Second Unit #195 – Harry Potter und der Stein der Weisen

Wir haben Post! Aus Hogwarts! Mit Harry Potter und der Stein der Weisen (Amazon-Link*) schnappe ich mir Daniel vom Spätfilm und reise in die Zauberwelt von J.K. Rowling. Send some help! 

Nachdem die Episode zu Godzilla und The Hunger Games so gut funktionierten, habe ich mir auch in dieser Ausgabe einen Experten ans Mikrofon geholt, der mir das Phänomen Harry Potter genauer erklären kann. Wir starten logischerweise mit dem ersten Film und bewegen uns in Zukunft Stück für Stück durch die Reihe. Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht, aber die Absicht steht! Daniels Perspektive (Ha!) interessiert mich ganz besonders, weil er sich mit seiner Tochter Stück für Stück durch die Bücher und Filme arbeitet. In seinem Blog berichtet er stets drüber, hier geht es zum ersten Eintrag.

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Der Film stammt zwar aus den Feder von J.K. Rowling bzw. Steve Kloves, doch die Regie von Chris Columbus ist nicht weniger wichtig! Ebenfalls der perfekte Kandidat für seinen Posten dürfte John Williams darstellen. Womit wir auch schon beim Casting wären. “Perfekt” ist auch da angebracht. Daniel Radcliff als Harry Potter, Emma Watson als Hermione Granger und Rupert Grint als Ron Weasley passen perfekt zu ihren Rollen. Klar, als Kind ist das mit dem Schauspiel auch immer so eine Sache, aber die Besetzung ist trotzdem gelungen. Ebenso bei den beiden Gegenspielern in diesem Film: Alan Rickman als Severus Snape und Tom Felton als Draco Malfoy. Großartig! Richard Harris als Professor Albus Dumbledore, Maggie Smith als Professor Minerva McGonagall und Robbie Coltrane als Rubeus Hagrid runden als “weise Erwachsene” den Hauptcast ab.

Unsere ausführliche Diskussion schlägt so einige Bahnen ein. Zum einen lasse ich mir von Daniel die Faszination und Qualitäten der Bücher erklären. Dabei sehe ich natürlich auch den unglaublichen Ideenreichtum und die liebevolle Zauberwelt, die Rowling da entwirft. Zum anderen gehen wir aber auch auf die Motive ein, konkret auf die Rolle von Vorbestimmungen und Harrys Rolle als “Auserwählter”. Zum Schluss stelle ich einige Fragen zur weiteren Serie in den Raum.

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[Teaser-Bild: cc by 2.0 Char]

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  • SecondUnitTamino

    Erstmal eins vorweg: Wann bekommt eure Tochter den ersten Schwarzenegger gezeigt? Ich hoffe bald, sonst wende ich mich ans Jugendamt ;-)

    Also Freunde, ich fühle mich als absoluter Harry Potter Nerd der ersten Schule natürlich genötigt, hier exzessiv mit einzusteigen. Mein Erstkontakt mit der Reihe war, soweit ich mich erinnere, ungefähr zu dem Zeitpunkt, als das dritte Buch herauskam. Ich habe als Kind quasi nichts gelesen und war daher erstmal sehr skeptisch, als ich das Buch geschenkt bekam, konnte aber nach dem ersten Teil von Harry Potter nicht genug bekommen. Ich habe die Bücher (bis auf das letzte) alle mindestens zweimal oder weitaus öfter gelesen und als Hörbuch teilweise sogar bis in den zweistelligen Bereich (!) angehört. Ich würde also behaupten, dass ich mich recht gut in der Materie auskenne.

    Man muss zunächst erstmal festhalten – und das sage ich als großer Fan der Reihe – dass wir es hier nicht mit großartiger Literatur im Sinne von Schreibkunst zu tun haben. Das was Harry Potter auszeichnet sind 1. die Welt mit all ihren humoristischen kleinen Elementen und 2. die Geschichte, die sich im Laufe der Reihe wirklich spannend entwickelt und viele großartige Ideen zu bieten hat. Die Figuren sind größtenteils sehr eindimensional, aber gleichzeitig meist sehr charmant und einprägsam. Es geht bei diesen Büchern eigentlich nur um den Inhalt und nicht um die Form, denn diese ist großzügig formuliert bestenfalls mittelmäßig.

