Second Unit #129 (Brazil)

In der dritten Woche im Zeichen unserer Lieblingsfilme widmen wir uns wieder einem Vertreter aus Taminos DVD-Regal. Mit Brazil (Amazon-Link*) feiern wir seinen Geburtstag nach und besprechen außerdem seine Vorliebe für das Groteske. 

Obwohl es bei Brazil gar nicht um tropische Urlaubsstimmungen geht, stoßen wir dennoch mit einer fruchtigen Punica an.

[YouTube Direktlink]

Der Film stammt aus der Federführung von Terry Gilliam. In den wichtigsten Rollen spielen Jonathan Pryce als Sam Lowry, Robert De Niro als Harry Tuttle, Katherine Helmond als Mrs. Ida Lowry, Ian Holm als Mr. Kurtzmann, Bob Hoskins als Spoor, Kim Greist als Jill Layton, Michael Palin als Jack Lint und Jim Broadbent als Dr. Jaffe.

Wir besprechen einige der absurden und grotesken Momente des Filmes. Dabei versuchen wir herauszufinden, warum ausgerechnet diese Form der Sozial-Kritik so gut für Tamino funktioniert.

Nächste Woche runde ich mit meinem Pick in Form von (500) Days of Summer (Amazon-Link*) den Liebglingsfilm-Monat ab, bevor uns dem #Horroctober widmen.

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[Download | Länge: 1:35:13 | Größe: 46,0 MB | @2nd_Unit | Facebook.com/SecondUnit | iTunes]

[Teaser-Bild: by Harald Hoyer]

*Amazon-Partner-Links: Über diese Links gekaufte Artikel werfen einen kleinen Obolus für uns ab. Für euch ändert sich nichts, schon gar nicht der Kaufpreis. Wir bedanken uns im Namen unserer Kaffee-Kasse.

  • http://www.grindthatauthority.de/ PlayStar

    Great, now I have the soundtrack stuck in my head. Again. Und gottseidank! o/
    https://www.youtube.com/watch?v=9HtHEgINHO0

    • SecondUnitTamino

      Der Tune ist echt so dermaßen catchy, dass man ihn nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Hab ich jedes Mal nach dem Film.^^

  • Gormenghast

    Herzlichen Glückwunsch euch Oktober Kids, und ein langes, cooles Leben.

    Schade, daß Christian BRAZIL nicht als das Meisterwerk sehen konnte (welches es ist),

    wenn ich euren Podcast zum ersten Mal hören würde, fände ich ihn (Christian) seeeeehr seltsam, und würde ihm jegliche Filmkompetenz absprechen ;)

    Allein die Kreation einer völlig neuen Filmwelt (z.B.Kulissen) macht mich immer wieder fertig, gepaart mit dieser irrwitzigen Komik, den unglaublichen Schauspielleistungen, der innovativen Kamerafahrten, dem exakten Timing, etc, etc…

    Ich will keine Diskussion über Geschmacksfragen aufmachen, aber BRAZIL….oh Mann, wer den nicht mag/sieht/versteht…

    O je

    • SecondUnitTamino

      Ich bin da ganz auf deiner Seite, dieser Christian hat echt mal so gar keine Ahnung…hehe

  • RaveBoy

    Tamino, sag mal, was hältst du eigentlich von Twister?

    • SecondUnitTamino

      zeitloses Meisterwerk und absoluter Lieblingsfilm :-)

