen sein. Da war hier im lokalen Kino, dem Thalia-Kino in Potsdam-Babelsberg Babelsberg ja eh eine Stadt, die sehr eng mit der deutschen Filmgeschichte und vor allem mit der DEFA-Geschichte verwurzelt ist. Das Thalia-Kino hatte 100-jähriges Bestehen und haben zu dem Anlass 110 Filme aus 10 Jahrzehnten gezeigt und der Gag war, dass man mit einer Ostmark, einer D-Mark, einer Reichsmark oder einem Euro bezahlen konnte. Und jeder Film hat halt eine Mark oder einen Euro gekostet. Und es gab Schnittchen, was ich bis heute vermisse in jedem anderen Kino, wo ich bin. Ich finde, der Schnittchen ist mit uns ja der beste Kinosnack, den ich hier hatte. Und da haben wir, habe ich Effibriest gesehen in der DEFA-Verfilmung. Das hat mich jetzt natürlich noch nicht so von der DEFA überzeugt. Ist halt eine Effibriest-Verfilmung.

Christopher:
[4:09] Dann haben wir gesehen.

Christopher:
[4:13] Spur der Steine, was ja der DDR-Film ist. Der war ja dann auch ein DEFA-Film, aber der wurde dann nach Fertigstellung sehr schnell verboten, weil der sehr kritisch war. Da geht es um.

Christopher:
[4:26] So Maurer, eben deswegen Spur der Steine, die quasi sich gegen das System auflegen oder ein Maurer, der so ein Revoluzzer ist, quasi ein Revoluzzer im revolutionären System.

Christopher:
[4:38] Und was wir auch gesehen haben, was das kein Defa-Film ist, aber schon sehr eng damit verbunden ist, Go Trabi Go. Ein Film, den man, glaube ich, im Kino sehen muss. Also wie ich ihn gesehen habe, das war, glaube ich, der beste Weg, Go Trabi Go zu sehen. Weil, Wir waren im Kino mit Leuten, die alle Trabi-Fans waren, die ihre Kutte hatten mit den ganzen Aufnähern von den Trabi-Treffen und die haben Rotz und Wasser geheult bei dem Film. Und da hat man erst mal verstanden, was der Trabi und natürlich auch die ganze Lore und Geschichte, die dahinter steckt für die Leute, für eine Ausdruckung hatte und welche hohe Bedeutung dieser Film hat. Und danach habe ich mich mal mehr mit den DEFA-Filmen beschäftigt und habe, glaube ich, als erstes einen anderen Film von dem Regisseur gesehen, den wir heute besprechen, nämlich Der Untertan, eine Verfilmung von, ich glaube, Heinrich Mann, ein Buch von Heinrich Mann, also jemanden aus der Mann-Familie auf jeden Fall, die waren ja alle Schriftsteller, und dann eben den Film, den wir heute sehen, eher im Schatten, noch viele andere, und da sind echt ein paar gute Knaller dabei, die man, glaube ich, heute gar nicht mehr so kennt, eben weil, wenn man nicht im Osten groß geworden ist, die jetzt nicht unbedingt so vorgesetzt bekommen hat, auch wenn man dann an DEFA denkt, oft halt an die Märchenfilme denkt und gar nicht bewusst ist, dass die DEFA auch andere Filme gemacht hat und nicht nur Propaganda oder halt Märchenverfilmungen.

Christian:
[6:06] Woran wir uns gerade im Vorgespräch auch noch erinnern mussten, Indianerfilme. Also hatten wir hier auch schon in der Sendung, damals im Rahmen vom O-Western, das war ja auch mal so eine Aktion an Ostern, Western zu gucken und dann hatten wir im Jahr 2018 hatten wir hier in der Second Unit Chingachgook.

Christian:
[6:27] Die große Schlange geguckt, also wir haben an Ostern ein Western aus dem Osten geguckt, um es so richtig für wirr zu machen und ja, also die DEFA hat ein recht breites Spektrum und, genau und da hast du dir ja irgendwie dann, ich glaube 2018 zum ersten Mal diesen DEFA Zemba dann so überlegt und gesagt Das ist ja das Schöne, gerade so Online-Film-Community, Film-Gemeinschaft. Dann hast du da ein Hashtag dran, dann machst du mal so einen Themenmonat und dann siehst du in deiner Letterboxd-Freundesliste halt Filme aufploppen, von denen du sagst, oh, der hat den und den Film geguckt und die schreibt über den und den Film und dann inspiriert man sich da so ein bisschen gegenseitig, ähm, auch mal über den Tellerrand vielleicht zu schauen und auch mal über Sachen sich auszutauschen, die einem vielleicht sonst auch nicht so auf dem filmischen Speiseplan irgendwie landen. Und da ist eben auch vielleicht diese Diskussion, die wir jetzt hier machen werden und diese Erinnerung auch an den DV-Zember vielleicht auch ein schöner Anlass, auch mal eben sich mit Filmen der DV auseinanderzusetzen, über den Tellerrand zu schauen. Ich glaube, du hast auch noch die ein oder andere Letterboxd-Liste, wenn ich noch richtig mir das erinnere.

Christopher:
[7:47] Ich glaube, ich habe keine DEFA-Liste. Ich habe halt so eine Liste mit Filmen über die deutsche Geschichte. Da sind natürlich auch einige dieser angesprochenen Filme dabei.

Christian:
[7:55] Naja.

Christopher:
[7:56] Aber ich, also DEFA-Filmlisten gibt es ja noch nöcher und ich glaube auch kann man bei der DEFA-Stiftung vorbeischauen. Ich glaube, die haben da auch selbst das schön kuratiert nach Themengebieten.

Christian:
[8:09] Genau, und dann schließen sich ja noch fünf Kreise gleichzeitig, weil wir hatten, also ich bin jetzt auf dich zugekommen und hab gesagt, so lass mal den Film zum DEFA Zember, weil das waberte, glaube ich, noch nach unserer letzten Sendung zu Der Untergang. Da haben wir ja das 20-jährige Jubiläum von Der Untergang als Anlass genommen, über den Film zu sprechen.

Christopher:
[8:33] Wollte ich auch sagen, wir haben vielleicht nicht gefeiert.

Christian:
[8:35] Nee, aber hatten da so, hatten halt eine Diskussion, die vielleicht auch ein bisschen schwieriger war, auch was das Thema hergibt natürlich, was den Film auch hergibt. Und ich meine, dass wir da auch noch irgendwie so über den DEFA Zemba dann noch irgendwie gesprochen hatten und dann kam nämlich der Kreis wieder. Du hattest, glaube ich, auch in der Sendung über die Mörder sind unter uns gesprochen, als wir über andere Filme gesprochen haben.

Christopher:
[8:57] Ich habe den Film, glaube ich, in der Sekunde erwähnt, wo du der Untergang gesagt hast. Ich glaube, meine erste Antwort an dich war doch, können wir nicht lieber was anderes schauen als der Untergang. Und dann meintest du, nee, Jubiläum und so, und dann habe ich das auch verstanden. Aber ich glaube, das war der Film, der mir, glaube ich, als erstes eingefallen ist, als so lieber schauen, also wenn es nicht gerade Jubiläum ist, lieber schauen als der Untergang, weil das, glaube ich, der Film ist, der mehr über das Thema erzählen kann.

Christian:
[9:26] Ich würde sagen, wir können die Diskussionen gleich, also, es ist ja schon alles auf Band, unsere Meinung auch zu der Untergang. Ich habe da auch noch ein bisschen andere. Aber was ich sagen wollte ist, Ich bin über den DEFA-Zember und das ist ja jetzt der erste DEFA-Film, die Mörder sind unter uns und da haben sich die Kreise dann wieder geschlossen.

Christopher:
[9:46] Nicht nur der erste DEFA-Film, sondern der erste deutsche Film nach dem Zweiten Weltkrieg überhaupt.

Christian:
[9:51] Genau. Und dann, als ich das dann irgendwie alles gesehen habe, hat sich der Kreis wieder geschlossen, dass ich gesagt habe, weißt du was? Und dann haben wir quasi die inoffizielle Anknüpfung auch zu der letzten Podcast-Episode und kriegen da mehrere Fäden rein in diese Filmauswahl, in diese Besprechung, als ich das ursprünglich gedacht hatte. Deswegen, genau, machen wir da jetzt. Du sprichst auch schon so mehr oder weniger von der Trilogie. Du hast da noch was in petto, was wir noch danach besprechen müssten. Also wir arbeiten dran.

Christopher:
[10:22] Das ist wie die Fast and Furious-Filme. Es wird immer mehr werden.

Danksagung

Christian:
[10:25] Genau und bevor wir reintauchen in die DEFA, die Mörder sind unter uns in diesen ganzen Filmen, in dieses ganze Thema Trümmerfilm, das wird ja auch ein großes Stichwort sein, lass mich noch einen ganz kurzen Schlenker machen in Richtung Steady, denn ihr könnt diesen Podcast und die Second Unit und auch die Second Unit Studios, die dahinterstehen, könnt ihr tatkräftig unterstützen, macht das gerne und zwar bei Steady. Steady ist eine Plattform, da könnt ihr jeden Monat ein paar Euro dalassen, die dann hier eben ins Haus Second Unit gehen, um das Ganze tatkräftig zu unterstützen und das tun auch schon manche Leute, das tun ganz besonders Sebastian, Anne und Rüdiger in so einem Maße, dass ich sie in der Sendung jedes Mal erwähne. Und wenn ihr das auch machen wollt, klickt euch einfach mal durch, am besten bei uns, secondunit-podcast.de. Da sind Verlinkungen, da sind Banner, da findet ihr alle möglichen Klicks, die ihr gehen müsst, um dann bei Steady zu abonnieren und dann bekommt ihr den Podcast ein bisschen früher. Ihr bekommt Kapitelmarken, ihr bekommt Skripte der Episoden, falls ihr mal was nachsuchen wollt, ist super praktisch. Falls ihr irgendwie noch so ein Filmstichwort im Kopf habt und nicht mehr genau wusstet, wann in der Sendung, wann haben wir wie darüber gesprochen, könnt ihr direkt im Text suchen.

Christian:
[11:45] Und vor allen Dingen gibt es da auch schon ja so den Hinweis, dass ich je nach Zeitmanagement, das muss ich mal alles ein bisschen schauen, aber es soll auf jeden Fall im Laufe des neuen Jahres einiges dort passieren bei Steady. Ich habe einige Pläne vor, die ersten Sachen auch schon umgesetzt, also klickt euch am besten jetzt schon dort rein, könnt ihr jetzt schon ein Abo dalassen und dann bekommt ihr auch alle Updates, alle Neuigkeiten, alle neuen.

Christian:
[12:13] Dinge, die ich da drüben vorhabe, bekommt ihr dann auch gleich direkt mit und ja, vielen Dank an alle, die es tun und klickt euch gerne einmal da durch.

Vorverständnis

Christian:
[12:24] Ja, dann ist das nächste Stichwort Vorverständnis, so nennen wir das hier. Da frage ich dich mal, wie bist du das erste Mal auf diesen Film gekommen? Wie hast du ihn das erste Mal gesehen? Wie war jetzt die Wiederholungssichtung für dich? Wie näherst du dich jetzt, wie gehst du jetzt in dieses Gespräch rein?

Christopher:
[12:48] Also ich hatte ja kurz angeschnitten, dass ich dann mal einfach bewusst geschaut hatte, welche anderen DEFA-Filme es gibt und es war sehr einfach, dann die Mörder sind unter uns zu sehen, weil es einfach der erste Film auf der Liste ist, wenn man chronologisch vorgeht. Und so bin ich zu dem Film gekommen und dann war er natürlich auch noch sehr gut verfügbar. Und dann, warte, ich muss mal kurz schauen, wann ich den das erste Mal gelockt habe. Ja, vor sechs Jahren. 5. Dezember 2018, also ziemlich genau vor sechs Jahren.

Christian:
[13:20] War das so im Rahmen DFA-Zember?

Christopher:
[13:23] Ja, ja, das muss das gewesen sein. Ja, stimmt, ich habe hier sogar das Hashtag DFA-Zember vergeben. Genau, und dann habe ich den einfach geschaut. Also so einfach ist das jetzt keine große Geschichte dahinter. Und jetzt habe ich ihn heute noch mal zur Vorbereitung auf die Sendung geschaut. Der ist auch angenehm kurz mit 80 Minuten. Ich bin ja immer der Meinung, ein Spielfilm sollte nicht länger als 90 Minuten dauern. Hier stehen jetzt bei der Letterboxd 91 Minuten. Ich weiß aber ziemlich genau, dass sie, glaube ich, bei, vielleicht haben sie da was rausgeschnitten, auf Amazon Prime ist er zumindest, glaube ich, 1, 20 irgendwas lang.

Christian:
[13:59] Ja, ich habe so 85 Minuten, glaube ich, IMDb oder so gelesen.

Christopher:
[14:05] Ja, und ja, also es ist halt auch eine spannende Besetzung mit Hildegard Knef. Ist ja für mich ein Namen, den ich kenne und weiß, das ist okay, das ist eine bekannte deutsche Schauspielerin gewesen. Aber bis auf den Film könnte ich jetzt nicht sagen, dass ich hier einen Film von ihr gesehen habe. Das ist so eher eine Schauspielerin, die wahrscheinlich meine Oma viel im Kino gesehen hat.

Christian:
[14:30] Kommen wir auch gleich noch zu, also zur Besetzung und zur Crew und wer ihn gemacht hat und so kommen wir gleich noch mal ein bisschen ausführlicher. Ja, spannend. Du hast ihn jetzt, glaube ich, bei Amazon Prime geguckt. Weißt du noch, wo du ihn das erste Mal gesehen hast? Weil du von guter Verfügbarkeit gesprochen hast.

Christopher:
[14:49] Wahrscheinlich auch Amazon Prime. Also ich vermute, ich habe den dort gesehen. Es kann sein, es gibt auch hier noch diese deutsche Film-Streaming-Plattform. Alles Kino? Alles Kino, genau. Ich glaube, da gibt es, also auch viele DEFA-Filme. Ich glaube, Alles Kino ist ein guter Anlaufpunkt für DEFA-Filme, aber ich glaube, den gab es damals auch schon auf Prime.

Christian:
[15:12] Ja, finde ich, also einfach so aus Neugier gefragt, ist natürlich spannend, weil das ist ja, sollte ja irgendwie auch so ein bisschen der Anspruch der DEFA sein, also der DEFA-Stiftung, die Filme halt auch zugänglich zu machen. Und wenn du sagst, du ja, also hau das Ding auf so viele Streaming-Plattformen, wie es irgendwie geht. Also der sollte...

Christopher:
[15:33] Also ich glaube, so einfach ist das leider nicht.

Christian:
[15:36] Nee, aber also so vom Prinzip her. Also fangen wir jetzt nicht irgendwie an, den nur irgendwie ins Archiv zu legen und alle fünf Jahre zu einem Jubiläum in drei Kinos für 100 Leute zu zeigen, sondern, weißt du, so, aber da greife ich ja auch schon ein bisschen vor. Ja, ich habe den jetzt zum ersten Mal geguckt, den Film. Also ich hatte keine Vorkenntnisse. Ich wusste, dass du den gut und stark findest, den Film. Aber ich habe den vorher auch noch nie geguckt. Ich weiß auch gar nicht, ob ich jemals einen Film unter diesem Stichwort Trümmerfilm geschaut habe. Also die Bilder haben mich da echt auch sehr beeindruckt, aber da kommen wir gleich auch noch drauf zu sprechen. Und ich habe den bei der Plattform Filmfriend geguckt. Das ist, ich weiß nicht, ob du die mal ausprobiert hast, Das ist die Streaming-Plattform der öffentlichen Bibliotheken, was ich supergeil und super spannend finde und jetzt auch zum ersten Mal endlich ausprobiert habe.

Christian:
[16:41] Weil, also das muss man halt auch wissen, das ist ja das Ding, du kannst halt mit deinem Bibliotheksausweis, mit deinen Zugangsdaten, also da gibt es halt viele, viele teilnehmende Bibliotheken, die Liste ist lang, aber man kann sich bei dieser Plattform Filmfriend dann eben darüber anmelden und hat halt eine Streaming-Plattform für Filme und auch TV-Serien. Das ist jetzt alles nicht der neueste Kram, also das ist jetzt kein Ersatz für Netflix oder Prime oder whatever, also da kommt jetzt nicht irgendwie Dune 2 morgen oder, keine Ahnung.

Christian:
[17:20] Squid Game oder so, das ist klar, aber das ist, also es gibt ein Programm und das ist reichhaltig und das ist auch, also gerade bei Filmfriend auch stark kuratiert und in coolen Sammlungen. Also gerade wer so filmisch vielleicht auch mal ein bisschen spezieller unterwegs ist, kann da halt wunderbar Sachen finden und das alles mit dem Bibliotheksausweis, der ohnehin eine uneingeschränkte Empfehlung ist, egal wo man sitzt, also unterstützt die Bibliotheken und so die digitalen Angebote sind halt auch mittlerweile da und wachsen und das fand ich halt super geil. Also ich habe zum Beispiel eben kein Prime-Abo und war sehr happy, den Filmdok gefunden zu haben. Und das hat alles technisch auch super funktioniert. Ich habe den auf dem Apple TV geguckt. Da gibt es eine eigene App für. Das ist alles super. Also vielleicht auch nochmal so eine gute Alternative oder eine gute Ergänzung auch zu den öffentlich-rechtlichen Mediatheken. So, da gibt es ja auch immer mal wieder so Filmschätze von groß bis klein so und kann ich nur empfehlen, also ich wollte auch noch mal ein bisschen weiter stöbern, was die DEFA da so anbietet, also, kann man gut mal machen.

Christopher:
[18:31] Ich sehe auch gerade hier gefeatured wahrscheinlich, weil gerade der Journalist gestorben ist, Stonk ist ja auch einer meiner ganz großen Lieblings deutschen Lieblingsfilme ähm.

Christian:
[18:42] Ja.

Christopher:
[18:43] Mit Uwe Ochsenknecht in der Hauptrolle.

Christian:
[18:45] Ja. Also klare Empfehlung.

