Sörensen-Autor Sven Stricker ist zu Gast und bespricht sein erstes Drehbuch, den ersten Sörensen-Film und seine gesamte Romanreihe.
Website: http://secondunit-podcast.de
Steady: https://steadyhq.com/de/secondunit
Shop: https://secondunit.bandcamp.com/
Apple Podcasts: http://itunes.apple.com/de/podcast/second-unit/id534950196?mt=2
Spotify: https://open.spotify.com/show/4Zgl4qWwfpVQ3YhvFy4lbl?si=s4gCNjwESDOjf30mDOaJ4A
Twitter: https://twitter.com/2nd_Unit
Instagram: https://www.instagram.com/second_unit/
Begrüßung
Christian:
[0:25] Mein Name ist Christian Steiner und ich habe, wie in jeder Ausgabe, aber in dieser, besonderer einen ganz besonderen Gast bei mir. Es ist Sven Stricker, hallo.
Sven:
[0:36] Hi, hallo, ich freue mich.
Christian:
[0:37] Ja, ich freue mich noch viel mehr. Ähm wir sprechen über ähm sehr, sehr viele Dinge, glaube ich, aber vor allen Dingen sprechen wir über einen Film, Der Film heißt Sörensen, hat Angst. Den Film hast du im Drehbuch geschrieben, Basierend auf einer ähm Krimibandreihe, Krimiromanreihe, die du ebenfalls geschrieben hast, Sörensen ermittelt, auch der erste Teil Sörensen hat Angst und äh ich bin über sehr kurze Zeit, Ein sehr großer Fan äh sowohl des Filmes als auch, Dieser ganzen äh Roman und vor allen Dingen der Hörbücher geworden und da ist einfach eine ganze Menge eine ganz große Menge, die ich mit dir äh besprechen möchte und äh wir versuchen das mal heute zusammen mit dem ersten Film ein wenig zu machen. Herzlich willkommen in der Sendung.
Sven:
[1:24] Allem bereit. Ja, vielen Dank.
Christian:
[1:26] Hervorragend, ja. Genau, Sven, du bist ähm, Wie schon gesagt, der du bist auch der der Autor der Romanreihe. Du bist aber auch Wortregisseur, wie ich bei dir auf der Website gelesen habe. Ähm da ist natürlich die erste Frage, die du auch schon tausend Mal beantwortet hast, aber auch an dieser Stelle, was ist dein Wortregisseur.
Sven:
[1:42] Das ist erstmal ein Begriff, den ich mir glaube ich selber ausgedacht habe, weil ich äh immer nicht so genau wusste, wie ich das, Und ähm manchmal auch Feature und als Oberbegriff habe ich mir dann halt äh genau in der Erwartung dieser Frage, die du jetzt auch gestellt hast, äh den Begriff Wortregisseur ausgedacht, ausgesucht.
Christian:
[2:23] Das heißt, äh dein, dein, dein äh Hauptberuf, dein Hauptmetier ist das erzählende Wort, wenn man das mal so formuliert.
Sven:
[2:30] Ja, damit fuchs immer an, ne? Das mache ich jetzt seit ungefähr glaube ich 23 Jahren oder so, aber mittlerweile hat sich das ähm so ein bisschen gewendet. Ich mache das fast nur noch nebenbei.
Äh weil mein Hauptbildungsfeld jetzt dann doch das Schreiben von Romanen geworden ist. Ähm, Und äh ähm erstaunlicherweise auch das Erstellen oder Schreiben von Drehbüchern äh und so komme ich fast gar nicht mehr dazu, noch äh Wortregie zu führen. Ähm ich erhalte mir das aber so gut es geht ähm, Weil das tun, glaube ich, auch sehr schlau ist, sich sein nächstes oder sein anderes Standbein zu halten. Man weiß ja nie, wie das weitergeht.
Christian:
[3:05] Das ist die perfekte Überleitung. Äh Standbein ist nämlich auch hier so ein kleines Thema. Ähm ich mache.
Wir brauchen deine Hilfe!
Sven:
[3:10] Habe ich meine Absicht gemacht. Ja.
Christian:
[3:12] Es es fließt schon in den ersten.
Sven:
[3:13] Fließt. Ja.
Christian:
[3:14] Hervorragend. Genau, denn unser Standbein, eines unserer Standbeine ist äh die Unterstützung, die ihr leistet drüben auf Steady. Das dürft ihr sehr, sehr gerne weiterhin tun.
Äh guckt mal bei uns auf der Homepage am besten, Secondunit Minus Podcast Punkt DE findet ihr alle Links zu allen Dingen, die wir hier besprechen, aber eben, zu dieser Kampagne, um den Podcast zu unterstützen. Das machen auch äh zwei Leute so stark, dass wir sie hier namentlich erwähnen. Das sind einmal Sebastian und einmal Anne Vielen vielen Dank für die Unterstützung und alle, die hier zum ersten Mal zuhören, klickt euch da gerne mal durch. Da passiert äh ja auch wieder mehr in Zukunft, aber Klickt euch da mal durch, klickt euch auch eh durch die Homepage, da findet ihr alle wichtigen Links und ähm da könnt ihr uns eben dann auch unterstützen,
Vorverständnis
[3:58] So, dann nähern wir uns mal langsam dem Film Sörensen, hat Angst, ein ähm ja eine ARD-Produktion ähm regiegeführt von Bjarne Mädel. Du Sven hast, Dein äh Trieb, also dein Roman in ein Drehbuch auch noch äh verwandelt für diesen, Für diesen Film ähm wenn dieser Podcast hier rauskommt, ist auch schon der zweite Teil, also der zweite Film ähm in der Luft. Ich glaube schon in der ARD-Mediathek zu finden.
Ähm eine Ausstrahlung ist auch noch vorgesehen. Ich glaube, die ist auch schon passiert. Aber die ARD Mediathek ist da eigentlich eine sehr gute Anlaufstelle.
Den ersten Teil, falls ihr den auch noch nicht geguckt habt, wir werden spoilern, den findet ihr auf jeden Fall auch bei Netflix, da habe ich hier nochmal nachgeguckt, ähm also äh.
Sven:
[4:41] Der Untergrund und der kommt, Entschuldigung, wenn ich die Unterbreche kommt auch am elften zehnten nochmal äh in der ARD äh um zwanzig Uhr fünfzehn sozusagen als als Opener für den Sörensen-Fängt Feuer, der dann eine Woche später an gleicher Stelle gesendet wird. Man kann also eigentlich sitzen bleiben.
Man kann sitzen bleiben eine Woche und sagen, also jetzt ist die Woche um, jetzt gucke ich den zweiten Teil.
Christian:
[5:03] Genau und dazwischen den Podcast hören und dann ist die Welt eigentlich.
Sven:
[5:05] Selbstverständlich, mehr braucht man nicht.
Christian:
[5:07] Genau. Ähm wie machen wir das jetzt an dieser Stelle? Weil wir nähern uns ja immer dem dem Film über das, wie wir das hier vor Verständnis nennen. Also sind wir in die Filmsichtung rein, haben wir ihn jetzt zum fünften Mal geguckt oder zum ersten Mal geguckt, haben wir in dem Kino geguckt, mit welchen Stimmungen sind wir vielleicht auch irgendwie reingegangen, welche Trailer haben wir gesehen? Ähm, Ich glaube, das ist ein ganz guter Punkt, um vielleicht ähm bei dir mal nach der Entstehungsgeschichte hinter diesen Sörensen, hinter der Figur, hinter diesen Büchern mal ein bisschen schon mal zu ähm erfragen, weil ähm, Ja, ich glaube, dein dein Gefühl, wie du in deine eigene, in dein eigenes Drehbuch, in dein eigenes produziertes Drehbuch äh gegangen bist, ist ein bisschen anders. Erzähl doch mal erstmal so diese diese, Sörensen äh mittlerweile Reihe, Wie die so ihren Anfang gefunden hat, weil ich habe in der Recherche die Vermutung, dass das auch irgendwie was mit Bjarne Mädel zu tun hat schon in Buchform.
Sven:
[5:57] Ja, also ähm ich glaube, es ist sogar noch ein noch ein bisschen äh anders gewesen. Nee, ich glaube nicht. Ich weiß, dass es so war. Ähm, wie wir eben schon hatten, komme ich ja vom Hörspiel.
Ursprünglich und ähm Sörensen hat Angst, war eigentlich zuerst ein Hörspiel und war auch nie als was anderes gedacht, als als Hörspiel.
Ja, also ähm es geht ja in dieser Geschichte hauptsächlich, da kommen wir sicherlich gleich noch zu, auch um das Thema Anstörung und das war mir halt ein ein ähm, Inneres, großes Bedürfnis, darüber zu schreiben, aber ich wusste zu dem Zeitpunkt damals noch nicht, dass ich auch Romanautor bin. Das war mir noch nicht bekannt. Ich war einfach Hörspiele äh Regisseur und Autor und ich hatte ähm als aus aus zwei Gründen, Mit diesem äh Stoff angefangen. Einmal wollte ich aus ähm sozusagen persönlichen Gründen. Ihr könnt euch das dann ja auch denken oder du kannst dir das denken, was das bedeutet übers Thema Angststörung schreiben äh und das andere ist ähm dass ich auch als Dankeschön wegen einer anderen Geschichte äh für Bjarne halt dieses Hörspiel schreiben wollte. Ich wollte ihm eine Figur schreiben, die sowohl äh tragischer als auch komische, Elemente besitzt, die die eigene persönliche Tragik durch eine Art von Geigenhumor oder Selbstironie oft aufhängt um auch nicht unterzugehen. Ähm.
Christian:
[7:12] Ganz kurz die Nachfrage. Das heißt, du hattest im Vorfeld auch schon mit Bjarne gearbeitet.
Sven:
[7:15] Ganz oft genau, wir kennen uns seit 2tausendacht, ähm haben da das erste Mal bei einem Hörspiel zusammengearbeitet. Es war Herr Lehmann nach Sven Regener, Und seitdem eigentlich andauernd, weil es da bei der Arbeit irgendwie geklickt hat und ähm, Ich dann irgendwann dachte, ah komm, ich ähm will auch noch mal ohne Vorlage literarischer Art mit dir was machen und da haben wir erst ein Hörspiel äh gemacht. Das hieß böses Ende und daraus ist mein erster Roman schlecht aufgelegt geworden, Und da hatte er mir geholfen, äh diesen Roman ähm an einen Verlag, also an Robert zu bringen, wodurch ich dann gesagt habe, oh das ist so super, vielen, vielen Dank und äh die nächste Figur, die ich schreibe, erfinde ich dann für dich äh als Dankeschön. Und so kam das dann, über die Kombination Angststörungen und äh Figur für gerne erfinden, kam es zu Sörensen. Und das haben wir 2014 schon aufgenommen dieses Hörspiel. Ich habe das selber finanziert damals, weil ich mich noch nicht um einen Sender gekümmert hatte und dann ist das erstmal liegen geblieben, weil so viel andere Arbeit äh war und ich nicht wusste genau, was ich damit machen sollte.
Und habe dann aber gedacht, das hat ich hatte noch so viel zu sagen, auch zum Thema Angst.
[8:25] Störung, dass sich dann auch daraus aus dem Hörspiel Manuskript, das heißt Exposee genommen habe und daraus den Roman eigentlich geformt habe, Sörensen hat und dieser ist dann wiederum von Claussen und Putz, von der Produktionsfirma eingekauft worden, weil sie den wohl gut fanden äh und dann habe ich gesagt, das ist eine tolle Idee und ich wüsste auch schon, wer die Hauptrolle spielen kann Aber der hat sie schon gespielt, aber halt im Hörspiel, was noch bei uns auf der Festplatte rumliegt Ja und ähm so war eigentlich die Genese und ähm äh da hat sich Klausen und Putz natürlich gefreut, ähm äh dass das dann schon weil das natürlich auch die Verkaufschancen des Stoffes erhöht, wenn du gleich prominente Besetzung hast, Jana hatte Lust das glücklicherweise zu spielen und so hat es dann alles so seinen Lauf genommen, ne? Hat dann trotzdem noch so fünf Jahre gedauert insgesamt, oder vier, glaube ich, viereinhalb, bis der Film dann fertig war.
Dazwischen kamen dann noch zwei andere Romane mit Sören sind raus. Ähm aber trotzdem war das so die Genese, wie's angefangen hat.
Christian:
[9:25] Das heißt, der Film war auch schon sehr naheliegend, als du dann den Roman geschrieben hast?
Sven:
[9:34] Ich denke immer nur von heute bis morgen. Ich habe da nicht dran gedacht, nee. Also es ähm wäre mir auch ehrlich gesagt, also ich habe auch nicht mal meine Agentur beauftragt, äh zu sagen, guckt doch bitte mal nach einer Filmfirma oder sowas habe ich also da denke ich oder habe ich damals viel kleiner gedacht, Einfach nur glücklich, dass ich das überhaupt als Buch schreiben konnte und habe mir gedacht, das wäre toll, wenn so ein paar Betroffene, Die selber unter Angststörungen leiden, sich darin wiederfinden würden und sagen würden, ja ähm ich konnte auch das erste Mal sogar ein bisschen schmunzeln über meine Krankheit oder so. Das war eigentlich immer so mein Ziel. Ja und, dass das Potential äh der Geschichte und vielleicht auch Das heutige ähm dieses Themas Angst von äh Klausen und Putz entdeckt wurde, das ist im Nachhinein natürlich ein großes Glück für mich, Und es war dann aber relativ schnell so, dass ähm ich dann so ein bisschen hm ja vielleicht auch.