    Von den sieben Büchern gefällt mir persönlich das vierte am besten und das fünfte ist einzige aus der Reihe, mit dem ich einige sehr große Probleme habe (weil manche zentrale Plot-Elemente einfach überhaupt keinen Sinn ergeben. Der gesamte Konflikt des Buches hätte z. B. durch EIN EINZIGES GESPRÄCH verhindert werden können^^). Die anderen fünf sind alle sehr gut bis großartig, aber das vierte haut mich wirklich jedes Mal wieder aus den Socken. Viele mögen ja das dritte am liebsten, aber ich tue mich schwer, es kompromisslos zu loben, da mir der letzte Akt mit der abstrusen Zeitreise wirklich überhaupt nicht gefällt und ich mir jedes Mal wünsche, dass dieses Element nicht Einzug ins Harry Potter Universum gehalten hätte. Den Rest des Buches finde ich auch echt toll, aber insgesamt war mein Favorit schon immer klar das vierte.

    Was die Filme angeht, kann ich mich allerdings bei weitem nicht so positiv äußern. Ich habe die Filme soweit ich mich erinnere auch alle nur einmal gesehen, weil sie mir größtenteils einfach nicht gefallen haben. Was die Filme allerdings UNGLAUBLICH toll schaffen, ist, die Welt aus den Büchern zu visualisieren. Hogwarts sieht einfach großartig aus und auch fast alle Haupt- und Nebenfiguren sind großartig besetzt – mit einer “relativ” wichtigen Ausnahme: Harry Potter selbst. Daniel Radcliffe sieht NICHT IM MINDESTEN so aus oder wirkt so sympathisch, herzensgut und liebenswert wie man sich Harry in den Büchern vorgestellt hat. Spätestens wenn sich besagter junger Herr in die Pubertät aufmacht, ist er für mich kaum noch zu ertragen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich die ersten drei Filme noch ganz nett fand, aber ab dann wenig bis gar nichts mit ihnen anfangen konnte.

    Und lieber Daniel, ich erkenne dir hiermit den Harry Potter Fan-Status ab (Ich habe die Autorität dazu!). Die grünen Augen sind nämlich ein sehr, SEHR wichtiges Merkmal Harrys. Wie du ja weißt wird Harry im Laufe der Reihe immer und immer wieder mit seinem Vater verglichen, weil fast alles an ihm so aussieht wie jener. Bis auf die Augen. Diese hat er von seiner Mutter. Wie du in BLADE RUNNER gelernt hast, sind Augen der Spiegel zur Seele und damit wird uns gezeigt, dass Harry von seinem Wesen her nämlich viel eher seiner Mutter ähnelt. Ich halte das für eine sehr schöne Metapher und daher kann ich nicht einfach sagen: Augenfarbe whatever. Das mit den Haaren ist inhaltlich sicherlich weniger wichtig, aber ich verstehe dennoch nicht, warum man eine Figur, von der im Buch immer und immer wieder gesagt wird, dass ihr Haar quasi nicht zu bändigen ist, im Film den glattesten, gepflegtesten Haarschnitt hat. Klar, das macht jetzt den Film nicht kaputt, aber dennoch: was soll das?

    Was Ron und Hermine angeht, bin ich allerdings voll bei euch. Rupert Grint passt echt perfekt in die Rolle und Emma Watson ist höchstens zu hübsch für die Figur, aber darüber beschwere ich mich nicht.