Christopher:
[18:50] Ich finde solche kuratierten Plattformen auch immer sehr schön. Das ist ja, was, glaube ich, Mubi als erstes gemacht hat, zu sagen, wir werfen jetzt nicht wahllos alle Filme irgendwo hin, sondern wir, also da steckt eine Redaktion dahinter, die auch mal was zusammenstellt. Und das ist halt, also das ist ja von Mubi so der Hauptanspruch, das Programmkino für zu Hause. Aber ich finde das auch jetzt hier sehr schön. Ich gehe da gerade mal drüber. Und nicht, dass wir uns nachsagen lassen, wir hätten schlecht über die DEFA-Stiftung gesprochen. Die DEFA bemüht sich, sehe ich hier gerade sehr, ihre Filme verfügbar zu machen. Also es gibt ja auf Amazon Prime diese ulkige Funktion, dass du da live Fernsehsender schauen kannst, wie früher bei Premiere oder so. Und da gibt es auch einen DEFA-Kanal, wo 24 Stunden am Tag DEFA-Filme laufen. Und es gibt einen YouTube-Kanal, die DEFA-Filmwelt, wo jeden Mittwoch ein neuer Film hochgeladen wird. Und da sind jetzt natürlich nicht so die ganz großen Dinge da drin, aber zum Beispiel sehe ich hier die ganzen Sci-Fi-Filme, Eleo Mea, Im Staub der Sterne und so weiter ist hier drin. Also da ist jetzt nicht nur Kleinscheiß da drauf geladen. Und das ist auch YouTube, ist gerade für diese ganzen alten sozialistischen oder ehemaligen sozialistischen Republikfilme gute Anlaufstelle. Für russische oder sowjetrussische Filme kann ich auch immer den YouTube-Kanal von Mosfilm empfehlen. Die haben da sehr viel, zumindest quasi russisch mit englischen Untertiteln drin.

Christopher:
[20:14] Und da sind auch ein paar geile Klassiker dabei, also die beiden YouTube-Kanäle kann ich empfehlen und sie empfehlen natürlich auch, und da schließt sich dann wieder der Kreis, Filmfriend auf ihrer Webseite als gute Anlaufstelle, zusammen mit Alles Kino um DEFA-Filme zu schauen also nicht.

Christian:
[20:29] Dass wir.

Christopher:
[20:29] Uns hier nachsagen lassen wir hätten die.

Christian:
[20:31] DEFA-Filme dargestellt und ich hab das auch irgendwie noch so im Hinterkopf also ich hatte auch mal so beruflich mit so ein paar Projekten zu tun, wo es auch eben um Digitalveröffentlichung von DEFA-Filmen ging und so, wo ich halt auch so dachte, geil, also muss man halt, das meine ich so ein bisschen so, der Anspruch muss ja irgendwie auch da sein, ne? Also es bringt ja nichts, nur irgendwie so ein filmisches Erbe zu verwalten, sondern du willst ja auch so viel wie möglich irgendwie in die Welt tragen. Also die Filme bringen halt nichts in Archiven, finde ich so. Die müssen halt raus, die müssen geguckt werden, die müssen da sein und die müssen auch da sein, wo die Leute sind. Du kannst halt keinen, weiß ich nicht, Defa-Streaming-Dienst jetzt nur aufziehen oder sagen so, oh, wir machen das, aber ... So exklusiv wie möglich, sondern das muss auf allen Plattformen irgendwie da sein, dass das völlig egal ist, was du hast oder abonnierst oder nicht oder so, wie du sagst. Also YouTube kostenfrei höchstwahrscheinlich auch noch. Super. Also werden wir auch noch ein bisschen was verlinken. Also da sammle ich dann nochmal ein paar Links für die Shownotes. Das ist auf jeden Fall gut.

Christopher:
[21:38] Und es ist halt immer so eine Sache mit Filmrechten, das ist natürlich nie so einfach, wie man sich das vorstellt. Nach dem Motto, die DDR gibt es jetzt nicht mehr, jetzt hauen wir alle Filme heraus, aber es gibt ja immer noch Leute, die daran Rechte halten. Gerade die wahrscheinlich immer noch lebenden Autoren und ihre Erben. Also das ist ja ohne Recht, hört ja nicht auf mit dem Ende des Startes, dem sie einst angehörten. Und ich vermute, deswegen ist das gar nicht so einfach, einfach alles kostenlos ins Internet zu stellen. Es gibt natürlich auch immer noch Blu-Rays und DVDs und was ja die DV auch macht, und dafür soll sie natürlich auch Geld bekommen, es werden ja auch viele Restaurationen gemacht. Zum Beispiel bei Mörders unter uns haben sie für die Synchronfassung ein komplettes Nachbau aller Sounds und Musik in Auftrag gegeben, weil es nur noch eine Fassung, wo Ton und Sprache zusammen drauf war, gab. Und das kannst du halt nicht synchronisieren. Außer halt so, sag ich mal, einer polnischen Variante, wo jemand einfach drüber spricht. Und das kostet natürlich auch viel Geld.

Christian:
[22:38] Und nicht nur, also selbst das Verfügbarmachen kostet Geld.

Christopher:
[22:42] Ja, das auch.

Christian:
[22:43] Das sind so ganz banale Handgriffe, du musst halt irgendwie vielleicht auch noch die Filmrolle irgendwie einscannen und vielleicht auch irgendwie dich noch mit Plattformen auseinandersetzen und also, so aus der Entfernung so, ich hab da noch nie irgendwie mal reingeluschert, was da bei der DEFA-Stiftung so tatsächlich irgendwie wie wo los ist, aber so als zuschauender,

Plot

Christian:
[23:05] Finde ich das erst mal gut. Genau, aber wir wollen ja nicht nur über die Diva sprechen, wir wollen ja auch über den Film sprechen. Erinnere mich noch mal an den Inhalt und vielleicht auch Leute da draußen, die den Film auch noch gar nicht kennen. Also Spoiler, let's go.

Christopher:
[23:24] Also, wer den letzten Podcast gehört hat, wo ich dabei war, kann jetzt im Grunde sich das Ende dieses Filmes hervorholen. Deutschland liegt in Schutt und Asche. Hitler ist tot, auch schon ein bisschen. Ähm, und wir sind in den Trümmern des zerbombten Berlins, äh, nicht nur als Kulisse, sondern auch tatsächlich, da können wir vielleicht noch später drüber sprechen, ähm, wir sehen als, ja, ich würd sagen, der Point-of-View-Charakter, ähm, über den wir quasi in die Welt eingeführt werden, Susanne Wallner, gespielt von Hildegard Knef, die mit dem Zug zurück nach Berlin kommt. Ähm, wir erfahren dann auch im Laufe des Filmes, dass sie nicht irgendwo herkommt, sondern dass sie tatsächlich im KZ war. Was gar nicht so deutlich in dem Film gesagt wird, aber es wird immer so angedeutet, kommt sie quasi, es wurde befreit, kommt in den Zug zurück und will in ihre alte Wohnung. Das Problem ist, in dieser Wohnung lebt jemand, nämlich ein Arzt, Dr. Hans Mertens, gespielt von Willem Borchardt, der ... Ja, schwerer Trinker ist, sehr unfreundlich zu ihr ist. Erstmal eine juristische Diskussion vom Zaun bricht. Sehr spannend, weil sie sagt, ich bin die Besitzerin dieser Wohnung. Aber sagt, nein, ich bin der Besitzer, bin ich die Eigentümerin. Da sind sie auch nicht, weil sie haben es nur zur Miete gewohnt. Auch hier nochmal sehr schön das Lehrstück über Besitz und Eigentum.

Christopher:
[24:43] Und ja, sie arrangieren sich, wie das halt so nach dem Krieg ist. Sie wohnen dann in einer mehr oder weniger unfreiwilligen WG zusammen. In dem Haus wohnt auch noch ein älterer Herr, ein Uhrenmacher. Herr Monschein, also vom Namen nach auch offensichtlich ein Jude und noch andere Bewohner, die wir so mal kurz sehen. Und wir erleben dann einerseits, wie sie zusammenleben, aber sehen auch, dass es dem Herrn Mertens, dem Herrn Dr. Mertens nicht ganz so gut geht. Er trinkt sehr viel, er hängt in so einem Tanztheater ab, hat sich da wohl mit den Tänzerinnen angefreundet und hat sehr zu knausern mit seinen Kriegserlebnissen. Er war bei der Wehrmacht im Krieg und erfahren am Laufe des Filmes, dass er an einer Ermordungsaktion von Juden in Osteuropa beteiligt war oder von irgendwelchen Dorfbewohnern, weil irgendjemand dort einen Soldaten erschossen hat, wurde das ganze Dorf an Heiligabend abgemetzelt. Und in der Jetztzeit trifft er dann eben seinen damaligen Befehlshaber, der diesen Befehl gegeben hat, wieder und hadert natürlich sehr damit. Auf der einen Seite hat er abgeschlossen mit der Menschheit, mit dem Leben.

Christopher:
[25:58] Heute würde man sagen, einfach eine ganz klare Depression, ausgelöst durch PTSD, Kriegstrauma. Das war natürlich damals alles noch nicht so bekannt, er fasst den Entschluss oder entwickelt über den Laufe des Filmes die Idee, dass er Rache nehmen will an seinem ehemaligen Gefehlshaber, quasi als Sühneaktion gegenüber den Ermordeten, die an Heiligabend hingerichtet wurden. Und ja, dann geht's hin und her. In letzter Sekunde erfährt dann noch die Susanne von seinem Plan. Es kommt zur Konfrontation in der Fabrik, die jetzt dieser ehemalige Befehlshaber sehr schnell aufgebaut hat, der im Grunde jetzt auch so weitermachen konnte, als wäre nichts gewesen. Einfach Persilschein und los geht's. Und ja, der Film endet damit, können wir auch drüber sprechen, das Ende wurde ja noch kurz vorher geändert, endet damit, dass er ihn doch nicht erschießt, sondern ihn einfach zurücklässt, aber es dann eine Montage gibt, die dann so aussieht, als wäre er hinter Gittern. Und ja, so nach dem Motto, es ist besser, die Leute nicht zu töten, sondern vor Gericht zu bringen, sie einzusperren. Und die beiden, also Susanne und Hans Mertens, die sich dann auch im Laufe des Filmes verliebt haben, weil ich glaube, damals musste das einfach so sein, wenn Mann und Frau enger aufeinander leben, reichen in den Sonnenuntergang sozusagen.

Christian:
[27:24] Ich fand das auch sehr überraschend, als der Film auf einmal von Liebe sprach, aber okay, dann geht's so weiter.

Christopher:
[27:32] Ich glaube, das ist einfach wie damals Drehbücher geschrieben wurden.

Christian:
[27:36] Ja, ja, ja, ja. Ich meine, Schwamm drüber. Also da sind wirklich, der Film hat ganz viele andere Qualitäten, so als jetzt vielleicht diese Liebesgeschichte oder dieser Liebes-Subplot, genau.

Cast

Christian:
[27:52] Ja, dann lass uns noch kurz über Cast und Crew sprechen. Angefangen bei der Crew und angefangen bei der Regie. Wolfgang Staute, der auch, jetzt wird es nämlich ein bisschen verzwickt, laut, ich glaube auch, wie sagt man, laut Credits, das Drehbuch geschrieben hat. Und so steht es auch in der Wikipedia zum Beispiel drin. Die DEFA-Stiftung liefert ihn auch als Drehbuchautor. Interessanterweise ist in der IMDb aber davon die Rede, dass Eberhard Kreindorf, Johanna Sibelius und Fritz Staute, das ist der Vater von Wolfgang Staute, das Drehbuch verfasst haben sollen.

Christian:
[28:35] Wir konnten das jetzt nicht irgendwie noch tiefer gehend nachrecherchieren. Vielleicht gibt es da draußen ja Leute, die uns da ein bisschen helfen könnten. Gerne dann bei uns in die Kommentare auf secondunit-podcast.de, falls ihr da irgendwie ein bisschen was zu wisst. Also ich gehe jetzt mal auch davon aus, dass Wolfgang Staute irgendwie das Drehbuch geschrieben hat. Aber wie die anderen drei Namen sich dazu verhalten. Also das hieß auch irgendwie, Fritz Staute hat wohl auch mit seinem Sohn zusammen dann filmisch gearbeitet. Okay, aber also was ist da los? Also wer sind die anderen beiden, die da in dem Drehbuch-Credit noch mit aufgelistet wurden und warum sind sie nicht offiziell in den Credits auch drin?

Christopher:
[29:15] Es ist auch sehr schwammig. Im Wikipedia-Artikel von Fritz Staudel steht das halt so drin, dass er an Filmen mitgearbeitet hat, aber nicht genau an welchen und in welchem Umfang und es gibt auch keine Quellenangabe. Also steht da einfach, hat irgendjemand mal behauptet und ich kann mir durchaus vorstellen, dass das damals bei der DEFA vielleicht auch gar nicht so genau dokumentiert wurde. Ich meine, wir sind das wahrscheinlich gewohnt, dadurch, dass es da in den USA, in Hollywood sehr, sehr strenge Regeln gibt. Es gibt ja diese ganzen Gilden und wer jetzt welchen Drehbuchcredit bekommt.

Christian:
[29:46] Was ja aber auch oft problematisch ist, weil dann Leute auch darum kämpfen müssen, weil die sagen, ja Moment mal, aber in der letzten Fassung habe ich sehr viel mitgesprochen am Drehbuch, obwohl ich es selber jetzt vielleicht nicht verfasst habe. Und dann gibt es ja auch so diese Problematiken, dass es heißt, ja, das war aber zu wenig und deshalb kriegst du keinen Credit. Also das ist ja auch, ne?

Christopher:
[30:05] Ja, oder dass zum Beispiel Schauspieler, die dann während des Drehs sehr viel am Text geändert haben, ein Drehbuchcredit bekommen. Oder teilweise, wenn dann die Drehbuchgewerkschaft streikt, dass dann eben nichts mehr an diesen Drehbüchern verändert werden darf.

Christian:
[30:18] Zumindest nicht von Leuten, die Teil der Gewerkschaft sind, weswegen auf einmal Daniel Craig seinen eigenen James-Bond-Film mitschreiben muss. Bei Quantum Trost war das zum Beispiel. Wo er auch gesagt hat später, ich kann das ja gar nicht. Also, sämtliche Kritik.

Christopher:
[30:32] Ja, das hat, ich sag mal so, Drehbuchautor, glaube ich, ist er nicht. Er hat dafür andere Qualitäten.

Christian:
[30:36] Genau, so, aber also, so ein bisschen geht es auch in meine Vermutung. Also, vielleicht hatten die halt Input in das Drehbuch oder vielleicht gab es da auch irgendwie bei der DEFA so irgendwelche Prozesse, die halt in die Infos gebrauchen waren.

Christopher:
[30:50] Naja, es war 1946, als das Drehbuch geschrieben wurde, gab es noch keine DEFA. Die DEFA wurde zwei Monate nach Drehbeginn offiziell gegründet. Und es ist ja offensichtlich, dass wir gerade in einer sehr tumult, also sehr undurchsichtigen Zeit sind. Also das wurde halt wirklich in den Trümmern gedreht. Das war ja quasi weniger als ein Jahr nach Kriegsende. Ich glaube, da hat man dann nicht mehr so genau, sich überlegt, okay, wer hat jetzt an dem Drehbuch wie viel mitgeschrieben? Ich kann mir vorstellen, die haben wahrscheinlich eher alle zusammen gewohnt. Der Wolfgang hat das Drehbuch geschrieben, sein Vater hat mal drüber geschaut und gesagt, das und das. Das hat jetzt aber niemand so gedacht, ich bin jetzt nicht der Drehbuchautor, sondern ich habe mal hier das Drehbuch von meinem Sohn gelesen und mir ein paar Tipps gegeben. Wer diese Johanna Sibelius ist, das würde mich interessieren. Das ist die einzige Frau, die jetzt hier im Produktionsteam genannt wird. Fände ich spannend. Und Ebert Keindorf sagt mir auch jetzt leider nichts.

Christian:
[31:44] Dann hast du schon erwähnt, Hildegard Knef als Susanne Wallner, wir haben Wilhelm Borchert als Dr. Hans Mertens und Arno Paulsen als Ferdinand Brückner, das ist dieser Hauptmann, den Mertens wieder trifft. Das sind für mich jetzt so die drei wichtigsten Figuren und Namen. Und du hast recht, also Hildegard Knef, ich bin Jahrgang 87 geboren, also ich weiß nicht, ob ich jemals einen Film mit ihr gesehen habe, aber der Name ist halt für mich bekannt. Und da hatte ich auch nochmal ein bisschen quer gelesen, also eine sehr, wie sagt man, also eine Karriere im Zickzack-Modus und irgendwie auch immer mit Tabubrüchen verbunden, also dieser Film, Die Mörder sind unter uns, ist wohl ihr erst, also ist ihr Filmdebüt, ist ihr allererster Film, den sie überhaupt gemacht hat.

Christopher:
[32:38] Das wusste ich gar nicht.

Christian:
[32:38] Würde ich auch sagen, das ist schon mal ein krasser Start in eine Filmkarriere und hat dann wohl auch, ich glaube in den 60ern, also wohl einen enormen Wirbel, ich glaube der Film hieß Die Sünderin oder so. Müsste ich auch nochmal irgendwie nachschauen, aber die ist immer mal wieder so nach Hollywood und wieder irgendwie dann zurück nach Deutschland, wenn es da nicht lief, aber mit diesem Film, das ging irgendwie bis hin zu Klagen ans oberste Gerichtshof, der Film, der muss verboten werden, weil es um das Thema Prostitution geht und das war alles, ja, zu, wie sagt man, hat zu große Wellen einfach geschlagen. Und hat ihre Karriere wohl, glaube ich, dann auch irgendwie so ein bisschen beeinträchtigt oder befördert oder beflügelt oder zumindest beeinflusst.

Christopher:
[33:31] Ich muss mal kurz hier korrigieren. Das war tatsächlich nicht der erste Film, wo sie mitgespielt hat. Das war nur der erste Film, der veröffentlicht wurde, wo sie mitgespielt hat, weil sie in vielen Filmen im Dritten Reich oder in einigen Filmen im Dritten Reich mitgespielt hatte, die aber alle wahrscheinlich wegen des Krieges dann erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs fertiggestellt und veröffentlicht wurden.

Christian:
[33:50] Ah, guck an, ich hatte irgendwie gelesen, dass Staute sie auf der Theaterbühne irgendwie entdeckt hatte und das klang irgendwie so.

Christopher:
[33:55] Dass das… Ich vermute mal, hat man sich gewünscht, dass das so hinterher erzählt wird, gerade wenn man für die DEFA-Filme macht, dass man nicht schon im Dritten Reich irgendwelche Filme gemacht hat.

Christian:
[34:06] Und das ist auch die perfekte Vorlage, um noch kurz über Staute weiterzusprechen. Ich weiß nicht, ob du dich irgendwie noch mit ihm befasst hast oder da ein bisschen recherchiert hast. Ich habe nur ein paar Sachen mir rausgeschrieben, weil er nämlich auch als Schauspieler im Dritten Reich unterwegs war. Das ist ihm dann wohl später bei der DEFA nicht mehr irgendwie, auf die Füße gefallen, aber wenn ich das richtig verstanden habe, war er so, also er war Schauspieler, ist dann aber angeeckt auch im dritten Reich dann wurde ihm da die Arbeitserlaubnis entzogen als Schauspieler, dann war er ein bisschen im Synchronbereich, unterwegs und hat dann aber wieder als Schauspieler arbeiten können und hat dann auch an einem, Propagandafilm mitgewirkt in der Nebenrolle Jut Süß da hat er mitgespielt der.

