Second Unit #161 (Star Wars – Episode II: Attack of the Clones)

Und weiter geht es in unserer selbstzerstörerischen Aktion! Wir sind immer noch bei den Star Wars Prequels, dieses Mal aber bei Episode II: Attack of the Clones (Amazon-Link*). Das Leiden geht weiter.

Wir “verköstigen” weiterhin mittelprächtige Zuckerwasser-Saft-Verschnitte und verweisen erneut auf das grandiose Review von Mr. Plinkett.

[YouTube Direktlink]

George Lucas hat auch diesen Film verbockt. Dieses Mal hat er sich aber von Jonathan Hales “Hilfe” geholt.Der vorherige Cast ist fast vollständig wieder dabei. Das sind Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi, Natalie Portman als Padmé und Hayden Christensen als Anakin Skywalker. Weiteres Mitleid geht erneut an Ian McDiarmid als Senator Palpatine, Pernilla August als Shmi Skywalker, Ahmed Best als Jar Jar Binks, Anthony Daniels als C-3PO, Kenny Baker als R2-D2, Frank Oz als Yoda, Samuel L. Jackson als Mace Windu, Jimmy Smits als Senator Bail Organa und Temuera Morrison als Jango Fett.

In dieser Diskussion fallen uns die positiven Dinge weniger leicht auf. Stattdessen stören uns der billige Look, die vielen Plotholes und insgesamt die Dummheit der meisten Charaktere.

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[Download | Länge: 1:31:36 | Größe: 44,5 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: by Nick Royer]

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  • http://www.enoughtalk.de jacker

    Es ist auf eine angenehme Weise erschreckend, wie extrem sich eure und speziell Taminos besondere Rant-Punkte und meine WTFs bei der gestrigen Sichtung decken. Obi-Wan springt aus dem Fenster, überhaupt können Jedis hier hunderte von Metern runter oder hoch springen, wenn die Dramaturgie es braucht werden sie aber wie Fallobst umgenietet, Anakin verursacht EINZIG den unfassbaren Drang ihm Schellen zu geben, aber klar, es wird sich ohne Grund in ihr verliebt, weil ja in EP I ohne Grund schon das Kind so süß war, der ganze Jedi Orden macht überhaupt keinen Sinn, ich habe hier NOCH weniger gerafft as das alles soll, weil nie klar wird was diese Separatisten wollen, und und und…..

    Ohne Ende BULLSHIT. Ep II könnte auch TOTLABERN – THE MOVIE heißen und muss von einem Dummen für Dumme geschrieben sein – -> “Ein vergifteter Pfeil” <- DANKE Obi-Wan, dass du mir das noch genauer erklärt hast, ich wäre nicht drauf gekommen.

    Ein unsagbar mieses Ding, was mir zeitweise zwar irgendwie noch mehr Spaß als EP I macht – wahrscheinlich einfach weil JarJar nicht drin ist – aber wirklich, wirklich mies ist. Hatte echt starke Probleme wach zu bleiben – am Nachmittag um 16 Uhr ;)

  • Gormenghast

    Schön 1:
    Ein wütender Tamino!

    Unschön 1:
    Ein zu leichtes Opfer!
    Das lernt man doch schon in der Grundschule. Auf schwache Gegner tritt man nicht.

    Unschön 2:
    Es gibt wohl noch einen Podcast zum STAR WARS Desaster.

    Schön 2:
    WILCO haben ihr neues Album namens STAR WARS zum freien Download für eine kleine Zeit auf ihrer Homepage zur Verfügung gestellt. Hurra!

  • Spacedude

    Ich bin Euch sehr dankbar für Eure Star Wars Episoden. Endlich verleiht jemand meinem Unwohlsein beim betrachten von Star Wars eine Stimme. Ich glaube, dass Star Wars der Sciencefiction einen großen Schaden zugefügt hat, weil so viele Leute Star Wars mit SF verwechseln. Auf allem möglichen SF-Conventions tummeln sich Stormtroopers und Darth Vaders und die Ernsthaftigkeit, das Faszinosum dieses Genres bleibt völlig auf der Strecke. Wenn ich sage, dass Star Wars kein Sciencefiction ist, setzt das natürlich eine Definition von Sciencefiction voraus. Für mich ist SF ein Genre, in dem mindestens ein technisches/naturwissenschaftliches Element (ein “Novum”) vorhanden ist, das nicht nur als Bühnendeko dient, sondern handlungstragend ist (z.B.: Wenn ich mich mit annähernd Lichtgeschwindigkeit bewege, gibt es relativistische Effekte. Diese Effekte können dann klug in die Handlung eingebaut werden und eine Rolle für die Story spielen). Bei Star Wars gibt es all das nicht. Man könnte die ganze Star Wars Geschichte auch auf Mittelerde spielen lassen, ohne dass die Handlung irgendwo geändert werden müsste. Man hat also einfach klassischen Erzählstoff in den Weltraum verlagert,ohne sich um den Weltraum zu kümmern. Das kann man natürlich machen, aber es ist eben m.E. keine Sciencefiction und mir geht es tierisch auf den Keks, wenn die Star Wars Fanboys/girls und Cosplayer die SF okkupieren.

