Second Unit Special #10 (Licence To Kill)

Der vierte Bond, der vierte Podcast in unserer Special-Reihe. Mit Timothy Dalton und Licence To Kill (Amazon) geht es dieses Mal um einen ganz außergewöhnlichen Bond.

Außergewöhnliche Umstände verlangen außergewöhnliche Mittel. Deshalb probieren wir erneut einen Vodka-Martini, allerdings rühren wir, statt zu schütteln!

Wie bereits erwähnt, wird 007 von Timothy Dalton gespielt. Carey Lowell verkörpert das Bond-Girl und kann endlich mal selbst austeilen, Talisa Sato übernimmt die Rolle des zweiten Bond-Girls und Robert Davi ist Bonds Gegenspieler.

Die Getränke-Blasphemie des Bond-Mythos’ übertragen wir ein wenig auf die Diskussion des Filmes. Letztes Mal haben wir uns in einem ersten Versuch den Grenzen der Bond-Mythologie genähert, dieses Mal überschreiten wir sie. Wir fragen uns nämlich, ob dieser recht harte und bodenständige Bond überhaupt noch in die Reihe passt. Es scheint uns nämlich, dass mit Dalton schon ein Experiment vorgenommen wurde, das aber erst 17 Jahre später mit Daniel Craig aufgegangen ist.

Unser kleiner Geschichts-Exkurs in Sachen Bond-Filme geht mit der nächsten Sondersendung zu Ende. Wir schließen unser kleines Experiment mit Pierce Brosnan in Goldeneye (Amazon) ab, um anschließend in der nächsten regulären Sendung über Daniel Craig in Skyfall (Amazon) zu diskutieren.

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[Teaser-Bild: cc by James Bond UK]

  • Heisenberg

    Die vierte Sendung innerhalb von vier Tagen, traumhaft!
    Nur mit dem Kommentieren komme ich leider nicht mehr hinterher ;-)

    Die beiden Dalton Bonds sind deutlich ernsthafter als die Vorgänger, das ist schon eine deutliche Abgrenzung zu den Klamauk-Bonds von Roger Moore. Bond ist hier eben kein rumblödelnder Dandy mehr. Mit der Hauch des Todes ist Bond wieder bei seinen Wurzeln angelangt und sehr nah am urspünglichen Charakter aus den Büchern von Fleming.

    Der Vorgänger Hauch des Todes ist zwar schon etwas Bond typischer als Lizenz zum Töten, fällt aber insgesamt auch etwas aus der Reihe. Der Auftritt von Dalton ist der Gleiche. Er interpretiert die Rolle des James Bond sehr hart. Solltet ihr euch bei Gelegenheit unbedingt ansehen.
    Die zwei Dalton Bonds zählen für mich zu den besten der Serie.

    Ein Zitat aus der filmstarts.de Kritik:

    “Daltons Bond ist ähnlich dem Original-Charakter aus Flemmings Büchern ein prinzipiell gebrochener, ausgebrannter Mann. Er hält sich nur widerwillig an seine Instruktionen und sieht einer unehrenhaften Entlassung aus dem Staatsdienst gelassen entgegen. Er ist rauer und insubordinativer als seine Vorgänger. Und in den Action-Szenen kommt er deutlich glaubwürdiger rüber als es Moore je getan hatte. ”

    Beim Kinopublikum kam das damals nicht gut an. Anscheinend war die Welt erst 2006 für diese harte und düstere Interpretation bereit.

    Lizenz zum Töten ist einfach ein ein knallharter Action-Agenten-Thriller (und übrigens keine direkte Fortsetzung von der Hauch des Todes, es gibt keinerlei Bezüge zu der Hochzeitssequenz). Und die Eröffnungssequenz: WOW. BAM. Wird nur von der Sequenz in Skyfall übertroffen.

    Das was ihr mit der Entwicklung von Bond ansprecht sehe ich etwas anders.
    Der Bond Charakter ist immer durchgehend und nimmt Bezüge auf ältere Entwicklungen. Es ist dabei völlig egal wie alt der jeweilige Schauspieler ist. Das ist einfach James Bond, die figur ist zeitlos. Erst mit Casino Royale wird ein klarer Schnitt und Neuanfang gemacht (und in Skyfall so grandios weiter geführt).