Christopher:
[34:56] Propaganda-Fan im dritten Reich.

Christian:
[34:58] Der bekannteste und hat dann eben nach 1945 viel mit der DEFA zusammengearbeitet, aber war im Westen, also er war so als Grenzgänger auch unterwegs ähm, Hat sich wohl auch generell sehr stark und wohl auch als einer der wenigen sehr stark auch so mit der Schuldfrage auch beschäftigt und ist damit im Westen auch so ein bisschen eher angeeckt, also hat er nicht so sein filmisches Zuhause finden können, wurde vom Westen denn auch irgendwie dazu gedrängt, ja keine Filme mehr mit der DEFA zu machen, also die DEFA quasi als Auftraggeber fallen zu lassen. Hat er sich dagegen entschieden und ist dann halt mit dem nächsten DEFA-Film und das war dann die Geschichte vom kleinen Muck, da schließt sich hier auch so ein bisschen der Kreis, weil das hatten wir 2018 im DEFA-Zember besprochen mit Becky zusammen, mit deiner besseren Hälfte und der Film war eben auch von Wolfgang Staudt und das war dann sozusagen der nächste Film, den er mit der DEFA gemacht hat und das war ja auch so ein Riesenhit. Und 1955 ist er dann aber auch von der hat er, der DEFA dann auch den Rücken zugekehrt und ist dann wohl im Westen geblieben und hat im Westen dann auch produziert.

Christian:
[36:17] Und hatte sich im Westen aber wohl immer ein bisschen schwerer getan und ein fantastisches Zitat dazu abgeliefert, er hat gesagt, es ist schwer die Welt zu verbessern mit dem Geld von Leuten, die die Welt in Ordnung finden.

Christian:
[36:32] Das ist ein Satz, der ist glaube ich sehr zeitlos. Also das funktioniert auch im Jahr 2024 noch sehr gut. Genau. Und ich glaube, also wer sich auskennt, wird jetzt wahrscheinlich auch mit den Augen rollen über so einen Satz, aber ich glaube, Wolfgang Staute mit dem könnte und sollte man sich auch noch mal mehr auseinandersetzen.

Christopher:
[36:51] Ja. Werden wir vielleicht, also hoffentlich auch in diesem Podcast noch tun können. Weil er hatte ja dann, der dritte Teil meiner Geheimtrilogie, nämlich Der Untertan, einen Film gemacht, der ja teilweise, das wusste ich auch gar nicht, der war bis in die 70er-Jahre in Westdeutschland verboten. Was ich komplett ulkig finde, weil das ist also jetzt kein sozialistisch-kommunistisches Machtwerk, das ist einfach eine Verfilmung von einem Heinrich-Mann-Buch. Und ich glaube, das war aber, glaube ich, zu nah an der Wahrheit und das war zu tief ins Herz des deutschen Spießbürgertums getroffen. Ähm, also finde ich, finde ich sehr spannend und man merkt halt auch diese ganzen Sachen, immer so in der, ja der Film wurde im Fernsehen dann in der DDR in den 50ern ausgestrahlt und Deutschland halt 71 in der ARD und das ist halt, man merkt halt in den 70ern hat halt diese ganze Holocaust, Auseinandersetzung mit Deutschlands Vergangenheit, also ernsthafte Auseinandersetzung mit Deutschlands Vergangenheit wirklich begonnen ähm, da merkt man so in den 70ern wurden dann auch diese ganzen Sachen ausgestrahlt und auf einmal aus den Kisten Investorschein hervorgeholt. Das ist ganz spannend.

Christian:
[38:03] Ja, da kommen wir vielleicht am Ende auch nochmal kurz drauf zu sprechen.

Film

Christian:
[38:07] Ähm, genau. Lass uns doch jetzt über den Film noch weitergehen, auch ein bisschen tiefer eintauchen, auch in den Inhalt noch vielleicht ein bisschen reingehen. Du hast es schon bei der Plot-Zusammenfassung so ein bisschen, auch schon vieles angedeutet, so, ja, wo fangen wir denn da an? Fangen wir vielleicht irgendwie noch so bei den, bei der Inszenierung können wir vielleicht auch ein bisschen anfangen. Also ich glaube, zumindest für mich war das eigentlich so das erste, also die ersten Bilder, die waren einfach wahnsinnig krass und wahnsinnig, also die haben mich sofort irgendwie abgeholt, das habe ich so noch nicht gesehen und das ist halt dieses Stichwort Trümmerfilm. Wie du schon gesagt hast, die haben, also der Film ist 1946 rausgekommen, die haben im März 1946 angefangen zu drehen in Berlin, in den Trümmern. Da sind Bilder entstanden, da sind ja eben nicht Kulissen benutzt worden, das ja, das kannst du halt auch nicht nachbauen, also das ist halt das sind unfassbare Bilder. Ich weiß nicht, wie das für dich war, auch beim ersten mal schauen, wie das auf dich gewirkt hat. Ja, also mich hat das schon gleich irgendwie abgeholt.

Christopher:
[39:25] Ich finde das total faszinierend, dass sie da wirklich gesagt, also gesagt haben, wir müssen diese Chance jetzt nutzen und wir, also entweder es war aus der Not herausgeboren, aber ich kann mir auch vorstellen, dass es einfach der Gedanke war, wir müssen das, es wird jetzt ja langsam weggeräumt und wir müssen jetzt einfach nochmal diese Gelegenheit nutzen, da einen Film mitzudrehen. Es gibt dazu passend, ich glaube, ich hatte dir auch den YouTube-Link geschickt, eine sehr schöne Sendung mit der Mausbeitrag, wo hier, wie heißt das? Das habe ich natürlich seinen Namen gerade nicht im Kopf.

Christian:
[39:56] Ist das Armin?

Christopher:
[39:57] Armin, genau. Christoph ist, glaube ich, ein bisschen zu jung dafür, aber Armin, der ja auch als Kind damals das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt hat, erzählt hat, wie früher die Leute gewohnt haben und das sieht da genauso aus, halt wie dann in der Wohnung von den beiden im Film.

Christopher:
[40:15] Mit der Zeitung an den Fenstern und einfach nur einen Tisch und einen Stuhl und wenn man glücklich ist, hat man so ein paar Tannenzweige, die dann der Weihnachtsbaum sind. Und man muss sich halt vorstellen, wie die Leute da wirklich in nackten Wohnungen gehaust haben und froh darüber waren, dass sie überhaupt was darüber im Kopf hatten. Und gleichzeitig halt auch, und das fand ich diesen spannenden Kontrast, dieser ehemalige Nazi-Kommandant in seiner, und er sagt ja auch noch explizit, also es ist kein Film von Subtilitäten.

Christopher:
[40:49] In seiner piekfeinen Wohnung haust, eine große Fabrik auf einmal besitzt, wahrscheinlich, wo er die her hat, weiß man nicht. Wo er lustigerweise, und das ist tatsächlich auch so passiert, gibt's auf YouTube auch so alte Wochenschau-Beiträge, aus alten Stahlhelmen Suppenschütteln macht. Das haben die tatsächlich gemacht, weil das war halt stabil, das war emaliert, das war unverwüstlich und Metall hattest du halt nicht so und die Leute brauchten halt irgendwas, wo sie hier Sachen drin kochen konnten. Und ich fand diesen Kontrast so spannend, wie quasi der die KZ-Überlebende und der traumatisierte Soldat quasi in so einer Bruchbude hausen und der, der das ja mehr oder weniger mitverantwortend zu hatte oder auf jeden Fall aktiv mitgetrieben hat, hauste halt in so einer großen, gutbürgerlichen Wohnung mit seinen Kindern, die alle, ja, wohl auch bei der HJ waren, so wie sie sich vergeben und diese Kontraste macht der Film schon sehr, sehr deutlich.

Christian:
[41:48] Ja, also auch dieses Haus, diese Wohnung, in der sie da unterwegs sind, das gibt ja zwischendurch immer wieder so ganz starke Bilder, wenn irgendwie der Wind da durchfegt.

Christian:
[42:01] Also diese Wohnung ist halt löchrig wie ein Käse. Das siehst du und das spürst du dann auch. In der Einszene war das schon auch ein bisschen süß gemacht, wie die Tür im Hintergrund dann immer nur so hin und her wackelt, um zu zeigen, ja, da ist halt so ein Luftdurchzug. Ich glaube, das ist der Moment, wo sie, glaube ich, das erste Mal in die Wohnung geht und er steht da halt im Türrahmen und sagt, wer sind sie und was wollen sie hier?

Christian:
[42:26] Aber diese, also das erzählt ja auch so wahnsinnig viel. Also diese ganzen, Kulisse ist das falsche Wort, die Hintergründe oder das Stadtpanorama, das erzählt alles schon so wahnsinnig viel. Aber eben auch diese Wohnung, das Set, in dem sie sich da befinden, das erzählt alles so wahnsinnig viel. Sie fängt ja dann auch an, als sie sich da einlebt, dann aufzuräumen, umzusortieren und er eben nicht. Er ist ja derjenige, der da eigentlich irgendwie nur in seinem Stuhl sitzt und seinen Schnaps trinken will. Und da hast du ja auch schon gleich die Gegenüberstellung der beiden Figuren verbildlicht. Sie ist diejenige, die er irgendwie anpacken will und irgendwie weitermachen will und auch so ein Alltag, ein Leben halt wieder irgendwie haben will. Und er ist ja eigentlich so das Gegenteil. Er ist ja eigentlich auf der Flucht davon. Er ist ja irgendwie, wie du gesagt hast, gezeichnet vom Krieg. Depression, PTSD sind da die Stichworte. Aber er kann ja auch irgendwie gar nicht in so etwas zurückkehren.

Christopher:
[43:38] Weißt du, woran er mich erinnert? Und dieser Vergleich wird dir vielleicht gefallen. Theoden in Die zwei Türme.

Christian:
[43:46] Ich hab mein Herr der Ringe Rewatch leider noch nicht gemacht zum Zeitpunkt dieser Aufnahme.

Christopher:
[43:52] Ah, natürlich. Aber du erinnerst dich an Theoden. Das ist der König von Rohan.

Christian:
[43:56] So viel weißt du noch.

Christopher:
[43:57] Ne?

Christian:
[43:59] Das ist, glaube ich, zehn Jahre her, dass ich dir das letzte Mal gesehen habe.

Christopher:
[44:01] Ah, okay. Das freut mich, weil ich hatte ja erst neulich meinen großen Herr der Ringe-Marathon im Kino. Also, Theoden, und der Vergleich ist gar nicht so weit weg.

Christian:
[44:12] Ich kann mich mal ab.

Christopher:
[44:14] Ganz kurz zusammenfasst, Theoden, der König von Rohan, als wir ihn das erste Mal sehen, ist er quasi so ein älter, verhutzelter Mann, aber wie wir dann später erfahren, war er einfach nur unter dem Fluch von Saruman und irgendwann wird er dann, also er ist schon älter, aber jetzt auch nicht quasi so alt, wie man ihn anfangs sieht, sondern war so verzaubert. Und dann kommt die Schlacht von Helms Klamm, also Moria steht quasi in der letzten Zuflucht vor Rohan, er sagt halt, Helms Klamm hat noch immer uns beschützt und es wird nie fallen, also unsinkbarer Schiff und so, wir wissen ja dann, was passiert.

Christopher:
[44:48] Und dann sind quasi die Orks kurz vorm Einfall der Tore, also klopfen sozusagen schon in die Tür und zwar nicht leise und dann sagt er, was können wir Menschen im Angesicht von so viel Bösem tun und es halt die ganze Zeit so wirklich, wie jetzt hier der Arzt in dem Film, so, es gibt so viel Böses auf der Welt, warum sollen wir uns überhaupt noch anstrengen und was hat das für einen Zweck jetzt dagegen anzukämpfen, das kommt doch einfach nur der nächste Krieg und immer dieses Sterben und, ich habe abgeschlossen und dann kommt halt Aragon und dann kommt natürlich der beste Zitat und ich finde halt immer noch, dass Theoden auch die besten Zitate in ganz Herderinger hat, Nämlich sagt, let this be the hour that we draw our swords together. Let this be the hour that the horn of Helm Hammerhand shall sound in the deep one last time. Und dann geht's halt los und dann reiten sie halt raus und dann kommt Gandalf am fünften Tage, schaut in den Westen bei Sonnenaufgang.

Christopher:
[45:49] Und, Wenn man weiß, dass J.R. Tolkien Herr der Ringe als jemand geschrieben hat, der sehr stark traumatisiert war vom Ersten Weltkrieg, weil ich bin der Meinung, Herr der Ringe ist einfach Fantasy plus PTSD, dann kann ich mir vorstellen, dass quasi Theoden und dieser Dr. Mertens im Grunde aus der gleichen Lebenswelt oder aus der gleichen Idee herausgeboren sind, nämlich von zwei Menschen oder quasi wie verändert sich ein Mensch, der quasi so vom Krieg und vom Bösen und vom Leid gezeichnet ist, dass er jegliche, Hoffnung, jeglichen positive Einstellung gegenüber der Menschheit verliert. Und ja, das muss ich dran denken, dass diese beiden Charaktere für mich sehr, sehr ähnlich sind.

Christian:
[46:40] Sehr, sehr, sehr spannend. Hätte ich auch nicht gedacht, dass wir jetzt noch im Rahmen dieser Diskussion Ich habe noch.

Christopher:
[46:48] Jedes Gespräch auf Herderinger gebracht.

Christian:
[46:49] Sehr gut. Finde ich gut. Herr der Ring ist auch passend für die Jahreszeit, finde ich. Passt das, ja. Ja. Umso spannender finde ich, dass es denn hier, also der Moment, wie aus dem Dr. Mertens dann wieder, also wie er wieder zu Dr. Bertens wird, wenn man so will, ist ja dann später, du sagtest schon, subtil ist der Film nicht, aber ich finde das ganz wunderbar und ganz fein auch gemacht in diesem Film. Er will ja eigentlich seinen Hauptmann töten. Ja, also der ursprüngliche Titel war, glaube ich, auch irgendwie sowas in der Richtung, irgendwie der Mann, den ich töten werde oder irgendwie sowas war das. Ich finde die Titel, beide Titel finde ich halt super stark, aber die Mörder sind unter uns, finde ich auch richtig krass.

Christopher:
[47:37] Es ist im Nachgang schon der bessere Titel, ne?

Christian:
[47:39] Ja, aber also wenn ich mir vorstelle, dass 1946 das irgendwie am Kino hängt und dann noch dieser Film läuft, so holy shit, also das muss auch nochmal ganz anders gewirkt haben.

Christian:
[47:52] Aber er will, dieser Hauptmann, der ihm seine eigene Kriegswaffe zurückbringt, weil er ihm das ja auch versprochen hatte und da schließen sich so viele Kreise und Mertens entschließt sich dazu, diesen Typen zu töten. Und dabei durch Zufall in einem ganz abgelegenen Ort irgendwo in Berlin, in der Hauptstadt, zwischen den Trümmern kommt eine besorgte Mutter und ruft nach einem Arzt, der ja Dr. Mertens ist oder zumindest mal war. Und wir haben auch vorher diese Szene gehabt, er geht zurück ins Krankenhaus, weil er Arbeit sucht und wieder Teil dieser neu entstehenden Gesellschaft werden will und das einfach nicht kann. So diese ganzen Gerüche, der ganze Ort, das Krankenhaus triggert ihn einfach zu hart. Das funktioniert halt nicht. Aber dann gibt es diesen schicksalshaften Moment, wo diese Mutter ihn irgendwie anfleht, ihr Kind zu retten. Und das klappt auch alles und er findet da ja wieder zu sich. Er findet zur Medizin, er findet zu sich und er kann das Leben dieses Kindes retten. Und dann danach ist er ja beschwingt und überglücklich und kann dann eben auch der Susanne ihre Liebe gestehen, nachdem er ja gesagt hat, er kann es halt noch nicht, er ist zu verschlossen und so da alles ganz fein und ganz wunderbar und ich finde das halt also, ich finde das ist ein wahnsinns Moment auch in dem Film, dass.

Christian:
[49:18] Nachdem er so viel Tod, nachdem er so viel Elend gesehen, verursacht mitverursacht hat äh, dass halt der Moment, in dem er wieder Leben rettet, ihn zu seiner Menschlichkeit irgendwie zurückführt, zumindest kurzfristig, das finde ich total stark gemacht.

Christopher:
[49:38] Ja, es ist ja auch diese Überwindung. Er sagt ja, was ist ein Chirurg wert, der kein Blut sehen kann? Also ich glaube, das ist halt auch wirklich dieses, nicht nur diesen Sinn dahinter nicht sehen, aber ich glaube, er kann wirklich halt dieses, also ein Chirurg im Krieg, was muss er da machen? Der muss halt Leuten die zerfetzten Bliedmaßen abhacken. Viel Herztransplantationen würde er da nicht gemacht haben. Und ich glaube, das ist, wie du schon sagtest, diese Gerüche, dieses Antiseptische und auch der Geruch von Blut und von Gedärmen. Also ich muss ja auch wahnsinnig stinken dann. Und ich glaube, das ist halt ganz ein Astreinerfall von so einem, also wirklich ein Trigger, der wirklich getriggert wird und dann in diesen Kriegsszenarien wieder zurück ist. Und da dann quasi, das ist ja dann so ein bisschen Konfrontationstherapie. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich eine echte Therapieform ist, aber dieses, okay, er muss das jetzt machen, sonst stirbt dieses Kind. Und dann merkt er, okay, es ist passiert, es ist nichts Schlimmes passiert und er hat was Gutes getan. Und das ist vielleicht dann der erste Schritt gewesen, um sich da wieder langsam ranzutasten.

Christian:
[50:50] Ja, und auch was du sagst als Arzt auch in diesem System im Dritten Reich, also auch im Krieg und das sehen wir dann ja am Ende des Filmes auch, dieser Rückblick. Also ja er hat ja selbst auch also er hat versucht Leben zu retten und das wie du sagst in diesen höchst dramatischen und und, krassen Situation aber er war ja selbst auch dafür verantwortlich oder er konnte zumindest anderes Leben nicht retten, indem er da eben an dieser Weihnachtsaktion da irgendwie mit ansehen musste, wie da so ein ganzes Dorf erschossen wird von, Kind bis Erwachsenen ähm, Also diese Verzweiflung, das hat auch so ein bisschen was, finde ich, er ist wie so ein Schlafwandler irgendwie. Er ist ja wie so ein Zombie auch irgendwie, dass er da durch diese Trümmer stapft. Immer irgendwie unter Alkohol, immer irgendwie betrunken. Auch was du gesagt hast, da in diesem Tanztheater. Also selbst das funktioniert ja auch nicht. Er kann sich ja auch nicht, was ich dann auch wieder so eine tolle Parallele finde zu diesem Brückner, über den müssen wir gleich auch noch sprechen. Er kann sich ja auch nicht in, ich sag mal, Ekstase irgendwie. Er hat ja nicht den Eskapismus von Ekstase irgendwie, indem er sich hingehen kann.