[10:29] Bisschen frech muss man fast sagen, gesagt habe, wenn dann jemand das Drehbuch schreibt, dann bin ich das aber selber, obwohl ich nicht den Hauch einer Ahnung hatte, wie man das eigentlich macht. Ich wusste aber in dem Moment, also ich habe natürlich schon unendlich viele Hörspielmanuskripte geschrieben, auch Nachbar Bearbeitung anderer, anderer Stoffe, aber das ist ja was völlig anderes. Ähm ich wusste aber in dem Moment, ich habe natürlich mit Bjarne und mit unserem tollen Produzenten Jakob Klausen auch Leute an meiner Seite, die mir dann helfen, wenn ich nicht weiter weiß oder anfange ähm irgendwelche Hubschrauberstaffeln reinzuschreiben kein Mensch finanzieren könnte, ja? Also ähm und das hat aber ganz gut geklappt und ähm insofern ähm war das dann ein Glücksgeschick sozusagen.
Christian:
[11:12] Ich glaube, das wird am Ende der der Diskussion auch nochmal wieder so einen Bogen schließen können, dieser Unterschied auch zwischen den Romanen zum Film. Da gibt's auch noch so ein paar, Punkte, glaube ich, über über die wir da auch noch dann äh sprechen können, wenn wir uns ein bisschen auch vom Film wegbewegen. Ähm ja bei mir war so die Reise mit und um Sörensen tatsächlich der Film, Ähm der ist ja, jetzt muss ich ganz kurz überlegen, der ist ja eh, also ich ich glaube, ich ich glaube, der ist bei mir irgendwie so während rund um die Pandemie so der Start. Ich glaube, irgendwie Anfang 2tausendzwanzig oder so.
Sven:
[11:47] Dann wärst du einer der Ersten gewesen, weil ich glaube, im Februar 220 kam er raus.
Christian:
[11:52] Ja, ich bin ich bin ich ich bin mir auch grad nicht sicher, ob ich den schon in der ARD, ARD Mediathek, also ich wie genau ich da reingekommen bin äh oder da reingekommen bin weiß ich auch schon gar nicht mehr, aber es war tatsächlich auch ähm, äh in der Hauptrolle führt erstmals Regie und dann ähm da kommen wir ja dann auch gleich noch ein bisschen drauf zu sprechen oder auch intensiver so der der, Der Plot oder der Aufhänger, was du auch schon angedeutet hast, der Kommissar mit einer Angststörung, der da im Norden irgendwo im Nirgendwo äh versucht seine Ruhe zu finden und dann natürlich äh erst mal ordentlich, ermitteln muss. Und ähm, Also ich bin über den Film zu Sörensen gekommen und dann den Rückschluss auf äh tatsächlich auch deine Hörbücher, die du ja auch selber einsprichst ähm, was auch meine absolute Empfehlung ist. Also äh wer nach dem Film hungrig ist, äh schaut mal wirklich oder hört mal äh sehr sehr gerne durch diese Hörbücher durch. Ähm, Äh da musste ich Anfang des Jahres auch irgendwie glaube ich zwei Wochen länger warten, bis das Hörbuch da war. Da äh es war eine harte.
Sven:
[12:54] Weiß ich gar nicht mehr. War eine harte Zeit.
Christian:
[12:57] Also da da du hattest glaube ich auf Instagram schon die die die ersten ähm, Leute mit den mit den Büchern in der Hand äh geteilt und ich habe da irgendwie bei euch äh auf dem Audiolabel da irgendwie jeden Tag äh äh aktuell.
Sven:
[13:10] Natürlich jetzt wahnsinnig leid. Also ich wie ich dir das antun konnte.
Christian:
[13:14] Auch der einzige Grund, warum wir jetzt hier sprechen, diese persönliche Entschuldigung, ja.
Sven:
[13:16] Ich verstehe, dass es so eine Art Rache oder was deinerseits.
Christian:
[13:19] Nein, auf gar keinen Fall. Es ist vielleicht vielleicht battel ich am Ende äh über Infos zum nächsten Buch, aber das ist das kommt später noch, Nee, also wie gesagt, große Empfehlung für die für die Hörbücher. Da werden wir auch noch drüber sprechen, sprechen müssen, weil es auch Unterschiede gibt zwischen dem Film.
Und zu den Büchern, zu den Hörbüchern, aber da kommen wir glaube ich nachher auch noch ein bisschen drauf äh zu sprechen. Aber genau, bei mir ist die Reise vom Film äh zu den zu den Büchern quasi, also so rum äh entstanden.
Sven:
[13:50] Natürlich auch ein bisschen meine Hoffnung, ne? Also äh du bist sozusagen die Reise, was den Reiseweg genommen, den ich mir auch erhofft habe, äh weil natürlich so ein Film, ähm wenn dann da ein paar Millionen Leute zugucken, eine größere Breitenwirkung besitzt als äh egal welche Bücher und ich hatte natürlich die Hoffnung, Dass ähm äh da ein paar Leute den Transfer machen. Ähm was auch was auch passiert ist, also dass dadurch die Bücher natürlich sichtbarer werden Das war schon auch mein, das war schon auch mein Wunsch und auch meine Hoffnung und ähm in der Tat funktioniert es so, obwohl es auch immer wieder vorkommt ähm äh dass, Obwohl es groß im Vorspann steht, niemand weiß, äh äh Es ist da wirklich Romane zu gibt. Ja, also die Leute lesen glaube ich einfach den Vorspann auch nicht. Äh die gucken auf die Bilder dahinter. Das ist die bittere Realität. Niemand außerhalb der Branche äh liest die Namen, glaube ich, die da stehen.
Christian:
[14:40] Dann natürlich die Gegenfrage. Wenn du auf Lesung bist, gibt's überraschte Gesichter, die sich wundern, dass es da auch einen Film zu gibt?
Sven:
[14:47] Ähm habe ich nicht erlebt.
Ich hab's allerdings schon ein paar Mal erlebt, äh dass ich mit Bjarne zusammen auch äh gelesen habe und die Leute gesagt haben, wer ist denn der Typ, der auf der Bühne neben ihm?
Das das muss man aushalten. Also da muss man sein Ego dann echt mal ein bisschen klein machen. Äh ich habe gedacht, das ist jetzt hier die ausm Drehbuch oder so. Nein, es gibt da Romane, Leute. Ja, also das muss man aushalten lernen.
Christian:
[15:12] Okay, sehr gut. Ja, dann lass uns mal ein bisschen über den Film auch sprechen. Ähm,
Plot
[15:18] Du hast die ehrenvolle Aufgabe, ähm noch mal an den Stoff, an den Film, an die Geschichte zu erinnern. Du darfst auch sehr gerne spoilern. Das ist an dieser Stelle dann der offizielle Hinweis, dass wir eben auch über das Ende sprechen können.
Also falls ihr den Film noch nicht gesehen habt Pause, ARD Mediathek, wenn zu Ende hier weitermachen. Genau, also was was ist die Geschichte? Was ist vielleicht auch der Kern von dieser von dieser Sörensenwelt und von Sörensen hat Angst dem ersten Film?
Sven:
[15:47] Also die ähm der Kern der Geschichte ist eigentlich der, dass ähm Sörensen als ein ähm Kriminalhauptkommissar aus Hamburg ähm.
[15:56] Der frisch von seiner Familie getrennt ist und jetzt unter einer zweijährigen Angststörung äh leidet, die ihn auch aus dem Beruf genommen hat, er beschließt, neu anzufangen und zwar in dem nordfriesischen Städtchen Kartenbühl. Im Film ist es halt dass äh niedersächsische Städtchen Karten will, Ähm musst du aufpassen, mir nicht in Nebensätzen zu verheddern, aber eigentlich heißen die Niedersachsen Niedersachsen keine Städte, Kartenmüll. Ähm das wurde auch mehrfach angemerkt, das ist schon sehr nordfriesisch.
Da ist es ja eigentlich auch angesiedelt. Also es spielt halt eigentlich in Nordfriesland, da zieht er hin. Das ist zwischen Husum und der dänischen Grenze in der Hoffnung Dass dort nichts zu tun ist, außer ein paar Schafen äh über die Straße zu helfen. Er ist über seine Krankheit noch nicht hinweg. Er hofft halt nur, sie über diesen Weg der Normalisierung so nach und nach, Aus seinem Leben verbannen zu können. Und er kommt halt nach Katenbühl und keine fünf Minuten ist er da, passiert schon der erste Mord, in dem nämlich der Bürgermeister des Ortes äh äh Heiner Hinrichs äh tot in seinem Stall sitzt, vor einer Koppel von Pferden und äh Sörensen des Weiteren gezwungen ist, seine noch nicht ausgeheilte Angsterkrankung mit dem Lösen dieses Kriminalfalls in einem sehr abweisenden äh Dorf voller depressiver melancholischer, verlorener Seelen äh aufzuklären Das ist sozusagen die Grundprämisse, unter der das Ganze beginnt und ähm.
[17:19] Er kommt dann, ja das wäre jetzt halt gespoilert, aber es stellt sich halt im Laufe der Geschichte heraus, das ist ein eine eine verschüttete ähm.
[17:32] Ja wie soll man sagen, ein ein ein verschüttetes Gemeinwissen über grobe Fälle von Kindesmissbrauch?
In Kartenbüll gibt. Das ist übrigens etwas, was bei Recherche äh meinerseits immer wieder aufgefallen ist. Es gibt so eine Art kollektive Schweigen sehr oft über die schlimmsten Dinge, wo Menschen, die eigentlich, Wissen, was läuft, nichts sagen, entweder aus Angst, aus Scham, aus der puren, aus dem puren Egoismus nicht einzugreifen.
Das ist auch ein bisschen Kern der Geschichte, dass dass der nicht der Missbrauch selbst, den wir nur andeuten oder zumindest nicht um Gottes Willen nicht zeigen, aber dass das Schweigen äh einer Bevölkerung oft dazu dient, ähm, Täter und und äh die schlimmsten Dinge einfach geschehen zu lassen. Und Sörensen fährt da halt dazwischen und ähm ähm gerät in diesen Sumpf, in diesen gesellschaftlichen Sumpf, Am Ende gibt's dann auch tatsächlich einen Paartäter gleich, die alle zusammengearbeitet haben in einem pädophilen Ring, die stellen sich entweder selbst oder werden teilweise auch gar nicht richtig gekriegt und ähm ähm ja und und und Sörensen muss halt erkennen, dass dass er am Ende der Geschichte ähm weder aus der Angst raus ist, So richtig noch, dass es möglich ist, äh vor allen Dingen das gesellschaftliche Bild entscheidend zu verändern. Ja, also die Frage, warum schweigen alle, steht eigentlich auch ein bisschen über allem. War ein bisschen konfus, oder?
Christian:
[19:01] Nee, überhaupt nicht. Nee, ich ich äh am Anfang musste ich noch schmunzeln, ähm weil einer der besten Sätze im Film ist, äh Kuchen ist nicht.
Das war der Moment, wo Sörensen dann äh merkt, dass jetzt ermittelt werden muss. Ähm und dann, wie du sagst, ähm ja er ja eben äh, auch über diesen Ort quasi ja ermittelt. Ne, also die wie du sagst dieses kollektive Schweigen erzählt ja auch etwas über diese Gegend, in der er sich da eigentlich ähm wie du sagst ähm, Hinsehend in der Hoffnung, da ist nichts. Ne, was kann denn da schon sein? So, da kann man mal ein bisschen äh runterkommen, bisschen ruhiger machen. Vielleicht, weiß ich gar nicht, ob wir da jetzt schon irgendwie einsteigen, aber vielleicht auch so ähm, Ist die Frage, ob er seine eigene Angststörung eigentlich schon so überwunden hat, wie er dachte, flieht er nicht eher aus Hamburg äh vor dieser Angststörung? Nimmt er sie mit? Was ist da so sein.
Sven:
[19:58] Ist eine gute Frage, ne? Das ist auch vor allen Dingen ist es gut gefragt, weil es schon ein Teil der Antwort beinhaltet. Ähm der Irrtum, dem Sörensen, unterliegt und dem viele Angstpatienten unterliegen, ist der, dass man vor seiner Krankheit fliegen kann.
Ja, also es ist schon so, dass ähm ähm die Grundidee, wenn ich meine Umgebung verändere, verändere ich auch meine Lage äh einem Denkfehler.
Unterliegt, zumindest aus Sörensen Sicht. Also Kartenbüll als Ort ist auch in den Geschichten oder den Romanen so angelegt, dass es wie so ein ähm Mikrokosmos.
[20:31] Des eigenen Seelenzustands oder eine äußere Entsprechung des eigenen Seelenzustands von Sörensen ist.
Also das, was in ihm nicht funktioniert, funktioniert auch nicht in Kartenbüll und ähm dadurch, dass dort alles so klein und konzentriert ist, wird er eigentlich umso mehr auf sich selbst zurückgeworfen, als er das, vorher beabsichtigt hat und egal wohin du gehst, du nimmst halt deine Befindlichkeiten oder deinen Zustände zwangsläufig mit. Also schon die Idee ist eigentlich falsch. Er sagt auch am Ende sagt er irgendwann den Satz ähm auf die Frage, ob er denn jetzt bleibt oder geht, sagt er, na ja irgendwo muss man ja mal sein. Irgendwo muss man ja sein.
Ja? Ähm dann kann ich auch hier bleiben. Da hat er also offensichtlich begriffen, äh dass er hingehen kann, wo er will. Er entkommt sich nicht. Er muss das anders äh anfassen.
Anfangen was ich bei der Figur übrigens selber ganz gerne mag, ähm und was ich auch versuche in den Geschichten immer so ein bisschen drin zu behalten, ist, dass egal wie schlecht es ihm geht und egal wie wie die Menschen ihn enttäuschen in diesem Geschichten, weil das ist auch ein roter Faden, der sich durchzieht, dass er eigentlich andauernd enttäuscht wird. Äh die Liebe zu Menschen oder die die Zuneigung auch zu äh Opfern und manchmal Tätern nie verliert. Also er ist eigentlich trotz seiner seiner ähm.