  • Deekin

    Mir scheint, als hätte Christian der Film beim ersten Mal ansehen ähnlich ratlos zurückgelassen, wie das bei mir der Fall ist. Für mich war (und ist) BRAZIL ein anstrengendes Filmerlebnis, das mich auf emotionalem Level leider nur bedingt mitreißen kann. Die permanenten Ortwechsel, die seltsamen, verzerrten Close-Ups und diese gesamte Vielzahl von völlig abgedrehten Sets; mir wurde das nach einer gewissen Zeit einfach zuviel. Mittlerweile kann ich BRAZIL zwar für das schätzen, was er ist und was er versucht, doch die totale Begeisterung an dem Streifen überlasse ich lieber anderen Filmnerds (wie Tamino :). Wenn ich so ein Bild sehe, wie eine alte Dame ihren Hund spazieren führt, jener Hund allerdings ein Pflaster auf dem Arsch kleben hat, dann teilt mir der Film schon die Absurdität seiner Welt mit und ich mag über dieses Bild gerne nachdenken. Doch damit mich ein Film emotional mitreißt und damit wirklich vollkommen überzeugt, ist mir das Verhalten der Figuren im Film häufig zu abstrakt und auch Mike Lowry reagiert mir stellenweise viel zu sprunghaft. So sehe ich den Film vor allem aus der Außenperspektive, der versucht zu verstehen, was das Alles mit sich auf sich hat, ohne mich jedoch groß involviert zu fühlen. Ich kann aber verstehen, warum andere den Film sehr schätzen und leben. (Andererseits, und vielleicht paradoxerweise, mag ich aber wieder die Filme von David Lynch.)

    • Deekin

      Na toll. Da poste ich gerade meinen Kommentar und dann redet ihr beide kurz über diesen verdammten Hund!

    • SecondUnitTamino

      Der große Unterschied zwischen uns scheint zu sein, dass du per se nicht all zu viel mit dem Fokus auf die Darstellung einer gesamten Gesellschaft oder Gesellschaftsschicht (CITY OF GOD) in einem Film anfangen kannst. Ich bin ja auch jemand, der meist lieber die persönlichen Geschichten sehen will – besonders z. B. bei Kriegsfilmen – aber dennoch kann ich der größeren Perspektive auch sehr viel abgewinnen, wenn sie richtig eingefangen wird (was selten der Fall ist). Ich würde nicht sagen, dass ich AUF JEDEN FALL über die Charaktere in einer Geschichte involviert sein muss, dass geht genau so in einem größeren Rahmen – was dann aber natürlich der Film auch möglich machen muss. BRAZIL tut das auf hervorragende Weise durch seine Fülle von Bildern, Ideen, Charakteren, Momenten und Details. Ich bin hauptsächlich an der Welt interessiert, weniger an ihren Bewohnern (bei dem absolut brillanten CHILDREN OF MEN, den ich gerade eben geschaut habe, ist das ganz ähnlich).

      Was ich nicht so ganz verstehe ist, dass du ja gerade als Horror-Fan daran gewöhnt sein müsstest, Filme mit sehr dünnen Charakteren zu bekommen. Sollen nicht solche Filme gerade mit blassen Charakteren operieren, die Hauptsächlich als Projektionsfläche für den Zuschauer dienen? (Für mich persönlich z. B. macht das THE THING zu gewissen Teilen kaputt, weil es mir vollkommen egal ist, wer da vom Monster gefressen wird. Ich weiß einfach nicht, wer die Typen da sind und deswegen interessieren sie mich nicht.) Ist Sam Lowry nicht gerade das: eine wundervolle Projektionsfläche für uns Zuschauer und damit die Möglichkeit, die Welt von BRAZIL durch seine Augen zu erleben? Es geht nicht darum, dass Sam dir beim Schauen extrem eng am Herzen sein muss oder dass seine Geschichte so besonders ist, dass sie unbedingt erzählt werden müsse. Nein, er ist zuallererst das Vehikel für uns, die Welt von BRAZIL in all ihren Facetten zu erfahren.

      Im Grunde leiten mich meine Gedanken ganz philosophisch zu der Frage: was heißt für dich genau “involviert sein” und wie wichtig ist dir das generell in einem Film?