Christopher:
[52:06] Nee, er sitzt da in diesem Tanzlokal und um ihn diese ganzen jungen Frauen, die ihn irgendwie auch, die wollen ja mit ihm interagieren. Er hat irgendwie ja immer gesagt, ja, ich hab hier noch eine Kamera rumlegen, komm, lass Fotos machen. Also er hätte ja Gelegenheit gehabt, sich da irgendwo in was zu flüchten, aber das kann er nicht. Und dann sieht er dieses Schachspiel und sagt halt der Frau, hier, du musst denen Zugung zu machen, so, ja, aber da finde ich zwei Bauern. Ja, so, ja, aber die Bauern, die sind doch wichtig. Und dann auch, also ich finde, filmisch auch wieder ein gutes Stilmittel, wie er diesen Rauch auf.

Christopher:
[52:41] Das Brett bläst, sein Zigarettenrauch, und es dann so aussieht, als wäre das quasi so ein echtes Schlachtfeld, quasi mit diesem Schlachtenrauch von den Waffen. Und dann dieser, dann hätte er diesen Monolog von, ja, und das Spiel wird dann zur Büchse und dann kommt der letzte Schritt ist dann ins Massengrab quasi vom Schießgewehr. Und dann Cut und dann sieht man diese Frau, wie sie tanzt, quasi Close-Up auf ihre Unterhose. Und das war so ein grotesker Schnitt, dass ich mir fast vorstelle, dass das genau so bewusst gemacht wurde. Also wahrscheinlich schon. Dass er diese Rede hält von, ja, und das ist alles ein harmloses Spiel, aber irgendwann landen sie dann halt alle im Massengrab. Aber gleichzeitig dich halt das Leben weitergeht. Und auch die Freude und der Tanz um ihn herum weitergeht. Und ich glaube, diesen Zwiespalt, das ist das, was ihn fertig macht. Dass er in seinem, auch so ein bisschen, also muss man sagen, ein bisschen Selbstmitleid, in dem er da zerfließt, also trotz seiner Depression und seinem PTSD, ist er auch jemand, der sich gerne darin so badet. Und um ihn herum wollen die Leute halt wieder Spaß haben. Sie wollen tanzen, sie wollen sich vergnügen. Sie wollen den Krieg auch hinter sich lassen. Das ist ja auch nur natürlich.

Christopher:
[54:00] Und diese Groteske, ich glaube, das ist das, was ihn auch so fertig macht, dass er nicht verstehen kann, warum nicht alle Leute wie er so mit gesenktem Kopf durch die Straßen laufen und sinnieren, weil es ist doch so viel Schlimmes passiert und wie könnt ihr da tanzen, wie könnt ihr da glücklich sein?

Christian:
[54:14] Ich habe mir ein Zitat rausgeschrieben, jetzt habe ich natürlich vergessen, dazu zu schreiben, in welcher Situation und wer das gesagt hat. Ich glaube, das war dieser, ich glaube, das war ein Gespräch mit dem Uhrmacher, der da im Keller sein kleines Geschäftchen aufbaut. Also das war so ein Dialog. Ich glaube, der Mertens sagte das auch. Es ist schwer zu vergessen. Und die andere Person sagt, nein, es ist leicht, wenn man ein Ziel hat.

Christopher:
[54:43] Und das hat er halt nicht.

Christian:
[54:44] Und das hat er, genau, das hat er halt eben nicht so. Und die Susanne, sie ist ja dabei, also ich weiß nicht genau, ob sie da jetzt irgendwie ein konkretes Ziel hat, aber sie ist zumindest in diesem Aufbau schon mal, also sie macht sich schon mal in Bewegung, also sie macht sich schon mal auf die Reise. Sie fängt ja wieder an, irgendwie da aufzubauen und baut auch irgendwie so einen Alltag wieder auf.

Christopher:
[55:09] Ja, alle, aber sie halt vor allem, ne?

Christian:
[55:12] Genau. Klar, der Uhrmacher auch, der da im Keller sitzt und auf seinen Sohn wartet, die Hoffnung hat, dass der irgendwie wiederkommt, Brief gelesen hat und dann ja auch zu so einem Hellseher irgendwie geht, der eben da die große ...

Christopher:
[55:25] Dazu würde ich gleich noch was sagen, gerne.

Christian:
[55:27] Ja, also gerne. Also, wie du sagst, alle anderen um ihn herum machen irgendwie weiter. Eine Sache noch, die ich schon wieder vergessen hatte, die ich auch noch erwähnen wollte. Ich fand das so krass, gleich auch am Anfang. Wir sehen dieses zerbombte Haus und wir, stolpern irgendwie auch in diesen Film rein und durch diesen Film und sehen, wie die Susanne da irgendwie die Treppen irgendwie hochgehen will und so. Und es wird sofort wieder im Hausflur getuschelt. Das fand ich auch so krass im Sinne von weitermachen. Also das Haus hat noch nicht mal mehr vier Wände, weil eine fehlt und die andere ist löchrig und das Ding steht so gerade eben noch in diesen Trümmern. Aber es wird sich schon irgendwie darüber ausgelassen, wer da irgendwie in der Wohnung wohnt und dass sie jetzt dazukommt und das kann ja nicht angehen und das fand ich halt irgendwie auch wahnsinnig krass.

Christopher:
[56:15] Ich glaube, ich glaube einfach, dass Wolfgang Staute wirklich das deutsche Spießbürgertum gefressen hat, ne? Ich glaube, der.

Christian:
[56:22] Da habe ich auch noch ein gleiches Zitat zu.

Christopher:
[56:23] Aber ja. Der hat, glaube ich, diese deutsche, dieses deutsche Biedermeiertum Naja, nicht Biedermeier, aber dieser der deutsche Spießbürger und das kam ja alle vor uns. Ich glaube, den hat er wirklich den hat er wirklich verinnerlicht, das ist sein großes Feindbild, was sich durch alle seine Filme zieht, insofern man ihn ziehen lässt. Ähm, Und das ist, glaube ich, sehr, sehr wichtig, dieses Element, dass sie ja sagen, also es ist halt ein zerbombtes Haus, das hat gerade noch so vier Wände, also das ist ein ehrbares Haus und wie können die da in wilder Ehe, das muss man davon nicht vergessen, das waren also noch viel, viel länger als danach, durften ja Mann und Frau nicht zusammen in einer Wohnung leben, wenn du kein Heiratszertifikat vorlegen konntest. Sonst hattest du ja in wilder Ehe gelassen. Das haben ja noch meine Großeltern erzählt, die das gesagt haben. Das war damals bei uns noch so, dass man, wenn man dann gemeinsam eine Wohnung gemietet hat, dass man dann halt nachweisen musste, dass man rechtmäßig verheiratet ist. Sonst hat man die Wohnung nicht bekommen.

Christian:
[57:21] Exakt, exakt, ja.

Christopher:
[57:24] Und ich glaube, das ist zentral, gerade für diese Hausszenen. Aber um zurückzukommen auf den Herrn Monschein, finde ich auch einen sehr spannenden Charakter. Also erstens, der Name ist ja offensichtlich jüdisch, also soll jüdisch klingen, Herr Monschein. Er hat ja auch sowas von so einem alten Rabbiner, also ist jetzt Uhrmacher, aber ja, Uhrmacher waren ja damals auch häufig Juden, also alles, was so mit Feinhandwerk und so zu tun hat. Und er geht zu diesem Hellseher, weil er wissen möchte wo sein, oder er geht nicht, aber der sagt halt, ja, ich vermisse meinen Sohn so und ich weiß nicht, wo er ist und ich warte ja auf ihn und dann sagt der Hellseher, ich kann dir hellsehen, gib mir mal deine Brille, ich sag dir, wann du ihn wiedersehen wirst und dann erzählt er diese Geschichte von der Straße, die die Kontinente verbinden und manche gehen, manche kommen und er sagt ja und dann wirst du deinen Sohn wiedersehen und.

Christopher:
[58:19] Der Herr Mohnstein sagt, ah, okay, weiß ich Bescheid, alles klar. Und dann finde ich auch die Szene, bezahlte ihn ja, also der Mann sagt, nein, nein, du musst mich nicht bezahlen, aber er weiß ganz genau, dass er ihn bezahlen will, also es ist schon klar, was da passiert. Aber zwei Sachen.

Christopher:
[58:36] Das Hellsehen und dieses Thema Seancen, das ist eine Erscheinung, die entstanden ist, genau aus dieser Situation heraus, dass Leute vor allem nach dem Ersten Weltkrieg oder während des Ersten Weltkriegs nicht wussten, wie es ihren Verwandten geht. Also zwei Sachen, die Erste Weltkrieg plus davor Entdeckung der Radiowellen. Es ist was im Äther, es gibt quasi Informationen, die so durch die Luft fliegen können. Wieso können wir nicht uns alle dann, also wozu brauchen wir ein Radio? Wir können das ja mit unseren Gedanken empfangen. Das war damals so die Vorstellung. Und dass die Verbreitung oder die, so als Modeerscheinung, dass man zu Hause Seancen gehalten hat, dass man sich halt mit so einem V-Jobor zusammengesetzt hat oder sich alle in den Händen gefasst hat, kennt man ja, das war Anfang des 20. Jahrhunderts ein richtiger Hype. Als zum Beispiel Arthur Conan Doyle, der in seinen Büchern sehr sachlich war, der war selber aber ein sehr großer Mystiker. Und ich glaube, es hatte auch was damit zu tun, dass er einen Sohn oder so im Krieg verloren hat.

Christopher:
[59:33] Also das ist tatsächlich ein Phänomen, was genau aus solchen Situationen heraus entstanden ist, dass Leute zu Hause auf ihre Söhne, ihre Väter, ihre Brüder gewartet haben und nicht wussten, was mit denen ist und irgendwie versucht haben, mit denen in Kontakt zu treten, auch gerade wenn sie dann schon gestorben sind. Also ich finde ganz spannend, dass das hier aufgegriffen wird, weil das tatsächlich sehr eng miteinander verbunden ist, wo man erst denkt, wieso machen die jetzt Hellseherei, wieso kommt das im Film vor? Aber das gehört sehr eng miteinander zusammen. Und das Zweite ist dieses Warten und währenddessen zieht quasi so das Leben an einem vorbei. Da gibt es ein sehr schönes Lied dazu. Ich weiß nicht, habe ich da schon mal mit drüber gesprochen? Kennst du das? Im Wartesaal zum großen Glück von Walter Andreas Schwarz.

Christian:
[1:00:15] Sag mir jetzt nichts.

Christopher:
[1:00:17] Ist nämlich der allererste deutsche ESC-Beitrag. 1956, Walter Andreas Schwarz, selber KZ-Überlebender, schreibt ein Lied, da kann man sich an eine sehr schöne Ballade, also so eine klassische, nicht eine Powerballade, eine klassische Ballade, wo es darum geht, dass Leute im Wartesaal zum großen Glück sitzen und es legen viele, also es ist so ein Seemanns-Zimmer, es legen viele Schiffe an, aber niemand steigt ein und das ist wohl in der Interpretation so gesehen, dass das genau auf dieses.

Christopher:
[1:00:51] Dieses Warten und quasi so im Moment verweilen und nicht quasi weitermachen, weiterziehen, sondern alle warten, dass das große Glück kommt. Aber es kommt halt nicht. Und man baut, also man sitzt in einem Saal und geht nicht raus, geht nicht in die Welt, versteckt sich auch so ein bisschen. Das ist genau diese Nachkriegssituation, die er da drin beschreibt. Und dann kommt noch ein bisschen dazu, dass er dann halt auch sagt, ja, und die Leute, oder Vertuschelnheit, oder arbeiten die Vergangenheit nicht richtig auf, diese ganze KZ-Thematik, die er ja hautnah miterlebt hat. Also wirklich ein ESC-Geheimtipp, wo man sich denkt, okay, was kann schon der erste ESC-Beitrag gewesen sein, dass alles andere Lieder waren, irgendwie so Lieder über Dohlen oder andere Vögel oder klassische Liebeslieder. Aber das ist ein richtiger Burner. also Wartesaal zum großen Glück ist mit einer meiner liebsten ESC-Lieder, und da muss ich auch dran denken, dieses Warten und ich interpretiere ja die Szene so, er sagt ja dann am Schluss, okay, du wirst deinen Sohn wieder treffen, auf dieser großen Straße, die die Kontinente verbinden, Leute gehen, Leute kommen, er glaube ich wollte ihm nur erzählen, ja, dein Sohn kommt schon zurück, aber ich glaube der Herr Monschein, der spürt, er hat nicht mehr lange zu leben und er weiß, er wird seinen Sohn halt im Jenseits wieder treffen. Also wenn sie beide quasi sterben oder er schon gestorben ist und dann sein Sohn irgendwann stirbt, dass sie dann im Nachleben vereint sein werden. Ich glaube, so interpretiert nämlich das der Herr Monschein. Da sagt er, okay, ich verstehe und dann.

Christopher:
[1:02:21] Stirbt er ja tatsächlich auch kurz bevor der Brief von seinem Sohn kommt. Und ich glaube, er hat das dann schon gewusst oder gespürt, er wird seinen Sohn in diesem Leben nicht mehr wieder treffen, aber dann in dem Jenseits, an das er halt glaubt. Und es ist spannend, dass die beiden Figuren in dieser Szene das, was der eine sich wahrscheinlich nur ausgedacht hat, komplett anders interpretieren und beide so ein bisschen aneinander vorbeireden. Aber bei einem Film, der jetzt nicht von Subtilitäten strotzt, aber eine sehr schöne, subtile Erzählung ist an der Stelle.

Christian:
[1:02:56] Ich finde, der Film ist so, also er schafft es, also er ist nicht subtil, aber er ist manchmal auch so klein und so ruhig in seiner Erzählung. Das ist für mich so das Feinde irgendwie an diesem Film, dass der viele Sachen gar nicht so laut macht, groß macht, deutlich macht, sondern die halt eben so miterzählt, mitkommuniziert.

Christian:
[1:03:26] Und genau das, was du gerade beschrieben hast, das geht für mich da so rein. Das ist alles sehr, sehr fein und sehr ohne Detail. Das habe ich so zum Beispiel auch noch gar nicht gesehen. Ich fand es immer nur so spannend, der Uhrmacher da immer sagt, er hat keine Zeit. Wie du sagst, der wartet. Das ist dann auch irgendwie wieder so dieses Ziel, diese Zielmetapher vielleicht auch. Also ja, er hat das Ziel, er will ja seinen Sohn irgendwie wiedersehen, aber er ist auch irgendwie sehr wartend, abwartend, Zeit als Faktor mit da rein. Ich fand das von diesem Hellseher auch so spannend, wie der, also ich fand den Moment der Bezahlung so interessant, weil der Herr Monschein, der Uhrmacher, Sagt ein Satz, der glaube ich noch so zwei, dreimal im Laufe des Filmes fällt, was bin ich Ihnen denn schuldig? Was ich auch wieder so interessant fand, auch der Verweis an das Video von der Sendung mit der Maus, was wir auch noch verlinken werden, auch ganz toll gemacht, wo der Armin auch erzählt, da hatten sie irgendwie Tabakblätter, glaube ich, irgendwie in so einem, also als Ware, als Tauschware.

Christian:
[1:04:40] Weil man in der Zeit ja auch getauscht hat und ich fand erstmal diese Formulierung so feinfühlig also was bin ich Ihnen denn schuldig heißt ja nicht was muss ich jetzt bezahlen wie viel Geld kriegen sie jetzt von mir, sondern diese Fragestellung ist ja auch schon so, Dankeschön kann ja auch die Antwort sein, nichts aber da geht es halt los was bin ich Ihnen denn schuldig und dann ist ja gleich das Abwinken ja bloß kein Geld, aber wenn denn 10 Mark. Das ist ja so, die zu den anderen 10 Mark irgendwie gestopft werden und wie dann der Hälseher noch süffisant zur Kamera sagt, wie leicht man den Menschen in der heutigen Zeit doch eine Freude machen kann, was ich halt auch sehr zynisch fand.

Christopher:
[1:05:23] Es geht auch wieder hier in beide Richtungen. Also er sagt das halt, dass er glaubt, er hätte dem Herrn Mondstein angefangen getan, aber ich glaube auch so ein bisschen hat der Herr Mondstein, weil er wahrscheinlich dann denkt, okay, das Geld werde ich wahrscheinlich so nicht mehr brauchen lang. Dass er ihm eine Freude macht, wenn er mir jetzt ein bisschen Geld dafür gibt.

Christian:
[1:05:40] Ja, also auch das, aber das Geld auch als, Gegenstand taucht da ja auf. Ich habe nämlich den Eindruck, dass es sonst nie irgendwie ums Geld geht in dem Film. Es geht halt irgendwie um Sachen, um Sachgüter, um irgendwie alles andere.

Christopher:
[1:06:00] Also es wird jetzt nicht explizit gesagt, dass er Jude ist, aber es ist ja auch quasi die Umkehr von diesem raffgierigen Judenmotiv, was ja dann im Dritten Reich sehr groß war, so der Geldhändler und so, dass wir jetzt hier einen, jüdisch gecodeten Charakter haben, der sehr freigegebig mit seinem Geld ist.

Christian:
[1:06:20] Und dann halt eben auch so süffisant dieses, wie leicht, es ist eine Freude zu machen. Also so nach dem Motto, ich bin ja nur der Dienstleister. Ich mache ja nur eine Freude. Ich glaube ja auch nicht an das, was ich hier tue, aber es geht ja nur darum, den Leuten eine Freude zu machen. Dann fand ich das später so interessant, als die Mutter dann ja dem Mertens genau das ja auch fragt, was bin ich Ihnen denn schuldig für das Leben meines Kindes, ne? Und er ja auch sagt, so im Sinne von gar nichts, weil sie haben mir genauso geschenkt oder genauso etwas gegeben, wie ich ihnen etwas gegeben habe, ne? So sind mir die Lebensfreude zurückgebracht und wie du sagst, haben mich auf eine gewisse Art und Weise hier vielleicht auch irgendwie kuriert oder geheilt oder so, das fand ich halt auch so interessant, aber, dieses, ja, also diese, ich fand diese Formulierung, die ist irgendwie auch so hängen geblieben bei mir, ne? Was bin ich Ihnen denn schuldig? So, das, das ist, da steckt auch so viel drin. Schuld ist ja eine Sache, die eigentlich über allem da irgendwie steht, dieses Wort und dieses Ding.

