Second Unit Special #26 – Oscars 2017

Was für eine Nacht! Viel geredet, wenig geschlafen und am Ende gab es auch noch Verwirrungen beim großen Gewinner. Aber der Reihe nach. In der Aufzeichnung unseres großen Live-Streams. Die große #OscarsUnit mit Hardy Zaubitzer als Gast. 

Eine lange Nacht geht für uns vorbei, doch für euch fängt der Spaß erst an. In unserem ausführlichen Special zur vergangenen Oscar-Nacht waren wir mit und für euch live dabei. Wir besprechen die großen Gewinner, die eigentlichen Geheimtipps und viele, viele Aspekte rund um die Oscars wie die Frage wer eigentlich die Academy ist, wie schwer der Unterschied zwischen Drehbuch und Schauspiel zu ziehen ist und warum Denzel Washington so sauer aussah. Antworten gibt es selten, schon gar nicht zur Frage, was da am Ende bei der Verkündung des Besten Filmes eigentlich los.

So oder so hoffen wir natürlich, dass wir euch in der Nacht eine unterhaltsame Begleitung sein konnten. Darüber hinaus sind wir auf euer Feedback zur Aufzeichnung gespannt. Hat das alles für euch inhaltlich funktioniert? Kann man das Special auch ohne Fernsehbilder verfolgen? Habt ihr uns in der Nacht überhaupt zugehört, oder hat unser Kommentar euch euer kalt gelassen.

Lasst es uns wissen! Bis dahin schlafen wir uns aber erstmal ordentlich aus.

Ein großes Dankeschön gebührt natürlich Hardy für den Wahninn, sich die Nacht lang vor das Mikrofon zu ketten. Darüber hinaus aber auch ein dickes Danke an Jonas vom Podcast Technische Aufklärung für die Hilfe beim Stream und an Henning von den Cinematic Smash Browser für die Ausleihe von Technik!

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  • TheMiddlist

    Habe grade 1:30h des podcasts gehört (es sind also doch nicht 8h). Ich hoffe es gibt eine Folge zu Silence und Hacksaw Ridge. Ich finde, wann immer Glauben im podcast vorkommt, wird es richtig spannend z.B. bei The Truman Show. Zu Mahershala Ali. Es gibt einen Ausspruch von irgendjemand (natürlich finde ich grade nicht wer) Gutes Schauspiel heißt leise sprechen und laut denken. Das passt wirklich ganz gut.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Schönes Zitat, ja!

      Das Thema Glauben (nicht zu Verwechseln mit Religion!) beschäftigt mich schon in letzter Zeit, auch filmisch. Zu den beiden Filmen wird es (vorerst) aber keine Episode geben. Zumindest nicht zum Kinostart bzw. -lauf :)

      • TheMiddlist

        awww schade :( Grade Silence interessiert mich sehr. Wir haben da wo ich wohne einen (ziemlich irregulären) skeptischen Filmclub (=wir treffen uns bei jemand und schauen DVDs, z.B. God’s not dead, ganz toller und wichtiger Film, dazu und zu Teil 2 MUSS es eine Episode geben ) und Silence steht auf jeden Fall auf unserer Liste.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Ist nicht komplett gestrichen, nur halt eben nicht auf der Liste ;-)

          • TheMiddlist

            yay :)