  • Misch81

    Wieder einmal eine super Folge von euch. Ich habe euren Podcast erst vor einigen Wochen gefunden und mittlerweile auch schon so einige der älteren Folgen angehört. Ich höre Podcasts oft zum Einschlafen und drehe den Sound dann ziemlich weit runter, um gemütlich wegschlummern zu können. Bei euch gelingt mir das aber nahezu nie. Oftmals stehe ich sogar noch einmal auf und drehe den Sound wieder hoch, um euch besser verstehen zu können und lausche dann bis zum Ende. :)
    Brazil ist eine Klassikerlücke, die ich auf jeden Fall auch noch schließen werde.

    Da ich gelesen habe, dass demnächst Horrorfilme auf dem Programm bei euch stehen, möchte ich euch gern Martyrs vorschlagen. Leider wurde dieser aber 2012 auf Liste A indiziert und wie ich ja bereits in der Hellraiser-Folge mitbekommen habe, macht euch das dann etwas Angst, den Film hier vorzustellen.
    Bräuchtet ihr aber eigentlich nicht haben. Problematisch wäre nur, wenn ihr den Film hier bewerben würdet und am besten noch selbst zum Kauf anbietet.
    Darüber zu reden interessiert im Grunde niemanden. Ich kann aber auch nachvollziehen, wenn ihr euch da nicht herantraut.
    Weitere Tipps von mir wären: So finster die Nacht, Rec, The Woman und The Descent.
    Diese vier Filme sind allesamt uncut in Deutschland erhältlich.

    Falls ihr nicht schon eine Vorauswahl getroffen habt, würde ich mich freuen, wenn ihr einen dieser Filme besprecht. :)

    Gruß
    Mike

    • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

      Danke für die schönen Worte :)

      Das Problem bei indizierten Filmen ist in der Tat, dass sie nicht beworben werden dürfen. Böse Männer in bösen Anzügen könnten uns aber genau das vorwerfen, wenn wir eine Sendung darüber machen. Du und ich und vermutlich die meisten wären sich sofort einig, dass eine kritische Auseinandersetzung keine Werbung darstellt. Aber leiden haben böse Männer in bösen Anzügen immer recht, wie wir alle wissen.

      Kurzum: Wir klammern indizierte Titel daher grundsätzlich aus. Leider haben wir auch schon einen anderen Horror-Film-Vertreter auf der Liste stehen. Wir haben aber in letzter Zeit unseren Hörervorschlag sträflichst vernachlässigt. Vielleicht kriegen wir das aber noch mal hin, mal schauen…

    • SecondUnitTamino

      Wenn das was werden sollte, wird das sicherlich noch etwas dauern, da wir die nächste Zeit noch einiges auf dem Programm haben, was uns sehr wichtig ist. Ich fürchte außerdem, dass ich (und Christian vermutlich auch) mit den genannten Filmen nicht viel anfangen können. Wir sind einfach keine Horror-Fans (ich wohl noch mehr als Christian, aber das heißt nicht viel). Ich habe z. B. MARTYRS mal angefangen zu schauen, fand den aber ehrlich gesagt so öde und dämlich (vor allem die Auflösung), dass ich den so im fast forward Modus durchgezappt habe und auch nicht das geringste Interesse habe, mich da nochmal durchzuquälen. Ich fand den auch nicht die Bohne verstörend oder so, eigentlich nur ziemlich peinlich. Ich ticke da anscheinend einfach anders als viele andere. Ich habe z. B. auch mal A SERBIAN FILM versucht zu schauen, einfach aus Neugier, was daran so schrecklich verstörend sein soll, aber ich halte solche auf unglaublich krass getrimmten Filme anscheinend vor Langeweile und Fremdschämen nicht bis zum Ende aus. Die anderen Filme, die du genannt hast, kenne ich zwar nicht, glaube aber auch nicht, dass ich die sonderlich mögen würde. Natürlich könnte es trotzdem interessant sein, darüber eine Episode zu machen, aber mir liegt in den nächsten Monaten leider (für dich) an anderen Filmen deutlich mehr, als solche eher weniger relevanten Horror-Geheimtipps zu besprechen. Ich glaube auch nicht, dass all zu viele Leute diese Filme überhaupt kennen und eine Episode dazu vermutlich eher auf geringeres Interesse stoßen würde. Immerhin besprechen wir einen Horror-Klassiker in der letzten Oktoberwoche. Da werden wir sicherlich auch noch einmal ansprechen, warum wir beide nicht so die Horrorkenner und -fans sind. Vielleicht ist das ja ein kleiner Trost für dich.