Christopher:
[1:07:31] Dieses Konzept. Auch dieser, die Schuldfrage ist ja auch das zentrale Motiv dann in der Aufarbeitung des Zweiten Welt, also die deutsche Erinnerungskultur, ne? An dieser Stelle große Empfehlung für keine Erinnerungskultur auf YouTube und Instagram. Sehr guter Kanal. Dass die Schuldfrage ja immer sehr hart diskutiert wurde. Wer ist schuld? Und sind wir schuld an den Taten unserer Eltern, unserer Großeltern, unserer Urgroßeltern mittlerweile? Und war es ist aber Ranjo, ich glaube, sie war es, die gesagt hat, ihr seid nicht schuld am zweiten Weltkrieg oder ihr seid nicht schuld am Holocaust genau genommen, aber ihr seid dafür verantwortlich, dass es nicht wieder vorkommt. Und quasi diese Schuld und Verantwortung, also in der Schuld steckt ja auch immer eine Verantwortung dann mit drin. Was bin ich ihnen schulde, ist ja quasi auch eine Verbindlichkeit, eine Verantwortung, die man dann übernimmt mit einer Schuld. Und ich glaube, das ist das zentrale Ding, was dann, also überraschend, wie früh man auf diese Gedanken gekommen ist. Was sind wir schuldig? Also gerade im Osten, wo man dann auch ja ganz oft gesagt hat, naja, wir waren ja nicht die Nazis, wir waren ja schon immer die Sozialisten.

Christopher:
[1:08:51] Wurde ja auch die Schuldfrage dann nie so geklärt und es wurde ja dann alles so nach dem Motto, ja, Nazis waren immer die anderen und wir haben ja die, also berechtigterweise waren wahrscheinlich in der DDR mehr dann nicht Nazis als dann in Westdeutschland in Verantwortung waren, aber diese Schuldfrage und ich glaube, er, der Arzt fühlt sich ja auch vor allem schuldig, er fühlt sich schuldig, dass er dieses Mastercard nicht verhindern können und versucht, diese Schuld zu lösen, indem er, sag ich mal jetzt, also er will ja quasi ein anderes Verbrechen vergehen, er will quasi die Schuld, für das eine Verbrechen mit dem anderen Verbrechen bezahlen und Und abgesehen von dem Meta-Text, der dahinter steht, mit wie das dann tatsächlich zustande gekommen ist, könnte man ja auch sagen, naja, man kann die Schuld nicht mit einer anderen Schuld ausgleichen. Also er würde zwar vielleicht dann die Schuld ausgleichen, dass er dieses Massaka nicht verändert hat, aber dann trotzdem die Schuld aufnehmen, einen Menschen getötet zu haben, wie er auch immer dieser Mensch war. Und dass man sagen könnte, nein, wir können diese Schuld jetzt nicht einfach immer in einem Kreislauf, Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Christian:
[1:10:03] Können wir uns nicht weiterhin schuldig machen für etwas sozusagen, ne?

Christopher:
[1:10:06] Genau, sondern wir müssen jetzt hier einen richtigen Aufarbeitungsprozess beginnen, wie gut er dann war und auch, sag ich mal, die Nürnberger Prozesse waren jetzt ja auch nicht, sag ich mal, das Beste von der Welt, waren schon gut, aber auch nicht optimal. Es gab ja noch die Auschwitz-Prozesse, die sind finde ich weiter spannender. Aber dass man, und es gibt ja bis heute immer noch, also auch die Schuldfrage, Es gibt ja bis heute noch Leute, die für Verbrechen im Zweiten Weltkrieg oder Verbrechen im Holocaust vor Gericht stehen. Sondern das sind natürlich alles alte Leute, die kaum noch bei Bewusstsein sind. Aber wo dann auch die deutsche Justiz sagt, wir müssen dieser Schuldfrage nachgehen. Also vor Gericht wird man ja schuldig gesprochen oder nicht. Und das ist bis heute etwas, was die Gerichte beschäftigt.

Christian:
[1:10:52] Du hast das gerade eben so mit Schuld und Verantwortung gegenübergestellt. Und der Film macht das dann ja am Ende auch mit diesem Satz irgendwie so sinngemäß, wir haben nicht das Recht zu richten, aber die Pflicht zur Anklage.

Christopher:
[1:11:08] Also der Film, das ist auch, man merkt schon, das sind alles Theaterschauspieler, die sagen die Sätze, als müssten sie sie quasi ohne Mikrofon in ein Publikum raustragen.

Christian:
[1:11:18] Aber fantastisch, also ich finde das wirklich, und dann ist auch noch, weil du gesagt hast, der Staudert hat sich am Spießbürgertum abgekämpft und hat den Spießbürger gefressen, ich weiß auch nicht mehr, wer das gesagt hat, ich glaube der Mertens, der das auch so süffisant irgendwie sagt, so beim Spießbürger ist immer alles in Ordnung. Was für mich eigentlich auch der Satz des Filmes ist. Da musste ich auch wirklich...

Christopher:
[1:11:42] Es geht ja dann wieder auf das Zitat zurück, was du vorher gesagt hast. Man kann nicht die Welt verändern mit Geld von Leuten, die die Welt eigentlich in Ordnung finden.

Christian:
[1:11:49] Exakt. Ich glaube, das ist auch das Ding. Du kannst halt eben... Jetzt wundert mich auch nicht, dass er im Westen nicht so den Anklang gefunden hat. Du kannst halt nicht den Spießbürger anklagen, wenn er derjenige ist, der sozusagen ins Kino gehen muss, um deinen Film zu gucken. Also das...

Christian:
[1:12:04] Also das... Klar kannst du das machen und das solltest du auch machen. Aber das erklärt vielleicht auch, warum sich der Westen so ein bisschen schwer getan hat mit ihm und seinen Filmen. Ja. Ja, deswegen also sehr, sehr, sehr, sehr spannend. Also allein durch solche Sätze und durch solche Momente ist der Film für mich schon sehr, sehr, sehr wichtig und sehr gehaltvoll und macht mich auch sehr neugierig auf das, was Staute da noch so gemacht hat. Also das lässt mich alles aufhorchen. Ich möchte gerne noch über zumindest einen Moment sprechen und dann auch noch über den Brückner, über die Figur. Vielleicht holen wir uns erst noch den einen Moment raus. Und zwar ist es der Moment, also auch über Brückner, vielleicht noch da die Einordnung. Also es ist ja so, dass Mertens einen Brief irgendwie hat oder mit sich herumträgt oder besitzt. Und dieser Brief fliegt irgendwie eines Tages durch diese löchrige Wohnung. Der Wind trägt diesen Brief aus dem Regal. Susanne findet ihn und liest ihn. Und ich glaube, bringt ihn auch zur Adresse.

Christopher:
[1:13:20] Ja, das ist der Moment, wo der andere eingeführt wird.

Christian:
[1:13:23] Genau, wo der Brückner eingeführt wird, genau, das ist nämlich ein Brief, der an die Ehefrau gehen sollte und sie trifft dort die Familie Brückner und der Frau Brückner macht irgendwie die Tür auf und Susanne sagt, hier, ich habe hier einen Brief für sie, ich glaube, sie hat den Brief ja auch irgendwie gelesen, irgendwas, so aus dem Krieg noch und so und dann überbringt sie den Brief und dann…, kommt halt ihr Mann dazu, der gar nicht tot ist. Das ist ja ein Brief irgendwie so, wenn ich tot bin, dann bring diesen Brief zu meiner Frau meine letzten Worte und so weiter. Und er ist aber gar nicht tot. Er lebt noch und die beiden spielen das auch finde ich sehr gut, so nach dem Motto, hier Schatz, hier ist noch dein Brief und ich lebe noch.

Christopher:
[1:14:12] Spießbürger schlechthin. Den Schreck hätte ich dir gegönnt, wäre der mal abgeschickt worden. Keine sympathische Sekunde bei den beiden.

Christian:
[1:14:24] Aber auch ganz wunderbar, also großartige Szene und dann erzählt sie das ja ihrem unfreiwilligen Mitbewohner Mertens, dass sie da diesen Brief zugestellt hat. Da schien ja irgendwie von ihm zu kommen und das findet er alles gar nicht gut, und das triggert ihn ja auch schon wieder so ein bisschen, der Name und überhaupt dieser Brief und sie sagt, nee, geh doch mal vorbei. Das sind ganz nette, sympathische Leute, ganz wunderbar. Und er geht ja hin. Sitzt da, glaube ich, auch irgendwie am Essenstisch mit. Und die Kartoffeln sind da auf dem Teller und irgendwie das Silberbesteck und die beiden Kinder auch noch. Und das ist alles heile Welt. Beim Spießbürger ist alles in Ordnung. Und er und Susanne müssen da ja in dieser löchrigen Wohnung da irgendwie versuchen, sich das heiße Wasser zu teilen. Und er kriegt von seinem ehemaligen Hauptmann Brückner seine Kriegswaffe zurück. So, das wird da ja irgendwie schon angedeutet, ne, so, er ist ja gar nicht gestorben, also der, Merkens hat dem Brückner seine Waffe noch überlassen, weil er bei Brückner davon ausgegangen ist, so, ich bin jetzt, ich werde jetzt hier hinter die Front fallen und, ne, gib mir deine Waffe, damit ich im Zweifel hier irgendwie auch noch Schluss machen kann. Und dann trennen sich da ja so die Wege.

Christopher:
[1:15:38] Aber er wollte nicht, er wollte nicht in Kriegsgefangenschaft geraten.

Christian:
[1:15:41] Genau, er wollte im Zweifelsfall der Sache selbst ein Ende setzen. Und diese Waffe kommt aber wieder zurück in seine Hände. So nach dem Motto hier, ich hätte jetzt fast gesagt, ich bin ihm da ja noch was schuldig, was ja im Grunde genommen auch so sinngemäß passiert. Hier ist noch die Waffe und dann bekommt er diese Waffe zurück und das ist ein Wahnsinns, also das ist großartig gemacht. Das ist ein, das ist nicht subtil, aber ich bin da fast von der Couch gefallen. Also wir haben so ein, falls du dich erinnern kannst, wir haben diesen, die Kamera fährt auf das Gesicht von Mertens und wie so eine Leinwand ist sein Gesicht auf einmal. Und wir hören nur in Geräuschen, Kriegsgeräusche, Bombenfallen, Flugzeuge, Schüsse, Schreie. Also dieser ganze Kriegsgräuel, die gerade sozusagen in seinem Kopf sich wieder abspielen. Ich fand das filmisch großartig gelöst, dass halt wir sein Gesicht sehen und eben diese ganzen Geräusche, diese Erinnerungen hören. Und da habe ich auch zu Daniela gesagt, als wir den auf der Couch geguckt haben.

Christian:
[1:16:48] Kannst du dir vorstellen, 1946, dieses Bild auf der großen Leinwand zu sehen und dann diese Geräusche zu hören? Also, was man dem Publikum damals da auch zugemutet hat, ne? Also, Wahnsinn. Also, richtig, richtig krass. Also, richtig, richtig, richtig stark und mutig und auch nicht leicht. Also, würde mich sehr interessieren. Ich meine, gut, da kommen wir vielleicht nicht mehr so ganz ran. Aber wie hat das damals gewirkt? Also das muss ein ganz, ganz intensives Kinoerlebnis gewesen sein zu der Zeit.

Christopher:
[1:17:31] Ich weiß halt gar nicht, wie viele Leute das tatsächlich im Kino gesehen haben.

Christian:
[1:17:37] Wenn jetzt Also ich hatte mal da hatten wir glaube ich auch bei der letzten Sendung drüber gesprochen, da hatte ich von dieser Filmreihe erzählt im Deutschen Historischen Museum im Zeughaus Kino als ich doch da gesessen habe und, die Dokumentation über, Konzentrationslager auch von so 46 gesehen habe Da gab es ja auch ...

Christian:
[1:18:08] Von West- wie Ost-Seite aus dokumentarische Bemühungen, die Befreiung der Konzentrationslager einzufangen und dann eben auch in die Kinos zu bringen. Und da gab es dann auch eine Filmdiskussion und da ist noch so hängen geblieben, dass das, ja, also man hat da so 20 Minuten, 15 Minuten wirklich so Dokumentarbilder aus den Konzentrationslagern, Also wirklich sehr, sehr krasse Bilder, sehr krasse Aufnahmen gemacht und gezeigt und in die Kinos gebracht und wohl auch schon dann gemerkt, dass das sehr viel ist fürs Publikum. Also dass halt das deutsche Kinopublikum ja sich sehr schwer getan hat, sowas zu suchen im Kino und deshalb eher dann natürlich seichtere Unterhaltung, populärer war in der Zeit, was sich auch niemandem verübeln kann. Deswegen frage ich mich halt auch, ob so ein Film wie Die Mörder sind unter uns damals den großen Kino-Anklang finden konnte, aufgrund der Tatsache, dass der Film irgendwie ein Jahr später nach Kriegsende was kam.

Christopher:
[1:19:13] Auf jeden Fall hat er sehr gute Kritiken bekommen. Was man nicht von allen, also der Untertan zum Beispiel wurde vom Spiegel sehr stark zerrissen und er wurde ein träumerischer Pazifist, als träumerischer Pazifist bestimmt.

Christian:
[1:19:28] Ja, ja, das habe ich auch gelesen.

Christopher:
[1:19:29] Und der Film muss ja sehr gut angekommen sein, aber wir wissen ja nur zu gut, dass Filme, die gute Kritiken bekommen, nicht unbedingt die Filme sind, die am meisten geschaut werden.

Christian:
[1:19:39] Ja, aber also, ich meine, also, es wird nicht viele Kinos gegeben haben, es wird nicht viele Möglichkeiten gegeben haben, es wird nicht viel Geld gegeben haben, um ins Kino zu gehen, also ich gehe jetzt ja auch nicht davon aus, dass das ein breites Publikum irgendwie erreicht hat, aber ich stelle mir vor, egal wie viele, wenn es nur fünf Leute waren, aber die das auch auf so einer großen Leinwand erlebt haben, ähm, Diese Szene, diese Geräuschkulisse auch, das fand ich schon echt krass. Und wie gesagt, also welch ein Mut, auch auf Staudes Seite, das spricht ja auch für ihn zu sagen, ich will mein Publikum auch nicht schonen. Also wir sind irgendwie ein Jahr anderthalb nach Kriegsende. Das ist eine wahnsinnig mutige Inszenierung gewesen, ein wahnsinnig mutiger Moment gewesen, um eben die Leute auch zu rütteln und zu schütteln. Und das halt zu der Zeit fand ich einfach nur krass. Ich weiß nicht, wie für dich die Szene irgendwie war, wie du das irgendwie gesehen hast.

Christopher:
[1:20:50] Ich fand das schon sehr gut. Ich hatte mich eher darauf fokussiert, dass er gesagt hat, du bist der Einzige, dem ich diese Waffe ausliefere. Also impliziert nicht den Sowjets oder den Amerikanern. Und was da auch zeigt, dass er nach außen hin tut. Er sagt, ja, Frieden und es ist so gut, dass der Krieg vorbei ist. Aber im Herzen noch weiter dieser Krieger und dieser Soldat und Befehlshaber ist. Und dieses unter der Hand zu sagen, ja, ja, also lass dich damit nicht erwischen. Ich glaube, das ist ein Denken, was heute auch immer noch sehr präsent ist. Wahrscheinlich auch sehr im Spießbürgerturm. Das ist, wenn man das mal die heutige Zeit holt, dieses, ich würde sagen, kann man schön vergleichen mit so einem Impfthema. Sodass man so gesagt hat, ja, ich lass mich ja auch nicht impfen. Aber hier, ich kenne jemanden, der kann ja so einen Impfpass ausstellen, aber pscht. Und so nach dem Motto, das ist ja so ein Kavaliersdelikt, Waffe nicht abgeben nach dem Zweiten Weltkrieg, Impfpass fälschen.

Christopher:
[1:21:55] Dieses, was man sich so jovial flüsternd, wenn man das so sagen kann, so am Esstisch erzählt. Und habe ich auch in meiner eigenen Familie erlebt, dieses, dass man dann, wenn man dann sich unter seinesgleichen fühlt, schon ein paar Sachen auspackt, wo man denkt, okay, spannend, dass du so denkst. Hätte ich jetzt nicht wissen müssen. Aber gut, dass ich das jetzt über dich weiß. Und ich glaube, das war auch für den Mertens der Moment, wo er sagt, ah okay, also er hat sich jetzt nicht wirklich verändert. Und nochmal in seinem Schluss dann auch nochmal bestärkt wird. Aber gleichzeitig. Und da sagt er auch, es gibt ja in dem Rückblick diese eine Szene, wo er sagt, aber was können denn die Kinder dafür?

Christopher:
[1:22:39] Und dann sieht er ja, der hat ja offensichtlich auch Kinder. Und ich glaube, das ist auch dieser Moment, wo er dann nochmal mit sich hadert, wo er sich denkt, ich kann doch jetzt den Kindern nicht den Vater nehmen, auch wenn der Vater jetzt kein guter Mensch ist. Aber was können denn, also vielleicht denkt er sich das im Moment, was können denn die Kinder dafür? Und das ist, glaube ich, auch wieder so ein Kontrastmoment, den er da erlebt.

Christian:
[1:23:01] Ja, ich fand es auch spannend, diese Waffenübergabe. Also es ist ja filmisch irgendwie auch ganz fantastisch, dass es ja, ohne es zu wissen, händigte ihm ja theoretisch sein eigenes Schicksal aus.

Christopher:
[1:23:19] Und ich glaube nämlich und es gibt ja später diesen Brief oder diesen Tagebucheintrag, den dann auch wieder wie heißt der, Susanne, findet also für uns wird ja die Szene so eingeführt dass wir denken, okay, das war jetzt so ja, hier gebe ich dir eine Waffe, damit du dir noch quasi in Würde die letzte also eine Kugel setzen kannst und ich will ja auch nicht dass du Kriegsgefangener wirst, im Laufe des Filmes erfahren wir ja er hat das ja gemacht, weil er schon damals mit den Gedanken, zum Glück muss ich ihn nicht erschießen, weil würde er sich jetzt hier nicht erschießen, dann hätte ich ihn irgendwann erschießen müssen, weil er schon damals mit den Gedanken gespielt hat, ihn wegen diesem Massaker umzubringen, weil er nicht damit leben konnte.