[21:46] Seiner eigenen, seines eigenen Kampfes ähm mit dem Leben ist ja eigentlich Menschenfreund geblieben Und das ist etwas, was ich was ich an der Figur sehr, sehr mag und was mir auch selber beim Schreiben manchmal dann äh Hoffnung gibt, wenn ich äh mich in der Düsternis des Ortes verliere. Das ist für mich ein wichtiger Kontrast und Was ich auch glaube, warum die Figur ganz interessant ist, äh teilweise. Sie ergibt sich halt nicht im Zynismus. Sörensen ist komplett unzynisch.
Christian:
[22:12] Mhm. Ja, dann lass uns noch mal,
Cast
[22:16] Äh über den über die Besetzung, über den Cast des Filmes noch einmal kurz äh durchgehen und dann tauchen wir da glaube ich auch nochmal tiefer ein in das Setting auch als Figur. Äh wir haben schon vieles erwähnt. Bjarne Mädel hat Regie geführt und spielt die Hauptrolle als äh Sörensen. Du hast das Drehbuch geschrieben. Katrin Wichmann spielt Jennifer Holstenbeck, Das ist ähm eine Kollegin von Sörensen, die in Katenbühl schon angesiedelt ist. Genauso Leo Meier als Malte Schuster, der Praktikant.
Ähm und die beiden äh sind ja auch so ähm, Ja ähm ich will nicht sagen, die also sind nicht die allerersten, aber sie sind ja so mit die ersten Berührungspunkte für Sörensen auch in äh in Kathenbühl.
[22:59] Und äh Malte hat ganz wunderbar Kuchen gebacken äh zur Begrüßung, aber da wird eben nichts draus, weil sofort äh ermittelt werden muss, dass es sofort äh eine Leiche gefunden. Ich glaube, ein Jennifer sagt vorher auch kann er mal drei Tage hier nix passieren, aber dann geht's halt gleich los.
Und ähm Jennifer ist auch ganz wichtig, da da was du nämlich auch schon grad gesagt hast, dieses ähm dieser Gedanke oder die Frage, Fleet Sörensen oder was was was ist ein Vorhaben mit dieser Versetzung nach und sie macht das auch ganz wunderbar in diesem Gespräch im im, da in einem in einem in einem örtlichen im Deichkrug genau in der örtlichen Kneipegaststätte wo sie ihn direkt anspricht und sagt, sag mal, was hast du eigentlich, So und auch auch super entwaffnend ist und ich glaube Sörensen bis dahin vielleicht sogar noch die Hoffnung hegte, man würde ihm vielleicht nicht unbedingt anmerken, weshalb und sie Poltert es gleich direkt raus und sagt, sag mal, was ist das eigentlich? Wie nennt man das eigentlich? Was hast du eigentlich?
Sven:
[23:55] Ja, sie bringt halt Empathie mit, ne? Und das ist äh etwas, was ähm als als Angstpatient ist man sehr, sehr, sehr damit beschäftigt, ähm die Umgebung nicht merken zu lassen, wie's einem gerade geht und man hat immer die Hoffnung, dass man auf andere einigermaßen normal wirkt, obwohl in einem halt irgendwas tobt und das funktioniert eben nicht.
Bei ihr, Jenny ist als Figur ja auch so gebaut, dass sie ähm im Gegensatz zu dem zu dem hadernden zweifelnden äh Sören sind eher was Pragmatisches mit Mitbringt, was auch daran liegt, dass sie schon mit siebzehn ihr eigenes Kind bekommen hat.
Lucy, die nun wiederum mit siebzehn ähm ähm Mutter wird. Das heißt, sie ähm das wird auch mal irgendwo gesagt haben, ein Buch im Film, nicht, dass sie quasi die jüngste Großmutter Nordfrieslands ist, mit ihrem mit mit Mitte dreißig Ähm und äh sie hat dadurch aber so eine Art von Pragmatismus und Bodenständigkeit ähm erlangt, die sich gut mit Sörensens ähm manchmal sehr verkopfter und hadernder Art äh ergänzt. Ja und, Ich finde, das ist mit Katrin Wiechmann ganz toll besetzt ist. Ich hatte ich bin immer gefragt worden, wenn irgendwelche ähm.
[25:02] Vorschläge kamen, werde spielen könnte, hatte aber in dem Sinne jetzt keine Entscheidungsgewalt. Also ich habe das dann, das hat dann schon Bjarne mit äh Nina Hoen vom vom Casting entschieden, wer da spielt.
Ähm aber wenn ich jetzt laut geschrien hätte, dann wär's wahrscheinlich nicht besetzt worden. Da gab's aber keinen Grund zu. Also es ähm Kathrin Wiechmann ist also ist letztlich im wahren Leben älter als als äh äh Jennifer in den Geschichten, aber es wird ja auch immer gesagt, dass äh Jenny ein echt unbequemes Leben hatte und dadurch auch älter aussieht als als Mitte dreißig. Äh dann passt's da wieder.
Christian:
[25:36] Und und einfach also äh super gespielt. Man merkt auch schon zwischen ihr und und ähm Bjarne Als Sörensen, Da ist auch so ein bisschen was, So das also das funktioniert, dass das auch dieses also so wie du es geschrieben hast auch dieser dieser Bullshit-Detektor, der bei ihr gleich losgeht, also, Hier kann man halt auch nichts vormachen und die beiden sind halt sind total super zusammen. Das hat mir richtig gut gefallen, auch die Szene später dann, wo wo ähm, Wo ähm Sörensen niedergeschlagen wird und sie äh findet ihn ja und und äh legt ihn denn da zu Bett und und ähm ähm, Ne und weicht auch nicht oder zumindest nicht lange von seiner Seite, weil ähm sie glaube ich auch, also das meine ich wieder so mit Bullshit-Detektor so. Natürlich soll sie irgendwie gehen und bloß nicht und so, aber sie weiß schon ein bisschen, wie wie der Hase läuft.
Sven:
[26:28] Absolut. Absolut, ja.
Christian:
[26:30] Und ähm das also super und äh Leo Maier hat mir als Malte Schuster als Praktikant auch ganz hervorragend gefallen, etwas äh steifer, etwas äh trockener an seiner Art. Ähm das hat wunderbar funktioniert, also dieses, Trio.
Sven:
[26:45] Lustig, äh ja, das das ist ganz lustig, weil der ähm weil Malte wird eigentlich in den Büchern äh ganz anders beschrieben am Anfang, ne. Es ist eigentlich eher so ein ich sage mal so ein junger Liberaler am Anfang mit so ordentlichem Seitenscheitel und extrem strebsam und eigentlich, eher so ein Karjerist ähm so wie er angelegt ist im er hat auch diese Aufgabe des komischen und das äh gerne mal ins Fettnäpfchen tretens.
Aber er ist eigentlich anders ähm beschrieben, aber hier ist die Besetzung im Film eigentlich besser als das, was ich ursprünglich ähm mit ihm äh im Sinn hatte oder im Kopf hatte. Und das ist dann auch ganz lustig, wenn du das dann irgendwann weißt und weißt dann auch, wie Wie er das spielt und wie das ist, verändert sich auch beim Schreiben der Romane die Figur.
Ja, weil weil man dann plötzlich nicht mehr die Figur vor sich sieht, die man mal irgendwann erdacht hat, sondern den Schauspieler. Und dadurch äh war das Bild immer stärker ist als die eigene Fantasie und das heißt, du hast dann irgendwann fängst du plötzlich an die Geschichten um Lego Meier rumzuschreiben und nicht mehr um den Malte äh, ursprünglich mal erdacht hatte. Finde ich selber ganz interessant, all das, was sich so entwickelt. Das ist bei Jennifer genau das Gleiche. Also Jennifer sieht bei mir mittlerweile aus, wie Katrin Riechmann, beim Schreiben und das war nicht ursprünglich so. Also ursprünglich sah sie etwas anders aus. Aber so ist das halt.
Christian:
[28:01] Dann haben wir noch Matthias Brandt als Frieda Marek. Zwischendurch ein Verdächtiger Peter Kurt als Jens Scheffler ebenfalls äh verdächtigt im Laufe der Ermittlungen und eine Ratte Poller als Hinrichs, die äh Ehefrau des ähm ermordeten.
Sven:
[28:17] Ermordeten Bürgermeisters.
Christian:
[28:18] Ermordeten Bürgermeisters genau. Ähm genau, die haben wir auch noch äh mit dabei.
Sörensen hat Angst
[28:26] Ja, du hast schon sehr, sehr viel angesprochen. Ähm ich versuche noch mal so anderthalb Rollen rückwärts zu machen, indem wir auch noch mal ein bisschen wieder, glaube ich, über Kartenbild noch mal ein bisschen weiter sprechen, über das Setting, über das Drumherum.
Du hast es auch schon erwähnt, also in den Büchern ist es so, dass das Ganze ähm in Nordfriesland angesiedelt ist und deswegen bin ich bei den Hörbüchern auch immer sehr ähm, aufmerksam geworden, weil das äh meine Heimatregion ist. Also wenn du äh davon sprichst, wie die Verdächtigen in den Büchern in die Zelle nach Husum gebracht werden müssen, dann weiß ich, wovon du sprichst, weil das die Polizeistation ist da so beim Bahnhof, dann fährst du links rum in die Innenstadt, also.
Sven:
[29:04] Ja genau.
Christian:
[29:05] Da komme ich halt her.
Sven:
[29:06] Ja aus der Polizeistation kommst du.
Christian:
[29:08] Äh und also wenn du dann noch weiter fährst, zwei Kreisverkehre und dann noch über die Ampel und dann ungefähr da, ja.
Sven:
[29:13] Welcher Zelle bist du denn geboren? Nein, aber das ist ja äh das ist ja schön, das ist äh dass du da noch deinen regionalen Bezug dazu hast. Ähm ich musste mir das noch mal drauf schaffen. Ich komme ja gebürtig aus Tönning.
Und musste mir dann erst noch mal die Gegebenheiten dort anschauen ähm bevor ich das ähm, Konnte. Ähm aber dann weißt du ja auch, dass oberhalb von Husum einfach nix mehr kommt, bis Dänemark so richtig. Also da gibt's natürlich viele Leute, die das bezweifeln werden. Ähm ich war auch neulich in Niebel und habe da gelesen und so und ähm na klar kommt dann irgendwann Flensburg und so, aber da ist schon auch viel Niemandsland.
Und da sitzt halt Kartenbüll.
Christian:
[29:50] Sehr viel Niemandsland, deswegen glaube ich, Sörensen auch, dass er da den Schafen über die Straße helfen wollte, weil also, Zwischen Husum und vielleicht noch Niebel ist eigentlich auch nichts mehr, außer außerdem.
Sven:
[30:00] Da ist Land.
Christian:
[30:01] Genau ähm na klar, aber das hat mich natürlich dann bei den Hörbüchern nochmal ähm also, noch mal mehr angesprochen und noch wacher gemacht, als ich das denn gehört habe. Ich habe den Film gesehen und das konnte ich im Film alles nicht mehr so ganz, aber dann habe ich gemerkt, dass das alles ein bisschen äh anders angelegt ist.
Ähm genau und für den Film, das hast du schon erwähnt, da seid ihr, Aufgrund der Drehorte in Niedersachsen äh ich glaube in Ostfriesland irgendwie gelandet, rund um Bremen ist das, glaube ich, passiert und, Da war ich mir jetzt auch bei der wiederholten Sichtung nicht so ganz sicher der Film betont es aber glaube ich nicht oder.
Sven:
[30:39] Nein, tut er nun nicht. Es gibt eigentlich nur einen äh konkreten Hinweis darauf, äh wo es liegt, indem nämlich auf dem Ortsschild, unter dem Namen Landkreis Brake steht und Brake ist halt in Niedersachsen, Es gibt da auch eine sehr unromantische Geschichte zu, weil eigentlich waren auch schon alle äh Drehorte ähm in Nordfriesland gefunden.
Also es gab eigentlich alles, was man brauchte, auch da oben und der Location-Scout war da irgendwie ein paar Wochen unterwegs, um um die richtigen Plätze zu finden. Und dann wurde der Film aber äh in Niedersachsen gefördert.
Und nicht in Schleswig-Holstein und das hieß, wenn du halt in Niedersachsen gefördert wirst, dann musst du halt auch in Niedersachsen drehen. Dann ging die Suche halt wieder von vorne los und dann hat man halt im Fahre ähm Ähm da, wo ist denn das Wilhelmshaven, da die Ecke? Ähm hat man halt dann adäquate Plätze gefunden, die ähm, wirklich auch eine Stimmung hergeben und und vorgeben, die uns sehr dienlich war. Ähm, Und deswegen ist der ganze Trost dann nach Niedersachsen gezogen, ne? Aber es wird eigentlich nie explizit gesagt, ja ja, wir sind hier in Ostfriesland, weil das auch einfach nicht der Geschichte entspricht. Es wird so ein bisschen gemogelt an dieser Stelle.
Christian:
[31:53] Mein Eindruck war, dass du das einfach äh runtergefahren hast, ne, so im Drehbuch einfach. Die die Betonung, die in den Büchern da ist, Dass es sehr stark verortet in den Büchern. Ähm dass der Aspekt einfach so ein bisschen äh runtergefahren ist, was ähm, Also ich hatte das dann in der in der Recherche nochmal nachgelesen. Ich glaube, man sieht da denn auch irgendwie die Bilder am Anfang der Einstieg des Filmes, ist ja auch sehr, ist ja so ein so ein Art Cold Opening. Wir haben sehr starke Schnitte. Sören sind ja offensichtlich im Auto sitzt und Hamburg verlässt. Das kann man noch so an den Bildern erahnen, aber da wird auch nicht viel, äh oder es wird nicht laut erzählt, was da gerade passiert. Ähm also da gibt's keinen, Keinen großen Dialog. Äh wir wissen nur, Hamburg wird verlassen und dann gibt es irgendwo in die Umgebung und dann sind wir irgendwo im Nirgendwo, So hätte ich es auch äh irgendwo im Norden, aber irgendwo im Nirgendwo ähm ist für mich so die Verordnung äh im im Film eigentlich ähm, Ja, was also du hast die Produktionsbedingungen äh erwähnt, aber was das Ganze halt auch noch mal, Ich weiß nicht, vielleicht ein bisschen universeller irgendwie auch macht, die Betonung vielleicht ein bisschen zurückfährt in der Erzählung und vielleicht auch ein bisschen mehr auf die Charaktere verlagert. Ich habe den Eindruck.