  • Familienpapa

    Zum Thema Oscarbait: Ich denke, dass man damit wohl allgemein meint, der Film ziele auf emotionaler Ebene auf das “typische” Academy-Mitglied ab, besonders in thematischer Hinsicht. Kurzum: Filme über Hollywood, Schwarze oder den American Dream. Meistens geschieht das dann ohne Ambivalenz oder reizende Fragestellungen, sodass eben ein hemmungsloses und unreflektiertes Verhältnis zu diesem Thema aufgebaut wird, über das man sehr einfach einen oberflächlichen Zugang erhält. Diese Vorhersehbarkeit und Bedienung primitiver Anknüpfpunkte geschieht halt leider auf Kosten der Qualität (von dir als Absprechen von Qualitäten bezeichnet, was ich genau andersherum sehe), ebenso wie das Verfallen in leere Phrasendrescherei und ausgehöhlte Moralbegriffe, sodass dieser Begriff schon gewissermaßen zurecht negativ konnotiert ist. Dass man eine Rolle so schreiben kann, dass sie für diesen Award nominiert wird, ist sicherlich auch eine Qualität, aber eben eine, die mit filmischen Mängeln korreliert und damit eine Abwehrhaltung vieler Filmliebhaber provoziert. Wenn man einem Film seinen primitiven Zweck (und nichts anderes ist das lüsterne Haschen nach Preisen) an vielen Stellen ansehen kann, endet an dieser Stelle einfach das Filmerlebnis – zumindest für mich, weil ich mich dann auch nicht mehr angesprochen fühle als Rezipient. Der Film ist an dieser Stelle nicht mehr für mich gemacht und damit meistens uninteressant.
    Verwerflich ist daran also eine leicht abwertende und rückgratlose Haltung gegenüber der eigenen Kunst. Wer etwas zu erzählen hat, passt das nicht an, um nachher eine goldene Trophäe im Regal stehen zu haben. Auf Profit ausgelegte Filme sind von dieser Kritik nicht ausgenommen, wobei man in dieser Hinsicht wohl dazu sagen muss, dass es dort von vornherein niemals um Kunst ging und Film inzwischen eben auch ein lukratives Geschäft geworden ist, an dem es zu verdienen gilt.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für das Feedback!

      Das Stichwort “Ambivalenz” hat mir tatsächlich bisher bei meinen eigenen Gedanken gefehlt, aber da muss ich den Ball auch gleich wieder zurückschießen. Nicht jeder Film muss ambivalent sein. LION zum Beispiel hinterfragt gar nichts kritisch oder ambivalent, sondern zeigt eine sentimentale Geschichte eines verlorenen jungen Mannes und seiner Beziehung zu seiner Mutter. Funktioniert für mich wunderbar, weil der Film stets bei sich bleibt und weiß, was er machen will.

      Ähnliches Beispiel, aber durchaus diskussionswürdiger: HACKSAW RIDGE. Der reflektiert den Krieg auch nicht, geht mit der Moralität des Protagonisten auch nicht ambivalent um, sondern liefert eine klassische Heldengeschichte in einem ungewöhnlichen Kontext. Wie gesagt, über den lässt sich wunderbar streiten. Aber auch hier würde ich sagen: Die fehlende Ambivalenz macht ihn gerade so spannend!

      Für mich ist der Begriff weiterhin schwierig. Ich höre nämlich auch immer raus: “Mein Filmgeschmack wird nicht bedient!” “Mein Filmverständnis ist das einzig valide!” und natürlich “Der Film ist doof!”

      • Familienpapa

        Natürlich muss nicht jeder Film ambivalent sein. Es gibt sogar Filme, die ohne Charakterentwicklung und Plot gut funktionieren. Die Regel ist das jedoch nicht und wenn sich eine Abwesenheit positiver Merkmale systematisch durch eine ganzen Klasse von Filmen zieht (hier eben der Oscarbait-Film) aufgrund von Preisgeilheit und Geltungsdrang, ist eine abweisende Haltung schon nachvollziehbar. Und darum ging es dir doch, oder?

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Mir ging es darum, dass ich nicht an den Begriff und die Bedeutung hinter “Oscar-Bait” glaube. Eben weil sich für meinen Geschmack der Rezipient zu sehr in die Intention des Autors einmischt.

          Du hast zwar schöne Gründe und Indizien für die Beschreibung eines solchen Filmes genannt, aber woher willst du wissen, dass das Ding komplett und nur aus der Absicht nach Auszeichnungen entstanden ist? Das kannste höchstens vermuten, nie wissen. Und dann fühlt es sich eben für mich eher so an, dass da jemand ein Geschmacksurteil abgibt, weil ihm die konkreten Filme nicht gefallen.