      • Gormenghast

        “Ich habe z. B. MARTYRS mal angefangen zu schauen, fand den aber ehrlich gesagt so öde und dämlich (vor allem die Auflösung), dass ich den so im fast forward Modus durchgezappt habe…”

        Das tut sehr weh!

        Das darf man bei dem Film nicht machen, dann kann man den auch nicht verstehen.

        • SecondUnitTamino

          Ich hab mir auch einiges zu dem Film durchgelesen danach, aber das ist leider einfach nicht meine Wellenlänge. Ich seh da wirklich nicht das geringste drin, ist manchmal einfach so denk ich. Und bei dem was ich so gesehen habe, bin ich auch bei weitem nicht der einzige, der den Film ziemlich platt findet. Ist jetzt ja nicht so, dass das der ultimative Horrorklassiker ala THE THING oder ALIEN ist. Ich finde z. B. auch Carpenters HALLOWEEN so unfassbar öde und dass, obwohl ich recht großer Carpenter-Fan bin. Das Horror-Genre ist nur in Ausnahmefällen was für mich.

          • Gormenghast

            Also mir war MARTYRS echt zu hart,

            hatte im Vorfeld nix von dem Film gewußt, und hoffte auf die typische female Revengestory wie KILL BILL. Die zweite Hälfte hat mich deshalb vollkommen überrumpelt, und gerade in ihrer Machweise geschockt, diese Langsamkeit, fast dokumentarisch, diese grausame Routine des Folterns, diese Ein- und Ausblenden, diese Stille (war da überhaupt noch Musik oder Gespräch).

            Das meinte ich mit “Vorspulen sollte man lassen”, das muss man ertragen oder ausmachen, da war das Timing gemein genial.

            Ich freue mich ja immer über Filme, die mir nach der Sichtung im Gedächtnis bleiben, und da gehört MARTYRS sicher dazu, aber die Erinnerung ist alles andere als schön, ich kann den Film auch nicht wirklich empfehlen, höchstens als Mutprobe, aber gepackt hat der mich wie kaum ein anderer Horrorfilm. Noch nie nach einem Film musste ich wieder Licht anmachen, und nachts um ein Uhr Kumpels aus dem Bett klingeln, um ein wenig über anderes zu plaudern, und schließlich ein paar Folgen SEINFELD zum chillen gucken.

            Generell bin ich gerne bei Horror dabei, wobei ich gerne gestehe dass es wenig grandiose Filme in dem Genre gibt. Aber gerade da drücke ich wohlwollend beide Augen zu, weil es mir mehr auf die Atmo und neue, fiese Ideen, Monster/Schurken und Tricks geht als um Logik und Schauspiel.

            HALLOWEEN ist wieder ( wie NIGHT OF THE LIVING DEAD) ein Kind seiner Zeit, einer der ersten Mainstream-Slasher, und voll mit klasser Atmo..diese Kamerafahrten durch die Herbststraßen könnte ich mir ewig anschauen, mit dieser Musik…ei ei ei. Klar, zig Kopien haben die Spannung ein wenig vernichtet, aber das ist nicht Carpenters Schuld, nicht wahr?