Sven:
[33:06] Es hat eigentlich ja also unterbrochen, bevor du die Frage gestellt hast? Ne.
Christian:
[33:11] Ich wollte den Ball zuspielen und sagen so.
Sven:
[33:12] Ach so, ich dann nämlich den. Ähm das das ähm ist eher so, dass mich, Am Anfang extrem gestört hat, dass das Ganze so ein bisschen als äh Regionalkrimi betrachtet wurde über den Roman. Weil ich mit dieser Schublade sehr unglücklich bin. Ich meine, irgendwo müssen die Bücher ja spielen, ja oder die Geschichten spielen, Und äh sagen wir mal bei Henning Mankels Walanda oder so würde niemand sagen, dass es eine schwedische Regionalkrimi, obwohl er halt in Südschweden in einem Kaff namens Österd spielt.
Und diese diese sehr deutsche Verortung, ähm dass man sagt, das ist jetzt ein ein regionales Setting. Dadurch haben wir jetzt also lustige äh Deppen in Gummistiefeln, die dann irgendwie durch die Landschaft trotten Da habe ich mich schon bei der bei der anfänglichen Buchvermarktung extrem unwohl gefühlt und ich wollte eigentlich sehr vermeiden, Dass man den Fokus darauf legt, äh ach so, wir sind jetzt hier bei Neuss aus Büttenwarder zwei Ja, also dass wir jetzt hier so eine Art ähm regionale Schiene aufmachen, darum geht's eben nicht.
[34:11] Es geht eigentlich nur darum, eine ein Ort zu finden oder einen Mikrokosmos zu befinden, in dem sich die Charaktere ausbreiten können. Und das können sie eigentlich hier weniger Umgebung da ist.
Ich weiß noch, dass das ähm am Anfang sich, glaube ich, noch der der äh Tourismusverband äh in, fahren und Umgebung erfreulich gemeldet hat, äh dass man doch bitte ihr schönes Städtchen in den schönsten Farben auch äh ausmalen möge und wie toll das wir da drehen und so ähm ich die haben dich dann natürlich nie wieder gemeldet, als sie dann gesehen haben, was für Plätze da gewählt wurden, ja und das ist auch gut so, weil äh das Letzte, was man halt eigentlich Bei den Sörensen-Geschichten will, ist ähm ähm eine Art Werbefilm äh für das für das sorgenfreie äh Landleben äh zu bieten. Ähm, der dann irgendwie so regionale Sehnsüchte für Städter bietet. Das ist nicht das Ziel der Geschichten, ne und das davon sind wir weit entfernt, würde ich sagen.
Christian:
[35:10] Und vor allen Dingen auch die Romane sind es auch, das hast du auch erwähnt, das ist keine Urlaubslektüre, das ist kein Kein äh ich lege mich jetzt hier irgendwie äh an den Strand und gucke den Wellen zu und lese dann mal irgendwie drei Kapitel und oh wie schön, im Buch ist die Welt genauso schön wie, also ja, da wird man ermittelt, aber ne, das ist schon alles ein bisschen ähm Ein bisschen, ein bisschen anders. Ähm, Besonders auch das das Ende des Filmes. Also du du verschonst auch hier im Film Sörensen auch nicht und und äh Bjarne auch in seiner Inszenierung verschont uns da auch nicht.
Ähm in diesem Setting, in dieser Geschichte, in diesem, wie du's nennst, in dieser in dieser ähm, Gesellschaft des Schweigens und wenn die dann eben aufgebrochen wird in diesem letzten in diesem letzten Grüßen äh Knallmomenten ähm, Ja, das das das hat mich auch ähm das hat mich damals auch, als ich den Finn das erste Mal gesehen habe, deswegen ist das auch so hängengeblieben, dass ähm, Dieser Sörensen Film, den ich damals gesehen habe, dass das, das war anders. Das war einfach anders als viele andere ARD-Fernsehkrimis, ähm bei denen ich, Der Sörensen hat Angst, hat mich schon.
[36:27] Manchmal sind so öffentlich-rechtliche Fernsehkrimis sehr gut da drin, 90 Minuten lang uns eine Welt zu präsentieren, Die spannend genug ist, um sie zu verfolgen und am Ende mit der schönen Schleife und so entlässt, dass wir sagen können, alles klar, wunderbar. Ich kann jetzt.
Sven:
[36:44] Alles noch mal gut gegangen.
Christian:
[36:45] Genau. So und wir müssen uns über uns auch keine Gedanken machen, weil das, was wir gesehen haben, quasi uns als Menschen und in unserer Welt, in unserer realen Welt, das äh da gibt's wenig Schnittmengen, aber bei Bei dem Sörensen war war das schon so ein bisschen, Ja, ein bisschen anders. Der der entlässt uns irgendwie anders. Die Geschichte entlässt uns anders. Das Setting entlässt uns anders. Also mein Eindruck.
Sven:
[37:09] Ja, also das, dem würde ich gerne eigentlich fast so stehen lassen, weil das ähm, ist ja auch intendiert, also das klingt dann so komisch, wenn man das selber sagt, ne, aber äh also das Ziel ist jetzt nicht unbedingt anders zu sein als andere. Das das wäre jetzt irgendwie auch Quatsch oder vermessen. Es geht eigentlich nur darum, Äh also meine persönliche Überzeugung ist, ähm dass charaktere, Die man manchmal auch mit Humor oder auch mit mit äh mit Wärme äh einführt oder oder erzählt.
[37:47] Die Möglichkeit eröffnen auch die Tragik oder das Leid äh zu teilen. Auf eine andere Art und Weise, als es in Geschichten passiert, Die nicht so realitätsnah vielleicht gebaut sind. Also klingt jetzt vielleicht auch vielleicht ein bisschen komisch, aber es Ist zum Beispiel auch bei den Dialogen so, das das mache ich sowohl in den Romanen als auch ein Drehbuch, weil jedes Stammeln und jedes R und jedes ähm sich verhaspeln und äh noch mal neu anfangen und Faden verlieren und so, dass da alles genauso da rein geschrieben.
[38:19] Und es war auch sowohl Bjarne als auch natürlich mir wichtig, dass das dann auch genauso gespielt wird, weil das, dem echten Reden halt entspricht, ja? Wir gehen uns ins Wort, wir bringen nicht alle Sätze zu Ende, wir sind nicht so strukturiert und wir benutzen schon gar keine äh ähm Präteritum-Konstruktionen oder so äh oder irgendwas, was man sehr oft in Filmen hört.
Ähm und und all diese formalen Dinge, Separieren mich von den Charakteren. Also wenn wenn ich merke, die Sprache, die unter die die Form entspricht nicht dem Leben, bin ich bereits weg. Das kann gewünscht sein, dann habe ich einen sorgenfreien Abend, aber wenn ich wenn ich wirklich mich ähm, Auf etwas einlassen will und zum Beispiel auch mit einer Thematik mich beschäftigen will und im ersten Sörensen-Film gibt es ja gleich zwei heftige Themen. Das ist einmal die private Ebene, Angststörung aber auch die kriminalistische ähm Kindesmisshandlung und wenn ich das irgendwie an mich ranlassen will oder dahin geführt werden will, dann brauche ich glaube ich diese Verbindung zwischen mir und den Figuren, die's austragen, Und so ist es eigentlich immer der der innere Ansatz gewesen ähm ähm den Film so zu erzählen, dass er eine bestimmte Lakonie und einen bestimmten Humor mitbringt, aber halt auch eine bestimmte Härte. Also genau die Mischung, die das wirkliche Leben halt auch, manchmal bereithält.
Christian:
[39:45] Da frage ich mich, ob man oder ob andere diese Stimmung auch irgendwie mit dem Norden vielleicht assoziieren?
Du kommst aus dem Norden, ich komme aus dem Norden man sagt ja nach Menschen aus dem Norden sind wortkarg, aber ähm, Na ja, wenn Sie mal was sagen, vielleicht auch ein bisschen direkter oder ein bisschen ähm so ähm, Teilst du das? Teilst du diese diese Einschätzung? Ähm ist das einer der Gründe, warum das auch irgendwie im Norden angesiedelt ist?
Sven:
[40:23] Ähm es gibt dieses Klischee natürlich und es gibt es auch glaube ich schon aus einem gewissen Grund ähm klar gibt es diese knurrigen Wortkagen äh Typen dort, die eher im Wort weniger als ein Wort mehr machen.
Ich habe aber auch das Gegenteil erlebt, ne. Also ich habe irgendwie acht Jahre in Hamburg gelebt, ähm äh da kann ich jetzt nicht sagen, dass da auch nur ein Wort weniger gefallen wäre als in anderen Städten.
Also das äh ist vielleicht einfach auch eine Betrachtungsweise ähm, die man sich manchmal zurechtlegt, weil das halt schön ist in Verallgemeinerungen zu reden. Der Rheinländer ist immer fröhlich und liebt den Karneval und äh der Berliner ist immer schlecht Gelaunt und schimpft den ganzen Tag und der Hamburger oder der Norddeutsche ist halt so und so. Mag alles auf einem Kern basieren, aber es wird ja Sachen natürlich in der Komplexität nicht unbedingt des Menschen da ist nicht unbedingt gerecht.
Was ich halt mag, ist ähm diese diese Klarheit in der in der auch realistischen Bildsprache des Nordens, also diese Flachheit, diese diese Eindeutigkeit ähm.
[41:28] Ähm des Handelns, die wenigen Schnörkel, die es dort gibt, ähm dass dass die Person ihren festen Platz dort haben, sie auch dann oft sehr lange einnehmen, sonst sind sie nämlich längst weggezogen in die Stadt oder sonst wohin, den sie auch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und einer gewissen Trotigkeit einnehmen Das sind Dinge, die ich, die ich ähm mag und die mir für die Geschichte auch echt was nützen. Dazu unter Umständen jetzt nicht vielleicht, also wenn du in so einem kleinen Kraft Bist du vielleicht nicht unbedingt das große soziale Leben gewöhnt und drehst da nicht immer am ganz großen Rat. Das heißt, du hast was Verschrobenes manchmal im Individuellen oder so. Aber auch das kann sogar sein, dass, auch vieles in dem Selbstschreiben oder Zusammenbauen auf einem Klischee beruht. Ich bin mir da gar nicht selber so sicher. Was mir halt immer sehr wichtig war, war halt eben nicht das Klischee zu bedienen. Wie gesagt, dieser Deppen mit Gummistiefeln, ja, die alle lustige Hüte aufhaben und äh äh die ansonsten eine Flasche Fans entploppen lassen und das war dann ihr Abend und dann gucken sie in den Sonnenuntergang Da muss ich ehrlich gesagt kotzen. Äh das ist das ist nie so die Idee gewesen. Ich möchte, dass wir die Figuren ernst nehmen, Und deswegen bin ich auch nicht gerne in diesem Regionalkrimi-Ding, weil weil das für mich zu viel von Folklore hat, die ich nicht bedienen will.
Christian:
[42:46] Mhm.
Ja, ich weiß gar nicht, wie.
Sven:
[42:51] Habe ich mit der Antwort erschlagen jetzt gerade. Äh.
Christian:
[42:53] Äh nee, das ist auch so ein Ding, was ich eigentlich auch so stehen lassen will. Das ist eigentlich ein guter so Satz, der das, der das Ganze. Ich bin in Gedanken schon wieder mit den nächsten Fragen, die alle noch in der Richtung bleiben. Aber ich finde, das ist eigentlich ein gutes äh Zwischenkapitel, ein gutes Ende erst mal.
Sven:
[43:08] Weil die, die uns nicht sehen, die könnten nämlich denken, dass dein Kopf grad so auf die Tischplatte gesunken ist und.
Christian:
[43:12] Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Es ist äh denken und reden gleichzeitig ist manchmal äh die Schwierigkeit hier in diesem Job. Ähm, Genau, äh lass uns vielleicht lass uns vielleicht auch so, ja ich glaube, wir können auch langsam ein bisschen ein bisschen noch, noch äh weitergehen. Wir wollen ja noch, ich will auch noch ein bisschen mehr zu den äh Büchern noch ein bisschen übergehen, auch zu der Fortsetzung. Ähm, Der Film hat mir schon gesagt, ist äh zweitausendzwanzig äh rausgekommen und hat dann auch noch einige äh Runden gedreht und hat euch auch in der Arbeit bestätigt. Äh es gab den ein oder anderen Preis für Sörensen. Hat Angst. Äh ich glaube so die größten Preise, äh die die ich da so gesehen habe, waren einmal die die Romy-Auszeichnungen, Österreich und der Grimmepreis, der dann glaube ich 222 auch noch kam ähm, Genau, vielleicht kannst du ja da so ein bisschen noch äh von der Reise des Filmes ähm erzählen. Das muss ja auch erst mal sehr kurios gewesen sein irgendwie so in diesem Pandemie, Zyklus oder war das noch vor der Pandemie, dass dass der Film Premiere hatte.
Sven:
[44:17] Die äh Pandemie begann ähm also die die Pandemie begann genau, als die Dreharbeiten endeten. Das weiß ich noch. Das muss dann also.
Christian:
[44:28] Klar, das war, glaube ich, Januar einundzwanzig, ne?
Sven:
[44:32] Dann muss es, dann muss es 21 gewesen sein, als der Film gestartet ist.
Christian:
[44:35] Zeit.