    OK, Daniel, mit der Dumbledore-Aussage ist der Fanstatus leider endgültig weg. Sorryyyyy! Wie kann man nur den zweiten Dumbledore besser finden? Das habe ich echt noch nie gehört. Dumbledore strahlt in den Büchern vor allem eins aus: Wärme. Und im vierten Film? “HAST DU DEINEN NAMEN IN DEN FEUERKELCH GEWORFEN?!”, während er manisch an Harry herumrüttelt. Eine Unverschämtheit, nichts anderes. Richard Harris hat die Figur viel besser eingefangen als Michael Gambon, was aber natürlich auch am Skript bzw. der Regie gelegen haben kann.

    Bei den Aussagen in Bezug auf High- und Low-Fantasy kann ich leider nicht mitgehen. Den WARCRAFT-Film werde ich mir sicherlich auch nicht anschauen, aber nicht einfach, weil er High-Fantasy ist. Man muss nicht jede Fantasy-Welt in der unseren fußen lassen. Man kann auch wie Tolkien eine aus dem Nichts schaffen, wenn – und das sind die einzig wichtigen Faktoren – man 1. die neu erschaffene Welt und ihre Regeln versteht und 2. sich mit ihren Wesen, egal wie fremdartig sie auch aussehen mögen, identifizieren und ihre Handlungen nachvollziehen kann. Der Bezug des Zuschauers bzw. Lesers zur Welt ist der entscheidende. In LotR geht es um genau so menschliche Konflikte wie in HP. Die Hobbits müssen nicht in King’s Cross nach Mordor aufbrechen, damit wir einen Bezug zu ihnen haben. Dieser Bezug wird auf einer völlig anderen Ebene hergestellt und hat nichts mit dem Unterschied von High- und Low-Fantasy zu tun.

    Christians Ausführungen zu Spider-Man und dem Vorherbestimmt-sein verstehe ich nicht so ganz. Kann ich mich nur in eine Figur hineinversetzen, wenn ich genau so bin wie sie? Wo ist der Unterschied, ob ich mir vorstelle, zufällig von einer radioaktiven Spinne gebissen werde oder einfach so erfahre, dass ich zu irgendetwas auserwählt bin? In beiden Szenarien muss ich mich doch in gleicher Weise behaupten, weil eine neue Situation auf mich einströmt. Und so wie du es bei MATRIX lobst, ist es doch meistens gerade das Verhältnis einer Figur zu ihrer Rolle, bei Harry Potter oder Superman genau so, die dieses Szenario durchaus ergiebig macht. In welcher Geschichte ist es denn so, das jemand erfährt, er sei zu irgendetwas vorherbestimmt und damit sind alle Probleme beseitigt?

    Insgesamt würde ich sagen, dass die ersten drei Filme noch ganz gut den Spirit der Bücher einfangen, auch wenn vieles gehetzt wirkt oder Schwerpunkte falsch gesetzt wurden. Der vierte Film ist dann einfach nur eine UNVERSCHÄMTHEIT. Den besten Plot der Reihe aufs mieseste zu verhackstücken bis zum einem Grade, dass er wirklich quasi nichts mehr mit dem aus dem Buch zu tun hat, kann ich einfach nicht verkraften. Außerdem fing es im vierten Teil an, dass die Reihe viel zu sehr Teenie-Liebes-Kitsch wurde, was in den Büchern zwar auch ein Element ist, aber in den Filmen im Verhältnis einen viel zu großen Stellenwert bekommt. Im vierten Film wurde z. B. das Quidditch-Finale gestrichen, damit der verhältnismäßig belanglose Weihnachstball in all seiner Pracht gezeigt werden konnte. Ab dem Punkt hat man mich zum Teil als Zuschauer verloren. Die Filme wurden zwar wieder weniger schlecht, aber nach den ersten drei konnte mich keiner mehr als ganzer zufriedenstellen. Der Look war immer noch top, aber Radcliffe ging mir immer mehr auf die Nerven und die völlig falschen inhaltlichen Schwerpunkt und vielen sehr dümmlichen Szenen haben mich einfach raus geworfen. Aber wie gesagt, ich habe die Filme alle nur einmal gesehen und das ist bei den älteren natürlich auch schon eine Weile her. Vielleicht bin ich im Laufe der Zeit auch einfach anspruchsvoller geworden und die Filme haben keine so große Qualitätskluft wie es in meiner Erinnerung der Fall ist. An meine Wut nach der Sichtung des vierten Teils kann ich mich aber noch lebhaft erinnern.