    Hier eine interessante Diplomarbeit zum Thema “Der Wandel der James-Bond-Figur – Sechs Darsteller, sechs Interpretationen, sechs Bonds?”
    http://othes.univie.ac.at/2943/1/2008-11-10_0408581.pdf

    Meine Bond-Besten-Liste:
    1. CASINO ROYALE
    2. SKYFALL
    3. GOLDENEYE
    4. MAN LEBT NUR ZWEIMAL
    5. LIZENZ ZUM TÖTEN
    6. IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT
    7. IN TÖDLICHER MISSION
    8. DER HAUCH DES TODES
    9. LIEBESGRüSSE AUS MOSKAU
    10. FEUERBALL
    11. DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT
    12. GOLDFINGER
    13. DER SPION DER MICH LIEBTE
    14. IM ANGESICHT DES TODES
    15. DIE WELT IST NICHT GENUG
    16. MOONRAKER
    17. DER MORGEN STIRBT NIE
    18. OCTOPUSSY
    19. QUANTUM OF SOLACE
    20. DIAMANTENFIEBER
    21. DR.NO
    22. STIRB AN EINEM ANDEREN TAG
    23. LEBEN UND STERBEN LASSEN

    Und nach dem Tamino sich jetzt so zum großen Bondfan entwickelt hat, wird im wohl oder übel nichts anderes übrig bleiben als nach und nach alle Filme abzuarbeiten ;-)

    • SecondUnitTamino

      Hehe, ganz soweit ist es noch nicht, aber ich habe zumindest etwas mehr Interesse an der Reihe gewonnen. Interessant, dass du Goldfinger so weit hinten in deiner Bestenliste einreihst. Ich schäme mich inzwischen etwas, dass ich die meisten alten Bonds ziemlich belanglos finde, mich aber Filme wie Octopussy oder Licence To Kill doch recht gut unterhalten haben. Die meisten Bond-Fans scheinen das ja ganz anders zu sehen. In der 5. und letzten Special-Episode gehen wir noch etwas mehr auf die ganze Bond-Ära bis Brosnan ein. Da kann ich dann noch etwas mehr zu meinem Bond-Gesamteindruck sagen.

      • 008

        Ein guter Kommentar zu den Bond-Filmen und ihrem jeweiligen Anpassunge an den Zeitgeist:

        (Nur den Kommentar lesen, das Review und die anderen Kommentare natürlich dann erst nach Skyfall ;-)
        http://www.fuenf-filmfreunde.de/2012/11/01/james-bond-007-skyfall-review/#comment-700859910

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Danke für den Link! Ich sammel einfach mal alle Bond-Links und gehe die bei Zeiten durch. Wollte eh in ein paar Wochen eine kleine Nachlese zu dem Special machen und dann auch über all die schönen Links und Artikel reden, die ihr hier so liegen lasst :-)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für den Link und auch deine schöne Auflistung. Ich bin noch gar nicht der Lage selbst eine anzustellen, würde aber deine ersten drei Plätze so aus dem Bauch heraus ähnlich wählen.

      Bei mir ist mittlerweile tatsächlich das Bedürfnis entstanden, die ganze Reihe nachzuholen und meine Lücken zu schließen. Nicht im Rahmen der Sendung, aber vielleicht greifen wir das alles irgendwann noch einmal auf. Spätestens in zwei Jahren zum nächsten Bond ;-)

  • KingLu

    Eine interessante, aktuelle und kurzweilige Podcastfolge zu der Entwicklung der James Bond Figur über die Jahrzehnte:

    http://www.wissen.de/podcast/der-name-ist-bond-james-bond-podcast-207

  • die_krabbe

    Jungs, man merkt ihr habt keine Ahnung von Cocktails. Deshalb versuche ich euch mal (am Beispiel des Martinis) etwas aufzuklären.

