Second Unit #159 (CineCouch vs. Up)

Hallo zusammen! In dieser Urlaubsvertretungsfolge besprechen Jan, Michi und Niels von der CineCouch die grandiosen Abenteuer des wackeren Mr. Fredricksen und seines liebenswerten Gefährten Russel quer über Amerika. In der zweiten Hälfte schweifen wir ein bisschen UP (Amazon-Link*) und diskutieren über das rein visuelle Erzählen im Film. 

Wenn ihr euch jetzt fragt: „Wer sind denn die drei und überhaupt – CineCouch, hää?“ Dann können wir euch sagen, es gibt sogar ganze fünf von uns. Seit etwa zwei Jahren oder einfacher gesagt, schon ganzen 100 Folgen, produzieren wir wöchentlich Podcasts. Dabei besprechen wir meist einen Film pro Folge oder auch alle zehn Folgen ein spezielles Filmthema. Auf der Couch sitzen abwechselnd mal Jan, Daniel, Niels, Paul und Michi in einer beliebigen Dreierkonstellation zusammen und sind sich dabei nur selten einig. Wenn wir fünf (aktuelle und ehemalige) Filmwissenschaftsstudenten aus Mainz euer Interesse geweckt haben, findet ihr alles Wissenswertes zu uns sowie sämtliche Podcasts auf www.cinecouch.net. Außerdem sind wir auf Facebook, Twitter und iTunes vertreten.

Da wir in unseren Podcasts gänzlich auf Flüssignahrung verzichten, um unschöne Schmatz- und Schlürfgeräusche zu vermeiden, war uns die Getränkeaktion ganz neu. Einigen konnten wir uns natürlich nicht und so hat jeder sein Lieblingsgetränk des Abends herausgeholt. Michi trinkt passend zum fast sommerlichen Abend Schöfferhofer Grapefruit, Niels genießt sein heimatliches Flensburger Pilsener und Jan flößt sich die nötige Energie für die Podcastaufnahme mit einem Red Bull zu. Etwas berauscht, wie wir dann waren, konnten wir uns inhaltlich nicht zurückhalten und packen hier die dicke SPOILER-Warnung aus. Sorry, wir können einfach nicht anders.

[YouTube Direktlink]

UP ist eine Disney/Pixar Produktion von den genialen Köpfen Pete Docter und Bob Peterson, die schon viele Jahre bei Pixar arbeiten und unter anderem für Kracher wie DIE MONSTER AG verantwortlich waren.

Da wir drei generelle Fans vom Hause Pixar und teils auch Disney sind, können wir unsere Begeisterung in der eingehenden Besprechung des Films kaum zurückhalten. Dabei analysieren wir auch kleinste Kleinigkeiten und gehen auf die besonders bemerkenswerten Momente des Films ein. Danach sinnieren wir über die erzählerischen Möglichkeiten, die das Medium Film neben dem Dialog bietet unter dem Motto: „Show, don’t tell!“. Hierbei erwähnen wir einige Listen, Texte usw., die nach einem Klick auf die jeweiligen Links auf euch warten:

Unsere Top 10 der besten Anmationsfilme

Unsere top 10 der besten Filmmusik

Unser Podcast zu WALL-E

Every Frame a Painting: “Edgar Wright – How to Do Visual Comedy”

Ein interessanter Artikel zu Francois Truffauts Buch „Mr. Hitchcock, wie haben sie das gemacht?“ & Dazu ein affiliate Amazon Link*

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

[Download | Länge: 2:09:44 | Größe: 125,8 MB | @CineCouch | Facebook.com/CineCouch | iTunes]

[Teaser-Bild: by Harry Pherson]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für unsere Freunde von der CineCouch ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen der CineCouch-Kaffee-Kasse.

  • MBZ

    Second Unit ist doof. Grüße von der CineCouch.

  • Gormenghast

    HURRAAAAAA !!!!

    Michis freundliches “Hallo” auf Second Unit !!!!
    Die Welt ist ein Dorf :D

  • Gormenghast

    Kein PERSEPOLIS in eurer Animationsfilm Top 10?

    Mögliche Erklärungsversuche:
    1) der landete auf Platz 11
    2) ihr findet den gar schröcklich
    aber meine Lieblingsvariante lautet:
    3) ihr kennt den gar nicht, sonst wäre der ja mit dabei !!!!

    In dem Fall möchte ich einen Hörerwunsch an die CineCouch richten und um eine Besprechung bitten.

  • http://www.enoughtalk.de jacker

    Yeeeehaaaa!
    Schön gemacht ihr Cinecouchler!