            PS:
            Jonathan Pryce wird bald wieder zu bewundern sein in GAME OF THRONES, als Fürstenoberhaupt oder so einer, das wird was, das spüre ich…

          • SecondUnitTamino

            Das mit HALLOWEEN ist echt sone Sache bei mir, denn klar sehe ich auch, dass der Soundtrack super ist und der auch einige tolle Shots zu bieten hat, aber irgendwie kommt das bei mir alles überhaupt nicht richtig an, da der Plot einfach so stumpf ist. Ich glaube auch nicht, dass das nur daran liegt, dass die Prämisse zig Male kopiert wurde. Ich kann an einem Film nicht einfach nur die Atmosphäre genießen, ich brauch da auch ein bisschen was dahinter, nicht nur Michael Myers, der zwischen Wäscheleinen steht und dann plötzlich innerhalb eines Wimpernschlages verschwindet oder sich am Ende des Films einfach in Luft auflöst. Wie macht dieser 200+ Pfund-Typ das nochmal genau?

          • http://www.secondunit-podcast.de/ Christian

            Wie Batman ;-P

  • stanleyhitchock

    @Tamino: Mir ist jetzt bei 3 Regisseuren (Fincher, Tarantino und Gilliam) aufgefallen, dass Du immer wieder “nur” einige Filme wirklich gut findest. Gibt es Regisseure, wo Du die komplette Filmografie magst bzw. neue Projekte bedingungslos erwartest? Das würde mich brennend interessieren!

    • SecondUnitTamino

      Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Bei Tarantino ist das ja schon recht knapp, von ihm fand ich nur DEATH PROOF recht schwach und JACKIE BROWN und DJANGO UNCHAINED nur ganz nett aber auf keinen Fall schlecht. Von Nolan mag ich zwar alle Fime (finde also keinen schlecht, obwohl TDKR schon knapp ist), liebe aber nur MEMENTO und INSOMNIA wirklich, daher fällt der wohl auch raus, obwohl ich schon gespannt bin auf INTERSTELLAR. Von Aronofsky mag ich auch fast alles, wobei ich allerdings THE FOUNTAIN ziemlich mies fand und mich NOAH auch nicht die Bohne interessiert. John Carpenter, John Woo, Brian De Palma und Ridley Scott gehören auch noch zu meinen Favoriten, aber die haben alle sehr viele Filme in der Filmographie, die mir überhaupt nichts geben.

      Der einzige der mir ansonsten einfällt ist Sergio Leone. Von ihm mag ich so ziemlich alles sehr gerne (höchstens den ersten DOLLAR-Film vielleicht einen Tick weniger), wobei ich sein Debut (KOLOSS VON RHODOS) nie gesehen habe, was sicherlich nur mäßig ist wie ich gehört habe. Generell scheint es bei mir aber so gut wie immer ein paar Filme bei einem Regisseur zu geben, die mir nicht wirklich gefallen. Wenn ich gefragt werde, nenne ich immer Tarantino, Leone, Nolan und De Palma als meine Favoriten, aber eben immer mit ein paar mehr oder weniger großen Abstrichen. Gibt es für dich denn Regisseure, bei denen du kompromisslos alles gut findest? Hat nicht eigentlich jeder Regisseur, der über eine längere Zeit tätig war, hin und wieder mal etwas daneben gelangt? Mal so wild aus der Hüfte geschossen würde ich mal vermuten, dass Kubrick und Hitchcock für dich da vielelicht Kandidaten wären? ;-)

      • stanleyhitchock

        Danke Tamino für die schnelle und ausführliche Antwort.

        Ich bin auch schon sehr gespannt auf “Interstellar”. Nolan im Weltall, spannender geht es nicht! Nach den letzten 2 enttäuschten Filmen (und das sage ich als Batmanfan), gibt es Hoffnung.