    Zuallererst vergesst Wikipediarezepte. die taugen nichts :)

    Dann fügt man bei der Zubereitung von Cocktails immer Eis hinzu, denn Cocktails sollen eiskalt sein und das Schmelzwasser ist extrem wichtig für die Balance des Getränks.

    Zum Martini.

    Der Drink nennt sich eigentlich Martini Cocktail und besteht aus 2-3 Teilen Gin und 1 Teil Vermouth, was auf Eis kaltgerührt wird. Serviert in der Cocktailschale und garniert mit Zitronenzeste oder eben einer Olive, wobei die Olive den Geschmack eher negativ beeinflusst. Ich greife immer zur Zitronenzeste.

    So wie ihr den gemacht habt (mehr Vermouth als Alkohol und ganz ohne Eis) kann also schonmal gar nicht falscher sein. Ich frage mich, warum ihr den nicht gleich wieder ausgespuckt habt ;)

    Mit dem Mischungsverhältnis kann man ganz gut hin und her spielen. Der sogenannte “Perfect Martini” ist in einem Verhältnis von 1:1(wobei “perfect” nicht für besonders gut steht, sondern das die Bezeichnung für ein 1:1 Verhältnis ist). Ich trinke ihn eher stark mit 4 Teilen Gin und 1 Teil Vermouth. Sehr gute Zutaten immer vorausgesetzt. Also Gordons Gin und der weiße Vermouth von Martini gehen schonmal gar nicht. Also wirklich nicht. Dann kann man es auch gleich sein lassen.

    Der Vodka Martini ist eine Amerikanische Erfindung, weil sie den Drink möglichst geschmacksneutral mögen. (Man sollte bedenken, dass je teurer der Vodka, desto weniger Geschmack hat er, was schonmal vollkommen bescheuert und das genaue Gegenteil von allen anderen Alkoholsorten ist) Da der Vodka Martini schonmal nach gar nichts schmeckt, ist es eher ein Erfrischungsgetränk, was dann so weit getrieben wird, dass der Drink geschüttelt wird und dadurch noch kälter wird und am Ende kleine Eissplitter auf dem Drink schwimmen. Das ist nicht der Sinn des Drinkes, aber die Amerikaner verbrechen ja manchen Blödsinn.

    Zur Frage “Shaken or Stirred?”

    Neben dem Vodka im Cocktail das zweite große Verbrechen, das Bond begeht.

    Sind die Zutaten alle klar, wird IMMER auf Eis gerührt, damit eben keine Luftbläschen durchs Schütteln ins Getränk kommen und dieser dadurch trüb wird. Das will man nicht haben.

    Ist eine undurchsichtige Zutat (Zitronen- oder Limettensaft beispielsweise) dabei, wird geschüttelt.

    Ich könnte jetzt noch in die verschiedenen Varianten wie beispielsweise dem Vesper (Mit Lillet Blanc anstatt Vermouth aber nicht dem normalen Lillet sonders einer sehr alten Rezeptur) usw. Aber das soll zum Einstieg reichen.

    James Bond beweist also bei der Bestellung seines Cocktails, dass er zum einen ein Weichei ist, keinen Geschmack und vor allem keine Ahnung hat. Aber er bekommt trotzdem die hübschen Frauen und somit ist alles andere auch egal :)

    Falls es wen interessiert, ich schreibe hin und wieder auf meinem Blog neben Film und Fernsehen auch über das Trinken. Die entsprechenden Artikel findet ihr hier.

    http://hirnrekorder.de/category/trinken/page/2/

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Dickes Danke für das Feedback! Wir haben tatsächlich keine Ahnung, aber sind gewillt zu lernen ;-)

      Mir hat das Experiment ganz gut gefallen, trotz der von dir erwähnten Schnitzer (oder Vollversagung, wie man’s nimmt ;-P). Sehr schön auch, dass du das ganze mal ein wenig für uns und andere eingeorndet hast. Jetzt wissen wir wenigstens, was wir besser machen können. Ich würde dem Martini auf Gin-Basis auf jeden Fall so noch eine weitere Chance geben und beim Vodka-Martini tatsächlich weiter experimentieren. Vielleicht klappt es dann ja auch mit den Frauen ;-P