    PS: Daniel, deine so wundervollen, begeisterten Ausführungen zur Helden-Thematik in der Harry Potter-Reihe und deine leidenschaftlichen Nörgeleien an Plot-Holes und dem “Dumbledore-Problem” haben mich deinen Harry Potter-Fanstatus wieder herstellen lassen. Du bist also rehabilitiert. Das war knapp!

    • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

      Ahahahalso!!!!! Da kann ich einiges NATÜRLICH nicht so stehen lassen. ;) Zu Arni: Welchen empfiehlst du als Initiation?

      Dann aber NICHT!? GROSSARTIGE?! LITERATUR?!?! Und du willst mir den Fan-Status aberkennen?^^ Was die Schreibkunst anbelangt, ist es vielleicht kein Goethe oder Shakespeare, aber zumindest hat meine persönliche Literaturwissenschaftlerin die Bücher verschlungen. Allzu oft zeige ich Paula ein Buch, das ich toll finde, und muss mir dann ausführlich anhören, warum das schlecht geschrieben ist. Tolkien hat sie zum Beispiel im ersten Band abgebrochen und ich musste den Vergleich Buch-Film erst als Podcast-Projekt tarnen, damit sie sich noch einmal damit auseinandersetzen wollte. ;)

      Was ich großartig finde und mit zur großen Literatur zähle, sind die angesprochenen unglaublich vielen epischen Vorausdeutungen, Wendungen und Chekovs Guns. Gerade darin ist der fünfte Teil toll, in dem Dumbledore zum Beispiel an einer Stelle “im Wesen gespalten” vor sich hin murmelt, Harry glaubt, dass sich das auf seinen vermeintlichen Wahnsinn bezieht, wir aber später natürlich lernen, dass das, genau wie das Medaillon, das sie beim Putzen finden, die Horkruxe anteasert. Auch die Auflösung von Band 5 ist toll, weil du glaubst, endlich die Verbindung zwischen Harry und Voldi zu verstehen und dann knallt Rowling dir die Auflösung in Band 7 vor den Latz, die mich damals einfach umgehauen hat. Dein Problem mit dem Plottloch aus Band 5 regt mich allerdings auch jedesmal auf: Mit dummen Protagonisten, die Dummes tun, kann ich nicht mitfiebern …

      Über deinen Einwand gegen die Protagonisten muss ich erst noch einmal nachdenken. Dadurch dass wir Harrys Innensicht teilen, hat er zumindest soviel Tiefe, dass es manchmal schon nervt. ;) Allerdings gibt es ziemlich viele Comic Releafs, die naturgemäß oberflächlich bleiben. Wie gesagt: Werde ich im Auge behalten.

      Die Antwort auf die Frage, was das beste Buch ist, kann NATÜRLCH nur Band 6 lauten!!! Endlich ist Voldi nicht mehr nur mysteriös böse sondern bekommt eine plausible Backstory. Band vier hingegen? Ehrlich? Du regst dich über das Plottloch aus Band 5 auf aber nicht über den bekloppten Plan von Voldi in Teil 4? Dass Harry und er am Ende zusammentreffen ist so unglaublich unwahrscheinlich. Der Plan in 5 ist trotz Plottloch da viel ausgefeilter. Und warum bringt “Moody” Harry in 4 bei, sich gegen den Cruxiatus zu wehren? Das hat mich beides sehr gestört.