        Nun ich sehe das ganze im etwas anderen Kontext. Mich interessiert die Vision/ das Konzept des Regisseuren und wir er mit dem Inhalt umgeht. “Noah” war schnarchend langweilig, aber mich hat sehr gereizt wie Herr Aronofsky damit umgeht. Das gleiche mit Fincher, meinen liebsten aktiven amerikanischen Regisseur, er hat einige schwächere Filme wie “Panic Room”, “Benjamin Button” oder “Alien 3″, doch selbst in denen mag ich wie Fincher mit seiner Stilistik den Inhalt interpretiert.

        Mit den 2 Filmemachern liegst Du richtig, wobei ich bei der langen Filmografie einige Filme von Hitchcock nicht sonderlich mag oder sie mir einfach nichts geben (“Der unsichtbare Dritte”). Mein Lieblingsfilm ist übrigens “Cocktail für eine Leiche”(“Rope”).

        Nun aber zu anderen Filmemacher, die ich sehr gern mag und die Filmografie sehr, sehr, sehr gerne sehe und verfolge: Gaspar Noé, François Ozon, Akira Kurosawa, Paul Thomas Anderson oder Michael Mann.

  • http://www.enoughtalk.de jacker

    Jungs erstmal an euch beide meine herzlichsten Glückwünsche!
    Alles Gute, ich hoffe ihr habt es richtig krachen lassen und erlebt eure nächsten Lebensjahre in alter Frische!
    Ihr macht hier mittlerweile einfach mehr als nur ein wenig über Filme zu plaudern und dafür gibt es nochmal beide Daumen hoch von mir!

    Und eben habe ich BRAZIL aufgefrischt, um morgen euren Podcast zu hören :) Bin gespannt!

  • http://www.enoughtalk.de jacker

    So, falls ich es nicht schon getan habe, von mir auch nochmal alles Gute an euch beide!

    BRAZIL find ich super (auch wenn ich meine, dass er einige kleinere Schwächen hat, besonders die “Action” die Gilliam zwischendurch einbaut ist eher semi-gut)! Ich bin auch ein großer Freund des Grotesken, von daher kann ich mit den meisten Werken von Gilliam was anfangen, besonders weil eben abseits des Irren und Bunten noch eine Menge in ihnen schlummert – was, wie ihr schon sagt, eben über das Groteske transportiert wird. Mich würde auch wirklich interessieren, wie Tamino als Fan von BRAZIL zu ZERO THEOREM steht? Dank Urlaub in einem Land mit fixerer Release Politik, darf ich den schon mein Eigen nennen und bin einer der wenigen die ihn richtig gut finden. Aus ähnlichen Gründen wie BRAZIL: In den vielen kleinen Momenten schwingt unheimlich viel mit. Gilliam reflektiert in ZT auf eine ganz andere Weise die Strömungen der aktuellen Gesellschaft. Die Dystopie ist sozusagen zeitgemäßer – was gut ist, da die Filme ja 30 Jahre trennen. Und Waltz ist nicht Hans Landa – auch ein Pluspunkt.

    Was ich aber noch nie verstehen konnte – somit passt das ins aktuelle Schema, Tamino und ich verstehen unsere gegenseitigen Geschmäcker aktuell mal wieder besonders gut :D – wie man BRAZIL auch, oder sogar besonders aufgrund der irren Inszenierung lieben, aber FEAR & LOATHING so abgrundtief hassen kann? Das will mir nicht in die Birne, haha. Klar, die Drogenthematik ist nicht so dein Ding, demnach muss der Film nicht ähnlich gut bei dir ankommen, aber es geht ja trotzdem um weit mehr als nur zwei Freaks, die sich wegballern! So wie BRAZIL eben eine Dystopie und nicht eine Sammlung bunter Bilder und Schläuche in Wänden ist, so ist FEAR & LOATHING ein ganz bitterer Abgesang auf diese ganze Flower-Power, Hippie, Heile-Welt durch Drogen Ideologie. Muss nicht jedermanns Sache sein, aber hassenswert deswegen? Allein die vielen Effekte und Kostüme sind doch so toll ♥