Christopher:
[1:24:05] Das ist ja quasi die ganze Zeit auch dieses, er hat den Brief nicht ausgeliefert. War ja kein, er konnte der Frau nicht gegenüber treten und er fühlt sich so schuldig, dass er seinen Kameraden nicht hat retten können, sondern er wollte mit dem Typ einfach nichts zu tun haben. Er hat den von Anfang an gehasst, Und wollte nichts mehr mit dieser Familie am Hut haben. Und war auch egal, ob dieser Brief jetzt ankommt oder nicht. Das war ja nicht so ein Moment von, ja, und seine Familie, und ich traue so mit ihr. Das kommt ja dann erst, wenn er dann diese Kinder sieht und dann nochmal darüber nachdenkt, soll ich ihn jetzt umbringen oder nicht. Und dann quasi diese zwei Szenen, die mehr oder weniger parallel laufen, von er gibt ihm die Waffe zurück, aber gleichzeitig laufen die Kinder um den Tisch. Das ist diese große Zerrissenheit, in der sich Mertens die ganze Zeit befindet.

Christian:
[1:24:57] Ich fand ja auch diese Abendesszene einfach so krass, wie der Vater da sitzt und sich die Kartoffeln auf den Löffel haut und irgendwie davon erzählt ja und dann dachte der Papa, dass er jetzt irgendwie dem Feind zum Opfer fällt und dann wollte ich mich selbst erschießen und der liebe Onkel hat mir dann die Tatwaffe dafür gegeben ja, der eine irgendwie glaube ich anderthalb und der andere, weiß ich nicht, fünf oder acht oder so. Ich denke mir so, beim Spießbürger ist alles in Ordnung. Da wird beim Abendessen über sowas gesprochen.

Christopher:
[1:25:28] Ja, aber das ist auch diese deutsche, also diese noch Kaiserreichsmentalität von Gewalt gehört dazu und man muss Kinder möglichst früh mit Gewalt in Berührung bringen, damit sie zu echten Männern werden. Das fängt ja auch mit schwarzer Pädagogik und so an.

Christian:
[1:25:43] Und das ist ja auch, das spricht ja auch von, erzählt ja auch wieder den Brückner, als jemand, du ja auch sagst, das sind, also man merkt ja in solchen Momenten, der reflektiert nicht, der hat nicht abgeschlossen, für den, also der hat sich einen Anzug angezogen und macht einfach weiter. So, das ist, also die Uniform aus, den Anzug an und da ist nichts verändert und ich hab auch diesen Moment der Waffenübergabe auch so gedeutet.

Christopher:
[1:26:10] So ist alles noch da, die ganze Mentalität ist noch da.

Christian:
[1:26:14] Ja und vor allen Dingen der, der, der Mertens ist der Einzige, dem er auch vertrauen kann. Die Welt da draußen.

Christopher:
[1:26:21] Glaubt er.

Christian:
[1:26:22] Genau, glaubt er. Das verändert sich ja alles da draußen. Und das sind ja nicht alles, das sind nicht meine Regeln, denkt der Brückner. Und zum Glück, Mertens, sind es ja auch nicht deine Regeln. Wir sind ja noch von damals. Weißt du, wir sind ja noch, wir vertreten ja noch das, was davor war.

Christopher:
[1:26:38] Und das ist ja genauso, wie es in der Weimarer Republik gelaufen ist. Das war ja genau das gleiche Thema. Die ganzen ersten Weltkriegstreiber haben ja genauso weitergedacht und haben das ja deswegen wieder aufgebaut. Und ich glaube, das ist vielleicht auch die Angst, die dann Wolfgang Staudum getrieben hat, dass er gesagt hat, ja okay, jetzt hier Demokratie, das hat ja schon mal nicht funktioniert. Und ich glaube, er hat einfach gesehen, dass es genauso wieder losgeht wie damals in der Weimarer Republik.

Christian:
[1:27:09] Ja, also das ist auch das, glaube ich, was Mertens da auch so umtreibt. Diese Erfahrung, diese historische Erfahrung, die ja auch überlegt mal, 1946, als der Film gemacht wurde, niemand wusste, wie es halt irgendwie weitergeht.

Christopher:
[1:27:22] Genau, Marshall-Plan war noch nicht klar. Es gab keine Bundesrepublik, es gab keine DDR, es gab kein, zu dem Punkt, offiziell gesehen, glaube ich, nicht wirklich einen deutschen Staat und man wusste jetzt gar nicht, also machen die uns jetzt platt, wenn wir jetzt hier Morgentau-Plan zu einem Agrarstaat oder gibt es hier wieder Vertrag von Versailles oder was ist jetzt los?

Christian:
[1:27:42] Und auch so dieses, also wenn du quasi in die Geschichte zurückblickst, so haben wir jetzt wieder so 10, 20 Jahre Zeit, bis der ganze Scheiß wieder von vorne losgeht. Wann kommt der nächste Krieg? Ist glaube ich auch so eine Sache, die da allen sehr stark irgendwie in den Knöchern irgendwie lag, beziehungsweise die Angst vor dem nächsten Krieg.

Christopher:
[1:28:04] Wenn du überlegst, es war ja nicht nur der Erste Weltkrieg. Ich meine, davor gab es ja regelmäßig Krieg. Es gab irgendwie keine Ahnung, spanisch-amerikanischen Krieg. Es gab irgendwo in den Kolonien Krieg. Also für jemanden, der gerade zwangsläufig, also der der, nicht der Staude, der auch, aber der Mertens, wir sagen immer Martens, ne? Mertens ist ein alter, der hat ja auch den Ersten Weltkrieg in einer gewissen Form mit erklebt. Und für die Menschen muss es ja so ausgesehen haben, okay, das passt jetzt immer wieder. Es wird alle 10, 15 Jahren einen großen Krieg geben, alles wird platt gemacht, da kommen wir nie wieder raus. Da hatte doch niemand dran gedacht, dass wir jetzt, sagen wir mal, im Großen und Ganzen, auch nicht überall, auch nicht immer, 70 Jahre lang, zumindest in Deutschland, im Gebiet der DDR und Bundesrepublik, in Frieden leben werden. Und dass wir mehrere Generationen hintereinander niemand wirklich direkt und auch so umfassend im ersten und Zweiten Weltkrieg mit Krieg in Kontakt gekommen. Also was jetzt passiert in Israel, in Palästina, in der Ukraine, das, war ja für die Menschen damals also fast schon Alltag, dass irgendwo ein schrecklicher Krieg stattfindet und dass man davon mehr oder weniger mittelbar betroffen ist.

Christian:
[1:29:26] Naja, und auch siehst du ja hier auch immer wieder bei jedem Blick aus dem Fenster sozusagen die Folgen davon. Und also diese Zerstörung auch als Verbildlichung des Krieges direkt vor der Haustür. Der Krieg ist nicht irgendwo weg und weit weg, sondern der Krieg kommt auch.

Christopher:
[1:29:50] Ich habe da neulich erst mit meiner Oma drüber gesprochen. Also meine Oma hat, sie ist im Jahr vom Kriegsbeginn geboren, also 1939, war demnach sechs Jahre alt, sieben Jahre alt, so um den Dreh, als der Krieg zu Ende war. Und die hat mir, also sie hat ganz lange nicht, also nicht nur darüber gesprochen, sondern auch nicht darüber nachgedacht. Für sie war das halt so, ja, das war halt meine Kindheit. Und irgendwann vor mehreren, also muss jetzt schon mehr zehn Jahre her sein, als sie das angefangen hat, hat sie ganz viele Bücher von anderen Leuten gelesen, die auch gleiche Erfahrungen gemacht haben. Es gibt ja ganz viele so Trümmerkinder-Bücher, wo Leute über ihre Erfahrungen geschrieben haben. Und dann hat sie erst darüber nachgedacht, was ihr damals passiert ist. Weil die hat dann, also es kommt aus Soest, ist dann Anfang der 2000er zu uns in den Schwarzwald gezogen. Aber die kann das alles schon, weil die im Krieg war die überall halt evakuiert. Ruhrgebiet, NRW, das war nicht Ruhrgebiet. Für mich ist Ruhrgebiet von Hannover bis Belgien.

Christian:
[1:30:59] Same, obwohl ich irgendwo dazwischen mittlerweile wohne.

Christopher:
[1:31:01] Du wohnst ja jetzt dort.

Christian:
[1:31:02] Ja, ich komme ja auch nicht klar, was das angeht.

Christopher:
[1:31:05] Kriegst du gleich böse Blicke von deiner Frau, wenn sie die Folge hört.

Christian:
[1:31:07] Aber das Problem ist, bei mir ist südlich vom Nord-Ost-Kanal, ist auch Bayern. Also geografisch ist das alles ein bisschen schräg bei mir.

Christopher:
[1:31:15] Da ähm, wird man natürlich evakuiert mit der Familie, mit den Kindern. Und sie hat halt diese ganze Sache teilweise erlebt. Sie hat mir Geschichten erzählt von, ja, und dann kamen halt die Franzosen. Und das war das erste Mal, dass sie einen schwarzen Menschen gesehen hat. Und dann ist die Bäuerin, bei der sie evakuiert war, schnell mit der Hitlerbüste hinter den Hof gegangen und hat den in die Jauchegrube geworfen oder in den Teich. Und hat halt vom Dachboden die guten Äpfel geholt, die dort eingelagert waren, damit die Kinder das, also die Kinder wurden vorgeschickt zu den Soldaten, dass die denen quasi was schenken, damit die Soldaten den Kindern und dann natürlich auch den Eltern wohlgesonnen waren, weil das kann ja, also das ist ja durchaus so vorgekommen, dass dann halt vor allem Frauen vergewaltigt wurden von den Soldaten, also Ost wie West, natürlich in der Sowjetzone noch viel mehr.

Christopher:
[1:32:05] Und dass sie dann auch so Sachen erzählt haben, naja und dann sind sie zurückgekommen und da war das Haus, was sie wenige Jahre vorher aufgebaut haben und ihre Eltern aufgebaut haben, das war dann einfach weg und, Und meine Tante, und ich weiß nicht, das ist vielleicht sogar veröffentlicht, meine Tante ist jetzt über den Prozess tatsächlich Schriftstellerin geworden.

Christopher:
[1:32:24] Hat alle Briefe, und da, weil du ja vorher meintest, mit diesem letzten Brief, den er da noch mitgegeben hat, mein Urgroßvater war, ich glaube, an der Ostfront und hat jeden Tag einen Brief an seine Frau geschrieben. Und genauso hat seine Frau, also meine Urgroßmutter, jeden Tag einen Brief zurückgeschrieben. Die kam natürlich nicht immer am nächsten Tag an, klar. Aber die haben wirklich wie so eine Art Tagebuch sich jeden Tag geschrieben und auch wirklich über nahesten Dinge gesprochen. Also auch dieses, wie kommuniziert man miteinander, das muss man sich vorstellen, der war im Krieg, der war an der Front und hat halt trotzdem darüber nachgedacht, okay, das eine Kind hat gerade einen Schnupfen, wie behandeln wir das Beste und geh mal zu dem und hol dir das oder wie geht's dir, habt ihr genug zu essen? Also der ist im sehr engen Austausch und meine Tante hat dann nämlich aus Erzählungen von ihrer Oma, meiner Urgroßoma, dann so eine Geschichte geschrieben, dass meine Tante dann Albträume bekommen hat, aber so ganz komische, nämlich, dass sie immer geträumt hat, dass ihr das Garnknäuel weggerollt ist beim Stricken. Und dann ist sie halt zum Arzt gegangen und gesagt, was kann ich dagegen tun? Ich träume immer davon, wie das Knäuel mir wegrollt und ich es nicht wieder aufsammeln kann. Und dann meinte, ja, hören Sie einfach auf zu stricken. Also es war halt auch von dieser psychologischen Unterstützung, gerade in Kriegszeiten, war halt nichts da.

Christopher:
[1:33:43] Und das in diesem Film dann nochmal zu sehen und dann das mit den eigenen Erzählungen zu vergleichen. Also nicht diese Kriegszeit, also es gibt halt natürlich sehr viel über Holocaust und natürlich Massen an Kriegsfilmen. Also ich glaube, wir wissen mehr über die Ostfront als über Leute, die dann den Krieg hier in Deutschland erlebt haben oder die Nachkriegszeit. Also, sag ich mal, populärkulturell. Finde ich auch, also es ist so eine Sache, die ich super spannend finde, aber sehr wenig drüber weiß. Wie war das unmittelbar nach dem Krieg? Also wie war das nicht jetzt hier Wirtschaftswunder und Boomer-Generation oder so, oder Babyboom? Aber wie war das direkt danach? Es war wirklich nichts da. Man wusste jetzt nicht, was passiert hier. Da sind jetzt Soldaten. Früher waren sie der Feind. Jetzt sind sie Freunde. Die sind mal nett. Die sind mal böse. Es gibt auf einmal verschiedene Zonen und in der Mitte acht Millionen mindestens traumatisierte Menschen. Das muss eine krasse Zeit gewesen sein.

Christian:
[1:34:48] Ich glaube, da haben wir letztes Mal auch bei der Untergang so ein bisschen drüber gesprochen, dass genau das, also dieser Moment direkt sozusagen nach dem Untergang.

Christopher:
[1:35:00] Was das ja hier ist, ne?

Christian:
[1:35:02] Genau, was das hier ist und was auch so wie du sagst, vor, ich weiß nicht, wie man es nennen soll, vor dieser neuen Zeitrechnung oder vor dem Wirtschaftswunder, vor diesem Weitermachen oder vor diesem Ziel. Also ich habe jetzt auch, ich weiß nämlich auch nicht, hatten wir da auch, hattest du das auch erwähnt in der letzten Sendung? Ich hatte mir jetzt nämlich von einem britischen Historiker, ich glaube, der diese Hitler-Biografie geschrieben hat.

Christopher:
[1:35:33] Ja, hier, wie hieß er denn?

Christian:
[1:35:35] Kershaw, Kershing?

Christopher:
[1:35:37] Ja, ähm, ein Kershaw.

Christian:
[1:35:39] Genau, genau. Ian, Ian, Kershaw, ähm, Das habe ich als Hörbuch gehört.

Christopher:
[1:35:48] Zum Einschlafen habe ich nicht.

Christian:
[1:35:51] Nee, das kannst du auch nicht. Das war auch einfach, also es ist krass, also das ist fast 48 Stunden lang, das Hörbuch. Und das ist, glaube ich, schon die, genau, Ian Kershaw, so heißt der. Und das ist schon, wenn ich das richtig verstanden habe, die zusammengekürzte Variante. Der hat das in zwei Bänden geschrieben. Und das ist, glaube ich, jetzt das Hörbuch zu der Version, die ein Band draus macht, zumindest im Intro spricht der Autor auch so ein bisschen darüber, dass das jetzt sozusagen Hitler.

Christopher:
[1:36:22] 1889 bis 1945, überarbeitete einbändige Ausgabe.

Christian:
[1:36:28] Genau das müsste das sein und davon eben das Hörbuch und das war eben auch überall interessant aber eben auch so dieser Punkt.

Christian:
[1:36:41] Also es gibt einen Epilog, der dann sozusagen noch was passierte unmittelbar danach, also nachdem sich Hitler noch das Leben genommen hat. Und das waren dann auch so Sachen dabei. Da gab es dann auch noch den großen Propagandaspin irgendwie. Hitler hätte ja dann im Kampf, in einer kämpferischen Auseinandersetzung wäre er gestorben. Und die Bevölkerung hat das auch Tage später erst erfahren. Und eigentlich war Hitler auf dem Weg dahin schon der abwesende Führer, der im Alltag auch nichts mehr irgendwie, also die Leute hatten ganz andere Sorgen, als sich Gedanken über den Führer zu machen, der einfach abwesend war. Und das fand ich halt auch super faszinierend und super interessant, dieses, dass das.

Christian:
[1:37:29] Also, das ist naiv gedacht, aber da merkt man erst, wie naiv man ja unterwegs ist oder welche Gedanken man sich eben nicht macht, aufgrund von Naivität zu sagen, ja krass, dass das halt Tage später erst an die Öffentlichkeit gelangte. Dass Hitler tot ist. Für uns mit dieser als Geschichte aufgewachsenen Menschen ist das halt so klar, aber eben, ja, das musste halt auch erstmal irgendwie an die Öffentlichkeit gelangen und in verschiedenen Varianten an die Öffentlichkeit gelangen. Und das ist so, da habe ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht. Und das meine ich halt, was war da los damals bei den Leuten zum Kriegsende hin und dann eben auch, als der Krieg vorbei war.

Christopher:
[1:38:15] Wurde ja auch ganz schnell mythologisiert. Also es gibt ja diesen, ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, ich habe damals ja zu dem Zeitpunkt osteuropäische Geschichte studiert und habe das dadurch mitbekommen, diese Trümmerfrauen-Debatte. Ich glaube, jeder hat schon mal den Begriff Trümmerfrau gehört und es war ja zeitweise auch auf unserem Geld. Ich glaube, dem, was war es, 10 Pfennigstück oder so, die Frau, die Eiche, pflanzt.

Christopher:
[1:38:48] So als Trümmerfrauen waren ja einfach Hausfrauen, die nach dem Krieg die Trümmer weggeräumt hat und Deutschland wieder aufgebaut haben. Und dann gab es dann einen Historiker vom, ich glaube hier aus Berlin, dem Osteuropäischen Institut, Institut für Osteuropäische Geschichte.

Christopher:
[1:39:05] Die untersucht hat und meinte, naja, meistens waren Trümmerfrauen entweder verurteilte Nazis, die das als Strafarbeit gemacht haben oder halt professionelle Entrüppelungsunternehmen, wo halt auch Frauen angestellt waren. Also es könnten durchaus natürlich Hausfrauen gewesen sein, die sich da ein Zubrot verdient haben, aber das haben die jetzt nicht aus Güte ihres Herzens getan und aus einem Nationalstolz heraus, sondern einfach, weil die von dieser Firma angestellt waren und halt irgendeinen Job machen wollten, wofür sie Geld bekommen haben. Und das wurde ja ganz schnell und dafür es war vor ein paar Jahren richtig angefeindet, dass sie da in diese heilige Kuh rangegangen ist. ähm, dass bis heute ja wahrscheinlich die meisten Menschen glauben, naja, Deutschland wurde nach dem Krieg von der deutschen Bevölkerung wieder aufgebaut. Und zwar von den armen Deutschen, die quasi sich nicht zu Schulden haben kommen lassen und dann einfach, weil sie so gütig waren, die Schuld und Asche weggeräumt haben und nicht halt, also entweder Straftäter, die da zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden, oder halt einfach Unternehmen, die da beauftragt wurden von der regionalen Verwaltung oder von den Allietten, dass man jetzt mal hier die Trümmer wegräumt. Und ich glaube, diese ganze quasi Hitler bringt sich um, Krieg endet, es gibt so diese Nachkriegszeit bis dann zur Gründung der Bundesrepublik, also Gründung der Bundesrepublik, Gründung der DDR.