    Ich selbst bin dem ganzen ja nicht abgeneigt, aber auch kein wirklicher PIXAR-Fan (und Disney erst recht nicht). Es macht einfach nicht so entscheidend “klick”, dass ich die Filme lieben könnte. Wenn ihr drüber sprecht, ist das aber ein Genuss, weil aus jedem Wort die totale Begeisterung sprudelt und es eröffnet sich mir eine umfassendere Sicht (war bei eurer WALL-E Episode auch schon so) auf den gehalt des Films, denich auf jeden Fall auch anerkenne. Insgesamt fehlen mir aber wohl bei PIXAR/Disney einfach die Kanten. Nett ist das alles. Bin wohl eher Fraktion Ghibli, sofern man diese sinnlosen Vergleiche überhaupt anstrebt ;)

    Demnach fand ich den recht theoretischen Teil des Podcasts gegen Ende sogar noch besser als die konkrete UP Besprechung – mag gern lauschen, wenn Filmwissenschaftler mal in die Tiefe gehen.

    • http://cinecouch.net/ Niels | CineCouch

      Danke und schön, dass es dir gefallen hat! Aber was genau meinst du mit fehlenden Kanten? Wenn es dir um düstere Atmosphäre und bedrohliche Spannung geht, kann ich das nachvollziehen. Pixar richtet sich ja bewusst auch an die ganz Kleinen und geht in diesen Punkten Kompromisse ein. Mich persönlich sprechen die Filme aber durch die verhandelten Themen und die inszenatorischen Stärken auf andere Weise genügend an.

      Und ich bin übrigens nicht Fraktion Ghibli. Da mag ich lieber Animes, die sich direkt an Erwachsene richten, z.B. aus dem Cyberpunk-Subgenre. Aber klar: Geschmäcker und so ;)

      • http://www.enoughtalk.de jacker

        Ich meine damit, dass bei PIXAR leider IMMER einfach ALLES zahm und lieb ist. Selbst in einem Film, der MONSTER (!) AG heißt, sehen alle total knuffig und liebenswert aus. Von CARS oder RATATOILLE ganz abgesehen. Ich erinnere mich vage an Impressionen aus Zeichentrickfilmen meiner Kindheit (gut auch, dass ich jetzt kein konkretes Beispiel nennen kann) und habe das Gefühl, dass da Antagonisten viel angsteinflößender oder verstörender dargestellt waren – heute herrscht irgendwie diese Samthandschuh-Haltung vor, den Kindern bloß nichts zu gruseliges, heftiges, zum zerreißen spannendes etc. vorzusetzen. Wie gesagt, ich mag die PIXAR-Filme auch (auf Wertungsebene i.d.R. so zwischen 6 und 8P), aber ich liebe sie nicht.

        Und zu Ghibli: Da gefällt mir a), dass diese Filme besagte “Schwere” eben nicht scheuen (nebenbei: einige ihrer Filme sind ganz klar für Erwachsene, siehe DIE LETZTEN GLÜHWÜRMCHEN oder PRINZESSIN MONONOKE) und b) dass die behandelten Themen viel kodierter und nicht so kindlich-offensichtlich behandelt werden. Die PIXAR-Offensichtlichkeit ist okay (Zielgruppe und so), aber als Liebhaber von Interpretations- und Symbolkino gibt mir Ghibli einfach VIEL mehr!

        • http://cinecouch.net/ Niels | CineCouch

          Hmm, ich glaube ich verstehe was du meinst, bin aber anderer Meinung.
          Vorab: Natürlich kann man nie alle vermeintlich ähnlichen Filme über einen Kamm scheren. Bei Ghibli ist nicht alles kindlich, da nennst du z.B. Mononoke. Ich würde aber behaupten, dass der fiese Bär in MERIDA auch durchaus angsteinflößend ist. Dein Eindruck hängt glaube ich auch teils mit einer anderen Sichtweise als Erwachsener zusammen. Beim Dschungelbuch mit Tiger Shir Khan und Schlange Kaa musste ich als Kind immer wieder beim Schauen meine “Angst” überwinden, obwohl ich den Film geliebt habe. Heutzutage wundere ich mich darüber, weil Kaa im Grunde überhaupt keine Bedrohung darstellt und der Tiger in ungefähr zwei Szenen auftritt und nur ein einziges Mal anzugreifen versucht. Ist jetzt eine Interpretation meinerseits, kann natürlich auch sein, dass dein Eindruck korrekt ist und Kinderfilme verweichlichen ;)

          Bei Pixar ist es nun mMn so, dass die Handlung zwar oft vordergründig knuffig und liebenswert ist, aber eben auf tieferen Bedeutungsebenen schwerere Themen anspricht. Beispiel Wall-E mit der Inklusion, die ich im zugehörigen Podcast angesprochen habe. Das raffen dann nur die Kiddies nicht ;)
          Ich würde jedenfalls klar widersprechen, dass das so offensichtlich behandelt wird. Dagegen ist die Öko-Botschaft in Wall-E in etwa genauso offensichtlich und plakativ wie bei Mononoke.

          Im Endeffekt hat sich mir bei Ghibli nie so viel mehr Interpretationsraum und Symbolik erschlossen, aber das mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass mich die Filme nie so richtig umgehauen haben. Ähnlich wie bei dir mit Pixar.

        • Paul

          Also ich finde den Dr. Frankenstein-Jungen und seine Spielgerätschaften aus Toy Story heute immer noch creepy as hell!

          Für mich gehören übrigens Pixar und Ghibli beide zu den tollsten Studios die es gibt.