    Eins würde ich gerne noch direkt zur Episode sagen: Ich denke, das Dilemma von Anakin ist, dass er seine Emotionen unterdrücken muss, gerade weil er so viel Macht hat. Er befreit seine Mutter nicht einfach, sondern tötet gleich das ganze Volk, das sie auf dem Gewissen hat. Er scheitert an dem Übermaß an Selbstbeherrschung, mit denen er seine eigentlich ganz menschlichen Emotionen unterdrücken muss. Er scheitert also am Erwachsenwerden, am Missverhätnis von jugendlicher Kraft und Klugheit. Leider wird das Versagen nicht thematisiert. Schuld daran trägt natürlich der Jedi-Orden mit seinem völlig menschenfremden Weltbild. Dieser Orden hat Anakin in eine Situation gebracht, aus der er sich nur mit Gewalt befreien kann. Im Grunde macht er mit seiner radikalen Abwendung von diesem Orden alles richtig. Zerstöre das, was Dich zerstört.

    • SecondUnitTamino

      Deine Definition von Sci-Fi trifft sicherlich nicht die gängige Deutung, auch wenn ich sie durchaus nachvollziehen kann. Es gilt für gemeinhin ja z. B. auch alles sofort als Sci-Fi, sobald in irgendeiner Weise Aliens in einer Story vorkommen. Die können auch im alten Ägyphten oder wo auch immer auftauchen: Aliens = Sci-Fi. Aber wie würdest du denn z. B. BACK TO THE FUTURE einordnen? Im wörtlichen Sinne ist das ja schon Sci-Fi, da eine Zeitmaschine ein technisches Gerät ist. Aber um Glaubwürdigkeit oder wissenschaftliche Erklärungen bemüht sich der Film ja keineswegs. Und bei STAR WARS gibt’s ja auch technische Errungenschaften wie Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit. Es erscheint mir doch etwas willkürlich, wenn man dann anfängt sich zu überlegen, wie viel Raum genau der technische Aspekt in einer Story einnimmt und dann quantitativ abwägt, ob ein Film noch als Sci-Fi durchgeht oder nicht. INTERSTELLAR z. B. bemüht sich teilweise um wissenschaftliche Authentizität, ist dann aber stellenweise genau so Fantasy wie STAR WARS. Ich finde es daher schwierig, so harte Maßstäbe anzusetzen wie du, obwohl ich auch das Gefühl habe, das im Allgemeinen der Sci-Fi Begriff etwas zu weit gedehnt wird. STAR WARS so zu nennen, macht mir allerdings keine Probleme. Ich wundere mich eher, wenn DONNIE DARKO zum Genre gezählt wird, einfach weil Zeitreisen im Film vorkommen, obwohl diese nicht mal durch eine Maschine erzeugt werden.

      • Spacedude

        Back to the Future würde ich als SF bezeichnen, denn die Zeitreise spielt ja eine zentrale Rolle in der Geschichte. Man kann die Geschichte nicht ohne dieses SF-Element erzählen. Das Thema in eine andere Zeit geworfen zu werden ist ein eigenes Subgenre der SF. Klar, der Delorean ist vielleicht als Zeitmaschine nicht sonderlich glaubwürdig. Das ist aber nicht so wichtig. Man bekommt in der Geschichte trotzdem ein grobes Gefühl dafür, was es für eine Zeitreise mit dem Delorean so braucht, wie er von der User-Seite her funktioniert und worin das Problem von Marty besteht wieder zurück in die Zukunft zu kommen. Darauf kommt es an. Zum Vergleich: Ich muss nicht wissen, wie ein Auto funktioniert, aber ich muss wissen, dass ich Benzin dafür brauche und dass ich bei 100 Sachen aus der Kurve fliege. Es kommt auf dieses Gefühl an zu wissen was geht und was nicht geht. Bei Star Wars kann jederzeit ein neues Kanninchen aus dem Hut gezaubert werden.
        Klar, irgendwie müssen die bei Star Wars mit Überlichtgeschwindigkeit fliegen können, denn sonst könnten sie nicht ratzfatz von einem Planeten zum nächsten wechseln. Die Story würde aber auch funktionieren, wenn die Jedi-Ritter(!) auf einem Pferd von Bruchtal ins Auenland reiten würden. Es wäre kein Unterschied für die Geschichte, oder? Auch das Produktionsdesign versucht nicht einmal uns ein Gefühl dafür zu geben, wie so ein Raumschiff bei Star Wars funktioniert, was für storyrelevante Probleme damit auftreten könnten, geschweige denn, dass man überhaupt im Weltraum ist. Vergleiche das mal mit Battle Star Galactica (der neuen Serie)! Weltraumschlachten ala Star Wars sind gar nicht möglich, weil sich die Schlachtschiffe in der Leere des Raumes gar nicht finden würden und wenn sie sich finden, dann dauert es Monate, bis sie in Schussweite kommen (wie lange war New Horizons zum Pluto unterwegs?). In guter SF, wie zum Beispiel “Der ewige Krieg” (http://www.moviepilot.de/movies/the-forever-war) sollte m.E. der WeltRAUM wirklich eine Rolle spielen. Auch Aliens und Roboter sind bei Star Wars nur Genre-Elemente, wie Revolverhelden und Pferde im Wilden Westen. C3PO ist ein reiner Sidekick, die Fragen und Probleme rund um künstliche Intelligenz (Ex machina) stellt der Film gar nicht.
        Vom handelnden Personal her ist Star Wars natürlich SF, weil er Genre-Klischees bedient, aber als SF-Fan ist mir das zu dünn. Das “Novum”, der “Sense of Wonder” müsste schon auch bedient werden.
        Interstellar ist sicherlich zum Ende hin fantastisch, aber das ist okay, schließlich gehört SF ja zur Fantastik :-) Diese ganzen relativistischen Effekte und die Sache mit der Verschränkung sind in dem Film handlungstragende Elemente. Daher für mich ganz klar SF (ziemlich gute sogar, finde ich :-)).