Christopher:
[1:40:30] Es geht wieder in gelenkte Bahn. Es gibt ja dann auch dieses eine Foto, ich weiß nicht, ob du das kennst, war in meinem Geschichtsbuch, Konrad Adenauer in so einer Konferenz mit den alliierten Besatzungsmächten und er steht auf dem Teppich, was er eigentlich tun sollte. Und das war so ein Zeichen von, ja, er gehört auch wieder dazu. Also alle diese ganzen Generäle stehen auf so einem Teppich und er sollte so ein bisschen daneben stehen, so als Zeichen, dass er quasi nicht gleichwertig ist, aber er hat sich einfach auf den Teppich draufgestellt. Und ich glaube, das ist so diese ganze Mythologisierung von, ja, und dann hat sich Deutschland quasi am eigenen Schopfer aus den Trümmern herausgezogen, was, Ich glaube, ja, viele Leute gar nicht so bewusst haben, wahrscheinlich immer mehr wissen, dass das nicht so war. Aber ich glaube, wenn du heute auf die Straße gehst, na ja, wie wurde Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut, wenn die meisten Leute sagen, na ja, Trümmerfrauen, haben halt die Trümmer weggeräumt. Und das ist so eine Zeit mit so einem großen Fog of War, also eben dann nicht Krieg, aber trotzdem Fog of War, wo man, glaube ich, sehr genau hinschauen muss, was jetzt Mythologie ist, Mytholisierung und was tatsächlich passiert ist. Und ich glaube, Mördersen unter uns ist wirklich ein ganz, ganz toller Film, weil das Spannende ist ja, dem Film wurde ja vorgeworfen, dass er nicht realistisch sei, dass die Leute viel zu gut gekleidet sind, als dass sie tatsächlich in diesen Trümmern gewohnt haben können, wo wir sagen, naja, der wurde halt in den Trümmern gedreht mit den Leuten mit dem, was sie halt in dem Moment zum Anziehen hatten.

Christopher:
[1:41:56] Wo dann wahrscheinlich viele Leute gedacht haben, ja, die haben sich in Lumpen.

Christopher:
[1:42:01] Gekleidet oder alte Uniformen getragen, aber dass da Leute halt einfach normale Kleider hatten und das halt nicht alles verbrannt war, das war dann schon wenige Jahre später komplett aus dem Gedächtnis verschwunden.

Christian:
[1:42:11] Ja, ja, ja, ja, und also ich finde den auch ich finde den auch ganz stark, den Film, also eben auch in doppelter Hinsicht, also die Inszenierung oder die Produktionsgeschichte, dass das, die reale Welt drumherum, 46, die der Film zwangsläufig mit einfängt, die er zwangsläufig miterzählt, finde ich absolut faszinierend, aber eben auch inhaltlich, also ich finde das auch filmisch, auch in seiner Erzählung, also wir haben ja schon gesagt, das Ende, eigentlich war die Idee, dass Mertens den Brückner wirklich tötet, dass das so die, die, ich hatte auch echt das Gefühl, dass der Film, filmisch da hinarbeitet, also auf so einer, filmischen Gerechtigkeit heraus. Poetische Gerechtigkeit, die wirklich, also ich hab da schon so ein bisschen auch irgendwie mitgefiebert. Und dann gab's eben die Zensoren, die gesagt haben, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann, wir müssten vielleicht ein bisschen sensibler mit dem Thema umgehen und können jetzt hier nicht die Selbstjustiz als Lösung und als Mittel der Wahl hier irgendwie erzählen.

Christopher:
[1:43:25] Naja, das ist ja sensibel. Die hatten halt wirklich Angst, dass da Mord und Totschlag auf einmal ausbricht.

Christian:
[1:43:28] Ja, und das meine ich halt. Also das Aber nicht aus.

Christopher:
[1:43:31] Sag ich mal, wir müssen die Nazis schützen, sondern wahrscheinlich wollten die da nicht die Kontrolle über die Situation verlieren.

Christian:
[1:43:36] Also genau das meine ich halt. Also im Jahr 2024 auf der Couch irgendwie im Streaming-Dienst kannst du dir das angucken und sagen, also filmisch ist das ja nun, aber 1946 so ist das Ding im Kino gelaufen und ich sag ja, also allein diese Szene.

Christopher:
[1:43:49] Und theoretisch hätte eine dieser Personen neben dir sitzen können.

Christian:
[1:43:52] Exakt so. Und du sitzt da noch vorher im Kino und hast da diese Bilder, was ich schon meine, mit den Kriegsgeräuschen und so. Du kannst die Leute halt, du musst mit den Leuten auch anders umgehen, die das Ganze irgendwie schauen sollen.

Christopher:
[1:44:07] Es ist wahrscheinlich auch, sind wir tatsächlich, muss man ehrlicherweise sagen, so ein bisschen auch abgestumpft, weil wir ja mittlerweile es gewohnt sind, sag ich mal, sehr detached, sehr revolutionäre und politische Filme zu sehen. Also wenn du überlegst, keine Ahnung, wie vor Vendetta, da haben jetzt, ja, obwohl, also Anonymous hat ja bis heute die Vendetta-Maske, die ja genau aus diesem Film kommt, als ihr Markenzeichen gewählt. Ähm, was ja auch lustig ist, weil das ja eigentlich eine geschützte Bildmarke von Warner Brothers ist.

Christian:
[1:44:42] Genau, also Warner bedient da den Dingern mit normalerweise.

Christopher:
[1:44:44] Ja, genau, das ist ja auch schön.

Christian:
[1:44:46] Wie war das noch mit dem Geld, ne? Du kannst die, äh...

Christopher:
[1:44:50] Genau, du kannst da nicht mit dem Geld, äh... Ja, wir haben es schon vorher gesagt, äh...

Christian:
[1:44:54] Es ist schwer, die Welt zu verbessern mit dem Geld von Leuten, die die Welt in Ordnung finden.

Christopher:
[1:44:57] Genau. Und ich glaube, das ist nämlich passiert, dass, ähm, sehr viele Leute Filme gemacht haben, die ein revolutionäres Element haben oder die Leute aufrütteln sollen, aber mittlerweile sind wir das so gewohnt dass du dir halt auf Netflix, keine Ahnung, How to Blow Up a Pipeline anschauen kannst und sagst, ja das ist schon eine gute Botschaft aber du wirst dadurch nicht wirklich animiert, weil das du kannst dir jeden Tag so einen Film anschauen und das ist ich weiß nicht, ob ich das mal schon in diesem Podcast gesagt habe, es gibt die Serie Deutschland 83, mit Maria Schrader, die ja jetzt mittlerweile als Regisseurin bekannt ist, hier an Orthodox und so, glaube ich, aus dem Oscar gewonnen hat, für irgendwas, was ich jetzt vergessen habe. Die spielt in Deutschland 83 und in den darauf hangenden Filmen eine Stasi-Agentin, so richtige Geheimagentin, so richtig coole Serie eigentlich. Und ganz am Ende Mauer fällt, sie wird verhaftet vom BND, weil sie Stasi-Agentin ist und sitzt im Gefängnis komplett desillusioniert und sagt, ja, das ist halt das Gute am Kapitalismus. Der kann halt alles zu einer Ware machen. Auch die eigene Kapitalismuskritik.

Christian:
[1:46:09] Und das ist mittlerweile.

Christopher:
[1:46:10] Glaube ich, das größte Problem, dass Kapitalismuskritik zu einer wahren Kapitalismus geworden ist. Du kannst dir heute auf Etsy oder du kannst dir heute bei Amazon Hammer-und-Sichel-Symbole bestellen oder du kannst dir heute auf Amazon das Kapital bestellen oder das kommunistische Manifest. Ehrlicherweise habe ich das auch schon selber getan. Aber das ist halt es gibt keine Zensur mehr, es gibt nicht, was dürfen wir publizieren, also es gibt schon noch Zensur, aber so, Jeff Bezos denkt jetzt nicht darüber nach, kann ich das Kapital auf meiner Plattform verkaufen, sagt, solange es Geld gibt, Pecunia non OLED, Geld stinkt nicht. Und das ist, glaube ich, die große Stärke, oder das große Problem dann auch am Kapitalismus.

Christopher:
[1:46:55] Dass der alles, auch was gegen ihn steht, einfach zu einer Ware machen kann und damit entschärft hat. Und ich glaube, das ist auch der große Vorteil gegenüber dem, und weswegen wir jetzt auch hauptsächlich in einer kapitalistischen Welt leben, das kann der Sozialismus nicht und das kann auch der Faschismus nicht. Faschismus kann sehr gut mit dem Kapitalismus kooperieren und zusammen sind die halt so ein bisschen ähm, ja, also so ein Supervirus sozusagen, aber der Sozialismus und auch der Faschismus an sich, die können quasi nicht den Antifaschismus und den Antisozialismus zu etwas machen, was innerent in ihrem System existieren kann. Und das finde ich schon sehr faszinierend und das ist halt, weswegen auch wahrscheinlich dieser Film heute nicht mehr schaubar ist in einem Setting, wie er damals aufgefasst wurde, weil wir da schon komplett desensibilisiert wurden.

Christian:
[1:47:48] Ja, genau, genau das meine ich halt und da das, das, äh, sollte man zumindest versuchen, auch das irgendwie mitzudenken, ähm, so unmöglich, wie es ist, aber, aber, ähm.

Christopher:
[1:48:00] Ja, dafür gibt's ja so Podcasts wie wir, ne?

Allgemeines Thema: Die DEFA

Christian:
[1:48:03] Genau. Ich hab das Gefühl, also, ich könnte wirklich noch Stunden über diesen Film sprechen und über Figuren und über Momente und ganz viele tolle Sachen, die ich noch gar nicht erwähnt hab. Die Schattenspiele, die da ständig stattfinden. Der überhaupt, der Brückner, ich glaub, ich müsste noch drei Stunden über diesen Brückner sprechen.

Christopher:
[1:48:20] Ja, das können wir dann nämlich, der Brückner kommt nämlich, also seine Figur, der Spießbürger, kommt der Untertan, ist das quasi der, also der Untertan verhält sich zu diesem Film wie Episode 1 zu Episode 4 bei Star Wars.

Christian:
[1:48:34] Jetzt hast du auch noch den Star Wars Vergleich gebracht.

Christopher:
[1:48:37] Ja, ich musste doch, irgendwie muss ich dich heute abholen.

Christian:
[1:48:40] Ich musste mir gerade eben bei dieser Kapitalismuskritik und der Kapitalismus, der seine eigene Kritik zur Ware macht, da musste ich mir gerade auf die Zähne beißen, weil Ich hoffe nur auf die Zunge.

Christopher:
[1:48:49] Nicht auf die Zähne.

Christian:
[1:48:50] Auf alles gerade, weil ich an Squid Game denken musste. Und wir stehen hier kurz vor der zweiten Staffel und wir gucken uns nochmal durch die erste Staffel und ich finde, das ist immer noch eine fantastische Serie, aber also, ne, es ist halt jetzt auch zum Produkt geworden. Also die Kapitalismuskritik, die in der Serie inhaltlich stattfindet, die hebelt Netflix durch Marketing und andere Dinge wieder aus, aber das...

Christopher:
[1:49:13] Ja, das ist halt Kapitalist Realism.

Christian:
[1:49:16] Genau.

Christopher:
[1:49:17] Wir können uns das Ende der Welt vor dem Ende des Kapitalismus vorstellen.

Christian:
[1:49:20] Genau das. Nee, aber ich wollte eigentlich noch, vielleicht irgendwie noch versuchen, den Bogen noch zur DEFA zu machen. Weil du auch schon so ein paar Sachen erwähnt hattest über den Film, also dass der Film, das hatte ich auch gar nicht auf dem Schirm, der Film ist in Produktion gegangen, also ich hab's nochmal, recherchiert, genau, gedreht ab 16.03.1946, die haben bis August 1946 gedreht und du sagst, irgendwann dazwischen ist die DEFA erst entstanden.

Christopher:
[1:49:52] Ich glaub, zwei Monate später, ich glaub im Mai, wurde die DEFA gegründet offiziell. Also auf der Wikipedia steht, der Film wurde dann noch unterstützt mit der sowjetischen, Militärbesatzung, also dem wahrscheinlich, was einer Lokalregierung am nächsten gekommen ist zu der Zeit. Ich weiß nicht, inwiefern unterstützt oder davon kontrolliert. Ich glaube, es ging mehr darum, dass man da, also dass alle Filme halt einmal an der Militärzensur vorbei mussten. Ähm, Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die halt da irgendwo, also einfach gesagt hat, wir drehen jetzt diesen Film und wir hatten eine Kamera und hier stehen noch ein paar Filmstudios rum. Und es wurde ja auch hier teilweise in Babelsberg gedreht. Das finde ich ja immer noch sehr edel das war ja kein Filmstudio, sondern ein Atelier in dem das gedreht wurde, da merkt man schon, das war noch eine ganz alte Schule und dann wurde das wahrscheinlich, gesagt, okay wir gründen jetzt, also wir müssen jetzt irgendwie hier ein Filmstudio drumherum gründen wir müssen.

Christian:
[1:50:58] Der Sache Struktur geben.

Christopher:
[1:50:59] Ich glaube das nämlich auch.

Christian:
[1:51:01] Also ich weiß nicht genau wie da der Impuls war. Überleg mal, wenn du schon am 16. 3. 46.

Christopher:
[1:51:07] Der Krieg war noch nicht mal ein Jahr vorbei.

Christian:
[1:51:10] Exakt. Und davor musst du dich ja irgendwie mit der ganzen Sache schon auseinandergesetzt haben. Also ein Drehbuch schreiben und das Ganze organisieren.

Christopher:
[1:51:18] Ich glaube, das ist auch vielleicht aus dem Gedanken entstanden. Wir sitzen jetzt hier, irgendwas müssen wir halt machen. Also auch dieser, wahrscheinlich dieser Gedanke von, wir brauchen jetzt ein Ziel. Und das Ziel muss jetzt sein, wir drehen jetzt hier den ersten, also vielleicht haben sie es nicht so genannt, aber den ersten deutschen Nachkriegsfilm. Und in dem Zuge gründen wir auch gleich das erste deutsche Nachkriegsfilmstudio.

Christian:
[1:51:36] Und vor allen Dingen, also wir tun das, was wir können. Also wir sind hier in Schutt und Asche und wir haben nichts mehr. Was können wir denn? Und naja, wenn du vorher schon Regie gemacht hast, wenn du vorher gespielt hast, wenn du vorher irgendwie Ton gemacht hast, das ist es, was du kannst. Das ist dein Handwerk und dann hat man einfach oder nicht einfach, aber dann hat man wieder losgelegt und das glaube ich halt eben auch, also dann auch irgendwie zu sehen, dass es, es eine Struktur für die ganze Sache braucht und auch die, wie du sagst, Filmzensoren. Ich meine, das muss man sich auch irgendwie mal aus der Perspektive irgendwie überlegen. So, Moment mal, ihr habt noch nicht mal, es ist noch nicht mal ein Jahr her, dass ihr den Krieg verloren habt und jetzt kommt ihr hier um die Ecke mit Kameras und wollt ihr, was drehen, was erzählen, was ist das? Also, was habt ihr zu erzählen? Was soll das jetzt hier werden? So wollt ihr, wollt ihr jetzt den großen, wollt ihr jetzt die Zeit zurückdrehen? Also, was passiert jetzt hier?

Christopher:
[1:52:35] Ja, weil halt deutscher Film davor jahrelang halt Propaganda war. Und zwar nicht in dem kleinen Maße. Also, Goebbels hat ja wirklich viel mitgemacht.

Christian:
[1:52:45] Exakt. Und das sind ja dann auch teilweise die Leute gewesen. Ich meine, gut, da hat man dann eben auch geguckt und vielleicht auch viel verschwiegen. Aber also ich will nur sagen, von Besatzerseite aus sind, glaube ich, auch erst mal die Alarmglocken angegangen, dass man gesagt hat, Moment mal, bevor hier irgendwas irgendwie passiert, müssen wir der Sache irgendwie auch eine Struktur geben. Und das ist dann halt eben die DEFA drumherum geworden. Der Film, ganz kurz noch als Fakten dazu, der Film hatte im Osten am 15.10.1946, seine Premiere und im Westen am 10.04.1947. Ich glaube, du hattest dann noch irgendwas mal recherchiert zu den TV-Ausstrahlungen.

Christopher:
[1:53:29] Genau, der Film war nämlich, warte, das ist eine schöne Formulierung, Ich muss nur den richtigen Wikipedia-Artikel wiederfinden. Dann schon DDR-Fernsehen wurde er nämlich in den 50ern ausgestrahlt. Genau, im offiziellen Versuchsprogramm am 1. November 1955. Also ich vermute Versuchsprogramm im Sinne von, wir versuchen das jetzt mal hier mit deutschem Fernsehfunk. In der Bundesrepublik aber erst am 18. Dezember 1971 in der ARD. Weil man wahrscheinlich diesen komischen Staude nicht in die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands reinlassen wollte, weil der war schon ein komischer Typ, also so kann ich mir vorstellen, haben die das gedacht.

Christian:
[1:54:18] Ja, ja, ja, ja.

Christopher:
[1:54:19] Genau, und in den 70er halt, in den 60ern waren die Auschwitz-Prozesse, Fritz Bauer kennt man ja, also wer es nicht kennt, gibt auch schöne Filme darüber. Und dann, ich glaube auch so ein bisschen durch die 68er-Bewegung, ich weiß nicht, ob du das Bild kennst, war auch in meinem Geschichtsbuch drin, unter den Talan der Muff von 1000 Jahren. Also 68er-Bewegung war ja auch die Bewegung, wir müssen jetzt hier diese ganzen alten Nazis rauswerfen. RAF, vergisst man vielleicht auch, ging es ja auch darum, dass die die Leute umgebracht haben, weil das hier Hans-Martin Schleyer eine SS-Vergangenheit hatte. Ich weiß nicht, ob SS, aber ich glaube schon. Und dann in den 70ern, sag ich mal, der offizielle Aufarbeitungsprozess losging. Ich glaube, in dem Jahrzehnt ging es dann auch los, dass man mit der Schule ins KZ gefahren ist, solche Sachen. Und ich glaube, es mündete dann darin, dass 79 der Vierteiler, ich glaube, der hieß einfach Holocaust, im Fernsehen quasi an vier Abenden gab und so ein waschechter Blockbuster war. Aber halt in der DDR das alles viel früher war. Oder ja, also jedenfalls die Ausstrahlung. Also finde ich schon spannend. Das sind ja dann, wie viele Jahre sind das? Fast 20 Jahre, die dazwischen liegen.