      Ich möchte betonen, dass ich NICHT gesagt habe, dass es egal ist, ob Harry die Augen seiner Mutter hat. Das währe schierer Wahnsinn!!!^^ Ich habe gesagt, dass es egal ist, ob diese Augen grün oder blau sind! Die Haare wiederum sind mir absolut egal. Übrigens, noch ein Funfact, den ich vergessen hatte: Sie wollten Emma Watson die berühmten Hasenzähne verpassen, aber chie hat mit dem Gebich cho genuschelt, dach man chie nicht mehr verchtehen konnte!^^

      Da du die Filme nur einmal gesehen hast, kannst dun bei der Dumbledore-Frage eh nicht mitreden. :-p Ich glaube, ich sagte, dass Gambon seine Probleme hat. Aber was dein Feuerkelch-Moment ist, ist bei mir eben das zitierte: “Love, Harry! Love!” Ich habe an allen Büchern den Moment geliebt, wenn das Abenteuer vorbei ist und Dumbledore Harry und uns erklärt, what the actual fuck just happened! Und dass sie die Erklärung, dass Harrys Mutter sich für ihn geopfert hat und warum Voldi das nicht voraussehen konnte, auf so einen Poesiealbumsspruch verkürzt haben, regt mich auf! Fairerweise muss man sagen dass deine und meine Kritik wieder eher dem Drehbuch zuzuschreiben sind. Aber Harris ist für mich einfach zu sehr der herzensgute Onkel und schafft es nicht rüberzubringen, wie unglaublich mächtig dieser Zauberer ist. Da hat Gambon einfach mehr Leinwandpräsenz. Insgesamt bleibt es aber eine Schwäche, dass sie für den Mentor kein Kaliber wie Alec Guiness oder Ian McKellen gefunden haben …

      Die Grenze von Bodenständigkeit und verlorener Bodenhaftung verläuft bei mir nicht parallel zu jener zwischen low und high Fantasy. Eine Geschichte in unserer Welt anzusiedeln, kann helfen. Aber ist nicht das einzige. Ich sagte ja schon, dass bei LotRi ganz wichtig ist, dass wir zusammen mit den Hobbits diese Welt entdecken. Und trotz meiner Kritik war Tolkien auch sehr schlau, Gandalf mit einem Schwert auszustatten. Denn der Kampf eins gegen eins ist einfach packender als wenn ein Zauberer bunte Strahlen abschießt. Eine Reihe, die ich in Bezug auf “Große Geschichten” hoffnungsvoll betrachte ist “Der Name des Windes”, die gerade erst von Patrick Rothfuss geschrieben wird (1. Teil großartig, 2. Teil deutlich schwächer, das gerade erschienene Spin-Off habe ich noch nicht gelesen). Der geht wieder einen anderen Weg, um das Magie-Problem zu lösen: Er beschreibt sehr ausführlich, wie Magie in seiner Welt funktioniert, warum sie anstrengend ist und was schief gehen kann. Und damit liefert er das von Christian und dir eingeforderte Regel-Set. Das meine ich mit Bodenhaftung. Es darf einfach nicht immer alles möglich sein.

      Bei der Verfilmung von Teil vier gebe ich dir vollkommen recht, auch wenn ich den Teenie-Liebes-Kitch seeeeehr mag. Ich bin eben kein seelenloser Stahlbolzen, so wie du. :-P Die Brillanz des Weihnachtsballs erkläre ich dir, wenn es soweit ist. ^^ Das mit dem Quidditch-Finale erinnerst du allerdings falsch. Das ist im Film. Allerdings so unglaublich schlecht adaptiert, dass du es als Trauma wahrscheinlich verdrängt hast.

      Zum Glück habe ich den Fan-Status zurück. Heißt das, ich darf zu Teil 2 wiederkommen?

      • SecondUnitTamino

        Du darfst GERADE SO nochmal wiederkommen!

        Also meine Mutter hat mir ja damals CONAN zuerst gezeigt. Wenn das nicht passiert wäre, hätte meine Kindheit natürlich völlig anders ausgesehen.