Sven:
[44:36] Wissen wir genau also und und äh ich glaube nämlich, dass ähm, Genau, so war's. Ja, mit der Zeit ist es echt kurios. Genauso war's. Und wir sind dann halt über diverse Festivals noch gegangen und ähm, mit diesem Film und ich glaube, also dass der so gut äh rezipiert wurde oder da auch der ein oder andere Preis kam ähm, war vor allen Dingen glaube ich auch eine Bestätigung dafür, was du eben gesagt hast, dass der vielleicht jetzt halt auch einfach mal ein bisschen anders aussieht. Das liegt aber auch daran, dass Björne teilweise sehr mutig ähm in seiner Regieführung ist, ja und oder war und ähm wir haben auch zum Beispiel sehr, das war auch im Skript schon so angelegt, aber das setzen wir auf die akustische Ebene zum Beispiel, weil Angstpatienten das oft so ist, dass dass sie äh mit Reizen sehr schnell überflutet sind, ne, dass also alles zu laut erscheint oder das Licht zu hell ist oder so. Das ist ja schon die Anfangssequenz im Auto, wo er aus Hamburg rausfährt, dass man merkt, dass der Lärm ihn unglaublich äh äh ähm und und ähm ich sehe, du willst was sagen.
Christian:
[45:37] Äh ja weil ich darf das sagen, was du nicht sagen kannst, nämlich ein großes Lob aussprechen genau dafür, genau für diese Öffnungs äh Sequenz, das wollte ich nämlich auch noch mal ganz stark beto Genau dieses Erzählen, das da hat mich der Film wirklich in den ersten paar Sekunden schon gehabt, weil ich das absolut großartig finde, wenn Filme, wie du sagst, so mutig inszenieren. Das Schlimmste, was ein Film machen kann, ist, dich zu plappern. Hallo, ich bin der Film, ich spiele hier, das ist meine Emotion, Charakter der hat Angst und das bedeutet er pflichtet vor sein Problem und du hast noch nicht mal dreißig Sekunden des Filmes um und der Film erzählt dir alles auch im Dialog, Und das ist fantastisch, dass die Eröffnungssequenz ähm so also die ist schnell geschnitten, wenn du nicht wenn wenn Wenn du noch deine Chips holst, dann hast du da schon eine ganze Menge verpasst. Ähm, in der Eröffnung, in diesem Setting diese diese Flucht aus Hamburg, wie du auch sagst, diese Überreizung der Sinne, die uns genauso passiert als Zuschauende, wo ich dann auch Auch schon als ich den gesehen habe, gleich erst mal wieder gucken musste, wo wir gerade sind. Wir sind immer noch in der ARD, okay, alles klar. Fand ich alle schon sehr, sehr mutig, bis hin auch zum Ende bis hin zu den äh Schlägen in die Magengruben, auch in der in den also wirklich.
Sven:
[46:50] Da ist Bjarne halt glücklicherweise angstfrei, ne? Das hat er auch bei dem zweiten Teil bei und fängt Feuer fortgeführt. Das sind das sind Dinge, die ähm ähm uns also ich habe ehrlich gesagt schon gedacht bei dieser Anfangssequenz ähm die ja auch ähm als wir sie im Kino das erste Mal gesehen haben sehr Lautstärke-intensiv ist mit diesen äh Umgebungsgeräuschen dass das vermutlich in der ARD schon viele Leute die den klassischen Krimi erwarten sofort zum Umschalten bewegt, aber dann ist das halt so. Ja, das das ist unter diese Angst nicht zu haben, Oder zu sagen, äh das ist mir egal, ob uns jetzt drei Millionen oder 6 Millionen gucken, ich will diesen Film so machen, die hat also diese Angst hat Jana einfach nicht, sondern er ist dann jemand, der auch mit seinem wirklich großartigen Team und dem Kameramann Christian Leschner, der auch ganz tolle Bilder findet und so ähm äh die einfach sagen, nee, wir wollen da die bestmögliche äh Geschichte erzählen und ist das völlig egal, ob das jetzt Konvention.
[47:45] Genügt oder ob das Konventionen erfüllt. Das tut der Sache einfach gut. Und ich glaube, dass daher unter Umständen auch der ein oder andere Preis sicherlich kommt in der Kombination mit ähm mutige Bildsprache, spezieller Humor, dann natürlich eine krasse Geschichte, äh was was auch ähm äh sowohl den Hauptprotagonisten als auch äh die die Kriminalthematik betrifft und dann sicherlich glaube ich auch, dass Angst als solche grad ein Thema unserer Zeit ist, das habe ich nicht geplant oder so. Ähm das Das hat sich in dem Sinne günstig in Anführungsstrichen äh zusammengefügt, äh dass wir tatsächlich in einer Welt leben, äh in der äh Angst gerade ähm von allen Seiten neu besetzt und ausgelebt wird und wird und gleichzeitig auch viele Menschen immer mehr Menschen sich outen und sagen, ich selber habe eine Angststörung erlebt oder gehabt, ähm immer mehr Künstler gehen von der Bühne und sagen, ich kann das nicht mehr machen, äh weil ich darunter leide. Das heißt, wir haben scheinbar das richtige Thema zur richtigen Zeit.
Mitgebracht. Ne und ähm dazu kam Johannes erste Regiearbeit.
[48:52] Mein erstes Drehbuch und dann ist man noch äh jung, frisch und unverbraucht und dann ist es sowieso immer leichter irgendwie äh gesehen zu werden mit diesen Dingen. Also da kamen schon viele gute Sachen zusammen für uns.
Muss man schon sagen. Also mit der nötigen Demut und dass ich hoffe, das klingt äh so wie es meine, äh nicht unbescheiden. Also es äh ich weiß schon, dass da auch viel genug dazugehört und so und ähm äh im richtigen Moment gesehen zu werden mit dem, was man tut so. Ähm, Und das war dann glücklicherweise auch durch die tolle Arbeit unseres Produzenten Jakob Klausen einfach auch gegeben. Ja, der uns also auf den ganzen Festivals auch, Herumgereicht hat sozusagen.
Christian:
[49:32] Erzähl mal so von von den Erlebnissen. Ich glaube, Filmfest Hamburg steht euch da sehr nahe. Ich glaube, der erste Sörensen hatte da auch Premiere und jetzt.
Sven:
[49:40] Ja, der erste und der zweite. Genau.
Beide hatten da Premiere, ja und ähm das ist in der Tat eigentlich eine eine ähm wahnsinnig tolle Erfahrung. In beiden Fällen gewesen. Jetzt beim zweiten Mal fand ich's sogar noch toller, beziehungsweise fängt Feuer, weil das Kino hat dann einfach voll ist und du einfach in dem Moment zum ersten Mal, da war ich auch wirklich nervös siehst, ob die Leute, Zum Beispiel an den richtigen Stellen lachen und an den richtigen Stellen ruhig sind. Das war beim ersten Teil bei Sörensen hat Angst nicht immer so. Das muss ich zugeben, da war's manchmal hat man gemerkt, hier ist so eine so eine so eine ähm.
[50:17] Unklarheit bisfallen, darf ich das jetzt lustig finden, was da passiert oder nicht? Oder ist das eigentlich nur tragisch? Und das ähm vielleicht auch, wenn man so einen Gerremix jetzt nicht so gewohnt war im im deutschen Fernsehfilm oder so. Beim zweiten Mal, glaube ich, saßen da schon nur Leute drin, die den ersten Teil kannten und die ungefähr wussten, was auf sie zukommt, Ähm und hier war das wirklich so, dass dass ähm das total aufgegangen ist und ich wahnsinnig erleichtert war, dass, Dass man gemerkt hat, da wo's bitter wurde, da sind die Leute voll mitgegangen und da wo's lustig wurde, wurde auch an den Richtigen und erdachten Stellen ähm wurde gelacht ähm und das das so besser kann's ja dann nicht sein. Und diese unmittelbare Reaktion.
[50:57] Ähm der Leute auf das, was da passiert. Ähm hat man ja sonst nicht, ne? Also es läuft dann irgendwie im Fernsehen oder sonstwo. Du kriegst da nur noch Einzelmeinungen.
Aber so eine Kollektiverlebnis, die nur überhaupt war, das Ich höre das gleich wieder auf, aber überhaupt war das eine totale Werbung fürs Kino. Ich habe hinterher gedacht, man müsste eigentlich alle Fernsehfilme auch im Kino zeigen, weil das weil es eine so anderes. Ich habe den Film vorher schon 30 Mal gesehen, ähm äh und das ist nicht mal übertrieben. Ich habe ihn wirklich schon dreißig Mal gesehen in allen möglichen Fassungen ähm vor dem Editieren, nach dem Editieren mit Tonspur, ohne ihr habt's alle schon 1tausend Mal gesehen, aber ich habe wirklich einen neuen Film im Kino gesehen. Also nochmal, mehr Details, mehr Tiefe. Man wurde mehr reingesogen und äh ich habe dann, echt gedacht, das ist so ein Plädoyer ähm äh gewesen, dass man dass man auch, diese Sparte von Leuten, die sich Mühe geben, dass man denen die Möglichkeit gibt, auch auf einer Leinwand zu erscheinen. Ähm das war echt Werbung fürs Kino, muss man echt sagen.
Christian:
[51:57] Voll, also Kino ist mehr als eine große Leinwand, ne. Es ist es ist der Raum. Es sind die anderen Leute. Es ist äh diese kollektive Erfahrung auch, ja, natürlich.
Sven:
[52:06] Genau und ähm das war in dem Fall gegeben, ne? Das war wirklich eine kollektive Erfahrung.
Christian:
[52:10] Ähm der erste Film, auch Premiere Filmfest Hamburg ähm war das auch aufgrund der Pandemie? War das irgendwie ähm ähm möglich, denn im Saal zu gucken? Ähm hast du diese, dieses geteilte Erlebnis damals auch schon gehabt? Oder war das ein anderes Setting aufgrund der Pandemie nur noch halbvoll oder wie war das?
Sven:
[52:29] Also es war voll, aber ich ähm glaube, dass alle Masken getragen haben, wenn ich mich richtig erinnere und das hat das Erlebnis dann doch auch natürlich wieder verändert.
Aber es ist so lustig, wenn du das gerade fragst oder erzählst, wie unglaublich schnell solche Dinge wieder aus dem Gedächtnis verschwinden. Ich kann mich, Zum Beispiel auch nicht mehr erinnern, ob wir auf dem roten Teppich dann nur kurz unsere Masken abgenommen haben fürs Foto oder ob wir das ob wir gar keine aufhalten oder ich weiß nur noch Das ähm wir nach äh das das ähm äh wir nach der Premierenfeier irgendwie alle essen gegangen sind und der Typ, der dann auch diesen an diesen engen Tischen genau in der Mitte saß, am nächsten Tag Corona hatte und wir daraufhin alle vom Filmteam für zwei Wochen in Quarantäne mussten, obwohl's keiner von uns hatte, aber es aber das weiß ich noch, aber ansonsten äh ist das hat ja damals wirklich befürchtet, dass das jetzt für alle Zeiten so bleibt, dass man nie wieder anders leben wird und dadurch, dass ich jetzt so eine Art Normalität, was immer das ist, zurück ähm äh ähm begeben hat, dass wir uns darin zurückgegeben haben, ist das schon so wieder so wieder raus aus dem Gedächtnis, Ich weiß, dass das beim zweiten Mal richtig toll war. Beim ersten Mal war es, glaube ich, nicht ganz so unbeschwert. Soweit ich das erinnere.
Christian:
[53:41] Ich frage auch deshalb, weil ich mir auch vorstellen kann, ganz unabhängig von von Corona ähm wenn ich mich jetzt äh rein imaginiere in einen in den Kinosaal, wenn ich versuche, an meine eigene Stimmung irgendwie äh zu erinnern, als ich den Film das erste Mal gesehen habe, der bietet ja auch eine gewisse Fallhöhe der Film. Also das, was ihr präsentiert, was du geschrieben hast vor allen Dingen so die Prämisse da ist ein Kommissar mit einer Angststörung der sich irgendwo in den Norden versetzen lässt äh und dann dort ermitteln muss.
Dass ähm also äh also das kann sich ja auch in die Richtung entwickeln, die du gerade ähm so vehement abgelehnt hast Ja, das wissen wir ja als Zuschauernder noch gar nicht. Der die erste Erfahrung mit Sörensen im Film kann ja in alle Richtungen gehen. Ist es jetzt der große Klamauk? Ist es jetzt wie wie ernst ist es? Wie wie seicht ist es? Was passiert hier? Und dann eben auch schon diese, Diese dieses Statement in den in den ersten Minuten der Eröffnung ähm und das, was ich dann eben so langsam aufbaut, da muss ich auch schon sagen, das ist, Ähm das hat mir so gut gefallen in der See Erfahrung. Immer wieder so ähm latent herausgefordert zu werden und dann auch eben nicht zu wissen, Was passiert hier? Also was was macht ihr mit mir und was schafft ihr auch? Ja, gibt's am Ende die große Flaute? Ist das Ende doof? Äh fisselt es irgendwie aus. Also.
[55:09] Für die Leute, die zum ersten Mal quasi durch diese Achterbahn durchgehen, ist das ja auch noch mal was anderes als wie du sagst, beim zweiten Mal zu wissen, wer sind die Leute, wo sind wir und wer sind auch die Beteiligten, die es gemacht haben?
Also den zweiten Sörensen zu sehen oder auch zu hören oder zu lesen ähm wie soll man sagen, das ist ähm, das arbeitet wieder mit anderen Erwartungen, das das ist also die diese Fallhöhe ist halt erstmal weg. Der große Drahtseilakt, den hast du schon mal.
Sven:
[55:37] Als was du meinst.
Christian:
[55:38] Habt ihr schon mal äh geschafft und jetzt ist die Frage, also ich zweifele vielleicht weniger als Zuschauer. Beim zweiten Mal und kann auch anders mitgehen.