          Ich glaube das ist mein Problem mit dem Begriff.

          • Familienpapa

            Ich denke, wir haben da unterschiedliche Ansichten. Anstatt in jeder Kritik erneut die Abziehbild-Figuren, den Betroffenheitskitsch und die unreflektierte Haltung gegenüber gewissen Themen von Wettbewerbsfilmen anzuprangern, fasst man diese Beurteilungen einfach unter dem Schlagwort Oscar-Baiting zusammen. Die Störfaktoren sind dabei ja meistens so abwechslungsarm wie die Mechanismen der Filme selbst.
            Dass ein Film dabei einzig und allein für Auszeichnungen entstand, ist ein Extremfall, den auch niemand meint. Es langen da schon gewisse Buckeleien und Anbiederungen. Ob und welche Intentionen da drin stecken, lässt sich als Rezipient natürlich nur gefühlsmäßig erspähen, aber mehr geht nicht und mehr muss auch nicht gehen, um einen Film zu kritisieren. Ich denke, wenn man sich da nicht von blindem und kategorischem Ausschließen leiten lässt, ist man schon in der Lage, mit ziemlicher Präzision gewisse Intentionen heraus zu spüren. Ansonsten: Vielleicht wollte Veit Harlan mit ‘Jud Süß’ einen Film gegen den Holocaust machen, wurde und wird aber nur fürchterlich missverstanden? Vielleicht ist Hacksaw Ridge Bibelkritik? ;-)

            Abgesehen davon ist eine Kritik doch nie etwas anderes als ein Geschmacksurteil. Woran du dich da reibst, sehe ich nicht.

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Ich glaub, ich reibe mich an der Formulierung eben dieses Geschmacksurteils. Anstatt zu sagen was man meint (“Der Film ist scheiße”) überhöht man seine Kritik auf etwas abstraktes (“Der Film ist Oscar-Baiting”).

            Oder anders gesagt: “Oscar-Baiting” kann ja vielleicht auch eine eigene Qualität sein, die einem zwar nicht gefällt, aber doch vorhanden ist. Und auf diese Ebene kann kein Diskurs geholt werden, wenn eine Seite darin schon ein Problem sieht.

            Für mich ist der Begriff eine Drive-By-Kritik aus der Hüfte geschossen, die den Kern eines Filmes angreifen und diskreditieren soll, in meinen Augen aber viel mehr etwas über den Kritiker als das Werk aussagt. Und in meinen Augen eben nichts Gutes.

            Kurzum: Für mich ist der Begriff ähnlich leer wie “Kult-Film” oder “Klassiker”…*schulternzuck*

  • http://nightcrow.de/ Night Talker

    Hammer was ihr da rausgehauen habt. Ich konnte erst die ersten 20 Minuten hören, aber finde es schon jetzt topp. Auch dass ihr euch die 4 Stunden um die Ohren gehauen habt nur für die Hörer. Krass.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke!

      So langsam komme ich wieder zurück in die Realität, vor allem Schlaf-technisch. Der ganze Abend hat mir auch richtig Spaß gemacht und ich bin mit allem sehr zufrieden. Aber seit langem hatte ich keine so große Distanz zum fertigen Podcast. Ich weiß fast gar keine Diskussionspunkte mehr und kann auch überhaupt nicht einschätzen, ob das Ergebnis als einzelner Podcast überhaupt funktioniert oder gar unterhält / zum Nachdenken anregt. Wirklich, kein Plan!

      Was sich aber auch wiederum mal ganz gut anfühlt. Selbst wenn das Ergebnis unhörbarer Blödsinn ist, die Aktion selbst hat großen Spaß gemacht und wird hoffentlich im nächsten Jahr wiederholt (don’t tell Hardy yet!).