          • http://www.enoughtalk.de jacker

            Ich hab ja auch schon mehrfach oben geschrieben: Ich mag ja PIXAR auch! Ghibli eben ein wenig mehr, weil die ganze Machart mich mehr wanspricht – da sie eben nicht so rund und süß ist. Das mag primär Geschmack sein und ich habe übrigens von beiden Studios schon recht lang nichts mehr geschaut. Nee falsch – vor 2-3 Monaten mal MONSTER AG und den fand ich früher ganz großartig, jetzt aber wirklich nur noch nett. Auch mit “geschärftem Blick”, den ich in den letzten jahren durch viel Austausch über FIlme erlangt habe, weiß ich bei dem z.B. beim besten Willen nicht, was da über die offensichtlichen Themen hinaus drin stecken kann. Habt ihr da auch so deepen Subtext heraus gelesen?

  • SecondUnitTamino

    Wenn es etwas gibt, dass mich noch weniger interessiert als Marvel, dann ist es Pixar. :-) Danke euch also für die Vertretung, denn diesen Film hätte ich nie und nimmer im Podcast besprochen. Ich mochte die TOY STORY Filme, aber alles andere von Pixar lässt mich absolut kalt. Für mich sind das vielleicht nette Kinderfilme, aber da ich keine zehn mehr bin, gucke ich mir sowas nicht an. Warum diese Filme überhaupt Leute in unserem Alter so enorm interessieren, verstehe ich nicht so recht. Ich persönlich kann deren Animationsstil auch überhaupt nicht leiden. Ghibli ist da für mich quasi ein anderes Universum an Qualität. Die Filme sind manchmal vielleicht auch ein bisschen Kinderfilm, aber größtenteils einfach großartige Filme für jeden. NAUSICAA und MONONOKE fühlen sich für mich zudem zu 0% wie Kinderfilme an. Und gezeichnete Filme sind für meinen Geschmack sowieso >>> als Computeranimation.

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Es ist die lebensbejahende Scheisse, die wir alle so an den Filmen schätzen ;-P

    • http://cinecouch.net/ Niels | CineCouch

      Ich schließe daraus, dass du dir den Film gar nicht erst angesehen hast? Das ist ja immer eine schwierige Haltung. Versteh mich nicht falsch, ich mache auch oft einen Bogen um Filme, die mich nicht interessieren. Aber manchmal muss man sich eben solchen Werken stellen, um vielleicht auch überrascht und vom Gegenteil überzeugt zu werden. Oder man kann danach wenigstens deutlich formulieren, was das Problem bei den Filmen ist. Klar hast du auch so recht, dass Pixar auch und vor allem Kinder anspricht. Aber dass das in ihren Filmen nur die oberste Schicht ist, unter der sich deutlich mehr Substanz befindet, versuchen wir im Cast ja gerade zu belegen.

      Und falls dich das nicht überzeugt, gehe ich zur Not auch mit lebensbejahender Scheisse konform ^^

      • SecondUnitTamino

        Es ist ja nicht so, dass ich noch nie einen Pixar-Film gesehen hätte. Den hier zwar nicht, aber ich kenne RATATOULLIE, WALL-E, MONSTERS INC. und die TOY STORY-Filme. Inzwischen filtere ich für mich Pixar aber einfach komplett weg. Kein Mensch kann sich alles angucken, nur um sich eine Meinung zu bilden, und mich interessiert Pixar einfach nicht. Ich habe früher z. B. auch sehr gerne Benjamin Blümchen Kassetten gehört, aber irgendwann kommt einmal der Punkt, an dem man sich von dem Kinderkram verabschiedet. Das heißt nicht, dass Benjamin Blümchen scheiße ist, nur ist es einfach nicht an Erwachsene gerichtet.

        Für mich funktioniert die emotianle Verbindung zu Pixar quasi nie. Bei WALL-E und RATATOULLIE war ich nur sauer und angwedidert aufrgund der Plattheit der Figuren, bei MONSTERS INC. hat mich dieser Baby-Plot extrem angenervt und mir viel vom Film kaputt gemacht. Nur die TOY STORY-Filme haben für mich einigermaßen funktioniert.

        • http://cinecouch.net/ Niels | CineCouch

          Ok, mit deiner ausführlicheren Erklärung kann ich gut leben. Es klang für mich anfangs ein bisschen, als hättest du mehr oder weniger absehen von TOY STORY nichts mehr gesehen. WALL-E ist für mich in einer Liga mit UP, weil eben auch dort unter der Oberfläche und auch bezüglich der filmischen Mittel mehr passiert, wie ich weiter oben geschrieben habe. Aber manche Dinge sprechen einen halt nicht an. Passiert.

        • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

          Die dazugehörige Mini Unit wird noch etwas brauchen, aber ich glaube “Inside Out” könnte wieder eher was für dich sein. Der Film richtet sich sehr deutlich an Erwachsene und hat für uns Philisophen genug Stoff bezüglich der Modellierung des menschlichen Geistes. (Und die Geschichte ist wunderschön und traurig wie beim Ende von Toy Story 3…) ;D