Sven:
[55:49] Ich glaube, dass es eher so ist, dass ähm, für viele Leute, die äh zum Beispiel Bjarne, ähm der nicht ohne Grund auch selber Regie führen wollte dann. Also das war ja schon auch der Gedanke, den wir dann irgendwann auch zusammen hatten, also auch mit unserem Produzenten Jakob Klausen, dass wir gedacht haben, ah wenn das jetzt irgendwie falsch läuft oder wenn da ein anderer Regisseur den Schwerpunkt zum Beispiel nur auf den Humor legt oder oder die Ebenen nicht sauber getrennt sind zwischen Tragik und Komik oder, gut gemischt sind, dann könnte das auch echt schief gehen ja äh und äh deswegen war ja dann irgendwie, da bleibt Jane kannte dann auch über mich natürlich die Bücher schon ganz lange. Wir haben auch die ersten Bücher, bevor der Film gedreht wurde, schon zusammen auf der Bühne gelesen. Er hat die Hörspiele gespielt, Ähm bisher mit den Dreharbeiten begonnen hat, äh hat er schon drei Hörspiele von Sörensen eingesprochen gehabt, also als als Hauptdarsteller. Das heißt, die Figur war ihm total bekannt und auch die Art von Humor. Aber ich glaube trotzdem, dass wir natürlich das Risiko hatten, dass wir sehr viele Leute, die zum Beispiel ihnen mit Mord mit Aussicht oder so verbinden, ne? Oder noch mit dem Tatortreiniger, wobei das ja schon noch fast etwas.
[56:57] Etwas Nähe besitzt, aber ich glaube seine Hauptzuschauer stammt noch von Mord mit Aussicht, dass wir die sofort verlieren.
Ja und weil weil das eine andere ähm also da ist eben keine lustige Tuba im Hintergrund, die äh äh jetzt uns äh sagt, äh übrigens, das ist hier gerade lustig, Äh ihr dürft jetzt äh schmunzeln, weil es ist alles nicht so schlimm. Äh und wenn der da ausm Fenster hängt und ist tot, dann sieht man auch kein Blut und so. Also das äh war bei uns ja nicht gegeben.
[57:24] Und ich glaube auch, dass wir da tatsächlich einige Leute verloren haben, äh relativ schnell, aber dafür andere Leute, die auch Lust hatten, den den den eigentlich ernsthaften Schauspieler, Bjarne zu sehen und die auch in der Lage waren, sich auf einen Genre-Mix einzulassen oder die da auch Lust hatten, die holt man dann damit. Damit kriegst du keine zehn Millionen Zuschauer, aber ähm das muss ja auch gar nicht unbedingt sein Ja, das ähm ich glaube schon, dass das dass das äh also auch beim zweiten Mal, es wird wahrscheinlich jetzt irgendwie kein kein riesiger Massenerfolg sein, dafür ist es zu speziell, aber ich find's toll, wenn es halt Liebhaber gibt davon, Und das das könnte klappen, glaube ich. Ich mache den zweiten Film, ehrlich gesagt, noch lieber als den ersten.
Christian:
[58:05] Ich bin ja so gespannt. Ich habe ihn ja noch nicht gesehen, wenn wir das ja aufnehmen. Ich äh.
Sven:
[58:09] Ja du bist äh sozusagen du äh dir kann ich noch alles erzählen. Also du kannst ja noch nicht gesehen haben. Das ist richtig.
Sörensen ermittelt
Christian:
[58:17] Genau, aber ja, vielleicht können wir auch schon ein bisschen über über ähm, Die Fortsetzung äh zaghaft sprechen auch vielleicht noch über die über die weiteren Bücher äh über den ein oder anderen Unterschied, der uns auch wieder zurück zu Sörensen hat Angst äh bringt. Ähm, Ähm genau, also wir haben jetzt erstmal den den 2ten Film, der jetzt äh zum Zeitpunkt dieser Aufnahme noch noch ansteht. Sörensen fängt Feuer ähm und jetzt lass mich kurz überlegen, du hast vier Bücher veröffentlicht.
Sven:
[58:46] Genau. Ja, da gibt's noch Sörensen am Ende der Welt. Das ist der Dritte und Sörensen-Siedland. Das ist der vierte und ich schreibe grad am Fünften. Genau.
Christian:
[58:55] Genau. Sind denn da auch schon jetzt seid ihr grad in der Routine mit dem zweiten Film, aber gibt es denn schon ähm Pläne, Absichten, Ideen, das Ganze auch filmisch noch weiterzuführen und, da so einhergehen, du hast es auch schon angedeutet, wie verändert sich das Schreiben mit den Filmen und vielleicht auch mit, möglichen oder nicht möglichen Absichten für weitere Fortsetzungen. Also wie wie du stehst ja quasi jetzt zwischen diesen Posten, zwischen dir selbst als Drehbuchautor und zwischen dir selbst, als Romanautor. Ähm, Wie, wie, wie, wie, wie ist dieser Zustand zwischen diesen Posten.
Sven:
[59:35] Da sind gleich mehrere Fragen auf eigentlich gewesen, ne? Also ich versuche das versuche das mal irgendwie ähm zu sortieren. Also die erste Frage war ja, ob's Pläne gibt für eine weitere Fortsetzung und ähm dann kann ich erst mal sagen, nee, die gibt's grad nicht.
Das heißt aber nichts, weil die gab's nach dem ersten Mal auch nicht. Also äh was immer klar war, ist, wir wollen keine Serie machen Ja, das das war von uns allen ähm eigentlich.
[1:00:04] Immer gesetzt. Also für Jana am meisten, weil ihnen das immer anderthalb Jahre seines Lebens kostets, äh auch Regie zu führen und so einen Film zu machen.
Er hatte dann zwischendurch gesagt, äh okay, beim zweiten, wenn wir noch einen zweiten machen, dann spiele ich das, führe aber nicht nochmal Regie. Dann war aber die Frage, wer führt denn dann Regie und wir doch wieder bei Bjarne gelandet am Ende?
Was ja auch ein Glück ist ähm aber es ist dann schon so, wenn man ihn jetzt fragen würde, würdest du noch einen Dritten machen wollen, würde er wahrscheinlich sagen, auf gar keinen Fall.
Ähm alle anderen würden gerne noch einen machen. Ähm und ähm ich also ich vermute jetzt mal, wenn, bisschen Zeit ins Land gegangen ist, können wir darüber nochmal reden zumindest. Und dann schauen wir mal. Ja ähm aber ich glaube mit einer Trilogie wäre dann auch Schluss.
Weil das ist wirklich, also zumindest im Filmischen.
Weil das, weil das ähm also Trilogie finde ich, klingt auch ganz toll und da hätte man dann, glaube ich, aber auch alles erzählt, filmisch, was man über diese einzelnen ähm Sachen äh erzählen könnte. Du wirst es dann auch sehen der zweite Film sieht komplett anders aus als der erste, ähm weil wir uns nicht wiederholen wollten.
Das fängt schon optisch damit an, dass wir ein Kinoformat haben diesmal. Also wir sind nicht mehr im 16 zu 9, sondern im Kinoformat, um mehr weiter zu kriegen. Das wurde uns diesmal erlaubt, Und ähm wir haben uns ein anderes Thema gesucht, um nicht die Angststörung zu wiederholen, sind wir diesmal mehr auf das Thema Einsamkeit gegangen, was ähm äh die die Angst in Sörensen und die Angst anderer Leute.
[1:01:31] Ausrichtet und in welcher Art von Isolation sie eintreibt. Das ist eigentlich das Oberthema und so ist es auch filmisch umgesetzt worden, Das heißt, auch da haben wir was Neues erzählt und sollten wir einen dritten Teil machen, der auf dem dritten ähm Roman basiert, würde ich wahrscheinlich politischer werden wollen im Schreiben des Drehbuchs. Und Und einer anderen Frage zu beantworten, äh ob was ich da, wenn man so zwischen den Stühlen etwas sich da so verändert hat. Das eine habe ich ja schon gesagt, also man man ähm die Sicht auf die Figuren ändert sich, nicht lustigerweise der Gesicht auf die Plätze, da da Kartenbühle für mich ja so zusammengesetzt ist aus Tönning und Friedrichstadt und Husum und was da oben noch alles so ist, das hat komischerweise stärkeres Gewicht als die ganzen Ortschaften Empfarve, die im Film zu sehen sind. Ähm aber die Figuren sehen natürlich jetzt mittlerweile alle so aus wie die Schauspieler. So ein bisschen zumindest, Und was man auch merkt, was anders geworden ist ähm und das ist eine große Änderung.
[1:02:35] Ist, dass ich vor allen Dingen auch bei Live-Lesungen gemerkt habe, Dass die Leute an sich den Humor ganz gerne mögen in den Geschichten und der ist am Anfang eher zufällig entstanden, Und einfach so wie ich dann dachte, was ich lustig finde. Und ich merke, es korrumpiert einen, wenn du äh merkst, also auch so ein Kino lacht an manchen Stellen oder äh bei einer Live-Lesung wird an Stellen gelacht. Es korrumpiert einen diesbezüglich, weil du danach dann total da sitzt, wenn du zu Hause schreibst und denkst, wo ist die nächste Pointe?
Das ist das ist tatsächlich eine andere Herangehensweise äh und auch eine, die ich gar nicht gut finde und von der ich mich wieder lösen muss, weil du dann merkst, du schreibst erst plötzlich auf Effekt und nicht mehr aus dem heraus, was was dir eigentlich am Herzen liegt oder was dir für die Figur wichtig ist.
Ja also machst dann plötzlich Figuren manchmal dümmer, als sie in der Geschichte sein müssten, weil du weißt, das sieht dann hinterher zieht das ein Lacher oder so.
Ich erkenne das noch und und kann dann auch das wieder, kann dann auch noch gegenarbeiten, aber die Verführung ist einfach wahnsinnig groß, wenn du dann merkst so, dass die Resonanz ist so und so und.
[1:03:42] Das macht einfach Spaß vor 1tausend Leuten zu lesen und dann lachen alle an einer bestimmten Stelle und dann gierst du danach, dass sie das beim nächsten Mal wieder tun so und das ähm ist aber kein ist nicht sehr zielführend. Also es ändert sich dann schon.
[1:03:56] Und was ansonsten noch ähm äh wichtig ist, ist, dass ich mir vorgenommen habe, in jedem Buch, das ich schreibe und das würde ja dann auch die Drehbücher, betreffen, eine andere Facette der Angst jeweils zu erzählen.
Also es geht in jeder Geschichte geht es um eine eine neue Form oder eine andere Form von von ähm Angststörungen oder Angst, die in der Gesellschaft verankert ist. Ja also Ähm im Ersten ist es die Angststörung selbst, über ist es eigentlich die Angst vor der absoluten Freiheit, weswegen Menschen sich in so Goldene Käfige setzen, die manchmal auch Religion sein können oder auch in buchstäbliche Käfige, als wenn das blende Mädchen eingesperrt wird am Anfang der Geschichte. Da geht's eigentlich um Käfige und Angst vor der Freiheit. In Sören sind am Ende der Welt geht es in der Tat um die Angst vor dem Versagen des Systems und Angst vor dem Ende des Daseins. Weswegen manche Leute sich in in so Bunker äh äh verschanzen und so und und Sörensen in einer Art inneren Äh und so geht es immer weiter und ich versuche, mit jeder Geschichte so eine so eine äh Form herauszuarbeiten die ein bisschen was Gesellschaftsortes viel zu groß kotzig, aber es soll so ein bisschen was Relevantes ähm besitzen über den dem Zustand auch unserer Zeit.
Das wäre schon mein Ziel. Ja, also nicht einfach nur die Leiche ist mir eigentlich scheißegal. Also mich interessiert am wenigsten der Mord in der Geschichte.
Christian:
[1:05:24] Wenn ich wenn ich an der Stelle auch kritisch sein darf, das ist Nicht unbedingt der große Reiz der Geschichte. Also wenn du jetzt diese diese ne, wenn du das in einem Satz irgendwie runterschreibst, äh wie jetzt hier äh Sörensen hat Angst, du hast es auch am Anfang erwähnt, einfach nur, dass was ist passiert, Oder was ist der Verlauf dieser Kriminalgeschichte, dann würde ich mit den Schultern zucken und sagen okay das äh ne so.
Sven:
[1:05:49] Stimme ich dir zu. Das ist so. Das ist nicht äh der Krimi ist nur Aufhänger für das ganze Drumherum.
Mich interessiert eigentlich nicht. Also ich würde auch nicht, wie ähm so mancher Seitenweise beschreiben, wie die Leiche aussieht oder so und welche Würmer jetzt grade aus welchem Gedärm rauskommen. Das finde ich alles nicht so wahnsinnig spannend, sondern mich interessiert, was mit Menschen passiert oder was die Menschen dazu treibt erstens in solche Extremsituationen zu geraten Dass sie so etwas tun können und auf der anderen Seite aber auch ähm äh was passiert sein muss, dass man in so eine Situation gerät, dass man das Opfer ist.
Und wie die Gesellschaft sich dazu verhält, das finde ich interessant. Ja, das ist.
Christian:
[1:06:25] Finde ich, zeigst du einfach auch schon in dem Protagonisten Sörensen. Also ein ein ein Kommissar zu haben, der eine Angststörung hat, ist ja schon im Aufhänger eigentlich so schräg oder, So äh ich weiß nicht, was das richtige Wort ist, aber es ist es ist schon, das zeichnet ihnen auch dann wieder als Ermittler aus, aber es macht ihn nicht irgendwie besser als Ermittler oder oder also es geht nicht, Diese Angststörung ist ja nicht dazu da, um ihn als Ermittler in irgendeiner Form. Äh um mich als Krimifan ihn als einen besseren Ermittler irgendwie äh hinzu oder so, sondern das ist halt erstmal eine Figur oder erstmal wie du sagst, ein ein Mensch, Der diese Angststörung hat und damit eine ganze Menge über das Menschsein erzählt und über sich selbst als Individuum erzählt und über dieses Setting über uns. Also da passiert ja schon so viel.
