Second Unit #37 (Die Hard)

Yippee-ki-yay, motherfucker! Wir feiern Weihnachten mit der Familie McClane. Der erste Die Hard (Amazon) ist nicht nur großartige Action-, sondern auch besinnliche Weihnachtskost. So besinnlich, wie eine Geiselnahme nun einmal sein kann.

Zu Beginn der Sendung sagen wir in weihnachtlicher Besinnung mal wieder Danke. Sebastian von hirnrekorder.de und xmhk haben uns geflattrt. Danke dafür. Außerdem ergänzen wir noch unsere Meinungen zu The Thing und Das Fest.

Wir trinken in weihnachtlicher Vorfreude eine heiße Schokolade mit Milchschaum, die uns viel zu sehr entspannt hat.

Die Hard ist natürlich ein absoluter Action-Klassiker. Die Regie übernahm John McTiernan und Bruce Willis begründete mit dem Film wohl einen Action-Star-Charakter. Bonnie Bedelia spielt Holly, Reginald VelJohnson als Al Powell, Alan Rickman als Hans Gruber und Robert Davi als Agent Johnson.

Natürlich erwähnen wir auch andere Action-Filme. Commando, Raw Deal, Total Recall im Original und als Remake, RoboCop, The Thing, Inception und The Island beispielsweise. Im Zuge dessen stellen wir uns auch die Frage, ob wir lieber platte oder dramatische Action haben wollen.

Nächste Woche schließen wir endlich mit dem Rest der Menschheit auf und geben uns The Hobbit: An Unexpected Journey.

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[Download | Länge: 1:20:15 | Größe: 36,9 MB| @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: cc by lisa_eglinton]

  • Heisenberg

    Ach ja, was für ein geiler Streifen! Ich hoffe ich komme während den Feiertagen mal wieder dazu den zu gucken.

    Teil 2 und 3 finde ich übrigens in keinem Fall stark abfallend. Die sind etwas schwächer, aber auf jeden Fall außerordentlich gute Actionstreifen.

    Das einzig Schlimme ist bei Teil 3 die falsche Synchronstimme von Bruce Willis. Der Vierte ist etwas schwächer, mal gucken wie der Fünfte wird.

    • SecondUnitTamino

      Schlecht sind die Fortsetzungen sicher nicht, aber im Vergleich zum ersten durchaus eine ordentliche Portion weiter unten in Qualität. Gerade jetzt wo ich den ersten wieder ganz frisch auf der Leinwand hatte, wurde mir das mehr denn je klar.

  • Rian

    Awww, das war aber schwach, Tamino. Bei James Bond bleibt der Timer natürlich bei 0:07 stehen.

  • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

    Die Grundsatzdiskussion die ihr führt finde ich sehr, sehr interessant und sage mal gleich vorweg: Ich bin da zwar nicht voll, aber doch eher auf Christian’s Seite.

    Ich selbst habe nämlich erfolgreich geschafft mich vom allseits verbreiteten Genredenken frei zu machen und gehe demnach immer mit einer ähnlichen Erwartung an Filme. Und zu dieser Erwartung zählen auf jeden Fall gute Charaktere. Gut wird allerdings oft mit ‘tiefsinnig’ oder ‘komplex’ verwechselt. Und das genau müssen sie nicht sein, eher in sich stimmig.
    Beispiel Arnie: Seine Figuren sind immer eindimensional und völlig platt, aber ihr Verhalten macht im Kontext des jeweiligen Filmes einfach immer Sinn. Und deswegen sind die Filme (u.A.) unterhaltsam und spaßig.