        Es gibt leider in allen Büchern so einige inhaltliche Ungereimtheiten, davon ist der vierte natürlich auch nicht befreit. Vielleicht stand der Cruciatus-Fluch einfach im Lehrplan? Es hätte wohl nicht zur Rolle des Moody gepasst, wenn dieser sich geweigert hätte, ihn zu unterrichten. Das stört mich jetzt nicht sonderlich, aber die Sache mit Poldis, ähm, Voldis Plan stimmt natürlich schon. Aber die ganzen coolen Ideen rund um Todesser, Denkarium, alkoholabhängigen Hauselfen etc. find ich einfach geil. Das was du am sechsten lobst, finde ich auch richtig toll. Die Szenen, in denen es um Voldis Vergangenheit geht, habe ich damals regelrecht verschlungen. Auch Slughorn ist eine der geilsten Figuren der Reihe. Am sechsten nervt mich allerdings ein bisschen das Teenie-Liebes-Gezicke, weswegen er mich nicht durchweg überzeugt hat. Im sechsten Film war es der größte WTF-Moment meines Lebens, als Dumbli Harry fragt, ob er den was mit Hermine am Start hätte. Harry hätte nur noch antworten müssen: Aber klar Professor, die Kleine habe ich richtig im Griff. Wollen sie mal zuschauen?”

        Ich glaube ich halte die “Lieber Onkel”-Seite von Dumbledore für die präsentere. Meistens gibt er sich ja genau so. Dass er gleichzeitig der absolute Mega-Wizard ist, ist ja gerade der Witz dabei. Ich fand Harris auch nicht perfekt in der Rolle, nur besser als Gambon.

        Ich habe übrigens gestern Abend nach dem Genuss der Sendung nochmal Film 1 eingeschoben und ich teile deine Meinung zum Film ziemlich genau. Es ist ein netter Kinderfilm, aber kein wirklich guter Film. Es ist auch echt bemerkenswert, wie gehetzt sich ein 150 Minuten Film anfühlen kann, wenn man das Quellmaterial in- und auswendig kennt. Und alter, wie mies das Quidditch-Spiel gealtert ist, ist wirklich krank. Wie halt echt JEDER Shot offensichtlich vor nem billigen Greenscreen statfindet. Ebenfalls fand ich die Benutzung der Musik ziemlich aufrdinglich. Ich hatte das Gefühl, dass eigentlich PERMANENT irgendeine Zaubermucke im Hintergrund dudelt. Völlig Sidney Lumet-Style, oder so ähnlich… Insgesamt würde ich sagen – Achtung – dass dem Film etwas die MAGIE des Buches fehlt (Get it? Wenn nicht, erkläre ich es nochmal). Es passieren zwar formal die meisten Dinge aus dem Buch auf recht ähnliche Weise, aber gleichzeitig beeindrucken sie mich bei weitem nicht so sehr. Vermutlich ist es einfach die Mischung aus gerushtem Erzählen, holprig actenden Darstellern und sehr schlecht gealtertem CGI.

        • Gormenghast

          Sidney Lumet-Style soll zu permanenter Musikeinsatz sein?
          DIE ZWÖLF GESCHWORENEN kommen außer dem Vor- und Abspann KOMPLETT ohne Musik daher.

          • SecondUnitTamino
          • Gormenghast

            BOOOOOOOH,
            dann bin ich ja beruhigt.
            Obwohl ich den Witz nicht kapiere…hat Mr. Lumet immer wenig Musik am Start? Oder viel? Oder nervige Scores?

          • SecondUnitTamino

            Ich wollte halt den unsinnigsten Vergleich ever wählen. Lumet ist bekannt dafür, dass er oft wenig bis gar keine Musik benutzt. In DOG DAY AFTERNOON ist z. B. auch 0,0% Musik drin.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          I don’t get it… ;-P

          • SecondUnitTamino

            Aaaaaalso…

    • http://vadders-blog.de Vadder

      Jetzt hast du tatsächlich schon viele Punkte angesprochen die mir auch gerade auf der Zunge (oder auf der Tastatur) lagen. Insbesondere möchte ich mich anschliessen, dass der 4. Film eine absolute Frechheit war, aus den selben Gründen die du schon ausgeführt hast. Aber dazu kommen wir ja sicher auch im Podcast noch.