Was noch gar nichts mit dem Krimi selbst zu tun hat.
Sven:
[1:07:20] Absolut. Und das ist auch, also das muss man schon zugeben, das weiß ich auch. Ich bin da in einem sehr fiktiven Raum und da das wurde auch schon einige Male angemerkt. Ähm natürlich würde ein ein Polizist, wie Sören sie nie für Dienstfähig erklärt werden.
Ja, also das ähm er würde da kein psychologisches Gutachten bestehen in dem Moment. Ähm hinter der Prämisse aber hätte man die Geschichte nicht erzählen können. Deswegen äh sehe ich darüber hinweg, aber wir sind natürlich ähm also die die Grundidee war einfach, welcher Beruf fällt mir denn ein, wo man eigentlich überhaupt gar keine Angst haben darf?
[1:07:52] Ja? Äh weil das weil das auch oft so ist ähm dass dass Menschen in einer bestimmten Disposition scheinbar, genau einen Beruf erwählen oder eine Tätigkeit ausüben, die ihnen am wenigsten entspricht, also grade um sich dagegen zu behaupten Ja, also wie viele Leute habe ich im Laufe meines Lebens kennengelernt, die sich abends auf die Bühne stellen und dort auch unfassbar abliefern, weil sie eigentlich im Leben ähm nicht stehen.
Also da stehen sehr, können Sie nicht auf einer Bühne stehen oder stehen können nicht mal einkaufen gehen manchmal, sondern Sie brauchen diese Bühne, um sich selber ähm gegen ihre eigene Disposition zu wehren.
Ja, also man sagt ja auch nicht ohne Grund, dass Künstler oft sehr unsichere Menschen sind, außer sie sind eben auf der Bühne oft. Und das ist bei den Polizisten, Sören sind eben auch so. Er hat einen Beruf erwählt, äh der eigentlich in keiner Weise für ihn geeignet war.
Und kommt dann aber mit seiner Menschenkenntnis und auch mit seiner äh Menschen äh mit seiner mit seiner Empathiefähigkeit ähm kommt er dann halt dann doch relativ weit. Er ist ja kein Dummkopf. Also er kann schon ganz gut auch äh mitdenken und und, kommt da zurecht, aber er wäre natürlich an und für sich würde er niemals bei der Polizei äh also er wäre nicht wieder gesund geschrieben worden, das muss man sagen, Also guckt euch das nicht an. Hört euch das nein, also guckt es euch trotzdem an, diese ich glaube äh nach realistischen Aspekten kann man nicht immer gehen.
Christian:
[1:09:17] Ich wollte gerade sagen, also das ist ja, das ist ja äh es ist auch einfach langweilig. Also das ähm, Realismus, also ich will jetzt nicht so weit gehen und sagen, Realismus hat ziemlich zu suchen, aber ähm äh du hast auch oder es ist ja auch keine Dokumentation, das ist ja eben genau.
Sven:
[1:09:32] Aber es wird oft verwechselt. Das ist das Lustige. Also wenn du wenn Wenn du Figuren hast, äh die die du versuchst einigermaßen lebensnah zu gestalten, dann äh bekommst du oft auch als Autorreaktionen, äh die so tun, Als als gäbe es das wirklich. Also ich äh mein Lieblingsleserbrief nach dem zweiten Sörensen-Roman-Sörensen fängt Feuer war von einer Dame, Die mir geschrieben hat, ihr wäre aufgefallen, dass der Kaktus auf dem Schreibtisch im Sörensens Büro nicht ein einziges Mal gegossen würde und das wäre ja nun schon wichtig, dass man auch einen Kaktus ab und zu mal gieße.
Und äh das fand ich so lustig, äh weil ich dachte, okay, eigentlich sagt sie mir mit ja nur, wie genau sie das liest, Auch wenn das eine relativ verrückte Art und Weise ist, damit umzugehen, aber im dritten Teil, Sören sind am Ende der Welt, habe ich dann den Kaktus gegossen für Sie Ja, also das das sind immer so Sachen, wo du so merkst, okay, das wird hier scheinbar vielleicht einen Tick zu realistisch oder zu ernst genommen an der Stelle, aber ist ja auch ganz schön.
Christian:
[1:10:27] Ich wollte gerade sagen, das ist ja eigentlich auch ein großes Lob, wenn das so die die größte Kritik am am äh äh oder der größte Kritikpunkt ist, dann hast du die Arbeit ja äh sehr gut gemacht. Sehr.
Sven:
[1:10:36] Na, die hätte auch noch andere Sachen finden können, glaube ich, aber aber so ist natürlich gut, ja.
Christian:
[1:10:39] Ähm vielleicht noch mal ein bisschen ein bisschen zurück, weil mich das wirklich interessiert so. Wie, wie, wie wie du, über Sören sind jetzt auch denkst über diese über diese Geschichte, weil ähm es durchaus auch so ein paar technische Unterschiede einfach gibt, du hast viel mehr Charaktere in den Büchern, ähm da gibt's noch zwei weitere ähm ähm, äh die dabei sind oder zwei weitere.
Sven:
[1:11:02] Polizeiobermeister Donau und Faltermeier.
Christian:
[1:11:04] Genau ähm auch weitere Nebenfiguren, die Käsekete, die da äh äh die Brötchen schmiert und eben auch sehr viel ähm Stimmung und Setting äh miterzählt und auch mit Sörensen ähm zu tun hat. Ähm, Ja wie wie also durch diese, Veränderung zwischen Film und Buch, ich ich will nicht sagen, irgendwie Aufspaltung oder so, aber wie wie ist das für dich auch irgendwie ein Prozess des Schreibens? Also wenn du jetzt dein dein dein Drehbuchdokument für Sörensen fängt Feuer hervorholst, musst du da irgendwas umswitchen und sagen, ah, jetzt ist ja der filmische Sörensen ähm.
Sven:
[1:11:42] Ja das äh ja ähm hauptsächlich durch Selbstdistanz.
Also dass dass man ähm glaube ich von vorneherein akzeptiert, dass ähm das andere Medium erfordert, sich von lieb gewordenen Figuren und Konstellationen zu trennen.
Und ähm ich kann jetzt nicht sagen, dass das ein Prozess ist, der ähm, Schmerzfrei abläuft. Also ist äh meine Lieblingsfigur eigentlich in den Geschichten ist Sörensens Vater Alfred Der der sich irgendwie zum Ziel gesetzt hat nach der Pensionierung, aber mal so ein richtig schönes Leben zu führen.
Und eigentlich die Oberflächlichkeit äh pflegt, während der Sohn ja mit dem Leben so äh hadert und diese Figur ist halt einfach rausgeflogen aus den Filmen, weil sie keinen dramaturgischen unbedingten Er hat keine dramaturgischen Notwendigkeit, Ja ähm genauso wie die beiden Kollegen Valtermeyer und Donau, die jetzt nicht unbedingt gebraucht wurden in äh äh im Film, Und der große Unterschied ist, äh was ich mittlerweile für mich so akzeptiert habe, ist oder gelernt habe, Wo ich wirklich machen kann, was ich will, ist halt beim Schreiben der Romane. Da kann ich das das den Kosmos beliebig erweitern, wie ich möchte. In dem Moment, wo ich sage, ja, ich schreibe ein Drehbuch, akzeptiere ich auch gleichzeitig, dass da bestimmt.
[1:13:02] Sechs, sieben Leute mitreden, Ja und ähm das bedeutet, dass ich auch von Anfang an akzeptieren muss, dass mir viele Dinge genommen werden, dass andere Ideen einfließen ähm, Dass man sich über bestimmte Dinge auseinanderzusetzen hat und ähm es immer sehr hilfreich ist, die Dinge nicht persönlich zu nehmen, sondern einfach, hinter die Erfahrung der anderen, Auch mal zurückzutreten und auch zu sagen, ja okay, dass sehe ich ein, vielleicht ist das wirklich keine gute Idee, die ich da gerade hatte. Das passiert dann in den verschiedensten Drehbuchfassungen, die man dann so schreibt. Also ich weiß ja nicht Ob's neun waren oder so äh für den neuen Sörensen fängt Feuer. Ähm ich habe ehrlich gesagt nach dem ersten Mal gedacht, ich schreibe das, mache das nie wieder, weil es mir zu Herzen gegangen ist, aber ich habe dann meine Haltung dazu verändern können und was diesmal wesentlich entspannter ist.
Und es hat dann siehe da auch äh besser geklappt, ja und und natürlich lernt man auch dazu und ähm, habe beim ersten Mal noch die ganzen Szenenübergänge bei und hat Angst alle mit da rein geschrieben. Also äh wann wer wo wir aus dem Off noch irgendwas sagt, während die andere Szene schon läuft, nur mir dann hinterher, als es schon längst gedreht war, sagen zu lassen, das macht man übrigens nicht.
Ich hatte einfach noch nie ein Drehbuch geschrieben und das ähm solche Erfahrungen und Lehrwerte und und was geht und was nicht geht und wo's besser wäre ähm.
[1:14:24] Durfte ich halt auf einem relativ hohen Level von den Leuten, die da beteiligt waren, auch lernen und dadurch, dass ich nicht so wahnsinnig viel Erfahrung habe im Drehbuch schreiben, ist es mir auch wahrscheinlich leichter gefallen zu sagen Okay, ihr habt die Ahnung, ob das jetzt gut ist oder nicht, dann mache ich's halt anders. Ja und das ähm mir ist immer gut, für mich ist immer gut, wenn man mir konkrete Dinge sagt.
Also wenn man nicht sagt, ich finde, es hängt irgendwie in der Mitte, damit kann ich nichts anfangen, sondern wenn man, wenn man sagt, äh wenn du in der Szene noch das und das änderst oder die Figur noch rausstreichst oder, Ähm oder Jenny und ähm Sören Simon reden hier eigentlich über was anderes. Äh dann wird ein schönes Bild raus. Damit kann ich immer super arbeiten. Und dann ist es mir auch egal, ob's ein Roman steht oder nicht.
Nur bei unkonkreten Dingen fange ich an zu schwimmen.
Christian:
[1:15:09] Aber erstmal Hut ab davor, dass du diesen Satz, den du gerade im Halbsatz gesagt hast, dann ist mir egal, was im Roman drinsteht. Also dass du überhaupt diese Haltung haben kannst, weil ich mir das schon auch sehr ähm, Ja, schwierig auch irgendwie vorstelle, weil du hängst ja schon auch irgendwie, also der Roman bist ja auch irgendwo du, das ist dein Baby.
Sven:
[1:15:28] Aber der gibt mir ja nicht, aber der geht mir ja nicht verloren, ne. Mein Baby bleibt ja trotzdem mein Baby. Also das ist ja in dem Moment ähm, etwas, was auch wenn's natürlich niemals so viele Leute lesen werden, wie es den Film wie Leute den Film gucken werden, ist es ja trotzdem etwas, was ähm was mir nie jemand nehmen kann Also das bleibt ja einfach so, wie's gedacht ist.
Und ein Film ist halt ein Gemeinschaftswerk, ne? Da sind halt ganz viele Leute mit verschiedenen Bedürfnissen und verschiedenen Interessen beteiligt. Es war schon ein Riesengeschenk, dass die Schauspieler tatsächlich auch gesagt haben, ich spiele das so, wie es im Drehbuch steht, weil ich wie wie ich gehört habe, ist es in der Regel auch so, dass die ineinander sitzen und sagen, wie machen wir das denn jetzt, dass es irgendwie gut spielbar ist und schreiben das Drehbuch um Und da wäre ich, da wäre ich dann wirklich tausend Tode gestorben. Wenn ich das dann hinterher äh dann gehört hätte, was reden die denn da?
Ja, also das war aber eben nicht der Fall, sondern das sind alle sehr respektvoll gewesen und dadurch ist es für mich total in Ordnung, wenn's dann auch mal irgendwie heißt, äh vom Regisseur, der gleichzeitig der Hauptdarsteller ist, ich habe eine Idee, die vielleicht besser ist oder ich habe noch eine andere Idee. Was hältst denn davon?
Dann bin ich der Letzte, der sagt, das ist eine blöde Idee. Ja, also Hauptsache, es ist für die Szene gut und ähm wer dann am Ende wirklich das hatte, die Idee ist eigentlich egal.
Christian:
[1:16:42] Aber Hut ab, Hut ab vor dieser Haltung. Es gibt äh genug Fälle, wo die Personen, die irgendwie Buch geschrieben hat, Drehbuch schreibt, wo denn so wo du auch beim Schauen schon merkst, oh, da hat irgendwie jemand Angst, seine eigenen so Kill your own Darlings Prinzip, ne, so dieses.
Sven:
[1:16:58] So heißt das. Genau.
Christian:
[1:16:59] Ich bin das Genie, das ist ja das bin ja ich mein Text. Nur ich verstehe ihn, da lasse ich mir doch nicht reinreden und dann äh wird er halt irgendwie äh in der ähm Übertragung in einem Film halt eher Grütze draus, weil was ein Buch funktioniert, funktioniert halt nicht zwangsläufig.
Sven:
[1:17:12] Ja und es ist wäre halt auch ehrlich gesagt also das wäre jetzt echt vermessen. Guck mal, ich hätt's ja schon ein paar Mal gesagt, ich das war mein Sohn einfach mein erstes Drehbuch. Ist mein zweites Drehbuch. Ich arbeite mit Leuten, die schon hunderte von Filmen. Entweder bespielt haben oder halt auch mit der Kamera äh gedreht oder sonst was haben. Wenn ich dann hingehen würde und sagen würde, ich bin doch das Genie Also ich meine, wie bescheuert könnte man sein?
Ja und solange alle aber dieselbe Idee verfolgen und alle auch sagen, wir wissen genau, wie das für dich aussieht, wie das aussehen soll, was für eine Stimmung das haben soll, aber, Wenn wir das in der Szene so und so machen hat es vielleicht diese Wirkung auch, aber wir können uns das und das dann erlauben oder das Sparen oder was auch immer, das wäre ja Wahnsinn, wenn ich dann sagen würde, nee, das mache ich nicht. Das finde ich blöd.