    Mir reicht es nicht Filme mit den Begründungen ‘Ist ja NUR ein Action/Horror/SciFi/Whatever-Film’ von essentiellen Qualitätsanforderungen freizusprechen. Ein Grundsolidität im Skript MUSS vorhanden sein. Eben weil ich nicht an einen Film rangehe und denke ‘Action, also brauche ich jetzt NUR Krawall’. Ich habe schon oft in moviepilot-Diskussionen solche Filme als ZU platt und die Charaktere als schlecht bezeichnet und immer wieder Antworten wie ‘Wer in nem Action Film Charaktere sucht muss ja auch bescheuert sein’ bekommen. Da denk ich mir im gegenzug: Wieso zum teufel spricht man FIlmemacher, die uns Menschen in bewegten Bildern zeigen davon frei, diese Menschen auch nur im Ansatz nachvollziehbar zu gestalten? Nachvollziehbar im Sinne von ‘In sich logisch’. Eine Figur darf ja noch so irrational handeln, wenn das zu ihrem Charakter passt!
    Für mich kann ein gutes Drehbuch schlechte Action ausgleichen, aber nicht andersherum. Meine Toleranz ist da groß, aber wenn es zu dumm wird ist irgendwann Schicht (z.B. GREEN LANTERN oder der Propagandafilm BATTLE: LOS ANGELES). Ist aber immer fallgebunden. Die immer wieder von Tamino thematisierten Arnie-Kracher funktionieren halt ganz anders, sind aber gut, weil auch in sich völlig stimmig sind. Z. B. COMMANDO. Ist Arnie auf den Leib geschrieben und auf Anhieb strohdoof, allerdings merkt man irgendwann, dass genau das was Arnie kann in dem Film prägnant rausgearbeitet ist. Physis, Witz, Charisma. Insofern amcht seine Figur auch in sich wieder Sinn und der ganze Film fühlt sich perfekt an. Irgendein x-beliebiger Mitternachts-RTL II Militär-Actioner kann da niemals rankommen. Weil ein belangloses Skript vorliegt, was selbst mit guter Action noch völlig belanglos wäre. Da gibt es keine ANknüpfungspunkte (wie z.B. einen Schwarzenegger in der Hauptrolle) für einen Autor.
    Umfassendes Thema, hat man ja auch in der Sendung gemerkt ;)

    Um zu DIE HARD zu kommen:
    McClane ist das beste Beispiel wie das funktionieren kann wenn man einfach auch ein wenig mehr Zeit ins Skript investiert. Er ist nicht nur cool und tough. Sondern eben auch eine nachvollziehbare Figur, mit Background und mit Profil. Und deswegen ist DIE HARD auch ein gutes Stück besser als viele andere Actioner. Weil es nicht NUR das Genre bedient sondern die Fühler ausstreckt. Für meinen geschmack sind das die besten Filme: Filme die versuchen auf Anhieb klar einzuordnen zu sein (Zielgruppe, etc.), allerdings über übliche Konventionen hinaus funktionieren.

    Auf jeden Fall eine gute Sendung und eine gute Diskussion!

    • SecondUnitTamino

      Was du hier zu Charakteren sagst hat sicher gemeinhin Hand und Fuß und tendenziell gebe ich dir auf jeden Fall Recht. Ich habe allerdings trotzdem das Gefühl, dass ich von dieser mir selbst als sehr schlüssig erscheinenden Definition immer noch eine Menge abweichende Filme finden kann, die ich sehr mag. Da wäre z.B. “The Thing” von Carpenter. Ich halte die Charaktere da wie Christian auch für völlig, wirklich VÖLLIG belanglos und austauschbar. Aber das Setting und die Effekte sind einfach so cool, das mir das locker 8 Punkte für den Film entlockt.