      Ich kann allerdings mit der Besetzung Harrys besser leben als mit der von Hermione. Warum zum Teufel hat man da ein dermassen hübsches Mädchen gecastet? Gut man konnte nicht ahnen das sie dermassen gut altert und als junge Erwachsene noch schöner wird. Das hat mich rausgebracht.

      Aber ansonsten in weiten Teilen voll Zustimmung und dem Post Scriptum schliesse ich mich vollumfänglich an ;)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Wow, hier geht es ja schon mal gut ab! Sehr schön :D

      Zu deiner Frage Tamino: Ja, ist ein bisschen schwer in Worte zu fassen, was ich meine. Mich stört bei diesen Vorbestimmungen immer wieder, dass es die Entscheidungsfreiheit des Helden einschränkt. Superman ist doch gerade so ein toller Held, weil er in jeder Sekunde der mächtigste Bösewicht aller Zeiten sein könnte, sich aber ganz bewusst für das Gute entscheidet! Oder Bruce Wayne sich dazu entscheidet eben nicht durch sein Trauma einzugehen, sondern es als Batman in etwas Positives umzuwandeln! Das finde ich alles viel reizvoller, als eine Prophezeiung die da sagt: Yo, Bruce! Lehn dich zurück, lass mal ein bisschen Zeit vergehen denn bald bist du Batman!

      Oder, anders und im Vorgriff (Rückgriff für uns :D) auf unsere Anime-Diskussion: Es geht mir um das menschliche Potential! Wenn Peter Parker zufällig zum Spider-Man wird, dann geht es in der Geschichte genau um dieses Potential! Wenn wir aber gesagt bekommen, dass da Mächte um ihn herum schon die ganze Zeit dafür gesorgt haben, dass ausgerechnet er Spider-Man wird, dann ist das für mich wie eine Ablehnung des menschlichen Potentials.

      Ich bin gespannt, wie sich das hier bei Harry Potter entwickeln wird. Daniel hat das ja schon angedeutet. Aber mit dem reinen Wissen des ersten Films (!) stehe ich nun da und sage: Harry Potter ist bisher eine super langweilige Figur. Mir wird gesagt, dass er (ER!) der Auserwählte ist, der eines Tages Voldemort stoppen wird. Nein, er ist sogar der einzige, der ihn stoppen kann! Damit ist sämtliche “Spannung” raus für mich, weil Harry jetzt keine Entscheidungsfreiheit mehr hat.

      Wie gesagt, das ist alles nur mit dem Wissen aus dem ersten Film! Ich wünsche mir ja nichts mehr, als dass mich Rowling überrascht und die Heldenreise von Harry noch einige schöne Wendungen nimmt ;-)

  • http://roempke.me/ Niklas

    Sehr geiles Projekt mit der Tochter. Ich freu mich schon sooo sehr, wenn mein Sohn (8,5 Monate) irgendwann die Bücher entdeckt. Und vor allem wie die dann so auf mich wirken. Ich kenne die als Hörbuch eigentlich komplett auswendig.

  • Gormenghast

    Was erlaube Christian???
    Macht er doch aus einem meiner Lieblingsschauspieler, Robbie Coltrane, benannt nach dem Jazzmusiker John Coltrane, einen dubiosen “Robbie Coltraneals “…ob da Niels von der CineCouch seine Finger im Spiel hatte???
    Oder wurde aus “Robbie Coltrane als Hagrid” ein RobbieColtranealsHagrid???

    Egal, auf jeden Fall eine gute Gelegenheit mal auf seine brilliante britische Krimiserie CRACKER hinzuweisen (unsäglicher deutscher Titel: FÜR ALLE FÄLLE FITZ :( ), die lohnt sich vollkommen.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Sorry :D

    • http://www.privatsprache.de/ Privatsprache

      Die ist wirklich toll.

  • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

    Genau wie bei ’50 Shades of Grey’ sowie ‘Die Tribute von Panem – The Hunger Games’ habe ich in diese Podcast-Folge reingehört ohne den Film zu kennen, geschweige denn die Bücher. Es war sehr interessant zu hören, was Leute so an dem Mythos spannend finden. Aber einen Kritikpunkt möchte ich dennoch anbringen: Im Gegensatz zu den beiden anderen Podcast-Folgen war es manchmal ziemlich schwierig, mitzuhalten. Einige Aspekte der Diskussion gingen zu sehr ins Spezielle – ein paar Sätze zum Kontext hätten vielleicht gereicht. Ich weiß, Daniel ist da voll in der Materie (und kann sich bestimmt schlecht in meine Lage versetzen) – aber vielleicht könntet ihr das ein wenig für die nächste Folge dieser Reihe im Hinterkopf behalten.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Was? Ich bin doch nicht der letzte Mensch auf dieser Welt, der keine Ahnung von Harry Potter hat? Ha! :D

      Aber im Ernst: Danke für das Feedback! Interessant, dass es mehr Kontext bei den anderen erwähnten Episoden gab. Was genau meinst du denn mit Kontext? Ich stelle mir nämlich immer eine gewisse Vorkenntnis beim unserem Publikum vor, also zumindest bei solchen großen Namen wie Harry Potter. Wie genau könnten wir da denn noch einladener vorgehen? :)

      • http://mateschrank.wordpress.com/ Dave vom Mateschrank

        Ach, es gibt eine ganze Welt von Menschen, die diesen Film nicht kennen. Ich kann dich da gerne einführen :P

        Naja, entweder ihr habt bei dieser Folge über die Metaebene gesprochen (sehr gut) oder über ziemlich detailliertes Kleinklein. Aber über den eigentlichen Plot wiederum so gut wie gar nicht. Trotz dieser fast zweieinhalb Stunden Podcast kann ich, glaube ich, nicht zusammenfassen, was die eigentliche Handlung des Films ist. Bei den anderen Folgen hattet ihr das mehr kontextualisiert und ich wusste bei dem Kleinklein ziemlich genau, worum es geht.

        Habt ihr eigentlich den Plot in wenigen Sätzen zusammengefasst? Ich kann mich spontan nicht erinnern.

  • cule0809

    Ich melde mich auch einmal wieder.

    Ich mag diese Buchreihe sehr gern und bis auf ein paar Ausnahmen auch die Filme. Manche Filme wirken eher wie GZSZ mit Magie dafür sind andere sehr gut umgesetzt. Der Vergleich Buch und Film, den ziehe ich kaum da es zwei verschiedene Medien sind.

    Ich selbst mag den dritten Film, der Gefangene von Askaban, am liebsten. Interessant ist auch, wie sich Bücher und Filme von einem Kinderprodukt immer mehr reifen. Wenn man den ersten Film anguckt und direkt danach den letzten, dazwischen sind wirklich Welten.

    Ich freue mich schon auf die weiteren Beobachtungen :)

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Welcome back :D

      Ich bin echt super überrascht, wie gut und breit diese Filme und unser Podcast ankommen. Harry Potter ist viel größer, als ich immer dachte :D

  • Björn

    Hallo, ich habe gerade mit großem Vergnügen diesen Podcast (zu Ende) gehört. Daniel, du suchst große Geschichten: Durch einen glücklichen Zufall bin ich einst über die Fantasy-Buchreihe “Die Vergessenen Reiche” (1. Band “Himmelsstürmer”) von Margaret Weis und Tracy Hickman gestolpert. Diese sieben Bücher kann ich extrem empfehlen. Jeder, dem ich das bislang geliehen hatte, war begeistert!

  • Sonja Bethke-Jehle

    Toller Podcast! Ihr beschränkt euch nicht auf die Zusammenfassung des Filmes, sondern diskutiert über den Plot, die Darsteller und die Bücher. Vielen Dank dafür! Ihr habt mir die Autofahrt versüßt. Ich freue mich auf die weiteren Harry Potter Podcasts und werde auch in die anderen reinhören :D

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke und Herzlich Willkommen hier bei uns in der Second Unit. So reden wir hier eigentlich immer über Filme: Ausführlich und tief. Freut mich, dass dir das gefällt :)