  • TheMiddlist

    Die zweiten 1:30h des podcasts sind geschafft und ich habe direkt vor “Oscarbaiting” aufgehört, da bin ich mal gespannt. Ich finde Oscarbaiting ist ein komplett unsinniges Konzept, weil man im Grunde versucht die Gedanken von anderen Leuten zu lesen, wenn man davon spricht, was einfach nicht geht, aber ich warte mit weiteren Kommentaren ab, bis ich den Rest des Podcasts gehört habe.
    Ich fand es schade, dass Jackie bei den Oscars nicht so viel vorkam, ich fand den unglaublich gut.Aus meiner-nichtamerikanischen Perspektive ist es nur generell etwas seltsam, wie sehr US-Präsidenten überhöht werden. Jemand vergleicht Kennedy in diesem Film mit König Arthus und das geht mir dann doch etwas zu weit (der Film hat diese Haltung allerdings glaube ich nicht). Jackie spricht unglaublich seltsam, aber die echte Jackie spricht aus heutiger Sicht soweit ich weiß auch für heutige US-Amerikaner ziemlich seltsam. Natalie Portman sieht auch irgendwie nicht wie sie aus, aber das ist ja auch nicht so wichtig. Man gewöhnt sich daran.
    Dann ist mir noch der kurze Ausflug über die Notwendigkeit von Krieg aufgefallen. Ich bin immer wieder überrascht wie sehr selbst die Notwendigkeit des zweiten Weltkriegs in Frage gestellt wird – was hätte England, US und die Sowjetunion sonst machen sollen, hat jemand eine bessere Idee? “Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt”. Irgendwie ist es für mich auch etwas kurz gegriffen zu sagen : “Ich bin mit den Umständen, in der sich diese Person befindet, nicht einverstanden, deshalb kann diese Person kein Held sein”. Ich frage mich auch, ob diese Haltung vor allem daher kommt, weil wir alle wissen wie es seit dem zweiten Weltkrieg für die Amerikaner ausgegangen ist, in anderen Ländern Kriege zu führen und das inzwischen jeder, inklusiver der Amerikaner, komplett satt hat. Würde man bei einem Churchill-Biopic auch sagen “Das ist doch kein Held, er hat Krieg geführt, Kriege sind nicht notwendig? Es gibt immer einen anderen Weg”. Kann ich mir jetzt nicht so vorstellen, geschweige denn bei einem Film, in dem es z.B. um einen Offizier der polnischen Armee 1939 geht (gibt es sowas überhaupt im internationalen Bereich? Das einzige, was ich kenne ist Katyn und da geht es ja um gleichnamiges Massaker) oder jemand aus der Chinesichen Armee. Ich hatte glaube ich schon mal irgendwo geschrieben, dass es mir gefallen hat, wie du (Christian, nicht Hardy) dann widersprichst, das fand ich hier auch wieder sehr gut. Es war sehr vorsichtig und du wolltest auch nichts Falsches sagen, aber irgendwie versuchts du immer, noch tiefer nachzudenken und das freut mich immer. Ich bin sehr gespannt auf den Oscarbaitingteil.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für das Kompliment :)

  • TheMiddlist

    Und ich habe den ganzen Podcast gehört :O Zum Oscarbaiting. Ja es ist als Kritik ziemlich faul es ist außerdem eben immer komplett unklar ob man damit überhaupt recht hat. Woher will man denn so genau wissen, was die Filmemacher mit dem Film erreichen wollten? Und selbst wenn man jetzt 100% weiß, dass es allen Involvierten um nichts ging außer darum möglichst viele Oscars abzuräumen – das macht einen Film nicht schlecht und wenn alle Involvierte total filmbesessen sind und für nichts und von nichts außer ihrer Kunst leben, wird der Film davon auch nicht notwendigerweise gut – zumal beide Extreme in Reinform vermutlich nie vorkommen.
    Ansonsten hat es unglaublich viel Spaß gemacht den Podcast zu hören, mit dem Wissen, dass am Ende noch ein “Twist” kommt und ich war drei lange Spaziergänge gut unterhalten und informiert.