      Ich bin einfach der Meinung, dass man verschiedene Filme oder verschiedene Genres auch oft aus jeweils verschiedenem Antrieb, also mit anderen Erwartungen schaut. An vielen Filmen schätze ich in erster Linie einen gewissen Gesichtspunkt. Bei manchen sind das unterhaltsame Aspekte wie Action oder Effekte (z. B. “Matrix Reloaded” oder “Total Recall”, Original natürlich), bei anderen eher Thematik (“Schindler’s List”) und von wieder anderen hauptsächlich das Erschaffen einer eigenen Welt (generell Fantasy-Werke) oder die Atmosphäre (“Angel Heart”). Das sind alles Filme, die ich sehr schätze, die ich allerdings nicht “absolutes Meisterwerk” nennen würde. Ich gebe dir und Christian also Recht, dass es zu einem wahrlich meisterhaften Film (10/10) auch so ziemlich aller Qualitäten bedarf, die sich in Sachen Film ausmachen lassen, also Story, Charaktere, Audio-Visualität, Atmosphäre etc. Das sind dann eben die wengien völlig perfekten Werke wie “Heat”, “Seven”, “Apocalypse Now” oder “Scarface”, von denen mir allerdings wirklich nur eine Handvoll bekannt sind. Das sind für mich Filme in Reinform, makellos und beeindruckend in jeder Hinsicht. Natürlich gibt es dann noch die ebenfalls perfekten Geniestreiche ala “Fight Club”, “Memento”, “Pulp Fiction” oder “Inglourious Basterds”, die ähnlich großartig sind, aber im Grunde einer etwas anderen Form der Evaluation bedürfen (aufgrund ihrer sehr künstlerischen, grotesken oder meta-haften Methode). Mir sind also genau 8 Filme bekannt, die ich für absolut perfekt halte. Mir fallen aber so unglaublich viele großartige Filme ein (8 oder 9/10), die in Hinsicht auf Plot oder Charaktere ziemlich belanglos sind, dass ich der zentralen Bedeutung dieser Elemente für alle Formen des Mediums Film nicht uneingeschränkt zustimmen kann. Ich habe das Gefühl, das wenn ich euch voll zustimmen würde, mir dann kaum noch ein Film gefallen dürfte, weil ich so oft große Schwäche in Sachen Plot oder Charaktere feststelle.

      Diese Diskussion ist im Detail allerdings wirklich außerordentlich schwierig und es bedarf im Grunde einer schriftlichen Ausarbeitung des Themas, um da eine befriedigende Position angemessen darstellen zu können :-)

      • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

        Mir können Filme auch “gefallen”, die Schwächen bei Charakteren und der Story haben. Nur kann ich diese Schwächen niemals wegdiskutieren oder -denken, indem ich dann sage “Für das, was der Film sein will…” oder “Ach, das gehört so zum Genre, das muss so blass”. Beispiel “The Raid”. Der Film hat unglaubliche Schauwerte für mich, tolle Action und Schnitte. Aber im Vergleich zu Die Hard fehlt ihm etwas im Drehbuch-Bereich. Die Figuren bleiben blass. Macht das The Raid zu einem schlechten Film? Nope. Macht ihn das zu einem schwächeren Film im Vergleich zu Die Hard? You bet!

        • SecondUnitTamino

          Ich glaube inzwischen gebe ich dir da auch noch mehr Recht als in der Sendung. Zu einem Meisterwerk gehört einfach das Gesamtpaket, die vollkommene Stimmigkeit. Für einem guten Film reicht da auch weniger. Dennoch hab ich anscheinend eine weitaus höhere Toleranzgrenze, was Story oder Charaktere in “Genrefilmen” angeht.

          • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

            Was Christian sagt bringt nochmal einen entscheidenden Punkt mit rein: Das Filmerelbnis muss gar nicht drunter leiden, es geht viel mehr um den Vergleich. Ein Actionfilm mit gutem Drehbuch ist natürlich besser, als ein Actionfilm mit gutem Drehbuch. Hier sage ich aber auch: das Drehbuch muss nicht in jedem FIlm die gleichen Maßstäbe erfüllen um gut zu sein. Es muss im Gesamtpaket harmonieren und stimmig sein.

      • http://weltamdraht.blogsport.de/ jacker

        Ich finde selber einen Haufen Filme die davon abweichen (oder wo je nach Sichtweise die Qualität der Charaktere in anderen Eigenschaften liegt)!
        Es geht einfach um die Beantwortung der Frage: Was macht für mich einen richtig guten Film aus?
        Und da würde ich sagen es braucht eben auch gute Charaktere.
        Aber, da weichen bei mir wohl Realität und Theorie sehr voneinander ab. In echt gibt es ganz vieles im Film was mir ein tolles Erlebnis (und daraus resultierende positive Erinnerung an den Film) bescheren kann und schlechte Charaktere fallen / stoßen mir nicht grundsätzlich (bitter) auf, sondern nur wenn ansonsten nichts mehr da ist um das zu kaschieren.
        Atmosphäre ist für mich sogar am wichtigsten.
        Ich glaube ich habe mir da jetzt auch nur mal drüber Gedanken gemacht weil ihr es thematisiert habt und mir in dem Zug aufgefallen ist, dass mir auch in Action-filmen schon schlechte Charaktere aufgefallen sind. Und die Action halt nicht als Ausgleich gereicht hat.