Christian:
[1:17:56] Sind das so Erfahrungswerte und Welten, die du aus deiner Arbeit als Hörspiel, Hörbuch, Regisseur auch gewinnen konntest, also.
Sven:
[1:18:05] Ja, wir machen das.
Christian:
[1:18:06] Zurück.
Sven:
[1:18:07] Ja, total. Ähm äh was ich vor allen Dingen äh weiß aus der ähm Arbeit an an Hörspielen auch, auch wenn das natürlich ein wesentlich weniger.
[1:18:15] Mit vielen Leuten behaftetes Unterfangen ist, was ich halt weiß ist, dass sich immer in der Situation des Aufnehmens Abmischens Montierens, Einbauens von Musik und so Situationen ergeben, die zum Beispiel nicht im Drehbuch oder im Manuskript standen oder wo man merkt, ey wir müssen einer schneiden.
Oder wir haben gemerkt, äh das hat hier schauspielerisch nicht funktioniert oder wir bauen's um. Oder hier ist plötzlich ein Logikfehler, der noch nie irgendjemandem aufgefallen ist, wir müssen das ändern Hast du nicht noch einen Satz oder so, da können wir nicht noch was anderes sagen oder machen. Das kenne ich alles ähm seit über 20 Jahren und natürlich ist das auch auf den Filmübertrag Wir hatten's auch bei den Dreharbeiten so, dass plötzlich irgendwann mal ein Anruf kam von von Bianne äh wir müssen ja noch was ändern, äh fällt dir noch was ein? Äh da und dafür, für die und die Situation oder so, ja und dann entweder fiel mir was ein oder wir überlegen halt zusammen, Aber entscheidend ist für mich, dass am Ende auch wirklich jeder Satz, der dann gesagt wird oder jede Idee zumindest von mir abgenickt wurde, dann bin ich ja glücklich.
Ähm dann muss es gar nicht meine Idee gewesen sein, Ja, also ehrlich gesagt, die ich verrate jetzt nicht, welche das ist, aber die lustigste Szene in Sörensen fängt Feuer in dem neuen, die ist nicht von mir. Was mich auch sehr ärgert, aber das war eine Idee vom und die habe ich im Kino gesehen und gedacht, ja, so geht's.
So so ist es eigentlich witzig. Schade, dass ich das nicht geschrieben habe. Ja also aber Hauptsache es dient, es dient der Sache.
Christian:
[1:19:41] Ja
Sven:
[1:19:41] Stichwort Stichwort Fahrrad. Also wenn ihr es seht, sage ich mal Stichwort Fahrrad. Ja, dann äh das ist eine Stelle, die ist nicht von mir, aber die ist wirklich lustig. Deswegen kann ich das auch sagen, dass die nicht von mir ist.
Christian:
[1:19:55] Du bist sehr gut im teasern. Das ist äh.
Sven:
[1:19:58] Denk ans Fahrrad.
Christian:
[1:20:00] Ähm ja vielleicht noch so äh gegen Ende. Ähm, du hast das schon schon angedeutet, die die Romanwelt ist deine Welt, die Filmwelt ähm und der liegt eben auch anderer ähm ähm, Abhängigkeiten, das ist ja auch immer so, du hast schon gesagt, das große Helikoptergeschwader, was du vielleicht irgendwie gerne hättest, das schreibst du dir eher in den Roman, gibt's gibt's da auch schon so ähm, vielleicht mit dem vorsichtigen Wissen oder mit der mit der Annahme, das ist, Oder mit der Hoffnung, dass es eine Trilogie wird, gibt es dann auch so Dinge oder Ideen, die du dir so ins äh Notizbuch schon geschrieben hast, bei denen du weißt, alles klar, hier äh, Hier geht's ab, das überlege ich mir mal für den sechsten, siebten achten, was auch immer noch kommt, äh äh, Äh das verpulvere ich jetzt nicht für den Film, sondern das äh zünde ich dann schön auf Papier.
Sven:
[1:20:50] Nein, es gibt äh das Gegenteil. Ich habe ähm eigentlich für den vierten Roman, für Sörensen-Siedland, den den du ja, glaube ich, auch kennst, jetzt durchs Hörbuch und so ähm hatte ich mir eigentlich was überlegt, ähm mit einem äh Alter Ego von Sörensen als achtjährigen Jungen, der sich selbst immer wieder begegnet im HSV-Trikot Und ähm äh der Sohn ist oder der der kleine Sörensen ist vollkommen entsetzt darüber, was aus dem großen Sörensen geworden ist.
Ja und schiebt ihn sozusagen immer wieder vorwärts in die in die ähm Geschichte hinein. Das war eigentlich für den vierten Roman gedacht, So eine Art ähm.
[1:21:27] Enttäuschte Erwartungshaltung, was das Leben bringt und Sörensen als Erwachsener denkt sich, ja ja, was ist bloß aus mir geworden? So ist es halt gedacht. Und ich habe dann aber, als dann die äh Aufgabe kam, das Drehbuch für Sörensen fängt Feuer zu schreiben, Habe ich diese Idee mit dem kleinen Jungen für den Film genommen für Sörensen fängt Feuer, da taucht er jetzt also auf. Ähm der klar, dass kleine Sörensen ich und dafür aus dem Roman gestrichen Und ich dachte, ist ja Quatsch, wenn ich das dann, wenn ich das dann in den Roman baue. Also, wenn es da schon im Film erzählt ist. Also so rum hat's schon mal funktioniert und ansonsten falls wir eine Trilogie machen, wird es ja wahrscheinlich auf ähm, sind am Ende der Welt hinauslaufen und da ist ja schon jede Entscheidung gefallen Ja, also da wäre dann eher die Frage, da es da auch um Prepper und so was geht und darum, dass ja irgendwelche Häuser zu Festungen umgebaut werden und Löcher in den Boden gegraben werden, in denen Bunker unterirdisch angelegt sind, ob das das Budget sprengt.
Das weiß ich nicht. Da müsste man doch einen anderen Fall nehmen. Wir sind ja immer noch in Deutschland, da muss man ja, da kann man ja kaum was bauen aus finanziellen Gründen. Man muss immer alles finden.
Das ist äh bei uns so.
Christian:
[1:22:34] Mhm und dann noch zum Abschluss natürlich die Frage, ähm wie viel du auch immer schon erzählen oder andeuten kannst. Wie geht denn so insgesamt die Reise auch noch in Romanform weiter? Du sagst, du schreibst, am fünften gibt's da schon irgendwelche Termine.
Sven:
[1:22:48] Also er der wird erscheinen im August vierundzwanzig. Das klingt noch relativ weit weg. Meine Abgabetermin ist im März Ähm ich habe jetzt ungefähr zwei Drittel geschrieben. Ich kann auch sagen, dass das Buch Sören Sinn macht, Urlaub heißen wird Und ähm er sich also vornimmt ähm seinen Jahresurlaub endlich mal einzulösen. Er kommt aber nur bis Hamburg, Er will eigentlich in die Berge, kommt aber nur bis Hamburg und fängt dann an zu lügen also weil er sich nicht traut äh vor allen Dingen Jennifer gegenüber zuzugeben, dass er es nicht in die Berge geschafft hat und baut dann so ein Lügenkonstrukt um sich herum auf, dass das hinterher nun einen großen Fiasko enden kann.
Es ist eine Geschichte um die Angst vor der Wahrheit und das betrifft alle Protagonisten, Jennifer fängt dann auch an zu lügen, während den Kartenbild schon wieder ein Mord passiert, den sie dann versucht aufzuklären, ohne es irgendjemandem zu sagen, weil sie Angst hat, Sörensen kommt zurück und so lügen sich beide gegenseitig die komplette Zeit über an.
Christian:
[1:23:45] Sie will ihm den Urlaub nicht kaputtmachen, der nicht stattfindet, weil sich beide gegenseitig belügen. Okay.
Sven:
[1:23:49] Genau. Genauso ist es. Und am Ende äh treffen sie aufeinander und stellen fest, dass die gesamte Konversation über die letzten 400 Seiten eine einzige Lüge war. So ist es zumindest äh gebaut. Äh macht auch Spaß.
Christian:
[1:24:01] Sehr schön, ja. Und ähm schreibst du die Bücher eigentlich in Potsdam oder fährst du dann irgendwie zurück in den Norden und sitzt in Tönning am Hafen und brauchst die Post die Möwen um dich herum, um das.
Sven:
[1:24:14] Beides. Ich schreibe das Meiste in Potsdam und dann fahre ich äh äh nach Turning an den Hafen und brauche die Möwen, um dann noch mal fotografiere dann auch ganz viel, um mir noch mal äh Bilder äh zu besorgen, die ich dann beschreiben kann oder Sachen, die mir auffallen.
Gibt ja immer diese ganz schlimmen Plakate, zum Beispiel von irgendwelchen Festen oder Feiern dort, wo dann irgendwie DJ haue mich DJ Rene äh das Beste der Achtziger und so ähm spielt ähm und solche Dinge fotografiere ich dann immer und baue sie dann irgendwie in die in die Geschichten ein und versuche noch ein bisschen Atmosphäre zu kriegen.
Christian:
[1:24:46] Ich glaube du warst auch mal bei mir zu Hause, weil der Satz, das Radio bleibt an, das Radio ist immer an, äh den kenne ich.
Sven:
[1:24:52] Ja, das habe ich bei dir. Ja ja, das habe ich äh habe ich äh aus deinen Elternhaus. Ich möchte jetzt nix, ich möchte jetzt nicht sagen, wie's bei euch aussah, aber es äh war nicht schön. Also es gut, dass wir da gut, dass du da geflohen bist.
Christian:
[1:25:05] Aber das Radio war an.
Sven:
[1:25:07] Das Radio ist immer an.
Christian:
[1:25:08] Mhm.
Ja, in diesem Sinne, äh ich hoffe auch, dass dieser Podcast anbleibt. Ihr könnt sehr, sehr gerne natürlich abonnieren und äh noch weiter hören.
Und natürlich auch ja wie geht's weiter jetzt? Äh könnt ihr immer noch in der ARD Mediathek Sörensen fängt Feuer schauen, also den zweiten Teil, wenn ihr den ersten Teil geguckt Wenn ihr uns zugehört habt, dann seid ihr eigentlich bestens ausgerüstet, äh um weiter mit zu machen und natürlich auch die Bücher zu lesen. Ich sag's ja, die Hörbücher, Da lohnt sich auch das Warten. Äh Sven, gibt es noch Dinge, die du noch äh erwähnen möchtest? Wofür du noch Werbung machen möchtest?
Sven:
[1:25:48] Ähm er ist ja nur so spontan fragst, äh fällt mir da gar nicht so wahnsinnig viel ein. Ich bin eigentlich durch mit dem Thema.
Aber ich find's ich find's ähm ganz wunderbar ähm worüber wir gesprochen haben und dass es so ausführlich war.
Und äh ich würde eigentlich auch ähm empfehlen, wenn man nicht gerne Hörbücher hört, die Romane zu lesen.
Am besten wär's natürlich, man liest die bevor man die Filme guckt. Äh das wird natürlich knapp jetzt, aber in der Regel ist es so, dass ähm äh die Bilder des Filmes so stark sind, dass sie Den Roman eigentlich ähm ähm nicht unbedingt beschädigen, aber verändern. Sie verändern den Roman. Deswegen ist immer gut, man hat seine eigene Fantasie erst mal am Start. Also lest die Bücher und dann guckt den Film oder die Filme.
Christian:
[1:26:33] Und dann die Hörbücher noch mal hören, dann.
Sven:
[1:26:34] Und Daniel höre mich um, falls man's nicht verstanden hat, dann kann man noch mal die Hörbücher und kriegt das noch mal erklärt.
Christian:
[1:26:39] Sehr gut, Genau, dann bleibt mir noch zu sagen ähm ja, wie schon erwähnt, unsere Homepage Minus Podcast Punkt DE, da findet ihr auch alle relevanten Links, da findet ihr auch alle Links zu äh Podcast-Plattformen. Wir sind bei Apple Podcast, Spotify, YouTube oder,
Abmoderation
[1:26:54] Was auch immer ihr zum Podcast hören benutzt. Ähm folgt uns auch sehr gerne bei Instagram, da auch noch der Tipp. Äh du bist auch bei Instagram unterwegs und das genieße ich, sehr, dass du immer wieder so Eindrücke von den Lesungen und eben auch jetzt Filmfest Hamburg, also da teilst du ja auch ein bisschen was aus deiner aus deiner Welt auch rundum äh Sörensen und dann an dieser Stelle auch noch der Tipp ähm abonniert unseren kostenfreien Newsletter Da versuche ich einmal im Monat euch ein bisschen was zu äh niederzuschreiben, was hier bei uns so hinter den Kulissen gerade äh passiert, was so die nächsten Sendungen betrifft, was die nächsten Planungen sind, dann seid ihr eigentlich immer up to date, da könnt ihr auch sehr gerne auf Newsletter Punkt Second Unit Minus Podcast Punkt DE gehen und dort einfach äh abonnieren.
Sven, vielen, vielen Dank für diese viele, viele Zeit, für dieses wunderbare Gespräch und äh wer weiß, vielleicht machen wir das Ganze noch einmal zu Sörensen Feuer. Vielleicht machen wir das für die ganze Trilogie. Also äh solltest du in irgendeiner Form so ein Plus eins in irgendeine Liste setzen wollen, können äh an dieser Stelle darfst du mich da sehr gerne eintragen. Ich bin auch äh für eine Trilogie. Also, nimmt, dass wir.
Outro
Sven:
[1:28:00] Ich wäre dabei. Ich danke dir Christian. Es hat sehr viel Spaß gemacht.
Christian:
[1:28:04] Vielen, vielen Dank. Ciao, schönen Abend noch, tschüss.