Christian:
[1:55:37] Genau, und wir hatten am Anfang auch schon ein bisschen über die DEFA gesprochen. Ich glaube, wir sollten auch einfach weiterhin über die DEFA sprechen, über die DEFA-Stiftung. Vielleicht machen wir das jetzt hier einfach nur noch kurz und knapp. Genau und auch ohne DEFA Zemba sollte man das glaube ich immer mal weitermachen ich hatte jetzt gerade auch noch was gesehen, das ist wohl irgendwie über, über eine Archivplattform namens Progress Film ist seit 2019 wohl das Filmerbe der DDR und auch der DEFA ja zugänglich lizenzierbar, da müssten wir uns irgendwie auch nochmal ein bisschen rein Fuchsen. Also auch da, wer mehr Ahnung hat, wer sich mehr auskennt, wer da mehr drinsteckt, so sehr, sehr gerne als Ergänzung zum Podcast in die Kommentare schreiben. Wir lesen da auch mit. Wir schauen uns das natürlich sehr gerne an und greifen das auch gerne mal wieder auf.

Christopher:
[1:56:35] Ja, genau.

Christian:
[1:56:36] Und ja, ich glaube, wir werden einfach in den nächsten Ausgaben noch mal ein bisschen mehr über die DEFA auch sprechen. Mir geht jetzt langsam ein bisschen die Zeit hier tatsächlich aus, aber du hast ja schon quasi für uns beide das Programm festgesetzt, der Untertanen.

Christopher:
[1:56:52] Also du bist der Programmdirektor. Also wenn du mich lässt, dann komme ich gerne wieder zum Untertanen.

Christian:
[1:57:00] Genau so machen wir das. Also ich bin ja froh, wenn wir auch so Themen immer mal wieder weiter bearbeiten können und ja, sehr, sehr gerne.

Christopher:
[1:57:07] Und ich verspreche dir, der Untertan ist wesentlich weniger anstrengend oder nicht so bedrückend wie jetzt der Untergang oder auch jetzt dieser Film. Der Untertan ist eigentlich eine Komödie und ist, glaube ich, einfacher zu verdauen.

Christian:
[1:57:22] Ich kann mich noch ganz dunkel an das Buch in der Schulzeit erinnern, aber Wer verdrängt als ... Was sagst du?

Christopher:
[1:57:31] Wenn man so ein bisschen wie Wolfgang Stauden unterwegs ist und sich am deutschen Spießbürgertum gerne abarbeitet. Und ich sage mal so, unser nächster Bundeskanzler, wahrscheinlicher Bundeskanzler, vertritt das deutsche Spießbürgertum wie kein zweiter. Ich sage nur, ich spende 2.000 Euro für jedes Prozent, was die CDU bekommt. Ähm ... Also das ist ein schöner Film, der unterhaltsam ist, der jetzt nicht so eine bedrückende Kiste ist wie das hier, aber gleichzeitig sehr, sehr lehrreich ist.

Christian:
[1:58:04] Ich hoffe, dass der Film mich mehr abholt als damals. Achtung, der Schulunterricht. Über das Buch kann ich, glaube ich, gar nicht mehr viel sagen, weil ich mich an nichts, nahezu nichts erinnern kann. Aber ich weiß, dass mir das einfach im Unterricht irgendwie nicht so.

Christopher:
[1:58:17] Ich habe auch erst gar nicht versucht, das Buch zu lesen, aber der Film ist sehr schön.

Christian:
[1:58:21] Na gut, aber dann.

Christopher:
[1:58:22] Ich habe jetzt noch nicht mal drüber nachgedacht, dass ich irgendwann mal ein Thomas Mann-Buch lesen müsste, wenn ich das noch nie getan habe.

Christian:
[1:58:28] Tja, siehst du, wir sind ja jetzt noch im Dezember. Das heißt, das kannst du dir wunderbar auf deine Vorsatzliste setzen fürs nächste Jahr.

Christopher:
[1:58:38] Mal schauen.

Nächste Sendung: Kong: Skull Island

Christian:
[1:58:42] Genau, und dann mache ich mal kurz so einen 180-Grad-Turn, weil in der nächsten Second-Unit-Ausgabe, die dann eben nicht mit dir ist, sondern mit dem Henning und Randy vom Kaiju Land Podcast werden wir im Januar 2025, wir eröffnen das Jahr mit Kang, andersrum, Kong Skull Island mit dem bei uns letzten Vertreter im Monsterverse. Also wir haben uns ja hier schon durch die ganzen Godzilla und Godzilla vs. King Kong, Godzilla X.

Christopher:
[1:59:14] Also habt ihr das chronologisch gemacht?

Christian:
[1:59:16] Nee, das war alles so ein bisschen die letzten beiden Sachen schon so kinomäßig auch gemacht oder die letzten drei, glaube ich, den zweiten Godzilla auch als Kinofilm geguckt. Aber irgendwie ist King Kong so hinten runtergefallen bei uns, bei mir. Holen wir jetzt noch nach. Im Januar, Dreierkonstellation. Ich glaube, das wird gut.

Christopher:
[1:59:35] Das kennt der King Kong ja mit hinten runterfallen. Der fällt ja gerne mal irgendwo hinten runter.

Christian:
[1:59:39] Was sagst du?

Christopher:
[1:59:40] King Kong fällt ja gerne mal irgendwo runter.

Christian:
[1:59:43] Exakt. Und ja, in dem Film glaube ich nicht. Ich habe den auch schon vor Ewigkeiten mal geguckt. Das ist ja ein bisschen was anderes als so diese klassische Manhattan-Geschichte. Aber ja, Monsterverse geht ja irgendwie auch noch weiter. Und ich bin gerade so ein bisschen interessiert, so die Themen, die so aufgegangen sind, auch mal wieder so ein bisschen zuzumachen hier in der Sendung. und ich finde, das passt. Über King Kong selbst haben wir nämlich auch noch in dieser Konstellation gar nicht so viel gesprochen. Da war eigentlich immer Godzilla so der Fokus. Deswegen freue ich mich, dass wir auch darüber nochmal sprechen können. Und es ist was komplett anderes als DEFA und Trümmerfilm und Trümmerfilm. Ja gut.

Christopher:
[2:00:27] Kalio-Filme sind ja auch irgendwie immer Trümmerfilme.

Abmoderation

Christian:
[2:00:29] Anderer Natur, ja. Mal so zu sagen. Genau, ja, dann bleibt eigentlich nur noch zu fragen, wo wir dich finden und wo wir dich lesen können, wo wir mit dir connecten können und wo wir dir zuhören können.

Christopher:
[2:00:42] Ja, wir nähern uns ja dem Ende diesen Jahres und das bedeutet, dass es bei den Kulturpessimist innen, wo ich hauptsächlich zu hören bin, außer in diesem Podcast, unsere mittlerweile kann man mit Fug und Recht sagen traditionelle Jahresendgala, beziehungsweise dann im nächsten Jahr die, Jahresaufarbeitungsgala machen.

Christian:
[2:01:07] Ihr macht das so richtig, wie sagt man amtlich korrekt, ihr wartet, bis das komplette Jahr vorbei ist.

Christopher:
[2:01:15] Ja, genau, also hier ist Spotify rappt schon am 1. Dezember, das lieber geht überhaupt nicht. Das Jahr hat zwölf Monate. Aber ich glaube, meine Theorie ist ja, dass Spotify rappt, das macht, damit die ganzen Weihnachtslieder nicht in dem Rappt immer auftauchen. Und da kann man mitmachen. Ich würde wahrscheinlich sehr viel Ärger zu Hause bekommen, wenn ich das hier nicht erwähne, weil heute am Tag der Aufnahme ging der offizielle Aufruf, wie im Matthäus-Evangelium. Ähm, ließ nicht Kaiser Augustus, aber gleichwertig vom Rang und Statur äh, meine liebe Frau Rebecca, ähm, die offizielle, ähm, Einladung rausgeben, dass man einsenden kann Lieblingsfilme, Lieblingsserien, ähm, als Audiokommentar, ähm, ich glaube, ich weiß nicht, ob das offiziell ist, aber ich kann's ja hier schon mal exklusiv für die Hörerinnen der Second Unit preisgeben, es gibt dieses Jahr auch unter allen Einsendern Gewinne.

Christian:
[2:02:13] Oha.

Christopher:
[2:02:14] Und es ist auch immer ein großer Spaß, dabei zu sein. Wir freuen uns immer sehr. Es wird jedes Jahr mehr. Irgendwann müssen wir diesen Podcast gar nicht mehr machen, sondern schneiden nur noch die Audiokommentare zusammen. Und ja, es ist wirklich ein großer Spaß. Es ist eine sehr schöne Gruppenarbeit. Und man hat noch bis zum 5.1., weil wir warten ja, bis das Jahr vorbei ist, bis zum 5.1. Zeit uns per Post, per Brieftaube, wir nehmen Tonbänder entgegen.

Christian:
[2:02:40] Insofern das könnte die eine oder andere Person herausfordern da draußen.

Christopher:
[2:02:45] Ich bin ja Fan von alten Datenträgermedien. Ich habe auch schon mal einen Check eingelöst, das war auch ein großer Spaß. Also können wir uns gerne zukommen lassen und alles weitere verlinkst du wahrscheinlich. Becci hat da so schöne Schaubildchen gebaut und dann hören wir uns da vielleicht wieder. Wahrscheinlich oder vielleicht hören wir dann auch dich, Christian, dort wieder.

Christian:
[2:03:10] Ich habe schon meine Hausaufgaben begonnen.

Christopher:
[2:03:12] Sehr schön. Super.

Christian:
[2:03:14] Was das angeht, genau. Da wusste ich noch nicht mal, dass es Gewinne gibt, aber...

Christopher:
[2:03:18] Ja, lass dich überraschen.

Christian:
[2:03:20] Aber es ist ja auch immer so ein schöner Anstoß, also solche Listen und solche Reflexionsgeschichten, also ich bin ja zum Beispiel großer Freund von Vorsätzen tatsächlich, also für mich sind es eher so Ideen, Gedanken, Ziele, als jetzt zu sagen, ich muss das auch tatsächlich machen, aber ich mag diesen Jahreswechsel sehr und wir haben ja auch sehr viele schöne Tools mittlerweile, wo man immer festhalten kann und ich mache das immer fleißig im Laufe des Jahres, was ich gelesen habe und was ich gesehen habe als Film und als Serie und dann kann man sich da so bedienen und merkt dann auch mal so im Rückblick, ach krass, das kam dieses Jahr raus, ach das habe ich dieses Jahr erst gelesen oder gesehen, das finde ich es immer ganz schön, um auch zurückzublicken und und dann festzustellen oder sich selbst zu überraschen, Was denn tatsächlich in so einem Jahr auch passiert ist. Und ja, das ist ein guter Anlass, um so ein Jahr auch irgendwie es zu verarbeiten, so finde ich, und abzuschließen. Und genau, das ist eine große Empfehlung. Macht das mal. Ich verlinke das auch noch alles. Da könnt ihr euch dann auch durchklicken. Und genau, ja, ich frage mich gerade, was ist das skurrilste Datenträgermedium, was man machen könnte. Ich glaube, mir fällt sowas wie Minidisc ein. Ich weiß nicht, ob ihr dann auch Minidisc auslesen könntet oder...

Christopher:
[2:04:43] Das werde ich schon hinkriegen. Also, ähm, ich bin ja da erfinderisch, ne?

Christian:
[2:04:49] Zur Not wirfst du den 3D-Drucker an und dann...

Christopher:
[2:04:53] Dann drucke ich mir einen Minidisc-Leser.

Christian:
[2:04:55] Genau, ja.

Christopher:
[2:04:57] Für sowas hätte ich wahrscheinlich auch Abspielmedien zu Hause.

Christian:
[2:05:02] Naja.

Christopher:
[2:05:02] Wenn du mir jetzt mit sowas wie Wachszylinder kommst. Das wäre wahrscheinlich sogar noch einfacher, weil beim Wachszylinder könnte ich mir wahrscheinlich tatsächlich was 3D drucken, was das dann abspielen kann. Das wird dann, sobald es digital wird, dann wird es dann halt wieder schwieriger. Also Schallplatte und so, da kann man immer noch was basteln, aber eine CD, das wirst du nicht mit Nadel und Faden hinkriegen.

Christian:
[2:05:23] Kann man, eine Laserdisc selber bespielen?

Christopher:
[2:05:30] Bestimmt. Es muss ja wohl Geräte gegeben haben, die die aufnehmen können. Ich weiß nur nicht, ob sie für den Hausgebrauch gab.

Christian:
[2:05:38] Das meine ich halt so, ob man da irgendwie wahrscheinlich nicht.

Christopher:
[2:05:42] Aber es gab ja auch DVD-Brenner und Blu-Ray-Brenner. Wieso soll es da keine Laserdisc-Brenner geben? Es ist nur die Frage, ob du da drankommst.

Christian:
[2:05:49] Aber das wäre jetzt so meins, weil es sozusagen naja, man könnte ja auch ein Video draus machen und dann hast du, also naja. Aber ich glaube, ich schicke eine Sprache.

Christopher:
[2:05:58] Die kleinen Minidisc für die PSP früher, die so dann nochmal extra. Die UMD. Genau, die UMD.

Christian:
[2:06:04] An die muss ich aber auch denken.

Christopher:
[2:06:06] Ich hatte gerade nämlich neulich einen Moment, wo ich mich so mental von einem Datentrigger-Medium verabschiedet habe, was ich jahrelang benutzt habe, die Full-Size-SD-Karte. Meine Oma hatte mit, nämlich noch so ein paar rumliegen, die haben mit mir getan und ich habe gesagt, wann habe ich das letzte Mal eine, also wirklich eine normale SD-Karte verwendet und keine Mini-SD-Karte.

Christian:
[2:06:29] Wenn wir schon bei den Anekdoten zu Datenträgermedien sind, heute zelebrierte ich erst mit dem Nachwuchs eine Blu-Ray in die PS5 zu stecken. Und das hat der Nachwuchs auch selber gemacht mit fast fünf Jahren. Und das war so ein skurriler Moment für mich, weil ich so daneben saß und mir dachte, wow.

Christopher:
[2:06:54] Das ist wie früher bei mir mit VHS-Kassetten.

Christian:
[2:06:57] Ja, vielleicht sogar noch weniger, weil es gibt eigentlich keinen Grund, dass dieses Kind damit in Berührung kommt. Also weißt du, was ich meine? Also dem werde ich wahrscheinlich in 20 Jahren davon erzählen müssen, dass das mal so passiert ist, aber das, also… Ja.

Christopher:
[2:07:14] Wobei wir neulich jetzt erst den Fall hatten, in der Kult-Pass-Telegram-Gruppe, in die man auch gerne reinkommen kann, hat jemand gefragt, wo kann ich eigentlich die Woizek-Verfilmung von 2013 mit Tom Schilling sehen? Gibt's nirgendwo? Oder nur sehr schwer zu bekommen?

Christian:
[2:07:33] Klar, klar, klar.

Christopher:
[2:07:34] Und da ist es natürlich gut, wenn man dann die Blu-Ray im Regal stehen hat.

Christian:
[2:07:37] Natürlich, aber ich glaub, dass halt das Kind eher in so einer Welt aufwachsen wird und gar nicht weiß, dass es diese Verfilmung gibt, weil es halt eben.

Christopher:
[2:07:46] Und das ist.

Christian:
[2:07:46] Das Problem. Aber es war ein sehr skurriler Moment und dann auch ein bisschen zu erklären, wie man sowas anfasst und wie das funktioniert. So, ja, ja, da kommt irgendwie weißt du, wie du sagst, Fati holt noch den VHS-Tape und am Ende auch zurückspulen und so. Das sind so völlig kaputte...

Christopher:
[2:08:03] Das muss man für Glück bei der DVD oder Blu-ray nicht mehr machen.

Christian:
[2:08:06] Nee, aber man muss schon aufpassen, wo man sie anfasst, wo ich mir so dachte, ja, das ist halt völlig irrelevant, weil Also, Später wird dieses Kind noch nicht mal irgendwie wahrscheinlich Bits oder sowas als Metapher verwenden, sondern keine Ahnung, wie das nachher funktioniert.

Christopher:
[2:08:22] Ja, oder dass man überhaupt nur eine Kopie von etwas hat. Ich habe hier meine Filmsammlung, meine Privatkopien, habe ich halt drei-, vierfach gespeichert. Und früher, wenn halt die DVD kaputt oder zerkratzt war, dann war es halt weg. Dann musst du es halt neu kaufen.

Christian:
[2:08:39] Naja, aber jetzt kommen wir hier wirklich vom … Ja.

Christopher:
[2:08:42] Jetzt wird es der Fahrsatz.

Christian:
[2:08:43] Genau. Aber vielleicht sollten wir irgendwie auch nochmal so einen Podcast über Speichermedien machen. Das bietet sich auf jeden Fall an. Genau. Ich wollte eigentlich jetzt zubachen. Ich wollte sagen, alle Links und alle Infos und alle Dinge, die uns, die die Second Unit betreffen, die findet ihr auf secondunit-podcast.de. Ihr könnt diesen Podcast auch abonnieren und das macht ihr am besten genau da, wo ihr diesen Podcast jetzt gerade hört und das ist im Idealfall eine Podcast-App, in der ihr das Ganze abonniert. Ihr findet uns aber auch bei Apple Podcasts, ihr findet uns bei Spotify, ihr könnt es bei YouTube als Podcast hören.

Christian:
[2:09:20] Bedient euch sehr gerne, abonniert das Ganze, dann habt ihr eben auch die nächste Sendung zu Kong Skull Island auch automatisch dann bei euch auf dem Gerät. Und denkt dran, den Podcast könnt ihr sehr gerne bei Steady unterstützen, falls ihr keinen Bock auf irgendwelche laufenden Abos habt. Ihr könnt auch per PayPal eine Dankesumme dalassen. Das geht auch ganz wunderbar. Beteiligt euch gerne in den Diskussionen bei uns, in den Kommentaren, wenn ihr was zu sagen habt. Wir sind auch auf allen möglichen gängigen und, ich sag mal, empfehlenswerten Social-Media-Plattformen unterwegs. Blue Sky, sehr gerne bei Mastodon. Und wir sind auch bei Threads und bei Instagram, da könnt ihr auch folgen und bleibt auf dem neuesten Stand. Und wenn ihr auf dem allerneuesten Stand bleiben wollt, dann könnt ihr am besten einfach den Newsletter abonnieren. Ich schreibe einmal im Monat über den Stand der Dinge, was gerade so passiert, was passiert ist, wo die Reise hingeht.

Outro

Christian:
[2:10:15] Da könnt ihr das Ganze auch sehr gerne verfolgen. Ja, dann bleibt mir eigentlich nicht mehr viel zu sagen, Christopher, außer vielen Dank und ich freue mich schon auf die nächste Sendung, die wir beide dann zusammen machen zu der Untertan.

Christopher:
[2:10:29] Ich auch, vielen Dank für die erneute Einladung.

Christian:
[2:10:31] Bis dahin, ciao.